Zehnsucht

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re:open

Die Lage zeigt sich entspannt. Ich zuweilen und im Moment noch nicht so richtig. Fing genau mit dem Eröffnungsdienstag im Bluenote an. NatĂŒrlich Hundert Bier und vier mal Schnaps. Mittwoch Radversuch Runde 4 SĂŒdostwind. Was bis Barleben gut ging und dann fast zum Desaster wurde: Körper und Geist waren beide hinĂŒber; sogar die Beine versagten und der typische Ohrverschluss der Überlastung gab sich die Ehre. Dazu wahrscheinlich zuviel direkte Sonne und einen Haufen Pollen. Auch die nachfolgende Nacht wollte nicht so richtig und heute machen mir kleinste Misserfolge zu schaffen; wonach das ESI U24XL weiterhin nicht richtig lĂ€uft, wonach etwa Ivonne Löffler bei der ParitĂ€t die nunmehr vierten Angebote von CubeOffice fĂŒr die Teams-Schulungen so nicht abrechnen kann ... oder die MMKT noch weitere Änderungen am Audioguide hat und meint, Emily mĂŒsste dann aber deutlicher sprechen ... meine Fresse ... glauben die, wir hĂ€tten's nicht drauf? Und so Ă€rgere ich mich entlang des Tages und werde dabei natĂŒrlich unsachlich. Aber mir fĂ€llt nichts ein, womit ich es hinkriegen könnte. Kieser wollte ich versuchen - zu mĂŒde, zu warm (29), zu Angst, dass die gleich wieder 600+ Jahresbeitrag haben wollen und ich mich noch eins drauf Ă€rgere. Fahrrad lassen wir mal heute und Schwimmen geht noch nicht. So. Alles klar. Immerhin kann ich die jeskom Songs auswendig und am 12.6. spielen wir fĂŒr gesunde 53 Minuten bei den Songtagen. Is' ja immerhin schon um drei, kann ich Fernsehen gucken und Salat und frische Brötchen essen und nachher Bluenote und am Ende Weisswein und morgen aufrĂ€umen - innen wie aussen. Mal sehen, ob's klappt und wenn ja, womit.

Schiss

Wieder so ein halber Beitrag, der nur etwas anreisst, was diese Zehnsucht in Teilen auch ein bisschen belanglos erscheinen lassen könnte, anstatt ihr genau bedachte und damit mich deutlich beschreibende ZĂŒge zu verleihen. Sei's drum, vielleicht wird's ja doch was: Es geht um denn "Schiss" - die Angst, die mich offensichtlich seit meiner Kindheit begleitet. Wie komme ich darauf? Also: ich bin ja immer wieder auf der Suche nach den GrĂŒnden, warum ich meine offensichtlichen Talente nicht ausbaue und  meinen tief in mir wabernden GefĂŒhlen, mein Leben betreffend, nicht richtig nachzugehen in der Lage zu sein scheine. (edit:) Und warum mich aktuelle Projekte, AuftrĂ€ge (2und40), Jeskom, Job, Englisch verfestigen ... Ă€ngstigen ob ihrer ErfĂŒllung. Woraus sich also ein permanentes Dilemma in Sachen eigenes Lebensmodell entwickelt hat, wonach ich wiederum oftmals nicht in der Lage zu sein scheine, aus meinem Wust an Erlebnissen, Wahrnehmungen, Empfindungen, Reflexionen und vagen Deutungen ein halbwegs stabilvernĂŒnftiges Konstrukt zu schaffen, das es mir ein bisschen leichter auf meinem Weg macht. Um aus diesen Ideen und Vorstellungen etwas Konstruktives fĂŒr mich und mein Leben zu erschaffen. "Etwas Richtiges". Stattdessen scheint mich immer wieder eine Form von Angst zu begleiten. Wovor genau, weiss ich noch nicht. Aber sie lauert im Hintergrund, um in den ungĂŒnstigsten Momenten hervorzubrechen und zu schreien: "Hab' ich dich!". Diese Form von Angst ist sehr niederschmetternd. Ich kenne sie aus dem Puppentheater (auch schon davor?) und auch jetzt immer wieder. Aktuelle Beispiele sind Audioguide und Fotoserie Gesellschaftshaus. Eigentlich nichts sonderlich Bedeutsames; aber meine Angst, es nicht zu packen, schwingt mit. Weil ich mich aber auch nahezu permanent mittels vorabendlichen Alkohol ausser Betrieb gesetzt habe. Was aktuell Einiges erklĂ€rt. Aber eben nur aktuell. Denn aus irgendeinem Grund muss ich ja zu diesem Verhalten gekommen sein. Das vorhin erwĂ€hnte "etwas Richtiges" lenkt dabei schon in die Richtung, die mich vermuten lĂ€sst, dass ich von ziemlich frĂŒh auf sehr oft so eine gewisse Angst davor gehabt haben muss, etwas eben "nicht richtig" zu machen. Was also von Anderen definiert wird. Ich bin derjenige, der "es" falsch macht oder machen könnte. Eine Frage des Selbstvertrauens. Manchmal ĂŒberboardend vorhanden, kurz danach am Nullpunkt. Schwarzweiss und im besseren Zustand Grautöne. Im Dazwischenfall mit 16,7 Mio Farben. Woran es insgesamt zu hapern scheint, ist meine nicht ausreichend angelernte Ermutigung fĂŒr die Realisierung meiner WĂŒnsche, Vorstellungen und Ideen; sondern meine Fokussierung darauf, hoffentlich keine Fehler zu machen. Vermeidung statt Entwicklung. Nicht einpullern! In der Schule keine Faxen machen! Nicht lĂŒgen! Lieb sein! ... Das ist ein deutliches und (hier) oft erklĂ€rtes Defizit und ich fĂŒhle mich fast zu alt, um ein offensichtlich 50 Jahre altes Dilemma noch klar zu kriegen. (Tipp am Rande: Lass' den Alkohol weg! Das Ă€ndert nichts an der Vergangenheit, sehr wohl aber an der Zukunft.) P.S.: Immerhin ist es doch mehr als ein halber Beitrag geworden; im thematisch Gesamten betrachtet jedoch wahrscheinlich kaum mehr als ein Hundertstel. (Na prima, das macht die ANGST vor einer sachlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema gleich wieder ein StĂŒckchen grĂ¶ĂŸer.) Okay, ich korrigiere: Es ist nur ein Viertel. Echt? Ja! Oh. Cool.

quo jobbis2

Jetzt ist es also vom Tisch: der ParitĂ€tische stimmt meinen Vorstellungen voll und ganz zu. Das heisst fĂŒr mich Stufe 11/3 (die 3 steht steht nun doch nicht fĂŒr Betriebszugehörigkeit, sondern fĂŒr Kenntnis-Level, das aber eben doch nach einer bestimmten Zahl von Jahren eintritt). Wie dem auch sei: Ab 01. August bin ich 100% ParitĂ€ter bei 4.000 EUR Gehalt. Dieser Umstand ist rein geldwertlich schonmal gut und lĂ€sst sich am Ende bis zu 5.000 ausbauen; inhaltlich und motivatorisch lĂ€sst es sich auch gut an, weil alles dort auf dem Gebiet von Presse und Media so unbedarft scheint und die Menschen freundlich sind. Damit sind schonmal zwei Voraussetzungen erfĂŒllt. Und da ich sowieso keinen echten Plan fĂŒr mich und meine nicht weiter erkannten und ausgebauten FĂ€higkeiten habe, sollte ich mich dahinein finden und mich vor allem nicht beschweren. Falls doch, bitte ich hier um eine entsprechende Änderungsmeldung oder das freundliche Halten meiner Klappe. Ich entsinne mich manch entmutigter Vorbeifahrt am großen gelben Haus auf dem Weg zum Puppentheater und meiner Überlegung, ob ich dort nicht bspw. mit Matte MĂ€rtens zusammenarbeiten könnte - oder sogar nach seinem Tod Marcel gefragt zu haben, ob die Stelle wieder besetzt wird ... Das Ă€hnliche Prinzip wie 11 Jahre zuvor beim Puppentheater: das auf dem Gipfel französischer Winteralpen von Simone Riedl bestĂ€tigte GlĂŒck, fĂŒr 5 Monate ĂĄ 2.000 EUR ein Festival in Sachen Presse fĂŒr Geld zu betreuen. Um am Ende 9 Jahre dort zu bleiben. Und so Ă€hnlich wars auch jetzt: Nur diesmal in Italien auf'm schneeverwehten Berg, als ich Sabine anrief und sie mir anbot, das TRES Projekt fĂŒr 10 Monate fort- und zu Ende zu  fĂŒhren. Und wieder wurde ich gebeten, zu bleiben. Nanu. Ich bin jetzt 51 Jahre alt und so planlos wie zu Beginn. Bin ich also wieder irgendwie irgendwo durchgekommen? Gute Frage.

Alkoholische Anweisung

Olroid, Baby, weil ich es weiter- und immerhin nicht hinbekomme, hier eine Anweisung, eine diplomatische Empfehlung kurz vor dem bösen Krieg, den ich ich deutlich vor mir sehe. Ich versuche es wie beim Sport: Nicht zu viel auf einmal, sondern sachte von "bad" zu "better". Tagesration: oder: Komm' schon, mehr ist es nicht. Mach' es! Besser als jetzt.  

Es kotzt mich an, dass es mich ankotzt

Ein Test. Der im Moment ganz gut passt. Ich fĂŒhle mich dermaßen low, dass ich nicht in der Lage bin, es auszudrĂŒcken. „Damals war‘s“ gesehen und wiederholt festgestellt, dass ich in der MittelmĂ€ĂŸigkeit schwebe; irgendwas zwischen Anspruch und kargem GemĂŒt. Und natĂŒrlich dem Wissen darĂŒber. Sonntag. sent by 2und40 mobile home

Fifty facts of fucking fuck

Fuck the fucking fuck! So. Damit ist das schonmal raus. War nötig. Ich komme soeben aus der Dusche nach einem 50-km-Trip ĂŒber die gewohnte Strecke IV mit einem Nordwestwind, der ... naja, das Übliche halt: fast immer und fast vollstĂ€ndig von vorn kam. Fuck the fucking fuck. Blieb mir nur ĂŒbrig, mich dagegen zu stemmen und mir wenigstens eine gute Gesamtzeit rauszuholen. Aber warum? Wozu? Irgendwas mit Erfolgserlebnis? Oder Überhaupt-Ergebnis? NatĂŒrlich piepten die Messenger perfekt mehrmals mitten im Song, natĂŒrlich rief MMKT Franzi mich an (die jetzt nochmals eine Rundfahrt mit mir fĂŒr den Fucking Fuck-Audioguide machen und wahrscheinlich noch vieles verschlimmbessern wollen) und natĂŒrlich versuchte ich das ganze aktuelle Konstrukt um mich herum zu kompensieren, zu dĂ€mpfen, herunterzuspielen ... es versuchen, von oben oder wenigstens aussen zu betrachten. Es wurde zum Ende natĂŒrlich schlimmer. Analog zu Kraft und Kondition einhergehend mit allgemeiner Miesepetrigkeit. Mitsamt meiner EindrĂŒcke, die ich den vorbeihuschenden Konstellationen entnahm. Und dann kam das ganze Desaster zusammen: Wir sitzen nicht gemeinsam am Wasserfall und gucken der Strömung zu; wir treffen uns nicht im Stadtpark und beobachten Leute, wir gehen nicht auf SternbrĂŒcken und singen Songs und auch auf ein Eis tut es nicht not. Wir fahren nicht baden oder treffen uns mit anderen Leuten. Und wenn, versaufen wir diese Zeit. Das ist nichtmal neu, aber immer wieder so so beschissener Fucking FuckFuck ohne große Aussicht. Weiterhin ziellos. Nun bin ich jetzt und hier in dieser KĂŒche in einem jĂ€mmerlichen Zustand und beklage mich und meine Umgebung. Dazu passend ein Facebook-Michme, völlig erschöpft in seinem Hausflur lehnend als großer Held, der es gerade noch so geschafft hat, ein schönes Selfie von sich zu machen und seinen ersten Sommerlauf in fuckinger fuck-Selbstdarsteller-Manier zu posten, was normalerweise kein Fuckschwein interessieren sollte; wonach Kubon gleich kollegial arschkriechend meint, er solle bitte immer so gut bleiben. Und ich denke mir: Das kann nur Ironie sein, oder? Was fĂŒr ein SelbstbeweihrĂ€ucherungs- Fucking Fuckscheisse soll denn das sein? Was wird denn hier gespielt? 50 Km reichten heute nicht aus fĂŒr all meine fifty Fucks of sucking life. Verantwortlich bin ich selbst. Die meisten meiner GegenanlĂ€ufe und Versuche schlugen fehl, knapp vorbei oder fanden schlichtweg nicht statt. Siehe Kutzstraße, DĂ€nemarks, Hannover, HarzhĂŒtte, Studium, Radiomoderator ... aus Unmut, aus Angst, einem fucking Fuck des kleinen WertgefĂŒhls. Jetzt hĂ€tte ich beinahe Tobias genannt. Doch der kann nichts dafĂŒr. Doch, ein bisschen. Weil er den Ideen meines Briefes an meinen Freund aus 2010 tatsĂ€chlich nur wenig entspricht. Nicht im Pferdestehlen noch in der Romantik, weder im Wagnis noch im  Unsinn. Es ist funktional. Und so bleibt es. Ich kaufe mir einen 100.000 EUR Bus mit Hubdach, unter dem wir dann klimatisiert zwei Wochen auf unsere Handys gucken. DAS ist jetzt arg böse und gemein, aber dieser Eintrag hat eine thematische Position, welche selbsterbrechend vor sich hinskandiert: Fuck the fucking Fuck. Vielen Dank.

