... und es tagt und kein Ziel weit und breit. Wohin auch? Es ist schwer, das alles, was mich derzeit umgibt, in Worte zu fassen. Es rast alles an mir vorbei, statt durch mich hindurch. In meinen Jeskom-Songs habe ich im Grunde alles erklärt, worum es bei mir geht. Oder was nicht geht. Mehr braucht es für meine Selbsterklärung nicht. Mein ganzes Gedankenkonstrukt ist unheimlich komplex, dabei aber nicht tief gehend. Es wabert alles an der Oberfläche herum. Nichts hat wirklich Bestand. Außer einer tief sitzenden Hoffnung, dass dieses mein Leben im Kontext zu dieser Welt, in der ich lebe, halbwegs vereinbar sein könnte. Muss.
Ich bin viel zu oft ab 21 Uhr++ betrunken, viel zu oft nächsten Tags desillusioniert, weil die logische Folge nichts anderes zulässt und fülle derweil meine To-Do-Listen mit verheissungsvollen Aufgaben, die zu lösen mir nur sehr langsam und ermüdend unbeholfen gelingen. Auch das ist ja nicht neu. Schönes Beispiel > und noch eins. (Mindestens)
Mir fehlen Ziele und damit die Ideen, etwas zu tun, was mich interessieren und im besseren Fall begeistern könnte. In solchen Stimmungen schweren Mutes bin ich sehr schnell unsachlich und (ab)wertend, bewundere und verfluche andere, denen ich beim Gestalten ihres Lebens zusehe. Mir scheint oft, dass ich über überhaupt kein richtiges Wissen verfüge; ich übe mich im Mitleid eines selbst deklarierten Mittelmaßes. So muss es vielen Trinkern gehen, die nicht dumm, aber verloren sind.
Mein erbärmliches Erscheinen beim Paritätischen heute hätte ich als Geschäftsführer zum Anlass genommen, mich ins Gebet zu nehmen und meine Ausrede, dass gestern ein Bandmitglied der Bluesjackets "Ex" gerade verstorben ist, woraufhin ich deshalb ein bisschen betrunken bin (was nicht so ganz stimmt, denn ich wäre auch so betrunken gewesen) nicht gelten lassen, sondern mir eine deutliche Handlungsanweisung auf den Weg gegeben. Das weiche Bett des Paritätischen (wie Mittel es ungefähr ausdrückte) ist sehr freundlich, höflich, tolerierend ...
Es ist wirklich sehr komplex, was meine Gedanken, Vorstellungen und merklich wachsenden Unfähigkeiten betrifft: Ich denke alles in kurzer Folge hintereinander, kann es kaum sortieren und hoffe, das hier mal genau so aufschreiben zu können, um ein bisschen später festzustellen, dass ich das womöglich längst getan habe. Da ich davon ausgehe, dass ich nach meinem Tod von diesen Aufzeichnungen der Zehnsucht nicht viel haben werde, wäre es vielleicht gut, mal einen psychologisch geschulten Ghostwriter dranzusetzen, der (die) das hier alles mal zusammenfasst. Habe ich ja selbst schon ein paar mal probiert. Im Falle größerer Angst vor Menschen wäre auch der Einsatz von Applikationen künstlicher Intelligenz überlegbar. Cool: Psycho-KI vs01. Oder es mal im Ganzen und in großer Ruhe fernab von Allem zu lesen. Inklusive der Mapplethorpe Bücher und der "Kreise".
Habe ich jetzt eigentlich aufgeschrieben, was ich sagen wollte, oder habe ich mich erneut verlaufen?