Es ist ein Punkt, an dem ich wie schon so oft, nichts mehr weiß. Ich will endlich ein Lied schreiben. Geht nicht. Wahrscheinlich wegen "endlich". Mir entfleucht die Melodie, eine neue gibt es nicht, mir entkeimt der große Gedanke, den ich nicht verpacken kann, mir schwindet der Gedanke. Übrig bleibt das Leid, das ich nicht auszudrücken vermag. Alles ist erklärlich und auf irgendeinen bestimmten Grund - oder nennen wir's beim Namen: SACHVERHALT zurückzuführen. Was ist es denn für ein AUS? Was für eine Aus-Zeit? Es blitzt in meinem Hirn. Es lähmt sich was in meinem Denken. Ich bin so unzufrieden. Das gleiche Unzufrieden wie immer wahrscheinlich, nur wiedermal stärker. Viel stärker. Ich bin nicht Herr der Lage. Nichtmal meiner. Nichtmal irgendeiner meiner selbstbewußten Seiten & Themen. Es blitzt, wenn ich nach draußen schaue. Für kurze Momente. Irgendein Trugschluß.
JA - ganz schön unsicher war ich. Es war RENDEZ Time. Erst dachten sie, wir reden über die neuen Lieder. Ich war jedoch beim Ursprung, den ich nicht ausdrücken kann. Ich hab's ein bisschen versucht. Mir wurde schwach in den Beinen. Ich habe mir vorgenommen, wenigstens aufzuschreiben, was es bei RENDEZ ist, das mich nicht weitermachen lassen möchte. Ich werde es tun, ein bisschen weiß ich schon. Es ist alt, es ist ein vereinzeltes Aufbäumen mit dem Mitriß der ganzen Truppe, es ist Burkhard, es ist Rainer, es ist das Denken über Jackets, RENDEZ und nichts mehr?! Es ist Ronald. Es ist mein Eigenes. Vor allem ist es das Geld. Scheiß was drauf. Aber ohne Spaß wenigstens Geld, das riecht zumindest irgendwie nach .... Arbeit. Aber ohne Spaß, ohne Geld, ohne das Bitteschön Gefühl => was soll das? Es sind Kleinigkeiten - derer soviele, daß sie geballt zu einem unübersichtlichen Haufen werden, der so unzufrieden macht und den ich nicht erklären kann.
Magdeburg, mein Lieb, mein Leid. Ich bin so negativ eingestellt und weiß, daß es nichtmal was mit dieser Stadt zu tun hat. Womöglich schon von Anfang an nicht. WAS, bitte, brauche ich? Es blitzt jetzt nicht mehr. Auch gut. Eine fast unbemerkte Veränderung.
Ich kann nichtmal heulen. Ich kann mir nichts antun. Ich kann nicht versuchen, was wenigstens notwendig wäre. Ich sage Ja, ich sage Nein - glaubend, daß es eh nicht so gewichtig ist. Ich versuche groß zu sein, dabei zu sein, wenn es um irgendetwas geht. Ich will nichts vermissen, was auch nur so ein kleines bisschen schön ist/war. Schwedt, Braunschweig: Jackets. Galgenspaß. Aber schon immer so. Wird weg sein - nicht wieder kommen. Wen kann ich anrufen, zu wem kann ich einfach so hingehen? Mandy - ja, aber das meine ich nicht. Irgendwann muss ich mal meine Mapplethorps durchlesen, die ich noch in feiner Schrift und wohlgeformten Ausdruck verfaßt habe. War schon ganz gut - (ich werte:) aber so geht's besser! Wenn ich das durchhalte, werde ich sehen, wieviele Gleichnisse ich finde. Es werden viele sein. Wenn nicht gar immer das Gleiche. Mein Lieb, mein Leid. Ich könnte mir jetzt K. Hoffmann / Brel anschauen, ich würde in diesem Augenblick sterben können. In aller Ruhe. Oh Mann, ich bin erst recht kein Don Quichote, zwar mit diesen Gedanken aber mit noch viel weniger Tatendrang als Brel/Hoffmann. Mein Rücken tut weh. So! Er wird es auch wieder in der nächsten Nacht tun. Meine Gefühlsstimmung tut mir weh. Sie wird es mehr oder weniger immer tun. WARUM?
