đ Insgesamt 1.246 BeitrĂ€ge |
đ Seite 10 von 25
Ganz kurz
"ganz kurz" - eine neue Kategorie, die unreflektiert das in sich aufsaugen soll, was ich aus dem Affekt heraus - ob positiv oder negativ - wenigstens mal notiert haben will. Weil Vieles hier sich in AnsÀtzen versuchten ErklÀrertums zersetzt, kann eine Momentaufnahme ohne Wertung hilfreich sein. Ich beginne heute und mit dem hier:
Bereits zwei Flaschen abendlichen Bieres verschaffen mir einen gefĂŒhlten Hangover. Jana drĂ€ngelt mich wegen Termin Filmtrailer Eisprinz (meine Ăberzeugung ist nicht sonderlich groĂ), ich muss meinen ganzen Scheiss endlich fertig kriegen ... ich fĂŒhle mich ohne sonderlich viel Arbeit ĂŒberlastet und inspirationsarm. Meine Hosen passen mir allesamt fuck off nicht mehr und ich habe Lampenfieber vor 2x10 Minuten bezahlte SWM Trailer.
Das war fast zu lang.
Toding und Projektion
Hoffentlich sterbe ich nicht in KĂŒrze, so dass dieser Eintrag als ĂŒbersinnliches Zeichen fĂŒr mein bevorstehendes Ableben gedeutet wird. Es geht wie so oft nur um eine kleine Bestandsaufnahme. DafĂŒr ist sie ja da, die Zehnsucht. Es herrscht ein zweiter Lockdown wegen Corona und noch immer macht mir das alles furchtbar garnichts zu schaffen, was mich wiederum irritiert. Also seit MĂ€rz nichts vermisst? TatsĂ€chlich & Unglaublich. Bin ich schon so im gesellschaftlichen Abseits bzw. dazu in glĂŒcklichen BeschĂ€ftigungsumstĂ€nden, dass ich voll durch das Raster rutsche, vor dem so viel beinahe zu kapitulieren scheinen? Ein Aspekt kommt mir sogar zugute: Seit ĂŒber einer Woche ist das Bluenote damit also auch geschlossen und ich muss endlich nicht mehr dreiviermal die Woche un- und doch freiwillig dorthin. Das klingt vielleicht bescheuert und ist es auch: Mein einziges gesellschaftliches und kulturelles Interesse besteht also im Besuch einer Kneipe mit Zugabe von Finalwein zuhause? Auweia. Jetzt geht es also nicht mehr und ich bleibe entschlossen bei einem Bier mit 2-3 Zigaretten pro Tag bzw. Abend. Das ist hilfreich.
Training geht aber auch nicht und fĂŒr Radsport beginnt es jetzt sehr kĂŒhl zu werden. Schwimmen geht (und will ja) auch nicht. Es sind nur 4 Wochen und immerhin fehlt mir ein bisschen was. Derweil sitze ich hier bezahlt bei der ParitĂ€t, schreibe clubstories fĂŒr einen Kurztrailer, mache meine SteuererklĂ€rungen und versuche, aufrecht zu denken und zu handeln. Und dabei entsteht sie- die MĂŒdigkeit, die Abgeschlagenheit, das GefĂŒhl von "you're expired", die 50, die ausfallenden Haare, die HĂ€morrhoiden, die unförmige Fettheit, die SchwĂ€che, die Desorientiertheit, das Rechnen von mir aus bis zu den mir bekannten TodesfĂ€llen, die allgemeine Angst vor meinem Tod. Oma Hilde wurde 65 mit ihrem Blutkrebs - ok, das sind dann noch 15 Jahre. Meine Eltern sind Mitte 70- ich fĂŒhle mich jetzt schon hilflos, sollten einer oder beide demnĂ€chst sterben oder umziehen oder ins Heim ... oder aber alternativ hoffentlich auch 90+ werden! Vielleicht lese ich nicht die richtigen BĂŒcher, wenn ich abends spĂ€testens um 10 ins Bett gehe und oft gegen 12 ein- aber selten gut und zu Ende schlafe.
Derzeit ist es Sibylle Berg mit "Vielen Dank fĂŒr das Leben". Zwar eindringlich, doch auch aus- und abschweifend und damit manchmal schwierig und wortkunstverwirrend wie immer, ist es dennoch ein Buch ĂŒber die Unwegsamkeit menschlicher Ab- und anderer GrĂŒnde. Es geht um den Hermaphroditen Toto mit seinem unglĂŒcklichen Einstieg ins daraufhin jedoch relativ unberĂŒhrte Leben und seiner naiven, sehr abgesteckten Neugier, seines tieftraurigen und seltsamen Gesanges, seiner Unbedarftheit und damit unberĂŒhrbaren Freiheit. Er hat keine dieser Reflektionen, die ich zu Tausenden pro Stunde bei mir feststelle. Berg zeigt und zieht die Welt durch den Dreck ... das alles kenne ich doch von damals Bach, seinem ewigen Abgesang auf die Menschheit mit parallel dazu entsprechenden Alkoholmengen. Ich habe damals wider besseren Wissens mitgemacht, ohne aber wirklich alles davon zu kapieren. Immerhin aber ein bisschen zu spĂŒren, was es sein könnte. Dabei war doch meine Basis immer im Positiven beheimatet. Desillusionierung? Erfahrung? Erkanntes MittelmaĂ? Selbstwertstörung?
Projektion ist das, was ich seit langem mit mir herumschleppe. Es sind tatsĂ€chlich billige Ansichten und Denkmuster, basierend auf einem ohnmĂ€chtigen GefĂŒhl. Was es ĂŒbrigens auf den wichtigen Beweis bringt, dass "Macht" tatsĂ€chlich hochgefĂ€hrlich sein kann. Da ist noch immer eine herbeigesehnte Irgendwie-Rache am Puppentheater (jetzt habe ich den PT Facebook-Account tatsĂ€chlich doch inmitten von Wein komplett an mich genommen. Und eine wahrscheinlich dumme [zum GlĂŒck Inkognito-] Lesermeinung auf ein Statement von Kempchen losgeschickt.) Das ist alles so dumpf und sinnlos. Und meine Projektion besteht darin, mich anderen gegenĂŒber gefĂ€hrlich negativ zu verhalten und sogar das Fernsehen und seine Werbung zu beschimpfen, der Corona-Leugner-Beutetochter das Fahrrad zersĂ€gen zu wollen, weil sie schlieĂlich hier nicht mehr wohnt und ihr Fahrrad gefĂ€lligst mitnehmen soll ... da gibt es sehr viele dumme und gefĂ€hrliche Beispiele, die mich u.a. an Kawa erinnern, der anderen das Auto zerkratzt, weil sie irgendwie aus seiner Sicht im Unrecht sind. Projektion entsteht aus der eigenen Unzufriedenheit ĂŒber einen oder mehrere persönliche ZustĂ€nde. Wie eineOhnmacht gegenĂŒber dem vermeintlichen eigenen Scherbenhaufen meines Lebens. Dass das so nicht stimmt, mag realistisch sein, irgendein ĂŒberreflektierender Störenfried in mir will mir immer weismachen, dass alles Mist ist. Und vermittelt mir Ohnmacht ohne Aussicht, mich mit mir verbĂŒnden zu können. Der Auspuff ist dann diese Projektion.
Der innerwöchliche Alkoholentzug war der letzte Ausweg, hier nicht noch aussichtloser zu werden. Lieber wieder stabiler. Zumindest ein bisschen. Das ist alles besser als von Sommer bis Hier. Die Ursachen meiner Projektionen mögen im Groben erkannt, aber nicht ausreichend definiert und beschlussfolgert sein, woraus sich also eine Idee der Gegenwehr oder der Neuausrichtung entwickeln könnte. Ich bin weiterhin zu kompliziert und ahne oder fĂŒhle zuviele Lösungen bei selbst einfachen Aufgaben, weil ich die einfache Geradeaus-Linie nicht finde ode rimstande bin, sie zu benutzen.
Synapsenkollapse mögen fĂŒr Kreatives hilfreich sein- fĂŒr Lösungen negativer Um- und ZustĂ€nde taugen sie genau Null. Und beim Masturbieren sollte es nicht ĂŒber der rechten Augenbraue pochen.
lock down chance
Jetzt ist es also soweit: die zweite Welle macht alles dicht. Und damit auch das Kiesertraining und das Bluenote. Zwei wichtige Instanzen. Gestern im Bluenote "saufaus" in unvernĂŒnftigstem MaĂ nach unvernĂŒnftigem Samstag nach unvernĂŒnftigen mindestens zwei Jahren. Ich kann immer noch nicht richtig gucken und sitze mit der ParitĂ€t in einer Grundsatzkonferenz, wĂ€hrend ich befĂŒrchte, mich ĂŒbergeben oder wenigstens ohnmĂ€chtig vom Stuhl fallen zu mĂŒssen. Das muss muss doch fĂŒrchterlich nach Alkohol stinken. Lass mich bloĂ die Maske aufbehalten. Dazu fĂŒhle ich mich gezwĂ€ngt gedrĂ€ngt fett in meinem engen Hemd und so sachte wird mir mein Verfall bewusst.
Die Idee, bei geschlossenem Bluenote ja jetzt gute Chancen auf Entzug zu haben, stehen viele Sonntagsbeispiele der vergangenen Wochen entgegen, die mir auch ohne Tresenbier deutlich machten, wozu ich tatsÀchlich in der Lage, bzw. nicht in der Lage bin.
Was macht es eigentlich möglich, dieses grausige Kater-GefĂŒhl solch schlimmer ZustĂ€nde des folgenden Tages dann doch wieder umzudrehen in die Idee eines Konterbier/weins mitsamt der ersten und bei weitem nicht letzten Zigarette desselben Tages? Drei Begriffe dazu:
Missbrauch- Sucht- AbhÀngigkeit. Ich bin beim "ht". Anders ist das nicht zu erklÀren. Die Grade der AbhÀngigkeit unterteilen sich dann wohl nur noch in Uhrzeiten, ab wann Alkohol benötigt wird. Jetzt muss irgendwas passieren. Aber sofort.
help Nachtrag
Mir gelang es, an jenem beschriebenen Sonntag Abend sogar noch die dritte Flasche fast zur HĂ€lfte zu leeren. "Ist ja ein Saufwein", so die offizielle Beschreibung des Rieslings namens "Sophie". Ich weiĂ nicht, wie ich anfangen soll: ich sitze in der ParitĂ€t, ohne wirklich etwas tun zu wollen, wahrscheinlich aber mĂŒssen, es gröĂtenteils aber als harmlos einstufen und ignorieren zu können. Ein Buch habe ich angefangen zu lesen. Es heisst "NĂŒchtern" und wurde in 2014 von Daniel Schreiber geschrieben. Am Freitag hatte ich es im Bett nach einigen Bluenote Bieren begonnen und es als nur teiltrefflich oder unglĂŒcklich terrorisierend angesehen; gestern ging es nach der EinfĂŒhrung allerdings ins Detail und machte mir sehr sehr unbehaglich einige Dinge klar, die ich lĂ€ngst schon wusste und die mir in Phasen wie diesen immer bewusster und zeitgleich mit derselben Energie verdrĂ€ngt werden.
missbrauch ++ abhÀngigkeit ++ sucht. Eins, zwei oder drei, du musst dich entscheiden, vier Felder sind frei. Ja, genau! Vier.
Ich weiĂ noch immer nicht, wie ich es anfangen soll. Meine TrĂ€ume sprechen oft eine so harmonische Sprache in diversen Settings, in denen ich immer schon aufgehoben sein wollte. AsyltrĂ€ume. Da geht es um viel Miteinander, um gemeinsames Leben, da decke ich eigene SchwĂ€chen auf, da spielt die Liebe zu der Zeit, an der ich sie in meinem coming-of-age am meisten benötigt hĂ€tte, eine immense Rolle, aktuelle Situationen trĂ€ume ich interpretiert und sie sind oft diffus und fĂŒhlen sich unverwirklicht an.
Das hier wird ab jetzt eine neue Kategorie (alc) in der zehnsucht ĂŒber eine seit wenigstens 20 Jahren wĂ€hrende und damit die HĂ€lfte meines bisherigen Lebens betreffende Abteilung.
help!
Sonntag. Nach einer durchzechten Woche und einem bierseligen Freitag im Bluenote mit Handy am Bett, wartend auf Tobis Nachricht, dass er wach und fĂŒrs FrĂŒhstĂŒck bereit ist ... und ich also im Halbdunst los und furchtbar mĂŒde bin, nur um am Abend eines nicht weiter denkwĂŒrdigen Tages weiterhin Wein zu trinken und wie ĂŒblich zu ĂŒbertreiben, statt mit Tobi (naja, bisschen frĂŒh:) halb 12 ins Bett zu gehen; und am Sonntag sehr mĂŒde zu sein ... sitze ich also wieder hier zuhause und gedenke, um 10 ins Bett zu gehen. Dummerweise gabs Wein aus dem elterlich befahrenen SĂŒdwesten und ich bin mittlerweile bei der zweiten Flasche und ĂŒberlege, wie ich morgen (mal wieder) der ParitĂ€t erklĂ€re, aus welch wichtigem Grund ich nicht erscheinen kann.
