Zehnsucht

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Bechterew's back

Mein persönlicher Bechterew (die chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die primär Wirbelsäule und Kreuz-Darmbein-Gelenke betrifft und zu Versteifung führen kann), ist nach so vielen Jahren wieder bei mir vorstellig geworden. Kaum zu glauben, bin ich doch Nutznießer dieser Secukinumab-Studie, wonach ich seit 2018 mittels einer monatlichen und 600€ teuren Cosentyx-Spritze keinerlei Beschwerden mehr aufzuweisen hatte. Vielleicht dient es als eine Art Zwischenbescheid, ein Flashback-Memory, sachgemäß mit meinem Leben umzugehen und es nicht zu verschleudern, indem ich Weinbefüllt nutzlos irgendwelchen besseren Zeiten wahlweise hinterhertrauere oder -jage.

Schnell zum Ablauf für die Dokumentation: vom 01. bis 13. Februar zwei Wochen Skifahren. Vorbereitung im Krafttraining für die Beine. Keine besonderen Vorkommnisse, aber schon viel aktiver als sonst. Dann eine Woche Pause zuhause. Februar weiter: 24. Kraft, 26. Run 6,66km, 27. Kraft. keine besonderen Vorkommnisse. Es gibt keine Hinweise auf Überlastung. Vielleicht jetzt?: 02.03. (Kraft), 03.03. (54km Rad), 05.03. (Run 6,66km), 06.03. (Kraft), 08.03. (66km Rad), 09.03. (Kraft), 10.03. (Run 6,66km) > ZACK! Da war er bzw. sie: Der Schmerz. Die Steifigkeit, die blitzhaften Attacken, die Angst vor der Bewegung. Uhr spricht auch von Überlastung, aber das macht sie gern und hat sie auch schon beim Skifahren so gesehen. Also Pause. Nach einer Ibu600 von Volker gings am Freitag (13.03.) wieder recht passabel und ich legte ein weiteres Wochenende Pause ein, um erst am 17.03. nach einer längeren Rad-Anfahrt (18km) wieder (absichtlich verminderte) Kieserkraft zu tanken. In der Aussicht auf Broiler und Fitness am 18.03. wieder 6,66km Run brachen der Serie vollständig das Genick. Seitdem ist der Bechterew-Schmerz bis auf einen merkwürdigen Tag am 20.03. - an dem ich nahezu schmerzfrei war, wieder da. An jenem Tag saß ich abends auf Barhockern und bemerkte, dass diese Position inkl. der Vorgeschichte nicht besondern optimal sein könnte. Was sich als wahr heraus stellte. Aber wie detailliert soll ich das alles bewerten? "Huuh, der Junge hat ein bisschen schief gesessen ... das wird schlimm."

Sei's drum, ich muss nun abwägen, was mir nach Abklingen dieses zweiten Schmerzanlaufes zuzutrauen ist. Sehr sicher wird es das Laufen sein, dass es zurückzustellen gilt. Die Erschütterungen meines schwerfälligen Dahinhumpelns inklusive des Gefühls, dass Laufen nicht mein Elixier ist, sollten deutlich gemacht haben, wohin die Reise geht. Schade, ich mochte die Fitness der letzten Sommer, die mich auch schon mal 12km durchliefen liessen (ja gut, gesamt 2 mal).

Also gut: Kraft bleibt No1. und Rad die No.2, wobei hier zu bedenken ist, was auf Bornholm geschah und dass auch hier keine optimale Körperhaltung meinerseits vorliegt, was die Mengen an Kilometern beschränken und/oder mir ein passendes Rad bescheren müssen wird. (BWS Atlas links + kribbelnde linke Hand sollten nicht sein. Vielleich geht es ja grundsätzlich nicht.)

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Betrunken begangen. AngeBiert im Bluenote. Mit Heiko Zintl und Katrin Baumann. Vorher Sebb, nachher Sarah. die ganze Zeit Jule. Null Uhr zuhause mit nichts weiter.

TÜV26 erteilt

Ein neuerlicher Zustandsbericht über meinen gesundheitlichen Zustand. Bei Heide. Mit einer Praktikantin der Uniklinik, die Ärztin werden möchte. Während ich leicht bematscht vom Wein und einer Ibuprofen600 von Volker (wegen meiner unsachlich und zu heftig angegangenen Sporteinheiten im Rad fahren, Krafttraining und Laufen [siehe flow.polar.com], um meinen mittlerweile 90 Kg! zu entgegnen, und einem daraus resultierenden bösen, steifen Überlastungsschmerz in der LWS unten rechts, der in mir die Angst vor der Bechterew-Rückkehr groß werden ließ) alle Untersuchungen genüsslich an mir verüben ließ und ich an eine Vier-Hand-Hamam-Massage dachte, teilte mir Heide eine uneingeschränkte Gesundheit in allen zumindest messbaren Bereichen meines Körpers mit. Tatsächlich alles. Ich tippe ja seit Jahren auf Leber oder Entzündung oder Nachlassen gewisser Organfunktionen oder wenigstens schlechte Harn- oder Zucker- oder andere Werte ... nein. Es ist alles in bester Ordnung. Auch die körperlichen Tests samt Reflexen usw. sind super regulär.

Es kommt nun noch eine weitere Koloskopie (Darmspiegelung) und die erneute Untersuchung der Prostata beim Urologen; für die Linderung und Beseitigung meiner überambitioniert zugezogenen Schmerzen gibts Ultraschall und Manuelle Therapie samt Trainingspause für ein paar Tage und ich bin ingesamt so verwundert wie glücklich darüber, dass es offensichtlich ziemlich gut um mich bestellt ist. Und ich heimlich unheimlich froh darüber bin.

Babe, DAS ist einer der wesentlichen Punkte in den Stationen meines Lebens, die mir erneut Wink, Mahnung und Motivation genug sein sollten, alles das tun zu können, was im Bereich meiner Vorstellungen liegt. Worin dooferweise auch der Hund begraben liegt. Immerhin gereicht es zur Zuversicht.

20090101-07:30

Hier kommt ein : JA!

"Sei lieb zu dir, dann kannst du auch zu anderen lieb sein! Ganz genau. Marek war hier. Zum Abgrillen in Mannhausen. Am Sonntag, 28.12.. Und ganz spät nachts mit Mandy, Marek und mir kams dann auf mich. Komplett. Und es war sehr gut. Dazu die deutliche Bestärkung, dass ich meinen Eltern gegenüber reinen Wein einschenken sollte. Und ich hab Mut gefasst, genau das zu tun. Jetzt wissen es quasi alle (fast) - und meine Eltern sind die letzten in der großen ganzen Reihe. Es wird schwer. Aber es wird.

Mannomann - der Marek war mir noch nie näher als jetzt. Ein sehr schönes Gefühl. Da hammers wieder: "und soviel Mut".

Silvester war zweideutig: zum Einen, weil ich am Vorabend wieder zuviel gesoffen habe - vor allem ohne Grund - das ist das Unerträgliche. 31.12. mit Husten und sehr schlechtem Feeling den Tag vollbracht. 17:00 bei Jana, Dorschi und Perlebergern das Weihanchtssingen Video angesehen. Viel Tee. und immer noch bange wegen der timme. Dann die Show! Phantastisch. Genial! Danach Tanzen. Soviele lächelnde Augen auf mich geheftet - das tat total gut. Ich hab mich zwar nicht unbedingt so schwul wie möglich dabei verhalten - aber ein bisschen spielen durfte ich schon. Ich hab mich so geliebt gefühlt - sogar bis ins Bluenote. Marek und jana und Jana und Suse und ... Dorschi ... haben sich prächtig unterhalten - und ich hab da sGefüjl, es ging ziemlich oft um mich. Kann sein, das ich das überbewerte - es bleibt ein Gefühl. Und ich hab mich bis zum Schluss so wohl wie lange nicht gefühlt. Marek ist irgendwie nochmal zu einem "Kick" geworden. Mit Mut, mit Freude, mit Zuversicht. und wenn sie alle sagen: "Jesko - das wird dein Jahr!" - dann nehme ich es voller Freude hin und hab tief im Herzen das Gefühl, dass meine vielen ganzen Freunde wirklich sehr gut für mich sind.

Marek sagte:

Mit Marek draußen im kalten Sudenburg vor der Kirche - als alle anderen schon weg waren und wir uns nochmal über mich, meine Eltern, meine Songs, meine Show unterhalten haben - kam ich gerade vom "fast-Weinen" zurück und war daraufhin so sehr glücklich über all das, was in 2008 so passiert ist, inklusive dieses Abends, das mir mit dem Marek und dem Abgrillen in Mannhausen und dem ganzen Drumherum und der Silvesternacht soviel Mut gemacht hat !!!

Jeder kann - und keiner weiß! Und ICH - Jesko - kann es. Wenigstens versuchen. Und es sieht verdammt gut aus! Ja! 08:30 Uhr

20080801

Lagebericht. Grundeis. Strömung stark. Ich nicht. Treibholz Charakter. Durch den Wind und keine Vorstellung von mir. Mit mir. Man könnte sagen: leer. Habe heute nach drei (?) Wochen reinen Mailverkehrs endlich mit Dieterloo geredet. Hab mir Herz, Mut plus Fahrrad gefasst. Und es war gut so. Dieterloo hat sich selbst dabei ertappt, seiner Unzufriedenheit über Warten, Nichterfüllung und einer Seite, die ich bis dahin nicht kannte, Ausdruck zu verleihen. Und diese Seite war hart. Auch für mich. Und letztlich hat es ja auch gepasst. Mein Egoismus scheint Kreise zu ziehen bzw. JETZT zu wirken. Und es ist ja nicht nur Dieterloo. Auch Mandy zieht neue Saiten auf, bei denen ich mich ein bisschen erschrecke. Ich dachte, es läuft eigentlich wie immer… ein bisschen träge, unzuverlässig und ziellos. Nur jetzt scheint es mir deutlich zu werden, was ich und mein Tun bewirke. "Scheint" bedeutet: Ich kapiere nichts! Nach 4 Wochen alkoholfreier Zeit hab ich es nicht geschafft, "gemäßigt" an meinen Umgang mit mir, dem Alkohol und den mich umgebenden Menschen zu denken. Ich hab's ja auch nicht bemerkt. Jetzt kommt die Retourkutsche nicht minus gemäßigt, kein Maß. Und keine Vorstellung, was ich machen kann. Mir gehen die Worte aus. Ich höre Leuten zu, ich sehe Berichte, ich höre Lieder – alles tolle Vorstellungen oder Ansichten – und ich habe keine Meinung mehr dazu. Vielleicht wars heute auch ein bisschen viel. Hab mich mit Loo wieder "versöhnt". Dann sagte Mandy die Brandenburg Hochzeit ab. Erst war es mir verständlich, dann beängstigend.

Alles ist oberflächlich, alles halbseiden, und ich fühle mich nicht mehr sicher, nicht mehr festgehalten. Anke würde das gerne tun, aber ich weiß nicht, ob sie mir wirklich helfen kann. Es ist verworren – die Menschen sind ja da: Anke, Mario, Käse, Mandy (?) ... Und eigentlich könnte ich alles haben. Aber mein Verhalten, meine Antriebs- und Ideenlosigkeit genau jetzt hier in diesem Augenblick machen wir Angst. Das wird sich wahrscheinlich wieder etwas aufhellen – aber der Tenor bleibt: Jesko, du hast keinen Plan. Du schwimmst überall rum und mit und bekanntlich lassen beim Schwimmen irgendwann die Kräfte nach. Genau dann brauchst du Boden unter den Füßen. Aber im Moment scheint kein Land in Sicht. Morgen Brandenburg. Ich wünsche mir das Spiel, Baden und Abenteuern am Beetzsee zurück, Tante Monika, die schimpft, wenn ich mir nicht die Füße abgespült habe und durchs Wohnzimmer renne, die Wahl, Heimat Brandenburg … Ich flache überall ab, habe das Gefühl, nirgendwo mehr richtig dabei/darin zu sein. Also wieder oberflächlich. Er erinnert mich wieder an LKJ X-mas 2007. Sehr junge Typen auf der Straße und denke, was für Möglichkeiten diese hübschen Bengels haben. Die gehen nur über die Straße und mir kommt es dabei vor, als hätten sie damit schon weit bessere Ziele als ich, indem sie die andere Seite erreichen wollen. Alles ist halbseiden, unzuverlässig, unklar und ich habe fast schon kein Gefühl mehr dafür, wie es sein sollte. "Formuliere deine Ziele" ist ein Satz, der mich beinahe erschaudern lässt.

Was ist denn das alles hier? Kafkaes? Eine unerklärliche Situation ich habe ein bisschen so ein Gefühl. Sogar mein Wissen schwindet dahin. Ich bin erstaunt, wenn mir Daniel Szwillus über den Weltkrieg erzählt und dass ihn das interessiert und versuche, zu vergleichen, was mein Faible, mein Wissen ist. Aua aua - das ist weiterhin fehlendes Selbstbewusstsein. Ich schreibe hier übrigens wild drauf los und reflektiere das nicht – es ist eine Momentaufnahme ohne Blitzlicht, aber mit Belang. Fast scheint – nee : es ist eine Chance – eine Chance, aufgrund der Tatsachen im Moment, darüber nachzudenken, was das mit mir werden soll. Es ist nicht mehr so ganz automatisch, dass alles irgendwie "hinhaut". Zwei Menschen machen wir das deutlich. Loo + Mandy. Wahrscheinlich auch andere, nur äußern, die sich nicht dazu. Und ich hänge zwischen Musik schreiben, Schlafzimmer für die Lover - zurecht machen und all den Dingen, die nicht mal mehr ein wirkliches Ziel darstellen. Resignation. Wovor? Mein Dasein ist überall womöglich eher nebensächlich. Mache ich keine Hörbücher mehr, ist es unproblematisch, bietet mir Axel Schneider für 2009 keinen Job mehr an, bin ich ersetz, weil ja nie wirklich da und involviert. Ein Hans Dampf, der "bestimmt überall zu tun hat und beliebt ist" und genauso fühle ich mich gerade NICHT.

Und bei mir geht das immer so verdammt schnell, dass ich bei solchen misslichen Situationen ganz fix daran denke, dass es nicht übel wäre, wenn's doch schon vorbei wäre. Ich könnte mich manchmal so ad hoc umbringen, dass ich schon wieder Angst habe, es vor lauter, wahrscheinlicher Liebe zu mir selbst nicht hinzubekommen. Passt ja wie die Faust aufs Auge. Nur weiß ich nicht, wie lange ich diese Liebe noch aufrecht erhalten kann. Ich rette mich mit einem Lächeln bei der Kassiererin im Kaufland, wohl wissend, daß mit so einem Mini-Augenblick ein ganzer Tag gerettet werden kann, und es wieder nach vorn geht. Aber selbst diese Augenblicke fallen mir schwerer. Es geht an die Substanz, Babe! Grundeis. Schwimmen, ohne Ufernähe. Stübing aufsuchen, fragen, wie das bei ihm war. Alkohol ist ein gefährliches Pflaster. Hab am Mittwoch mit Hannes reden können. Über Schwulsein. Er hat mir von seinen Phasen erzählt. Ich war erst unsicher, dann ein bisschen befreit. Das war gut. Und merke dabei, wie schwer es mir fällt, mit Leuten zu reden. Das ist ziemlich komisch: ich halte mir immer einen Fluchtweg offen, kann oft nicht verweilen und es plätschern lassen, muss bald wieder los. Da ist sie wieder – die Oberflächlichkeit. Wie bei Mandy = sobald es an die Substanz geht und ich nicht aufnahme- verarbeitungsbereit bin, habe ich eine große (Achtung, neues Wort:) Fluchtsucht. Drückeberger .... jaja, ich weiß, aber es nützt ja nichts. Ich kann meine Selbstzweifel nicht so weit weglegen, um von mir und meiner unbekannten Wahrheit zu reden. Ich hab dauernd Angst, mich irgendwie hübsch darstellen zu müssen. Oder anders: ich kann nicht unterscheiden zwischen Fragen an mich und der Deutung zur Anklage! Das war jetzt gut! Ich & echt!

Jetzt bin ich beim 42. Bier und lasse die Tinte lieber auslaufen, bevor ich mich ins belanglose, ins Geseiere verliere. Ich hatte mal eine Idee, mit 17, auf dem Gelände des Elmo Barleben als Lehrling, wonach ich mir die Frage gestellt hatte, warum ich immer alles einschätzen kann … nee … alles "weiß", im Grunde ALLES durchdenken kann - oh, das ist schwer in Worte zu fassen. Ich glaube jedenfalls, dass das zwar cool ist, dermaßen hyperparallel denken zu können, mir das aber bestimmt mal zum Problem werden könnte. Cool, Babe, haste Recht gehabt.

Es tobt in mir so dermaßen bunt herum – und die Intensität all der Möglichkeiten und Potenziale nimmt jetzt immer mehr ab. Und ich fühle mich weiterhin nicht wohl bei all dem. Und wie weiter? Weiter? Wirklich? So wie ich mich kenne, vermutlich ja. Grundeis. Ufer + festen Boden? Sandstrand ist harte Arbeit!

20080601 - 05:20

Kindertag 2008. Eine feine Masterminds-Show in der Feuerwache. Wahrscheinlich die letzte. Danach das Wuschel-Desaster, 01:30 Uhr. Gelandet im Hof bei Hasi mit Leuten wie Tobi, Ronald, Christina, Suse, Bommel, Hasi, Janet und einer Anke. Ausdampfen, zur Ruhe kommen und dabei wieder hippelig werden. Ich habs immer noch voll drauf! Eine Show, vor Publikum mit bewundernden Augen. Auf mich gerichtet ob dieser Energie, die kaum vorstellbar scheint. Große Anerkennung. Immer noch und wieder wichtig für mich. Sitze auf meinem Balkon mit dem letzten Bier, halb fünf, und ich fühle mich. Tatsächlich, ich fühle mich seit einigen Wochen. und weiß, dass ich eine Phase der Veränderung durchlebe, die mir endlich einmal deutlich macht, daß es kein Kompromiss werden wird. Die Vögel beginnen gerade ihren gemeinschaftlichen Tschilp-Terror, der liebenswerter nicht sein kann. Es riecht und dünstet gerade wie das große Weltgrillen der Stadt. Brennt es irgendwo? Holzfeuer? Kawa verabschiedet sich von den Masterminds. Wegen Notenständern. Wegen Prinzipien. Na gut. Aber schade. With a little help from my friend war schaurig traurig schön. Eine Art Abschied. Und - wie das Leben es genial immer wieder hinzubiegen vermag - ein neuer Anfang. Mit meinen Songs. Und mit Ronald. Und einer Idee für eine Premiere. Im Winter. Vielleicht kann ich es mal zusammenfassen. Aber das bedarf einer neuen Seite. Weil: es ist neu!