Selbstschuldstress

Achterbahn durch schwarzweisse Landschaften, UnĂŒberwindbarkeiten mit Zwischen-Hochs und AussichtsreichtĂŒmern ... alles wechselt vor sich hin, abhĂ€ngig von meinem Zustand und Gleichgewicht. Gestern Abend noch die unleidlichen Korrekturen beim komplizierten und mittlerweile mir unbeliebten Kinder-Audioguide der MMKT gelesen und das Projekt am liebsten abgesagt und die 5.700 zurĂŒckgegeben; heute nach einer unruhig-kurzen, jedenfalls aber alkoholfreien Nacht alles ins Reine bringen können. Ebenfalls heute an einem Zoom Meeting der paritĂ€tischen Dach- und LandesverbĂ€nde inkl. Ulrich Schneider teilgenommen und nach seinem Impulsreferat, nach welchem niemand von den 120 Leuten sich traute, das Wort ergriffen und in hoch professioneller Darstellung unsere Aktionen fĂŒr die Landtagswahl beworben. Der nickende Schneider war mir Beweis genug dafĂŒr. Anschließend so ĂŒberzeugt von mir, dass ich meine Gehaltsvorstellung ab August gleich nochmal bekrĂ€ftigte und ein gutes Konstrukt vorschlug, wonach sich der ParitĂ€tische aussuchen kann, was er haben will und ich bei meinen 2.500 netto bleibe. Sauber gelöst, möchte ich meinen. (Kurzinfo: derzeit 2.7k Pari und 0.9k FWA ergeben 2,5k netto gesamt. Pari will mir 3.7 fĂŒr fulltime anbieten, ich aber will die nĂ€chste Stufe mit 4k, um die 2,5k netto zu erreichen. Ansonsten bleibts erstmal so wie jetzt) Das war also ein typisches Zwischenhoch. Alles scheint wieder möglich und wenn alles geschafft und ich endlich in sauberen TĂŒchern bin, gelobe ich ZurĂŒckhaltung bei der Auftragsannahme und gebe nur nach, wenn das Ausschlagen eines ĂŒbersthohen Gebotes ein Frevel wĂ€re. So. Und nun zum Russen und Wein kaufen, oder? So fĂŒhlt sich das jedes Mal an, sobald sich auch nur kurzzeitig die Strohhalmspitze zwischen den Wolken zeigte.

Meinungsfreiheit

Ab und an beschleichen mich vage GefĂŒhle, es nicht auf die Reihe zu kriegen. Das alles. Hat bestimmt mit aktuellen AnlĂ€ssen zu tun und ist meist auch schnell wieder gut, wenn ich mit den Problemlösungen angefangen habe, bzw. mich dafĂŒr besser aufgestellt fĂŒhle. Derzeit sind es diese AnlĂ€sse: Ich muss mich beruflich einordnen und nach meinem Willen, meinen Zielen suchen. Dazu gesellt sich die Frage nach dem Geld. Seit geraumer Zeit scheine ich Geld zu sammeln und möchte immer mehr davon. Ich weiss nur noch nicht, wofĂŒr, es fĂŒhlt sich nur besser an. ParitĂ€t? Freiwilligenagentur? 2und40? Jeskom? Schwebt alles nur so rum. Dazu die vielen Projekte wie Audioguide MMKT, Fotos Gesellschaftshaus (Ja! Immer noch.), Webprojekte, Filmauftrag der FWA Halle. Abnehmen, gesĂŒnder werden, Sport lieben. Und bei all dem:  tunlichst Aufwand vermeiden! DAS ist die problematische Zusammenfassung vieler einzelner, teils unbekannter Summanden. (Keep the pandemie alive & me stay home) Da rein spielt mein Alkoholismus, der sich zwar etwas bessert, was aber lĂ€ngst nicht ausreicht. Die Pandemie verdeckt das alles, weil ich nicht tĂ€glich prĂ€sent sein muss - so lĂ€sst sich das prima vertuschen. Ich bin mir dabei selbst ein wenig peinlich. Heute habe ich nach Bussen gesucht und war zwischenzeitlich bereit, 40.000+ dafĂŒr auszugeben. Damit irgendwas passiert? re:new? Update? Jedoch scheint mir das etwas ziellos. Hauruck. Zum Thema Meinungsfreiheit: Das ist nur ein Wortspiel und bedeutet, dass ich mir keine Meinung zutraue, wenn ich Facebook oder Twitter durchlese. Jeder hat eine Meinung, jeder irgendwie Recht, jeder passt seine Meinung auch gerne um ... ich stehe diesen Dingen ratlos gegenĂŒber, wĂŒrde manchmal sowas wie "mĂ€hĂ€hÀÀÀ" dazuschreiben, lasse es dann zum GlĂŒck aber. Und dann: Man gendert bspw. die deutsche Sprache in einen europaweit einzigartigen Irrsinn, auch wenn der eigentliche Hintergrund der Gleichberechtigung klar und wichtig ist. Aber macht die Sprache das wett? Man schimpft gegen einen letzten harten Lockdown, wettert gegen Politik, Impfstoffe und unwichtige Kanzlerkandidaten, die Nachbarn oder  und ... ach, einer gegen den anderen. Vielleicht haben die Leute insgesamt in diesen merkwĂŒrdigen letzten 14 Monaten auch irgendwelche Kratzer in ihrem emotionalen GefĂŒge abbekommen und das kommunikative Miteinander erschöpft sich deutlich. Ich mag kein Online-Theater und keine Aufrufe, keine Songs fĂŒrs gemeinsame Aufstehen; ich mag keine Abstimmungen und keine halbfertigen NeuanfĂ€nge mehr. Auch wenn das alles womöglich richtig und sinnvoll ist ... ich bin zu sehr mit mir selbst beschĂ€ftigt, ohne aber zu so einem Selbstdarsteller zu werden, wie ich sie insbesondere auf Facebook sehe. Gerne wĂŒrde ich da nicht dauern nachgucken. Was suche ich denn da? Was verspreche ich mir denn? "Das Leben ist hart. Ich sehen mich so nach einem positiven GerĂ€usch."

quo jobbis?

Jetzt ist es also raus: Ich habe dem ParitĂ€tischen meine Zusage gegeben, bleiben zu wollen. Mein gesamter Leistungskatalog ist "eingekauft" worden. Eher weniger eingekauft als gewollt, denn die ParitĂ€tsinterne Gehaltsliste sieht nach einem Jahr Zugehörigkeit ganze 3.700 vor, was also bei 2.300 EUR netto liegt. Derzeit habe ich fast 2.500 in der Konstellation 30h ParitĂ€t und 10h FWA. Beide wollen mich haben und halten, was sich zwar gut anfĂŒhlt, dennoch ist heute so einer dieser Tage, an welchen ich mir die grundsĂ€tzliche Frage stelle, warum ich schon immer so ohne Ziel und Plan durchs Leben laufe? Immer auf der Suche nach dem besten Deal mit dem wenigsten Aufwand. Dagegen spricht ja nichts, aber manchmal paralliert sich zur Ziel- auch die Hilflosigkeit und dann setzt sich mein Selbstvertrauen gern mal eine Weile in den Sand und wartet auf die nĂ€chste Welle. Wohlan, es ist noch Zeit: Am 01.08. ist Start der neuen Job-Saison; bis dahin muss ich mich aufgestellt und wenigstens 100 mal gefreut haben. Wehe nicht.

Das Arbeitsmaß

Nach einem Jahr der Pandemie und im ehrlichsten Sinne fĂŒr mich recht angenehmen Folgen daraus, hat sich heute ein bisschen abgezeichnet, wie es wohl sein könnte, wenn alles irgendwann wieder so wird, wie es einst war. Mit der heutigen EindĂ€mmungsverordnung bis zum 15. Mai ergibt sich erfreulicherweise ein weiterer Schludrian-Modus, dennoch stelle ich eine gewisse Verwahrlosung in nahezu allen Belangen bei mir fest. Die Vorstellung eines 8-Stunden Jobs mitsamt aller einhergehenden Aufgaben macht mich nervös. Auch habe ich gelernt, vieles hinauszuschieben oder es verkatert sein zu lassen. Das rĂ€cht sich dann irgendwann. Heute war so ein Tag. Der bereits bezahlte Audioguide hatte heute Text-Abgabetermin und ich hab es in letzter Minute irgendwie geschafft; allerdings bin ich schwer hinĂŒber dessenthalben und wage die QualitĂ€t kaum zu beurteilen. Bei der ParitĂ€t war die Teams-Schulung eher ein Flop, was gewissermaßen auch mit mir zu tun hat und Sabine fordert einen TRES Sachbericht, von dem ich nicht weiss, was darin zu schreiben ist, weil einfach auch nichts passiert ist. Also irgendwas erfinden. Unangenehm. Jetzt steht noch eine Video-Botschaft an und im Geheimen denke ich darĂŒber nach, dass das Gesellschaftshaus unlĂ€ngst die Fotos benötigt, wĂ€hrend sich mind. 2 weitere Webprojekte andeuten. Flucht! Der erste Gedanke. Nie wieder hinausschieben und nie wieder Alkohol - der zweite. Dass es mir immer schwerer fĂ€llt, aus der Verlodderung rauszukommen und mich wieder aufzurichten - der dritte. Da wiegt der Vierte, dass ich es durchaus kann, schon weit weniger.

Deliert

Das ist mal wieder schlimm: Ich sitze nach einem Montag Abend mit zu viel Wein, einem Dienstag Abend beim Wein Micha mit dito hier jetzt und hier zuhause am Mittwoch mit der selbst gestellten Vorgabe, artig zu sein. Stattdessen trinke ich weiter den weissen Wein, obwohl er nichtmal schmeckt und ich zudem nichtmal eine Idee habe, was ich in diesen Browser eingeben soll, um irgendein Interesse in mir zu wecken. Es ist beides leer. Ich habe es heute immerhin vollbracht, meinem Plattenspieler eine Schublade anzubauen, so dass ich ihn jetzt rausziehen und mir Schallplatten anhören kann. Anhören könnte. Also kaufe ich lieber solche Reinigungsmittel wie Isopropanol, um die Platten mal zu reinigen. Aber hören werde ich dann wohl doch eher nicht. Oder vielleicht mal in einem Anflug von Nostalgie, um dann womöglich wiedermal festzustellen, dass es doch nicht so fetzt. Weil Damals eben Damals war und sich alles ein bisschen irgendwohin verschoben hat. Wie dem auch sei, es ist diese Situation hier und jetzt, die mir sehr missfĂ€llt, weil ich nicht in der Lage zu sein scheine, einfach ins Bett zu gehen, um ein bisschen zu lesen, zu schlafen und mir morgen einen guten Tag zu machen. Um den lĂ€ngst bezahlten und damit mĂŒhseligen Audioguide fertig zu schreiben, Rad zu fahren oder zu laufen ... wir wissen um die Konsequenz: morgen wieder viel zu Panne zu sein, um endlich das zu machen, von dem ich nicht weiss, ob es mir gefĂ€llt. (Ha! Der war gut.) Wo doch die Voraussetzungen besser nicht sein können: Corona, dritte Welle. Home-Office. Gut bezahlt. So viele Möglichkeiten, so viele  Freiheiten. Hab' mich auf 100.000 hochgespart. Wao. WofĂŒr? Das ewig zĂ€hrende Dilemma mit meinen undefinierten Zielen rĂŒckt deutlicher in den Fokus. Und das ist verdammt nochmal nichts Neues. Immer das Selbe. Nur mittlerweile mit viel mehr Alkohol. Die Schreckschraube dreht sich scheinbar unaufhaltsam ins Holz, bis sie ihr Ziel erreicht hat und sie fest sitzt und von wo aus es nicht mehr weiter geht. Es sei denn, ich schraube sie wieder raus. Schöner sinnbildlicher Abschluss eines Beitrags der selben Art.

GooPoint Trigger

Eine Aushilfserfindung, weilwenn ich es nicht selbst hinkriege: Es mĂŒsste einen Goopoint Trigger geben, der mich an Wochentagen, zweidreivier kleine Bier trinken lassen wĂŒrde, beim spĂ€testens fĂŒnften aber sofort schwere Bauch-, Kopf- oder andere Schmerzen hervorrufen wĂŒrde. FĂŒr den Lerneffekt. Am Wochenende wird er freundlicherweise ausgeschaltet. Das wĂ€re dann vergleichbar mit einer Erkrankung oder einer Situation, bei der ich mir inmitten des Wehleids vornehme, alles sofort besser zu machen, wenn ich bitte nur diese Krankheit ĂŒberstehen kann. WĂ€hrend einer Krankheit ist die WertschĂ€tzung fĂŒr das Leben immer grĂ¶ĂŸer als danach. Wenn also der Leidensdruck hoch genug ist. Aber das Ende vom Lied kennen wir aus der Erfahrung: Kaum ist das Leid vorbei, sind alle VorsĂ€tze meist dahin. Übrig bleibt das dumpfe GefĂŒhl, irgendetwas mal wieder verpasst bzw. nicht richtig eingeordnet zu haben. Schönes Beispiel dafĂŒr ist meine dreiwöchige Reha aus 2017, nach welcher ich bereits auf der RĂŒckfahrt auf der Autobahn genervt und verĂ€rgert ĂŒber die Verkehrsteilnehmer wĂŒtend wurde und mir am selben Abend ordentlich einen eintankte. (siehe hier) (Spoiler: vielleicht lags auch daran, dass ich bereits wusste, dass mir diese Reha bei meinem Problem mit dem Puppentheater auch nicht helfen kann.) Dazu alle anderen, lĂ€ngst vergessenen ZustĂ€nde meiner diversen Leidensstationen von Grippe bis Beinbruch, in  welchen ich Blut und TrĂ€nen darauf schwörte, es anschließend besser machen zu wollen. Vom Wollen und Können, vom Erinnern und Wissen ... eine große und laaange Story.  