Ich habs: Es sind nicht die anderen Länder, die Klöster, die Fernen, der Raimund: Es sind die Menschen und die Erfahrungen. Ich bin nicht autonom / autark - was für Wörter: ich bin da unten, wo man mich gern hat und zu dem ich mich vor allem selber mache. Erfahrungen .... wenn ich merke, ich bin zu blöd, kann ich doch wieder zurückkommen und mein Ansprüchelevel runterschrauben + weiter so leben. Ich brauch doch fast nicht mehr raus aus MD - es sind die Leute. Oder auch nicht. Dieser plötzliche Umschwung hier heißt: Ich kenne viele Leute, ich habe viele noch vor Kubon, Schüssel .... und Magdeburg kennengelernt, aber es war genau so. Uwe und Anke sind vorbei, Kerstin auch. Neue Zeiten, neue Leute. Ist das immer so. Geh'n mir die Leute aus dem Sinn? Wie war das?: Ich kann nichts mehr von ihnen lernen, nichts Neues begreifen und austoben? Oli? Ich muß die Leute wechseln, um zufrieden zu werden?
Wie leicht mache ich mir das eigentlich? Wo hören meine Herausforderungen, mein Ehrgeiz auf? Neue Länder, ganz anderes Leben, alles anders? Ja - wie lange?! Bis auch da wieder die Grenze erreicht ist?
Sagen Sie mir ....... , auf einer Skala von 1 bis 10, wie weit hat sich Ihr Selbstbewußtsein in den letzten Jahren entwickelt? Welche Macht sollte dieses Spiel verbieten? Welche Antwort soll ich geben?Manchmal bin ich so stark, oft bin ich garnicht! Und der Boden ist zu hart, um mich darin versinken zu lassen. Ich versuche ab und zu ... Dieterloo? Daggi / Schumi? Soviele Leute sind behaftet von Dingen, die sie selbst nicht ehrlich sein lassen können. Dorschi? Jawohl - die bewährte Suche nach neuen Leuten. Immer hängt uns "Alten" irgendetwas nach, das uns nicht neu anfangen läßt. Gute Argumentation. => Neue Länder, neue Leute, neue .... neue Scheiße.
Bis <1994/Mai/1. gings mir laut heute auch nicht besser. Und ab da kamen neue Leute, neue Chancen. Auch so gegangen. Nur eben auf "höherer Basis" - oder? Nunja, da sind schon mehr Möglichkeiten.
Ich habe im Moment leider keine Lust mehr, darüber zu lamentieren. Ist es das Selbstbewußtsein, das mir fehlt - oder ist es ganz einfach die Intelligenz / der Intellekt. In meinen Kreisen wird gern allumfassender, globaler geredet und vor allem mit Hintergedanken auf Bevorstehendes. Ich erlebe so oft jedoch das monotone Gefühl, ich will jetzt und hier. Ist vielleicht die Schaffung meiner Integrität durch höheres Selbstbewußtsein eine fatale Lüge meinerselbst? Bliebe dann noch die Intelligenz. Aber ich bin doch nicht doof - oder? Ich bin doch kein Weltenfighter, der - immer wenn es alt wird, zur nächsten Galaxis vordrängt, um neue Harmonien zu suchen.