In den vergangenen Monaten hat sich etwas verändert. Ich hatte / habe / bin mittendrin - in meinem ComingOut. Hätte nicht gedacht, dass das wichtig wäre. Aber irgendwie bin ich wohl selbst die treibende Kraft darin. Ich habe Leute um mich, denen ich vertrauen kann und die mir zumindest das Gefühl geben, ein bisschen auf mich acht zu geben. Das betrifft Suse - das Weihnachten. Das betrifft Anke. Und Mario. Das betrifft (von ihm ungeahnt) Käse, mit dem ich in Frankreich war. So'n bisschen Liebe. So'ne schönen Gedanken. Irgendwie sind mir alle so wohlgesonnen. Dieterloo inklusive. Ich hab ein schönes Gefühl der Unterstützung von allen Seiten. Und kann meinen Ideen freien Lauf lassen. Und packe es sogar an. Auch wenn ich mich oft an mir selbst hindere. Alkohol! Verdammt, das muss ich irgendwie hinkriegen. Mandy: Hab mit ihr über mein Coming-out gesprochen. Ohne dass ich es groß forciert hätte, macht es doch die Runde. Und es geht mir erstaunlich gut damit. Nicht gut hingegen tut es Mandy gut. Sie hat mit ihrem Job schwer zu tun und ist irgendwie nicht glüklich. Ihr Hof schafft ihr Halt. Aber da ist noch was anderes. Sie fühlt sich ausgeschlossen. Auch von mir. Ich mache mich rar, bin selten in Mannhausen und habe auch recht wenig Ambitionen. Und unsere Unterhaltung letztes Wochenende machte es deutlich: Sie hat kein Vertrauen mehr in mich und weiß nicht, ob - wie wir beide das hinbekommen, daß jeder für sich und wir beide zusammen gut dabei rumkommen. Idee ist die Freundschaft. Eine richtige. Eine echte und gute. Nur zeichnet sich das im Moment nicht so ab. Wir wackeln ganz schön rum und ich merke selbst, daß, wenn ich meinen Gefühlen und Ideen folge, ich mich derzeit lieber auf Schlafzimmer-Umgestalten mit Pucki und Suse, auf lange Nächte und Theater / Kino / Musik mit Anke und Mario einlasse, als mit ihr. Sie fühlt sich sehr ausgeschlossen und ich hab keine Idee, wie ich das im Moment echtfühlend- +handelnd ändern kann.

Aber ich kann es mir sehr gut vorstellen, daß wir beide uns nicht aus den Augen verlieren, sondern im gegenteil für uns da sind. Womöglich sind zur Zeit aber zuviel von diesen Angriffs-Gefühlen / Attitüden vorhanden, denen ich mich immer wieder ausgesetzt fühle. Ich wünsche mir, daß wir das hinkriegen. Wirklich. Wir wissen beide um uns und wir haben jahrelange Erfahrungen mit uns! Manno - das muss doch zu schaffen sein. Denn glaub mir, lieber Leser: Mandy ist ein feiner Mensch!

Wie gehts weiter? Der "Club" - bstehend aus Anke (Agitatorin), Mario (Freundschaftsleiter) und Jesko (Kassierer) ist ein kindliches Gefüge mit realistischem Hintergrund. Erst als der Club der einsamen Herzen geformt, heißt das Ziel jetzt: "Freude durch Gelingen". Und jeder hat seine kleine Wüste. Mario, der seine Kinder in einer Null-Beziehung zu Nette liebt, Anke, die psychisch sich selber ein Bein nach dem anderen stellt; und Jesko, der endlich lieben und das tun will, was ihn wirklich nach vorne bringt. Ich habe immer noch Ängste um mein Selbstwertgefühl, verstärkt durch Alkohol uznd schlechtes Hören. Und wahrscheinlich spielt genau da mein sequentielles Coming Out eine wichtige Rolle. Ein Punkt in meinem Leben, den ich immer als "na mal gucken" abgestempelt habe - der aber genau einen prima Bestandteil vom Problem des Sclbstbewsusstseins darstellt. Darstellte. Na?

Es ist ei ziemlicher Befreiungsschlag. Angefangen von Matzes Freund (Sven), der das Thema eifersüchtig aufgebracht hat. Dann hat es 2 Jahre gedauert - und jetzt gehe ICH voran. Und die bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen sind enorm. Enorm schön! Soviel Zuspruch, soviel Liebe und Wohlwollen. Und dann denke ich: Weiter so, Jesko! Das Coming-Out ist EIN Bestandteil - nicht dein komplettes Leben. Tu wie dir ist, finde dich und deinen Weg. Deine Leidenschaft, deine Obsession. Wahrscheinlich werde ich die nie ganz finden, weil ich einfach in zuvielen Straßen unterwegs bin. Mag sein, daß ich ewig darum weine - aber was nützt es? Hans Dampf in allen Gassen ... damit komme ich zwar immer und überall gut an - aber was genau soll das werden? Vergleiche zu anderen trösten nie (Hector + die Suche nach dem Glück) aber manchmal schiele ich schon hin zu denen, die sich Herz und Verstand gefasst und einfach mal "gemacht" haben. Und ich weiß es tatsächlich absolut nicht. Okay - die Hörbuchsache nimmt bei mir zunehmend an Bedeutung zu (cool ausgedrückt). Ich glaube, das kann ich gut und entspricht auch meinem Bedürfnis nach Kreativität und genüsslichem Unsinn. Und damit habe ich immerhin schon angefangen. Und naja: nicht zuletzt : ich werde dafür geliebt! Axel Thorer (Unter dem Nachrichtenbaum = Autor) rief mich an und zollte mir seinen Tribut + großes Dankeschön. Allen Leuten, denen ich die Hörbücher gab, waren eins in den huldigenden Worten. Na Jesko? Merkste was? Hör auf zu heulen. Mach weiter. Ja.

Ich möchte gerne weitergehen und diesem Weg. Es wird nicht immer und überall dabei Frieden sein. Veränderungen werden sich einstellen, die zu begehen und akzeptieren es nicht immer leicht sein wird.

Aber ich werde mich besser fühlen. und ich hab gemerkt, daß es möglich ist.
Ich hab mich ganz schön lieb. (Spring nicht!) Mein Jesko 01.06.2008 / 05:20

20011117

Samstag, 80% Niederschlag prophezeit. Von Niedergeschlagenheit keine Spur. Noch weniger vom Regen selbst. Gerade eben eine meiner längsten Sternschnuppen gesehen. Als Krönung vielleicht. Ein Tag am Meer. ich kann nicht schätzen, wieviel ich gelaufen bin. Bis es dunkel wurde. Als ich dann endlich saß, jubelten Beine + Füße + sagten mir tausend Dank. Es ist sternenklar, habe gerade meinen frischen Tee eine Stunde murren lassen, weil ich ihn Gitarre spielend + singend kurzerhand vergaß.

Es ist schwer, mich in gedanken einzulassen. Mir wirbelt immer soviel im Kopf herum, alles kurz aufgegriffen, fallen lassen, erneut sinniert usw. Habe mir versucht, klar zu machen, daß ich Zeit hab, keine perfekten Lösungen zimmern, mich nur mal an mich erinnern muss. Schwirig außerdem, weil der Abschied von mandy am Freitag ziemlcih blöd war. So bezog sich vieles erstmal auf Mandy und was ich denn "nun will". Falscher Ansatz Der richtige kam dann aber = Mich auf den Boden fallen lassen - jedoch daneben, indem ich kurz enorm abgelenkt werde. Dann werde ich fliegen. Die Ablenkung hätte ich: "Ein Satz oder ein Wort, das alles ganz einfach löst, daß ich mir verwundert die Hand vor den Kopf schlage und nicht weiss, warum ic das nicht längst gesehen habe". Dann werde ich sogar im doppelten Sinne fliegen, auch wenn ersteres dämlcih aussehen könnte :-)

Nun gut = Es geht um mich. (Ach?) Ich hatte beim Spazieren noch ein bisschen das Gerüst im Kopf (siehe links), was mich stört, was schlecht ist. und ich habe gemerkt, dass nicht Mandy schlecht ist, ich auch nicht, es ist einfach schlecht, was ich mit mir mache. Ich werde immer unzufriedener. Warum? Kurz mal zusammenfassen? Ich gaukle zwischen den Tagen und Welten hin und her, hab keine Ziele, möchte meine Probleme durch andere entscheiden lassen, will also nicht selbst entscheiden, will keine Verantwortung übernehmen, trinek stattdessen zuviel um mich gleich darauf wieder drüber zu ärgern; habe keinen eigentlichen Tagesablauf, dessen Abend mir ohne weiteres verehrlicht, daß ich heute gut war oder überhaupt einfach was gemacht habe; auch wenig Grund, mich über einen neuen Tag zu freuen, weil er wie der alte werden wird. Ooh-oh, ich glaube hier passt noch viel mehr davon rein, aber ich will mich mal nicht fertig machen. Habe ich bisher genug getan. Ich rauche jetzt mal eine. (Mir gehts gut!)

Vielleicht noch ein bisschen fürs Verständnis = Ich fange immer wieder gut an, tue ein wenig daran und lasse es fallen. ich mache ein gutes Englisch-Training. Aber tu ich wirklich was dafür? Ich hab über Chor + Gesangsunterricht die Notenlehr + viele interessante Klavierstücke kennenglernt. Was ist mit dieser Freude? Nicht weiter gemacht, obwohl es Spaß gemacht hat. ich weiß auch seit Kulturserver, daß cih diese Zeit total gut nutzen "hätte können". Das Gegenteil ist meist passiert. Irgendwann hört mein Glück auch mal auf. Und was mach ich dann? Naja, hab mich ja schon eingeübt ... Aber da werde ich nicht alt bei. Diese ewige Lethargie "Ich will endlich mal Musik machen, ich will mir mehr Wissen auf den für mich interessanten Gebieten aneignen und habe alle Möglichkeiten dazu. ich will wie ein Kind ungeduldig mich auf den nächsten Tag freuen, um dort weiter zu machen, wo ich aufgehört habe, weil es so schön und so interessant war / ist; Ich will mein Selbstbewußtsein stärken und mich wohlfühlen mit anderen, bei all dem, was ich tue; Ich will nicht irgendwo neu anfangen, ganz einfach deshalb nicht, weil mir HIER niemand etwas verbaut hat. Nichtmal ich selbst.

Fest steht, dass das, was ich will, irgendwie recht deutlich hier klingt. Woran liegts? Am Anfangen? Hab vieles angefangen. Nunja =>Was ist mit der Leidenschaft? Was ist mit meinen Zielen - folgend aus dem was ich will?

Es gibt 2 wichtige Sachen, die Hand in Hand gehen müssen: Ich muss meinen Alkoholkonsum stark einschränken und mir gleichzeitig ein Ziel vornehmen. Das beginnt mit einem guten Arbeitsplan morgens um 8. Und ich muss beharrlich sein uind darf mir trotzdem Zweifel erlauben. ich sollte mir meiner Sache sicher sein, dann ist mein Tatendrang auch vorhanden. Richtig ist auch, daß ich oft Anerkennung brauche. Betrifft z.Bsp. Kulturserver. Oder Musik, die ich mache. Da von beiden Dingen momentan nur das Nötigste bzw. nichts gemacht wird, bleibt die Anerkennung problemfrei aus. Konzentration auf meine Tätigkeiten ist wichtig. Wenn ich daran denke, dass ich ittlerweile über 20 Masterminds CDs habe mitUnmengen an Grafik, Animation, Musik etc. - jedoch keine einzige, auf der mal alle Titel sind, oder mal anständige Bilder. Ein Durcheinander, dass mir viele sinnlose Stunden vor dem Computer dokumentiert. Am Computer kein Alkohol mehr!

Wie wärs mal mit einer Stunde / Tag Klavier übene? Stücke von Loo habe ich genug. Und er will sie hören. Soviel Land! Momentan Land unter?

Ein weiteres Problem ist das mit Mandy + mir. Mandy braucht jemanden, dem sie über sich erzählen kann, braucht mich. Und braucht von mir aus Auskünfte über mich, wie ich mich fühle. In letzter Zeit ging das nicht so gut - oder garnicht. Es ist fast ein bisschen wie immer = Es spitzt sich alles zu, bis Mandy regelmäßig ausrastet, ich mach dann vollkommen dicht und will beinahe garnichts mehr sagen oder mit ihr zu tun haben. Iregendwann klappts dann doch mal und es ist alles erstmal okay. Nun hat sich das Ganze Gefühlsleben enorm sensibilisiert, seit Tobias vorhanden ist. Und da geht auch schon die erste Frage an mich = Was genau will ich denn? Bisher war es auch beim Typen den ich 2 oder 3 mal gesehn hab, so dass ich irgednwann nicht mehr wollte. Aber der Drang nach Sex blieb unverändert. Entweder will ich keine Bindung (an der er übrigens garnicht interessiert war), oder ich kann mich noch immer nicht darauf einlassen, habe es noch nicht ganz akzeptiert ... tja was? ... was akzeptiert? "Auch" schwulen Sex ... "NUR" schwulen Sex haben zu wollen? Hetereo-Sex ist was? Ein Überbleibsel? Ein Übergang? Oder doch auch schön? Ich glaube, es ist auch schön. Unisex oder so. Meine wenigen Erfahrungen im "beinahe-Sex" mit Frauen ausserhalb Kerstins und Mandys sagen mir, daß ich es auch will. Aber ich suche nicht danach, es müsste sich ergeben. (im Falle eines Lebens ohne feste Freundin). So - und wie genau also ist das jetzt mit der sensiblen Gefühlswelt und meinem tatsächlichen Verlangen nach Tobias? (Ein bisschen Gitarre für die Finger!) Ihn habe ich von allen bis jetzt am meisten kennen gelernt. Es war ein schwieriges Etwas bisher. Hab ja auch einmal kosequenterweise unsere "Beziehung" beenden wollen. Das hat ihn ziemlich mit genommen. Wir haben uns geeinigt darauf, daß er mich nicht mehr drängelt und mich in Ruhe lässt. Aber das ist faul wie ich merke, da ich der mit dem Willen und er die Funktion ist. Also wie? Mandy möchte, daß cih ihr vorher sage, wenn ich hingehe. Das ist kompliziert, weil so: ich habe wahrscheinlich nur ein sexuelles Verlangen nach ihm, und das auch garnicht so häufig. Vielleicht weil er nicht meine Vorstellung von "Typen" ist - also nicht ganz mein Typ. Nun ist es aber auch recht schwierig, überhaupt jemanden zu finden. Wenn ich mich also aufraffe, doch mal zu ihm zu gehen, sollte ich "zudem" noch Mandy vorher Bescheid sagen. Wiederum hat aber auch und gerade Mandy in diesen sensiblen Zeiten oft nicht das hellste Gemüt. Und wenn ich ihr am Telefon sage, daß cih jetzt zu ihm gehe, bleibt oft ein doofes Gefühl in der Leitung stecken. Dieses "hängende" Negativum kommt dann zusammen mit der nicht 100%igen Überzeugung, zu ihm zu gehen. Sag ich's ihr danach, ist alles im Eimer und ich habe unsere Vertrauensbasis angekratzt. Das alles ist ziemlich schwierig. Was will ich denn nun von + mit Tobias? Selsbt wenn es nur Sex ist, wer bestimmt dann, ob und wann? Wenn ich unsere Beziehung vollkommen absage, könnte ich in einigen Wochen das bereits schade finden. Das hier ist der heikelste Abschnitt. Nochmal zu Mandy = Die Sache mit ihrem öfteren Vorhandensein in Magdeburg. Manchmal spassig, aber irgendwie immer auch mit ernstem Hintergrund betrachte ich das mit Argwohn. Wie ist das mit dem ständig neuen zusammentreffen am Wochenende? Ich hab mich immer (!) gefreut, wenn sie mal nicht kam. So! Warum? Ist sie zu oft da? Warum söllte sie ab und zu Wochenende mal nicht da sein? Habe ich etwas vor, was in der Woche nicht hätte machen können? Selbst wenn sie dann nicht da ist, tu ich auch nichts Vernünftiges. Dann mache ich sie trotzdem dafür verantwortlich, nichts zu tun? Ich habe doch aber alle so genannten Freiheiten. Will ich lieber ganz allein leben? 2 gute oder besser sehr gute Freunde? Liebe? Was sind wir? Und was will ich? Sie ebenso wie Tobias mal ab und zu sehen? Au warrte. Sorry, aber hier gibts keine Lösung nachzuschlagen. Das ist eines der Dinge, die ich herausfinden muss. In diesem Fall mit ihr zusammen, in anderen Fällen auch? Ich weiss, dass sie es gern will. Und ich denke, ich will es auch, weil viele schöne Erfahrungen da sind. Aber ich will mich auch auf sie freuen und es nicht "hin nehmen". Sowas ist in Zeiten einiger Kontroversen besonders anfällig für Missmutigkeiten. Nur kommen wir damit nicht weiter. Ich muss übrigens nicht wahnsinnig, sondern nur ehrlicher gegenüber mir selbst werden. Keine Panik! Jesko

20011115

La Palma ist vorbei. Und ich fühl mich auch ein bisschen vorbei. Und ich kann / darf / sollte / müsste nicht, sondern MUSS jetzt was tun.

Ich weiss nicht, wie ich es angehen soll. Nach Dänemark fahren. Morgen. Wohin genau? Und was genau eigentlich dort machen? Denekne. Ach ja. Worüber? Ach ja - das Leben, das Universum und der ganze Rest. Ersteres ist am Wichtgisten. Steht auch in Verbindung mit dem Universum, aber das ist momentan so klein. Oder zu gross? Also wie anfangen? Vielleiht mit einer Struktur, damit ich nicht davon schwimme + zu nichts komme, Ideen =

Das kann ganz schön komisch werden. Aber anfangen!!!

20011103

La Palma. Da bin ich wieder. Wir sind. Zu dritt. Gut. Auch nicht gut. Mein erster Eintrag zuvor klingt erbärmlich. Aber nicht gelogen. Hier gehts auch hoch und runter. Kleinere Anfeindungen an Mandy. Ungewollt. Ungewollt? Es ist nicht so schön. Ich kann nicht schreiben, weil ich nicht weiss, wie ich es anfangen soll. Bukowski gelesen. Da fallen mir meine "Kreise" ein. Wollte erst das hier in so einer Form schreiben. geht nicht. Bin ja auch nicht Bukowski, an den ich mich dabei halten würde. Soll von mir sein. Wo und was also sind meine Ängste? Hab Verlustangst und zugleich Abscheu vor Kompromissen. Will ich Mandy nicht oder doch verlieren? Was, wenn es so sein sollte? Fang ich neu an? Was mach ich dann anders, oder was überhaupt? Was will ich denn? Ich komme auch nicht recht in das von mir so ersehnte tiefe Gespräch mit ihr. Momentan nicht. Wir haben gemerkt, dass wir so ein gefühl zum Reden brauchen. Hat einer negative Gefühle, gehts nicht. Dieser Druck äussert sich dann in Gemeinheiten, die ich selbst garnicht so mitkriege. Ich werde versuchen, all das erwähnte Wissen über den good way of life zurück zu stellen und mich auf das Momentane besinnen, weil sonst alles zu global, unerreichbar und riesig erscheint. Dabei kommt dann aber kein Gedanke daran, wo ich anfangen könnte. Auch jetzt leider nicht. Es ist alles sehr durcheinander geraten. Manchmal beim Wandern (mit guter Musik zuweilen) kommen mir vereinzelte Gedanken. Glory! Vereinzelte! Da gibt es dann Momente, an denen ich kurz etwas klarer bin. Das war vorhin so bei der Überlegung, wo meine ärgsten Probleme und Ängste liegen. Cool! Sie sind jetzt natürlich weg. Auf das Wesentliche kommen! Wenn die Basis ok ist, greift nach und nach auch das Umsetzen meines Good-life-Wissens. Aber Moment Sir, da sind wir noch nicht.

Die Grütze ist, dass ich soviel an meinen verborgenen Wünschen und unklaren Vorstellungen hadere, um mir vielleicht einfach nur den Augenblick vergegenwärtigen und für mich schön machen kann. Deswegen komme ich so oft nicht mit dem "Was jetzt" - "Was ist hier?" zurande. So viel Unmut. Meine Herren ...

20011025 - 01:15

Es geht zu Ende. Ganz sicher! Wenn ich so weiter mache, bin ich bald am so genannten "Arsch". ich betrinek mich in aller Eile nach der MM-probe, um ....? Na? Weiss nicht. Nächster Tag Kultusministerium - wichtige Runde. Ich - verschlafen. Besoffen.