Falschrumfasten

Es ist Ramadan. Ab morgen, 13.04. bis 12.05.2021. Die Muslime essen und trinken von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts. Nichtmal Wasser. Außerdem: Unbedingt zu vermeiden sind ĂŒble Nachrede, Verleumdung, LĂŒgen und Beleidigungen aller Art. Es wird sicherlich viel gebetet, hauptsĂ€chlich aber auch ĂŒber das Leben und Verhalten nachgedacht und dass es nicht selbstverstĂ€ndlich ist, in welchem Überfluss wir teilweise leben. Ich finde die Idee ziemlich gut. Nunja, Wasser trinken ĂŒber den Tag sollte man schon. Und dass dann abends nach Einbruch der Dunkelheit alle Tische und FĂ€sser aufgemacht werden, schmĂ€lert die mögliche Wirkung beim Fettabbau, um den es hier offensichtlich aber garnicht geht. Vielmehr aber habe ich die Idee, das Fasten fĂŒr mich umzukehren: Essen und Trinken nur im Hellen, sobald es dunkel wird, ist der Wein vom Tisch! Das wĂ€re eine goo-point-control erster Klasse. Ich darf nochmal darauf hinweisen: 95,6 Kilo und in Körper wie auch Geist einigermaßen heruntergewirtschaftet. So.

Das samstÀglich Reformer Nörgeltier

Welche Unausgeschlafenheit oder Unzufriedenheit oder Ungereimtheit des Universums macht mich eigentlich immer wieder so nörglerisch, so negativ, so ablehnend, verneinend, unausgeglichen, ungemĂŒtlich, stĂ€nkerisch, streitsĂŒchtig ... kurz: unausstehlich? So richtig prima stellen sich solche Veranlagungen heraus, wenn ich im Rewe-Markt in Reform den samstĂ€glichen Einkauf mache. Das war sogar schon damals - im alten Markt - der Fall. Vielleicht, weil ich nicht gleich alles auf Anhieb fand oder mich irgendetwas daran und darin nervte? Das ist noch heute so und spĂ€testens, wenn ich zwei Paprikas fĂŒr 5 EUR sehe und alles zu laut und zu langsam, zu doof ist ... beginne ich, mich darĂŒber zu Ă€rgern, dass es mich Ă€rgert. Der Todesstrudel ohne Rettung. Es lassen sich Parallelen zu anderen, ebensolchen Situationen insbesondere im Umgang mit anderen, sogar befreundeten  Menschen ausfindig machen. Und spĂ€testens dann sollte ich mich zurĂŒckziehen und meinen Groll an irgendeiner grauen Wand austoben. Und gleichzeitig versuchen, herauszufinden, warum das alles und immer wieder so ist. Und derweil all jene begĂŒnstigenden Situationen meiden und als Zwischenlösung eine spontane "Draufsicht" versuchen. Ansonsten wird das hier zum Trainingslager fĂŒr mein Alter. Einen Stock sollte ich mir schonmal besorgen. Und einen Hut.

Draufsicht

Draufsicht. Das war mal so ein Projekt, von Mario Sack ins Leben gerufen und beschĂ€ftigte sich mit der Draufsicht auf die Dinge. Also mit dem Versuch, sich seiner Physis zu entheben und die Dinge des eigenen Lebens fĂŒr einen Moment von oben zu beobachten - eben draufzugucken. Im Grunde meint das, sich fĂŒr den unsĂ€glichen Moment, gefĂŒllt mit Trauer oder Wut, Ärger oder sonstigen negativen ZustĂ€nden, irrsinnig einfach zu befreien und ein StĂŒck nach oben zu schweben, um sich die Sache von oben und damit etwas umsichtiger und vor dem eigenen Sein beschĂŒtzt, ansehen, einschĂ€tzen und neu bewerten zu können. Ich komme darauf, weil ich selbstverstĂ€ndlich vollstĂ€ndig eigenverantwortlich derlei negative Schwingungen zuhauf verspĂŒre. Und mich daraufhin in einer Windungsvielfalt der ErklĂ€rungswut wiederfinde, welche mir verdeutlicht, dass die mannigfachen GrĂŒnde fĂŒr diese negativen Schwingungen ja auch ohne Alkohol vorhanden sind - wenn nicht gar erst zu ihm gefĂŒhrt haben. Ober ob ich - ganz einfach - grundsĂ€tzlich nur ein bisschen zu doof bin - und mich dem billigen Fusel anheim gegeben habe, weil ich mir grundsĂ€tzlich nicht besser zu helfen, bzw. mir ein paar oder wenigstens ein Ziel aufzustellen und zu verfolgen wusste. Konkretes? Gut: Facebook. Es macht mich verrĂŒckt! Weil ich so vieles so langweilig und, schlimmer noch: abstoßend finde, nur um 30 Minuten spĂ€ter gleich wieder nachzusehen. Es ist oder war schon immer ein Portal der Selbstdarstellung grĂ¶ĂŸeren wie manchmal ja auch gesunden, informierendes Ausmaßes. Aber: jetzt verfeinert sich meine Ekeleskapade: Indem ich solche Leute wie Michme in tausenden Posen mit ach so pathetischen Worten sehe; wenn Kubon gesichtsverzerrt von einem seiner weiteren Quality Runs und weltbestem Radio mit all den guten Journalisten schreibt; wenn weitere Menschen einfach nur dummes, verwirrtes Zeug schreiben ... Ach, es ist so mĂŒhselig. Und hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass ich deren Aktionen, von denen sie schreiben, auch ein bisschen zu neiden versucht bin. Was damit zu tun hat, dass ich mich als so untĂ€tig einschĂ€tze, so Leben vergeudend. Und dass sich das auch nach Corona womöglich nicht Ă€ndert, weil es ja bereits vorher bei mir schon so war. Jetzt kĂ€me die Draufsicht ins Spiel! Die wĂ€re nĂ€mlich so sehr hilfreich, wenn ich mich aus diesem Stimmungsschlamassel kurz mal rausnehmen könnte und mich von oben so realistisch wie möglich draufgucken liesse. Dann wĂŒrde ich nĂ€mlich merken, dass es nicht die anderen sind, sondern meine Sicht auf die Dinge meines Lebens. Die Draufsicht. Naja, das war jetzt vielleicht kein Quality Beitrag, aber ich musste es mal versuchen. P.S. & Fazit: Hinz & Kunz sind immer dann bessere Leute, wenn ich mich schwach, hilf- und vor allem ziellos fĂŒhle. Ansonsten wĂŒsste ich es zu ĂŒbersehen oder einfach abzuschalten. Das betrifft alle Lebenslagen. Wie sang es van Veen: "Ich sehne mich so nach einem positiven GerĂ€usch." Ganz besonders jetzt, wenn ich die ganzen DummgeschwĂ€tzdenker und Meckerer und Dagegner einfach nicht gebrauchen kann. Weil ich sonst möglicherweise sogar einer von denen werden könnte und den Rest meines Lebens schimpfend, tiradisierend und immer alle anderen fĂŒr mein UnglĂŒck verantwortlich mache.

Wechselvorfreude

Neigt die Woche sich dem Ende, freue ich mich auf Tobi und Reform in der Hoffnung auf Rehabilitation. Auf was Neues, das allerdings wenig stattfindet. Na gut, ja, es ist Ende Winter und wir haben eine Pandemie. Aber bleiben wir ehrlich: Was, außer Ski und Sommerurlaub kriegen wir auf die Reihe? Ich bin gut im Vergessen bzw. Übersehen von all den Dingen, die wir durchaus unternommen haben; aber sobald meine verkaterten Couchtage an Menge zunehmen, ĂŒberwiegt die negative Sicht auf die Dinge. Und dann, am Sonntag (bzw. heute Ostermontag) freue ich mich erneut. Dieses Mal auf meine Wohnung und eine neue Woche, in der ich mir fast lampenfieberlich viele schöne Dinge vorstelle, um sie mir vorzunehmen. Das mĂŒndet oft in der selben halbherzigen Lethargie. Wenn ich doch wenigstens bis um 12 liegenbleiben könnte. Geht aber auch nicht - das Gewissen ist zum GlĂŒck noch vorhanden. Ansonsten könnte ich mit vorstellen, bereits viele Grundlagen geschaffen zu haben, die einen handfesten Alkoholiker aus mir machen dĂŒrften. Immer wieder bin ich um peinliche Momente drumherum gekommen, aber eines Tages wird die Kraft nicht mehr reichen. Aus Erfahrung anderer und aus BĂŒchern mĂŒsste ich dann den Freund, dann den Job (oder andersrum) verlieren, die Band und meine Kunst wird's dann auch nicht mehr geben; ich fliege aus der Wohnung und ... uiuiui. Aaah- jetzt weiss ich, warum ich soviel Geld gespart habe. Das wird dann auch ereignislos alle sein. Klingt arg, hat aber durchaus Potential.

DrĂŒber- und Drunterleute

Das hier wird merkwĂŒrdig: Ich habe eben gerade beim Rauchen draußen (eine Woche Tobi Urlaub ohne Urlaub, ohne Ski, dafĂŒr mit Geburtstag) ĂŒber meine "Bewertung" der mich umgebenden Menschen nachgedacht. Mag sein, dass der Wein sein Übriges dazu steuert und diesen Beitrag krude macht. Aber ich versuche es: Die Zahl derer, mit denen ich Umgang habe, ist in den Jahren geschrumpft bzw. hat sich verĂ€ndert.. Ich fasse zusammen: Im Bluenote (das seit November 2020 erneut schliessen musste), treffe ich noch die meisten. Die anderen, aus Bluesjackets- oder Ă€hnlichen Zeiten und Projekten haben sich ĂŒber die Jahre entfernt. Zugegebenermaßen trauere ich jenen  Zeiten ein bisschen nach, als wir gemeinsame lange NĂ€chte verbrachten, mit den Bussen durch die Welt reisten, auf Konzerten waren oder selbst welche gegeben haben ... wir waren irgendwas in den 20er / 30er Jahren und hatten merkwĂŒrdigerweise Zeit fĂŒr durchtriebene NĂ€chte und Unternehmungen (die letzten waren die Weihnachtssingen in unseren End40ern), die heute - bis auf wenige Bluenote-Eskapaden - undenkbar sind. Das liegt nicht daran, dass die Leute nun Jobs haben - die hatten sie frĂŒher auch - aber: wir alle sind Ă€lter geworden. Viel Ă€lter. Aus 32 wird 52. Kawumm! Doch zum Thema: DrĂŒber- und Drunterleute. Die meisten Menschen kommen mit solchen, die sich im Abgleich ihrer Ansichten und FĂ€higkeiten als relativ gleich und ebenbĂŒrtig erweisen, am besten klar. Sie werden oft zu Freunden. Weil sie den halbwegs gleichen Ansatz einer Denk- und Lebensauffassung und die gleichen Interessen haben. Und weil dazu die Chemie stimmt. So. Okay. Wie sieht das heute bei mir aus? Es sind (mit Datum heute, außer Tom Kawa) alle noch da. Aber nicht mehr hier. Man sieht sich. Gelegentlich. Die Leute heute, die ich zu meiner Gesellschaft zĂ€hlen kann, treffen sich tatsĂ€chlich meist im Bluenote. Ohne Bluenote findet (auch im Sinne der Corona Epidemie) nichts statt und die Schar derer, mit denen ich mich umgab, wird dĂŒnn. Aber ich schreibe um den heissen Brei: Bei den mich umgebenden Menschen scheine ich zu kategorisieren: Da sind die, zu denen ich eher aufsehe und sie bewundere; und da sind die Anderen, die ich brauche, um auf sie herab zu sehen, selbstverstĂ€ndlich ohne sie das spĂŒren zu lassen. Das hat unbedingt mit meinem Selbstbewusstsein zu tun: Im Kreis der DrĂŒberleuten versuche ich, zu bestehen, auch wenn ich Vieles nicht verstehe. Das mache ich durch meine schauspielerisch vieldeutende Art wett, was allerdings anstrengend ist (und ĂŒberhaupt nicht sein muss! Manno!). Und bei den Drunterleuten fĂŒhlt es sich dann so wohlig an, weil ich mich nicht anstrengen muss; weil sie mir nahezu bedingungslos alles abnehmen, egal, welchen Bullshit ich von mir lasse. Und wen wĂŒrde ich in die Mitte nehmen? Also die Person, mit der ich auf gleichem Niveau, auf gleicher Ebene im Wissen wie im FĂŒhlen bin? Und mein Freund ist? Und wieso habe ich das hier geschrieben? Wer genau sind denn die DrĂŒberleute und wer gehört zu den Drunterleuten? Und wieso fĂ€llt mir niemand ad hoc ein, den ich zu "meinesgleichen" zĂ€hlen kann, möchte, darf? Wer ist noch da? Wer tut mir gut? Wer ist gefĂ€hrlich? Bei wem kann ich lernen? Mit wem möchte ich engeren Kontakt haben? Mist, ich bin in der Nacht der Zeitumstellung von 2 auf 3 bereits bei 01:55 in der Winterzeit nach einer Flasche Weißwein beim Ende des schweren Toskana Rotweines und hĂ€tte diesen Artikel hier gern richtig samt meiner Überlegung zu Ende gebracht, weil das Thema gut ist. Ich mach schnell ein paar Tags fĂŒr die Basis meiner DrĂŒberdrunter-Überlegungen: #daniel #weinmicha #sepp #ali #ulrike #thorben #dorschi #jana #kubon #stef #doni #tobi #volker #siggi #memmler #michme #mariosack #mandy #hannes #schröder #ronald #noch? Na? Möchtest du eine Bewertung vornehmen? Komm schon ... Nun ist es 03:14 Uhr. Tadaaa ... heller, lĂ€nger, wĂ€rmer, besoffener, sarkastischer.

