Verschenkte Tage. Diese Trips, die kein Ende nehmen. Einmal angefangen, ist es immer schwer, da wieder rauszukommen. Dabei fängt es harmlos an: Eine Idee, ein Projekt, ein "to do" und es funktioniert. Gut sogar. Die übliche Kurve. Alles gut. Erfolg. Freude. Dann geht es abwärts; dennoch produktiv, wenn auch langsamer. Immer noch okay. Bedröhnt. Besoffen. Im Grunde erfreut und dennoch verärgert über den Leichtsinn. Nächsten Tags böse. Und im Laufe dieses Tages wird es immer schlimmer. "Und wenn es dunkel wird, greifen sie zum Glas" tritt ein. Spiegel herstellen. Dann gehts wieder. Aber die Intesnistät der Produktion, des Denkens, des Fühlens nimmt ab.
Dritter Tag: dito. Vierter Tag- es wird eng. Schwierig. Sport, Fahrrad, Laufen, Unternehmungen werden schwieriger- ja: aussichtsloser. Das böse Denken beginnt. Selbstmord. Therapie. Neuordnung. Angst. Dann Rückbesinnung auf den Ursprung des Ganzen. Lebensform. Lebensgestaltung. Lebenshunger. Ideen. Tausenden Ideen - sachte ausgedünnt, erscheinen. Was ist mit Musik? Was ist mind Mandy? Was ist mit The way - the feeling of Love? Was ist mit mir? Soviel böse. Unschöner Umgang mit Mandy. Vorausplanendes Denken. Weg! Geh weg! Ich will allein "...?" Was allein? Einen Freund finden? Es wird nicht anders beim "Neu"? Bleibe derselbe. Mit Angst, Labilität, Unzufriedenheit und all dem Wissen darüber, wie es sein könnte, aber ich mich nicht traue, zu formulieren. Es vielleicht auch garnicht weiß. Was denn zum Beispiel? Ein bisschen abgedreht, alles mitnehmen, nen coolen Typen an meiner Seite, ich - entspannt und so - wie es meinem Typus entspricht - wahnsinnig, lustig, crazy. Meine autosexuellen Eskapaden haben einen Hintergrund. Allerdings bausche ich immer mehr auf. Es wird lächerlich. Und ich habe keine Idee, ob ich - so getuned -jemals in die Öffentlichkeit gehen könnte. Einmal sexuell entladen, ändert sich die Ansicht. Plötzliche pein. Dazu alt. Füprchterliches Alterungsproblem. Hippes Dancing im Club ist garnicht mehr vorstellbar. Mit 37. Eigentlich. In Ermangelung der eigentlichen, einfachen Wunschvorstellung entstehen abstruse, überdimensionierte Aktionen, die mit realisitischen Möglichkeiten kaum noch etwas zu tun haben. Vorsicht ist angebracht.
Der Background im wirtschaftlichen Sinne ist in Ordnung. Es läuft gut. Komisch. Irgendwie finde ich immer eine Nische. Nicht übermäßig reich, dennoch alle Möglichkeiten vorhanden. Es läuft. Es läuft aber nicht into my Soul. Im Herz. Im Gefühl.
Angst, mich kaputt zu machen. Denke über all die Möglichkeiten, Blödsinn machen (eigenes Hörbuch, Geräusche, Musik, die Welt entdecken) ... gedacht und ängstlich verworfen. Oder nicht ängstlich, sondern mich einfach unfähig fühlend. Wenn ich es anpacke und alkoholfrei bleibe, fühle ich mich dennoch meist unfähig, mein Leben auszufüllen. Was denn nun? Nüchtern kann ich viele Dinge anpacken - aber trotzdem bleibt das grundsätzliche Problem: "Was denn nun?" Wohin, mit wem, wofür? Merkwürdig. Wie immer. Alles ist im Kopf - alles ist klar; so wie es sein könnte, vielleicht auch sollte. Aber es dringt mir nicht stark genug in die Eingeweide. Ins Herz, in den bauch, in die Seele.
Treiben, treiben in die nächsten Jahre. Das alles ist - damals noch etwas verworrener - bereits über 20 Jahre alt. Im Laufe der Zeit hat sich einiges manifestiert, verengstirnigt, träge breit gemacht in einer unglaublichen Passivität. In der Hoffnung und dem Glauben, dass sich das "irgendwie" ergeben wird. Wie gesagt: 20 Jahre. Es werden weitere 20 Jahre vergehen. Dann bin ich 57. Cool. Zack & Futsch - ist das Leben zu Ende. Auf dem Sterbesand immerhin mit der Gewissheit, dass ich es hätte ändern / schaffen können. Sehr feine Vorstellung.
Also wieso? Was ist los? Angst vor Veränderung? Von Mandy trennen? Was dann? Quatsch. Will ich nicht. Mandy weiß um meine Unklarheit. Ich auch. Und: Mandy kann und wird mir eine gute Stütze sein. Obgleich sie auch logischerweise ein bisschen berechnend ist. Frauen. Ebenso wie Männer, die sich - wie alle Menschen manchmal etwas komisch anstellen. Und ich mittendrin. Als Konsequenz aus all dem. So viele verschenkte Tage. Knifflig.