Zehnsucht

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Eugen Onegin, der überflüssige Mensch

Mir ist ein wenig schummrig. Und gleichzeitig fühle ich mich aufgeregt. Und ängstlich. In solchen Orten wie Opernhaus (Eugen Onegin) oder Orten, an denen ich kaum jemanden bis garkeinen kenne fühle ich mich oft deplatziert und weiss kaum, wie ich mich verhalten oder hinstellen, hingucken soll. Zudem verstehe ich oft kaum etwas und in solchen Momenten (die sich ja immer zum Guten wenden und ich kannte ja auch ein paar Leute), könnte ich mir insgesamt vorstellen, asozial zu werden. Vielleicht das falsche Wort - ich meine, mich in (fremder) Gesellschaft oft nicht wohlzufühlen, mich nicht auszukennen, am liebsten flüchten zu wollen. Ist aber auch tagesformabhängig. Und im Opernhaus war ich müde, slow down, schwach. Ich muss das üben und bspw. die anderen Landesverbände besuchen.

Meine kleine Aufregung rührt aus meinem ängstlichen Verständnis über meine Verhältnisse und deren Wandlungen in den letzten mindestens zwei Jahren. Das geht weder so weiter bzw. keinesfalls gut aus. Und das fürchtet und regt mich ein bisschen auf. Wie wäre es mit einer eine Basisaufstellung aus den Gedanken des Beitrages "therapy!"? Darin habe ich immerhin meine Grundvermutungen über meine Entwicklungen und den Stand heute. Am akutesten fürchte ich mich vor meinen Enthemmungen zwischen 21 und 23 Uhr, aber das sind weiterhin nur die Auswirkungen, nicht die Gründe. Na? Mal schnell eine gründliche Psychologische Selbststudie klar machen? Wäre ziemlich lustig, irgendetwas plötzlich zu begreifen und mein Leben sofort entsprechend in meine bestmögliche Richtung lenken zu können. Und es natürlich sofort zu tun.

Raus aus der Angst, der Müdigkeit, der Ziellosigkeit.

therapy! drei Jahre rum.

Overloaded im Bereich Alkohol und in den Avancen beim Sport. Was heute beim Laufen nicht mehr ging, steht unter flow.polar.com mit polar@2und40.com oder in der App. Nur soviel: Vollständige Überforderung, daher mehr Gehen als Laufen. Wahrscheinlich fast schon kontraproduktiv. Und dicke Hände gabs dazu. Anschließend Badewanne. Dann die erneute Lust des Tages auf anale Stimulation samt Manipulation und Explosion. Sowas passiert meist und leider nur in postalkoholischen Dunstphasen. Zum Alkohol:

Die Gefahren samt großem Dilemma sind diese hier: Das heftige Wimmern verheisst Aussicht auf Besserung. Schwüre werden geschworen und Eide verfasst. Der Abend hingegen glaubt, mittels leichtem Spiegel die erste Zigarette besser vertragen und nachher womöglich besser schlafen zu können. Damit ist der Grundstein gelegt. Es macht Sinn, vorher nicht im Bluenote gewesen zu sein und damit also wenigstens vier Biere verhindert zu haben. Dennoch: die Geschwindigkeit für eine Flasche weißen und vermutlich schlechten Weines ist beträchtlich. Die darauffolgenden Gläser aus anderen Flaschen beeilen sich ebenso. Der Verstand möchte nicht nüchtern oder ein bisschen betrunken bleiben. Er will nach Hause. Ich fasse mich kurz:

Drei Jahre Corona, direkt nach meinem Einstieg in den Paritätischen, haben mir Geld, Zeit, Ruhm & Anerkennung gebracht. Das wendet sich nun mit jedem Tag, an dem wir alle uns öfter sehen und ich merke sehr deutlich, dass ich sehr so aussehe wie ich mich fühle. Und Husten, Schnupfen, Heiserkeit halten nicht lange als Versteck. Es gibt offenbar auch kein Potentiometer zur Regulierung der Mengen. Oder der Ansichten. Nur so einen schwarzen Schalter mit ON/OFF. Lauf' davon! Sofort. Unverzüglich. Im Foto meine vermuteten, sehr tiefen Gründe aus langer Zeit: Sex, Selbstwert, unklare Sichtverhältnisse in Bezug auf Mensch > Leben > Gesellschaft. Alkohol geht leicht. Und ich damit vor die Hunde. Wao!

Frühlingsbefehl

Es ist soweit: die Simpsons beginnen und es gibt noch einen abendlichen Silberstreif am Horizont. Jetzt aufpassen, gut sein, Frühling werden, wachsen, verändern und machen statt warten und bleiben. Je nach dem. Auf dass der Blätter Braun erheblich länger braucht, mich alternd zu wehmütigen.

Versagt

Ich kopiere am besten den Text meines eben versuchten Kiesertrainings hier rein, das sollte ausreichen für ein kurzes Stimmungsstatement. Das mit dem dicken Mädchen tut mir leid, es apokalypsiert jedoch in solch schwachen Momenten mein Weltempfinden hypercompuglobal und mein eigenes Desaster schreit mich an. Es ist Aschermittwoch. [edit:] nee doch nicht.

OmG. Versagen auf ganzer Linie! Böser Wein, böse neue App, böser alter Mann, der mich in der Umkleide wegen meiner Nähe schimpfte, manche Menschen beim hinterher dringend benötigten Asia-Imbiss dolle dick. Insgesamt nicht so gut.

TÜV erteilt

Hier ein positives Geräusch: Kurz-Check bei Carlo Weimann. Mit dem Ergebnis, dass Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse laut Ultraschall ok sind und mir der TÜV erteilt wurde. Hatte bereits ein wenig Bedenken meines Betragens wegen. Will es und mich jetzt aber schnell bessern. Jaja.

Arbeit stinkt

Gleich mehrere Ereignisse prasselten heute in der Parität auf mich ein. So zum Beispiel meine Kalenderfreigabe, die für Erstaunen sorgte: Haben nahezu alle Referenten einen bunt, aber prall gefüllten Arbeitskalender, stehen bei mir nur sporadische Einträge und das lässt den Eindruck zu, als habe ich nicht viel zu tun. (Jetzt ehrlich sein!) Die Freigabe macht mich nun transparenter und erfordert größere Anstrengungen in Bezug auf meine Termine bzw. Aktivitäten im Allgemeinen. Gedacht als erleichterte Buchungsmöglichkeit, drängt sich mir jedoch eine Kontrollbefürchtung auf.

Und dann war da vorher das Redaktionsteam, das sich heute erstmals wieder traf und welches ich erneut erstaunlich cool an- und durchführte. Was mir aber dennoch eine Form von Schweiss bereitete, der sich bereits zuvor in der Nacht / am Morgen im Bett ein wenig andeutete. Es ist dieser Schweiss, den ich sofort wahrnehme und der so gut wie nicht abwendbar ist.

Und dann war da die kleine Redaktion, die sich nun um eine Art "Pressehintergrundgespräch" bemühen muss, was ich als kompliziert betrachte. Es bedarf also sehr genauer Arbeit und Cleverness. Das alles im Vergleich meiner Arbeitsmenge der letzten zwei Jahre (!) rückt den plötzlichen Schweiss in eine erklärbare Position.

Und beim Kiesertraining hat mich dieser Schweiss dann vollends durchwirkt. Dazu fällt mir der Mann ein, der immer stinkt. Jetzt habe ich eine etwas andere Sicht auf den Mann, der wahrscheinlich garnichts dafür kann. Ich habe mich kaum selbst ausgehalten und insgesamt war es nicht sonderlich erfreulich mit neuem Plan II und Beta-Version einer Kbuddy-App, die mir immer unsympathischer wird. Alles zu komplex, zu umständlich.

Alles zusammen aber auch eine neue Situation, deren Wucht sich erstmal setzen wird und deren Ausmaße ich mir dann besehen muss. Eine Herausforderung ist es allemal. Und wie immer ist es ebenso auch als Chance begreifbar.

Notwein Teil Tausend

Samstag Nacht und du hast ... nichtmal mehr deine Lieder. Dabei ist das Kribbeln über die Vorfreude auf irgendetwas, das ich unternehmen würde, noch nicht ganz verklungen. Doch das tiefe Tal des Nichts lässt tatsächlich nichts entstehen oder vernünftig bedenken oder träumen. Seit 20 Uhr war nichts mehr passiert; das Samstag-Abend Fernsehprogramm ist der Hammer, ich überlege eine Fastenzeit von TV, Facebook & Co. Muss nur noch eine Substitution finden. Das Gleiche gilt für den vielen Wein, für den ich eine Ersatzdroge von maximal 20 bis 23 Uhr brauche, eigentlich reicht sogar halb neun bis halb elf.

Über die Jahre habe ich alles hingenommen, was wahrscheinlich nicht zu ändern war oder sich mir nicht erklären wollte. Meine Übersicht ging mir ebenso verloren wie meine Überlegungen für ein Leben nach meinen Vorstellungen. Weil ich wohl auch keine hatte: die Überlegungen waren vage, die Vorstellungen lose. So also pendelte ich offensichtlich immer irgendwie durch die Zeiten, zerwühlt von Angst und Zuversicht. Und nun bin ich 52. Und größtenteils in Ruhe gelassen worden. Zumindest bis jetzt.

Ein sich nicht legen wollender Umstand sind meine negativen Anmaßungen, das Leben bzw. die Menschen betreffend. Schnell gefasste Vorurteile und tief sitzende Argwohn haben mir bestimmt schon viele schöne Begegnungen und Erlebnisse erspart. Nach aussen wirkt das eher so wie diese teils lustig verfassten Zeilen. Ein Wanderer zwischen den Zuständen bin ich. Und ich möchte so viel mehr positive Sicht in mir und um mich haben. Es ist so'n bisschen dröge im Moment.