11 Jahre, 2 Monate und 27 Tage

So alt ist diese Zehnsucht mittlerweile schon. Der Idee, mich zu beobachten, zu erkennen, zu bewerten und das zu dokumentieren, bin ich treu geblieben. Doch mich beschleicht das GefĂŒhl, dass ich seit sehr geraumer Zeit das selbe Problem beschreibe. Was ich auch hier schon oft genug beschrieben habe. Eine Tautologie? Womöglich kommt mir das in meinen besonders abschlĂ€gig beschriebenen ZustĂ€nden intensiver vor. So kann es zu einer Art Litanei werden, die immer wieder und damit ein bisschen zu oft das beschreibt, was wir alle lĂ€ngst schon wissen. Einen x-beliebigen Beitrag hier aufzurufen ist der beste Beweis dafĂŒr. Versuch's mal. Kurzum: ich hĂ€tte es gern ein bisschen fortschrittlicher, progressiver; ich möchte Entwicklung aufschreiben, Erkenntnisse, Neues und daraus resultierend auch Schönes. Wenn es keine Entwicklung gegeben haben sollte bzw. gibt, lohnt es der Worte hier kaum mehr. Es ist ja nicht so, dass ich hier eine Prosa ĂĄ la "Spannend erzĂ€hlt" oder besondere Memoiren verfassen möchte; allerdings wĂ€re mir eine Linie der nachvollziehbaren Entwicklung lieber. (P.S.: Auch das ist das Wesen dieser Zehnsucht: genau soetwas zu erkennen!) Was es natĂŒrlich wieder auf den selben und im Grunde furchtbar einfachen Punkt 'get real' bringt: Wie ist mein Stand der Dinge? Wie bewerte ich den? Im (bewiesenen) Falle grĂ¶ĂŸeren Unwohlseins: Worin bestehen die problematischen UmstĂ€nde? Und: Was ist wie zu tun, diese UmstĂ€nde zu meiner Zufriedenheit zu Ă€ndern? Und dann kommt die Zehnsucht ins Spiel, in welcher ich dokumentiere, wie ich es angegangen bin, was ich also unternommen und dabei wie erlebt habe. Das ist wars eigentlich schon. (Tja- und genau das habe ich hier in dieser Zehnsucht in so vielen BeitrĂ€gen und Seiten schon so oft versucht. Aber es hat irgendwie nie so richtig geklappt, oder? Was'n nun?) SelbstverstĂ€ndlich ist der Verzicht auf Alkohol mit einhergehend /folglich fehlender Bereitschaft fĂŒr Entwicklung, Bildung, Schönheit und Erleben ein wichtiger Punkt; jedoch mĂŒssen die ursĂ€chlichen GrĂŒnde dafĂŒr ja sehr sicher irgendwo liegen. Aber was nun? Mein eigener Psychologe sein? Ein bisschen vielleicht. Es liegt weiterhin und nur an mir, zu Ă€ndern, was ich mir nicht gefĂ€llt. Und genau das muss ich in Worte fassen, kapieren, verinnerlichen. Und einen Plan schmieden. Realistisch, liebevoll, zielstrebig und zukunftsgewandt. Und den dann konsequent auf den Weg bringen, ihn beschreiten, gestalten und weiterverfolgen. (Die hier in Klammern gesetzten Kommentare schreibe ich beim nochmaligen Lesen dieser Zeilen. Wie dieser hier: Es ist erbĂ€rmlich, es ist so einfach und liest sich so hilflos. Meine GĂŒte, sowas macht man, wenn man 20 ist!) Anderenfalls bleibt und manifestiert sich nur das, was ich jetzt in mir beschreibe: Einen gefĂŒhlt ausgebrannten Typen ohne konkretes Ziel, der immer fetter, antriebsloser und mĂŒder wird. Dem jedes neue Projekt zur Last wird. Dem das Kribbeln fĂŒr Neues, Spannendes, Ungewisses, Abenteuerliches ... kurz: Schönes im Bauch abhanden gekommen ist. Möglicherweise haben meine dauerdurchbrennenden Synapsen im D-Zug meiner Reflexionen seit mindestens 40 Jahren die innere Semantik ermĂŒdet und dann selbstunsicher und erschöpft meine Abteilung fĂŒr Erbarmen um ein Mittel angefleht, welches in Form von leicht zugĂ€nglichem, gesellschaftlich toleriertem Alkohol sein Rezept ohne Lösung fand. Ich schlage vor, mich nicht auf- und damit dem weiteren Verfall anheim zu geben, sondern fĂŒr mich (und damit auch fĂŒr die Ästhetik dieser Zehnsucht mit besseren Worten) Sorge zu tragen. Wir alle hier in dir glauben an dich!

Empfehlung zur Zehnsucht

Ich halte es fĂŒr gut, diese Zehnsucht um die handschriftlichen Aufzeichnungen meiner Mapplethorpe TagebĂŒcher aus 1995/96 und die Aufzeichnungen aus meinen "Kreisen" und ggf. Kalendern aus den Jahren 1989++ zu erweitern. Das Datum dieser EintrĂ€ge kann ja ungefĂ€hr hier angegeben werden und liegt ja auch weit vor dem Start der Zehnsucht in 2010. Das habe ich bestimmt schonmal erwĂ€hnt und ich möchte es nochmals tun, um zum einen meine Zehnsucht - meine Geschichte - zu erweitern, zu vervollstĂ€ndigen, und zum anderen, um mir gerade jetzt- in diesen betrunken grenzwertigen ZustĂ€nden mit 51 Jahren zu vergegenwĂ€rtigen, wie mein Lebensmodell bisher aussah, jetzt aussieht und aussehen könnte. Und als Versuch, die bisherigen 50 oder zumindest 30 Jahre zusammenzufassen, zu erinnern, was ich bisher wie erlebt habe und ob ich mögliche Erkenntnisse samt meiner permanenten, unsĂ€glich massiven Reflexionen in mein Leben ab heute vernĂŒnftig einbauen kann. Warum? Oh, tja ... nunja: Weil es weiterhin und wie immer um mich zu tun gibt; weil ich als Permanentzweifler nie & nicht so richtig zufrieden bin mit meinem Leben ... weil ... weil ich fĂŒrchte, dass ich mich in irgendeine halbwegs angenehme Lebensweise hineinakzeptiere, die nicht meinem tatsĂ€chlichen Metier entspricht. Das reicht erstmal. An dieser Stelle also die Ermutigung an mich, meine Kalender und Mapplethorpes zu greifen und das hier zu dokumentieren. Mach's! P.S.: Falls es nochmal so eine Druckerei geben sollte, die einen Blog wie die Zehnsucht mit Hard- oder Softcover drucken wĂŒrde, empfehle ich ein Backup der Datenbank (als Original), dann eine Korrekturlesung der zu druckenden Zehnsucht und los ...

out of control

Au weia. Gestern bei Wein Micha: alles wie immer, nur doller. Micha musste mich auf dem Nachhauseweg zwischenzeitlich stĂŒtzen. Es gab Bier. Vier oder fĂŒnf. Dann Rotwein, Wahrscheinlich Hundert GlĂ€ser. Heute war nichts mit mir anzufangen, ausser die erneut gehackte wein39108.de WebprĂ€sentation neu zu bauen, weil die bisherige mit einer ordentlichen Malware zerschossen war. Schon wieder. Ich habe im Grunde nicht viel Ahnung von dem ganzen Zeug und wĂŒhle mich durch die Möglichkeiten. Wie dem auch sei, es war ein Tag, den ich beinahe nicht in der Lage war, zu ĂŒberstehen. Konter-Bier und eine Flasche Chianti sind die Nachwehen. Sowas geht garnicht. In der ParitĂ€t hat man mich gebeten, dabei zu bleiben. Sowas muss ich mir wirklich mal merken: Man mag mich nahezu allenortens und möchte mich behalten. Und ich bin damit in einer sehr guten Position. Und muss jetzt aufpassen, dass ich es im Sinne von Arbeit, Leistung, WohlfĂŒhlen und Geld richtig hinbekomme. Und noch vor ĂŒber einem Jahr sah das ganz anders aus: ich hĂ€tte nahezu alles angenommen, aus bloßer Furcht vor meiner wirtschaftlichen und vor allem inhaltlichen beruflichen Zukunft. Ich bin nur Spezialist im Verbreiten positiver Stimmungen, Motivationen und habe dazu ein paar FĂ€higkeiten, die offensichtlich nicht zu unterschĂ€tzen sind - so wie ich mich also selbst niemals unterschĂ€tzen sollte. Denn ich bin offensichtlich zu Dingen fĂ€hig, die von anderen sehr wohlwollend auf- und angenommen werden. Aber ich saufe mehr als zuviel. Was ist da los? Das geht schon seit (jetzt kommts:) Jahrzehnten so und wird mich ganz sicher in den Tod oder wenigstens die Demenz treiben. Erste Anzeichen sind bereits zu sehen, zu spĂŒren. Ist alles Mist oder sind bereits bereits Grenzen ĂŒberschritten und ich bin ein Alkoholiker? Ich sag mal: Ja! Und: Nein. Na bitte.

Worauf warte ich?

Na? Worauf? Was muss passieren, welcher InitialzĂŒndung bedarf es, mich aufrecht hinzustellen, und zu sagen: So! Jetzt! ? Ich hĂ€tte gern eine Antwort. Wie kriege ich mein Feuer fĂŒr diese meine Antwort entfacht? Wo ist die Glut? Verloschen ist sie nicht, das weiss ich; sie lauert. Aber sie scheint wĂ€hlerisch. Ich sollte mir die Zeit nehmen, diese ZEHNSUCHT mit ĂŒber 850 BeitrĂ€gen durchzulesen, oder mit Suchbegriffen zu  selektieren, oder von vorn bis hinten: Es ist erschreckend, wie sehr bereits lange Zeit vor dem Anfang dieser Zehnsucht in 2010 alles immer das Selbe ist. Guter Anfang: Summary t.b.c.

Pandemische Ausrede

Mit der Idee, dass mit Corona und derer einhergehenden ZĂ€sur in vielen Bereichen meines und des allgemeinen beruflichen, kulturellen, kĂŒnstlerischen und aktiven, sozialen Lebens ... mein weiterhin unguter Alkoholmengenkonsum und mein laues Erlebnisleben begrĂŒndet werden könnte, wĂŒrde ich mich ja gern und bequemerweise anfreunden; allein es stimmt nicht. Ich betrachte diese Pandemie als nahezu glĂŒcklichen und legitimierten Umstand, dass ich weiterhin genau das machen kann, was mir offensichtlich gut liegt: nĂ€mlich Aufwandsvermeidung. Die Wahrheit ist, dass sowohl mein Antrieb als auch meine Sicht auf die Dinge des Lebens weiterhin - und auch bei plötzlichem Abhandenkommens dieser Pandemie -  geschĂ€digt sind (und es zu bleiben drohen), weil es eben keine wirklichen Ziele, sondern nur zu erledigende Projekte gibt, die mir in dieser Antriebslosigkeit eher zu schaffen machen, als mich mit Neugier und Tatendrang und Schönheit zu erfĂŒllen. Parallel dazu schwingt dennoch immer meine vage Vorstellung von einem favorisierten "Leben" mit, die ich seit Anbeginn meiner Tage nicht greifen konnte. Und es in Anbetracht der sich manifestierenden ZustĂ€nde immer weniger kann. "Wissentliches Abstumpfen" kann ich das nennen. Also: Diese Pandemie hat die Gefahr meiner Demaskierung aufgeschoben. Was ja nicht aufgehoben ist. Wenn ich es nicht in den Griff bekomme. Von oben draufgeguckt darf ich auch behaupten: Ein ganzes, (gut) bezahltes Jahr hab ich sausen lassen. Aus Bequemlichkeit, aus Angst, aus Ziel- und Ideenlosigkeit. Juut durchjekomm' und GlĂŒck jehabt, wa? Nix fĂŒr die Zukunft? Na dann: Bis zum nĂ€chsten Schlupfloch, Mister Wiesel. Beispiele: Die Fotoserie fĂŒrs Gesellschaftshaus [seit FrĂŒhjahr 2020] hĂ€tte ich trotz oder sogar gerade wegen der Pandemie sehr gut komplett realisieren können: Keine Zuversicht, keine Ideen. Auch jetzt noch - fĂŒr die letzten 5 Motive >>> Den Audioguide fĂŒr Kinder auf dem Doppeldeckerbus der Stadt Magdeburg habe ich im Oktober 2020 zugesagt und eingeloggt: jetzt wird's knapp bis zum 01.04. >>> in der ParitĂ€t mag man mich und ich hatte ein Jahr Zeit, [seit 02/20] mich dort aufzubauen, mich schlau zu machen und herauszufinden, ob das was fĂŒr mich wĂ€re. Okay, man kennt und mag mich dort - (Everybody's Darling?) es wird wahrscheinlich auch ein Leichtes sein, dort 'unterzukommen' - doch steht die Frage: Ist es ein Job? Eine Berufung? Eine Leidenschaft?  Eine Profession? ... Mit etwas GlĂŒck viel Geld fĂŒr wenig Aufwand, eben weil die ParitĂ€t so relativ unbedarft im Bereich PR / Foto / Grafik / Web / Socialmedia ++ ist? Und: kann ich das wirklich gut? Will ich das? Sarkasmusmeldung: "Hello Mister Wiesel, nimm', was du kriegen kannst, winde dich mit deinem Charme weiterhin um jede Ecke und durch jedes Schlupfloch auf dem Weg des geringsten Widerstandes und suche dir einen Platz, an welchem du halbwegs froh sein und leben / arbeiten kannst, wenn du schon keine deiner vielen undurchdenkbaren Emo-Intentionen fĂŒr ein klares, selbstbestimmtes und erfĂŒlltes Leben fassen kannst." "Armutszeugnis" benenne ich es deshalb, weil ich schon zu betrunken bin, es deutlicher und tiefer zu beschreiben. Hinten dran kĂ€me noch die böse Frage nach meinem "Mittelmaß" und die unwahrscheinliche Flucht daraus bzw. die Selbsterkenntnis. KĂ€me auf den Teufel an ...

