In der Nacht unterm Dach klopfte mir das Herz bis zum Hals und ich wollte so breit wie möglich ausgestreckt liegen. Eine wahrscheinlich körperliche Reaktion auf die unsachliche Melange aus Saufen & Sport der letzten (vielen) Wochen. Und so war heute - wie gestern Abend - ein bisschen der Wurm in unserem Glücksgefüge. Diese Würmer mag ich nicht, denn sie verursachen langes Schweigen, aus welchem zaghafte Kommunikationsversuche schnell ins Leere oder gegen die Wand laufen und mich manchmal unsachlich aggressiv werden lassen.
Und nun muss ich mir Fragen stellen: Die Verhältnisse zwischen Ursache, Vermittlung und Wirkung sind mir aus dem Elektromaschinenbau bestens bekannt. Die Vermittlung ist der Wein, der leider nicht reiner Natur zum sinnvollen Einschenken geeignet ist; die Wirkung wurde eben beschrieben und äussert sich in Unmut, Ungeduld und Unwohlsein. Alles "un". Unmöglich kommt hinzu, denn ich warte dann auf irgendetwas, das von außen den Knoten löst und uns gemeinsam einer besseren Situation wie auch Zukunft zuführt. Ich vermute mich bei solchen Situationen oft als als Urheber, Verursacher solcher Stimmungen, bei der eine gelangweilte Gereiztheit in der Luft liegt und sich einfach nichts Schönes entwickeln will. WAS wäre denn schön? Und WAS bedarf es, das zu tun? WOOP! Das hatte ich bereits versucht, zusammenzufassen. Von allein kommt es nicht und das bringt mich auf die ganz nach hinten geschobene Frage nach der Ursache, die ebenfalls im zusammenfassenden Link zu beschreiben versucht wurde.
So! Da haste! Getrunken habe ich immer schon und fast immer zu viel. Und wenn ich auf mein Leben im Ganzen blicke, muss ich wiederholt feststellen, dass von 10 möglichen Punkten der Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und Neugier auf das Jetzt und die Zukunft kaum mehr 5 erreicht sind. Diese Ansicht und Einschätzung ändert sich immer mal wieder; es ist ja auch viel zu komplex, alle Bestandteile einzuschätzen und während dieser Einschätzung objektiv zu bleiben. Naja, das erledigt sich ja dann fast von selbst.
Kurzum. UVW. Ursache = Unzufriedenheit, Ziellosigkeit, Langeweile. Vermittlung = viel Alkohol. Wirkung = widerlicher Hangover und Unlösbarkeit der Ursachen wegen Denk- und Tatenschwäche mit erneuter Unzufriedenheit. Nochmal: So!
Tobias arbeitet vollständig und manchmal auch heftig durch die Nacht und genießt dann gern seine "Ruhe" bei Netflix-Müll, während es mich, schwer ausgeruht, nach Taten drängt. Aber welche? Doch auch ausgeruht ist Tobi eher gemäßigt unterwegs, sieht keine Notwendigkeit, nachts am Meer zu sitzen, sich zu Anderen zu gesellen oder Unsinn zu machen. Kurze Wochenenden wie auch dieses hier sind wir zwar willkommen, aber viel besser kann ich es allein ja auch bloß nicht. "Der allein will und nicht kann"? Siehe diese romantischen Vorstellungen von Spielzeitpausen im Wald am See mit mir allein, um unbeobachtet das in mir finden, was ich zu meinem besten Kumpel erklären kann, um mich gut gewappnet in das Abenteuer namens Leben zu stürzen. Hach wie schön. Letztes Mal: So!