Lass es laufen

Den Berg hinunter. Bis ins Tal. Poetisch. Die Realität hat auch mit Talfahrten zu tun. Die eine war im Januar, im März soll vielleicht noch eine folgen. Das ist gut. Laufen lassen habe ich gestern meinen schier unstillbaren Schmack auf Schokolade. Den ganzen Bruch von Schocolat vollständig verzehrt und bereits im hinteren Drittel gemerkt, dass das nicht gut ausgeht. Also nicht ganz so gut. Es ging noch ganz anders aus, indem ich den weissen Grauburgunderwein testete, obwohl mir bereits schlecht genug war. Lass es laufen. Bis die zweite Flasche leer ist. Das ist garnicht gut. Und nicht neu. Es ist sogar sehr gefährlich. Und indem ich es aufschreibe, entledige ich mich gefühlt jeder Schuld. Ausserdem lasse ich mich ja auch laufen. Immer so 8 km lang. Und ich werde immer besser dabei. Das lässt sich aber nicht gegenrechnen.

Lass es laufen. Warum? Weil es geht? Das wird ganz abrupt aufhören, wenn ich damit nicht aufhöre. Lass mich laufen, mehr nicht.

Sportbericht

Zwei Trainingsbeschreibungen aus dem gestrigen Tag, die ich für bemerkenswert halte:

1 (Laufen): Polarisationslauf: vom Sprühregen in die bereits wärmende Sonne; vom hupenden Ermahner, auf dem Fußweg zu laufen die Idee, dass er bis 10 zählen müsse und bei Neun küsse ich ihn, woraufhin wir beide lachen müssen. Bereits Grund genug, der Sonne noch ein Stück weiter entgegen zu laufen. 8 km jetzt. Und guck mal, wie schnell! So weiter - weiter so!

2 (Schwimmen): Geht noch gut. Erst schnell, dann schwer, dann besonnen - weil auch sehr voll. Besonnen geht gut und wird nur geringfügig langsamer, die letzten beiden sogar schneller. Siehste! Aber Schwimmen wie Sauna proppenvoll. Getzt nicht. Ich blieb erstaunlich entspannt. Wie habe ich das gemacht?

Ich habe zwei Vermutungen dafür: Zum einen die Auswirkungen einer gut verlaufenden Sportaktion selbst und zum anderen die trübe Tatsache, nicht mit Restalkohol angefüllt zu sein. Immerhin plausibel, wahrscheinlich aber kein Garant. Jedoch immer Bestandteil der Voraussetzung.

Temporärer Sexschwund

Nanu? Die Lust ist auf Urlaub? Meine morgendlichen Streicheleinheiten während des frühsportlichen "Yogas" finden weiterhin statt, jedoch sind die dabei anrüchigen Reisen in die Vorstellung Sexes dabei seit ein paar Tagen nicht mehr zugegen. Vielleicht eine Episode, vielleicht eine temporäre Menopause (oder Andropause), vielleicht garnicht bedeutsam. Dabei bin ich doch gerade jetzt in einer körperlichen Konstellation, die beispielsweise sinnliche Fotosessions wieder zulassen würde. Ich empfehle mir Gaymassagen Berlin. Oder wo anders. Und es fällt mir schwer, Dokumentationen über Alkohol-Abhängige und deren Heilung im Fernsehen anzusehen. Ah ja. Weil damit deutlich wird, dass sich meine Grenze zwischen Klarkommen und Notwendigkeit absoluten Alkoholverzichts deutlich in Richtung letzteren verschiebt. Und das würde ich gern bitte irgendwie nicht wollen müssen.

Von der Panik not to get it

Bisweilen beschleicht mich ein unwohles Gefühl, wonach ich mich nicht in der Lage sehe, standhaft zu sein oder es wieder zu werden. Das sind Momente, bei denen ich eine Form von Gewalt mit zugehöriger Angst verspüre. Womöglich ist es auch ein internes Warnsignal, das mir den Handlungsbedarf verdeutlichen möchte. Der Begriff Ohnmacht passt auch ganz gut dazu, obgleich es sich hier sehr wohl um meine eigenen Möglichkeiten und Mächte handelt, die einzusetzen ich mich jedoch oft nicht in der Lage sehe, um meine Potentiale ausschöpfen zu können.

Doch was nützen Potentiale ohne Ziele? Sehr gemeiner Beitrag, aber durchaus angemessen.

StimmunGsschWankUNG3n?

STIMMungsSCHWANkung3n?

Depression. Demenz. Dekonstruktion. I have a premonation. Jedem und Allem und jeder Situation ist Interpretation und Bedeutung beimessbar; alles beruht auf meiner eigenen Befindlichkeit, also meinem Setting und damit meiner Laune. Und die ist labil. Abhängig von mich umgebenden und damit stimulierenden Kleinigkeiten. Hervorgerufen in diesem Fall und in unserem gemeinsamen Urlaub in Alta Badia. Es gibt nur vage Einschätzungen meiner Gefühlslage: Weiter- oder gar zu Ende denken geht (wie auch bei vielen, ganz anderen Situationen) nicht. Alles schwebt, während sich weitere Impressionen hinzugesellen. Keine Struktur mehr, keine richtigen Informationen, die ich verarbeiten könnte. Nahezu alle Erwiderungen / Reaktionen sind gefärbt von Atterei (persönliches Fürwort, generiert aus "at at at!"). Alles scheint gegen die Wand geschmissen zu werden. Ebenso schnell kann sich alles wieder auflösen und auf die gute und damit einfachere Seite des Daseins schlagen.

Dann, nach einer Pause generieren sich manchmal zur Wiedergutmachung kleine aufgeregte Kribbeleien mit der Aussicht, was ich für ich und grundsätzlich tun könnte. Songheld werden, Storyschreiber, Sexanbieter, Fotomacher, Drohnenflieger, Wändeanmaler, Busbekleber, Leutebesucher, Testamentschreiber (!). Bei diesen Kribbeleien bleibt es dann oder erschöpft sich schnell noch während der Introsequenz.

I want to kiss like Lovers do. Das ist mindestens eine fehlende Basis, die das Voraufgeführte in seiner Bedeutung stark dezimieren dürfte. Das alles ist hier mit heisser Taste getippt und so nicht richtig rekonstruierbar und haltloses Geschwafel des ewig Selben. Ich bitte mich dabei gleich selbst um Verzeihung und begründe das mit den multikomplexen, sich rasend ändernden Zuständen, die ich nicht in der Lage bin, zu sortieren, zu gewichten, einzuordnen und entsprechend zu bewerten, damit mindestens die Hälfte davon getrost auf den Müllhaufen der SideShows meines Bewusstseins geworfen werden kann.

Es sind dazu nämlich eine ganze Menge "Alles Lüge" und unbezogene Traumschlösser dabei, an denen ich aus irgendeinem Grund für's gefüllte Restebecken der Illusionen festzuhalten scheine. Das Imperium 2und40, welches nie eines war und wohl kaum eins werden wird, spricht immer noch im Plural seines Mitarbeiterstammes. Mein geschäftiges Treiben, scheinbares Erfahrungswissen und weit verzweigtes Netzwerk sieht nach außen hin womöglich vielversprechend aus; inside me aber winde ich mich in schweren Hangovers und versuche den Tag zu überstehen, wohl wissend, wie ich nach aussen aussehe.
Es wird und muss immer ein VW Bus bleiben - für die gloriose, allumfassende Freiheit. Diese Freiheit, die fast immer am teuren Parkplatz in Stadtfeld endet.
Noch mehr Kameras und besseres Equipment machen mich zu einem immer besser werdenden Fotografen. Aha.
Und ich bin immer noch Bester Vorleser Mitteldeutschlands, zu welchem ich bei einem kleinen Kulturradio in 2018 gekürt wurde, weil ich mich meines tatsächlichen Netzwerkes bediente und per vielfacher Mille-Klicks zum Gewinner pushte. Macht 'ne schöne Reputation, hat aber sonst nicht viel zu bieten.

Das ginge hier noch weiter. Nützt aber nichts, denn es ist das alte leiernde Lied, das jeden Balladen-Charakter längst verloren und es nichtmal in den traurigsten Sumpf dumpfdämlicher Schlager geschafft hat. "Es tut mir leid, dass ich riesengroße Fehler habe, an denen ich nicht arbeite." (H.Simpson). Hört zum Glück auch keiner zu. Das wäre ja auch sehr peinlich. Für den, der allein will und nicht kann. Und der es, weiter gedacht, mit anderen auch nicht hinbekommt. Da sind die zukünftigen Möglichkeiten schnell erschöpft.

Into the great white open

Ich hänge ein klein bisschen an der Zipperleine. Schlafarm zum Sonntag, müde auf der Fahrt (tapferer Tob fuhr das ganze Ding), Traummüll in zu warmer Nacht zum Montag und gelegentliches Blasenbrennen. Ich habe endlich herausgefunden, was es seit je her sein muss, wenn es etwas brennt und mich zum Wasserlassen nötigt, auch wenn kaum was geht. Verstimmte Blase in möglicher Gefahrennähe zur Prostata nervt sehr selten, aber dann um so sehr. Als Jugendlicher kam das oft nach Alkoholgenuss im Bett nach Samenerguss. Das hielt sich schmerzhaft. Beste Rettung: erneutes Masturbieren ohne Abschuss. Dazu gesellt sich erstmal der rechte Hoden, der sich anfühlt, als läge er in der Running-Hose unter der Skihose zu eng und will sich bemerkbar machen. Das geht wieder weg, kommt aber mit dem nächsten Skitag (17.1.) etwas schwächer, aber wieder. Wir sind im weiten Schneebergland Italiens und ich wehleide über die Dinge, die sich aller Voraussicht nach häufen werden. Eine Melange aus großer Welt und kleinem Tod samt leichter Furcht.

Recherche I

machen!