50 Jahre Sendung mit der Maus

Heute wurde die Sendung mit der Maus 50 Jahre alt. NatĂŒrlich musste ich das sehen und mir war ein wenig melancholisch zumute. Es steckte wie immer diese neugierige und freundliche Art in der anlĂ€sslich lĂ€ngeren Sendung und all meine Bekannten waren dabei. Ich weiss nicht, ob es Melancholie oder Traurigkeit war; es hing alles mit allem zusammen: Mein Blick auf die vielen Jahre bis hierhin und wie ich diese Sendungen erlebte: FrĂŒher als Kind gebannt vorm Fernseher, spĂ€ter dann mit Mandy beim FrĂŒhstĂŒck oder noch spĂ€ter allein und oftmals zum KaterfrĂŒhstĂŒck ... die Mausausstellung in Magdeburg und der grĂŒne Pullover mit den vielen Geschichten und vertrauten Charakteren ...  insbesondere der Maus, die dem Elefanten, der immer keine Post im Kasten hatte, heimlich einen Brief schrieb. Unvergessliche Szenen von Freundschaft, von meiner Vorstellung, wie das Leben genau so sein mĂŒsste. (Was es wahrscheinlich auch ist; nur scheinen mir meine Wahrnehmung und ĂŒbermĂ€ĂŸigen Reflektionen immer wieder mal dazwischenzufunken.) Und heute war es das GefĂŒhl ĂŒber die Zeit inklusive derer Endlichkeit. Mir schien es wie ein kleiner LebensrĂŒckblick, wĂ€hrend die Leute im Fernseher einen Blick in die Zukunft richteten. Eine feine Mixtur aus Freude und einer kleinen TrĂ€ne im Knopfloch.

Sportsfreund

Seit dem 27.01.2021 also versuche ich (nach Ende November 2020), unterwegs zu sein. Zu Fuß oder mit dem Rad. Um mich und meine Fitness auf den Weg zu bringen. Wahrscheinlich bin ich zu ungeduldig. Oder zu alt. Oder beides. Ich entschloss mich heute in Alt-Olvenstedt dann doch die "4" zu fahren und habe mich ordentlich damit ĂŒbernommen. Meine Basis war nicht die beste, denn gestern war ich seit vielen Wochen mal wieder beim Wein-Micha. Und es ging aus wie ĂŒblich. Das ist nochmal eine andere Geschichte - denn cool ist das nicht unbedingt. Aber vielleicht hilfreich. Auf dem Weg nach der TrogbrĂŒcke ging's wurde es dann knifflig: Erst Sattel & Hintern, dann die starke ErmĂŒdung mitsamt einem zwischenzeitlichen Husten. Alles zusammen nicht so besonders gut. Ich nehme mir wohl etwas zu viel vor. Und jedes Mal sage ich mir vorher: "Sachte! Mach' eine Spazierfahrt!" Und dennoch lockt die mitzeichnende App und das möglicherweise gute Ergebnis von Strecke, Dauer und Durchschnittsgeschwindigkeit. Tja, ich muss mich an mich anpassen. Sonst werde ich zu einem dieser von mir belĂ€chelten Selbstoptimierer, die sich einmal im Jahr auf Mallorca die Rad-Kante durch die Berge geben und hochrot einem Herzinfarkt nahe sind. Na gut. Aufpassen also. Ich wollte es mal bemerkt haben und die Gelegenheit nutzen, meine aktuellen Strecken 1-4 aufzuschreiben: So siehts aus. Weitere mögliche Route ist Der Weg ist auch beliebig ausbaubar. Ich muss allerdings, wie geschrieben, aufpassen, mich nicht zu ĂŒbernehmen. Die 3b scheint mir derzeit am besten geeignet fĂŒr eine gesunde Mischung.

Eltern

Immer wieder auf der Suche nach möglichen Szenarien meiner frĂŒhen, mittelzeitigen und weiteren Entwicklung habe ich heute eine altbekannnte Situation erlebt. Nichts sonderlich Neues, dennoch Bemerkenswertes: Mutter weiss wie immer alles besser und verteidigt diese Meinung lautstark und teilweise so offensichtlich daneben, dass es fast schlimm, zumindest aber ermĂŒdend ist. Und das betrifft ja nicht nur die Corona- bzw. Impfsituation; auch gesellschaftspolitische Meinungsfluten aus dem Fernseher weiss sie gekonnt zu kommentieren. Dass sie zudem Florian Silbereisen samt seiner greisverblödenden Sippe gut findet, ist natĂŒrlich ihr ĂŒberlassen; aber wenn ich zusammenfassend zurĂŒckblicke, könnte das ein Indiz fĂŒr meine ungerichteten Orientierungen geben, die mich mit viel Meinung, gefĂ€hrlichem Viertelwissen und und einer gewissen OberflĂ€chlichkeit gespickt einen Weg durch den Dschungel des Lebens zu schlagen versuchen. Vater kann es auf andere Art, der die Frage stellt, warum Nachbars Frau mit ihren zwei Kindern nicht vor ihrem statt unserem GrundstĂŒck auf dem Feld spazieren gehen und stattdessen hinter den nicht vorhandenen Gardinen weiter ausspĂ€ht, was ihn nerven oder schlimmstenfalls erzĂŒrnen könnte. Das ist alles kleiner Kram, zeugt aber vom großen Ganzen. Und das ist hier auch kein Verriss und auch lĂ€ngst keine ErklĂ€rung fĂŒr meine unsteten Empfindungen. Klar ist nur, dass ich seit meiner Jugend so ab die 16 herum immer irgendwie gegen viele Einstellungen meiner Eltern  war - was zu diesem Alter zwar auch gehört, sich aberÂ Â ĂŒber die Jahre nicht Ă€nderte, sondern sogar dazu fĂŒhrte, dass wie uns Mitte der 90er bis Mitte 2000 teilweise sehr wenig gesehen haben. Ich fand in unseren Begegnungen nichts Fruchtbares, Erhellendes, Zukunftsweisendes; vieles hatte mehr Negatives und Wertendes als Förderliches und Ermutigendes. Nun fĂ€llt der Apfel nicht weit vom Stamm und manchmal habe ich das GefĂŒhl, mit diesem Aufbegehren nicht unbedingt sehr weit gekommen zu sein - viele meiner Filter und Methoden haben mich meinen damals bereits unerklĂ€rlichen, 'anderen' Weg nicht einschlagen lassen. Na gut - zumindest auf meine Weise, die ich mir immerhin zutraute. Und ich habs mal aufgeschrieben, weil diese Zeit noch weit vor dem Beginn der Zehnsucht in 2010 liegt und wenig beschrieben wurde. Ab er da sind ja noch die Mapplethorpe TagebĂŒcher 95/96 und meine "Kreise". Wollte ich das hier nicht mal in eine neue Kategorie ĂŒbertragen? Und versuchen, das Ganze zu begreifen? Oder fĂŒrchte ich mich vor meinem persönlichen Mittelmaß, dem ich zu entfliehen versuche? Oder davor, herauszufinden, warum ich immer so viel Alkohol trinke? Ha!

Sporttrinker

Seit 2 Wochen bin ich aus sportlicher Sicht gut unterwegs. Weit gehen und neues Stevens-Rad fahren. Es gilt nun, diese AktivitĂ€t beizubehalten und ein weiteres, großes Unterfangen zu meistern: Meine Talsohle riecht bereits nach Lehm und ich bin nicht sicher, wie ich dem Unsinn des permanenten Alkoholkonsums entkommen kann. Dabei sind es nur die Stunden zwischen 21 Uhr und dem Zubettgehen, die ich mir irgendwie in meinen AktivitĂ€ten so umbauen muss, dass es nicht passiert: Die erste Zigarette beim ersten Bier - okay, das geht. Die nĂ€chste beim zweiten - nunja, das ginge auch noch. Es sind jedoch die Goo-Points, dich damit ĂŒberschreite, ein bisschen vom Wein kosten zu wollen; wohl wissend, dass die Flasche damit so gut wie geleert und im schlimmsten Fall die zweite angerissen wird. Der folgende Tag ist wie ĂŒblich grauslich und meine eigene UnzulĂ€nglichkeit wird mir schwer bewusst. Da fehlen Worte, fehlen ZusammenhĂ€nge und PlĂ€ne, die am Abend zuvor mitsamt dem Wein noch heroisch klangen. Mein Wissen ĂŒber die Folgen spielt da immer eine planlose Rolle. Fragen ĂŒber schleichende Demenz und "Leute, die sich totgesoffen haben" scheinen mir ziemlich realistisch. Und es ist nicht neu, sondern war schon immer so. Mandy hatte mal gemeint, dass ich solche typischen Phasen habe, in denen ich mich fallen lasse und mich dem Alkohol anheim gebe. Aus aktueller Sicht wĂŒsste ich gern um die anderen Phasen, an die ich mich kaum erinnere. Es gibt zu tun, weiterhin, und ich fĂŒrchte mich dabei vor meiner UnfĂ€higkeit, den Audioguide Magdeburg fĂŒr Kinder und die Fotos fĂŒrs Gesellschaftshaus und meine möglichen ZukĂŒnfte bei ParitĂ€t und Freiwilligenagentur und mein Ansinnen betreffs jeskom zu begreifen, zu fassen, zu planen, anzugehen. Seit 2 Wochen also bin ich immerhin in Bewegung. Das ist gut. Ich muss es beibehalten und mir etwas suchen, was mich abends vom Pfad der Selbstzerstörung fern hĂ€lt. Aber womit? Schwimmen und Mitternachts-Sauna waren immerhin mal ein möglicher Abend in der Woche. Geht gerade nicht. Noch? Ich kann doch nicht 21:00 ins Bett gehen!? Zum ErklĂ€ren meiner prekĂ€ren Lage: Gestern hatte ich nach einem Bier keinen Geschmack auf die verbliebenen eineinhalb GlĂ€ser restlichen Rotwein, die noch in der KĂŒche nach mir schrien. Dennoch hab ich sie eingelassen. Wohl wissend, dass nichts mehr im Haus ist. Oh- ausser dem neuerlich erhĂ€ltlichen Bree-Wein in der 1,5 Liter AusfĂŒhrung, die ich Tobias zeigen wollte.  Aus einem Ankosten wurde eine Dreiviertellehrung und nun sitze ich nach dem heutigen (außerdem in den Videokonferenzen) deutlich sichtbaren Zerfalldilemma hier bei Tobi, der bereits ins Bett gegangen ist, und stelle dabei erneut fest, dass mich nach der ersten Zigarette kurz vor Zehn der zögerliche, neue Bree-Massenwein bereits vollstĂ€ndig in der Zerre hat und ich erneut bereit bin, die ganze Welt auszusaufen. Tag ein. Tag aus. Alles andere bleibt liegen. P.S.: Und ja: ich mache auch diese Flasche alle (1,5 Liter!) , weil sie schon so erschreckend leer aussieht. Dann werde ich heimlich leise mein Bettzeug schnappen und nach oben ziehen, weil ich Angst habe, Tobi mit meinem wahrscheinlichen Schnarchen zu stören. P.P.S.: Das Übliche, diesmal aber schon vor dem Hangover: FUCK OFF. LASS DAS SEIN! Wenn's nicht anders geht, dann ganz!

Kompensation

Der merkwĂŒrdige Temperatursprung von -15° auf + 20° gibt mir also die Möglichkeit, mein neues Fahrrad auszuprobieren. Habe ich heute wieder getan. Von 20 Kilometern gestern auf heute 35. Ging schon viel besser. Stevens und ich nĂ€hern sich an. Was ich eigentlich schreiben will: Den Aufwand an Anstrengung mit anschliessender Genugtuung mache ich mit Alkohol am Abend gleichsam wieder wett. Das sind zusammen zwei Anstrengungen fĂŒr den Körper: Eine, die meinen Körper samt Kreislauf auf wörtliche Touren bringt. Und die andere, die meinem Körper samt Geist große Anstrengungen abverlangt, das zu ĂŒberstehen. Das, was nach Kompensation klingt, ist letzten Endes doppelte Anstrengung: Die eine ist immerhin positiv und förderlich und die andere ... kennen wir bereits zur GenĂŒge. Das Selbe lĂ€sst sich auf das Kiesertraining anwenden. Mach' kaputt, was dich gesund macht.