Kurzum: DAS ist schon ziemlich krank. WĂ€hrend ich hier so saĂ (und noch sitze) an diesem Sonntag und nichts mit mir anzufangen wusste und zum GlĂŒck auf arte "Spy Games" mit Robert Redford und Brad Pitt zu sehen bzw. begreifen versuchte und jetzt mittlerweile zwei Stunden weiter bin, wurde mir erneut klar, dass ich seit sehr geraumer Zeit aus dem Ruder laufe. Ich wollte das gern aufschreiben, fĂŒhlte mich aber zu "doof" dafĂŒr, dennoch habe ich das jetzt und hier also doch noch gemacht.
Was ich sage/n & schreiben will: Ich wĂŒnsche mir eine ruhige, freundliche (am besten unbekannte und ĂŒbersinnliche) Stimme mitsamt einer Hand, die mich aus all dem hier herauszieht, mich sachte an irgendein sonniges, warmes Ufer legt, ausruhen, heilen lĂ€sst und mich anschlieĂend in einem tiefen, inniglichen GefĂŒhl spĂŒren und erkennen lĂ€sst, wozu ich in der Welt und in der Lage bin; aus welchem ich die Kraft generieren kann, derer es bedarf, mich (wieder) auf- und hinzustellen als jemanden, der ohne Angst und Zweifel all seine FĂ€higkeiten ausleben und ... naja, den Satz kannste dir ja selber zu Ende malen. Jedenfalls sowas wĂ€re gut. Gibts aber nicht automatisch.
Sonntags-Desaster
Als einen anbetrunkenen Selbstversuch drĂŒcke ich mir diesen Beitrag drauf, denn ich muss beschreiben, wie es um mich bestellt ist. FĂŒr spĂ€ter. FĂŒr wen auch immer. Kurzum: NatĂŒrlich im bereits betrunkenen Zustand. Sonntag Abend. Mit der Idee, es (wie immer) ab morgen besser zu machen. Ich habe den ganzen Sonntag auf der Couch verbracht, weil der gestrige Abend im Bluenote nicht nur sehr lange andauerte, sondern auch mit Mixes aus Bier und Cuba Libre mit zuhauslicher Rotweinflasche erst gegen 04:00 endete. Ich habe so viele Gedanken in mir, die ich nicht imstande bin, hier zu dokumentieren, zumal die Flasche Rotwein mich bereits erneut drĂ€ngt.
Dabei war ich gestern bei Daniels 50' Party der Meinung, dass es "heute nicht lĂ€uft". Aber komischerweise lĂ€ufts dann ja trotzdem irgendwie. Was wie ĂŒblich mit Alkohol zusammenhĂ€ngt. Ansonsten hĂ€tte ich auch dreivier Stunden nach der 19Uhr30 begonnenen Party nach Hause gehen können, um meine vorsichtige Idee von Fahrrad oder Musik oder Projekten angehen am Sonntag ermöglicht hĂ€tte haben zu können. (Cool geschrieben, wa?)
In der gestrigen Nacht also trank ich nach geschĂ€tzten 10 Bieren und eben so vielen Cuba Libre daheim noch eine Flasche Rotwein und sah mir mein Konzert JESKOM aus 2009 an und war sehr begeistert. Und dachte dabei und wie immer darĂŒber nach, dass ich aus meiner Musik, aus mir ... einfach nicht imstande bin, etwas zu machen. Schlimm. Und heute bestand der Tag nur aus Schlummern und Fernsehen und Sehen von Dokumentationen, die mir allesamt vor Augen hielten, dass es um diese merkwĂŒrdige Welt samt derer Menschen nicht gut bestellt ist. Diese Dimensionen von Armut, Reichtum, Macht, Dummheit, Politik, Kriegen und den ganzen ZustĂ€nden, die ich wahrscheinlich aufgrund meines nicht ausreichenden Bildungsinteresses oder Verstandes, meines teilweise fehlenden Wissens nicht einordnen, verstehen kann, lassen mich oft kapitulieren in meinem VerstĂ€ndnis von der Welt und mir mit meinem Leben darin.
Nunja, ich habe mir gegen 21:30 die erste Conter-Zigarette angesteckt, bin mittlerweile bei neun, habe mir zudem ein Bier aufgemacht und zum Zeitpunkt dieses Aufschreiben eine Flasche Rotwein getrunken, wÀhrend genau jetzt das erste Glas der zweiten Flasche auf mich lauert.
Die Ursprungsidee dieses Wochenendes, an dem Tobi Samstag-Dienst hat und wir uns also nicht sehen (und ich dabei dachte, dass mir alle Zeit, alle Welt nun offen stehen wĂŒrde [wieso eigentlich nur dann?]), war, dass ich zur Party gehe, nicht ĂŒbertreibe und mir eine Umgebung schaffe, in welcher ich was Gutes fĂŒr mich tun kann. Das Ende vom Lied ist so ĂŒblich wie stumpf und dumm: SpĂ€t. Sehr betrunken. HandlungsunfĂ€hig fĂŒr mindestens 24 Stunden. Wenn ich nicht, wie jetzt, schon wieder Massen an Wein zu mir nehmen wĂŒrde.
Morgen wird sich in der ParitĂ€t etwas Ă€ndern: Anja Naumann wird als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin abgewĂ€hlt und ihren Posten zum Ende des Jahres verlassen. Dann kommt was oder wer Neues. Und ihre Bitte, mich nach dem TRES Projekt weiterhin behalten zu wollen, wird andere Sichtweisen annehmen mĂŒssen. Na gut, wahrscheinlich habe ich noch bis Juli 2021 Zeit, mich zu positionieren und mir zu ĂŒberlegen, was ich denn dort in welcher Funktion machen möchte; aber aus Sicht meines momentanen Zustandes und in Betrachtung dessen, was ich hier gerade mit meiner zweiten Flasche Rotwein nach all der gesamten Zeit mit schwerem Alkoholmissbrauch veranstalte und weiterhin veranstalten werde, sehe ich wenig Zukunftsaussichten. Das betrifft nicht nur einen möglichen Job in der ParitĂ€t - das betrifft mein ganzes Leben!
Soweit mein Wort zum Sonntag. Ihnen noch einen schönen Abend und: machen Sie's gut!
Abstiegsgefahr
Die Erfahrung lehrt mich, dass ich immer mal wieder Phasen durchlebe, in denen der Alkohol eine groĂe Rolle spielt. Wie diese Phasen begrĂŒndet sind, erklĂ€rt sich mir nicht richtig. Vermuten kann ich, dass es mit einer Art "Weltschmerz" zusammenhĂ€ngen könnte, was aber wie eine Ausrede klingt. Auf jeden Fall aber muss es eine Art Hilflosigkeit sein, eine Art gefĂŒhlte MittelmĂ€Ăigkeit, der ich mich ungern anheim geben möchte. Ăndern kann ich sie durch Alkohol natĂŒrlich nicht, jedoch fĂŒhlt es sich an, es nĂŒchtern auch nicht bessern zu können. Was mich also immer wieder auf den selben Punkt der SchwĂ€che fĂŒhrt, den ich in solchen Phasen dem Alkohol widme.
Auf den Punkt gebracht, befinde ich mich in einer solchen Phase seit gefĂŒhlt 3 Jahren. ZurĂŒckgedacht an die letzten Puppenmonate, der Arbeitslosigkeit, der Suche nach dem, was ich fĂŒr mich möchte und der gleichzeitigen Ăberlegung, so viel Zeit mit Nichts bzw. wenig und dafĂŒr viel MĂŒĂigkeit samt Alkohol verbracht zu haben. Entwicklung fand in dieser Zeit (abgesehen von der Entscheidung, mich vom PT zu trennen) nicht sonderlich statt.
Und jetzt stelle ich erschreckt fest, dass definitiv zu viel Alkohol im Spiel ist. BegĂŒnstigt durch den glĂŒcklichen Umstand zweier Jobs, die aufgrund Corona weiter bezahlt werden und mich durch gelegentliches Blickenlassen mit para-schlauen Worten interessant erscheinen lassen. Immer ist der Wein im Haus, das Bier im Bluenote und immer habe ich tagsĂŒber die Ăberlegung, ob ich wohl genug Stoff im Haus habe.
Nicht verwunderlich, dass dadurch meine Unzufriedenheit wĂ€chst und aus 45 ganz schnell 50 und sehr bald 55 bzw. 60 wird. Es wĂ€re gut, sehr bald eine Entscheidung treffen zu können, der ich mich nicht nur gewachsen, sondern der gegenĂŒber ich mich auch wach, entschlossen und mit kribbelnd-neugierigem Lampenfieber versehen fĂŒhlen könnte. Aber welche Entscheidung - ausser dem Alkohol zu entsagen - wĂ€re das? Klar, das ist der erste Schritt, aber wie weiter? Wenn Ziellose reisen ...
Aua zur Nacht
Michas Weinladen hatte heute seinen 10. Jahrestag. Freitag. Ich mipm Rad von Reform und Tobi ins Stadtfeld. 19 Uhr. Wir hatten alles vorbereitet: Foto-Bob, Livemugge mit Conny und Antje ("Noch ist Zeit"), den Aufkleber fĂŒr das Fenster ... alles glory, alles in allem ein schöne Party mit Leuten, die mir allesamt bekannt sind. WĂ€r' gut, die hier mal alle aufzuzĂ€hlen; allein mir fehlt die NĂŒchternheit. Aber sehr okay. Es gab Bier und Wein und bekannte und neue Leute und (re:new) Pucki und alles wurde immer schöner.
Jedenfalls so: Ich radele zurĂŒck nach Reform, es ist 23:30 Uhr, als ich ankomme. Tobi guckt noch seine Serie, ich schreibe ein bisschen WhatsApp und gucke die Fotos vom Abend durch. Kurz darauf will Tobi ins Bett.
Ich gehe noch mit ihm hoch, will ihn ins Bett begleiten, sitze am Badewannenrand und warte, bis er mit ZĂ€hneputzen fertig ist. Weil ich ihm noch Gute Nacht sagen und ihn umarmen und kĂŒssen möchte. Geht aber nicht: "Ich bin mĂŒde, war ich vorhin schon und habe auĂerdem Kopfschmerzen. Gute Nacht. Und mach' das Licht noch aus." Kawumm! Da stehe ich im Nichts. Was ist los? Was nun? Geht kein kurzer Gute-Nacht-Kuss, keine kurze, kleine Umarmung? Wieso?
Ich bin einigermaĂen verwirrt. Und ja: ich bin von der Party weiterhin mit WeiĂwein angefĂŒllt, war ich ja schon, als ich aus dem Stadtfeld mit einiger mit Anstrengung hier angeraldet kam. Und es fĂ€llt mir auch einigermaĂen schwer, das hier aufzuschreiben, eben weil ich mittelschwer betrunken bin. Aber dieser Moment vorhin hat mich perplex zurĂŒck gelassen und ich habe keine Idee ...
(STOPP hier, ich bin durch, und bevor ich mir dumme Gedanken in dummen ZustĂ€nden mache und mir was ausmale, dass sich Tobi betreffs solcher Feierlichkeiten mit meinen 'Freunden', die er so nicht hat, irgendwie zurĂŒckgesetzt fĂŒhlen könnte ... okay, stopp: wegen betrunken.)
Nachtrag am Montag: Nunja, das ganze GefĂŒhlte rĂŒhrte ganz sicher aus der Mischung von Alkohol und der aber auch meiner weiterhin bestehenden Sehnsucht nach gelebter Liebe und dass Tobi sich ein bisschen mehr öffnen bzw. auch fallenlassen könnte. Was an diesem Abend nicht ging mit seinen Kopfschmerzen und MĂŒdigkeit. Und dieses Konglomerat hat mich nach diesem Abend im Weinladen mit meinem GefĂŒhl von Gemeinschaft, Freude und Liebe einmal mehr unschön erwischt. Ist trotzdem alles wieder gut.
Killerstudie mit Aussicht
Auf der einen Seite werfe ich mich an montags die Kieser-Maschinen, fahre dienstags 55 km Rad mittlerweile auch gegen den Wind, weil es sachte besser wird, mache donnerstags eine Kombination aus beiden und fĂŒhle mich sehr verantwortlich sportlich. Um im Nachgang jeder dieser Aktionen im Bluenote oder an der eigenen Weinflasche hĂ€ngen zu bleiben. Wenn es dunkel wird, greifen sie zum Glas. Volle Einsicht, null VerstĂ€ndnis. Ăberhaupt hat sich dieses Verhalten ĂŒber die mittlerweile als Jahrzehnte zu benennenden ZeitrĂ€ume erstreckt und systematisch auf- und ausgebaut. Schleichend, heimlich, permanent. Das Problem sind weiterhin nicht die 5 Bier, das Problem sind die 10 Bier und die aufatmende Gewissheit, dass zuhause noch ein bisschen Wein als Absacker herhalten kann⊠DAS ist nicht gut. Auch nicht gut ist die jederzeit bedachte Vorratshaltung. Und selbst wenn ich es aus Absicht vermeide, bleibt immernoch der Weg zum Russen fĂŒr drei abendliche Bier. Was immerhin gerade noch so geht.