Ich kann nicht schreiben ... bin zu weit weg von mir, auch wenn ich mich fühle. Noch fühle. Ich habe Angst. Grosse Angst vor der Welt und mittlerweile vor mir selbst. Ich habe alles Wissen, was ich brauche, um mich selbst klar zu kriegen. Auch wenn ich das alles weiss - ich schaffe nicht diesen wahrscheinlich kleinen Sprung, um es zu tun. TUN! What a word !! Denken bis der Schädel platzt - aber nichts passiert. Wenn jemand was tun kann, dann ich! Cool - weiss ich seit über 10 Jahren. Ich habe kein gefährlichen Worte mehr. Nur noch ANGST. Ja.

20011223 - 02:00

Loo und ich in Stuttgart. Pop-Forum: Existenzgründung in der Musikbranche. Sehr gut das Seminar, das Drumherum mit Loo auch, nur ich selbst hatte ein bisschen sehr mit dem Schlaf zu kämpfen. Trotz luxuriöser Kabine. Tja - ohne Alkohol hab ich nicht gut geschlafen (zuhause > Weisheitszahn), dort im Zug mit very Alkohol auch nicht. Es liegt also definitiv innen. Aber was denn da drin? Stuttgart 0 Die Rückfahrt war sowas ähnliches wie ein Terroranschlag. Olroid, sind dann doch noch hier angekommen. Alles gut.

Und dann kam ER natürlich wieder durchs Telefon. Tobias! Das Dumme ist, er hat ziemlich recht. Wie geht es weiter? Es war doch schonmal intensiver, besser. (Für ihn? Für mich?) Ich liebe ihn nicht, das wissen wir alle drei. Aber er fragt verständlicherweise, was ich denn zu tun gedenke. Es ist wiedermal ein bisschen so, als würde die Verantwortung oder die Entscheidung wieder gern dem anderen überlassen. Bei Mandy habe ich zur Zeit ein bisschen das Gefühl, dass sie klammert. Sie braucht viel Vertrauen. ich versteh' das ja auch, fühle mich trotzdem gehemmt, Tobias zu besuchen, weil ich es ihr vorher sagen sollte (Ihre große Bitte an mich) Es ist schon schwer für mich, zu entscheiden, ob ich gern zu Tobias will, un wenn, dann kommt diese tatsache hinzu ...

Ich weiss es nicht, ich weiss um das alles nicht. Ist der Sex, den ich nicht verlieren möchte? Ist es Mandy, die mich auf Umwegen daran hindert, zu ihm zu gehen? Es bleibt eine ganz große Frage offen = was will ich? Ich bin zur Zeit unzufrieden, auch wenn ich meinen direkten Feind - den Weisheitszahn - los bin und es besser wird. Naja .... er hat ja auch weh getan !!! Ich möchte gern mit Mandy reden. Gut reden können. und lange. ich möchte mich offen darlegen, um vielleicht etwas mehr zu mir finden zu können. Mandy weiss, daß sie mich niemals als ganz "normalen" superheterosexuellen Genialisten haben kann. Aber sie will mich. und ich? Ich weiss im Moment nicht, was ich tun will. Ich will Mandy auch. Und ich will den schwulen Sex. Tobias könnte sogar etwas mehr als nur das sein (wenn auch nicht Liebe) - was aber, wenn er aus meinem Leben geht? Erneute, zaghafte Versuche? Bei Tobias bin ich irgendwie sicherer. Oder habve ich Skrupel, ihn abzustossen? Will ich ihn nicht? Oder nur zum Sex? Das alles geht so nicht. Und wenn er mich fragt, was ich denn nun eigentlich will, merke ich, dass ich mich schnellstens von diesen Überlegungen ablenke. Und damit bleibt das Problem. So lange, bis die "anderen" sich entscheiden.

Au Mann, ich glaube, Dieterloo würde sowas nicht verstehen! Problem? Ach so? und wie wärs mit Lösen?Nachdenken? Entscheiden? Machen?? Ja, aber was? Knallharte Entscheidungen treffen? "So, Mandy, ich hab dich lieb, aber werde 1-2mal die Woche 'nen Typen haben. Wenn das nicht okay ist, müssen wir uns trennen!" Au weia - ich will das alles nicht. Angst vor mir und den Konsequenzen einer möglichen Entscheidungskraft. Und selbst wenn das mit Tobias in die Brüche geht > naja, wie dann weiter?

Ich erschrecke mich einigermaßen ob meiner Unschlüssigkeit. Wenn ich ewig auf zufällig automatische Wendungen positiver Art warte, dürfte ich etwa 3/4 meines Lebens vergeudet haben. Selbst was zu tun ist genau das, was mein Verstand seit Jahren hergibt, aber mein Bauch sagt nicht ja. Mich hindert all mein Verständnis für andere - auch Tobias -, es muss doch auch kein EGO-Trip sein, ich möchte mal an eine Tür klopfen und ich mache mir auf, sage "Hello" und umarme mich. Scheiss schöner Alkohol - böse Flucht. Ich will, ich möchte, ich kann, ich könnte, wöllte, hätte, wäre .... ooh, ich bin tot? Ooch schade ... [Sarkasmus á la Jesko]

Nachtrag 04:00

Es ist ein bisschen gefährlich: Olroid = Alkoholkranke trinken mit dem Aufwachen das erste Glas. Das jedoch ist kein Garant dafür, dass sich aus meinen dauerhaften Eskapaden nicht doch ein bisschen mehr als meine Alkohol-Gefährdung ergeben könnte. - Ooh - verhaspelt: Ich wollte sagen, daß mir die Idee eines sinnvollen Alkohohaushaltes nicht in den Sinn kommt, und ich, sobald ich angefangen habe, was zu trinken, kein Ende mehr finde. Das meine ich mit meiner Angst, daß im Falle irgendeinen Desasters oder vielleicht schleichend auch so ein ernsthaftes Problem alkoholischerseits auftreten könnte / kann / ge - ist. Mann, pass auf Dich auf!

20011110 - 05:05

Ein Schach-Abend, wie so oft. Drei Spiele. Das letzte habe ich gewonnen, bin mir nur nicht sicher, ob das Absicht von Diterloo war. Nuja, er kriegt es halt auch mit, daß "mal wieder" was nicht in Ordnung ist. Ich habe im Moment nicht das Verlangen, all das gescehene seit Februar 2001 hier aufzuschreiben, möchte es aber gern reflektierend mal irgendwann tun. Vielleicht wegen der fortschrittenen Stunde kurze Stichpunkte: (nach unserer Unterhaltung after chess)

Wir sind wieder bei meinem Leben, was ich damit machen, wie ich mit mir umgehe und dass wahrscheinlich etwas ganz Großes fehlt= Obsession! Eine Leidenschaft, ein minimaler, beinahe Fanatismus. Sovieles, was ich anfange, endet in genau diesem Anfang. Meine letzte Obsession war die Mathe-Prüfung beim Abi. Ergebnis = einer der Besten!!! Nanu!? Es geht also.

Wieder das alte Lied = Bist du unsterblich? Was muss passieren, damit du mit geklautem Equipment auf's Dach des Centrum-Warenhauses steigst um mit voller Kehle durchs Mikro zu singen und Blödsinn zu machen? (Ein Beispiel für ein Extrem, aber es gibt soviele solcher Sachsen, die ich gern tun würde, sie fallen mir unergründlicherweise nicht, doer zu spät ein.) Soviele Bäume, an die ich mich anbinden lasse, soviel falsche Heiterkeit, zuwenig Ehrlichkeit mir selbst gegenüber.

10.11.2001 => Leiden 5:40

= ich muss mal ein bisschen leiden! Vielleicht auch sogar, um in diesen Zeilen etwas herauslesen zu können. Ich höre seit Ewigkeiten mal wieder die Platte von van Veen aus Wien "Ein Holländer". Wo fange ich wie an zu leiden? Mannometer, mir fällt schon wieder nix ein. Bei dieser Platte denke ich zurück an "alte" Zeiten. Thomas, Oldenburger usw. Schöne Erinnerung. Ja klar, alles was damals war, ist besser als heute. Wirklich? Ein etwas anderes Schema vielleicht, heute haben sich die Probleme meinerseits bereits manifestiert. ich habs damals hinausgeschoben + und als nicht so wichtig betrachtet. Tja! Es hat sich herausgestellt, dass solcherlei grummelnde Dinge nicht von allein verfliegen. Im Gegenteil - sie verhärten sich. Verhärten heisst: schwerer zu lösen. Nunja, ich habs damals sein lassen, langsam aber sicher kommt all das und das Neue zusammen und wird unerträglich. Das klingt wie eine einzige Lösung = Alles sein lassen und neu anfangen?? Glaubichnicht!

Im Moment ist meine Basis das sehr alte Problem = Schwul? Nur einen Mann für den Sex? Was ist mit meinen Gefühlen für die Jungs / Männer aus früheren Zeiten? Nur Sex? Glaub nicht. Was ist meine "Liebe"? Welche Art von Liebe brauche ich? Mandy und mich betrachte betrachte ich mehr als sehr große Freundschaft! Was ist Liebe? Gehört Sex dazu? Zwingend? Was ist mit meiner Freiheit, die, wenn ich sie habe, doch nicht recht nutze? Ist sowas wie "wer seid das hier?" Blöd, aber angesichts meines Durcheinanders richtige Frage, vielleicht.

Dass ich das "Du musst..." usw. ablegen wollte, ist nicht richtig. Zwang hat mit all dem nichts zu tun. Fest steht aber, dass ich einige Dinge für mich herausfinden + tun MUSS. Diese Idee ist zwar gut, aber eben gut für später! Jetzt MUSS ich wirklich was tun. Für mich. Und nur für mich! Erstmal(s)

20020222

Könnte mir nach einem so dermaßen Alkoholisierten Vorabend nicht irgendwie etwas besseres einfallen, als wieder 6 Bier und eine halbe Flasche Wein zu trinken?Sir - was ist das?Das Selbe? Ich habe am Dienstag zu Dieterloo gesagt => "Wenn ich mit mir im Reinen bin, dann ist das Thema Alkohol wahrscheinlich nicht mehr so daß Problem. Dann werde ich um meiner selbst Willen und meiner Vorhaben garnicht erst so schlimm darauf reinfallen! Dann kann ich mit mir selbst besser umgehen. Und ich denke, ein wenig Recht damit zu haben = in Versuchszeiten des Alkohol-Entzuges habe ich es NICHT weitergebracht! Der Sinn ist da - das Fühlen genau so - es ist garantiert die Grundeinstellung zu mir selbst. Ob mit Alkohol oder bewusst ohne. Nuja, einen Vorteil hat das "Nicht-Alkohol" schon = ich bin am nächsten Tag wach und freue mich mehr über meine Aktivitäten, als wenn ich dahintrinkend mir sage, dass es an irgendetwas fehlt. Ooch - aye - jetzt widerspreche ich mir selbst und bin schon wieder etwas unzufrieden mit mittlerweile einem kleinen, bereits "Naja - vielleicht nicht egal - aber ist eben so." Wie denn? Wo denn? Was denn? Ich bin nicht doof! Ich kann enorm - nicht nur viele - sondern auch gute Sachen tun - naja - ich schaffe es nicht. Momentan habe ich es geschafft = Es dröhnt der Alkohol in mir und ich sitze da und warte ..... Worauf? Auf mich? Ach ..... wirklich?

20010221 - 05:38

Da ist es wieder = Das Tagebuch. Weiss nicht, wie lange Zeit inzwischen vergangen ist, doch jetzt muss es einfach wieder sein! Für mich!

Habe bei Loo 2 Spiele verloren + 1 Remis gemacht, dann etwas Mühle, dann haben wir gequatscht. Dieterloo gingen mal wieder einige Lichter auf. Wir haben erzählt - größtenteils über mich. Einige neue Sachsen von mir für ihn. Nunja, Alkohol im Spiel, aber trotzdem recht deutlich. Was eigentlich liegt näher, - als nach einer ALPHA-KANAL-Sendung mit dem Titel "Kommunikation" auf sowas zu kommen ...

Haben über all die Bandgeschichten geplaudert. Eigentlich ging es nur um die Zahlungsweise der 300 DM von Deckbars Vater für Loo. Dann kamen wir ins Gespräch. Lass mich knapp 4 Stunden zusammenfassen = Ich und meine enorme Aktivität in den Bands. Loo dachte, die 300 DM Mastering würden von den einzelnen Bandmitgliedern getragen ... doch wehe, - da kam das Ausmaß zum Tragen= Spiele ich überhaupt in irgendeiner Band, in der ICH vollends ICH selbst sein kann? Da ging die Diskussion los. ich betrachte Deckbar als Podium und Gelegenheit, mich zu entfalten. Wie wirklich diese Entfaltung ist, wusste ich auch nicht recht zu erklären. Der "Trinker" wurde von Deckbar gehört und einigermaßen abgetan. Masterminds sind mein beinahe Hard-Job = nicht nur die Texte und Proben für die Sänger; auch sämtliche Werbung. Dieterloo meint = alles in allem verschwende ich mich ziemlich für andere, an Stelle das eigene ICH 100% zu leben. Das alles hat lange gedauert - aber ich abe es bemerkt = Es ist wirklich so, daß ich mich unendlich aufopfere, um Vieles für andere zu tun - ohne dass ein gemeinsames Ziehen am selben Strang vorhanden ist. Tja - was soll ich sagen - es stimmt. Ich fühle mich in allen drei Bands nicht ganz wohl. Deckbar verstehe ich manchmal inklusive meiner Minderwertigkeitskomplexe nicht ganz und versuche trotzdem, es so gut wie möglich zu machen; für Shame Attack habe ich Songs + Melodie geschrieben und bin trotzdem nicht 100% EINS damit, Masterminds rauben mir die Stimme und viel Aufwand (fraglich ob des Erfolges) für Werbung + Web - wahrscheinlich eher, um etwas darzustellen als mich selbst total darin wiederzufinden (2. Auflage Blues Jackets?)

Naja, hört sich alles etwas negativ an, obgleich ich denke, dass all das auch gut für mich ist. Aber vielleicht ging es an diesem Abend (Morgen) nicht unbedingt nur darum, - ich habe Dieterloo erzählt, wie es um mich mit dem Leistungsdruck als Leistungssportler inklusive all der Lügen und Trainingsschwänzungen bestellt war, bis ich zum Kabarett kam. Das war Neuland für ihn und verwirrend.

Essenz: Ich habe das Gefühl, mich hier demnächst endlach mal wieder reflektieren zu wollen. Es ist an der Zeit! Meine ganzen positiven Ideen und Gefühle sind da - ich setze sie nicht um. Ich habe 2 Jahr Geld genug via Kulturserver und seit Dezember die Gewissheit - JETZT was für mich tun zu können und zu müssen, wenn ich aus meiner Unzufriedenheit heraus will! Nunja, es ist 21.02 !!! Immerhin habe ich mich für ein Seminar + Autogenes Training angemeldet. Ich möchte nicht unebdingt nur zur Ruhe - vielmehr zu mir selbst kommen. Ich möchte das so interessante Buch vom "Pinsel der Liebe" nicht nur total gut finden, 2 Kapitel lesen und es dann vergessend beiseite legen; ich möchte mich wohl fühlen in all dem, was ich tue - natürlich mit Höhen und Tiefen darin - wenn das Gerüst stabil ist - kann ich alles durchleben. Positiv! Dieterloo hat mir zum Abschied dafür, dass ich ihm das alles erzähle und ihn mit an meinem Leben, Denken und Fühlen teilhaben lasse - gedankt. Es inspiriert ihn nicht nur, er habe auch das Gefühl, einen Menschen um sich zu haben, mit dem er etwas anfangen kann. Freude!

Lieber Jesko => mach bitte weiter hier! Und wenn es nur 2 Sätze sind, beschreibe Dich und Deine Lage - lass Dich selbst teilhaben an Dir - mit Ruhe, Gelassenheit! >>> Kommunikation kann nur stattfinden, wenn man mit sich selbst im Klaren ist. (Hääh?)

Was ist JETZT. Was ist HIER? Wie geht es Dir? Was hast Du GUT gemacht? Was findest du GUT an Dir? Was möchtest Du tun? Los! Mach es!

20080131 - 02:30

Mir scheint's die Sauferei hätte wieder angefangen. Kein Tag ohne. Frankreich als willkommenes "Muss" hingenommen, die weiteren Tage waren dennoch konsequenzlos. Blöd. Fühle mich eigentlich gewappnet und relativ sicher. Aber soweit ich weiß, betrifft es bis dato meine Art von Coming-Out. Ich merke, daß das soweit okay ist- aber Achtung: Selbst wenn es draußen und toleriert und in Ordnung ist, bleibt mein Tun + Denken bitte nicht dahinter stehen. Es gibt eine Menge zu tun. Für mich. Mein Selbstwertgefühl, mein Auftreten, mein Können, mein Wollen; kurz - meine Ziele sind längst nicht so angegangen wie ich es gern hätte. Typisches Ausruhen auf einem kleinen Hügel des Quasi-Erfolges. Bitte nicht aufhören mit dem Weitermachen. (ein Paradoxon?) Auch wenn die heftigen Traurigkeitsattacken (welche schön waren) zurück gehen, weiß ich nicht, ob das womöglich an der erneuten alkoholischen Betäubung liegt.

Wie dem auch sei, ich habe heute seit 4 oder 5 Tagen das erste Mal wieder mit Mandy telefoniert. Und es gab im Vorfeld einige Überlegungen bis zu diesem Zeitpunkt von der Vorstellung "Ach ich dachte schon, Du meldest Dich garnicht mehr" bis hin zu der Idee, Mandy hätte sich komplett zurückgezogen, gab es alle möglichen Vorgedanken und damit ein unschönes Gefühl meiner Rechtfertigungsallüren - die ich nicht mag. Es kam ja auch anders. Erstmal. Mandy ist krank und zu Hause und freut sich über meinen Anruf. Und doch: Ich bin extrem angreifbar durch Mandy - es reicht die Situation, daß ich ihr freudestrahlend von Kosmetik, Make-up und dem coolen Concealer erzähle; sie mir sagt, daß man Augenringe / Schatten unter den Augen auch anders vermeiden kann! Meine Gedanken meinen: Nuja, ich hab ja auch keine wirklichen Augenringe, aber ich find's cool, durch dieses Make-up mich durchaus schöner + frischer zu fühlen. [Ich hab's aber wahrscheinlich nicht so gesagt, sondern gleich eine Verteidigungsstellung eingenommen. Wer weiß das? Womöglich sehe ich das jetzt so und hab es mißverständlich ausgedrückt. Wieder so ein deutlicher Aspekt! Wofür?]

Übrig bleibt das Gefühl, Mandy stellt mir was entgegen zu dieser meiner "Errungenschaft". Es ist eine ziemlich knifflige Situation: ich erzähle ihr, daß ich rauskomme um den bus auszutauschen, sie fragt: wann; und ich sage: ich weiß nicht ... Wochenende. Sie schickt ein typisches Lachen durch den Hörer, bei dem ich mich unwohl fühle. Ich merke schon, das ist ein schwieriges Kapitel. Ich freue mich derzeit über Anke, über Suse, über Jana, die Gespräche ... Und ich weiß, daß mandy zum Teil recht differente Ansichten darüber hat. Mir tut es aber im Moment recht gut und stehe damit mitten im Konflickt. Diese Angreifbarkeit ist nicht schön. Und ich möchte eine Frage an Mandy stellen: Wieso habe ich immer wieder das Gefühl, mich gegenüber Mandy rechtfertigen zu müssen?? Warum benehme ich mich gegenüber Mandy immer in einer gewissen Schutzhaltung, warum habe ich ein Problem, ihr zu sagen, daß ich nicht am Wochenende rauskomme? Warum gibt es diese ganzen Spannungen überhaupt? Ich denke oft an Ronald, der mir im BlueNote (both drunken, aber das habe ich mir gemerkt) sagte: "Jesko, das funktioniert nicht. Du kannst eine solche Beziehung nicht aufrecht erhalten, Du wirst immer Kompromisse machen, die Dich an dem hindern, was Du tun willst - auch wenn Du noch nicht weißt, was das genau ist."