96null und Was wÀre Wenn

Mit "Du schaffst" schaffte ich es es genau 4 Tage. Am 5. - dem Donnerstag gelang es mir, bei zwei GlĂ€sern Rotwein zu bleiben. Um Freitag und Samstag dann alles nachzuholen. In der folgenden Woche gelang es dann nicht so gut und die hier beschriebene drittfolgende ... ach, was schreibe ich da. Am vergangenen Wochenende gab es eine "Was wĂ€re Wenn" Situation mit sehr lauem GefĂŒhl, weil die mögliche Konstellation nicht unrealistisch war. SpĂ€t am Abend klingt mein Handy. Eltern. Aber nur einmal. Aaah- hat sie sich verdrĂŒckt? Ich schreibe sofort: "Was'n?". Nichts. Keine Antwort. Ich rufe an: Nichts. Keine Antwort. Ganz dumme Situation, vielleicht erklĂ€rbar mit Alter und Ton aus. Aber eben unschön. NĂ€chsten Tags dauerte es auch nochmal, bis sie endlich ranging und sich alles aufklĂ€rte. Dass sie mit Haberlands eine Party gemacht und dabei am Handy was eingestellt und es dann weggelegt hatten. So. Aber jetzt: Ich habe abendlich zwei Flaschen weissen Weines geleert und stelle mir nun vor, wie das wohl wĂ€re, wenn der Ernstfall eingetreten wĂ€re? Ganz schlechte Vorstellung. Das geht alles den Bach runter, wenn ich aus dieser Kurve oder Sohle nicht rauskomme. Mister Bechterew meldet sich sogar persönlich und droht mit dem kleinen Finger. Dazu habe ich dicke Finger, die seit gestern mit meinem neuen Fahrrad gern anfangen zu kribbeln. Herzinsuffizienz bei Gewebedurchwirkung von BlutflĂŒssigkeit. Es handelt sich doch um ein temporĂ€res Tal, das mit Corona und der allgemeinen AntriebsschwĂ€che zu erklĂ€ren ist, oder? Und 96null sind 4 Kilo vor Hundert. Das nur am Rande. Ich bin mein eigener Tagebau, entziehe mir nach und nach die Substanz und fĂŒlle sie mit Fett.

Hanz kurz Test

Du hast den Betreff leider falsch geschrieben. Aber das sollte insofern nichts machen, als dass wir das noch einmal ausdiskutieren können. Wenn sie aus dem Fenster sehen, sehen Sie einige Wolken und die Sonne versteckt sich dort hin da ................................................ sent by 2und40 mobile home

95zwei

Aus der gestrigen Laune heraus befinde ich mich also nun im Status Null. Was fĂŒr ein Gezeter um ein Thema, das sich ĂŒber die Jahre seinen Weg gebahnt hat. Kaum ist es Tag 1, will ich es mich gleich nochmals wissen lassen. Wie ein Kubon, der erstmals in seinem Leben ein paar Schritte selbst geht und es die ganze Welt in Bild und Text wissen lassen möchte. Immerhin kaschiere ich es in eine weitere Bestandsaufnahme: Erstmals seit vielen Monaten habe ich es gewagt, die Waage zu befragen. 95,2 Kg sind es. Soviel wie noch niemals jemals unglaublich ever zuvor. Immerhin sind es keine Hundert, doch es wĂ€ren nur wenige Tage bis dahin. Derweil die nĂ€chste Abteilung: der ParitĂ€tische. Sicherlich ist es der fehlenden, gemeinsamen PrĂ€senzen geschuldet, dass ich nicht nach und nach reinschnuppern und das Wesen des ParitĂ€tischen begreifen kann. Ein mir so merkwĂŒrdig entrĂŒcktes und sich selbst bestĂ€tigendes Gebilde lĂ€sst mich an der Idee, die Position der Verbandskommunikation sowie Presse-/Öffentlichkeitsarbeit zu beziehen, schier verzweifeln. Erste Annahme: Der Landesverband des ParitĂ€tischen ist der Anwalt der sozial Benachteiligten, tritt also fĂŒr sie ein und fordert sozial- und gesellschaftspolitische Gerechtigkeit, derweil die Sozialwerke mehrere wirtschaftlich arbeitende GmbHs betreiben, in denen Menschen anderen Menschen direkt helfen. Gegen Geld vom Staat und den Kassen. Das könnte eine ErklĂ€rung sein und stellt derweil dazu die Frage, ob so eine Information nicht auch wesentlicher Bestandteil meines Studiums war? Bestimmt haben die permanenten Mengen Alkohols und meine allgemeine Defensive ihr Übriges getan, meine Auffassungsgaben und Interessen ĂŒber die Zeit hinweg zu verringern und im Gegenteil meine Unzufriedenheit ĂŒber das Unvermögen der Welt (inklusive meines) zu vervielfachen. Was im Grunde keine Spirale, sondern eher einer Abfahrt der Farbe Schwarz entspricht. Oder besser: einer sehr sehr lange Blauen.

Der Entschlossene, auch aus Angst

How to get away with Murder ... netverflixtes Serienzeug am Samstag Abend. Guck ich halt ein bisschen mit und denke an Denver Clan oder Dallas hoch 10. Annalise Keating ist eine der Hauptpersonen und wahrscheinlich auch irgendwie traumatisiert, denn sie trinkt heimlich Wodka. Und irgendwer mittendrin sagt ihr, dass sie damit aufhören solle und ermutigt sie. Thematisch wie inhaltlich sehr amerikanisch. Und Tobi wiederholte die Worte und sagt: "Du schaffst das! Ich glaube an dich!" Und wie wir alle wissen, steckt in den  Kernen der Witzigkeiten die heimlich eigentliche Wahrheit. Es ist unverbindlich genug, um nicht zwanghaft zu wirken und der Januar ist jetzt vorbei und meine vielen, angestauten Aufgaben sind weder gelöst, noch tatsĂ€chlich angefangen und es wird nicht sachte sondern sehr deutlich eng und draussen scheint bei weissestem Schnee die helle Sonne und das alles zusammen sollte Ansporn und Hauruck genug genug sein, es jetzt anzugehen. Bzw. wenigstens erstmal den Wein bis Freitag stehen zu lassen. Dazu gesellt sich die allgemeine Angst meiner sich manifestierenden Taten- und Aussichtslosigkeit, weder Wille noch Vorstellung generieren oder mein Leben ĂŒberhaupt erfassen zu können. Die Zukunft steht nichtmal in den Sternen. Daneben steht jedoch das Maß meines Unvermögens und meiner Konzeptionslosigkeit und  Ziellosigkeit. Das muss ich jetzt klĂ€ren, ich kann es nicht mehr verbergen. Und wer weiss, wer mir das alles oder wenigstens den Alkoholkonsum ansieht. Auch Corona hĂ€lt nicht mehr als Grund dafĂŒr her. FĂŒr die allgemeine Lethargie vielleicht, aber ich kann ohne Weiteres einen Dauerzustand daraus machen, wenn er es nicht lĂ€ngst schon ist. Ja. Ist es. Gesundheitlich ist das Alles ĂŒberlĂ€ngst schon mehr als bedenklich. So manches Mal dachte ich, dass jetzt folgerichtig wenigstens ein kleiner Herzinfarkt oder Schlaganfall oder wenigstens ein Kreislaufkollaps mit Panikattacke fĂ€llig sein sollte. Sobald ich es gedanklich wie auch körperlich ĂŒberstanden hatte, geht der Wein sofort wieder auf. Mit dem selben Ablauf. Und das seit ... ? Ich muss es zurĂŒckdatieren in die Entscheidungsphase beim Puppentheater. Was dann so 2016 wĂ€re. Den Alkoholmissbrauch an sich bis an den Anfang des Jahrtausends. Eine Challenge. Mal sehen, was passiert.

Die Empfehlung

Ich habe eben mal rumprobiert, nach bestimmten Stichworten in der Zehnsucht zu suchen. Allein "Alkohol" (auch als es diese Kategorie noch nicht gab) taucht zurĂŒck bis an den Anfang dieser meiner Zehnsucht. Das war 2010. Also 20 Jahre. Und dabei gibt es sehr viel Interessantes und meist nicht immer Schönes zu lesen. Vieles davon habe ich vergessen. Kurzum, meine Empfehlung an mich selbst lautet: Finde eine Zeit, einen Platz, ein unbetrunkenes Setting. Lies' die Zehnsucht online oder besser noch ausgedruckt von vorne bis hinten durch. Das sind bis jetzt 815 EintrĂ€ge seit dem 01.01.2010. Da ist sicher viel Krams dabei, aber es könnte sehr  hilfreich sein ...

Das Schindluder

Ich erreiche meine Grenzkontrollen, in meinen TrĂ€ume rase ich mit dem Bus unfallunvermeidlich gegen WĂ€nde und komme dennoch kurz davor unversehrt zum Stehen; ich esse und trinke und wiege wahrscheinlich wieterhin zuviel, sehe auch so aus, fĂŒhle mich auch so und bewege mich zuwenig. Ich bin mein eigenes Schindluder. Mit Kraftanstrengung gestern 12 km gegangen. Gefreut, fast bereut: es ist vermutlich zu viel zu schnell gewesen. Und dann: Keine richtige Vorstellungskraft ĂŒber die ParitĂ€t und Zukunft, alles wirkt so dumpf, Sylke irgendwie fast abweisend, kaum jemand will mehr was von mir. Die Welt steht still und ich denke mir ein Konstrukt: Wenn ich also dem Alkohol enteile, mich körperlich und geistig erhole und also wieder fit mache fĂŒr das Leben: Was genau werde ich dann in diesem Leben leben wollen? Aus irgendeinem Grund muss ja entstanden sein, was ich heute bin: behĂ€big, dick, unzutraulich gegenĂŒber mir selbst und vielleicht auch anderen, entscheidungsarm, abwartend, nicht inspiriert, platt, Ă€ngstlich, mittlerweile unglaublich geldreich aber ohne Ideen, Ideale, Interessen. Wenn ich also wieder an einem meiner AnfĂ€nge stehe und sehe, wohin die Reise gehen kann ... was dann? Zwischen Feld und Diesdorf spazierten gestern zufĂ€llig 5 Leute in verschiedene Richtungen und aus meinen Kunzekopfhörern "wie der Name schon sagt" singt es ... eigene Wege sind schwer zu beschreiben, sie entstehen ja erst beim Gehen. Das war rĂŒhrend, ein Bild von Menschen, die ihren Weg gehen bzw. suchen. Fanden wir schon 1990 gut, aber was sind schon 30 Jahre?

Der Trinker

Kleine Wochen-RĂŒckschau Anfang 2021. Im betrunkenen Zustand. Peinlich, aber nötig. Vergangenen Sonntag ... wie so oft, von Tobi zu mir nach Hause. Drei Bier an der Tanke. FĂŒr den Abend bzw. die Idee, nur einzwei Bier zu trinken. Was dann doch drei Bier wurden. Dann los in die Woche. Ging ganz gut. Montag nach 5 Stunden Arbeit in der ParitĂ€t: Absichtlich nichts im Haus. Also dann doch noch zum "Russen", der keiner ist, aber Greevensteiner hat. Vermutlich nur fĂŒr mich. Dienstag ging dann ebenso halbwegs gut: 11:00 Uhr Untersuchung beim Rheumatologen Carlo Weimann: Nieren, Milz, Leber und BauchspeicheldrĂŒse (soweit einsehbar) ohne Mecker, Leber altersbedingt leicht eingefettet; Blutauswertung spĂ€ter. Okay. Home-Office. Insofern ich das so nennen darf. Abends dann eine Flasche Bier. Dann eine Flasche Wein. (Bree, weiss, 10,5 % Alc). In der Überlegung des ja so geringen Alkoholanteiles: zweite Flasche desselben Weines. Hui! Dann eine weitere Flasche Jever. What?! Mittwoch = Totentanz. Am Abend desselben Tages eine vorsichtige Flasche Jever. Konterbier. Spiegeltrinker. Daraufhin doch nochmal Bree. Eine Flasche. Dann noch eine. Schon wieder. Is' nich' wahr, oder? Donnerstag im nĂ€chsten Totentanz und in der Gewissheit, dem ParitĂ€tischen = in diesem Fall Marcel, endlich die Office365-Suite zu erklĂ€ren und meinem eigentlichen Job gerecht zu werden, nur eine Flasche Jever. Ach ja, und dann noch die letzte, fĂŒnfte Flasche Bree. Freitag ging dann doch halbwegs gut und ich war Donnerstag wie Freitag unerklĂ€rlicher guter Laune. Freitag bei Tobi 2 Flaschen Wein. Genau jetzt ist Samstag Abend, eigentlich Sonntag, 02:24 Uhr und ich habe die dritte Flasche "leichten" Weissweines zur HĂ€lfte leer. Und versuche zu rauchen und gleich danach im Bett nicht zu schnarchen. Meine GĂŒte. Das war nur eine Woche. Lies' das nochmal. Und dann nochmal.  