Corona kann zwar nicht als Ursache oder Schuldige fĂŒr solche ZustĂ€nde herhalten, macht mir selbst aber sehr deutlich, wie ich mich wieselgleich "... um jede Ecke winde und sofort ein Schlupfloch finde auf dem kleinsten Wege des geringsten Widerstands." Herman van Veen kennt sich aus. Ich auch. Nur bin ich das Selbstbeobachtungsobjekt in dieser Killerstudie.
Die ParitĂ€t ist noch immer eine weiche Welle ohne wirkliche FĂŒhrung, allerdings scheint sich da etwas zu bewegen, wenn ich aus den letzten Tagen herausfĂŒhle, dass die LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin vielleicht bald keine mehr sein will. Immerhin wurde ich nach einem Angebotskatalog gefragt, um von paritĂ€tischer Seite erfĂŒllen zu können, was man "... tun mĂŒsste, um mich behalten zu können." Das klingt verlockend, schmeichelnd und vorweg positiv. Nun weiss ich natĂŒrlich und wie immer nicht, was ich denn eigentlich dort oder sonstwo machen will; ich weiss nur, was ich alles vieles könnte. Also habe ich quasi einen Katalog vor mir, aus dem ich wĂ€hlen kann: ParitĂ€t, Freiwilligenagentur, jeskom, 2und40 ... wie so oft alles noch immer möglich.
But: quo vadis, Towarisch? Wahrscheinlich bleibt es immerwÀhrend ein bisschen das Selbe. Wenn ich doch nur selbstbewusst zufrieden genug damit wÀre oder es wissentlich Àndern könnte. Der Konjunktiv bricht allen Mut. Mein MissverstÀndnis um die Menschheit und mein nun doch nicht alles umfassender und resorbierender Verstand bleibt das bis zum Ende ungelöste RÀtsel meines Seins.
Zwei hellschwarze NĂ€chte
Was ist los? So ĂŒbel habe ich selten geschlafen. Und das in zwei aufeinander folgenden NĂ€chten. Ich vermute, dass mich die Vorstellungen ĂŒber das ĂŒble, permanente Saufen einigermaĂen nachdenklich zurĂŒckliessen. Sonntag eine Flasche schwerer Rotwein, Montag zwei Flaschen schweres Rot, Dienstag Bluenote mit Massen Bier und zuhause noch einen halben oben drauf. Mit Aussicht auf den Donnerstag und Jeskom musste ich die Notbremse ziehen. Mittels zweier Biere gedachte ich eine BesĂ€nftigung herbeizufĂŒhren. Doch die Nacht wurde grauslich. Permanent wiederkehrende TrĂ€ume im Halbwachzustand. Das ist neu. Und die TrĂ€ume zum Donnerstag waren erbĂ€rmlich: Kempchen, der von mir Sex verlangte (und ein bisschen Ă€hnlich wie Tobi auf Funktion pochte), was ich energisch und abstoĂend zurĂŒckwies; daraufhin Flucht ĂŒber irgendein dunkles, winterlich mit StraĂenlaternen erhelltes StadtgelĂ€nde. SpĂ€ter dann immer gleiche Sequenzen irgendeinen Blödsinnes, den ich im Halbschlaf als offensichtlichen Stuss erkenne und mich auffordere, etwas anderes zu denken, oder es ganz sein zu lassen und bitte einfach nur zu schlafen. So verging Stunde um Stunde. Der Nacken steif, die MĂŒdigkeit groĂ.
Donnerstag Tetanus, Cosentyx und Blut bei Weimann, JESKOm mit Bravour und groĂartigem Gören (geile Band jetzt!), aber anschlieĂend gefĂŒhlt schwer geschafft. Abbau war Arbeit, dann gabs ein sehr feines Essen- allerdings fĂŒr meine Gewohnheiten zu spĂ€t (22+); zuhause dann alles hochtragen. Mit Maui und Amp und ... Der Versuch, bei Bier und Fernsehen runterzukommen, fruchtete nicht und ich brach stolz ĂŒber diese Entscheidung den Abend nach einem Bier gegen 00:00 ab. Doch bereits beim Lesen von Stolz & Vorurteil bemerkte ich die weiter bestehende Unruhe in mir, die sich nach Löschen des Lichts folgerichtig fortsetzte.
Und so wurde diese Nacht wie die zuvor. Zum GlĂŒck ohne Kempchen. Was also ist los? Könnte es auch eine Art Entgiftungserscheinung sein beim RĂŒckbau der alkoholischen Eskapaden? Morgen frĂŒh um 08 an der BĂŒhne! Wieder so'n Ding, was mich vom Schnaps fern hĂ€lt. Ein GlĂŒck. Aber zu frĂŒh. DafĂŒr gut bezahlt. Naja.
Die Sucht der Gewohnheit bzw. die Gewohnheit der Sucht zu beschreiben, ist nahezu böswillig: Der gesamte Tag besteht aus Verneinung und dringenden Ănderungsabsichten ... der Abend bringt die Ăberlegung auf ein Konterbier, damit die erste Zigarette ertrĂ€glich wird. Und weil auch sonst nichts los ist und Wasser nicht mehr schmeckt. Der Kreislauf ist beschlossene Sache und der nĂ€chste Morgen erbĂ€rmlich. So gerne bekĂ€me ich es auf ein ertrĂ€gliches MaĂ gebracht, so aber lĂ€uft es nur auf null oder eins hin, wĂ€hrend ich mir beim Schreiben schon ĂŒberlege, ob nicht wenigstens ein Limit festlegbar ist. Was die Sucht erneut bestens dokumentiert. Gute Nacht.
Das Trinken der anderen
Solidarisch anmutende Gleichschaltung, was das Trinken betrifft, soll ja trösten beim Besehen des eigenen, schĂ€dlichen Umgangs mit Alkohol. Was aber, wenn es um das Trinken der Anderen ganz anders bestellt ist als angenommen? So geschehen gestern, als ich mich gerade so zum Konterbier nebst Zigarette uns Bluenote aufmachte. Das Ergebnis war abzusehen. Zwischendrin gab's eine enorme Talsohle, als Frau Doktor Ulrike mich mit enormen Langweiligkeiten folterte und ich fast fliehen wollte. WĂ€re ich mal ... dann könnte ich mich heute ja doch zum Kieser und vielleicht etwas Radfahren ĂŒberreden. (Wir erahnen meinen Zustand).
Und dann solche Aussagen hier: WĂ€hrend der Wein-Micha in seine Plötzky Urlaub so gut wie keinen Alkohol (trotz Vorrat) getrunken hatte und Ulli erzĂ€hlt, dass wenn sie in der Heimat ist, ĂŒber lange Strecken keinen Alkohol zu sich nimmt, dann stehe ich plötzlich allein auf weiter Flur und erklĂ€re mich mit Blick auf die zurĂŒckliegenden Jahrzehnte als schwerer Missbraucher.
Und dann immer wieder das hoch heilige Versprechen aufgrund des erbĂ€rmlichen Zustandes, es jetzt aber endlich sein zu lassen. Das kann doch angesichts meiner aktuell desolaten Lage nicht schwer sein. Es nervt also offensichtlich. Immerhin ist die Einsicht sehr deutlich vorhanden. So viel verschenkte Zeit. Ich weiss offensichtlich nichts anzufangen mit mir und meinen Möglichkeiten. Wie auch, wenn ich so drauf bin! Heute muss ich, weil jeskom morgen spielen. Und am Samstag in aller FrĂŒhe auch. Wenn das kein Anreiz ist ...
Chronik eines Sturzes
"Jetzt mĂŒsste mein Herz aussetzen." So fĂŒhlt es sich an. Ich bin wehrlos, anfĂ€llig, alarmiert. Erneut. Nicht nur, dass ich am Wochenende sowohl Freitag als auch Samstag spĂ€tabends freiwillig und unvermittelt sofort ins Bett musste, weil es nicht mehr ging und ich schwer betrunken war; auch am Sonntag schwor ich Reue & Frieden angesichts der bevorstehenden Dachverbandskonferenz des ParitĂ€tischen am Montag. Der Frieden hielt nicht recht, weil mich eine Flasche roten, schweren Weines in Besitz nahm, um mich ihrer vollstĂ€ndig widmen zu lassen. Die Konferenz fiel wegen Krankmeldungen aus und ich hatte das GefĂŒhl, mal wieder enorm Schwein gehabt zu haben. So blieb es bei einer Fahrt nach Burg mit ein paar Fotos bei der Lebenshilfe wegen Maskenanlieferungen.
Der Rest war Couch bis zum Aufraffen gegen drei und dem Angriff auf tatsĂ€chliche 54 km Radfahren bei gefĂŒhlt vollstĂ€ndigem Gegenwind. Was fĂŒr meine AnfĂ€nge zuviel ist, um mich hochzupĂ€ppeln; das ist nicht gut und ich komme gegen sechs enorm kaputt nach Hause, nicht ohne vorher bei Norma auf der Suche nach einem Toskana-Wein nochmal zwei jener blau etikettierten Schwerweine mitzunehmen ... fĂŒr den ganzen Rest der Woche. (Es war Montag). Jetzt kommt, worauf wir warten: Ich war einigermaĂen erschöpft und verspĂŒrte weder Lust auf Rauchen noch auf Alkohol. So. Ok. Und ab 21:15 wurde dann dennoch zurĂŒckgeschossen. Aber warum? Das wĂ€re doch die beste Gelegenheit gewesen, mich rauch- und alkfrei rechtzeitig zu Bett zu begeben, um heute fit & frisch Anlauf auf die schönen Dinge des Lebens zu nehmen!? Die zwei Flaschen sind leer und ich noch immer sehr voll. Voll von Ărger, Selbstbeleidigung, Aussichtslosigkeit, argem UnverstĂ€ndnis. Und heute Abend soll ich im Bluenote Leute auf Bier treffen. Vielleicht ja auch einen Notarzt? Oder einen Therapeuten?
Thomas Lange möchte gern und "bitte" mit "uns" heute Mittag essen, weil er in MD ist. Ich habe aus nicht erwĂ€hntem Desinteresse abgesagt. Allerdings war es kurzfristig genug, es begrĂŒnden zu können. Zudem bin ich also mal wieder und genau so so nachbetrunken wie das letzte Mal vor langer Zeit, als Thomas mich im Puppenhaus besuchte.
Mir scheint hier ein Ă€rger werdendes Ărgernis vorzuliegen: Denn selbst wenn ich keinen Drang, keine Lust auf Alkohol verspĂŒre, kontere ich diesem GefĂŒhl und zwinge ihn in mich hinein. Das nenne ich deutlich krank und es verdeutlicht mir, warum Alkoholiker nur mit einem Vollstopp da raus kommen. Dosierung ist nicht mehr machbar, obwohl ich mir die Flasche(n) beim EingieĂen genau besehe und sage, dass ich genau jetzt aufhören könnte, mĂŒsste, sollte, um alles gut bleiben zu lassen. Mit dieser tröstenden Gewissheit trinke ich dann weiter.
Schön beschrieben. Und jetzt?
Ărger zum Ărgern
Fuck the hard wind, fuck the Berge rauf nach Hohendodeleben, nach Niederndodeleben, fuck the wind again, der seine Richtung beibehÀlt: nÀmlich die von VORN. Ich bin noch lÀngst nicht trainiert genug, um diesen Gewalten freundlich entgegenzufahren. Jeder andere Radfahrer, dieder sich dumpfdÀmlich verhÀlt und sich mir in den Weg stellt oder entgegenkommt, setzt noch eins oben drauf. Und am meisten Àrgert es mich, dass es mich Àrgert. Dumpfbacke.
Und merke: Untrainiert 30 km voll gegen den Wind gefĂŒhlt 1000 Grad bergauf geht nicht anschlieĂend noch zum Kieser Training, das er auch erst das 2. Mal nach der langen Pause angeht. So! Da haste!
Immerhin gehts mit Tobi & mir bergauf und die Stimmung ist nicht mehr mies. Es ist die selbe alte Aus- und Aufbruchsleier, die mich immer wieder ĂŒberkommt, wenn ich merke, dass da noch so viel mehr im Leben gehen mĂŒsste und sollte, welche die RĂŒckblicke schlecht macht, das Aktuelle vermiest und die Zukunft durch die dumpfe BrĂŒhe der Aussichtslosigkeit zieht. Das alte öde Rezept, dem ich mich selbst verschrieben habe (Wortfindung heute auf'm Rad).