Stoffwechseltest

Interessante Beobachtung bei meiner Annahme, dass ich gegessenes Zeug wahrscheinlich ziemlich schnell verstoffwechsele. Dem war nach meiner Koloskopie nämlich nicht ganz so. Nun kann das bei bei einem "gestörten" Fluss nach einer 24 Stunden Diät ein bisschen anders sein. Hier das Procedere:

Nach Darmentleerung bzw. Null-Diät über gesamt 28 Stunden vom 02.01. um 10 Uhr bis zum ersten Essen am 03.01. um 14 Uhr (nach der Koloskopie) nahm ich also 14 Uhr drei (wahnsinnig gut schmeckende frische) Brötchen mit Hackepeter und Schinken und Käse zu mir, gegen 18 Uhr dann eine Bockwurst + 2 Knäcke mit Hackepeter und Käse, und nächsten Morgen (04.01.) zwei Brötchen und am Mittag ein Brötchen jeweils mit Hackepeter und Käse, gegen 18 Uhr dann Kichererbsen mit Reis.

Nehmen wir also an, der letzte Stuhlgang war am 02.01. gegen 23 Uhr (am nächsten Morgen nur noch Urin, was anzeigte, dass die enorme zu mir genommene Flüssigkeit nicht mehr wie gewollt den Darm ausspülte, sondern direkt durch ging und der Darm deshalb nicht ganz sauber war. (soll an allgemein insgesamt zu wenig Flüssigkeitszufuhr liegen). Nach der Koloskopie habe ich um 14 Uhr wieder gegessen. Das ist der Messpunkt. Vom 03.01. um 14 Uhr (leer) bis zum ersten wieder festen Stuhlgang nach dem Procedere am 04.01 um 23 Uhr. Das sind 33 Stunden. So lange dauert das also, bis sich mein leerer Darm mittels zugeführtem Essen zum Kacken entschliesst.

Hätte nie gedacht, dass ich über sowas mal was in der Zehnsucht schreibe. Es wirkt alt, zerbrechlich, ängstlich. Ja: und uncool.

Koloskopie Ergebnis

Vielleicht kann das hier zum vorherigen Beitrag angefügt werden. Ist ja auch ein Test, ob Posti Plugin mit Bild funktioniert. Nachtrag: Funktioniert. Und so belassen wir's dabei.

Heisser Hunger

Der zweite war bereits der erste ohne Alkohol in diesem Jahr. An Tage wie diesen sich im letzten Jahr zu erinnern, fällt mir sehr schwer. Womöglich gab es keinen (!). Dennoch vorgesorgt, war der zweite noch vom ersten mit seinen beiden Doppio Passo entsprechend vorbereitet. Was für ein Schindluder. Nun ging es aber nicht anders, als 24 Stunden totale Diät zu halten, um heute herauszufinden, dass meinem Darm nichts fehlt oder zusetzt, er dafür aber ein paar Ausbuchtungen (linksseitige Divertikulose) aufweist. Endverdauende Brackwasserdepots in den Mäandern der Neuordnung auf dem Weg in die Freiheit bzw. direkt in die Kanalisation. Gemeines Gleichnis.

A pro "po" Kanal: Hier zeigen sich noch Hämorrhoidne Grad II, von denen ich dachte, sie wären erfolgreich verödet. Und in drei Jahren machen wir das Ganze nochmal. Und ich bin gehalten, mehr Wasser zu trinken, weil die vorbereitende Darmreinigung offensichtlich nicht ganz so gut funktioniert hatte, was mit dem Gesamtniveau des Wasserkonsums der ganzen letzten Zeit zu tun hat. Das wiederum kann ich mir nur so erklären, dass Alkohol dem Körper Wasser entzieht, so dass ich selbstredend sofort in den Negativbereich der Wassermenge abrutsche. Und zwar täglich.

Nüchtern am dritten Tag. Und Propofol-Fan. 260mg und ich kann Michael Jackson sehr gut verstehen. Und hungrig. Fleischer, Bäcker: Drei wahnsinnsfrische Brötchen mit Hackepeter, Leberwurst und Schinken und Käse! Bis eben etwas aufgeräumt, alle Weinflaschen weg (dreimal gehen!) und so voller Hoffnung, dass ich standhaft bin und es richtig mache. Mit mir, den anderen, dem ganzen Rest von Leben mit und nach 52 Jahren, die mir auf dem Weg zur Koloskopie heute unfassbar und ernüchternd alt vorkamen.

Was jetzt nicht kommt, das kommt nicht mehr.

Das Spiel ist aus

Das Dreiundfünfzigste Spiel meiner Liga. Es gibt weder zu vergeben, noch zu vergessen, es wird nicht vorgenommen, was nicht in jeder anderen Sekunde des Lebens gemacht werden kann, es werden keine haltlosen Sprüche geklopft oder skandiert. Tobias muss morgen arbeiten und ich komme mir vor, als muss ich in ein kaltes, dunkles, verlassenes und freudloses Stadtfeld zurück. Das stimmt zwar nicht, aber irgendwie schafft es so ein Jahresende mit bedeutsamem Krach draussen etwas Besonderes anheimeln zu lassen. Und ich muss also hinfortziehen und er bleibt seelenallein zurück. Ein Jammer. Komisches Gefühl.

Wenn wir uns wiedersehen, ist der Weihnachtsbaum fort, beginnt die Geschäftigkeit in der Umgebung wieder und wir haben noch eine Woche bis zum Schnee in Italiens Dolomiten. Und dann geht alles irgendwie weiter. Es wird Tote geben im kommenden Jahr. Wie auch im letzten, aber ich fürchte Einbußen im näheren Umfeld. Der Papst ist heute um 09:34 Uhr verstorben. Genau um die selbe Zeit habe ich im Bett liegend auf die Uhr gesehen - bin also quasi erwacht. Ein übersinnliches Zeichen und es fürchtet mich. Allerdings vor mir selbst. Mitsamt dem Wein von gestern, den Weinen eines ganzen Jahres, die Auswirkungen und die unsachliche Fortführung dieses ausserordentlich ungebührlichen Verhaltens ... verknoten sich in ein Strickmuster, aus welchem mir meinen Strick zu drehen ich mich durchaus in der Lage sehe.

Die ziemlich vage Vorstellung, mein Leben betreffend, meines Seins ... vielleicht garnicht nötig. Aber ohne Ziele gibt es halt so viele verschobene, verschrobene, verdrehte, unsachliche, teils schlimm- wie schlechte Gedanken und Gebilde im Denkmuster, das nicht richtig denken will oder kann. Es gibt nichts zu tun garnichts mehr. Der Wind wirft die Toten derweil über Deck, es duftet nach Licht von weit her.

Dann wird es Zeit für die Ewigkeit. Und die Freude schöner Götterfunken aus dem Radio.

Nachtrag des Captains: Jetzt nicht traurig werden! Der Freund von Traurigkeit winkt irgendwo da hinten. Aus der Gegenrichtung winken Freunde am Feuer und verlangen nach mir. Das ist gut, aber auch früh. Ich fürchte mich zu langweilen. Vier Stunden sind viel Zeit. Aber 16 Grad sind auch viel warm. Ich bin satt vom Gulasch und fahrig schwach des letzten Weines wegen. Was also nun? Eine schöne Frage am Ende eines Jahres.

Zwischen den Jahren

Mein Freund von Traurigkeit ist zu Besuch. Gewesen. Gestern kam er. So gegen Nachmittag. Und blieb über Nacht mit zwei tiefen Flaschen roten Weines. Bis heute zum Training. Jetzt bin ich erschöpft genug, um keine Zeit mehr für ihn zu haben. Oder die Endorphine haben sich vor Lachen ausgeschüttet und Traurigkeit ging davon.

Da reichte schon der Weihnachtsbaum vorm Büro. Der vermutlich einzige in den letzten Jahren, der nach Weihnachtsbaum duftete. Alle Erinnerungen an Zuhause, Oma, Eisenbahn, Gleitschuhe ... kommen mit einem Schlag und werfen mich fast um. Oder eine bestimmte Sekunde Peter Alexander im Fernsehen. Scheint immer so eine Art Flashback zu sein, ausgelöst durch eine Situation samt der daraus entstehenden Stimmung. Und dann ist garnichts mehr: Kein Traum, keine Idee, keine Tat und sehr viel Zeit.

Weihnachten war weniger sensationell, dafür aber laut. Oder ich bin insgesamt zu müde. Alles ist so beliebig und gleich und macht nicht so richtig Freude. Und meine Eltern reden so oft so negativ über andere Menschen oder Situationen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es Stefanie Hertels Tochter oder Marlis ist, die sich ja sowieso nie von allein meldet. Vielleicht gehen alle Familien ja immer mal wieder andere Beziehungswege; ich habe allerdings keine Freude bei der Draufsicht. Das Thema gabs hier bereits: Kluges sind nicht mehr dabei, Ingo & Marlis kommen auch nicht, Tante Inge nörgelt ja sowieso immer nur und braucht deshalb nicht unbedingt zu kommen. Geblieben sind die Rostocker, die Haberlands, die ehemalige Arbeitsskollegin Ansorge und ein bisschen Brandenburg.

Das sehe wahrscheinlich nur ich so, der ich mich allerdings auch lieber zurückhalten würde, wenn so Vieles, über das geredet wird, sofort negativ besetzt und mitten im Satz reingegrätscht wird. Macht es denn Freude, sich über alle und Alles aufzuregen und sich damit ein vages Gefühl zu vermitteln, dierdie Einzige zu sein, dem man schrecklich zusetzt? Ich beobachte mich mittlerweile selbst bei der schleichenden Übernahme dieser schlechten Gewohnheiten, setze negative Attitüden auf und verstreue Bitterness, die mir mögliche neue Freundschaften, Lieben oder andere schöne Aussichten von vornherein vereiteln.

Manchmal fühle ich alles so mühselig und langweilig, so aussichtslos gleichbleibend. Den Rest versaufe ich. Und leider werde ich hernach sagen müssen, dass ich nicht mutig genug war, mich den Dingen zu stellen, weil ich mir kaum mehr etwas zutraute, das zu machen ich den eigentlichen Grund- das Ziel dafür ja auch nicht wusste. Was offensichtlich mein ureigenes und immerwährendes Problem zu sein scheint. Also, was willst du hier?