Der Hunderttausend Dollar Man

100.000 Euro hab ich also erstmals und seit heute auf der hohen Kante. Aha. "Geld macht nicht glĂŒcklich, es beruhigt nur die Nerven. Und man muss es schon besitzen, um's zum Fenster rauszuwerfen." (Rio Reiser). Andere haben, wenn ĂŒberhaupt, knapp eintausend, wiederum andere eintausend Millionen. Was ist der Unterschied? Ich bin im Moment leider ein bisschen zu lasch (Wein), um die Unbedeutung dieser Nachricht in gewichtige Worte zu fassen. Eben schrieb ich noch ĂŒber den Sammler, was im Grunde genau dasselbe beschreibt. Aber hier sind es keine bereits gekauften Sammlungsbestandteile, sondern Moneten, mit denen ich noch etwas machen, bzw. im schlechtesten Fall noch irgendwelche weiteren Dinge sammeln könnte, von denen ich mir nicht sicher bin, ob ich damit kompensieren kann, was mir an der Basis fehlt. Und so sachte fĂ€llt mir auch ausser den Dingen, die ich als zu teuer betrachte, nichts mehr ein. Wir könnten 1st-class-Reisen nach New York City in feine Luxus-Suiten fĂŒr 10.000 buchen; ich könnte mir einen T6 Campingbus fĂŒr 70.000 kaufen, mit dem sich die verklĂ€rte Vorstellung von Freiheit bloß auch nicht herstellen liesse; ich kaufe mir ein Martin D-28 Gitarre fĂŒr 3.000, die ich auch nur nicht besser spielen kann. Die Beispielliste ist lang. Gerade jetzt denke ich an Marcel Kabel, der sich einen Volvo SUV fĂŒr wahrscheinlich sehr viel Geld gekauft hatte. Anderes Thema. Oder doch nicht? Und dann denke ich an Menschen, die berĂŒhmt und reich geworden und dann aus diesen oder völlig anderen GrĂŒndenÂ ĂŒberfordert gestorben sind. Na gut, andere wiederum nicht. Das ist alles zu viel verwirrender Denkescheiss, ohne hier auf den Punkt zu kommen, ob nun meine 100.000 Euro jetzt und hier einen gewichtigen Eintrag wert sind oder nicht. Ich werde ĂŒbermorgen im Penny-Markt gucken, ob ich eine Packung Jacobs-Kaffee fĂŒr unter 4 Euro bekomme. Dann geht's wieder.

Der Sammler

Über die Jahre bis heute war und bin ich ein Sammler von Dingen, von denen ich mir mein Weiterkommen und entsprechende Aktion verspreche. Das betrifft bspw. meine  FotoausrĂŒstung, damit ich endlich losgehe und mich ausprobiere, darin reife, mich also verbessere und es zu einer wenigstens ausreichenden QualitĂ€t, besser noch: ProfessionalitĂ€t zu bringen. Zwar mögen meine Fotos zum Teil und mit großem Aufwand und GlĂŒck ja auch gut aussehen, aber (siehe auch: der Fotograf), aber es stellt mich nicht zufrieden. Weiteres Beispiel sind die massiven Downloads: Ob Programme, Designs, Tutorials, Musikalben, Filme, Kunstfotos, Gaypics- und videos ... alles hat mit "Haben ist besser als Brauchen" zu tun. Weil ich das alles in der Vorstellung ĂŒber meine mögliche Professionalisierung, die ErfĂŒllung meiner vagen, grĂ¶ĂŸtenteils undefinierten Vorstellungen und WĂŒnsche, meine Aktionen (+ gemeinsam mit anderen) mache. Aber machen ... tu ich selbst nicht viel damit. Nun ist das nicht unbedingt schlimm fĂŒr die Dinge, die ich gesammelt habe. Aber es ist grĂ¶ĂŸtenteils umsonst.

Der Fotograf

Da stehe ich also am 16. Januar wieder auf dem Alten Markt und fotografiere. Dieses Mal unter anderen Bedingungen: kein Publikum, bzw. nur sehr wenige Leute und weit auseinander stehende SĂ€nger und Instrumentalisten. Und wie immer suche ich wie blöd nach den richtigen Kompositionen, den richtigen BlickfĂŒhrungen, der richtigen Stimmung. Und es ist wie immer schwer. Ich drehe an den Reglern, besinne mich der schĂ€rfsten Blende, ziehe aus der Erinnerung des letzten Jahres (Uli LĂŒcke) die ISO hoch und schiesse gefĂŒhlt tausend teilweise hektische und nur halb ĂŒberlegte Fotos in der Hoffnung, dass ein paar gute darunter zu finden sein werden. Aber das fetzt doch nicht. Warum habe ich denn nicht die vielen leeren Zeiten und Möglichkeiten genutzt und wenigstens ein paar Kurse dazu belegt? Ich bin mir sicher, dass Wenzel mit wenigen Aufnahmen eine weit bessere Ausbeute haben wird. Ich bin kein Fotograf, wenn ich nicht den Blick, das Handwerk, den Schneid und das Selbstbewusstsein dafĂŒr habe. Ein gutes Beispiel auch fĂŒr so einige andere Dinge der selben Art. Es wĂ€re gut, ein bisschen zu sortieren und aus dem Pool meiner Möglichkeiten das herauszustellen, was mir Freude und Gewissheit darĂŒber schafft. Fotografie könnte durchaus eine davon sein. P.S.: Ein wichtiger Hinweis: Es ist gut, Menschen zu treffen, die ich kenne oder dabei kennenlernen kann. Und es ist förderlich fĂŒr mein Wohlbefinden. Zumindest hier und heute war das so.

Die dĂŒnne Haut

"Was traue ich mir eigentlich noch zu?" ... war mal ein Eintrag vor ziemlich langer Zeit. Einhergehend mit einer gefĂŒhlten Verlangsamung meines logischen Denkens, der Vorstellungskraft darĂŒber, was richtig oder falsch ist, der teilweisen UnfĂ€higkeiten des Durch- und bis-zu-Ende-Denkens, die realistischen, wertungsfreien Erinnerungen fĂŒr Schlussfolgerungen, die sich androhende Verblödung, was in einem Alter von jetzt bis in 20 Jahren zu einem Manifest gedeihen könnte ... eine wunderliche Aufreihung von Möglichkeiten. Ich beobachte bei unseren Eltern auch so manche Denkmuster und Entscheidungen, die bisher ungefĂ€hrlich, aber doch in Richtung Erschöpfung zeigen. Wenn ich bei mir diese Entwicklung mit Alkohol und schlechtem Schlaf in meiner ansonsten theoretisch und von aussen betrachtet doch so gloriosen Lage dennoch beschleunige oder die ersten Anzeichen bereits jetzt mit mir ins Gericht gehen ... dann aber schnell jetzt noch das tun und geniessen, wovon ich Zeit meines Lebens nicht wusste, was es ist. Oh, darf ich den ersten Beitrag des Jahres so zynisch gestalten? Schon wieder eine Frage, deren KlĂ€rung mir unendlich viel Aufwand bereitet.

zum Ende hin

Zum Ende hin noch ein fast beliebiger Beitrag, der sich dem Datum geschuldet in gebildet klingende Worte ... siehste: zu Ende kriegste den Satz auch bloß nicht. Aber dann wenigstens das hier: "Lass' mich mit Worten preisen, was mit Taten nicht vollbracht." Erfunden beim Reformer Saubermachen. Aber auch nicht neu. Worte können lĂŒgen ... und sowas. Ich trinke immer und dabei dauernd zuviel. Dessenthalben bedarf es eines Planes. Eines Zieles. Geboren aus einem Wunsch, einem Verlangen, einem GefĂŒhl. Zumindest das Ziel wĂ€re wichtig, damit es sich lohnt, an etwas zu arbeiten, was mir zur Freude gereicht. Mach mal was, was du hier besonders aufschreiben kannst, weil es das in den 10 Jahren in der Zehnsucht in den Worten noch nicht gab. Und damit auf Wiedersehen.

Komm mit mir nach Georgia

Nun also scheint er da, der Impfstoff, der den Menschen einen weiteren Aufschub gewĂ€hren wird. Die ersten 50.000 sind geimpft und ich stelle erschreckt fest, dass ich mich sehr an die Faulerei gewöhnt habe. Es kam mir nahezu gelegen. Denn viel geĂ€ndert hatte sich merkwĂŒrdigerweise nicht. Weniger bzw. keine Bluenotes mehr, was ich mit heimischem Wein kompensiert habe. Kein Skiurlaub, was ich ohne Probleme verschmerzen kann. Und sehr viel weniger Anwesenheit auf einer Arbeit, die ich irgendwie machen kann und gut bezahlt bekomme. Dennoch Stress in der Vorstellungen jener 2und40er Projekte, die endlich zu erledigen ich mich nur schwer in der Lage sehe. Dennoch & Kurzum: Schwein gehabt. Das dicke Aber dahinter verbirgt die eigentliche listige Last: Es gibt immer weniger Menschen, mit denen ich ich umgebe; ergo weniger gemeinsame Projekte, Ideen, Urlaube, Bands, Theater, Treffen, Reisen, Besuche, Essen, Partys ... und dieser Trend war bereits vorher deutlich vorhanden. Und auch bei einigen anderen zu beobachten. Dorschs beispielsweise. Von den anderen weiss ich garnicht oder nicht mehr so viel. FĂŒr Tobi absolut normal, fĂŒr mich bedenklich. Ist das alles der Moll's Laden des Älter werdens? Ich muss los, neue Freunde, neue Ideen besorgen. Komm' mit mir nach Georgia ... (Zwei Tage rauch- und alkfrei. Ein Test.)

Negationskataster

Schönes Wort, 2x Google. Ich will meine negativen Vor- und Einstellungen und Bewertungen loswerden, die allesamt nur von meinem eigenen Zustand kĂŒnden. Also will ich meinen eigenen Zustand verbessern. Besser draufgucken. Mehr Freude. Positiver. Die Welt wird kein besserer Ort, erst recht nicht, wenn es keine Definition dafĂŒr gibt, was gut und was schlecht ist. Wer soll das bestimmen? Es ist und bleibt immer meine eigene Aufstellung und meine Sicht auf die mich umgebenden Dinge. Schlechtes Beispiel gefĂ€llig? Nie wieder werde ich bei Rewe einkaufen, weil dir mir 25 EUR Parkstrafe abgeknapst haben. Und alles was ich jetzt an Werbung oder BeitrĂ€gen in Bezug auf Rewe lese oder höre, ist natĂŒrlich grundsĂ€tzlich schlecht. Das ist mein persönlich hoher Aufwand fĂŒr etwas, was niemanden interessiert. Eigentlich sogar nichtmal mich selbst. In DĂ€nemark kostet sowas weit ĂŒber 120 EUR. Es geht nur um eine Parkscheibe. Mehr nicht. An den kleinen Dingen lĂ€sst sich fĂŒr mich ablesen, wie ich aufgestellt bin, wenn ich Um- und ZustĂ€nde zu bewerten versuche. Ich komme deswegen darauf, weil ich gerade die nachweihnachtliche Volksstimme lese. Und mich postkaterlich unausgeschlafen fĂŒhle. Und auch ein bisschen ziellos, aber mit guten Möglichkeiten versehen bin. Uneins mit sich selbst zu sein ist anstrengend und macht mĂŒrbe. Erst mich, dann andere.

... geht leise die SĂ€ge. 50 Jahre Weihnachten.

50 Jahre Weihnachten. Viele Ă€hnlich, spĂ€tere anders, noch spĂ€tere immer irgendwie weniger. Vielleicht geht das nur mit Kindern. Seit Jahren ist es gleich geblieben. In diesem Jahr ist es zudem sogar ein bisschen oller. Wegen Corona? Ich weiss es nicht, aus der Draufsicht ergibt sich ja kein anderes Bild als sonst. Heilig bei meinen, Ersten bei Tobis, Zweiten ggf. bei meinen oder andersrum ... diesmal erstmals seit 2007 kein Weihnachtssingen. Ändert aber nichts an den ZusammenkĂŒnften der Familie. Bei meinen Eltern wie ĂŒblich: erst alles schön, dann schön satt, dann Stefanie Fuck Hertel und dann hat irgendwann jeder recht, der eine wird laut, die andere ist eingeschnappt und ich möchte gerne nach Hause. Heute nicht viel besser: Tobi findet seine Ex-Nichte schlimm, obwohl sie ihm im September noch so gescheit und klug vorkam. Dann macht er seine Mutter mit Gemeinheiten ĂŒber dreckige KĂŒchen und zu kurz geratenes Einpackpapier madig und sagt: "Das ist Scheisse." Hatte er gestern auch gesagt, als es um das Videomachen fĂŒr die Kids ging (Weihnachtsbote Willibald) ... mir fehlt der gemeinsame und geruhsame Gedanke dabei. Alles ist schnell, bzw. Scheisse und was fĂŒr ein Aufwand und mach doch so und nicht so und nochmal Scheisse. Und ich möchte da schnell durch bzw. besser noch raus. Ganz weit raus. Das hat wahrscheinlich nicht nur mit Weihnachten zu tun, sondern ist grundsĂ€tzlich ein Dilemma. Um diese Zeit fĂ€llt es jedoch mehr auf und fĂŒhrt mir vor Augen, wie es ist: NĂ€mlich tatsĂ€chlich Scheisse. Eiapopeia & Etepetete im wahnromantischen KostĂŒm setzten mir aber wahrscheinlich ebenso zu. Also nehmen wir's, wie es ist? Damit wĂ€re ich also schon zwei. Naja, vielleicht nicht so schlimm, allerdings hab ich bessere Vorstellungen darĂŒber, wie man zumindest miteinander umgehen sollte. WĂ€hrend der Hase im Pfeffer liegt und ich auch nicht weit vom Stamm falle, wĂŒnschte ich mir, ich wĂŒrde das alles nicht so stark reflektieren. Genau das ist nĂ€mlich mein Problem: zu registrieren, wie manche Verhaltensweisen so abstoßend auf mich wirken und ich niemals so werden oder sein möchte ... und mich dann oft ziemlich ganz genau so verhalte. Tadaa. Selber doof.

Angepasst

In meiner Stimmung und Weltwahrnehmung und /-bewertung bin ich, sporadisch betrachtet, nun einer von denen, zu denen ich frĂŒher niemals habe gehören wollen. Ich reflektiere zwar immer noch alles, schaffe es aber nicht (oder habe es nie tatsĂ€chlich geschafft), dass alles richtig und wahrhaftig aufzunehmen, zu sortieren, anzunehmen und mir eine eigene Meinung daraus zu stricken. Das Ergebnis ist, dass ich mich in dieser Dunstglocke der kleinen Leute befinde, die ĂŒber alles nörgeln, unzufrieden und im Grunde gelangweilt sind, weil sie sich selbst nicht gerecht werden. Übrig bleibt der schmale Dunst einer "eigentlichen" Ahnung, die - sich an den letzten kleinen Verstand klammernd - siegreich dem Alkohol ĂŒbergeben wird. Ja, natĂŒrlich von mir selbst. Von wem reden wir denn hier? Gut.