Es ist halb Neun und bereits fast dunkel. Weisste Bescheid.
Mach Mach Mach
... die Welt und mich wieder so weit so gut, dass am Leben ich mich / wir uns erfreuen können. Die groĂe Hitze ist weg. Jetzt kommt noch die Nachhut der covid-Show und dann ist der September auch bald rum. Seit MĂ€rz ausser Spesen nichts gewesen. Aber mit Geld. Aber mit Alkohol ... viel Alkohol. Sehr wahnsinnig zuviel immer Alkohol. Montag ist immer Besserungsversprechungstag. Gestern habe ich einen Anlauf genommen und bin mit dem Rad zu Susi & Norbert und zurĂŒck bei starkem Gegenwind. Fast nichtmal schlimm.
Heute konnte ich nicht ausschlafen, weil es halb6 klingelte, was ich ein bisschen gruselig fand. Es stellte sich heraus, dass Ute meinen Bus offen stehen sah und meine erste Idee war die richtige: Gucken, ob wieviel % Abzug es bei der Fotoversicherung gibt, wenn der Schadensfall zwischen 22:00 und 06:00 lag. Nunja, 20%. Vielleicht werden es ja trotzdem noch knapp 3.000. Immerhin habe ich ja das komplette Equipment noch. Versicherungsbetrug. Au ha. So einer bist du also. Die Polizei war jung und etwas doof: LieĂ die Kladde mit ihren Unterlagen (und meinem Ausweis) auf ihrem Autodach liegen. Mir fiel nur mein fehlender Ausweis auf und ich rief nochmal die 110. Dann kamen die beiden wieder und er meinte ein bisschen nervös, dass er meinen Ausweis ganz bestimmt nicht in der Kladde hatte, wĂ€hrend seine Kollegin die StraĂe absuchend, ihn plötzlich 100 Meter weiter fand. Wao, waren die nervös. Sie mussten beide ganz schnell sogar öffentlich rauchen. Nachvollziehbar, denn da haben Sie Mist gemacht, wenn des BĂŒrgers Dokument verlustig geht. Dann kam ein Anruf fĂŒr die beiden, man hĂ€tte die Kladde irgendwo in Stadtfeld gefunden. Im waghalsigen Vergleich kennte ich Leute, die in so einer Situation wahrscheinlich in Rage ĂŒber das alles geraten wĂ€ren. Aber ich fĂŒhlte mit den beiden mit und am Ende war ja alles auch okay. Oder? Und dass ich im FaceBook nun doch nicht ausfĂ€llig gegen die Dummheit von Ute und Sabrina geworden bin, hat zumindest fĂŒr diesen Moment ja auch sein Gutes gehabt - es hĂ€tte ihr auch scheissegal sein (und ich ausschlafen) können. Rum wie num:
Ich hab' mir vorgenommen ... artig zu sein, gut zu schlafen, nur ganz wenig oder vielleicht sogar garkeinen Alkohol zu trinken, zum Kieser zu gehen, Rad zu fahren, Jeskom zu machen ... nicht zuviel, aber so, dass es mich voran bringt, dass ich mich besser fĂŒhle als in den letzten Wochen. Mach Mach Mach, das Erreichen mancher Ziele wird im Alter immer schwerer ... so wie ich selbst bei bereits mindestens 92 Kg bin.
1 grosses 11 kleine
Und dazu ein Tomatenschnaps. Heute ist Freitag und die Woche habe ich vollstĂ€ndig durchgetrunken. Und immer nĂ€chsten Tags mit schlimmem Kater, keinem Rauchen und noch weniger Aussicht, wie ich das zu Ă€ndern gedenke. Stattdessen kommt die Tagesschau und ich gehe los. Zum erneuten Trinken. Und dann auch Rauchen. Weil es so sehr warm ist. Das soll der Grund sein? Jetzt sitze ich in der KĂŒche, weil es ĂŒberall weit ĂŒber 30 Grad sind und dĂŒnste, mich furchtbar fĂŒhlend, die vielen Biere aus mir heraus. Manchmal kommt es mir so vor, als könne mein Herz jeden Moment stehen bleiben. Desaster und kein bisschen lustig oder zerredbar.
Ich verloddere, muss nicht unbedingt arbeiten, will aber, will Freunde generieren, um neben dem Saufen auch andere, vernĂŒnftigere Dinge zu tun, will wieder erleben und den ganzen Apparat anwerfen, mich aus dem Desolaten und Phlegmatischen befreien und wieder das verkörpern, was ich bin: neugierig, freundlich, schlank, fröhlich, sportlich, höflich, optimistisch. Es sei denn, die falsche Seite meiner Ambivalenz hat bereits die Oberhand gewonnen.
Aber ab Montag ...
Wusste ich schon ...
... dass es in FĂ€llen meiner eigenen Unzufriedenheit mitsamt UntĂ€tigkeit nur ein ganz kleiner Schritt zu sein scheint, alle und alles andere sehr sehr doof zu finden? Irgendwelche Werbemails verlangen mir groĂe Beherrschung ab, damit ich die nicht verklage; Kubon soll nicht mit seinem Boot auf den GewĂ€ssern meiner Kindheit fahren, Michme soll nicht so angeben mit seinem Konzertbesuch in Glasgow und wieso fĂŒhlt sich Viktoria KĂŒhne beim Jazzfest Jerichow gesegnet, hĂ€? Facebook hilft beim Ărgern sehr. Denn es zeigt, was andere tun, wĂ€hrend ich mit Ărgern beschĂ€ftigt bin.
Woher kommt eigentlich immer dieses leichte Lampenfieber samt Vorfreude auf den Montag, ab dem doch endlich alles besser werden wird? Weil ich es so sehr möchte, oder? Raus aus dem versoffenen Sumpf, vorwĂ€rts, fit werden in Kopf, Herz und Leibesumfang. Der Wille ist vernehmlich vorhanden, der Geist wird ihn mit Bier auffĂŒllen und verstummen lassen. Wetten?
Als sie einander 9 Jahre kannten
Zum einen habe ich mich die letzten zwei Wochen quasi durchgesoffen. Es sind immer so mindestens 10 kleine Bier im Bluenote, was im Ganzen 3 Liter macht. Viel trinken soll bei der Hitze ja gut sein. Ist es aber nicht. VerstĂ€ndlich. Weiterhin keine Konsequenzen. Wirklich nicht? Ich verblöde und vereinsame, lasse mich treiben ohne es zu geniessen. Ich werde fetter mitsamt einer kleinen Arteriosklerose am Hals links, wessenthalben ich seit geraumer Zeit jeden Tag eine Tablette nehme. Eine gute, wie Heide meint. Heide meint beim ersten Anblick meinerselbst sofort und ohne Umschweife: Sport! Jetzt! Sofort! ... Wie recht sie hat. Ich fĂŒhle mich selbst seit langem nicht mehr wohl in meinem behĂ€bigen Körper. "Das dĂŒnne JĂŒngelchen", mein Ideal von Boy & me hat sich ĂŒber die Jahre mit geringer werdenden AnsprĂŒchen mĂŒde verschleppt.
Genau das könnte aus einer jener Punkte sein, die zwischen Tobi und mir ein merkwĂŒrdig gespanntes VerhĂ€ltnis entstehen lassen hat. Das war hier schon einmal Thema: Seit April waren wir bis Anfang Juli jeden Tag zusammen, seit ca. 3-4 Wochen wieder wie gewohnt nur am Wochenende. Aber es hat sich etwas verschoben. Ich kann es nicht genau beschreiben, es fĂŒhlt sich nicht schön an.
Tucholsky schwingt da ein wenig mit: "Als sie einander acht Jahre kannten - und man kann sagen, sie kannten sich gut - kam ihre Liebe plötzlich abhanden, wie anderen Leuten ein Stock oder Hut." Wir kennen uns (ausgenommen die Zeit von 2000/2001) jetzt neun Jahre, sind seitdem zusammen. Zwischendrin gab's immer mal - wenn auch selten - solche merkwĂŒrdig stillen, unbesprochenen, aber am Ende aufgelösten Momente, in denen sich Zweifel breit machten. Weil irgendwas nicht stimmte. So ist es jetzt auch wieder.
"Freuste dich, wieder hier zu sein, was?" ... "Na ist doch schön, nicht?" ... "Naja, so war's". Die Langeweile hat Einzug gehalten. Ich trinke zuviel, nicht aus Frust, sondern aus Gewohnheit. Und aus ...Langeweile. Weil ich den Eindruck habe, dass nicht viel passiert und es sich deshalb auch nicht lohne, frĂŒhmorgens aufzustehen. Es passiert seit MĂ€rz gesamtgesellschaftlich und auch in meinen Jobs nicht allzuviel und ich habe bemerkt, dass hier sehr viel Zeit den Bach runter geflossen ist, die ich so gut hĂ€tte nutzen können: Sport, Rad, Schwimmen, Musik machen, Domsagen, Clubstories schreiben ... nichts von all dem ist passiert. Das muss sich irgendwie ĂŒbertragen haben und Tobi sieht mich als einen eher gelangweilten Menschen, dem es offensichtlich zu nichts gereicht und dem es wahrscheinlich auch egal ist, ob er nun hier in Reform oder zuhause mit Nichts rumhĂ€ngt.
Tobi mag das einfache, planbare Leben ohne besondere Vorkommnisse; ich will immer irgendwie ausbrechen, irgendwas Schönes machen, "irgend ...", nachts am Strand mit ner Buddel und / oder Gitarre sitzen, schwelgen, romantisch sein, Unsinn machen, kĂŒssen, lieben, spinnen und die Anderen ... (siehe ĂŒbrigens: Jeskom: "DĂŒnen")
Tobis Plan ist klar - meiner ist diffus, insofern ich ĂŒberhaupt einen habe. Ich hege romantisch verklĂ€rte Ideale, die ich nicht in der Lage bin, umzusetzen. Und nun also hat sich das Kontingent unserer gemeinsamen Ideen etwas erschöpft. Immerhin waren und sind wir gut unterwegs: Balearen, New York, London, DĂ€nemark, Barcelona, Ski-Urlaube, Toskana, Kroatien ... waren damals neu und besonders. Jetzt ist das alles natĂŒrlich nicht mehr ganz so frisch. Und uns fehlen Ideen, das Leben zu verbringen.
Tobi mag seinen Job, aber er mag nicht so viel arbeiten, wie er es muss. Das kann ich sehr nachvollziehen: WĂ€hrend ich in meinen zwei Jobs nur ein bisschen was gucken lassen muss und insbesondere seit Covid-19 sehr frei und ausreichend bezahlt bin, arbeitet er mit seinen Diensten statt der Vollzeit anderer von 160 Stunden ca. 200+ Stunden im Monat. Okay, er hat damit auch 3000++ netto im Monat, aber zu welchem Preis? Er hat sich daran gewöhnt. Vielleicht hat sich so ĂŒber seine bisherigen 23 Arbeitsjahre auch sein Leben ausgerichtet: Es ist nicht viel Zeit und Platz fĂŒr irgendwelche Spinnereien: Das Haus muss sauber sein, Zeug muss weggerĂ€umt, der Garten gepflegt & gegossen und der Rasen gesprengt werden. In der Garage darf nichts rumliegen, es muss Ordnung herrschen und schlafen muss er zudem auch.
Viel "muss" dabei, aber das macht jeder mit sich selbst aus, solange der andere nicht dafĂŒr aufkommen "muss". Nunja. Jetzt langweilen wir uns ein ums andere Mal und immer ein bisschen mehr. Alles gesagt, alles erlebt? Fertig?
Geld versus Gelingen
Vorweg: Heute bin ich bei heissestem Wetter mit dem Rad zum ParitĂ€tischen gefahren. Um zu zeigen, dass ich da bin, um mich aktiv zu geben. Was zwar so nicht ganz stimmt, aber es ist okay, denn ich bin tatsĂ€chlich gern dort. Könnte was werden in Sachen Zukunft. Danach zur TrĂ€nsberg Apotheke zu Constanze KrĂŒger, die ein Foto und ein Layout fĂŒr ein CLP braucht. Und ich konnte nicht Nein sagen. Also auch mit dem Rad durch die glĂŒhende Stadt. Ganz langsam. Und es ging, trotz der UmstĂ€nde. Von dort aus sachte durch die sengenden StraĂen, wobei ich mir ein paar Dinge der Stadt ansah. Habe ich bisher sehr selten gemacht. Entschleunigt und merkwĂŒrdig entspannt. Weiter geradelt bis hin zu meinen Eltern, Bohnen holen, bisschen quatschen. Dann zurĂŒck nach Hause. Wao! Das war gut. Weil es ging. Trotz der Hitze.