Samstagsbestand I+I

Samstag-Nacht und du hast ... mal wieder keinen richtigen Plan. Was in Wein münden wird. Zuviel Wein. So wie gestern. Heute bin ich dagegen angelaufen und morgen werde ich die Gewichte stemmen. Nun bin ich genau so einer, über die ich mich vor zehn Jahren lustig gemacht habe und laufe meinem Untergang flehentlich davon. Pozor Flak im Bluenote, da werden viele Leute sein. Wieviele davon sind eigentlich Freunde? Oder ist das egal? Ich habe nichtmal Lust drauf. Für Fotos ja, aber sie wollen nicht. Also bleibe ich hier. Gäbe es Alternativen? Per Grindr ein adHoc Date? Die Erfahrung sagt Nein, ein Zwischenerlebnis vor zwei Jahren mit dem damals noch lebendigen Carstens sagt ja. Aber geht ja nicht. Alles Andere ist so lala.

Sehr oft überschlagen sich meine Gedanken. Besonders in schlechter Stimmung / Verfassung. Da reicht ein Wort im Fernsehen und ich habe eine eigene Show der trüben Unzusammenhänge. Die Zusammenhanglosigkeit ist dann aber garkeine, denn es klingt alles so logisch und herleitbar; allein mein Universum füllt sich dann randvoll mit Episoden aus Möglichkeiten, vertanen Chancen aufgrund von fehlender Einstellung dazu und weiterhin fehlender Willenskraft der Bündelung ebendieser meiner Willen (plural). Dann fliegen die Fetzen von Songtexten vorbei, die ich für gut halte, die ich aber nicht weiter verfolge. "Man muss es doch wachsen und gedeihen lassen." Ganz schlechte Einstellung. Es wachsen nur noch der Krebs und die Zahl der Jahre, auf die ich aufgrund derer Zahl erstaunt zurückblicke; mich fragend, was ich denn bisher hier überhaupt so bezweckt, gewollt und gemacht habe.

Samstag Nacht. Nachher werde ich das hier bestimmt nochmal aufmachen, um etwas sagenhaft W/Richtiges hier hineinzuschreiben. Ich will dem nichts vorwegnehmen und wünsche mir viel Spaß und gute Gedanken dabei. Ich sollte mich bis dahin sexuell betätigen und an mir entsprechend herum-manipulieren. Das schafft wahrscheinlich bereits eine vorübergehende Drittel-Lösung der Befindlichkeiten.

00:42 Uhr: Stimmt. Fast. Noch mitten im Manipulieren stelle ich erneut fest, dass ich spätestens seit Matthias "Otschi" Otte und Thomas Sohr so sehr auf männliche Körper samt deren mir im Geiste zugewandte Wesen (ohne das es nicht geht) fixiert bin. Sehr sogar. Das fabulierte sich anfangs in weiter Ferne sehr unscharf mit 10, ahnte ich ab 12, begann ab 14, steigerte sich enorm mit 16 und wusste ab 18 nicht, wie weiter. Das dürfte das vorhin benannte Drittel ausmachen. Oder sogar noch etwas mehr.

Samstagsbestand I

Samstag. Tobi hat Corona und wir sind getrennt. Oh. Bis zu seinem Geburtstag auf jeden Fall. Und er "braucht nichts bis Freitag". Obwohl er Nasentropfen braucht. Und Desinfektionsmittel. Oder ich könnte ihm eine Suppe machen. Oder ... nunja, das ist gespielte Autonomie. Ich hielte es für romantisch. Gibt nicht so viel zu sagen per Facetime. Na dann, bis bald.

Und da ist er wieder: dieser schwer zu beschreibende Zustand der relativen Leere. Wir beide handeln mehr zweckmäßig als romantisch, mehr schwarz oder weiss, mehr folgerichtig als waghalsig. Das ist das London ohne Küssen, Bornholm ohne nachts am Strand, Kroatien ohne Schwimmen bei Vollmond, Barcelona ohne verliebt in der Bar oder Paris ohne Liebe. Das wird oft langweilig und in mir regt sich Aufbruch samt der Hoffnung, Tobias mitziehen und zum Quatsch machen (da gibts bessere Worte für) überreden zu können. Ich kann allein nichts dagegen oder anderes tun. Hier nun endlich meine Gedanken vom Sommer aus dem "Tun & Lassen" Archiv:

Es sind die vielen kleinen Episoden, Bestandteile einer heftigen Bergtalfahrt, die es am Ende zu beschwichtigen versuchen um es schön aussehen zu lassen, aber tiefe Narben aus diesen Episoden und damit im Ganzen mit sich ziehen. Es wird schwer, die Anteile auszuloten. Ich vermute viele davon auf meiner Seite, deren Ursprung sich mir nur vage, aber immerhin etwas erschließen lassen wollen. Es hat mit dem Brief an meinen Freund zu tun, wonach ich noch nicht das bzw. den fand, den ich suchte. Und im Player laufen fast wie durch Zufall „Du machst mir noch mein Herz kaputt“ und „ein Schritt vor und zwei zurück“. In Momenten der Entspannung ist es manchmal kaum rekonstruierbar, aber derlei Situationen mitsamt der tiefen Gram sind schnell wieder da.

Paris. Ich wünsche mir die entspannte Leichtigkeit der Franzosen. Oder auch der Italiener. Notiz an mich: „was ich mir wünsche“ diesbezüglich und auch so. Bezogen auf meine Erinnerungen an diesen Urlaub. Denn daraus lassen sich die meisten Rückschlüsse ziehen.

Kommunikationsgau an der Mosel. Wenn er nichts sagt, dann mache ich halt Vorschläge. Die werden manchmal sogar vollends negiert. Je weniger er, desto mehr ich. Ich brauche Kommunikation. Vor uns geht ein älteres jung gebliebenes Paar den Berg hoch, neckt und küsst sich und kneift sich gegenseitig in Schultern und Po. „So“, sage ich, „sehen Liebende aus“. Wir müssen doch reden, oder nicht? Wegen Essen. Oder Wein. Oder ein Eis. „Waaas? Nein. Eis hatten wir schon.“ Und ich unsachlich und gereizt „mähähä“. Passiert mir öfter. Böse Stimmung. Und wenn wir tausende Eis am Tag essen, was soll's? Aber mehr kommt nicht. Jetzt ist er von seiner Currywurst nicht richtig satt und Wein haben wir auch keinen neuen. Morgen gehts nach Hause und es bleibt weiterhin schwer, das alles auszuloten. Aber es beschreibt das Gefühl, dass ich in Amsterdam, vor allem in Brügge und naja, immer wieder und damit zu oft habe. Habe fertig.

Was ist nun der Unterschied zwischen Bekanntschaft, Freundschaft, Freundschaft+ und Liebe? Und wo befinden wir uns?

Ich weiss nicht, wie ich denken soll und mich in den Griff kriegen kann. Get real- ja, aber wie? Konfus, kaputt, unausgeschlafen, unausgewogen, launisch, gelangweilt, desillusioniert, Lippe kaputt, Liebe kaputt, heiss draußen. Urlaub sollte doch jeden Tag ein schönes Erlebnis bereiten. Ich bin bereit zu glauben, dass es alles nur an mir liegt; der allein will und nicht kann, der zusammen es ebensowenig vermag. Das, was mir zum Leben gereicht: mal wieder nicht klar. Ich brauche ein neues oder anderes Universum. Am besten ohne Wein und Bier und viel Platz für meine Möglichkeiten.

(Das waren die Gedanken, die ich im Sommer 22 direkt nach manchen Situationen und recht schnell aufschrieb, um es nicht zu vergessen und irgendwann mal zu begreifen. Es ist ein häufiges Auf und Ab aus Aktionen und (Über-)Reaktionen, aus Stimmungen und Langeweile und ich fasse zusammen, dass ich mir mehr von uns beiden gemeinsam wünsche: tiefer, intensiver, lebendiger.)

Kein Titel möglich

Mir fällt dazu nichts ein. Eben noch habe ich geschrieben, wie böse es um mich in Sachen Alkohol steht. Am selben Abend habe ich mir eine ganze und noch eine halbe Flasche Doppio Passo reingeholfen. Der Schlaf begann um 02:00 und endete gegen 08:00 mit enorm sexuellen Gedanken und meinen Händen zwischen Schwanz und Hintern. Um 10:00 aufgestanden und von da an nur an mir "manipuliert" mit der Idee, das Studio für die IB Telefonaufnahmen einzurichten. Völlig platt, kaum eines logischen Gedankens fähig, habe ich das immerhin noch realisieren können, aber der Weg war weit und schwer. Ich war kaum fähig, einen einfachen Gedanken zu verfolgen; alles war unglaublich kompliziert. Ich wollte eigentlich laufen, hatte aber erstmals das deutliche Gefühl, dass ich das lieber sein lassen sollte, weil ich sicher war, dass ich mittendrin umkippen würde. Selbst von er Hocke in den Stand wurde mir so schwindlig, dass ich das als Vorstufe eines nahenden Todes ansah.

Abends dann zum Weihnachtsmarkt Lessingplatz Bluenote, ein paar Fotos und Videos machen. Mit zwei Glühwein ging's dann wieder, aber ich bemerkte, wie meine Worte schal wurden. Ich konnte mich kaum noch ausdrücken, die richtigen Worte finden. Jetzt hier zuhause habe ich die Fotos gebaut und dabei weiteren Rotwein konsumiert. Bisher ungefähr eine Flasche.

Ich komme hier nicht weiter. Es scheint keine andere Lösung in Sicht, außer dem vollständigen Verzicht. Und das für immer. Anderenfalls wird das immer so weiter gehen. Bis jetzt hatte ich das viertelwegs im Griff, aber es scheint mir zu entgleiten. Fehlt nur noch der morgendliche Griff zur Flasche. Dann wäre ich vollends bereit.

Und die Leute beim Paritätischen werden das bereits durchaus registriert haben. Jetzt wird's nicht nur nur deshalb außerdem gefährlich.