Wackelangstpudding

Es sammelte sich und wird nun zu einem GefĂŒhl des Schlodderns, einer merkwĂŒrdigen Form von Angst. So eine, die ich kenne aus den Situationen im PT, wenn ich mal bitte zum "MitarbeitergesprĂ€ch zum Chef kommen möchte." Einer leichten Ohnmacht gleich fĂŒhlt sich nichts richtig an. Ich fasse zusammen: In der Uniklinik haben sie eine "Jerusalema-Challenge" gemacht, ich sollte das schneiden und wir haben es per WhatsApp verteilt und es wurde kurzzeitig auch auf Youtube veröffentlicht. Jetzt gibts Mecker, vielleicht sogar bis in die Klinikleitung hoch. Brisant. Das war der Auslöser, zu dem sich gleich die nĂ€chsten Punkte gesellen: Oft habe ich das bedrohliche GefĂŒhl, nichts richtig einschĂ€tzen, durchdenken, realisieren zu können. Möchte mich dabei dennoch gern behaupten. Eine Ohnmacht voll Unwissen und unklaren Profiles gegenĂŒber Untergangsphantasien. Und viele unerledigte Projekte. Ich bin so selten in der ParitĂ€t, dass es den Anschein erwecken könnte, ich arbeite dort garnicht. ZĂ€hlt die PrĂ€senz mehr als das Ergebnis? Aber es ist meine eigene EinschĂ€tzung, wonach ich tatsĂ€chlich ziemlich mĂŒĂŸig und es gewohnt bin. Und zudem nicht weiss, ob ein Referat Presse, ÖA + Verbandskommunikation unter diesen UmstĂ€nden ĂŒberhaupt etwas fĂŒr mich ist. Es herrscht Chaos, unprofessionelles Gewusel, keine klare Struktur, aber eine gewisse hyperdemokratische WichtigkeitsattitĂŒde voller Politik und WertschĂ€tzung. Und dann noch kommt so ein Miniding dazu, als ich meinen Rewe-Parkplatz-Ärger verfacebooke. Dorschi geht nahezu boshaft dagegen, schreibt was von "Krone richten und dann gehts wieder". Ich kann's fast nachvollziehen und denke, ob solche Postings wirklich nötig sind. Wahrscheinlich nur, um den im Grunde ja kleinen, aber dennoch Ärger irgendwie u kompensieren, loszuwerden. Aus alle dem generiert sich jedoch die Frage, ob ich all meine VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeiten noch zu ĂŒberblicken in der Lage bin. (Ja. Das hat es jetzt gut zusammengefasst). Daraus erwĂ€chst Wackelangstpudding in den Beinen dĂŒnner Haut. Mit der weiterhinnen Frage: Was traue ich mir (noch) zu?  Er weiss - er weiss, er weiss, er kann. Könnte.

Da muss ich hin.

Ich bin so knallvergnĂŒgt erwacht. Ich klatsche meine HĂŒften. Das Wasser lockt. Die Seife lacht. Es dĂŒrstet mich nach LĂŒften.

Ein schmuckes Laken macht einen Knicks Und gratuliert mir zum Baden. Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs Betiteln mich „Euer Gnaden“.

Aus meiner tiefsten Seele zieht Mit NasenflĂŒgelbeben Ein ungeheurer Appetit Nach FrĂŒhstĂŒck und nach Leben.

BĂŒcher

Es ist verdammt schwer, ein gutes Buch zu finden. Ich suche ĂŒberall im Internet herum auf der Suche nach einem guten Buch. Allerdings weiß ich nicht genau, wonach ich suche. Also schlendere ich durch die Webseiten und Suche nach einem Buch das mir gefallen könnte. Aber es will sich mir nichts erschließen. Selbst die Bestsellerlisten oder auch die Buchlisten vom NDR bringen mich nicht weiter. Nach zehn Seiten voller Buchempfehlungen gebe ich auf. Verdammt.

Nachschlag

Morgen werde ich wieder eine im wahrsten Sinne des Wortes krĂ€nkliche Aussage darĂŒber erfinden mĂŒssen, warum ich in der ParitĂ€t nicht anwesend sein kann. Die Wahrheit ist der fehlgeschlagene Versuch, den kleinen kranken Spiegel zu erreichen, um die Auswirkungen des gestrigen weinreichen Abends bei PS4 Resident Evil II kompensieren zu können und damit besser einschlafen zu können, als in entgiftungswĂŒrdigem Zustand schlaflos dahin zu siechen. Nachschlag. Der Spiegel war nach einer halben Flasche Rotwein erreicht, allein der Absprung gelang, wie so oft, nicht. Jetzt bin ich bei Flasche 2, die bereits zur HĂ€lfte geleert ist. Sehr lange werde ich das nicht aufrecht erhalten können und ich denke schon wieder an Matte MĂ€rtens, den ich neulich hier erst erwĂ€hnte. GefĂ€hrdung - Sucht - AbhĂ€ngigkeit. Na? Soll ich nochmal raten, an welcher Position ich zwischen Sucht und AbhĂ€ngigkeit bin? Und jedes Mal, wenn ich zu Tobi fahre, denke ich mir, was ich ĂŒbers Wochenende alles machen kann -  besser machen kann, als nur auf der Couch zu lĂŒmmeln und mir Black Friday Produkte anzusehen, auf der Suche nach Dingen, die ich auf keinen Fall brauche, von denen ich mir aber verspreche, dass sie mein Leben bereichern könnten. Und jedes Mal, wenn ich dann am Sonntag nach Hause fahre, denke ich mir, was ich in dieser Woche angehen, es endlich fertig und damit alles ein bisschen besser machen kann. Ein bisschen davon klappt immer und hilft, mir einzugestehen, dass ich es kann. Nunja, die zweite Flasche ist bestimmt auch gleich leer. Und wie erwĂ€hnt: So geht das nicht, wenn ich ĂŒber meine Zukunft nachdenke. Auf diese Art wird alles fehlschlagen. Und die Chance ist beiderseitig groß: Ich könnte womöglich einen guten Job bekommen oder ich kann mich und mein Leben total verkacken. Weil ich nicht weiss, was ich will. Huch! Ganz was Neues. Nachtrag 20 Minuten spĂ€ter: Wao, es ist echt heftig, was ich hier so mit mir veranstalte. Warum denn aber? Woher kommt das, wieso mache ich das? Es ist leicht, so ein Verhalten auf Kindheit, Entwicklung, soziale Umgebung, ungestĂ€rktes Selbstbewusstsein und möglicherweise sogar Traumata zu schieben, doch allein mir fehlt das Beispiel dazu. Vielleicht ist es die Ambivalenz dessen, was ich erlebe, mir dabei zutraue und rĂŒckblicke und mich vergleiche. Und ... tja, da hört die Weisheit auf.

kalt grau mies und weiter

Vielleicht ist es das graue Grau draussen, das ungemĂŒtliche Kalt der Novembertristesse ... ich bin ein bisschen oll, immerhin aber zumindest unverkatert. Komme gerade von einem GesprĂ€ch in der ParitĂ€t ĂŒber mein Tun und meine Zukunft dort. StabsmĂ€ĂŸige Einrichtung einer PR/ÖA und man möchte mich gern. Ich bin wankelig. StabsmĂ€ĂŸig heisst dann auch, PrĂ€senz & Prozedur, AushĂ€ngeschild, Aktivist, Macher. Dabei fĂŒhle ich mich so ein- und schlecht ausgeschlafen. Und nicht nur heute. Die Pandemie kann doch dafĂŒr nicht verantwortlich sein? Gleich habe ich ein Interview der Studiosessions mit Kubon fĂŒr dem MDR, doch ich bin noch nicht so richtig drauf. Zusammengefasst: Ich kann mir "richtiges" Arbeiten fast schon nicht mehr vorstellen; ich hab zu viel zu tun und unerledigte Baustellen, die an mir nagen; Kaufland ist Donnerstag halb12 proppenvoll, also fahre ich zu Rewe, um meinen peinlichen Leerflaschennotstand zu entsorgen. Komme raus und hab ein Knöllchen ĂŒber 25 EUR dran. Könnte ernsthaft ausrasten. Kurz danach zuhause zwei semisynchrone LaubblĂ€ser und die Welt kann von mir aus genau jetzt explodieren. So siehts doch aus hier. Mistscheiss alles.

vom schweren Wein

Meine Minderungsversuche in Sachen Alkohol klappten in der ersten Lockdownwoche ganz gut, in der zweiten gabs statt einem ab und an mal zwei Biere, in der dritten - also jetzt - gabs bereits Wein ab Mittwoch. War zu erwarten, oder? Und dann das Wochenende. Tobi macht es richtig, er ist mĂŒde und geht halb eins ins Bett. Ich bleibe noch "kurz", ohne zu wissen, was es denn zu tun, zu sehen, zu machen gebe. NatĂŒrlich: Es muss noch mehr Wein sein. Dabei wird der Wein immer schwerer. Wir sind bei witterungsbedingtem Rotwein. Allerdings kein Nebenbeiwein, sondern ab 13,5%++. Die Menge hat sich allerdings nicht geĂ€ndert. Heute, Sonntag, hatte ich MĂŒhe, am Leben zu bleiben. So fĂŒhlte sich das an. Kurz vor Vier (! - na gut, ich hab am Waldhausstudio-Web noch was machen können) ins Bett unterm Dach und halb 10 wieder raus. FĂŒhlt sich tatsĂ€chlich ein bisschen wie blinde Zerstörungswut an. Und es gibt keine Ausreden wegen Corona oder Lockdown. Oh nein, auch ohne diesen ganzen Schlamassel wĂ€re es dazu gekommen. Meine Aufgabenliste fĂŒllt sich, weil immer Neues hinzu kommt und ich es nicht fertig kriege, die Dinge nun anzugehen. Tipp an mich: Es gibt da die lange Liste aufm Handy. Jeden Tag EINE Aufgabe davon lösen. Und sei es, den Zahnarzttermin zu machen. Los jetzt. Prioritata. Alles nix Neues. Erfolg und Freude sind fĂŒr jeden schön. Am Donnerstag bin ich zum VorgesprĂ€ch geladen, ob ich mir (vorerst unverbindlich) die Stelle ÖA/PR der ParitĂ€t vorstellen könne. Kann ich? Nicht dass ich dort wie Matte MĂ€rtens ende, der sich durchalkoholisiert ĂŒber die Jahre schleppte, bis der Sauf?Krebs ihn ĂŒbermannte. Is' nich' witzich.

schwachmĂŒde Mittelmaßdemenz

Das bringt es so etwa zusammen. Seit 2 ĂŒber Wochen sind Kraft & Rad so gut wie zum Stillstand gekommen. Das ist nicht so schlimm. Ich fĂŒhle mich den Dingen, die sich mir gegenĂŒber zu Anforderungen entwickeln, nur schwer gewachsen und muss mich sehr bemĂŒhen. Obgleich all diese Anforderungen doch dem Bereich meiner Interessen entspringen. Und dennoch: Ich habe kein GefĂŒhl fĂŒr eine gute Grafik - es dauert ewig. Ich kann mir keine schönen Foto-Motive fĂŒrs Gesellschaftshaus ausdenken - ich bin seit Juli nicht (mehr) fĂ€hig dazu. Die Websites zu bauen, fĂ€llt mir schwer. Mich in der ParitĂ€t aufzustellen und die grandiose Vorlage, die sich mir bietet, zu nutzen und mich damit zu einem nahezu zunverzichtbaren und gut bezahlten Mitarbeiter zu machen, schleppt und verzögert und verliert sich im Dunst. Das ist jammerschade, denn es entginge mir eine gute Chance. Nichtmal zum Hose- oder Fahrradkaufen fĂŒhle ich mich animiert oder ĂŒberhaupt fĂ€hig, weil ich mich auch in der Erfahrung / Erinnerung da stehen sehe und mich nicht entscheiden kann; am Ende womöglich ein Damenfahrrad oder schlecht sitzende Jeans kaufe. Und dann gibts neue Song-Arrangements. Allerdings und wie immer mit nur sehr langsam enstehen wollenden Texten. Irgendwo hier vor langer Zeit steht: "Was traue ich mir eigentlich noch zu?". Vermutlich so eine typische Neujahrsansprache an mich. Diese Ansicht ist ĂŒber die Jahre wiederkehrend gleich geblieben. Es wankt in mir zwischen Vernunft, Erkenntnis, Verstand, eigenem Willen und dem, was ich angesichts dieser Defizite tatsĂ€chlich mache. Immerhin spare ich jetzt ĂŒber 2 Wochen am Alkohol; dennoch reichen 2 Bier wie gestern nach dem jeskom-Mixing bei Mohi, das bis 22:00 andauerte und mich zuhause sachte runterbringen sollte. Die TrĂ€ume werden diffus, aber immerhin vielschichtig und mit großen Stories versehen. Der nĂ€chste Tag fĂŒhlt sich immer ein bisschen verkatert an. Ich bin nicht cool, nicht entspannt, nichtmal gemĂŒtlich, aber gefĂŒhltgedrĂ€ngt, vernĂŒnftig zu bleiben. Und manchmal habe ich Lust, fĂŒr eine Weile eine unifarbene Wand anzustarren, bis sich irgendwelche Muster ergeben.

🔒 Nur fĂŒr Claude | Zehnsucht seit 1995 | 2010