Und dann kam mir nochmals die Frage in den Sinn: Meine Basis, mein GefĂŒhl fĂŒr mögliches Leben mache ich schon sehr davon abhĂ€ngig, wie ich wirtschaftlich aufgestellt bin. Diese Aufstellung kann zwar nur auf Vergleichen beruhen, denn ganz nĂŒchtern betrachtet, habe ich seit ĂŒber 10 Jahren gegenĂŒber VerhĂ€ltnissen Anderer ĂŒberhaupt keine finanziellen Sorgen. Weil ich zudem ein Sparkind bin. Aber weil ich jetzt zwei Jobs habe, mit denen ich ganz gut klar komme und dazu die Nebenjobs habe, kann ich meine Finanzbilanz als sehr gut bezeichnen. Vergleiche nach oben sind immer möglich, aber wenig zielfĂŒhrend. Es sind zudem merkwĂŒrdige Zeiten und es ist mein groĂes GlĂŒck, dass die Pandemie meinem Einkommen rein garnicht abtrĂ€glich ist. Eher im Gegenteil. (Willstes genauer? Gut: 1.830 netto ParitĂ€t, 600 netto FWA, ca. 200 nebenbei vor Steuer monatlich. Sind so 2.500 monatlich. Und auf den Konten lauern derzeit knapp 80.000)
Konkret: Meine unerklÀrten Ideale, die ich bereit bin, auf das Optimale zu korrigieren, sind dennoch lÀngst nicht erreicht oder wenigstens angebahnt. Wie auch, wenn sie unerklÀrt sind? Aber mit dem Background meiner wirtschaftlichen Sicherheit lebt es sich viel leichter, unbeschwerter, aussichtsreicher als noch vor einem knappen Jahr. Was will ich damit sagen? Es ist nun eine Basis vorhanden, mittels derer ich gelassener leben und mir im besten Fall eine Idee schaffen kann, das zu realisieren, wovon ich Zeit meines Lebens immer nur eine vage Vorstellung hatte.
Und dann fiel mir auf, dass ich, wenn ich um meine Ideale / Optimale mal wieder nichts zu sagen weiss, mir einfach mal mein WIND Album und ein paar der anderen Songs deutlich anhören sollte: da steht bereits alles drin!
zwei Jahre raus
Am 31.7.2018 war ich das letzte Mal im Puppentheater Magdeburg. Nicht mit Vorsatz, aber dem Ergebnis, bis heute dort nicht wieder erschienen zu sein. Manifestierte Engstirnigkeit gegenĂŒber der Theaterleitung. Aber auch nur der. Und bis heute hadere ich mit dem offensichtlich unsinnigen, aber in einer Verletztheit begrĂŒndete Gedanken, den stillgelegten Facebook-Account des Hauses zu löschen. Nur weil ich es kann und weil es mir irgendwas mit Macht oder Vergeltung vorgaukelt.
Zwei Jahre sind also bereits vorbei und die Wunden heilen zu langsam. Ich muss mich bei zukĂŒnftigen Projekten besonders vorsehen; also bei den Dingen, die lĂ€nger dauern könnten, weil es genau so lange dauert, davon wieder loszukommen.
Was ist geschehen? Eben sehe ich einen FB Eintrag, wonach ich ab Sommer 2018 versuchte, meine freie Zeit mit Aktionen anderer zu kombinieren (Ella Osterhase und Bus und Hund und Meer). Ist mir aber nicht gelungen. Das hier aufzuschreiben, hat unbedingt mit meinen aktuellen Gedanken eines gefĂŒhlten Stillstandes zu tun, den ich leider nicht Corona  zuschreiben kann, weil die entstandenen EinschrĂ€nkungen uns bzw. mich garnicht so sehr tangieren. Es wĂ€re auch so nicht viel passiert. Oder? Knifflig.
Es ist dolle heiss draussen, ich habe gut bezahlt wenig zu tun und alle Freiheiten; ein von aussen gesehen, wunderbares Leben mit allen erdenklichen Möglichkeiten. Dann schiebe ich meinen gefĂŒhlten Stillstand eben auf die Hitze und gehe wenigstens nicht baden. (!)
Ronald'sche FĂŒrsorge
Bier. Gestern. Ronald. Blue Note. Nach so langer Abstinenz ... naja. Aber es bewĂ€hrt sich auf's Neu: Wissens- und Erkenntniserweiterung durch Kontakte, durch Neugier, durch Offenheit, durch Aktion - raus aus der dunklen Kammer, gemeinsam ... usw.. Worauf ich hinaus will: eine Erkenntnis in Sachen Beutetochter mitsamt ihrem offensichtlichen Stuss trotz möglicher Intelligenz; eine Erkenntnis, die sich ausweiten lĂ€sst auf solche Systeme wie Pegida, Volksbegehren, AfD und derlei gesellschaftliche Einrichtungen, fĂŒr deren Ablehnung ich so wenige Argumente habe. Hier also endlich das Ergebnis: Es ist nicht so sehr das Virus oder die Maske, es ist nicht so sehr die zu stĂŒrzende Regierung oder der notwenige Umbruch des Systems ... es ist mehr die Gemeinschaft, nach der sich solche Menschen sehnen, die in ihrem eigentlichen Umfeld keine oder nur geringe Aufmerksamkeit haben; keine Errungenschaften oder Erfolge aufgrund mangelnder AktivitĂ€t zu verzeichnen haben; die nach einer Idee fĂŒr sich, einem Ziel ... irgendetwas suchen, ohne zu wissen, wonach genau. Da schlieĂe ich mich nichtmal aus, muss mir dennoch mitten in der Schreibe widersprechen, denn meine ganzen bisher erreichten Dinge in den Bereichen Musik, Theater, Foto, Job (...) haben unter dem Teppich nichts verloren.
Keine Interessen, keine Aktionen, keine Engagements ... keine Ergebnisse. Da kommt eine Gemeinschaft, die vage und vorbehaltlos "irgendetwas" einfordert, gerade recht. Um sich hervorzuheben, um endlich wieder jemand zu sein, werden aus 20.000 Demonstranten ganz leicht 1.5 Mio - weil der Zusammenhalt sich so noch viel besser anfĂŒhlt. Plötzlich ist man wieder wer und zugleich bestĂ€rkt in der revolutionĂ€ren Idee, ohne Maske in den Supermarkt zu gehen ... weil man ja nicht allein ist.
FrĂŒher musste man sich um Essen und Wohnen oder schlimmstenfalls um's Ăberleben sorgen; da bricht heute vieles weg und manchen ErfĂŒllung generiert sich Àrgerlicherweise nicht automatisch im stupiden Job ohne Anerkennung, in der abgebrochenen Ausbildung, den fehlenden Freunden oder dem Privatfernsehen. Da kĂ€me ein FĂŒhrer gerade recht, der uns mitnimmt und ein Leben in Gemeinschaft mit erfolgreichen Farben verspricht.
Das hiesse ja, man mĂŒsste solchen Menschen etwas Sinnvolles zu tun und zu denken geben, was ihnen das GefĂŒhl gibt, dieser Sinn selbst zu sein. Gut, jetzt kann ich Sabrinas Posts weit milder betrachten und nur hoffen, dass sie in ihrem eigenen Kampf nicht dummerweise noch ihren Stiefvater Volker oder den mehrfach behinderten Peter ansteckt.
Synapsschnaps
Weil ich mir die oder meine Welt nicht erklĂ€ren kann und dadurch oft nur einem GefĂŒhl fĂŒr mein Universum mitsamt mir nachhĂ€nge, ohne es tatsĂ€chlich begreifen oder wenigstens ein bisschen einschĂ€tzen zu können ... weil ich mich immer wieder fĂŒrchte vor den menschlichen Gebaren und der Kompliziertheit meiner Gedanken ... weil meine Stimmungen nach offensichtlich eigener Lust & Laune wie mit einem eigenen Bewusstsein an die Planken willkĂŒrlicher Stimmungen prallen ... und weil ich oft genug fĂŒrchte, all diesem nicht gewachsen zu sein, kapituliere ich gern und verhelfe mir mit Alkohol zur wehrlosen MĂŒdigkeit. Zum Einen, weil die Synapsen den rasenden Gedanken mittels Sackgassen Einhalt gebieten, zum Anderen, weil die erweiterten GefĂ€Ăe mir ein etwas wohligeres Empfinden verschaffen und ich anschlieĂend gut (zumindest:) einschlafen kann.
Das klingt etwas vage, nach Ausrede, nach groĂer MĂŒdigkeit. Seit zwei Tragen trocken, halte ich fĂŒr einen Bruchteil einer kleinen Sekunde groĂe StĂŒcke auf mich deswegen. Bedingt durch die Angst, zu verblöden, meinen Husten nicht loszuwerden, den Teil Sachlichkeit zurĂŒckzugewinnen, mit ich wenigstens Aussicht auf erfreuliches Leben habe ... entschloss ich mich zum Vernunftsversuch.
Ich versuche ausserdem zu begreifen, warum ich Puppentheaters stillgelegten Facebook-Account gern ganz löschen bzw. an mich reissen möchte; warum ich tatsĂ€chlich wĂŒtend auf die Beutetochter unter mir bin, die trotz einer ehemals möglichen Intelligenz ins Lager der verschwörenden DummschwĂ€tzer gelangt ist und entsprechend propagiert; warum ich bestöhnte Angst vor mehr als 30 Grad draussen habe und mir damit auĂerdem klar wird, dass nahezu jedes Ding zum ZĂŒnglein an den Waagen werden kann, die meine StabilitĂ€t gefĂ€hrden. Ausgeglichen bin ich offensichtlich schon lange nicht mehr und versuche, mit aller Kraft die Balance irgendwie innerhalb der lebensmöglichen Parameter zu halten.
Es ist Sommer, ich habe zwei bezahlte Jobs, bei denen ich derzeit nicht nur freie Hand, sondern auch sehr viel freie Zeit habe; ein paar AuftrĂ€ge eröffnen mir weitere Möglichkeiten, es ist genĂŒgend Geld da und ich könnte tun und lassen ... und verlege mich auf's Lassen. So betrachtet, habe ich eine Unmenge GlĂŒck auf einen Haufen. Ich wĂŒrde den Haufen wie das GlĂŒck nur gern mehr nutzen und mir zu eigen machen können.
Von -5 bis +5 selbsteinschÀtze ich das Level meiner LebensqualitÀt nach diesen Tagen an diesem Morgen auf -2. Damit ich optimistisch bleibe.
... geht die Sonne auf.
Und immer immer wieder ... heute erst halb 11. Am Montag im BN hĂ€ngengeblieben. Mit Wodka, mit absolut wissentlicher Unvernunft, mit weiteren zwei Bieren zuhause. Volltrunken. Da gibt es nichts mehr zu beschreiben. Nur, dass es alle zwei Tage stattfinden wird - soviel ist aus der Erfahrung abzusehen. Mein Blick bleibt stehen, damit mir nicht schwindlig wird, meine Gesundheit schreit nach Wundern, meine Seele kauert still in Ketten an WĂ€nden. Also wie so oft. Carsten hat sich als passiv geoutet und mir im Chat den Schwanz wĂ€ssrig gemacht. Da komme ich drauf zurĂŒck.
Der Husten ist noch nicht ganz fertig. Wird aber bestimmt bald. Eine schöne Ăbung ist, den Gebaren der Volkerschen Stief- Beutetochter Sabrina Gleisberg auf Facebook zu folgen, ohne wahnsinnig oder wenigstens barsch ausfĂ€llig zu werden. Sie ist eines der besten Beispiele dafĂŒr, dass diese Gesellschaft nicht oder nur sehr schwer in der Lage sein wird, gemeinsam, auf einem stabilen Niveau zusammen leben zu können. Vielleicht vermag richtig gute Politik oder ein noch viel heftigerer Virus sowas zu forcieren - allein ich glaub's nicht. Die Ăbung, mich bei diesen mir vollends unverstĂ€ndlichen Meinungen und - dooferweise- Handlungen im Zaum zu halten, ist keine leichte. Die AluhĂŒte waren tatsĂ€chlich kein Scherz; aus 17tausend Demonstranten fĂŒr Freiheit und gegen Maskenpflicht und Impfungen in Berlin wurden bezifferte 1,5 Mio; ich kapiere nicht, gegen wen man dort demonstriert? Gegen das Virus? Das wird sich fĂŒrchten. Gegen die Politik? Weil man auf den kleinstmöglichen, festgestellten gemeinsamen Nenner gekommen ist, im Markt und in der Bahn kurz die Masken zu tragen, um eine rasante Ausbreitung zu verhindern? Etwas Abstand einzuhalten? FĂŒr eine Zeit keine Festivals, Fussballstadien und Saufpartys zu fĂŒllen?
Nunja, das wird sich alles irgendwannwie legen; aber ein bitterer Geschmack bleibt, wie grundintelligente Menschen so plötzlich so dumm sein können. Und damit sind wir wieder bei mir. Ha!
Siehste?!