Jörg Stübing schreibt gerade in seinem Buchhandlungs-Newsletter in einer Veranstaltungsankündigung sowas hier:

Das Jahr - es neigt sich. Mit Glanz und auch mit Gloria vielleicht, mit Ruß und Scherben für manche aber auch. Denen ist wieder weniger gelungen als sie dachten. Wie eine störrische Geliebte schiebt sich Frau Welt beharrlich zwischen Traum und Tat und fordert Eigenes. Oder wie es John Lennon sang: "Leben ist das, was passiert, während wir dabei sind, andere Pläne zu machen." Die Schatten der Erde ziehen schnell, das wissen wir. Sic transit gloria mundi. Und langsam dämmert uns, das auch die berühmten langen Winterabende vielleicht doch nur ein Wunschgebilde, gar eine Erfindung unserer konsumistischen Warengesellschaft sein könnten. Von Einkehr, Ruhe und Besinnung ist oft wenig zu spüren und doch liegt der Glanz der Weihnacht für alle, die Gewinner und die Geschlagenen in den stillen Wäldern da draußen. Wunderweisse Nächte für alle, die noch imstande sind aufmerksam zu lauschen ... (Hier kommt dann die Ankündigung eines Liederabends & Rezitation)

Donnersdesaster

Der Donnerstag (bis nachts um Vier) wirkt noch immer nach und ich bin geneigt, eine Entschuldigung, eine Erklärung von mir zu verlangen. Das Happening selbst ist immer nur die Basis dessen, was dann zuhause folgt. Das ist eine Form von Gewalt, Selbstvergewaltigung. Und die Folgen sind nicht mehr so leicht verarbeitbar wie noch zehn oder mehr Jahre zuvor. Sich mit 52 wie mit 22 gehen zu lassen, geht eben nicht.

Jetzt häuft sich die Aufmerksamkeit für sterbende Leute in der Umgebung (Göki ist top-aktuell der Nächste mit wahrscheinlich Darmkrebs, Ex wartet weiterhin auf seinen Tod) und mein rechter Hoden tut weh.

Meine Erklärung sollte beinhalten, wie es über die Jahrzehnte dazu kommen konnte, dass meine Phasen des Missbrauchs so ausarten konnten und die Abstände sich verkürzen bzw. garnicht mehr existieren zu scheinen. Die Angst der Mittelmäßigkeit, des (immer noch und wieder) schwachen Selbstwertgefühls, meine unklaren Verhältnisse in Sachen Sex ... allesamt Allzeit-Gedanken, die sich zu entfernen versuchen durch eine gewisse Ansicht über das Egalsein, das durch eben jene körperliche Gewalt verursacht in geistige Umnachtung verdriftet. Also doch: Alkohol zum Verdrängen von irgendwas. Ist das noch nötig?

Zur pragmatischen Handlungsanweisung: Es ist die Zeit von 20:30 bis 22:30 Uhr - nur zwei Stunden! Wenn ich da durch bin, kann ich beruhigt ins Bett und entspannt aufwachen. Vorausgesetzt, ich gehe nicht ins Bluenote oder zum Weinmicha. Andere Gefahrenherde sind ja eher selten. Es gilt weiterhin die Direktive, nicht unbedingt etwas machen zu müssen, sondern etwas sein zu lassen. Daraus gebieren sich dann womöglich schneller die positiveren Einstellungen. (ok- ich bin im Ganzen sogar nicht negativ eingestellt, nur nimmt meine Hilflosigkeit aufgrund meines Verhaltens zu.)

Und ich habe unglaubliches Glück (noch), in meinem Job gut zu verdienen (jetzt keine Vergleiche!) und im Grunde alles, was ich anbiete und mache mit großer Anerkennung überschüttet zu sehen. Großes Gegenteil zum Puppentheater. Erinnert mich an Kulturserver: Geld ist da und schon ist alles irgendwie egal und ich kann mich gehen lassen. Das kann es doch nicht sein, was ich will, oder?

Ist so'n bisschen wie Songs schreiben: Ich weiss, dass ich das kann, aber es fällt mir immer wieder unglaublich schwer. Etwas Leichtigkeit im Besehen des Hier & Jetzt wäre gut. Kommt vielleicht auch im Verlauf des Alterns. Vielleicht entsteht sowas ja durch solche Phasen, aus denen ich lerne, dass mir im Grunde nichts passieren kann, sofern ich mich weiterhin benehme, ich mich selbst sein lassen und mich dadurch immer wieder aufrichten kann. Mein Sport in den letzten 20 Wochen hat mich immerhin zu einem mittlerweile wieder ansehnlichen Mann gemacht. Gut, das reicht jetzt erstmal.

Der Tag geht, Johnny Walker kommt

Das war von meinem Büronachbarn Martin Jahn ganz sicher nur witzig und keineswegs ironisch gemeint, doch ich weiss es zu sehr deutlich zu registrieren. So betrunken bin ich noch nie irgendwohin gefahren - erst recht nicht zur Arbeit. Es ist jetzt 13:00 Uhr, ich bin gerade angekommen und nicht sicher, ob das alles hier real ist. Wenn ich meine vermutete Selbstdisziplin subtrahiere, wäre das hier der perfekte Zustand eines damaligen Stübings, der sich hilflos selbst in die Notaufnahme einlieferte, weil er keinen weiteren Weg mehr sah. Es ist auch nicht sonderlich hilfreich, mich hier im Büro aufzuhalten, um den anderen zu zeigen, dass ich arbeite. Ganz im Gegenteil biete ich hier gerade kein gutes Bild. Aber eines, das man sich merkt und im Wiederholungsfall noch viel deutlicher wird.

"Wenn es dunkel wird, greifen sie zum Glas." Genau das ist meine Anamnese. Gestern gabs Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt mit der Winckelgasse. Dazu und danach Bier und ganz danach auf dem Sofa einen Liter Müller-Thurgau mit der rechten Hand an der Geilheit größter Instanz. Das dauerte bis kurz vor Vier und verlor sich am Ende im letzten Glas Rotwein. Keine weiteren Fragen.

Ausser vielleicht die nach dem Ursprung, nach der Ursache, der (Fehl-)Entwicklung, der aktuellen Sichtweise und Frage danach, wie ich es mir vorstelle, so oder wie? weiter zu leben. Für den Fall der hilflosen Selbstaufgabe empfehle ich mir schnellstmögliche Auskostung aller zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Im Grunde geht es - glaube ich - hier nur um Sex. Komisch.

Laute und andere Menschen

Wenn ich müde bin und wie jetzt in einer kleinen Konferenz in Haldensleben den leisen Worten Anderer zu folgen versuche, stelle ich erneut fest, wie laut Menschen sind. Natürlich ist das meinem Hörverlust mitsamt der künstlichen Verstärkung geschuldet, aber es nervt tatsächlich, wie gehustet, geräuspert, stuhlverrückt, papiergeknistert und allgemein gepoltert wird. Tja, das wars eigentlich schon.

Viel schlimmer hingegen ist die Beobachtung eines Soges, der mit dem Missbrauch des Alkohols einhergeht: Die Abstumpfung ist erstaunlich enorm: die eigene Meinung hält sich beunruhigend zurück, übrig bleibt eine vage Hoffnung darauf, dass alles irgendwie gut werden würde. Also mit der ganzen Welt oder zumindest dem Teil des Lebens, dem ich angehöre. Logische Argumente oder Stellungnahmen gibt es für keine der Seiten.

Im Kleinen bleiben die Dinge liegen, für die es zumindest eines kleinen Mutes oder Anspornes bedarf. "Weisst ja selber: hinterher ...". So füllen sich die kleinen losen Zettel, die "immer is' was" anmahnen und nerven; auf der anderen Seite wäre es ohne diese Mahnungen wahrscheinlich noch viel stiller. Vielleicht mache ich das ja unbewusst selbst, um mich am Leben zu halten.

Ein weiterer Aspekt meines Lebens ist der stets ungeklärte Punkt nach Erfüllung von Sehnsucht in Sachen Wärme, Liebe, Mensch, gemeinsame Erlebnisse, Berührung, Sex und ob das alles Eins ist oder getrennt / parallel bedient werden kann, soll, muss. Meine Basis schreit: "Allesammen!", meine Realität macht es aber nicht. Aus früheren Erfahrungen war Sex nur bedingt die Erfüllung meiner Sehnsucht. Carsten war fast ein Versuch und aus heutiger Sicht noch immer in sehr amouröser Erinnerung, aber es war's halt nicht. Und zudem ist er nun tot. Jetzt aber sind da zwei Typen im Grindr-Chat, die sich sehr vernünftig lesen und ich bin wieder in der Bredoullie der Auswahl von Möglichkeiten, während die Zeit vergeht.

Münzfernsprecher

Dinge verschwinden im Laufe meine Lebens. Ganze Ideologien und Staaten sogar. Natürlich auch Menschen. Das wird bis zum Schluss so sein. Heute verabschiede ich mich von Münzfernsprechern - also Telefonhäuschen, die ich bestimmt schon fünfzehn Jahre nicht mehr benutzt habe. Diese Meldung war deshalb wichtig, weil sie weder von Krieg noch von Alkohol handelt. Immerhin.

Fahne

"Du hast ja ne ordentliche Fahne". Sagt Siggi am Sonntag morgens um halb Zehn, als wir unten den angelieferten Wein von Rauschkolb in unsere Keller und Küchen schaffen. Großartiges Bild. Zwölf Stunden später sind ein Bier, eine Flasche Gewürztraminer und aktuell ein Glas Dornfelder Geschichte. Keine gute.

1und1und1

1 Bier, 1 Rotwein, 1 Weisswein. Ich schreibe von Flaschen. Dazu 1 Wetten dass ... Versuch, der leider sehr fehlschlug. Doch das gereicht nicht zur Ausrede der maßlosen Trinkerei. Ich muss es mit Gewalt beenden.