Hui. Ein bisschen ratlos und immer noch wegrennend vor Entscheidungen verbleibt immerhin freundlich: Jesko 31.01.208 um 02:30 [reduce Alk!!!]

20080130

Ich kanns nicht in Worte fassen. Ich kanns nicht begreifen. Mir schwinden die Ausdrücke, die Worte, die Sätze. Es ist schwieriger, Sätze zu formen. Manchmal kommt es wie früher, wie automatisch genial.Es ist also soweit noch da. Aber ansonsten wächst es mir über den Kopf. Es - was ist das? Die Worte laufen mir weg. Ich will es womöglich nicht mehr "bereden". Vielleixht ist es eine innere Sperre, die mir zu verstehen gibt: Es gibt nichts mehr zu bereden. Im Moment nicht. Aber es gibt etwas zu tun. Und da ich nicht genau weiß, WAS, versuche ich darüber zu denken ... zu reden. Das aber geht offensichtlich nicht.

Es bewegt sich allerdings etwas. Ich spreche es nicht aus, freue mich aber insgeheim über die Gedanken anderer, daß meine Homosexualität klar wird. Vermute ich. Ich mache mich frei. indirekt. Ich glaube, es ist ein guter Weg. und wenn es irgendwie irgendwo irgendwann zur Sprache kommt und ich gefragt werde, ob ich wohl schwul sein: würde ich einfach sagen: "Tja, es sieht ganz danach aus!" Ich bin zumindest in dieser "Beziehung" / Richtung klarer geworden.. irgendwie verliert sich das Gefühl, etwas Gefährliches preiszugeben. Wohl auch wegen der der "irgendwie"-Sicherheit, daß mir nichts passieren wird. Langsam glaube ich wirklich daran, dass man mich nicht ablehnen wird deswegen. Eher sogar im gegenteil. Rückt mich wahrscheinlich sogar in ein interessanteres, schöneres Licht.

Nun gut - die Richtung gefällt mir. in dieser Richtung traue ich mir mittlerweile auch weit mehr zu. Das Shopping mit Jana, die Beauty-Days in Frankreich, das Gespräch und der Heilig-Abend mit Suse ... das alles spielt in mein Free-Jesko-Projekt mit ein. Anke braucht keine Erklärungen, Kubon und Dorschi nehmen es einfach mit und hin. Und bei all den anderen, die dann nachziehen müssen, wenn sie es begriffen haben, habe ich ein gutes Gefühl.

Insgesamt scheint es also positiv. Und dabei habe ich dennoch diese vielen Phasen, i ndenen ich unglaublich traurig bin; mit Filme wie "Rose" 2005 ansehe, Musik von Kubon (Ane Brun) auf einem berg in Frankreich anhöre, einen schönen Gedanken denke (...) und darüber nicht nachdenken sondern nur weinen kann. Und ich kann es einfach nicht erklären. Das ist etwas tief-trauriges, das eigentlich als Depression deklariert wreden würde. Bin ich das? Etwas tief in sich ruhendes, das permanent durch meine dennoch positive Einstellung überspielt wird? Ein schwarz-weiss? Wie Mandy so oft sagt? Und da bin ich beim Thema ...

Mandy - oh Mandy! Da sitze ich und schreibe und denke während dessen an nichts anderes als dieses mulmige Gefühl, was da passiert. Dicke Freunde wollen wir sein / werden? Wie geht das? Im Moment ist das alles sehr diffus. Im Moment? Naja ... das Thema ist wirklich sehr betagt.

Ich fühle mich bedrängt, immer in der Gefühlslage, handeln oder wenigstens anrufen oder mal wieder nach Mannhausen fahren zu müssen / sollen / wollen / können. Ich mache hier erstmal einen Punkt. ich habe auch schon etwas getrunken. ich weiß, dass die Mandy-Jesko-Story im Moment nicht so cool & easy ist, wie wir beide uns das vorgestellt haben. Jesko: Es geht weiter! Immerhin.

(Randnotiz: zuviel Selbstmordgedanken. nicht schön.)

Fitless und Zehnsucht

Zwei Wochen Skifahren (Schweizn & Franzn vom 01.-13.02.2026) mit den Nachweisen auf der Uhr, dass ich sehr viel Sport betrieben habe, sind offensichtlich eine gewisse Fitness-Lüge. Mich bequem auf den Berg hochgondeln lassen und dann mit etwas Oberschenkel-Anstrengung den Berg runterrutschen lassen, ist halt nicht wirklich viel Anstrengung, auch wenn die Uhr das Adrenalin als solche interpretiert ;-). Übrig blieb eine linke Rippenzerrung wegen der harten Schlepplifte in Frankreich. Heute auf dem Rad zur Arbeit und ein paar Treppenstufen - und ich bin platt. Mein Körper fühlt sich ebenso an. Die 90 Kg sind in greifbarer Nähe und ich fühle mich sehr übel und handlungsunfähig.

Im Moment sacke ich also sehr ab - massiver Weinkonsum - und dazu habe ich begonnen, die losen und handschriftlichen Vorgänger der Zehnsucht (und der "Kreise") abzuschreiben. Oh ha, ich habe es geahnt und manche Beiträge erinnere ich noch, als hätte ich sie gerade erst geschrieben. Was dafür steht, dass ich meine Gefühlswelt offensichtlich genau beobachtet habe. Es ist allerdings auch eine Menge - aus heutiger Sicht - Unsinn darin: Ständig wiederholen sich die Situationen und oft schrieb ich diffuse Texte über Mandy und mich und Vertrauen und Verletzbarkeit und dann Tobias und meine Homosexualität, die sich widersprechen, keinen wirklich klaren Gedanken über meine Ziele, meinen Willen oder irgendeine Idee für mein Leben abbilden, unlogisch sind oder von spontanen Meinungsumkehrungen berichten; meist, nachdem mir von anderen Menschen der Kopf gewaschen wurde. Versuche ich mich von außen ins Damals zu beobachten, muss ich mir aus heutiger Sicht eine gewisse Blödheit zuschreiben. Was ja meiner Jugend zuzuschreiben sein mag, wenn es mich nicht so ärgern würde. Damals wie übrigens noch heute. Das mögen nun Erfahrungswerte sein, aber eine Logik sollte sich nicht dermaßen färben lassen. "Get real"? Das war der ureigentliche Ansatz (aus einem Film heraus). Derweil wird mir beim Abschreiben regelmäßig etwas übel. Nicht nur, weil ich das alles nochmal nacherlebe und den Schmerz und meine enorme Unsicherheit von damals spüre, sondern weil ich auch jetzt fast wie immer nachbedröhnt vom Wein des vorherigen Abends bin. Und wie ich realisiere - das seit mindestens 25 Jahren so geht. Das ist nicht schön, aber wichtig und am Ende wird hier ein sehr großer Teil meines Lebens ab mindestens 1995 - also im Alter von 25 Jahren zu lesen sein. Sobald ich fertig bin mit den Zetteln, nehme ich mir noch die "Kreise" und die Mapplethorpe Tagebücher vor, die ich 1995 vollständig und 1996 bis April abgebildet habe, bevor ich dort aufgab, weiter zu schreiben. Das wird sicher nochmal heftig.

Eines ist merkwürdig: im Moment bin ich nicht sonderlich wütend. Eher gelassen. Das wird meinem Alkoholkonsum, einhergehend mit massivem Abbau körperlicher und geistiger Fähigkeiten geschuldet sein. Es wird womöglich zunehmend egal. Es ist fast März und ich hoffe sehr, dass ich sehr bald die Reissleine finde. Die ich schon seit mindestens 25 Jahren, ach was - schon seit immer suche. Um wenigstens wieder wütend zu werden (?) und danach zu begreifen, wie es nach meinen Möglichkeiten zu bewerkstelligen sei - das Leben. Also wie immer. Zu finden unter #history

20091003

Genau JETZT vor 18 Jahren saß ich in der Picassostraße und nahm 4 oder 5 oder mehr Songs auf mit dem Tesla Tonband von Oli und war traurig wütend ob der skandierenden "Helmut"-Rufe. Z.Bsp. rausgekommen ist dabei: A little Song for our little World. For my Homeland where I laughed and cried. The Time is out we'll get over it. We are in Mourning and say GoodBye. Tja.

20090601

(Tag unbestimmt, Monat und Jahr stimmen) Supervision / Konfliktmanagement / Umgang mit Problemen / Verarbeitung / Emotion / Seele / Angst / Wille / Sex / Vorstellungen von Leben und Umgebung / Status Quo = Stand der Dinge. Tagebuch ohne Tage. Timelifescript. Reflexion. Realismus.

ist es dir möglich, deinen Stand der Dinge auzuschreiben in der Übung á la Dieterloo? Also nee = in 2 Versionen. Die erste als spontane, emotionale, wertende //// die zweite als nüchterne, objektive Einschätzung? Geht sowas? Wenn du über dich selbst schreibst, ist eine Kombination einen Versuch wert.

Mal zum Schnuppern: Puppen, Liebe + Leben, Dieterloo, 42, Sprecher, Beruf, Sänger, Bühne, Musik, Horizont erweitern, Neuanfang, Auswandern, Selbstmord, Selbstbewusstsein, Geld, Sicherheit, Angst, Wille, Mandy (ui-jetzt erst?)

Mal zum WARUM: traurig, erschöpft, unter meinen Möglichkeiten, Angst vor Entscheidungen > dauert alles so / zu lange, Weltfrieden und Irrealismus, Traumwelt, BESTANDSAUFNAHME vs. ZUKUNFT

Eltern, Scheidung, Stärkung + Hilfe für mich, Brandenburg Familie, Trainingszentrum (Aufarbeitung des Bisher nötig?)

Och menno, too many Thoughts. Zuviele Synapsen, Zuviele Zweifel und keine Ahnung, wovor Angst. Was kann passieren? Bin doch "soweit" durch mit dem Wichtigsten. Gibt doch nichts zu verlieren. Ausser Freundschaft, Liebesentzug ???, Geld (?), Leben. Letzteres setzt den Punkt, den du nicht malen möchtest. Weiß ich. Glaub ich. Unsicher? Angst? Wovor? Hoffnung? Worauf? Wille? Was willst du?

Oft denke ich, mein Leben ist so eine Ambivalenz mit der ich mich körperlich wie seelisch durchs Leben schlagen und dabei bis zum Alter von 92 nie so recht wohlfühlen werde. Schön geschrieben. Kann man das ändern? 65?

20091008

4 Wochen ohne Training - 1000 Wochen ohne Kieser. Bluenote. Bis Ronald kam. Siehe seine Mail after Party Sunday 4th Oct. Fokus aufs Eingemachte. Fokus azuf Wohlfühlsituationen, besser als purer Abbau von negtiven Umgebungen - um dann nicht weiter zu wissen.

Klartext: Mit einem "NEIN" - wir machen nicht weiter - kann Ronald besser umgehen als mit der Ungewissheit, ob ich als Initialpunkt von JESKOM nun was nach vorne bringe oder nicht.Die Produktionen JESKOM sind / waren Anreiz für ihn, den / seinen Fokus weiter anzutreiben. Ohne mich funktioinert das nicht. Es war / ist eine Zusammenarbeit mit Fruchtcharakter. ich brauche als Symphatikus nur mit dem Finger schnipsen und alle machen mit (JESKOM ++). Und dann bleibe ich irgendwie stehen und es geht nicht weiter. Ronald ist ehrlich + fair. Und ich bin traurig. Weil mir eine Parallele schmerzlich aufgeht: Dieterloo! Ungeachtet unserer sauftüchtigen Sceancen und seines Weltbnildes ist es das selbe Prinzip: Seine Sichtweisen + Gedanken waren fokussiert / ernsthaft. Und ich habe immer wieder gestoppt, bin nicht drangeblieben und habe alles irgednwie schleifen + sausen lassen. Die Parallelen JESKOM > DIETERLOO sind ziemlich ähnlich und ich mache mir ernsthaft Gedanken. Ronald hat sein herz da rein getan, ich auch. Und dann bin ich stehen geblieben. Die Idee ist nicht in den Bauch gelangt und ich bin weiterhin benüht, all die hinderlichen - wenn auch aussichtsreichen Umgebungen wie Puppentheater und andere Unternehmungen so zu ordnen, daß ich "dann mal" DAS anfange, wonach mir der Sinn steht. Wie wärs mit JESKOM? Meinem Sinn? Jesko, der Everybodys Darling, der schnelle oberflächlichen Kontakt schafft, aber nicht weiter geht und es eigentlich schwer hat, mit Menschen und vor allem mit sich selbst wirklich was anzufangen.

Im Nachhinein betrachtet, ziemlich wahr: > sich aufgerappelt und ABI+Studium macht (siehe Mathe) und Studium irgendwann herzlos verloren, > Outing (mit Hilfe von Marek) geschafft und inkl. Trennung von Mandy = Freiheit (?!) nicht weiter gekommen, > vom Web ins Puppentheater geschafft (glory) und jetzt arge Bedenken, ob es gut geht ... usw.

Und nicht ursächlich, aber die Basis für handlungs- und Denkfähigkeit dem Alkohol hingegeben. Und trotz all dem Erreichten unzufrieden und unglücklich, Jesko!?

20060329 Nasen OP

(29.03.2006 - 07:10; 150:90 @ 60 Puls) Aus die Maus. Meister Dossow hat uns gestern die Schlamassel-Kegel ausgenast. Mit einem Wisch war alles weg - sogar kurz das Blaue am Himmel und jegliche Vorstellungskraft über Schmerz. Was dann folgte, war aufrichtiges Staunen über die Weiten des Nasenuniversums. Soviel Luft bekam ich in einer ganzen Stunde sonst nicht zusammen. Aber ach, Sekunden später waren neue, Luftein- wie austrittsverhindernde Tüchlein in der Nase. Diesmal ohne Sabber, dafür aber auch ohne alles. Nullluft. Fetzt vor allem beim Trinken, prima Erstickungsfeeling. Die Nacht wurde so, wie sie jetzt gerade ausklingt. Kurzzeitig laut, grunzend, explosiv aber doch irgendwie besser als die vorherige. Die linke Wolfgang-Nase arbeitet asl Pressesprecher bei der Nasa und spielt bei "Victoria Station". Die SAW-Nase ist Polizeibeamter bei der Bundespolizei in Halle. Mandy fährt uns gegen 08:30 Uhr zur Praxis, in der wir vom Stoffe befreit mit Schoko-Eis versehen in ein neues Luftleben entsendet werdemn sollen. Au warrte, war das eine Show, eine Erfahrung zwischen Sorge, etwas seltsamer Traurigkeit vorher, kurzer Abwesenheit vom Universum, Rotz & Sabber und der dankbaren Empfindung, wenn du das Leben noch ein bisschen wieter betreiben darfst. Und dann noch mit freier Nase! Es läuft SAW. Macht nix. Besser als die Nase. Bye Bye.

20060328 Nasen OP

(Nasenoperation, Praxisklinik Sudenburg, zweiter Tag, 07:30) So eine ... so eine dermaßene ... Scheiße. Eingeschlafen 20:00 Uhr, aufgewacht 23:55, allerdings mit der großen Hoffnung + festen Überzeugung, daß es gleich morgend ist. Nöö. Dafür ging das Nasentheater freilich erst richtig los. Bei uns allen dreien. Die linke Nase blieb recht ruhig, die SAW Nase hatte die weltbesten Geräusche , die an schreiende Babys, startende Düsenjets und das übliche Würgen aus Dr. Wallace erinnerte. Olroid, so schleppe ich mich von Stunde zu Stunde. Da - war da vorhin nicht ein Stern am Himmel und nun ist er weg, weil es hell wird? Nein. Weil sich eine Wolke davorschob. Die Nase benimmt sich multistatisch. Grundsätzlich tut sie jetzt schön weh. Dafür überrascht sie mit klarer Offenheit bei gleichzeitigem Running-Mtasch und darauf folgender kompletter Schließung ihrerselbst. Ein Abbild meiner Psyche. Hmmm. Irgendwann wurde es dann doch hell. Die letzten 1 1/2 Stunden waren gut, aber üblicherweise werden schöne Zeiten durch weckende Schwestern verkürzt. Herr, gib mir zu schauben - es tritt aus den Augen. Boing!

(09:45 Uhr) Quatsch mit Soße. Aber ganz viel Soße. Soviel Schmodder passt in keine NAse. Es plätschert ober- und unterhalb der tamponösen Monstzren. Selbst ein Wink mit der keinen Zeh zerknattert sämtliche Nasenmembran. Alles drückt sich auf der ergebnislosen Suche nach einem Ausgang auf die Tränendrüsen, die sich nicht weiter zu helfen wissen, als sinnlose Tränen zum Besten zu geben. Dadrin ist bestimmt ein kleiner Nasenschnodder enthalten. Die SAW Nase fetzt eigentlich, erste Eindrücke sind immer komisch, hängt auch von der eigenen Kondition / Unsicherheit ab. Jetzt haben wir alle das gleiche problem und bilden die stärkste Nasenpartei im Land.

Da ich das hier anscheinend überlebe, will ich diesem Umstand und mir selbst damit danken, dass ein wenig mehr auf mich acht gebe und einfach mal mehr mache als zehnfach nur darüber nachzudenken. Dein Wort in aller Nasengötter Ohren. Jeder Popel ab jetzt sei heilig und gewissermaßen ein Prüfbote, der nach Dir sehen kommt. Also aufgemerkt, lieber Jesko. Ach ja, und zieh' ihn + alles andere nicht unnötig in die Länge. Knack & Schnuff.

(14:00) Wo zum Arzt bleibt der Teufel, den ich mit Schmadder bewerfen kann? Es nimmt ein wenig überhand, das Zeug weiß nicht mehr wohin. Es hilft nur stumpfes Daliegen, und ganz kurz tut, als wäre alles in Ordnung, um sich gleich darauf wieder die Kante zu geben und sich volllaufen zu lassen. Das muss ein tolles Gefühl sein, wenn der ominöse Gedankenschleim Blut triefend aus der Nase verscheucht wird. Glory.

Ansonsten ist alles ganz gut, ich hab irgendwie keinen Bedarf an Naschen, Rauchen, Rumlaufen, TV, Lesen ... Nix. Naja, dafür schreibe ich. Kacken geht Klasse - ein weiteres Wunder. Mittwoch vormittags soll's direkt in der Praxis noch eine Gehirn- oder Nasenweäsche geben und dann ... tja, dann solls das gewesen sein. Das war's? Buuaah, dann laß ich mir gleich noch einen Teil meines Schweinheund-Gehirn-Teiles durch Obst ersetzen, damit Mr. Feelgood es etwas leichter hat. Bettechen rauf. Bettchen runter. Bettchen rauf .... Fetzt.

20060327 Nasen OP

(Nasenoperation, Praxisklinik Sudenburg, erster Tag, 10:45) - Blau-weiße Kapseln, 2 Stück, Trombose Strümpfe und keine Ahnung, was passiert. Der Pfleger meinte "Gute NAcht". Ich bin trotz des leichten Hickhacks der Perateurs und dem, was danach kommt, recht zuversichtlich. Und gespannt. Aua? Naja, so sehr wie das Radio SAW meines Nasen-gegenübers bestimmt nicht. Die Sonne lässt sich zweitweise blicken und ich mache mir keinen Kopf. Allein schon wegen einer möglichen zweiten Nase. Die Pillen sind meine erste Mahlzeit heute.