Ground control to major Tom
Ich bin tatsĂ€chlich ĂŒbelst kaputt im FĂŒhlen, Verstehen, Deutern, Denken und Handeln. Nicht zu fassen, was ich alles (nicht) mache, nur weil es geht ... weil es möglich ist. Das sind allesamt keine fortschrittlichen Dinge sondern haben eher damit zu tun, wie ich den nĂ€chsten Tag ĂŒberlebe. Oder ĂŒberhaupt in den Schlaf auf den Weg dahin gelange, ohne mordsmĂ€ssig (!) betrunken genug zu sein. Alles spicke ich dann mit erfundenen, aber wohlformulierten Ausreden und die restliche Aussenwelt glaubt mir alles und mag mich. Wahnsinn. Und ich kann es machen, weil es geht. Mal gucken, wie lange noch, bevor Organversagen oder sowas Schönes ins Haus steht. Ich könnte mir vorstellen, dass das Herz vielleicht mal ein zwischendrin stehenbleibt und zeitgleich mein Gehirn explodiert, weil es mit der Mischung aus Einzug haltender Demenz und massiver Selbstreflexion nicht klar kommt.
Das ist wirklich ganz schön doll schon. Dazu trotz ordentlich Sarkaamus ziemlich echt. Nachher ist Splashdown der Crew von SpaceX auf dem Weg von der ISS zur Erde. Und wir ĂŒberlegen, uns ein Boot zu kaufen, den FĂŒhrerschein zu machen und nĂ€chsten Sommer auf den FlĂŒssen der Erde zu schippern. Ma gucken.
trunkene Nacht-Schreibe
Hier schreibt die RealitĂ€t: Es ist 02:00 Uhr. Ich hab eben gerade Literweise Zeugs aus dem Hintern gedĂŒnnpfifft, weil zwei Flaschen Rotwein raus wollten. Das letzte Glas war schon schwer; allein um das hier aufzuschreiben, habe ich ich mir aber die letzte verbliebene Flasche Bier dazugeholt. Ich muss mich beeilen, das hier aufzuschreiben: Wie dĂ€mlich kann man sein, im Zustand einer ErkĂ€ltung oder schlimmererweise Corona sich wiederholt einen reinzupfeifen? Mit anderen Worten: seit drei Tagen gibt es mindestens zweidrei Flaschen Bier und eine Flasche Rotwein; heute waren es zwei Flaschen schweren Weines und jetzt eine Pulle Bier.
Hab wĂ€hrenddessen ein bisschen jeskom web zu korrigieren versucht und wie so oft in solchen ZustĂ€nden nach "Jesko Döring" im Web gesucht. Was will ich denn finden? So viele EintrĂ€ge wie möglich? Heroe? Ruhm? GlĂŒckseligkeit? Naja, es ist typisch fĂŒr mich. Und genau so unsinnig.
Ich bin oll erkĂ€ltet oder coronaisiert ... jedenfalls haben Tobi und ich vorhin beschlossen, dass ich in diesem Zustand an diesem Wochenende nicht zu ihm fahren werde. Weil es zu gefĂ€hrlich ist. FĂŒr ihn und seinen Job. Und fĂŒr uns.
Na denn ... und nu guck ich mal. Nochmal: 2 Flaschen Wein und hier beim Schreiben noch eine Nachflasche Bier. Naja, meine GefĂ€Ăe sind aufgrund der Massen an Alkohol ordentlich geweitet und ich fĂŒhle mich ziemlich gut. Aber doch sehr betrunken. Ich sterbe gerade ein bisschen. Und morgen kommt der Rest,
So. Reicht jetze. Ergibt ja doch keinen Sinn ... fĂŒr nachher, fĂŒr morgen, fĂŒr alles.
Aloha.
Sommerhusten
Nanu? Ist es Corona? Oder nur eine sommerlich bakterielle Infektion? FĂŒr letzteres sprechen die wetterwechselhaften Tage der letzten Woche mitsamt meiner fahrradlichen Ăberanstrengungen und als i-TĂŒpfelchen mein Schlafen am Montag bei offenem Fenster mit steter Brise, die mir Dienstag frĂŒh ein ordentliches Kratzen in den Hals brachte. Das wurde Mittwoch dann oller und heute, Donnerstag ist es ein amtlicher Husten mit laufender Niesnase. Und da mach' ich mir also jetzt so'n paar Gedanken. Meine selbst verschriebene Arznei heisst Bier und Rotwein, was am spĂ€ten Abend fĂŒr körperliches Wohlergehen aufgrund von GefĂ€Ăerweiterungen - nĂ€chsten Tags aber fĂŒr die ĂŒbliche Verkaterung sorgt.
Dort hinein spielt ein mal wieder meine Unzufriedenheit, die sich wie folgt zusammensetzt: Angefangen hat das mit Tobi und mir am Wochenende, an dem wir (oder ich allein?) nicht so gut drauf waren und nebenbei bemerkten, dass es fast ausreichen wĂŒrde, wenn ich nur noch Samstags Mittags nach Reform komme. Huuu ... was geht denn da ab? Wir sind seit dem 2. April jeden Tag zusammen gewesen, inklusive Kroatien also bis zum 5. Juli. Das sind also 3 Monate. Was ist los? Ich vermute, mir wurde wieder langweilig, weil ich selbst (allein) nichts so richtig auf die Reihe kriege und uns dann dafĂŒr verantwortlich mache, dass irgendwie nichts passiert. Und damit komme ich auf den nĂ€chsten Punkt:
Am heutigen Tag der Freundschaft denke ich ĂŒber Freunde nach. Huch - da passiert nicht viel. Die ĂŒblichen Kurzbesuche bei Tobis mittlerweile entfernteren Freunden (seit dem Ende des MĂ€dchenabends reduzieren sich die ZusammenkĂŒnfte auf gelegentliche Geburtstage) sind fast nebensĂ€chlicher Natur und meine Freunde wiederum existieren nur an Dienstagen im Bluenote oder gelegentlich projektbezogen mal bei jeskom oder mit Ronald. Das gibt mir schon seit lĂ€ngerem zu denken, denn es "passiert" tatsĂ€chlich nichts und ich fĂŒhle mich so dahin gelebt ohne besondere Vorkommnisse. Die Familie gibts auch nicht her und ich selbst traue mich weiterhin nicht, neue Bekanntschaften zu intensivieren. Obwohl es logisch und richtig klingt, ĂŒberwiegt noch immer das projektierende Denken, so schnell wie möglich nach einem "Job" nach Hause zu kommen. Hallo leere Wohnung!
Der Rest ist halt unprofessionelles Trinken mit nachtÀglichem Nichtvertragen und keinen weiteren EintrÀgen im Tagebuch der erlebten schönen Dinge. So. Und nun? Immer das Selbe, oder? Und manchmal fliegt so ganz nebenbei eine hÀsslich schimmernde Zahl 50 vorbei, die in ihrem Schweif so viel nicht gelebte Zeit grinsend hinter sich her zieht. Und ich sehe ihr verdattert nach und wage mich nicht umzudrehen, weil sich da hinten am Horizont schon die nÀchste Zahl auf den Weg macht.
Was oder wie hÀtten's denn gern? Auch in dieser Grube liegen schon so lange so viele Hunde lang begraben.
zwischen Nichts und Etwas
Ein merkwĂŒrdig- und jetzt trauriger Sonntag. Ich wollte vielleicht zu Tobi fahren, damit wir gemeinsam was essen. Jetzt ist mir garnicht danach, habe aber das GefĂŒhl, mich wenigstens mal melden zu sollen. Die Traurigkeit kam mit dem Durchforsten der "Winterkiste"-Festplatte, auf der ich meine Recherchen zum Film Papa-60 fand. Das waren viele Bilder von unseren Familien-Alben und denen aus Brandenburg und auch von Ebbe & Renate. Und beim Besehen dieser Bilder werde ich irgendwie depressiv. Nur weiss ich nicht, warum. Besser wĂ€rs doch, mich daran zu erinnern und zu erfreuen. Aber es hinterlĂ€sst ein mulmiges GefĂŒhl, welches aus Erinnerungen, meiner Geschichte, drohendem Verlust und unklarer EinschĂ€tzung besteht. Ich vermute, dass ich ein sehr unbestimmtes und diffuses Bild von mir auf diesen Bildern erkenne.
Nun ist es Sonntag, 15:00 Uhr und ich bin ziemlich unten in meiner EinschĂ€tzung, mein Leben betreffend. Aber warum? Das GefĂŒhl von Familie, von Freunden und Gemeinsamkeit, wenn ich jetzt aus dem Fenster nach draussen sehe. Die aber scheinen allesamt irgendwie nicht vorhanden zu sein und ich stelle alles wie so oft in Frage. Weil ich nicht formulieren kann, was ich denn wie und mit wem gerne hĂ€tte.
Ich erinnere mich, hier oft ĂŒber meine Antriebslosigkeit, fehlende Motivation und den Drang, mich dem Nichts anheim geben zu wollen (zu mĂŒssen), geschrieben zu haben. Immer begleitet von einem schwachen, diffus-traurigen GefĂŒhl. Ich bin mittlerweile von einer Form der Depression ĂŒberzeugt. Was sollte es sonst sein, wenn es sich einfach nicht erklĂ€ren lassen will? Psyche & Ratio fechten KĂ€mpfe in mir aus und lassen mich einsam zurĂŒck.
Das NICHTS wird im Laufe des Tages gehen mĂŒssen und morgen wird ETWAS auf mich zukommen. So viele aussichtsreiche Möglichkeiten liegen scheinbar brach vor meinen FĂŒĂen und in drei Jahren schreibe ich hier bestimmt das selbe nochmal. So wie schon drei Jahre zuvor. Ich wĂ€re lieber melancholisch als depressiv.
Und im Fernsehen laufen Dokus ĂŒber Falco und Romy Schneider. Alkohol und Tabletten. Typische Muster, typische Enden. Ăberall Àhnliche Desaster.
das Nichts auf Besuch
Das Nichts ist mich besuchen gekommen. Es ist Samstag, warm und Nachmittag. Tobi hat Dienst, ich war zum FrĂŒhstĂŒck auf Marthas Geburtstag. Danach wusste ich plötzlich nicht weiter. Das Nichts hat sich so breit gemacht, dass ich es gerade noch zu diesem Artikel hier schaffe. Erstidee war eine groĂe Runde mit dem Rad. Naja, fast 30 Grad und ich fĂŒhle, mir keinen Gefallen damit zu tun. Na dann den Kids hinterher ins Carl-Miller-Bad. Aber ich bin so schrecklich fett. Okay, selber irgendwo wenigstens Schwimmen fahren? Einmal hin und zurĂŒck vielleicht? Am Web von Diana Franke versuche und langweile ich mich sehr schnell. Eine Stunde auf der Couch im Halbschlaf. Ja. Naja. Eben zwei Schnitten. Und was ist mit dem Fisch und dem GemĂŒse? Ja. Naja. Na dann Musik. Los! Gitarre, Samplezeug und rumprobieren, Neues Mikro! Und die Jeskomclubstories konzipieren, die der MDR in groĂer Serie senden will. Ja. Naja.
Also alles, was möglich wĂ€re, fĂ€llt dem Nichts zum Opfer. Die Woche resĂŒmierend betrachte ich mich als erledigt. Nochmal: Nach zwei Tagen jeweils morgens um 5 aufstehen, gehe ich zum Gegenangriff ĂŒber und am dritten Tag morgens um 8 erst ins Bett. Nur um mich bis dahin stundenlang mit mir selbst zu amĂŒsieren. Immerhin. Das Nichts hat es leicht, denn ich bin mĂŒrbe und schwach.
Und werde das GefĂŒhl nicht los, dass sehr viele meiner Sicht- und Denkweisen so gut wie immer wieder die selben - und zwar die negativen - sind. (Au-ha!) 2015 waren es bspw. diese Gedanken ĂŒber Tobi (link), die ich hier und heute genau so wiederholen muss. Meinem Brief an meinen Freund aus 2010 sollte ich die RealitĂ€t gewordenen ZustĂ€nde einmal gegenĂŒber stellen und wissen wollen, ob das Jetzt als Kompromiss herhalten kann. Vielleicht blende ich das tatsĂ€chlich gemeinsam Erlebte aber auch aus, weil ich es im Ganzen noch nicht als die Form von Leben & Lieben empfinde, die ich sowieso offensichtlich weder in Worte fassen noch beschreiben kann.
Es macht das Aufschreiben auch deswegen schwieriger, weil es oft nur um neue Worte fĂŒr den alten MĂŒll geht. "Der allein will und nicht kann" und der auch so immer mal das Nichts oder den Freund von Traurigkeit zu Besuch oder bzw. und jede Menge Wein dazu hat.