Derdiedesaster

Superlative sind ja auch schon seit geraumer Zeit aufs Schärfste überbewertet, immerhin aber genügen sie, um zu beschreiben, welch ungeheures Schindluder ich mit mir betreibe. Das merke ich immer an solchen Morgenden wie diesem, wenn ich die menschlichen Machenschaften in der Zeitung lese, wonach es acht Millarden Menschen nicht schaffen, klar zu kommen, wonach russische Bomeben versehentlich bereits auf polnischem Boden landen, man auf einem G20 Gipfel gemeinsam herausfindet, dass der Einsatz von Atomwaffen nicht gut wäre, wonach die Inflation in panikliche Höhen schiesst und das Wetter deutlich abkühlt.

Das sind aber alles keine Gründe, die mich morgens so Panne sein lassen, weil ich am Abend den Wein nicht hab' stehen lassen (können!). Eine Hilflosigkeit breitet sich in solchen Momenten in mir aus und wenn ich bedenke, wie lange ich mich schon so defizitär treiben lasse, wird mir weiterhin Bange. Es ist kaum zu glauben, wie der Mensch in der Lage ist, die an sich beobachteten Dinge mit dem Wunsch nach Korrektur vor sich auf die lange Bank zu schieben. "Man kann sich dran gewöhnen" (Frank Schöbel) - das führt zu großer Unübersicht, Verstimmtheit, Unwissen und bei vielen Leuten mit ungefähr ähnlichen Defiziten letztlich sowas wie Montagsdemos mitsamt Rechtsruck, damit ich wenigstens andere für mich und mein Verhalten verantwortlich machen kann.

Das war ein super lativer Brandbrief. Feuer frei. Und Holle W. ist gestern gestorben. Der Nächste. Und ebenso an Krebs. Und Ex Dietmar Hörold wird es denen demnächst gleichtun. Das Abbild jedwelcher Zukunft. Auch meiner. Fragt sich nur, wann, wo und wie. Mein Hörgerät links tutet genau in diesem Moment: die Batterie ist fast alle.

White Owl

Ein Lied von David Gray, das mich tief rührt. Und ich weiss nicht, woher das kommt. Es ist fast eine Art Mantra, Wiederholungen, tiefe Stille in all seinen Songs des Albums "Skellig", sehr poetisch in den Texten und damit kaum zu greifen. Ich habe das Lied während meines Gehens / Laufens immer mal wieder gehört und mich bei "White Owl" tief im Innern angefasst gefühlt. Womöglich entsteht diese Stimmung nur, wenn man das ganze Album hört. Oder dabei läuft.

Sebastian Böhm - der bunte Vogel Magdeburgs - ist mit 36 an Leukämie gestorben. Birgit Bursees Mutter ist am Alter gestorben. Ich trainiere wieder bei Kieser und reduziere Rad und Laufen. Obwohl Laufen heute (7Km) erstaunlich gut gut - den roten Bereich der Uhr habe ich vermeiden können und bin fast nur gelaufen. Fitness. Das ist gut.

Nicht gut hingegen sind die Unmengen an Alkohol, die ich weiterhin konsumiere. Immer wenn es dunkel wird. Sport versus Alkohol. Habe heute im Norma vorsichtshalber nochmal 8 Flaschen sanften (10,5% Vol) Riesling Gewürztraminer gekauft. (Natürlich nur, um zu beweisen, dass ich das nicht unbedingt trinken, nur da haben muss).

Seit eben heize ich mein Wohn- und Schlafzimmer. Ab morgen wird es erstmals kalt. Mit Regen. In den nächsten Tagen noch kälter. Geht auf 2° tagsüber runter. Habe viele kleine Projekte wie Ombud-lsa, Weihnachtsvideo für die IB, Herzgut-Beratung Foto & Web, Bluenote Weihnachtsmarkt Grafik & Druck. Und ich kann das alles machen, weil mir mein Job im Paritätischen das ermöglicht. Wao! Aber ständig verkatert ist das sehr anstrengend. Wie schön müsste das alles komplett nüchtern sein?

Heute am Morgen nach dem Yoga: Sex. Heute Abend nach dem Laufen: Sex. Sport macht sexy.

Zwei Leute also gestorben. Wenn ich mich besinne und alles "ordentlich & richtig" mache, werden mich die vor den Toren lauernden Armeen von Viren, Krebsgeschwüren und anderen Gebrechen überfallen und entsprechend richten.

https://www.youtube.com/watch?v=oHdVopjAfa0

reKieser

Sportumstellung: Seit dem 11.11.22 kann ich endlich wieder zum Krafttraining. Jetzt kommt's drauf an, ob und wie ich es richtig mache. Tobi mag ich nicht ganz glauben schenken, nachdem ich also jetzt aufhören muss mit Schonkost und Laufen, sondern zunehmen und damit Muskeln aufbauen kann. Mit scheint das nicht klar, es sei denn, ich hätte Ambitionen, so einen Kraftsport wie er damals zu machen. Aber das ist nicht meine Absicht. Lieber würde ich die (von früher mal 96 Kg!) heruntergesporteten 81,5 Kg behalten und dafür nun solche Eiweisse und Kalorien im gesunden Maß zum normalen Krafttraining anvisieren, damit ich weiterhin in meine fast schon weggeworfenen Sachen passe, mich körperlich sehr wohl fühle und meiner Vorstellung von schönem Körper entsprechen kann.

Vergleiche auch Sexambitionen: Die strotzenden Muskelmänner mag ich nicht - es sind weiterhin die schlanken, jungenhaften. Aaah: Und? Wie weiter? Das passiert alles im Kopf und ich muss manchmal ein wenig über mich lächeln, wenn ich an meinen satirischen Spott gegenüber jenen Menschen denke, die ihrem Tod durch massive Ernährungskontrolle und heftiges Laufschnauftraining davonzurennen versuchen. Jetzt bin ich selbst dort angekommen, nur 10 Jahre später. Ist ja normal bei mir, dass alles immer ein "bisschen" länger dauert. Deshalb muss ich ja auch 105 Jahre alt werden.

So. Sei's drum: Nicht immer nur aufschreiben, was ich mir wünsche (immerhin: es scheint ein Wille vorhanden), sondern die Ideen in die Tat umsetzen. Also: Ich brauche jetzt sowas wie einen Personal Trainer, der mir zusammenstellt, was für mich und meine Vorstellungen in Sachen Kraft & Laufen und gelegentliches Rad & Schwimmen versus entsprechender Ernährung gut geeignet ist. Und der mir bestenfalls beim Besehen der nackten Ergebnisse dessenthalben gelegentlich um den Hals und mit mir ins Bett fällt.

Gegenwehr Alkohol

Naja, das ist ein eher blöder Titel, weil er mit Herpes weniger zu tun hat. Ich versteige mich auf's sonntägliche Frühtrinken, damit ich früh genug im Bett bin, um den Rausch lange genug ausschlafen zu können. Was für ein Bullshit. Vorher (so gegen 18:00) habe ich mir noch Gedanken über mein Thema Website Parität für die Dachverbandskonferenz im Kloster Drübeck am Mittwoch und Donnerstag gemacht (remember last year: Da habe ich am selben Ort mich gedanklich im Bett noch geohrfeigt, dass ich zu viel Wein gesoffen habe, was mich nächsten Tags bestimmt wahnsinnig anstrengen wird. Was es auch wurde. Und wiedermal mein sehr großes Problem in Sachen Alkohol klarstellt) und nun habe ich ein Glas Rotwein, bereits eine Flasche Marke Mädchenabendwein geleert und bin bereits an der nächsten. Und suche bereits nach Ausreden für morgen.

Jeder Freitag verheisst mir Zuversicht, weil ich dann immer die Möglichkeit habe, zusammen mit Tobi halbwegs weniger betrunken ins Bett gehen. Nahezu jedes Mal wird es dann doch anders. Dann der Sonntag: Jeder Sonntag verheisst mir Zuversicht, die neue Woche endlich richtig anzugehen und nicht so dermaßen rumzusaufen. Und bereits Sonntags Abend selbst mache ich mir das alles zunichte. Und ich denke dabei immer an Stü, der sich vor über 11 Jahren einliefern ließ, um mit seinem und offensichtlich auch meinem Problem in Sachen Alkohol fertig zu werden. So. Und jetzt du. Oder ich. Oder beide.

Nachtrag: An. diesem Abend und beim Gucken von "Der Pianist" ein Glas Rotwein und zwei Flaschen Riesling Gewürztraminer gesoffen. Holla!

Großangriff Herpes

Nach einem Wochenende mitsamt Bärbels Geburtstagsessen heute im Griechen Wolmirstedt schlich sich seit Samstag ein scheinbarer Großangriff meiner Herpes-Fraktion ein. Woher? Idee: Zu viel für mich immensen Sport in den letzten Wochen (Uwe erklärte mir heute, dass Sportler grundsätzlich ein geschwächtes Immunsystem haben sollen), dazu Cosentyx vor drei Tagen. Dann die intensive Zahnreinigung am Mittwoch, seit der sich meine Lippen etwas wund und kaputt anfühlen. Das wars wahrscheinlich. Sonne? Gab's immerhin viel in den letzten Tagen. Jetzt brennt alles. Und klebt. Oben links ging es los, die untere Lippe fühlt sich durchweg im Desaster. Naja, wird schon wieder. Wahrscheinlich. Denn ein klein bisschen kränklich fühle ich mich auch. Auch ohne Corona. Long-Time-Covid scheint ein Thema zu werden. Uwe und ich haben die gleichen Symptome betreffs schneller Erschöpfung und verminderter Leistung. Mal gucken, was das wird.

Beim Blättern in den Bildern meiner Zehnsucht

... seh' ich Vieles vergilbt in all den Jahr'n. (in etwa: Reinhard Mey) ... seh' ich immer das selbe Dilemma: Es geht um Mut- und Planlosigkeit, Ängste - kurzum: Negatives. Vielleicht schreibe ich immer nur dann in die Zehnsucht, wenn mich irgendetwas umtreibt, was an meinem schönen Leben zu nagen versucht. Und seit langem ist der Alkohol im Spiel: Ob in den letzten Jahren meiner Arbeit im Puppentheater, in der eineinhalb Jahren währenden Arbeits- und Ziellosigkeit oder dem Neuanfang beim Paritätischen, von dem ich mir zuversichtlich einen positiv behafteten Aufbruch versprach. Der wurde es zwar auch, allerdings blieb die Sucht (Ha! Jetzt hab ich es mir eingestanden!) nach dem seit Jahren währenden Alkohol-Dilemma bestehen.