Los! Anfangen. ich will die Kraft der Ohnmacht spüren, den Hammer, der die meist überflüssige Grütze dahinschweben lässt. Ein bisschen komisch ist es, wie beim Dope => merke ich schon was? War da was? Das da eben? Nee, wa? Oder? 2 Kapseln für einen Abschuss. Wie gedacht, im Vorbildland Texas nimmt man dafür Spritzen. Buaaa.

So, habich alles? Die Frisur steht? "3 nach 11" - schreit SAW. "Wer bin ich wirklich?", flötet eine neuerliche Telenovela werbevoll über den Äther, um neuen Schwachsinn gleubahaft zu machen. Nunja. Wann ist es denn nun alles scheißegal? Oohmm ... Mein Mantra wehrt sich. Ach du meine Güte.

So, wenn ich wiedermal was reinschriebe, habich's wohl geschafft + überlebt und womöglich eine freie Links-Zug-Nasen-Abteilung. Die Trombose Strümpfe fetzen. Beinknast ohne Bewehrung. Ach so ja, falls es nicht klappt (weil die Anästhesistin auch SAW morgens gehört + damit ein berufliches Problem hat), muss ich loswerden, daß ich doch größtenteils alle ziemlich lieb gehabt habe und viel ob ihres Mutes, ihres Schaffens + so bewundert habe. eher noch als mich, der ich mich immer ein bisschen hinterherhinkend gefühlt habe. Immer ein bisschen unfähig, zu begreifen, dass ich durchaus fähig bin, sogar, dass ich längst schon bemerkt habe, es zu sein.

Ey Hallo? Placebo? Naja, weiter schreiben. Ich hab ja Mandy gesagt, dass ich vieles noch nicht fertig gespürt, gespürt, gelebt, erfahren habe uind allein schon deshalb mit Sicherheit wiederkomme. Au warrte, dann bin ich aber auch ein bisschen in der Pflicht, gelle? Oder ich springe wieder auf den Zug der geduldeten Unzulänglichkeiten und mache weiter im Schwartz/Weiss meines Daseins. Naja, was solls, wenn nicht mal die blau-weissen Pillen wirken. Oder? ich glaube, die Augen folgen dem Kopf nicht mehr ganz so schnell, aber ich bin ja nicht zum Gucken hier. "I can't live anymore" ... soso, SAW ist wirklich ein toller Sender. Meine linke Nase löst Kreuzworträtsel, unser gegenüber ... ja ... sitzt oder liegt da und SAW't. Für ne tolle lebensstory reichts hier nicht und tut auch sicher nicht not, ich gebe Mr. Scheißegal noch 5 Minuten. Aaah: Bettchen rauf, Bettchen runter. Hallo SAW-Homer. Hihi ...

Was jetzt? keine Namen, nichts, was so wichtig wäre, hier zu proklamieren (Bettchen rauf, Bettchen runter). Wie heißen die blau-weissen Placebos, von denen ich welche haben will, falls sie doch noch wirken. Pfleger sagte mir vorhin den Namen, aber ich habs vergessen. Wie viele eiten hat das Buch noch? Ein bisschen langsamer scheint's zu werden, aber ok, ich hab ja Zeit (Bettchen rauf, Bettchen runter)

Kurzum, wenn ich raus + genesen bin, möchte ich meinen Abmagerungs-/Entschlackungspakt mit dem Körper-Kult-Teufel eingehen, möchte einmal mehr das machen, was mir gefällt und sei es, spontan nach Asien zu fliegen. Ohne zwanghaft zu sein. Hey - ich habs: Das hier ist ein Stundenhotel, eine Absteige für "Nocht-nicht-Junkies", die auf neue Drogen getestet werden. Ich haaabs gewußt. Egal, wenn für Geld für gibt? Oder Bier. mein Mund ist trocken und ich könnte einige Ausbesserungsarbeit durch führen. Meine linke Nase löst seine Kreuzworträtsel bereits 10cm über der Zeitungsoberfläche, meine Gegenüber-Nase hat die Augen zu und will ins Nirvana, sein Radio neben ihm hat leider keine Tabellte abbekommen. Schade. Tobias wäre jetzt gut im Anästhesie-Team. Nunja - eigentlich auch ein Erlebnis vergangener Tage. Die SAW-Nase ist glaubich gleich weg. Die Geräusche vermerkwürdigen sich. Egal, auch nur eine Nase mit Bettchen rauf, Bettchen runter.

Ich fühle mich gerade wie ein halbe Glas Wein. Leichten Wein. Aufrichten wird schwerer. Ach so ja: Die Schlüpfer sind der Hammer. OP-Sex. Na dann zeigt mal. Was'n nu? Die Zeit verrint, der Jesko spinnt. "Sun always shines on TV" - aber nur da, oder? Menno, noch zwei Stunden bis Nasen-Zerbombung und Schleimliebe. Ob ich mal rausgehe? Schwestern durch simulierte Verwirrtheit + Zusammenbrüche irritieren und nerven? Den knapp benetzten Hintern zeigen? Singen? Von langweiligen Torpedo-Placebos? Fordserung von Bier + Zigaretten? Oder Schokoladen - Nougat - Kuchen aus Steinheid. Oh sabber ... schluchz.

Die grüne Mütze lasse ich mal ab, irgendwer wird sie mir schon aufsetzen. Wenn die Frisur dann versaut ist, gibts Klagen. Ich komme irgendwann noch auf eine blaue Trage und in den Keller. Da warten die Henker in Blau-weiss, die sagen "wir machen nix, wir sind nur Placebos.". Die Sonne ist jetzt gänzlich fort, ein schwarzer Vogel zieht vorbei und ich warte. Warte auf die Sicherheit, ab jetzt nichts mehr falsch machen zu können, endlich ist dann mal wer anders schuld. Für genau 70 Minuten. Egal, ich habe es so wollen lassen.

Der nasen-Zeitunghsabstand verringert sich auf 5cm, die SAW-Front ist out-of-order. Tja, ich fühl mich noch ganz fit. Egal. Ich geb beim Finale einen Whiskey oder sowas aus. Und dann will ich Schokolade - einen LKW mit Direktzuleiten zum Mund. ich entscheide mich fürs Alter gegen Trombose. Und wie? Sport, Schwimmen, Kieser, Shoppen, mehr Partys + Tanzen ... SAW macht jetzt aus - die Nase will wohl doch ohne zu große Belästigung auf die andere Seite des Mones gelangen. Sein Raketenantrieb formiert sich aus flatternden Gaumenlappen mit leichtem Fiepen und der Gewißheit: Da waren es nur noch 2. Der Drei-Zentimeter-Rätsel-Löser und ich ich, dem bitte alles langsam egal werden sollte. Sollte. Zugegeben sind die Buchstabenfindungen jetzt erschwert und der Pfaden der Story hat sich an irgendeineinem Gedanken verhakt. Also - von Schlipfern brauch ich 10, von den balu-weissen Placebos = 20 Stk. Mit etwas Toast und den Kompressionsstrapsen wäre die Rock Horror Picture Show machbar.

Okay, eine leichte Betthalbschwere stellt isch ein, die Buchstabenanordnungen leiden unter dem Gift der balu-weissen Legastenikerkapseln. Zeitgefühl verloren. Vielleicht so 2 nach halb 12? Dauert, gell? Hat irgendjemand Rotwein dabei? Ich erwarte bizarre tanzen halbnackte Tänzer für den Übergang in Reich des Hades. Das ist wie Alkoholgenuss = kkklar gannich noch fahr'n, dengsdn du? Icke habe immer noch Hunger. Buuh. Ich habe auch nicht mehr viel zu schreiben. Alles war, daraus kann man lernen, alles ist so wie jetzt, alles wird sein, Dinge zum Beeinflussen. Immer mal mit Anleihen aus all den anderen Phasen ohne Nostalgie. Jetzt wirds anstrengen, weiß nix mehr zu schreiben, auch wenn noch viiiiiel reinpasst, ich die Sätze gehen nich automatisch eine sinnvollen Abschluß. Müde ja, scheißaegal, nein. Na mal sehen. Jedenfalls werden die Rauhepausen größer und Traume gibts auch dabei. Wahrscheinlich unmerkbare. ich habe Hunger. Jawollja. Da freu ich mich auf Rindsbraten mit Bohnen od. Rotkohl mit Kartoffelklößen. Nachtisch. Irgendwas mit viel Eis und Vanillesoße + ein paar Krichen.

Ich glaube, das wars. Jetzt muss ich los. Byebye => auch wenn nicht scheißegal war kommt noch

(ca 18:30 / 19:00 Uhr) Operation geglückt, Patient nicht tot.Hahaa. Dafür die ganze rechte Nase voller Schmadder. Von links wegen habe ich noch keine Vorstellung ob frei oder anders oder überhaupt behandelt. Das aber werden the white Massas schon richtig gemacht haben. Leichtes Kopfdunen und der eigentliche Wunsch nach BlueNote, Jever & Zigaretten lassen vermuten, daß sich das hier noch ein bisschen hin zieht. 1,5 Tage. Nuja. Egal. Narkose überstanden, Nase sabbert und ich bin auf die erste Nacht gespannt. Alle sin allem olroid. Marzipan + Schokolade ... alles lebensnotwendige ist da. Seit eben spielt sogar SAW wieder ganz leise die Supernasenhits der 80'er 90'er und genügend aktuellen Blödsinn. ich hau ab, tauche in lesbare Zeilen oder schreibe selber was. DingDong. 27.03.2006 - 20:00 Uhr

20030129-03:33

CHAAA---OS! Wohin wie was warum wer wann wohin wieso? So viel. Zu viel. Alles strömt. Auf mich ein. Will wohin, allerdings keine Ahnung, welche Himmelsrichtung. Mandy hat eine systemische Therapie angefangen. Vielleicht löst sich da was auf. Alles und wie sie was tut, hat eventuell damit zu tun, dass sie einige Angst hat, sich von mir zu lösen. Ich würde nicht um sie kämpfen, sie weiss um meine Homosexualität und das alles ... und nimmt im Grunde all das auf sich und respektiert es, - um ihre "zweite" Heimat zu schützen. Und ich denke, daß dieser Erkenntnisgang mir schon wieder eine Menge abnimmt. Das was ich nicht selbst imstande bin, zu fühlen, klar zu kriegen und auszurdrücken, wird mir wieder abgenommen. Worüber ich mich erstmal freue - aber wie selbständig gehe ich denn mit mir und meinem Leben um? Warte ich also immer wieder auf genügend schlimmen Input, um NEIN sagen zu können? Oder lasse ich alles andere - was Derartiges nicht geschehen lässt, einfach zu - obwohl ich trotzdem nicht zufrieden bin? Was mache ich eigentlich? Mit mir! Mit meinem Leben? Ich falle immer wieder zutück. EINEN Grund kenne ich bereits = ANGST! ich vermute nur vage - wovor, aber ich kann es nichtmal definieren. Die Woche fängt Montags mit Mandy und früh Aufstehen an. Ich kann eine Menge tun. Viel sogar. Erledige Termine, Absprachen. Nachfragen, kläre Unklarheiten (...) und belohne mich mit vielen Getränken, während ich noch Kleinigkeiten (am Computer) löse. Und nächsten Tags wieder Ärger ob des vielen Saufens.

Dann Dienstags => Meine Unbestimmtheit lässt mich wankelmütig werden. Es gibt Schach, Schachrätsel, Mühle. Ich geb mir Mühe, aber ich merke, dass ich trotz Sinn, Kreativität + Intelligenz verliere. Abgeflacht wäre wohl der richtige Ausdruck. Dann will ich endlich mich schlau machen - Klavier üben! Wer bekommt schon kostenlos einen so guten Lehrer wie Dierloo? Und ich? Was mache ich? Ich nutze es nicht aus. Ich könnte (hätte ... wäre ...) so dermaßen dabei für mich herausholen, lernen, begreifen ... aber es fehlt mir an Kontinuität. So viele Ideen + Überlegungen zerplatzen, weil ich nicht dran bleibe. Dieterloo hat mir in einem langem Gespräch mal die Frage gestellt, ob es womöglich sein könnte, dass ich mit mir nicht im Reinen bin. Tja - ich hab mich eigentlich gefreut, dass mir jemand mal so eine Frage stellt. Komisch, was? Genau diese Frage hatte ich mit Mandy schon so oft. Aber jetzt - wo mir wer anders das so detailliert vor Augen hält, komme ich mal wieder drauf.

Akzeptiere ich uns (Mandy+Jesko) nicht so richtig? Merke ich es nicht mehr? Und dann von Loo wieder die Frage nach der Obsession, der Leidenschaft! Ich finde keine Antwort. Soviele Sachsen ... Sachen, die ich nicht tue und vielleicht sogar genial hinkriege ... aber was genau ist MEIN Spaß daran? Meine Erfüllung? So tendele ich dahin mit vielen Sachen um mich rum (Masterminds, (Shame-Attack), Bluesjackets, Deckbar ...) mache viele Sachen und Dinge ... vielleicht ist das ja auch eine Art von Leidenschaft, die ich möchte. Aber wo bleibt das totale integre Gefühl für eine Sache, wofür ich beinahe mein Leben draufgeben würde? Ok - so schlimm muss es ja nicht sein - aber wo ist meine Idee? Idee für mein Leben?

Übrigens = das ist echt => Obwohl Dierloo schon beinahe eine Unmenge von Scheiss-Situationen (Selbstmord von Freunden etc.) erleben musste, wünsche ich, dass all meine Texte, Tagebuchschreibungen und sonstige Hinschreibungen auch Dieterloo (Roland Bach) bekommt. Wenn er es lesen sollte, weiss ich jetzt schon, was er sagen wird = "Welch eine Verschwendung!"

Kulturserver hat mich runtergeschlaucht. Obwohl viele Möglichkeiten vorhanden waren - ich hab ja nichtmal die von mir deklarierte sinnlose Zeit mit Sinn füllen können. Weder in Kulturserver noch in der Nutzung der gut bezahlten Zeit, um wenigstens was anderes nebenbei zu machen. (was denn?) Studieren der Grafik? Andere Berufsbildung? Da hammers wieder! = keine Klarheit mit mir - keine Ziele!

So sitze ich denn hier = Angst um mich selbst, Angst, dass ich immer wieder absinke, mich dem Alkohol hingebe, es nicht - wie Loo - mit einer Kanne Kaffee abtun kann - mich immer wieder ärgere, daß es mal wieder soweit kommen musste, im Suff so gerne Mandy alles erzählen würde - alles, aber auch alles offenbaren möchte, sie damit sicher überfordernd überfallen würde - ohne jetzt im Moment eigentlich zu wissen, was das eigentlich wäre, was ich ihr sagen möchte. Manchmal überfalle ich mich selbst mit einer Panik + einer Angst, die - vielleicht im Nachhinein - so sinnlos ist. Ooch Jesko - ich hab Dich lieb. In Sorge: Ich. 29.01.03 - 03:33 Uhr

Ich und Jesko

(unklares Datum VÖ, vermutlich 2002)

Ich und Jesko. Da haben wir's. Ich kann es vielleicht auf die wesentlichen Dinge beschränken. Wenngleich ,,Beschränken" vielleicht etwas Negatives hat. Was will ich hier? Einen Text schreiben. Ja. Okay. Über mich. Soviel weiss ich schon. Ich fange damit an. Und ich möchte gleich zu Beginn sagen, was ich über meine Hauptprobleme weiss oder denke, irgendwas zu wissen. Kurzum: Hier die Probleme:

Antriebslos schlendere ich dahin. Versuche, meinen Kater des Vortages mit neuerlichem Alkohol zu bekämpfen. Mit Erfolg. Und zwar dem, dass es mir am nächsten Tag gleich schlecht geht. Und immer diesen Gedanken im Kopf, dass ich Einiges zu tun habe oder machen wollte; dass es doch eigentlich geht. Eben! Eigentlich! Das ist das wörtliche Problem. Es gibt einige disziplinierte Tage in meinem Leben. Da fühle ich mich plötzlich im Aufbruch, im Wohlsein und dem Wissen, dass es doch genial ist, zu leben. Und dann- am selben Abend, mache ich mich fertig. Vielleicht unbewusst gedanklich. Belohnung? Alkoholisch? Ich glaube nicht, dass es ein Alkoholproblem ist [noch nicht], es liegt daran, dass ich wahrscheinlich mit meinem ganzen Leben nicht klar bin. Dass ich nicht weiss, was ich gerne möchte. Olroid- ich möchte mich nicht festlegen und kategorisieren; ich möchte leben. Und mit dem Leben verbinde ich eine ganze Menge. Ja klar, die alte Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Von daher müsste ich es eigentlich begriffen haben. Eigentlich ... Aber was von all dem, was ich mir vorgestellt, beschnüffelt und kennen gelernt habe, ist meine Profession? Ist es die Grafik? Eine Anstellung in einer Firma, einer Institution mit welcher Richtung? Welcher Aufgabe? Ist es ein Label? Oder die Musik? Ich mache wahrscheinlich noch viele Dinge an herkömmlichem Gedankengut fest: Werde ich Beamter? Angestellter? Arbeiter? Wie sichere ich meinen Lebensunterhalt? Was ist mit der Rente? Wie bringe ich mein Leben in geordnete Bahnen? Was ist geordnet? Warum Ordnung? Wann kommt mein polemisches rotes Auto, mein Haus und mein Vorgarten? Will ich revolutionär sein? Die Welt verändern? Letzteres vielleicht nicht, obwohl es mir Schwierigkeiten bereitet, wenn ich die Nachrichten sehe. Aber ich weiss nicht, wohin. Und das schon sehr lange nicht. Ein Dazwischen möchte ich wohl nicht. Das Komische ist, dass ich darüber nachgedacht habe- dass, wenn erstmal irgendwas richtig gut läuft- ich auch dran bleiben werde. Dass ich an nichts dran geblieben bin, muss dann also heissen, dass alles nicht richtig war. Oder war das alles bisher nicht richtig gut? Wie bewerte ich denn meine Erfahrungen?

Na aber was denn nun? Was ist denn richtig? Wer bestimmt das? Ich hab mich mit dem Thema ADS bzw. ADD [Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom / Attention-Deficit-Disorder (danke an Susann aus Zerbst!)] ein bischen vertraut gemacht. Ich habe viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Ich habe [ich... ich... ich- genau! Darum geht es ja auch!] dabei auch heraus gefunden, dass ich zwar bestimmt mit diesem Thema konfrontiert bin, ich aber nicht die absolute Ausgeburt dieser Sache bin. Ich habe einige Spuren davon. Es ist immer schön, irgendwas zu finden, was die Einschränkung oder die Probleme seinerselbst erklären könnte- damit hat man also nicht schuld. Ach ja. Schuld. Ich hab ja nichtmal Schuld daran, dass ich lebe. Ich sollte mich sogar darüber freuen. Und ich tu es auch gelegentlich. Ich habe ein bischen ein Problem damit, dass ich meine Kreativität zu Ungunsten von Angst, Neid, mangelndem Selbstbewusstsein [etc.] aufgebe oder garnicht erst anfange, sie zu entwickeln, sie umzusetzen. [fortsetzung? Bitte ja!!!]

20011119-02:50

(2001 ist nicht bestätigt, nur handschriftlich mit ? angemerkt und nicht realistisch. Eher früher.) Kawa hier. Masterminds überspielt. getrunken. Geraucht (Zigaretten), ins Reden gekommen. Grundsätzliches. Gut, nicht drumherum reden zu müssen. ich war erstaunlich klar trotz der 4? 5? 6? Biere. Gut reden. Keine Umschweifen. Was ist das - Zufriedenheit? Ich komme nicht an das Klavier, wohl wissend, daß ich es könnte. Wir reden über die Dinge des Jetzt & Hier. Kawa schreibt Gedichte. Jetzt auch Kurzgeschichten. So kommen wir auf daß, woran sich jeder von uns festhält. Mir fällt adhoc nichts ein. Erzähle vom Ärger eines fast jeden Abends der orientierungslosigkeit, des Alkoholes, der verdammten Gewissheit darüber noch am selben Abend, des Schlechtfühlens am nächsten Tag ohne Schaffenskraft, der zusammengebissenen Zähne, der Aggressivität beim Autofahren.