Es ist wahnsinnig anstrengend, das Nichts auszuhalten. Und es macht mir ein wenig Angst, nichts mit mir anzufangen zu wissen. Alles entsteht aus Motivation; also ist bereits diese verlustig gegangen in solchen Momenten, die ich nicht anders als mit einer gewissen depressiven Verstimmung zu beschreiben wage. Wenn mir das Aufraffen aus einer unbenötigten Langeweile nicht gelingt, trotz aller Erfahrungen, sogar in nĂŒchternem, unverkatertem Zustand ... dann muss ich sie wohl einfach aushalten.
Grosse Hofpause bis hier und jetzt
Seit Ende April ist so viel Zeit vergangen und ich bin bemĂŒht, eine Zusammenfassung zu generieren. Dabei zeigt sich erneut die Hast der Tage mitsamt der Flucht vieler Empfindungen. Vieles, was fĂŒr den Moment Bestand hatte und wichtig war, ist jetzt bereits vergessen. "Dann war es nicht wichtig", hiess es immer. Dann sind viele Teile meines Lebens bestimmt auch nicht wichtig, sondern oft nur fĂŒr den Moment emotional ein bisschen zu hoch bewertet. Oder im Falle negativer HintergrĂŒndlichkeiten verdrĂ€ngt. Das haben wir also nun von der ganzen Achtsamkeit.
Wie also zusammenfassen? Vorneweg: ich habe riesiges GlĂŒck gehabt, zur richtigen Zeit zwei Jobs geangelt, bei denen WillkĂŒr und Angst keine, Höflichkeit und WertschĂ€tzung allerdings eine groĂe Rolle spielen. Diese Jobs sind haben sich bis heute trotz aller pandemischer Panik gehalten, mir viel Zeit und durch meine gelegentlichen Aktionen wie Videozeug oder Chat-Programmierungen oder Foto noch mehr Anerkennung nebst Geld gebracht. Meine Sicht aufs Leben wĂ€re vielleicht eine andere gewesen. So aber lĂ€sst sich in der Volksstimme vom 22.07.2020 im Wirtschaftsteil sehr gut nachlesen, wie es mir ergangen ist und wie ich mich fĂŒhle. Das scheint also sehr aussichtsreich zu sein. Dennoch bleibe ich ein Aufwandsvermeider, der mittels wenig Arbeit die fĂŒr mich richtige Menge an Ergebnis zu erreichen versucht. Und dabei manchmal das GefĂŒhl der Ăberladung mit zu vielen Projekten hat. Im Vergleich zu "richtig" arbeitenden Leuten wie Tobi oder Sabine Mantei oder Volker oder Siggi (...) sehr ich mich weit spĂ€ter aufstehen und noch viel frĂŒher zuhause auf der Couch sitzen und am nĂ€chsten Tag nicht hinzugehen.
Und doch: ... "rangetrunken", habe ich mich an diesen Beitrag und es ist immer das Selbe mit Ausnahme von Menge und HĂ€ufigkeit. Mehr und viel hĂ€ufiger ist es geworden und der Verstand freut sich heimlich und wie immer auf "nĂ€chsten Montag", wenn der Alkohol verschwinden und alles richtig angegangen und besser wird. Wird es aber nicht; es ist eine seit spĂ€testens 2000 anhaltende Erfahrung. Jetzt kommen die ersten Rechnungen rein: Meine Oberschenkel reiben sich aneinander. Das gab's noch nie und ist erschreckend. Und ich habe ĂŒber 92Kg. Meine Spiegel zeigen mir keine so schönen Landschaften mehr.
Tobi meint, er kenne viele, bei denen das 'Alter' so plötzlich wie heftig eingetreten ist und der Zerfall quasi ĂŒber Nacht kam; ein Boxer der wie Zeitlupe voll ausholt und dann alles mit einem Mal auf dich einprasseln lĂ€sst: Die Haare werden oll, das Gesicht will sich falten, auf der Treppe geht die Puste aus, Gelenke verstauchen schnell und lange und eine allgemeine MĂŒdigkeit besteht. Das Interesse am visionĂ€ren Denken schwindet und die Menschheit scheint sowieso verloren. Desillusion und schlechtes Schlafen. FĂŒr letzteres habe ich das hier: Montag um 5 aufgestanden, Dienstag kurz nach 5 aufgestanden, Mittwoch um 8 ... ins Bett gegangen! Und alle so: "HĂ€?".
Auf dem Dashboard hier habe ich eine Notiz hinterlassen und die geht so hier:
In FĂ€llen gröĂerer Geilheit
In FĂ€llen gröĂerer Geilheit erscheint alles ganz einfach: Kontakt, Agreement, los! Perfekt. Ganz einfach. Warum nicht? Die Bilder im Kopf versprechen Verheissung, Genuss, Genugtuung. Die innere Stimme sagt: Lieber doch nicht. Dann, nach dem Solokonzert, dreht sich die Vorstellung ins Gegenteil und die vorgemalte Stimmung wird schĂ€big. Ha!
Zu dieser Notiz gibt es eine Anmerkung. Sie heisst Carsten und ich habe es gewagt, den Kontakt wieder zu aktivieren. Und ja: Sex. In Burg. Alles wie frĂŒher. Nur 8 Jahre spĂ€ter. Es ist geil, ungezweifelt. Es reicht bis zum zweiten Splash und dann kommt es wie immer zum Fluchtreflex. Weil er ausser in Sachsen Sex nicht meinen Interessen und meiner Intelligenz (hui!) entspricht. Dennoch wird es wahrscheinlich noch ein paar weitere Male passieren. Mal sehen. Wenn, dann fahre ich zu ihm, um wieder wegzukommen, wann immer ich es möchte.
Eine Zusammenfassung sollte es werden und es hat mich in den letzten vielen Wochen in Vorbereitung darauf immer wieder hinausschieben lassen. Weil ich nicht mehr alles zusammenbekomme bzw. anders werte und es nicht mehr so wichtig erscheint. Was diffus, nicht greifbar, womöglich Quatsch ist. Also los, ich ermutige mich an dieser Stelle, die kleinen Erlebnisse meines Daseins weiterhin zu dokumentieren.
Die Angst der Schuld
Ein sehr unangenehmes GefĂŒhl: Da ruft mich die MĂŒller Werbeagentur an und berichtet von einer Beschwerde einer Hochschullehrerin ĂŒber meinen Artikel im Newsletter Demografen, wonach ich also einige Fehler drin und ihre ĂnderungswĂŒnsche nicht ĂŒbernommen habe. Das Ministerium soll sich bereits entschuldigt haben; MĂŒller-Marketing ist in ErklĂ€rungsnot und fragt bei mir an. Anfang war ich mir keiner Schuld bewusst, dann aber stieg irgendeine merkwĂŒrdig heftige Angst in mir hoch. Das kannte ich aus Puppentheaters Zeiten, als eine CLP Produktion etwas fehl lief oder ich zum MitarbeitergesprĂ€ch zitiert wurde. Genau so. Angst und SchuldgefĂŒhle steigen auf. Das ist ziemlich heftig und tatsĂ€chlich verursacht es Ohnmacht, BedrĂ€ngnis, Starre, Wehrlosigkeit und Fluchtgedanken. (Nachtrag: Dieses GefĂŒhl wird aber auch stark vom Alkohol des vorherigen Abends beeinflusst, wenn ich es nicht auf klare, zusammenhĂ€ngende Gedanken bringe und nur aus einem bereits vorhandenen negativen GefĂŒhl heraus zu taktieren versuche.)
Ein bisschen spĂ€ter legte sich das, weil mir nichts einfiel, was mir denn nun passieren könne? Das wĂ€re im Puppenhaus auch die richtige Einstellung gewesen, fuck off KĂŒndigung oder was soll passieren? Ich habs vor mir her geschoben, aber eben eine recht ausfĂŒhrlich erklĂ€rende Mail an MĂŒller-Marketing verfasst. Eine Rechtfertigung, eine versuchte Milderung, eine blödsinnige Situation. Ich verzichte ggf. auch aufs Honorar fĂŒr diesen Artikel (so weit bin ich vor Angst schon gesunken, nur weil ich spĂŒre, einen gewissen Anteil an der Beschwerde erfĂŒllt zu haben).
Das fetzt so nicht. Habe ich ein Schuldproblem, weil Fehler meinerseits nicht auftauchen dĂŒrfen? Warum entsteht daraus Angst? Ab wann sind solche Fehler denn relevant fĂŒr meine Angst? Welchen AusmaĂes bedarf es? Oder sind die darin verbundenen Personen Ausschlag gebend? In diesem Fall irgendeine Professorin einer Hochschule Harz, das Wirtschaftsministerium, die Agentur MĂŒller-Marketing? Archive der EnttĂ€uschungsformulare ... irgendwas von frĂŒher? LĂ€sst sich immer leicht vermuten. Jetzt ist die Mail raus, der Agenturmann wird wohl nochmal langschweifig anrufen, aber es ist doch nichts Schlimmes passiert. Oder?
Zeitumstellung in der zehnsucht
Ich habe gerade festgestellt, dass dieser Zehnsucht-Blog eine wahrscheinlich falsche Zeiteinstellung hatte (UTC+1). Habe ihn soeben auf "Berlin" eingestellt, gehe aber davon aus, dass die bisherigen BeitrĂ€ge in der "Sommerzeit" um eine Stunde zu frĂŒh angegeben wurden. Das heisst, alle BeitrĂ€ge von Anbeginn bis genau hier im Zeitraum Ende MĂ€rz bis irgendwann Oktober sind in echt eine Stunde spĂ€ter verfasst worden.
Dieser Beitrag hier ist (sommer-)zeitlich korrekt.
coronaler Dazwischenstand mit Unfall
Das zusammenfassende Denken fĂ€llt mir nicht leicht. Wir haben noch immer die Corona am Hacken und es zieht sich hin. Es wirkt sich allerdings bei mir weiterhin garnicht so sehr aus im Vergleich zu meinem bisherigen Lebensstil. Der Unterschied besteht darin, dass ich mein Lotterleben bezahlt bekomme und es um meine Jobs merkwĂŒrdig gĂŒnstig bestellt ist. Der Rest besteht in weiterhin und definitiv zu vielem Alkohol, den ich dummerweise nicht mehr kaschieren muss, weil ich ja fast nirgends hin muss. Nur bei den Videokonferenzen mit der FWA sehe ich mein Antlitz im Videofenster deutlich angequollen und ĂŒbersĂ€ht mit Spuren der letzten Nacht. Der Ablauf ist immer der selbe: Ein bisschen an Tobis Bier mitnippen. Pause. Dann gegen 21:30 Uhr etwas Wein. Sachte, bestĂ€ndig, dann bestĂ€ndiger und schlieĂlich unsachtlich. Am Ende des Tages geht Tobi gegen 0:00 ins Bett und ich denke an einzwei GlĂ€ser Wein, um es ihm dann gleich zu tun. Genau dann passiert irgendwas: die Kippgeschwindigkeit erhöht sich enorm, die Flasche ist schnell alle, die nĂ€chste wird angerissen und dann merke ich irgendwann, dass es es jetzt genug sei. Nicht aus Vernunft, sondern aus alkoholischer Erschöpfung. Der nĂ€chste Tag beginnt dennoch immer gegen 8:00 Uhr. Vielleicht wegen irgendeines Gewissens? Egal. Er wird dennoch nicht sonderlich gut, sondern mĂŒde, mĂŒrrisch und sehr platt.
Wir haben die KĂŒche renoviert. NatĂŒrlich enorm zu frĂŒh: Sonntag war alles fertig, heute klebten wir noch bisschen Folie auf die Fiesen und die KĂŒchenjungs kommen dann ... am Donnerstag. Tja. Aber nu isses auch egal; aber Tobi und ich streiten oft und ich habe ein wiederkehrendes flaues GefĂŒhl deswegen. Weil das nicht gut ist. Das kann und wird viele GrĂŒnde haben: Tobi ist erstmals seit ĂŒber 10 Jahren mit seinem linken Ellenbogen krankgeschrieben und permanent fĂŒr lĂ€nger zuhause. Ich kenne so ein o.g. Lotterleben ganz gut und gehe anders damit um. Und so treffen wir aufeinander: Tobi der Rastlose, der etwas tun, zu etwas gut und nicht tatenlos sein möchte und ich, der bisschen zuviel getrunken hat und allgemein verneinend ist. Immer auf Konfrontation, Gegenrede. Was bei mir wiederum nicht nur was mit dem Wein des letzten Abends zu tun hat. Denn das ist nicht die Ursache, auch wenn es aufgrund der aktuellen Welt-Lage so scheinen mag. Zusammengefasst ist es die Urangst, die ich bei unserer Beziehung sehe. In meinem Brief an meinen zukĂŒnftigen Freund in 2010 schrieb ich davon, dass ich meine Lethargie gern aufbrechen möchte, es aber nicht alleine kann: ich brauche jemanden, der mich wachrĂŒttelt, mitzieht, fordert, fördert. Der mich seine Liebe auch körperlich spĂŒren lĂ€sst. Tobi lĂ€sst mir alle Freiheiten, was sehr cool ist, 'allein' ich weiss damit nichts anzufangen. Damit wird er - wenn ĂŒberhaupt - nur zum Kumpel. FĂŒr einen Urlaub im Schnee und den anderen in der Sonne. Also Ausnahmen. Und nun? Diese Situation ist nicht nur dem aktuellen Ausnahmezustand geschuldet, der Kern ist der selbe.