Habe gestern 20 Jahre Tagesschau gesehen und bemerkt, dass das gefühlt noch garnicht so lange her ist und dass das meine Zeit des Kulturservers war, in der ich - ausgestattet mit genügend Geld - mit Dieterloo Bach mindestens jeden Dienstag enorm gesoffen habe, was ich bis heute als meinen persönlichen Einstand in die Welt des überheblichen Alkoholmissbrauches betrachte.

Nun kann ich ihn dafür natürlich nicht verantwortlich machen; es zeugt eher von meiner eigenen Unfähigkeit, mein Leben in den "Griff" zu kriegen. Es ist allerdings beispielhaft für das, was sich seitdem auf welche Weise für mich entwickelt hat. Das alles steht hier jetzt nicht vor Gericht und ich darf immerhin von mir behaupten, auch nach unserem Bruch in 2008/9 Einiges zustande gebracht zu haben - aber das Thema Alkohol mitsamt seinen Folgen und meinen dementsprechenden Zehnsuchtsbeiträgen hat deutliche Spuren hinterlassen.

Nun mag sich die Frage stellen, was sich in einer so langen Zeit ab ca. dem Jahr 2000 ohne Alkohol anders entwickelt hätte. #selbstmord #unendlichgluecklich #genausowiejetzt (...) - ich weiss es nicht und kann es aufgrund der nur einspurigen Erfahrung nicht beweisen. Fakt ist immerhin, dass es ohne Alkohol zumindest klarer sein dürfte. Der Rest ist Flucht.

Und ich habe eine neue (etwas törichte, aber immerhin mögliche) Theorie: Sobald ich mich besinne und in Sachen Leben und Vernunft eine gewisse gesunde Geradlinigkeit entwickle, wird mich eine unheilbare Krankheit ermatten, ermüden und ersterben lassen.

Alles ist möglich!

Ost und andere Seen

Habe mir ad hoc zwei Tage Urlaub nehmen können und bin dahin gefahren, wo die anderen sind: Nach Kägsdorf. Zu Jörg, Jana, Susi, Norbert und den beiden Kids an die Ostsee. Das ging einfach so und führte mir erneut vor Augen, in welchem großartigen Gemenge von Möglichkeiten ich mich befinde. Ich konnte das einfach so machen und man empfang mich mit offenen Armen. Dazu gabs Besuch von Stefan Schulz (Basser bei Michme) mit Frau und Gin, wir liefen an den mir so bekannten Parkplatz "zum Strande" und später trank ich philosophierend mit Norbert bis halb Drei fast den gesamten Gin aus. Ich schlief dann trotz Couch-Angebot im Bus. Nächster Tag Kühlungsborn mit warmem Kuchen vom Blech und Softeis von einer erhabenen (Ost)-Qualität, die nur durch dänisches Eis übertroffen werden kann. Das war so ein ganz kurzer, großer Moment der tiefen Freude, die ich Jörg gegenüber auch zum Ausdruck brachte: Mit Freunden zusammen irgendwo sein und sowas geniessen zu können. Dann weiter mit dem Rad, Drohne und Drachen fliegen, abends grillen. Ich dann wieder im Bus, allein mit Weisswein. Das schreibt und fühlt sich komisch: ich sitze gegen 12 nur da im Bus, gucke im Handy rum und trinke Wein um des Weines willen. Oder so.

Freitag zurück, Samstag Opernhaus im Anzug mit Zarathustra und wieder neuen Leuten, die ich kennenlernen durfte (Sabine und Christoph): sie Tobis Arbeitskollegin, er die Bratsche im Orchester. Dazu Michel, Doni, Götz, Claudiu. Fetzt. Sonntag musste Tobi arbeiten, ich hab mich mit dem Rad durch den Kreuzhorst++ gekämpft (und scheine eine immer bessere Kondition aufzuweisen). Abends dann zum Halloween-Feuer bei Heike und Torsten; Tobi nach seinem Arbeitstag um 12 im Bett- ich um 2. Dann die Zeitumstellung. Montag Ente bei meinen Eltern und Wein abholen.

Hier sitze ich nun recht früh zuhause beim Doppio Passo und bin merkwürdig desillusioniert, mal wieder platt, ohne Ideen, Motivation, ohne Ziele; wohl aber wissend, dass ich doch jetzt bestens gerüstet für die anstehenden Dinge sein müsste. Klappt nur irgendwie in diesem Moment nicht. Vielleicht habe ich auch Angst, dass ich mir mit diesem (und schlimmererweise weiterem) Wein so enorm und permanent schade, dass ich von den vor mir ausgebreiteten Möglichkeiten samt meinen Freiheiten weder etwas abgewinnen noch etwas Schönes daraus machen kann. Momentaufnahme. Sonntag-Abend-Blues am Montag.

P.S.: Und in meinen Notizen steht immer noch, was ich über mich und Tobi insbesondere in Urlauben aufschreiben wollte. Macht mir wahrscheinlich ein bisschen Angst, das deutlich klarzustellen, was mich in unserer Beziehung immer mal wieder ein wenig desillusionieren könnte.

Elend.

Kaum zu glauben, schwer zu fassen, Elend. Ich sitze in der Trägerversammlung der Altenhilfe, für deren Zoom-Einrichtung Ich verantwortlich bin. Hat nicht sonderlich super geklappt und ich gebe mich erkältet, um den offensichtlich schweren Hangover zu überspielen. Alle Sinne sind erschwert, das Niveau sinkt in allen Bereichen und mein Herz fühlt Lust, sich schwer zu tun. Gleich falle ich bewusstlos vom Stuhl.

Gestern beim Testen der Technik im Studio beinahe ein Desaster fabriziert, indem ich per Landesverband-Account eine Onlinesendung eröffnete und dann die Hose fallen liess. Jeder mit Zugang oder der schonmal dabei war, hätte sich dort problemlos reinschalten können. Oder ich wäre damit in eine laufende Konferenz eingebrochen. (Na gut, das hätte ich wahrscheinlich bemerkt). Dennoch: Dafür hätte ich keinerlei Erklärung mehr gehabt. Großes Zittern bei der Vorstellung, dass das jemand gesehen haben könnte. Unfassbar. Dumm. Elendig. Schwein gehabt.

Ich scheine denk- und koordinierungsunfähig. Hohes Elend. Tiefe Scham. Ich sollte vielleicht tatsächlich vom Stuhl fallen, um hier Klarheiten zu schaffen.

7 Bier, 1 Fl. Weisswein, 1 Gl Rotwein

Blue Note, Home, Home

Kleine schöne Episode

Sonntag Abend. Vollmond. Ich sitze bei Rotwein und lese über Narkose bei Quarks. Und werde plötzlich sentimental dabei. Weil ich es wie friedliches Sterben empfinde? Als kurze, vollständig bewusstlose Auszeit, gefolgt von einem Erwachen zurück ins Leben. Ist schwer zu erklären. Hat was mit Frieden zu tun. Das trägt eine große Symbolik in sich. Für mich. Was mich dazu bringt, aufzuschreiben, wie gut es mir geht: Ich habe einen phantastischen Mann, ich bin gesund, mir geht es gut und ich habe alle Möglichkeiten, die das Leben und unser Universum mir bietet. Sogar das schnöde Geld in ausreichender Menge.

Ein kleiner, stiller Moment, in welchem ich all das so sehr zu schätzen weiß, dass es mich rührt. Und in mir den Wunsch leuchten lässt, mich endlich wieder zu besinnen auf so ein mögliches Leben, das ich mir nicht verbauen sollte, indem ich mir immer wieder so sehr schade durch zu viel Wein und den Folgen.

Zwangsweine

Halb Zwölf ist zu früh für mich. Weil ich eine ganze Woche ausser Sport nichts Sonderliches geleistet und noch weniger gearbeitet, dafür aber immer (!) und viel (!) Wein getrunken habe. Halb Zwölf war also auch gestern zu früh. Nachdem Tobi im Bett war, habe ich noch einen ganzen Liter Bachus versenkt und dabei bemerkt, wie zwanghaft sich das anfühlt. Es gibt kein Maß mehr, alles muss bis zum lallenden Ende getrunken werden. Der Sonntag hier und jetzt verläuft entsprechend flach und kreislaufschwach. Aber ach.

daily procedure

Frühstück mit Knäcke und Käse, eventuell Arbeiten in Parität oder zuhause, Auswahl zum frühen Nachmittag: Walking, Laufen, Rad, Kiesertraining (im Moment nicht wegen Klavikula Platte Entfernung und Schonung für ein paar Wochen), noch ein paar Dinge erledigen, Abendessen mit Knäcke oder Restessen vom Wochenende, Nachrichten im TV von MDR und pro7, dann Simpsons, dabei wegdriften, Nachrichten 3sat, Aufraffen, Überlegen und bisschen Gitarre, Bluenote gegen 20:00 zum Vorglühen, anschliessend in der Einzelsäuferzelle die Flasche Wein leeren, schlafen gehen, im besten Fall noch etwas lesen (derzeit Jack Kerouac "On the Road"), gegen 07 a.m. aufgeweckt werden durch Bewegung im Haus - über mir oder Laubpuster oder Müllfahrzeuge; egal: alles weckt mich auf. Aufstehen, Bemerken, dass es gestern mal wieder zuviel war, Yoga: im schönen Fall mit tiefer Entspannung bei Sonne durch die Fenster und sexuellen Anleihen.

Frühstück mit Knäcke und Käse ...