Sicher wäre es schade um die schönen Lieder; ich weiß ja auch, daß sie nur durch Mißstimmung entstehen, durch das Angesicht gegenüber einem Notstand - aber was wäre, wenn diese Opposition durch die totale Harmonie ausgelöscht würde? Glückwunsch, Herr Döring. Sie haben sich gerade selbst übertroffen. Du lieber kleiner Dussel. Ich kann nur eben nicht in der Gesamtheit meiner disharmonischen Notstände über wenigstens eine Sache schreiben. Ich frage mich heute, wie der "Trinker" entstanden ist. Natürlich habe ich über denjenigen geschrieben, der nur allzuoft sich selbst aufgibt, seine Sorgen im Alkohol ertränkt, - wodurch sie noch gravierender werden und der manchmal seinen Schatten aus der Wand springen sieht, was ihm Hoffnung gibt - also über mich selbst. Wahrscheinlich habe ich mir damit ein persönlich Denkmal geschaffen, was dummerweise so anspruchsvoll ist, daß ich in meinem Streben nach Perfektion dauernd daran scheitere, um was neues zu schreiben. Hossa - ! wäre der Film: "Das kleine Arschloch" nicht schon gedreht, würde ich ihn über mich selber drehen.
Ich versuche jetzt zum Schluß, Fragen zu formulieren, die ich gerne durch entweder meine innere Stimme oder durch sonstwen auf dieser verdammten Welt beantwortet haben möchte:
- von vornherein aussichtslos, verloren und unbeantwortet, weil blöd: Wer bin ich?
- Was möchte ich?
- Was wird aus dem, was bisher war?
Das, denke ich, reicht bereits um etwa 1.347.265 Fragen für mich zu klären. Die anderen 4 möchte ich dann selbst herausfinden. Wenn es einen Sark gäbe, der "Asmus" heißt, würde ich darin wohl jetzt ersaufen. Nochmal zum alten Lied! = Nähmen wir an:
- ich habe einen festen Job
- ich bin erfüllt in diesem Job
- ich krieg richtig gut Geld
Was nun / dann? So; wahrscheinlich würde mein Selbstbewußtsein in die Höhe schnellen. Wahrscheinlich würde ich mir, in meinem und anderen Themenbereichen / Lebensbereichen eine hohe Kompetenz zumuten und, gestärkt durch mein Selbstbewußtsein - ausleben.
Wohl würde ich über bevorstehende reale Dinge schneller und konsequenter ein Urteil fällen. Und dann würde ich mich vielleicht in all meinen Lebenswinkeln wohl, gestärkt und sicher fühlen.
Gut. Schonmal viel viel besser als das hier. Doch jetzt: Was ist also mein Problem? Mein Selbstbewußtsein? Es riecht danach. Ich will nicht der Hohepriester des Managements aller Lebenslagen werden. Ich will eine ganz bestimmte Ruhe in mir - eine Ruhe, die aus Lebensfreude, Sicherheit und Selbstbewußtsein resultiert, eine Ruhe - mit der ich gegenüber selbst meinen großen Gegnern etwas Ehrliches sagen kann. Und wenn sie es nicht verkraften, sind sie eben einfach explodiert. Kaaaaawummm - und weg. Und ich möchte mich sogar noch um ihr Begräbnis kümmern - nicht aus Gewissensbissen, sondern aus echtem und aufrichtigem Mitleid. Bevor ich mich also wieder in eine Traumwelt katapultiere, folgendes: Ich bin genau jetzt vom Alkohol durchtränkt. Er hat mich wieder - wie so oft. Ich werde dieses & jenes Glas noch austrinken, dennoch dieses Mal ins Bett gehen mit etwas mehr Ruhe im Bauch. Dieses Mal sind meine Probleme nicht größer geworden. Zwar sehe ich auch keinen Schatten aus der Wand springen, aber ich habe etwas über mich aufgeschrieben und manches Mal bin ich stolz gewesen und habe gelacht über soviel Ironie und ehrlichem Ehrgeiz gegenüber mir selbst. Vielleicht schreibe ich jetzt noch irgendeine Seite voll; es ist viel gesagt worden, und endlich mal alles über mich - UND!: falls das meine Art von Testament sein sollte, weil ich morgen nicht mehr aufwache = sagt ihnen trotzdem, daß es mir nicht gut ging.