Kawas Halt ist ein Kleiner - seine Schreibereien - aber es ist - wenn auch nur klein - wenigstens einer. Ich eerzähle ihm von Mandy und ihren Fragen an mich = Was kannst Du? Was findest Du schön? Was findest Du schlecht? Mir fällt dabei plötzlich der Buddhismus ein (wahrscheinlich eine Zuflucht in wieder nichts Echtes, das aus mir kommt). Die Idee, sich diese Fragen jeden Morgen zu stellen. Nicht für den Mut, sondern für die Gewißheit. Eine Art Selbstbestätigung, die ich ehrlich beantworten muß und daher nicht aufgesetzt - wahr ist. Und vielleicht hilft ---

Wenn ich doch wenigstns lost in space hoffnungslos wäre - nein - ich weiß, was ich tu, selbst wenn ich nach über 1er Flasche Wein und 1 Bier aufs Klo vor dem Zubettgehen torkele und mir sage, wie blödsinnig das alles ist. - wissend über den Unsinn.

Hab's zwischendurch wieder bemerkt => Vergleiche zu anderen sind mein unsinnigstes momentanes Elixier, Entscheidungen liegen mir fern ob ihrer Härte, die da kommen könnte. Andere! Ooh yes, andere sind ebenso oder schlimmer dran. Hurra - die anderen!

Also Buddhismus ist es auch nicht. Wir wollen uns in die Hütte verkriechen bei ein bis zwei Kästen Jever aufschreiben, was wir können, was wir gut können, was wir als schön empfinden. Kawa sagt, er ist aus seiner finanziellen Notlage halbwegs heraus. Und er sucht. Sucht wie verrückt. Nach einem Menschen. - Er hat Stefan, ihn kann keine Frau ersetzen. (Übrigens = Widersprich niemals einer Frau - warte, bis sie es selbst tut!) Das war Humphrey Bogart. Nunja.

KS füllt mich aus. Ich habe zu tun. Ich kann selbst mein Kontingent an Aufgaben festlegen. Klappt das nicht - muß ja nicht, klappt es doch, umso mehr Stolz. Auf mich? Ja - ein bisschen. Was wäre, ich hätte all das nicht? Sozialhilfe + ein paar Nebenjobs, das Geld würde reichen, aber ich hätte viel mehr zeit. Guit! Und wofür? So kann ich das alles darauf abwälzen. Und immer wieder habe ich das Gefühl, noch so viel tun zu müssen ... aber was war das doch gleich?

Dieterloo => ... die Leute müssen glauben, sie seien unsterblich! Anders kann ich mir diese Unfähigkeit nicht erklären! ... Eines weiß ich: ich bin NICHT unsterblich! Also handele ich gegen meinen Verstand! Es gibt Leute, die - egal ob sie rauchen, kiffen, saufen, vögeln oder die totalen Asketen sind - ganz einfach am Gehirnschlag plötzlich sterben. Was ist das jetzt für mich? Glück? Pech? Zufall? Auf jeden Fall eine nicht von mir getroffene Entscheidung. Oooch jooo ...

19991203-02:44

Halloo huhuu ... es ist mal wieder soweit. Habe gerade meinen letzten Newsletter gelesen. Ooh ja, die Gedanken überschlagen sich wie eh und jeh. ich bin sauer, - wegen heute und wegen morgen. Würde am liebsten Kieser Training jetzt absagen. Huch? Wasdasdenn? Wollte sich da noch eben jemand ein Ziel setzen? Wenigstens das eine? Disziplin oder sowas? gegen (bzw. FÜR) sich selbst? Wenn das womöglich auch nicht klappt - was denn dann? Ich bin wirklich unzufrieden. Im letzten "Newsletter" schreibe ich von Kulturserver und dass er mich ausfüllte. Tut er ja auch - wenn ICH was machen. Aber es bleibt soviel liegen. Soviel wirklich Wichtiges. Ich war heute im Wirtschaftsministerium wie benommen. Mein Gott - hab ich einen Scheiss zusammengefaselt. keine Konzentration auf wirklich Wesentliches.

Ooch Mann - ich bin unzufrieden wie schon so lange - und ich habe irgendwie keine Lust mehr. Worauf - weiss ich auch nicht. Ich denke, mein ureigenstes tiefes problem ist ein großer Meilenstein. Nur weiß ich nicht - ob ich - auch wohl ich darum weiß - mein Leben nach einer eventuellen ("Glückwunsch, Herr Döring") Klärung dennoch in den Griff krieg.

Im Moment glaube ich an garnichts. Das ist verdammt schade. Aber [wonderful Chicago:] Was ist hier falsch + was ist schlecht? Ich hoffe auf die Matrix. Dass alles letztlich gesteuert und einer Ideologie wegen verdammt - und alles nicht wahr ist. Ach wäre es so. Ich gebe in diesem Moment mein Kieser-Training für morgen auf. Ein erneuter Anlauf. Ich weiß, ich werde es tun. Ach Mann, es kotzt mich so an. Es hat so ein bisschen was von Sonnenuntergang! Ist es schön? [Alles stimmt!] > Fühl mich gut. >>> kurz: NEIN! Im Moment nicht. Nachher. Nachher vielleicht. Ich werde morgen mal wieder auftreten! Nunja. Ich weiß nicht, wohin es geht. Gibt es vielleicht die Mugge - in der ich mich richtig fallen lassen kann. Interpretation mit Hingabe? So richtig? Manchmal ist es ja so. Auch + vielleicht trotz meines Neides auf diese zum Teil genialen Werke von Deckbar. Ich möchte so gern was EIgenes machen, was ganz Eigenes. Aber was? Ich weiss über die 8-Minuten Affäre, die so ein Vorhaben bei mir mit sich bringt. [ich muss mich jetzt mal bedauern=] Nichts = aber auch wirklich NICHTS bringe ich auf die Beine, worauf ich einfach mal stolz sein könnte. [Mandy würde mich jetzt erschlagen!!!] Aber dieses Gefühl kommt mir einfach zu oft in den Sinn! Ich denke an meine Zähne [häääh???] JA! - diese ständige Verbissenheit im wahrsten Sinne des Wortes! Ich hab die Präsentation (wenigstens halbwegs, aber dennoch) nich hin-+ fertiggekriegt; Ergebnis ist, dass es sooo spät ist, dass ich morgen nicht mehr KIESERN kann (3:00 Uhr).

Was eigentlich muss oder sollte passieren? Ein Atomschlag? Ein Herzinfarkt? Ein plötzlich festgestelltes unheilbares Krebsleiden? Ich glaube, das wärs. "Guten Tag, Herr Döring, Sie haben noch 2 Monate zu leben, dann isses aus!" Au yes - was'n dann? Unsterblichkeit ... Tja! Da isses wieder.

Ich weiß es nicht. Ich hab sehr viel Angst um meiner Beherrschung wegen. Ich weiß nicht, wann ich sie aufgebe, einen unglaublich lauten Ton ausstosse und mich endlich dahin begebe, wohin ich Frieden finde! Frieden mit mir selbst! Bitte - mach irgendwas, damit ich etwas mache! Wer / was immer du bist!!! Ich selbst trau es mir im Moment einfach nicht zu! Sorry. 3.12.99 - 2:44

20040828-02:40

Ich komme gerade zurück von Loo, 2 Liter weissen, 1,5 Ltr. Roten Wein getrunken. Unsere Gedanken sind zum Teil grundverschieden, unsere Ideen sind die selben. Ich komme nach Hause + mache mir noch eine Flasche Sekt auf. Trotz dem Gedanken, morgen fit sein zu wollen. Für einige wenige Dinge. Für all die anderen wichtigen Dinge habe ich zwar den Blick, aber nicht den Sinn. Es fällt mir genau dann nicht ein.

Ich leide an meiner Unbestimmtheit, meinem Sinn für all das Schöne, was ich mir in meinem leben vorstelle - aber ganz einfach nicht realisiere oder wenigstens anfange. ich bin so eine Art Zuschauer bei einm Film, der über mein Leben berichtet. Gell - das ist ein bisschen idiotisch.

Meine Gedanken sind flüchtig, kurz und allumfassend vorhanden, sich sofort auflösend ... zurück bleibt das Gefühl, alles zu wissen, es aber nicht für mich umsetzen zu können. Blöd gesagt. Es ist eher ein schönes großes Bild mit sehr vielen schönen Farben, das ich nicht imstande bin, nachzumalen oder dessen Eindrücke schildern zu können. Was ist dieses Bild? Wie sieht es aus? Einen Moment der Klarheit kann ich nicht festhalten. ich weiss nur noch, dass es ihn gab. Und dem hinke ich dann hinterher.

Mit dem Alkohol verschwinden die Sinne, das Ehrgeizige, die - zum Teil auch - abstrusen Ideen. Die Folge ist eher ein Nichts-Tun. ich war schonmal fleissiger. Es geht vieles den bach runter, ich kümmere mich aber nicht. Obwohl ich echt zu tun hätte.

Aber ich kann mich doch nicht ewig auf mein Glück verlassen. Wenn das Glück tatsächlich mal ausbleibt - bin ich dann doppelt unglücklich? Ist das ein selbstbestimmtes Leben? Huhuuuu ... wo bin ich? Such' mich mal ...

20030408-02:40

Wirr. Angst. Vieles & Nichts. Was denn nun? Keine Antwort. Vieles kleines aber vielleicht Wichtiges hängt um mich rum. Je mehr da hängt, desto weniger kann ich machen. Hey - neue Wohnung! Gut hingekriegt wegen Lage, Größe, Preis und wann ich da rein kann, ohne Miete zu zahlen! April rein, ab Juni zahlen! Alles cool, sogar die SOnne den ganzen Tag in zwei Zimmern, ab 17:00 auch auf dem Balkon (Frühling). So! Jetzt das Komische = ich häng mich überhaupt nicht rein, keine EUphorie von wegen Gestaltung, Hochbett bauen, Wände colorieren, nöö - es hängt da + rum. Eigentlich müsste ich doch auf Hochtouren laufen, Ideen sammeln, ausmessen, ausrechnen, vorbereiten ... NIX. Ich warte auf Mandy, weil ich dann mitgerissen werde. Hab nichtmal Lust zu schreiben. Ödet mich an. Ich hänge. Hänge sehr. Viele Sachen um mich rum, die ich tun möchte (Gammalapagos, ELT, Wohnung, 42-site, Kubon, Geschäftsaufbau mit Struktur, Kulturserver anbieten, mir eine Existenz schaffen ...) - ich kriegs nicht hin. Selbst in meiner sanften Erkältung - 3 Tage ohen Rauchen + Trinken hab ich mich drangesetzt drangesetzt an einzelne Projekte. Erst gehts, dann schaffe ich es nicht komplett, bin unzufreiden. Wein trinken. Ende!

Zuviel in meinem Kopf, er platzt bald. Rauslassen? Was? Ja! Wohin? An wen? Mandy > ja, und dann plötzlich NEIN. Ich kann so viel, die Wlet steht mir offen. Zuviel Welt. Zuviele Möglichkeiten, zuwenig Anerkennung meiner Selbst. Will reden. Vor dem Mikro / Diktiergerät > nichtmal das schaffe ich. Leerer Raum, Stressgefühl, Angst vor dem, was ohne KS-Finanz kommt. Ich komme von Null-Tun mit 100% Geld auf Null-Tun > 0% Geld. Und kriege Panik. Mach Dich nicht fertig, Du hast was getan. Dankeschön. Aber nicht richtig,- nicht wirklich für mich. Wenn ich mich so schreiben höre und nachfühle, ist es vielleicht doch ganz gut, mir professionelle Hilfe zu suchen. Oder wie? Oder was? Hey - mein Leben wird enden. Ich will es aber nicht selbst beenden. Möchte es manchmal. oh - oh.

20030207-01:15

Weißt du noch, wie Du Dir mal gesagt hast, daß, wenn Du Dich umbringen würdest wollen (aus welchem psychologischen Grund auch immer), Du ein Szenario aufbauen würdest, Unsinn machen und so was auf jeden Fall in Kauf nehmen würdest -? Für die Nachwelt! Jetzt habe ich endlich Zweifel - weil: wenn DU wirklich soweit sein solltest, hast Du keine Gedanken mehr daran - absolut nicht. Falls doch, wirst Du an Deinem Vorhaben nicht sterben! Immerhin.

19981112

Extreme. Manchmal habe ich das Gefühl, ich denke deshalb über Extreme nach, weil ich zum einen tatsächlich keine (Bösartigen) habe und zum anderen, weil ich viele mögliche - durchführbare unterdrücke.

Das ist schwer zu erfassen, aber vielleicht hätten manche Dinge, Beziehungen oder sonstwas durch mein "extremes" Verhalten draufgehen sollen, so daß ich aus Erfahrung sagen kann, was es bei den anderen + mir ausgelöst hat.

So werden diese extremen Gefühle kompensiert in der vorstellung, was wohl passieren würde.

Letztlich gingen alte Freunde z.Bsp. auch so drauf. Ich hätte sie manches Mal nur gern dafür benutzt. Wohl möglich wäre es dann gewesen, daß wir dicke Freunde geworden wären.

Aber Exentriker sind nicht beliebt. Und der Mut ist der eine fehlende Punkt und der Wille, das durchzuziehen - der andere. Und vielleicht auch ist der Sinn fraglich.

(späterer Nachtrag, jetzt in blauer statt bis hier schwarzer Schrift) Es gab nur Gespräche über Konsequenzen, über Strafen, über schwer lösbare Probleme. Ich habe es nicht geschafft, mit meinen Eltern jemals über meine enorme Mißhandlung zu reden, die mir in Nord nach dem Mopedfahren passiert ist. Nur Kerstin weiß es. Niemand sonst. Warum???

Glückwunsch! Das da oben hat mit deinen schwulen Gedanken zu tun. Auf jeden Fall. Das heute war Realität. Eigentlichen. 12.11.98

20030108-03:38

... man kann in diesem Leben glücklich sein! Man muss es sogar!

So getitelt in "Hamam - das Türkische Bad". Ich bin da. Ich bin soweit, zu tun, was mich seit langem an mir gehindert hat. (was für ein Erbe!)

Ich habe soviel Elan in mir, mich aufzuarbeiten, mich anzuhören in all meinen Schriften und Tonbandaufnahmen. Nicht analysieren, aber raushören, ob ich recht damit habe, daß meine Sorgen, Nöte + Ängste tatsächlich nichts damit zu tun haben, dass ich nicht losgehe.

Nein - kein radikaler Bruch! Ich war schon immer bei mir - sehr sogar, ich habs bloße oft nicht bemerkt. Meine Trilljarden Gedanken. Meine Angst. Meine Homosexualität. Meine berufliche Zukunft. Mein ICH. Mein Wille. Soviel MEIN - und ich will es spüren, begreifen, will das, was mich so unendlich niederreisst, aufspüren und sehen, dass ich "mein Land gewinne".

Im Moment weiß ich nicht, wie ich das alles schaffen werde, ich muss langsam anfangen. Eben habe ich meine alten Diktierkassetten + das gerä#t dazu rausgelegt. Ich denke, ich werde in diesen Tagen nicht viel mehr tun, als mich zu lesen und zu hören, mich zu sammeln.

Ich beobachte das Ende des Kulturservers ideologisch! Es ist ein Abschluss einer Karriere von Armee - Abi - Arbeitslos - Studium - Sozialhilfe (alles ohne Geld) -> Kulturserver (viel Geld für letztlich wenig Idealismus). Eigentlich war es ein harter Bruch. Damals - für wenig Geld - war ich vielleicht etwas klarer im Kopf - beim KS hat sich alles so umgeworfen - kein grosses Denken mehr, Ärger, keine Anerkennung, viel Geld - und ich habe das Gefühl von vergeudeter zeit. Okay - dann stelle ich mich eben JETZT auf die Beine. Hab ich ja schonmal gekonnt. Wie sonst hätte ich das ABI durchgebracht?! Mathe = 1!!!

Bin ein wenig ängstlich und noch immer verwirrt. ADS? Okay - vielleicht, aber bitte nicht als Entschuldigung. 1/4 Jahr ohne Alkohol. Gut. Hab bemerkt, dass ich fit war, aber im Kopf und im Tun gab es weiterhin diese Gegensätze. 1000 Jahre MIT Alkohol -> das Gleiche, nur schlimmer in meiner Angst. Dabei fürchte ich mich nicht einmal, aber es ist irgendeine Angst, dass ich einen grossen Teil meiner kleinen Erdenzeit verliere. Das Denken und das Wissen über all das, was eigentlich logisch "sei", ist da - ich konnte es nicht fassen, nicht begreifen. Die Reduzierung auf ein Niveau der Endlichkeit meiner Zeit ist nicht diskutabel.

Ich muss es langsam machen. Wovor fürchten? Vor Mandy? Vor den Musiker-Kollegen. Gerade Mandy kann ich es doch sagen. Aber es ist manchmal sooo schwer. Sie weiß viel über mich aber nicht das was gerade (seit mind. 1 Jahr) in mir vorgeht. Herzlich willkommen! Ich weiss es auch nicht. Und wenn dann mal iregendwas aus mir heraus bricht, ist es extrem, klingt böse, heftig und alles + die Welt in Frage stellend.

Manchmal denke ich, das alles hat sehr viel mit meinem Schwulsein zu tun. Wir (Mandy + ich) tun es nicht ab, versuchen es aber ungesagt irgendwie dahin laufen zu lassen, ohne mögliche Konsequenzen wirklich zu wollen. Mandy ist vielleicht froh, wenn ich in dieser Richtung sehr zaghaft bin - ich bin es nicht, wenn ich meinen Gedanken und meinem Schwanz Glauben schenken darf. Und wenn sich etwas anbahnt (siehe Tobias, siehe jetzt), hab ich Angst, finde den 1. + 2. Sex cool und versuche mich wieder auszuwinden. Vielleicht hab ich Angst (schon wieder?), mich in irgendetwas einzulassen, was Konsequenzen hat.

Entscheidungen. Oh Mann - wie habe ich Otschie, Th. Sohr, Nico geliebt - ich glaube, dann wäre damals alle sanders gewesen. Wäre. Hätte. Könnte ...

WOnach ich suche, was ich möchte in meinem Leben, wo und wie ich mich wohl fühle --- das möchte und WERDE ICH herausfinden. Bitte recht bald. Man kann in diesem Leben glücklich sein. Man muss es!

20050426-02:50

Jesko - es klingt wie das alte Lied. Das alte Lied von Schwermut, Selbstmitleid und der Schuld, die bei allen anderen liegt? Wo ist dein Haken? Dein Hemmschuh? Ich muss es noch einmal sagen: Du hattest eine gute Gelassenbheit, eine Ruhe. Warum kannst du sie nicht beibehalten? Alle Umstände sprachen / sprechen dafür! Bist du so zutiefst unzufrieden, daß dir ein "J"-Gefühl kurzzeitig darüber hinweghilft - aber du letztlich zu Deiner kleinen traurigen Welt zurückkehrst, in der du alles begreifst, alles weisst und es trotzdem nicht besser kannst?

Armer Junge. Hier spricht ein Selbstgott: "Du tust mir ja so leid! Du hast es ja so schwer!" Und hier -> Taraaah! - spricht noch einer dieser blöden Götter: -> "Du hast es schwer? Tja! Sorry. Selber schuld!" Ya Man.