Überlebt

Erneut. Und jetzt nochmal nachdenken über die Idee des Versprechens vom besseren Leben. Und ich erkläre mich für verklärt genug zu glauben, dass mein Leben im Falle meiner tatsächlichen Wende zum Guten hin ein jähes Ende nehmen würde. P.S.: Ich liebe Narkosen. Und mindestens einen Anästhesisten.

Schuld & Schulter

Morgen in aller unsachlichen Frühe ist es also wieder soweit, dass ich narkotisiert und operiert werde. Und wegen der Seltenheit solcher Unternehmungen schwingt immer ein bisschen Gefahr mit. Gefahr, das Unterfangen vielleicht nicht oder nicht richtig zu überleben. Was so gut wie nie passiert (siehe Flugzeugabsturz, Lottogewinn, Blitzschlag). Aber eben so ein bisschen. Und die Schuld, die ich mir hier wirklich und deutlich zuschreiben muss, lässt mich immer wieder hoffen, bei Erfolg anschließend ein besserer Mensch werden zu können. Wobei "besser" nur den Alkohol und den Grund dafür meint. Was sehr gemein ist. Denn das alles liegt tief verschlungen weit zurück und gereicht als jede Ausrede für nahezu alles.

Es ist an der Zeit

Hier kommt die Angst erneut

Zum vierten Mal mit dieser Headline. Es ist kaum vorstellbar, wie schleichend, beständig und in immer größer werdenen Mengen mit deutlich kleineren Abständen sich der Alkohl zu meinem vertrautesten Partner gemacht hat. Da kommt die Angst ins Spiel. Was auch sehr gut so ist, denn es ist sehr beängstigend. Wie ein Schlüsselbeinbruch, den ich nicht wahrhaben will und für mein Erwachen plädiere. Passiert aber nicht, denn es ist real. Und diese deutliche Realität macht mir zu schaffen. Auch weil es so vieles Andere, das ich bewerten möchte, muss und werde, in Wahrnehmung und Interpretation verzerrt. Es lässt auch nur sehr wenig SpielRaum für Entwicklung, Neuland und Gespür. Und das haust du nicht in drei Monaten einfach so raus, da muss deutliche Beständigkeit rein.

Ich schreibe das (erneut), weil ich seit ein paar Tagen zu den üblichen Hangovern nun auch insbesondere nach vielem Sport mitsamt der Müdigkeit ein tief schlumnmerndes Herzklopfen verspüre. Unruhig, fordernd, gruselig. Wie eine Vorankündigung auf ein großes Ereignis. Ein großer Zeigefinger, ein ernster Blick, die schwindende Substanz des Universums.

Ich berste vor Sex, ich dünne mich aus und forme meinen Körper und zögere es hinaus, indem ich die Ejakulation verweigere. Bis morgend um Vier. Vielleicht möchte ich rausfinden, ob es sich irgendwann von selbst ergießt oder ich so geil bin, dass nahezu jeder Typ mich mich (als neuen Carsten) in Frage kommt.

Kurz vor Herbst

Ich bin traurig, jetzt zuhause nach unserem zweiten Urlaub in diesem Jahr, betrunken, aufgeregt und planlos. Und weiterhin betrunken. Ich habe viel aufzuschreiben und fürchte mich davor. Weiterhin.

Wowerwas bin ich?

Was mache ich? Was erlebe ich und wie geht es mir? Ein erneuter Beitrag darüber, dass ich seit langer Zeit sehr müssig bin, die Zehnsucht mit meinen Gedanken, meinem Leben zu füllen. Daher hier ein zusammenfassender Anreiz, worüber es baldigst zu schreiben gilt, bevor sich die Erinnerungen verklären:

Wir fahren am Sonntag für zwei Wochen in den Süden. Zu Maja und dann aufs Boot. Vielleicht gereicht mir diese lose, ruhige Zeit, aufzuschreiben, was mich umtreibt, umgetrieben und möglicherweise auch daran bisher gehindert hat, es zu tun. Scheint ja gewisse Skrupel zu geben.

Tag ein, Tag aus

Seit Wochen gedenke ich, aufzuschreiben, was mir seit unserem Urlaub im Juni (Amsterdam, Brügge, Paris, Mosel) durch den Kopf geht; was ich mir währenddessen in Notizen festgehalten habe. Geht nicht. Es bedarf offensichtlich weiterer Reflexion betreffs der Dinge zwischen Tobi und mir und uns und allem.

Stattdessen pausiert offensichtlich alles ein wenig - insbesondere in meinem Job bei der Parität, wo alles sehr gemächlich und entspannt läuft. Folge ist, dass ich versuche, soviel Sport wie möglich zu machen, meinen Körper und damit meinen Sex zu bauen und abends ins Bluenote zu gehen, ein paar Bier dort zu trinken und mich zuhause in meiner Einzelsäuferzelle mit Gewürztraminer oder anderen Weinen zu Ende zu bringen. Der nächste Tag startet matt (und doch voller Sex und Yoga), ein bisschen arbeiten und wenn möglich: Sport, bevor am Abend genau das Selbe wieder passiert. In solchen Momenten denke ich mir, wie genial doch solche Zustände voller Möglichkeiten sein müssten, wenn ich sie mir selbst nicht permanent verbauen würde. Erinnert mich ein wenig an Kulturserver. Aber nur ein bisschen. Denn der Job ist schon ziemlich cool.

Immerhin habe ich drei neue Songs geschrieben. Es ist warm, es ist Sommerloch. Und es ist tatsächlich nicht unbequem. Aber viel mehr passiert auch nicht. Hätte Wäre Könnte ... same procedure. Das Leben ist bequem, aber auch ein bisschen fad. Ich bin der Vermeider jeglichen Aufwandes und versuche, meine Baustellen flach zu halten. So sieht's momentan aus.

Carsten Groneberg ist tot

Immer wieder mit meinen (sexuellen) Gedanken an ihn - an meinen ersten aufrichtigen schwulen Kuss nach dem Café 39108 (das hiess später Feiner Dame), in welchem wir erstmal zusammen saßen und er mir, heimlich meine Schenkel streichelnd und mich damit enorm erregend, erstmals überdeutlich bewusst machte, wie sehr ich auf Männer genau dieser Form (zumindest sexuell) fixiert bin - habe ich ihm heute also eine WhatsApp schicken wollen, um zu fragen, wies es ihm geht und warum er auf Planet Romeo nicht mehr zu finden ist.

Weil er aber weder auf Romeo noch per WhatsApp zu erreichen war, habe ich nach ihm im Web gesucht. Heraus kam, dass er gestorben ist. Im Juni 2022. Ich bin baff. Weil ich nicht weiss, warum. Und weil jetzt auch (au weia, böse) alle weiteren Vorstellungen gemeinsamen Sexes mit ihm ebenso gestorben sind. Was wirklich sehr schade ist.

Unsere Zeit im Dezember 2010, unser Sex und die Filme, die ich dabei mit uns gemacht habe; sind die vorletzte Erinnerung an ihn. Die letzte Erinnerung war mein Besuch bei ihm und unser Sex im Juni 2020, von dem ich heute noch schwärme. Weil wir so aneinander waren, dass ich meinen Orgasmus im Hochgefühl des körperlichen Ineinanders kaum mehr ausmachen konnte. Und ich hatte mir Zeit unserer Gemeinsamkeit immer gewünscht (und wir haben es auch zwei Mal versucht - beim zweiten Mal war es sehr viel besser), dass er in mich eindringen möge, um mir jenes Gefühl zu verschaffen, das ich noch heute mit Fingern und Dildos nachzuvollziehen versuche.

Es hat mit uns nicht sein wollen - er war ein Mensch, von dem ich Mario Sack erzählte: "Ich weiss, was er sagen will, aber er kann es nicht" (das war am Tag des Umzuges von Anke Grünbeck nach Genthin); was im Grunde bedeutet, dass wir beide im Sex aus meiner bisherigen Erfahrung zwar das Grösste waren, es aber nicht zu einer Beziehung im Geiste reichte.

Und jetzt ist er tot.

little personal apocalypse

Nur ein kleiner Vorgeschmack einer möglichen Apokalypse: Draussen sind es gestern und heute 40 Grad, selbst jetzt noch 30; es herrscht politische Fehde mit der Androhung auf striktes Energiesparen im Winter, weil Gas, Öl und Strom sich enorm verteuern und sich im Falle einer Entspannung nie wieder auf das bisherige Maß zurückschrauben werden. Putin treibt seinen Ukraine Krieg weiter und keiner weiß, was das für alle für Folgen haben wird. Die Inflation greift erstmals merklich. Auch wenn ich reich genug bin, das zu überstehen, bin ich mir nicht sicher, wohin alles in Allem führen wird.

Derweil kühlen wir uns oft im Bluenote mit Bier, was ich leider anschließend immer mit rotem Wein zuhause zu Ende bringe und mich damit nächsten Tags viel tiefer im Eimer wiederfinde. Letzter Sport war am Sonntag und ist derzeit ausgesetzt, die Fenster sind noch immer geschlossen, weil es drinnen immerhin noch kühler als draussen ist. Am Barleber II laufen die älteren Schwulen durch die Pfade der hinteren Kurve und ich finde es gedanklich anregend aber unmöglich, zu erleben. Erinnert mich an Kindeszeiten, in welchen ich nackt über Kienwerder oder im Hort durch die Schule lief - damals noch nicht wissend, dass das sehr mit Sex zu tun hat.

Es wird irgendwie alles wieder normalisieren, aber für den kleinen Moment kann ich mir mit den Umständen von aussen und meinen eigenen dazu eine gewisse Katastrophie ganz gut vorstellen.

Lostings

This is an attempt in English. I am down, I am lazy, I lost lots of my interests. I am drinking too much, spending too much time for nothing. I try to improve my English but it is not real. I try to play on my new guitar but it sounds not good. I think about all these things I could do but I have no power to do it. It is a kind of boring time, of wasting time, lost time. Einen Lichtblick gibt es aber: mein Englisch scheint zu funktionieren.

🔒 Nur für Claude | Zehnsucht seit 1995 | 2010