Das große Labilirium, welches mich von einem Zustand in einen anderen wirft, was die negativen Sequenzen schlimmer wirken lässt als sie sind und die positiven beiläufig erfreut annimmt, bringt nun immerhin ein paar Ideen mit auf den Weg. Eine Art Abgesang in Form eines Schauermärchen mit Realitätssinn. Vorweg: Alles ist gut gegangen, die Rückfahrt aus Kroatien gelang, auch wenn Körper & Geist sich heftig zu wehren versuchten. So waren wir also 7:23 Uhr nach einer Mittsommernacht und dem vollen Erdbeermond zuhause. Fast schon romantisch. Aber nun:
Ich habe mir eine Art Jetlag zugelegt, wonach ich mir Sonntag wie Dienstag mittels vorabendlicher Unvernunft zu entsprechendem Unwohlsein verholfen und darüber nachgedacht habe, wie lange das hier eigentlich schon so geht? Und weil ich mir wenig in der Erinnerung behalten kann oder will, stelle ich erneut erstaunt fest, dass es schon immer so war. Nur dass es in den letzten Jahren noch mehr wurde. Und wie mir scheint, von allein nicht aus meinem Leben verschwinden wird.
So werde ich nach und nach älter und warte irgendwie noch immer auf die Initialzündung, die ich nur im Gefühl erahnen, jedoch keineswegs beschreiben kann. Mit Weltfrieden ist da auch nicht viel zu machen. Und genau da beginnt auch die nächste Dekonstruktion: Deutschland wird in den nächsten Jahren seine Regierungen wählen und die bisherigen, aufatmungsknappen Bestandsergebnisse sind mehr als in Gefahr. Die Landesverbände Ost des Paritätischen sehen in der Videokonferenz ratlos aus, die Umfragewerte bei den mehr als rechten Parteien sind erschreckend hoch und die Folgen auszumalen. Wenn uns der Westen da nicht raushaut, werden wir eine Hasstiradenpartei ohne Konstrukt und Plan in den Entscheidungsgremien - zumindest in den Landesregierungen haben. Es dürfte zu Abschiebungen kommen, ganze Sozialsysteme könnten dekonstruiert und bspw. auch Sozialverbände zugemacht werden. Damit bin ich auch schon beim Punkt. Bei meinem persönlichen.
Was'n dann? Nun habe ich mich gerade erst aus den dämlichen Dogmen befreit und bin in einem weichen Kuschelfell gelandet, welches mir so viele Streichelfreiheiten gibt, die ich bereitwillig in vollen Züge auskoste - und schon läuft es Gefahr ... naja, für die Auflösung eines 100 Jahre alten Sozialverbandes braucht es vielleicht ein bisschen mehr Anstrengung und die Informationslage ist mittlerweile mit der aus den 30er Jahren nicht mehr zu vergleichen; da werden andere Mechanismen entstehen und herhalten müssen; allerdings hat die Geschichte gezeigt, dass nahezu alles möglich ist.
Nur ich fühle mich manchmal unmöglich. Zumal ich kaum glaubhaft geradeaus denken kann und ich mich in des Zufalls seichter Sänfte träge wiegen lasse.