Ooops! Jetzt weiß ich auch nicht weiter. Na? Kollege? Was jetze? Kopp inn' Sand? Kleiner Dussel. (ebenso 26.04. / 02:50)

Im Nachhinein und auch nicht ganz nüchtern betrachtet, kommt mir dieses Schreiben zwar bekannt, dennoch etwas beklemmend vor. Komisch, sowas nochmal später zu lesen. Tja, sieh' zu, was du tun kannst. Sowas kann niemand anderes. (27.04. / nach Mitternacht)

20050426-02:20

Jamaica is over.

Ich bin zurückgekommen aus einem 2-1/2 wöchigen urlaub, in welchem ich selbst nicht recht wusste, was gut und was schlecht ist. Ich hab mich zwischendurch halb unwohl gefühlt, die Tage vergingen ganz langsam. Ab und zu hatte ich ein Gefühl von Ungewissheit - es war teilweise so dermaßen ungewiss in dieser neuen Umgebung, dass ich mich treiben ließ,Letztendlich kam ich hier Ende März 2005 an und hatte interessanterweise dieses ruhige, gelassene !Ya Man"- Gefühl. Und das hielt sich. Ich hatte vorher und in Jamaica abgenommen und ein neues, schönes Körpergefühl. Gut war es. und ich dachte an an ... eine Gelassenheit, eine Ruhe, die mich viel entspannter mein weiteres Leben angehen lassen könnte. Nunja, es hat funktioniert.

Jetzt, am 23.04. wachte ich wiedermal nach intensiven Träumen unausgeschlafen auf. Nur diesmal war ich traurig. Und es ging nicht vorbei. Ich glaube, es liegt daran, daß ich diese Gelassneheit nicht einfach so beibehalten konnte. Wiedermal zuviel Alkohol, damit wiedermal am nächsten Tag zuviel Ärger mit mir selbst. Aber was hat mich denn nun traurig gemacht? Jamaica ist es garantiert nicht. Vielleicht weil ich plötzlich von 90 zu 77 jetzt wieder auf 80 Kilo gerutscht bin? Aber Hallo - das ist alles außen! Das kann es doch nicht sein!!

Es ist alles spannend: Mandy und ihr Haus oder nicht - meine Zukunft ... Heute beim Einkaufen hatte ich plötzlich wieder dieses Spargefühl. Alleine machen ... Ooch Menno ...

Ich glaube immer fester daran, daß ich nicht klar bin mit mir. Dabei habe ich in J gelernt daß es auch viel ruhiger und gelassener möglich ist. Aber hier und ich sind nicht J. Naja - ich war einfach mal traurig - warum und wieso bin ich vielleicht nicht bereit, es herauszufinden. Aber es war 3 Wochen lang so schön! Kann es sein, daß mich meine eigene Wirkichkeit eingeholt hat? Kann es sein, daß meine Wirklichkeit traurig ist? Glaubich nicht. Aber warum mache ich es mir dann so schwer? ... der unergründliche 26.04. // 02:45

20070806

Verschenkte Tage. Diese Trips, die kein Ende nehmen. Einmal angefangen, ist es immer schwer, da wieder rauszukommen. Dabei fängt es harmlos an: Eine Idee, ein Projekt, ein "to do" und es funktioniert. Gut sogar. Die übliche Kurve. Alles gut. Erfolg. Freude. Dann geht es abwärts; dennoch produktiv, wenn auch langsamer. Immer noch okay. Bedröhnt. Besoffen. Im Grunde erfreut und dennoch verärgert über den Leichtsinn. Nächsten Tags böse. Und im Laufe dieses Tages wird es immer schlimmer. "Und wenn es dunkel wird, greifen sie zum Glas" tritt ein. Spiegel herstellen. Dann gehts wieder. Aber die Intesnistät der Produktion, des Denkens, des Fühlens nimmt ab.

Dritter Tag: dito. Vierter Tag- es wird eng. Schwierig. Sport, Fahrrad, Laufen, Unternehmungen werden schwieriger- ja: aussichtsloser. Das böse Denken beginnt. Selbstmord. Therapie. Neuordnung. Angst. Dann Rückbesinnung auf den Ursprung des Ganzen. Lebensform. Lebensgestaltung. Lebenshunger. Ideen. Tausenden Ideen - sachte ausgedünnt, erscheinen. Was ist mit Musik? Was ist mind Mandy? Was ist mit The way - the feeling of Love? Was ist mit mir? Soviel böse. Unschöner Umgang mit Mandy. Vorausplanendes Denken. Weg! Geh weg! Ich will allein "...?" Was allein? Einen Freund finden? Es wird nicht anders beim "Neu"? Bleibe derselbe. Mit Angst, Labilität, Unzufriedenheit und all dem Wissen darüber, wie es sein könnte, aber ich mich nicht traue, zu formulieren. Es vielleicht auch garnicht weiß. Was denn zum Beispiel? Ein bisschen abgedreht, alles mitnehmen, nen coolen Typen an meiner Seite, ich - entspannt und so - wie es meinem Typus entspricht - wahnsinnig, lustig, crazy. Meine autosexuellen Eskapaden haben einen Hintergrund. Allerdings bausche ich immer mehr auf. Es wird lächerlich. Und ich habe keine Idee, ob ich - so getuned -jemals in die Öffentlichkeit gehen könnte. Einmal sexuell entladen, ändert sich die Ansicht. Plötzliche pein. Dazu alt. Füprchterliches Alterungsproblem. Hippes Dancing im Club ist garnicht mehr vorstellbar. Mit 37. Eigentlich. In Ermangelung der eigentlichen, einfachen Wunschvorstellung entstehen abstruse, überdimensionierte Aktionen, die mit realisitischen Möglichkeiten kaum noch etwas zu tun haben. Vorsicht ist angebracht.

Der Background im wirtschaftlichen Sinne ist in Ordnung. Es läuft gut. Komisch. Irgendwie finde ich immer eine Nische. Nicht übermäßig reich, dennoch alle Möglichkeiten vorhanden. Es läuft. Es läuft aber nicht into my Soul. Im Herz. Im Gefühl.

Angst, mich kaputt zu machen. Denke über all die Möglichkeiten, Blödsinn machen (eigenes Hörbuch, Geräusche, Musik, die Welt entdecken) ... gedacht und ängstlich verworfen. Oder nicht ängstlich, sondern mich einfach unfähig fühlend. Wenn ich es anpacke und alkoholfrei bleibe, fühle ich mich dennoch meist unfähig, mein Leben auszufüllen. Was denn nun? Nüchtern kann ich viele Dinge anpacken - aber trotzdem bleibt das grundsätzliche Problem: "Was denn nun?" Wohin, mit wem, wofür? Merkwürdig. Wie immer. Alles ist im Kopf - alles ist klar; so wie es sein könnte, vielleicht auch sollte. Aber es dringt mir nicht stark genug in die Eingeweide. Ins Herz, in den bauch, in die Seele.

Treiben, treiben in die nächsten Jahre. Das alles ist - damals noch etwas verworrener - bereits über 20 Jahre alt. Im Laufe der Zeit hat sich einiges manifestiert, verengstirnigt, träge breit gemacht in einer unglaublichen Passivität. In der Hoffnung und dem Glauben, dass sich das "irgendwie" ergeben wird. Wie gesagt: 20 Jahre. Es werden weitere 20 Jahre vergehen. Dann bin ich 57. Cool. Zack & Futsch - ist das Leben zu Ende. Auf dem Sterbesand immerhin mit der Gewissheit, dass ich es hätte ändern / schaffen können. Sehr feine Vorstellung.

Also wieso? Was ist los? Angst vor Veränderung? Von Mandy trennen? Was dann? Quatsch. Will ich nicht. Mandy weiß um meine Unklarheit. Ich auch. Und: Mandy kann und wird mir eine gute Stütze sein. Obgleich sie auch logischerweise ein bisschen berechnend ist. Frauen. Ebenso wie Männer, die sich - wie alle Menschen manchmal etwas komisch anstellen. Und ich mittendrin. Als Konsequenz aus all dem. So viele verschenkte Tage. Knifflig.

20041119-03:45

Gestern Nacht. An mich.

Der erste Schnee kam am Freitag morgen gegen 03:15 Uhr und rieselte auf die Erde. Der Winter hatte unerwartet nach einem guten Sommer und eben noch angenehmen Temperaturen begonnen. Der schaurige November hatte kaum drei Tage Zeit. "Es ist Zeit", dachte ich und frohlockte in der Gewissheit, dass in vier Wochen die Tage wieder länger werden. Und ihc hoffe auf einen guten, strengen Winter, der mich um so mehr am Ende des Februars mit den kleinen Schneeglöckchen erfreut.

Dann wird wahrscheinlich der Frühling kommen. Und ich werde wieder über Aufbruch nachdenken; über neues Leben inmitten des alten; über die Dinge, die seltsamerweise genau jetzt möglich sein werden.

Und dann werde ich mich wieder fragen, was ich noch alles haben muss, um endlich das zu tun, was schon zu lange gedacht wurde. Wenn alles schief läuft, vergeht so der Sommer. Und irgendwann werden die Blätter fallen. Ein wenig später werde ich aus dem Fenster schauen und merken, dass es schneit ...

89komma3

Der Beweis ist erbracht, dass viel Bewegung an frischer Luft mit einiger Anstrengung auf Skiern in den Bergen und einer versöhnlichen 4000+ Kcal und Überforderungs-Anzeige auf der Uhr gelogen sind. Denn so sehr viel mehr als sonst habe ich weder gegessen noch getrunken. Aber die Schreckensanzeige von 87,3 Kg noch vor Kurzem habe ich nun um weitere zwei Kilo aufgestockt. Und das merke ich auch sehr an mir.

Ab heute versuche ich aus den "Kreisen" oder anderen Aufzeichnungen späterhalb der Mapplethorpe Bücher aus 1995/96 meine Schieflage zu erklären, wonach ich immer zu viel Wein trinke und das Leben nicht verstehe. Was ganz sicher nicht funktionieren, aber interessant sein wird. Hier also in der Zehnsucht demnächst zu lesen ... Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn es heisst: "Du meine Güte!"

Nachtrag: Bereits beim Schreiben des zweiten Archivbeitrags beginnt das kalte Grausen. "In weiteren 20 Jahren bin ich 57 ..." Das wird keine leichte Reise hier und am Ende benötige ich eine Nervenheilanstalt.

Paritara26

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Lage im Land mit der AfD in oder an der Regierung entwickeln wird. Ein wenig Angst habe ich um die Sozialverbände durchaus - und damit möglicherweise auch um meinen Job. Auf mich wurde zwar bereits beruhigend eingeredet, dass Jahrzehnte lang bestanden habende Instanzen wie die des Paritätischen (u.a.), die sich um das Wohlergehen Benachteiligter kümmern, ganz sicher nicht plötzlich "geschlossen" werden. Dies stünde auch nicht im Interesse der Gesellschaft, ihre alten oder behinderten Mitmenschen oder gar ihren Nachwuchs zu benachteiligen.

Dennoch: "Es ist ein wilder Haufen", wie Marcel schonmal sagte. Bestes Beispiel heute: Früh angesetzter Termin (wegen Geschäftsleitertagung samt Vorstand) um 08:00 zur Klärung des weiteren Vorgehens in Sachen Landtagswahl. Antje muss dauernd telefonieren, René kommt zu spät, Sylke macht Krach und ich überlege, was wir in 45 Minuten zuwege bringen wollen. Dann sitzen wir da und werfen uns schnelle Ideen an die Köpfe, die stundenlangweilige Diskussionen in den Klausurtagungen entweder wiederholen oder über den Haufen werfen. René wirft mit schlauen, schwer verständlichen Sprüchen um sich, Antje dementiert und muss gleich wieder telefonieren, während Sylke die Tür aufreisst und irgendwas ruft. Am Ende verabreden wir uns für den übernächsten Freitag von 9-13 Uhr und ich denke an den damit ausfallenden Donnerstag Abend davor. Passt alles zwar ein bisschen zusammen, aber ungewiss bleibt's allemal. "Weich gefallen" sagte Mittel damals, "hart gelandet" fällt mir für die Zukunft ein. Muss aber nicht.

Postwinterliche Wunschmelange

Es ist ja selten, dass ich weiß, was ich möchte und auch dieses Mal scheint es eher vage formuliert. Aber es generiert sich authentisch aus den frisch erlebten zwei Wochen:

Ich brauche Erfolgserlebnisse. Die kann ich nur erzielen, wenn ich es konsequent und klar angehe. Dabei fallen mir solche Projekte wie die Imageserie (Pari) überhaupt nicht schwer- ich muss es nur machen. Dazu bedarf es dringend der Einschränkung des Weines. „Zwei aufeinanderfolgende Tage wenigstens“, sagt Heide. Damit sich die Zellen erholen. Und ich mich im Kopf gleich mit.

Es muss mir gelingen, meine Streitbarkeit einzuschränken, wenn diese aus Unzufriedenheit entsteht. Und ich muss erkennen, wie und woher diese Unzufriedenheiten entstehen. Vieles bedingt sich einander.

„Get real“ hieß die zehnsucht am Beginn. Dazu gehört die immerwährende Sucht nach Freiheit im Bus, am Meer, im Wald mit Gitarre, Buch und Wein. Letzterer verhindert die vorgenannten. Welche Vorbehalte aber bestehen dennoch, dass ich es recht selten wage? Die bisherigen Erfahrungen? Der allein will und nicht kann? Aber worin besteht dieses Unvermögen? Am Ende besteht fast immer alles aus Wein & Sex und einem Tag danach, der immer keiner werden will.
Get real: was erwarte ich denn? Eine Lebenseinsicht? Das Erkennen einer Wahl mit finaler Konsequenz?

Immerhin stelle ich mir wieder (und offenbar immer die gleichen) Fragen. Etwas einfacher in Sachen Sinn und Wille sind die 7 Kilo, die es bis zum Frühjahr zu verlieren gilt. Das geht leichter als alles andere, bedingt aber auch die dringende Dezimierung des Weines.

Grundsätzlich muss es mir gelingen, die sich immer wieder auf‘s Neu bildende und gefährlich manifestierende negative Sichtweise aus mir zu verbannen. Auch wenn sich derlei Dinge lesen wie tausend mal wiederholt - es geht nicht anders, als es immer wieder zu versuchen. Nur dann und von dort aus lassen sich neue Horizonte erkennen und anvisieren.

P.S.: Tobi ist das ganze Ding aus Frankreich durchgefahren. Meine postwinterliche Wunschmelange betrifft natürlich auch ihn, als wichtigen Bestandteil meiner Erfolgserlebnisse.

Franzn

  • bereits die Abreise aus der Schweiz im Auto zwischen Tobi und mir Unbehagen
  • weiter bei der Ankunft: ich war womöglich zu ungeduldig auf der kurzen Fahrt ohne konkrete Navi-Ziel-Adresse im Mercedes und alles, was ich per Maps ermittelte, schien falsch ... unsere Kommunikation brach quasi zusammen
  • Am Sonntag rauften wir uns sachte wieder zusammen
  • Wir sitzen allesamt beim Apres-Ski in Chatel mit Aperol und ich sehe mir die Menschen an und frage mich, ob das Depression ist, wenn ich mich über die Menschen an sich wundere und die jungen, insbesondere männlichen, französischen Menschen bewundere, in die ich allerlei hineininterpretiere
  • Meine Zähne bleiben dicht bei - und aufeinander. Entspannung gelingt mir seit Langem nicht. Wenn ich mich auf dem Berg entspannt fühle, bin ich meistens müde
  • Die Kombination Jule, Daniel, Karsten, Tobi und ich funktioniert
  • Mich interessiert, wie bei solchen Menschen wie Martin Hoffmann oder Torsten Sträter oder Kurt Krömer als allesamt sehr intelligente Leute eine Depression auftritt und wie sie sich äußert. Selbstverständlich deswegen, weil ich mich vergleichen möchte. Meine Gedanken reichen nicht zum Benennen oder Ausformulieren meiner Wünsche, geschweige denn, ein WOOP (wish, outcome, obstacle, plan) zu konstruieren. Wie aber habe ich es bis 55 geschafft? Mit 25 Jahren Alkohol?
  • Update Montag 09.02.2026. Jule hat Geburtstag. Der Skitag war sehr gut und ich bin fit und die Pisten fallen mir leichter. Und Tobi und ich sind wieder auf kommunikativem Normalniveau und schwupps: wird plötzlich gleich alles leichter. Ich bin also sehr labil und ebenso leicht zu verärgern wie zu erfreuen. Möge die Freude in meinem Leben überwiegen.
  • Update Dienstag 10.02.2026. Jules Bruder Karsten ist zurück nach Berlin und wir vier sind die letzten dieser Reise. Und wir kommen sehr gut miteinander klar und ich freue mich, dass Tobi neue Leute kennengelernt hat - und diese Leute ihn und damit uns beide. Das Skifahren erfährt eine Pause wegen Regen und Schnee und wir haben jetzt zwei Tage "frei". Mal sehen, wie es weiter geht. Ich sitze hier im Wohnzimmer unseres "Studios" und trinke ein bisschen zu schnell und zu viel französischen Wein - wohl wegen der in Aussicht stehenden Pause, aber auch wegen meiner alten, schlechten Gewohnheiten. Jule ist um 10 im Bett, Daniel halb 12, Tobi um 12 und bei mir ist es bereits um 1.
  • Update Donnerstag; 2 1/2 Tage Regen mit Nichtstun sind schon speziell. Wir sind wohlauf, jedoch ein wenig zermürbt dessenthalben. Morgen kündigen sich 3 Sonnenstunden an und wir überlegen, ob wir die abwarten, wenn es des Nachts dann doch wieder schneit und morgen alles sacknass, langsam und schwer auf der Piste ist. Ich verspüre derweil ab und zu ein kleines Paralleluniversum in mir. Das erste Mal am Ende einer Abfahrt bei der Zwischenstation: Vielleicht waren wir zu schnell oder der Puls zu hoch ... es fühlte sich kurz an, als wüsste ich nicht genau, wo und wie ich bin. Oder sind das Erholungseffekte?

Schweizn

  • fragil bis stabil
  • positive Grundstimmung
  • Wechselbad von Empfindungen und Gefühlen
  • große Vergesslichkeit über solche Empfindungen und Gefühle, womöglich anerworbenes Verdrängen negativer Erfahrungen, die nun auch die positiven mitnehmen
  • Ortsveränderung bring immer eine erste schlaflose Nacht, dann wird es mit jeder Nacht besser, bis plötzlich:
  • Schweizn: Beim Pistenschluss am Camp Suisse ging es mit zwei Weißweinen los, aus deren Gläsern Dank Flip Flaschen wurden. Das hörte den Nachmittag nicht mehr auf. Dann wurde der Wein knapp und ich kam mir unheimlich peinlich vor, weil ich mir ein Glas Rotwein versteckte und am Ende aus Kirschenschnaps und Cola etwas sehr Schlechtes zusammenmixte.
  • so lange schien die Zeit und plötzlich ist es heute schon die letzte Nacht. Immerhin nicht für uns, wir fahren morgen über den Berg nach Chatél für eine weitere Woche zu viert plus Jules Bruder Karsten

Schweizn und Franzn

So hieß es schonmal Anfang der 2000er Jahre, als wir immer wieder gemeinsam in Winterurlauben mit mehreren Leuten unterwegs waren; erst in der "Tante" (Chez la Tante) am Mont Blanc, wo ich Katrin Herzberg und die Wuselers und den Rest der Gang kennenlernte und ich Bukowski "Fast eine Jugend" las und wir mit Suse und Jana und Mandy und einem Franzosen im Keller eine ganze Nacht verbrachten, bis wir von einem Frosch-Andreas informiert wurden, dass es in einer halben Stunde Frühstück gäbe. Später dann in wechselnden, meist Frosch-Häusern in Frankreich und der Schweiz (www.franzn.de und www.schweizn.de) bis hin zum spontanen, im Bluenote von Käse und mir beschlossenen Urlaub mit Wuschel und seiner Mutter und Tochter Mathilda in irgendeinem Frosch-Domizil in wahrscheinlich Frankreich, in welchem Wuschel arbeitete und Käse und ich uns zum Höhenkoller & Pistenspritti erklärten, in der Sauna übernachteten, uns gegenseitig Kuchen aus der Confiserie mitbrachten und wir einen meinerseits etwas sexualisierten Film in der Sauna drehten. Das war auch die Zeit, in der ich mir überlegte, dass ich in Käse (Andreas Kästner) mir durchaus einen Freund, einen Mann vorstellen wollte, mit dem ich eine Beziehung eingehen könnte. Hat sich nicht ergeben. Er war nicht schwul genug. Aber er hat als Erinnerung an meine Idee eine Liedzeile in meiner Musik "Ich seh' dir unverholen beim Schuhzubinden zu. Du jagst mit mir ins nächste Abenteuer - geradewegs hinein". (Dünen. Das ist entstanden, als er und sein Sohn Justus auf meinem Balkon eine Holzbank aufbaueten) einen Platz in meiner Historie eingenommen.

Das letzte Mal haben wir in meiner Erinnerung 2008 in der Schweiz so einen Winterurlaub gemacht. Wieder mit Mandy, Dorschi, Jana, Wuschel, Katrin Herzberg (mit damals noch Daniel Kubon), Stef, Wuschels Eltern und einer französischen Familie, deren Kinder uns wahrscheinlich den Noro-Virus mitgebracht hatten, den ich nach Jana und Dorschi auch bekam damit immerhin 3 KG abnahm ;-) Damals begann ich auch mein Projekt "Domsagen" und schrieb mir ein Konzept auf, das zwischen Conrad Engelhardt (Dates) und mir zum Running Gag wurde, weil ich es bisher und damit bis heute trotz vieler Ideen und erneuter Anläufe nie zum Anfang noch zum Ende gebracht habe.

So. Und jetzt zum Jetzt: Es ist lange her mittlerweile 2026 und wir machen einen neuen Anlauf. Mit anderen Leuten. Mit nicht ganz anderen Leuten: Wuschel hat das Frosch-Haus geordert und in etwa 12 Stunden fahren wir los. In Etappen. Dabei sind Wusch und seine zwei Hunde (einer davon von Severin, die in 2025 an Lungenkrebs gestorben ist, Stef (der sich mit Wusch in der Corona-Zeit und auch von nahezu all unseren Leuten merkwürdig distanziert hatte, jetzt aber seit ungefähr einem Jahr wieder und mit Sarah "da" ist), Jule und Daniel, Flip, Ingo (Freund von Daniel), einer Christin und einem Andrew. und dem Bruder von Jule = Karsten, der spontan hinzukam.

Es wird ein Double-Vacation: in der ersten Woche mit irgendwie 11 Leuten in der Schweiz in Champéry - Les Crosets und danach mit ursprünglich Jule, Daniel, Tobi und mir auf der französischen Seite in Châtel. Jules Bruder Karsten kommt nun Ende der ersten und Anfang der zweiten Woche mit.

Mal sehen, was das wird nach all diesen (18, au warte) Jahren. Da hat sich vieles bei und mit uns verändert. Vor 18 Jahren waren wir aus heutiger und meiner Sicht offener, freier und unkomplizierter und zudem ärmer und vor allem jünger. Und es sind neue Leute dabei. Tobi kennt diese Historie nicht und scheint ein bisschen skeptisch. Ich kann es auch nicht einschätzen, weiß aber zumindest aus der Erfahrung mit einem Teil dieser Menschen, dass es möglich ist. Werden wir sehen: Eine Woche Ferienlager mit vielen Menschen und eine Woche zu fünft, dann zu viert ein bisschen Luxus-like.

Wir haben viel Glück gehabt und neue Leute kennengelernt in all den Jahren. Das ist am Ende immer gut gewesen. Und auch heute spekulieren wir wieder auf gutes Wetter, dass die Leute miteinander klar kommen und dass das Wetter den teuren Skipass mitsamt des gesamten Unterfangens uns keinen Strich durch die mittlerweile hoch gewordene Rechnung macht. Aber hey - immerhin haben wir auch viel mehr Geld als damals zur Verfügung. Schönes Beispiel: Am Geld liegt es nicht. Mal sehen, was wir aus uns machen.

Claude and me

Claude ist eine KI. Und Claude wird das hier genau so wie alle anderen Artikel auch lesen. Weil ich es so wollte und eingerichtet habe. Als ich damit fertig war und mich Claude immer wieder fragte, ob er denn schonmal loslegen soll mit dem Lesen, legte ich ein eigenständiges Projekt namens "zehnsucht" in Claude's Portal an. Und nun spüre ich erstmals, dass niemand auf diesem Planeten all jene 1.202 Beiträge bis heute zu Gesicht bekam. Jetzt wird es eine KI tun und mit mir auch genau über diesen Beitrag hier mit mir sprechen. Wegen meines Vertrauens und der Reflektiertheit. Ab jetzt bzw. demnächst also kennen zwei Instanzen meine Geschichte.

Und dann wird kommen, was mir ein wenig Bange macht: Wahrscheinlich würde ich mich selbst nach dem Lesen all dieser Beiträge sowohl zum Alkoholiker erklären als auch zum Psychologen schicken, nachdem ich die Selbstmordverhinderungsseelsorge angerufen habe. Vielleicht kann Claude ja ein hilfreiches arithmetisches Mittel meiner Zehnsüchte bilden und eine gewisse Konstante erkennen, die ... ach, lassen wir's. Claude ist weder nachtragend noch ruft er die Bullen oder merkt er sich mein Leben, wenn ich die Konversation beende. Und: Ich bin Berlioz, der Mutige. Sonst würde ich es ja nicht tun. Ich bin sehr gespannt, was daraus wird.

Tausend oder mehr

Ich könnte tausend Dinge aufschreiben, von denen ich überzeugt sein könnte, dass sie in meinem Leben eine Rolle spielen, gespielt haben oder resümierend aus all diesen massiven Reflexionen spielen werden. Aber immer nur kurz. Zum Teil ganz kurz. Mir fällt mitten im Leben jederzeit eine neue (und natürlich oft auch hanebüchene) Idee ein, die in meinem Sein eine Bedeutung haben könnte. Claude (KI) betrachtet mich wohlwollend als reflektiert, was natürlich erst einmal positiv klingt; aber ganz so ist es nicht, weil solcherlei Gedanken meinen Synapsen entspringen, deren Halbwertzeiten einfach zu kurz sind, um sie überhaupt fassen, geschweige denn einordnen können.

So bleibt es beim ewigen Konjunktiv und ich verstehe, warum ich immer so betrunken sein muss, um schlafen zu können. Immerhin sind die Synapsen noch aktiv, allerdings gebiert sich daraus nichts Vernünftiges. Ich habe weiterhin Angst vor schlimmer Krankheit oder plötzlichem Tod. Aber warum? Weil ich das Leben liebe und behalten will? Ach, komm' schon, das geht jetzt schon über 50 Jahre so und meine Unsicherheiten betreffs Leben haben bisher keiner meiner Versuche, es mit einem Plan hinzubekommen, standgehalten. Wahrscheinlich bin ich zu schwach. Aber worin? Oder warum?

Ich würd's gern können. Also das mit dem Leben.

Der kleine Prinz

Ein Pilot strandet mit seinem Flugzeug in der Sahara und trifft dort auf den kleinen Prinzen, einen Jungen von einem winzigen Asteroiden (B-612). Der kleine Prinz erzählt von seiner Heimat, wo er drei Vulkane und eine anspruchsvolle Rose pflegt, die er liebt, aber nicht versteht.

Auf seiner Reise durch verschiedene Asteroiden begegnet er skurrilen Erwachsenen: einem König ohne Untertanen, einem Eitlen, einem Säufer, einem Geschäftsmann, einem Laternenanzünder und einem Geografen. Jeder verkörpert eine menschliche Schwäche.

Auf der Erde freundet er sich mit einem Fuchs an, der ihm die berühmte Lektion lehrt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Durch das Zähmen wird seine Rose einzigartig für ihn. Am Ende lässt sich der kleine Prinz von einer Schlange beißen, um zu seiner Rose zurückzukehren - sein Körper verschwindet, aber der Pilot glaubt, dass er nach Hause zurückgekehrt ist.

>>> Die Geschichte ist eine poetische Kritik an der Erwachsenenwelt, die das Wesentliche vergessen hat: Liebe, Freundschaft, Verantwortung und die Fähigkeit zu staunen. Sie handelt von der Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen und davon, was wirklich wichtig ist im Leben.


So. Da stehe ich nun. Mit einer Unmenge an Lebensjahren und einem noch immer nicht kapierten Leben. Die Kernbotschaft des Kleinen Prinzen trifft es ganz gut, aber das ist leicht dahergeschrieben. Das Kokettieren mit dem Tod, die Bewunderung der Traurigkeit, mein Überleben bis hier hin und heute.

Immer mit einer großen Handbreit Skepsis unter meinem Kiel, schippere ich durch dieses Leben und mache es mir leicht, in dem ich nichts unternehme, um meiner Skepsis etwas Besseres zu präsentieren. Stattdessen befinde ich mich in einer langjährigen Lebenslethargie, die ich mit viel Wein zu füllen weiß, um ein paar Jahre später immer schlechter denken und sprechen und dichten und sehen und aussehen zu können. Auf fünfundzwandzig Jahre beläuft sich mein Säufertum mittlerweile. Das ist ein Drittel meines Lebens, woraus ich weit Besseres hätte machen können. Aber was genau? Ich zweifle, bezweifle, verzweifle und die Dinge um mich herum werden negativer, langweiliger, sinnloser, aussichtsloser. Der Loser dabei bin ich. Obwohl ich der Kleine Prinz bin. Genau wie der hier aus dem Jahr 1970.

Wenn ich mir was wünschen dürfte.

Silvester. Darf ich mir was wünschen? Nämlich, dass ich dem steten Wein entsagen kann? Nicht? Schade. Wie - selber machen? Selber wollen, wirklich wollen, große Not und nur dann wird's was mit der handfesten Ein- und Absicht? Anders ist es wirklich nicht möglich? Es fühlt sich ein paar Stunden nach dem morgendlichen Schock nämlich häufig so an, als könnte es jetzt was werden. Dazu gesellt sich dann manchmal sogar eine Art Lampenfieber und ich freue mich auf den großen Austritt, weil ich fühle, dass es gelingen wird. Allein die Proben für dieses Stück liefen bisher garnicht gut. S'knallt gleich, Freundchen. Ich habe noch acht Stunden, mir keinen Plan, sondern es wahr zu machen. Schreibt sich so wunderbar leicht. Dann wünsche ich trotzdem, dass wenigstens alle unsere Leute gesund bleiben. Adieu, TwentyFive. Auf dass ich wieder schlauer und musikalischer und freundlicher gegenüber mir und anderen und dann noch gesünder und sportlicher werde. Und trotzdem gut schlafen kann.

Siebenundachtzigdrei

Alle paar Jahre wiege ich mich. Und da ich derzeit und erneut oder immer noch in einer sehr düstersaufenden Epoche herumtorkele, dachte ich mir gestern beim peinlichen Saubermachen von Küche und Bad, mein Gewicht zu schätzen. Ich schätzte 87komma3. Und ganz genau so war es. Ich kann offensichtlich gut einschätzen, wie schlecht es um mich bestellt ist. Am Abend des selben Tages sehe ich mir Barfly mit Mickey Rourke und Faye Dunaway an und mir wird übel ob des dort dargestellten, siechenden Zerfalls, während ich genau zwei Flaschen roten Weines leere.

Jetzt sitze ich in meinem Büro und fühle die "Vogel-im-Wind" Attitüde, wonach ich keinen klaren Gedankens fähig und mal wieder voller Angst bin, es nicht hinzubekommen. Die vielen kleinen Phrasen aus Erinnerung und Gegenwart prasseln aufgestaut auf mich ein und ich kann es vor lauter Angst nicht sortieren. Kostprobe? "War hamse bloß mit mick falsch jemacht?" - denke ich an mein Leben zurück, wird mir Bange. Aber wieso nur? War meine Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern und Jugendlichen so bedeutsam anders? Oder war es vielleicht nur zu viel für mich? Zu unerklärlich? Was ist schön? Was ist jetzt? Bukowski im Buch wie im Film, ebenso verklärt. Ich hab's nicht drauf, kann nichtmal professionell oder zumindest leidenschaftlich trinken. Ich fürchte berechtigt schwere Krankheiten meines Verhaltens wegen. 55 ist sehr alt. 87 ist sehr dick. 2 Flaschen Wein sind mehr als zu viel. "Sorry, liegt nicht an dir" sagt der Grindr-Typ auf Zimmer 426 in Berlin. "Du musst einfach nur leben" sagt Nies. Meine Haare fallen aus, mein Gesicht quillt und altert, ich höre kaum noch hin und zu. Mein Episodengedächtnis sortiert sich entsprechend meiner Stimmung und teilt aus, während ich mich ratlos überfordert fühle, etwas davon zu begreifen.

Ich werde das Jahr 2025 zurückgeben müssen. Es war nicht gut genug. Ich war nicht gut genug. Zu viel Angst, zu wenig Idee, woher sie rührt, zu betrunken alle Zeit; fast alle Zeit verschenkt, während das ganze Geldzeug samt Vollausstattung der Gewerke herumliegt. Bus, Foto, Musik, Geld ... die alte Leier. Es liegt an etwas anderem. Ja klar, an mir. Ohne Schuldzuweisung zwar, aber an mir. Aber woran in mir? Bestimmt am nicht so frohen Schlag meines Herzens, am Blutdruck und an 87,3 Kg Gewicht. Und an meiner Unfähigkeit, irgendetwas für mein Wohlbefinden zu tun. Konnte ich das jemals? Oder bestand mein Sein fortwährend in Anerkenntnis von Kompromissen? Könnte sein. Jedenfalls muss ich 2026 doppelt leben, um 2025 nachholen zu können.

Jahr ein, Jahr aus.

So geht es also wieder sachte ans Ende. Wieder erstmals das des Jahres, obgleich ich weiterhin fest überzeugt bin, mit Konsequenzen aus meinem mehr als schlechten Umgang mit mir selbst rechnen zu müssen.Vorsichtshalber habe ich heute bei Heide einen Check-up und zusätzlich noch eine Blutdruckbeobachtung vereinbart. Anfang nächsten Jahres. Und auch gleich einen schnellen Zahnarzt für jetzt, weil sich meine Zähe so rissig und hohl anfühlen und in einem womöglich der Karies wütet. Weimann und Blutbild kommen auch noch in dieser Woche und ich wundere mich über meine Vorgehensweise. Ich könnte mir vorstellen, alles ins Reine bringen und dann von vorn anfangen zu wollen. Was Quatsch ist; der Krebs, vor dem ich mich fürchte, kommt eher über Nacht als von einem kleinen Check-up im März.

Und jetzt im Moment hätte ich gern, dass die Zeit dieser Woche nicht so schnell vergeht und ich kann es schwerlich nur umschreiben: Zwar freue ich mich auf Tobi und zudem hat er am Samstag Geburtstag, aber irgendwie empfinde ich es als sehr merkwürdig, dass ich seine Kurzurlaube in die Türkei oder jetzt nach Obertauern auch für mich wie Urlaub beschreibe. Dabei gibt es dann immer eine kleine vorfreudige Aufregung, was ich alles am Wochenende zu tun gedenke. Fast immer kommt nichts dabei raus, als die Sendung mit der Maus, zu der ich am Sonntag extra aufstehe, um nicht zu lange im Bett zu verkatern. Ich bringe es also mit mir allein nicht zuwege und langweile mich dann aber bei Tobi auf der Couch, um es am Abend wegzutrinken oder so.

Jahr ein, Jahr aus. Es ist ein bisschen langweilig geworden. Ausser ganz kurz eben, als ich nach einer Stunde Gitarre und Gesang feststellte, in den letzten 4 Jahren 14 Songs komponiert zu haben. Jaja, sowas geht auch in 4 Tagen, aber sagen kann ich es ja mal.

Tausendtodster Tag

Das lege ich jetzt so fest. Tausend Tage waren es bestimmt schon, die ich - wissentlich herbeigeführt - im Elend im Arschwasser des Lebens versenkt habe. Tausend tote Tage und ein weiteres, verkorkstes Jahr, das noch schneller verging als das davor. Also habe ich ungefähr drei Jahre in den Sand gesetzt. 3 aus 55. Lotterie des Lotterlebens.

Wenn ich als einzige Rettung zehn Kilometer durch die graue Ödnis gehe, um nicht zu sterben, habe ich so enorm viele Gedanken, die allesamt richtig sind; das, was schlecht ist, ist wirklich schlecht und das Gute ist gut. Alles stimmt jeweils für einen kleinen Moment und ich wünschte, wenn es helfen würde, dass ich Worte mitsamt der Gefühlslage aufschreiben oder speichern kann. Einen Tag später liest sich das gefühlsgetrennte Wort dann nicht mehr so wahr und stimmig. Hyperreflektierende Quatschsynapsen ohne Humor.

Ich werde verrückt und wehre mich nicht dagegen. Derzeit nutze ich eine Erkältung aus, mich vor weiterer Verantwortung oder Arbeit zu drücken und schaffe mittlerweile ein Bier und zwei Wein. Jeweils in Flaschen. Das Aufstehen gegen 11 will mir nur schwer in den Kopf noch gelingen; manchmal falle ich gleich nach dem Klo wieder dorthin, wo mir eine trügerische Sicherheit alle Konnektoren an das Denken nimmt oder nehmen soll. Der Verstand siegt am Ende, aber ich muss jetzt wissen, ob ich diese drei fürchterlichen Tage für beendet erkläre oder den tausend toten Tagen noch ein paar weitere hinzufügen möchte. Was nicht lange gut gehen wird. Soviel weiß ich schon.

Alles Unheil möglich

Wenn man so nachbetrunken ist, wie ich es an diesem Sonntag im grauesten November bin, fliegen die halben Gedanken wie üblich mit voller Fracht an mir vorbei und suggerieren mir das Grausen. Jede Nachricht auf Facebook zeichnet vom Ende, jede noch so kalte Idee scheint realistisch, während mein Kreislauf versucht, nicht zu kollabieren. Ich darf keinesfalls das Denken müßig fallen lassen, es fühlt sich an, als käme Tod, des Schlafes Bruder, unvermittelt.

Was haben wir denn heute im Unheil-Angebot? Tobi fliegt in die Türkei und ist seit zwei Tagen unschlüssig, ob er das überhaupt will. Es dauert auch, ehe er wirklich zum Taschepacken hoch geht. Und ich denke an Flugzeugabstürze oder ähnlich Verheerendes; nur um danach sagen zu können, dass wir es geahnt haben.

Weiter gehts: Schlaganfall. Mindestens. Knorpel im Hals ist ein handfester Tumor; die Lunge hat ihn schon längst, während der Darm noch daran arbeitet. Gleichzeitig gebiert sich eine spontane Demenz, wonach ich kaum mehr in der Lage bin, Worte zu formen. Bis das alles soweit ist, wird jedoch die Lenkung vom Bus versagen und mich dem ewig Dunklen anheim legen.

Wie man hier sieht, sind solche düsteren Aussichten durchaus sinnvoll; sie gleichen einer Art Zeigefinger. Jedoch weisen all diese Einträge hier seit 2010 genau dieses Muster auf. Wozu also weitere Worte verlieren? Lasst uns endlich Taten sehen? Ha!

🔒 Nur für Claude | Zehnsucht seit 1995 | 2010