Was ist noch passiert? Heute hatte ich einen Unfall. Meinem Bus wurde durch einen Audi fahrenden Arzt auf der Kreuzung Dodendorfer StraĂe / Salbker StraĂe ein neues Design verpasst. SchiebetĂŒr vollstĂ€ndig verknorkelt. Ich bei GrĂŒn, er bei Rot. Keine Schuld-Diskussion, keine Verletzten. Soweit alles okay. Die Sekunden vom Bemerken, ĂŒber den Crash selbst bis zum ersten Handeln danach sind die besten: Was sich in diesen ersten Sekunden alles im HirnHerz abspielt, ist sagenhaft. Der Rumms des Crashs selbst war wie im Auto-Scooter auf dem Rummel. Nichts Besonderes, vorhersehbar, unabwendbar. Ich war sehr gefasst und ruhig, fast gelangweilt. Der Herr Dr. Karsten Hellwig ebenso. Aber uns beiden ging anschlieĂend doch ein bisschen nebenbei die Muffe (was'n das?) ob des auĂergewöhnlichen Ereignisses. Keine Bullen, freundliche Hilfsangebote von Umstehenden, Adressen, Fotos, Versicherungen ... alles okay. Ich wollte Döner aus der Raiffeisen holen, das war das merkwĂŒrdig wichtigere Ziel. Psychologische Ausblendung. Bisschen spĂ€ter kam dann die Ăberlegung: Huch! Mein Bus!? Kann man das reparieren? Zum GlĂŒck traf es fast perfekt die SchiebetĂŒr, welche die Problemstelle des Busses in Sachen Rost und Quietschen betraf. Aber auch ein bisschen dahinter beult sich etwas. Aber der Bus ist damit nicht tot. Und wir zwei Unfallbeteiligten auch nicht.
Nach dem Döner wurde mir heimlich ein klein bisschen flapperig (neues Wort!) und Tobi und ich waren auf einem neuen, anderen Level. Es gab ein fassbares, anderes Problem. Und so saĂen wir da und guckten nach neuen Bussen und ĂŒberlegten die Möglichkeiten. Tobi will Hochdach und Markise und KĂŒche und Automatic. Und ich will fĂŒr ein Auto keine 40.000 Euro ausgeben. Auch wenn ich sie habe. Nunja, das wird sich alles finden und zurecht rĂŒcken. Ich hĂ€nge mal ein Bild dran.
Und dann noch was Neues und ziemlich Interessantes: Mathias Gotot hat wahrscheinlich seinen Job im Puppentheater behende und mit Krach geschmissen. Diese Meldung kam heute von Katrin Gellrich, nachdem sie ihn heute im Zoo traf:
"Wundersame Dinge geschehen. Der Untertan hat einen 33seitigen Beschwerdebrief ĂŒber die Machenschaften seines Chefs an den OB geschrieben, sich krankschreiben lassen und ist gewillt, nie mehr zurĂŒck zu kommen. Fast ist man versucht, Mitleid zu haben, denn er ist naturgemĂ€ss Opfer derselben Mechanismen wie ehedem wir. Nur scheint er keinerlei GefĂŒhl dafĂŒr zu haben, dass er diese einst selbst potenziert hat. Spannend."
Ich bin tatsĂ€chlich beinahe drauf und dran, ihn zu kontaktieren. Oder ihn unpersönlich als unkenntlicher Journalist per Mail konspirativ zu befragen. Oder via Kerstin Kinszorra ... ich wĂŒrde diesen Brief gern lesen.
Nundenn, es ist viel passiert heute und wurde hier trotz meiner mir schwer fallenden Denke dennoch ganz gut zusammengefasst. Und ganz am Ende stelle ich fest, dass ich den Wein der letzten Stunde genau so schnell ausgetrunken habe wie in den Tagen zuvor.
Sport hĂ€tte ich machen sollen. Und sogar können. Massenhaft. Und alles andere auch. Und nichts von allem ist geschehen. Das geht gefĂŒhlt ein ganzes Leben schon so. Und ich bin schon 34! oder ... 43? Oder 66? Macht das einen Unterschied?
Kurzabriss
Ich bin fett, ich bin betrunken, ich bin lethargisch, ziel- und willenlos und vollgefĂŒllt mit tausenden flĂŒchtigen GedankenÂ ĂŒber eine bessere Zukunft. Was fĂŒr eine? Ich weiss nicht, ob ich Tobi jemals in den DĂŒnen seine Lieblingslieder vorsingen kann oder werde. Und ich bin desillusioniert betreffs meiner Aussichten insgesamt. Nichts Neues?
Ich komme zu keinem Ent|Schluss, ich bin unausgeschlafen gnatzig, gemein, planlos und schwebe im Fett zweier bezahlter Jobs, die mir die Wirtschaft sichern. Prima. Geld, Geld, Geld.
Ich, ich, ich ... ja wer denn sonst? Soweit, so ... Fuck, ich brauche noch weiteren Wein. FĂŒr morgen. Um das Prozedere aufrecht erhalten zu können.
Ha! Betrunken schreibt es sich immer gut, dass es so nicht weitergehen kann und sich jetzt aber sehr etwas Ă€ndern muss. Olroid, ich mache jetzt das Licht aus und schleiche mich zu Tobi ins Bett. Und morgen werde ich entweder wie so oft missverstimmt oder hoffentlich aufwachen und versuchen ... nö, fĂŒr diesen Gedanken bin ich zu betrunken.
Zeit. Positiv.
Aus gegebenem Anlass eines Karfreitagsmorgen, bei dem ich bereits zum FrĂŒhstĂŒck desillusioniert about alles war, eingeschlossen einer sinnhaften Beziehung zu Tob. Winziger Auslöser war eine willkĂŒrliche Beendigung der morgendlichen Umarmung (ich habe Kopfpschmerzen, Verspannung, muss gucken, was die Fische machen ...) und irgendwas mit Auftauen vom Suppenhuhn. Bude saubermachen hilft ein bisschen. Und Die Zeit lesen. Hierso.
"Sehr wirkungsvoll ist das Thema Dankbarkeit. Es gibt eine Forschungsarbeit von 2003 von Robert Emmons und Michael McCoullough, die groĂe Wirkung hatte. Wenn man sich tĂ€glich nur drei positive Dinge notiert, dann hat das starke Effekte auf das Wohlbefinden, schon nach zwei Wochen. Viele der Dankbarkeits-TagebuÌcher, die wir heute in BuchlĂ€den sehen, sind wahrscheinlich durch diese Studie inspiriert worden. Und ich denke, jetzt ist eine gute Gelegenheit, unser GluÌck mehr wertzuschĂ€tzen. Hier in DĂ€nemark war es heute sonnig, mein Sohn hat mich umarmt. Und ich konnte meinen Lieblingskaffee trinken, der immer noch im Supermarkt erhĂ€ltlich ist."
subjektes Objektiv mit PrÀdikat
Ach ja, diese wortfinderischen Ăberschriftsspielereien sind schon doll. In diesem Fall versuche ich damit etwas ausdrĂŒcken zu wollen, was mir mittels meiner unterschiedlichen Konstellationen beim Schreiben der EintrĂ€ge hier aufgefallen ist: Alles hĂ€ngt von meiner Sicht auf die Dinge ab. Also meine subjektive Wahrnehmung. Jene Wahrnehmung, die sich oft kontrĂ€r zur meiner ansonsten recht passablen ObjektivitĂ€t verhĂ€lt. Wenn es mir gut geht, werde ich natĂŒrlich natĂŒrlicher, offenherziger, groĂzĂŒgiger, freundlicher und habe angesichts der guten wie schlechten Nuancen des Lebens eine aufgeschlosserene Haltung. Das kann sich allerdings fix Ă€ndern und wurmt mich dann um so mehr, wenn ich dabei im Grunde oft genug um meine Fehl-EinschĂ€tzungen und Handlungen weiss, wenn ich also schlecht aufgestellt bin. Meist passiert das, wenn ich schlecht getrĂ€umt unausgeruht oder verkatert bin. Dann mĂŒssen die Schuldigen unbedingt die anderen sein.
Die Bandbreite meiner Konstitution ist groĂ und es lĂ€sst sich quasi nie genau einschĂ€tzen, an welcher Stelle der Skala zwischen positiv und negativ ich mich gerade befinde. Das macht es um so komplizierter, herauszufinden, aus welchen BeweggrĂŒnden ich wiewas hier aufschreibe. Kreiert aus Milliarden Gedanken eines Tages, die Spermien gleich nach ErfĂŒllung suchen. Nunja- ein Stimmungsabbild eben. Das Universum Ă€ndert sich nur geringfĂŒgig, allerdings ist meine Einstellung dazu immer ein bisschen diffus, nicht greifbar, eben stimmungsabhĂ€ngig, aber immerhin in zwei relativ weitrĂ€umige Lager von schwarz und weiss getrennt. Zweifelderball.
Hinzu kommt meine Ăberzeugung betreffs der totalen Unvereinbarkeit von Mensch, anderem Menschen und Meinung. Bestes Beispiel: Facebook. Mit meiner entsprechend schwachen oder negativen Sicht wird es mir zum Greuel und Beweis gleichzeitig dafĂŒr, dass die Menschen im GroĂen Ganzen es niemals zu- oder miteinander schaffen werden. Weil immer einer immer irgendwas dagegen zu setzen hat, ein bisschen schlauer oder besser oder wĂŒtender oder prĂ€senter sein will. Unwissenheit spielt eine sehr groĂe Rolle. Und eben auch jene subjektive, gefĂŒhlte Sicht auf das, worĂŒber viele nichtmal richtig Bescheid wissen. Dazu agiert man oft auf eine - nennt man das populistische? - Art, bei der mir dann entsprechend ĂŒbel wird. Und es handelt sich dabei nicht nur um einfach denkende Leute mit kleinerem Horizont, auch jene, die ich ein bisschen sinniger einschĂ€tze, haben dort ihre Probleme bzw. Defizite.
Entweder gibt es Verschwörungstheorien ĂŒber Corona oder egalwas oder Impfstoffe und die UnfĂ€higen da oben und alle Politiker absĂ€gen und dazu den "wĂŒtend"-Button anklicken ... Ich muss mich dann enorm zurĂŒckhalten, damit ich mich nicht selbst einreihe in dieses fade, sinnlose Diskussionsposting und damit dann akkreditierter Teil der Gemeinschaft werde. Ich hab zur Zeit viel Zeit, mir die BeitrĂ€ge auf Facebook anzusehen. Interessant ist aber die Frage, warum ich voyeuristisch bleibe und mir den ganzen Unsinn immer wieder ansehe. Wegen der Hoffnung auf die paar Lichtblicke, die es darin ja tatsĂ€chlich auch gibt? Wahrscheinlich. Oder aus meiner eigenen UnfĂ€higkeit heraus, dem Leben insgesamt nicht mehr SpaĂ, Freude und Sinn entlocken zu können? Das wiederum könnte Basis genug sein, mich einzureihen in die hier beschriebene Liga jenes Typus Mensch, der mir nicht sympathisch werden kann. Teufelskreis, Potz Blitz aber auch.
Die Welt geht ĂŒnner
Was fĂŒr eine Vorstellung. Was fĂŒr ein Wahnsinn. So ganz sachte beginnt sich das Schauspiel vorsichtig wieder abzuschwĂ€chen und die Menschen zu ermutigen. So wie in China weit vorher auch. Es bleibt weiterhin gefĂ€hrlich. Der Mensch gewöhnt sich an fast jede Situation. Es herrschen Kontaktsperre und weitreichende EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens. Nicht nur in MD, im Land, in Europa ... nein: weltweit! In NYC stehen flugs gebaute, mobile Leichentransporter auf den StraĂen, welche menschenleer sind. Time Square: keiner da. Die Infektionszahlen allein in dieser Stadt entsprechen denen ganz Deutschlands. Ein Planspiel lieĂe auch den Schluss zu, dass diese weltweite Pandemie sich nicht nur rasend, sondern auch sehr wirksam verbreitet und Millionen, oder gar eine Milliarde++ Tote hinterlĂ€sst. Das Leben - so es weitergehen kann, wĂŒrde nie wieder so sein, wie es vorher war. Wirklich nicht?
Nunja, es ist und bleibt ein riesiger Ausnahmezustand mitsamt den ganzen Vorstellungen ĂŒber mögliche Szenarien der menschlichen Tragödie. Die russische Grippe 1890 raffte eine Million dahin, die Pest legte sich kurz danach ins Zeug und weltweit 12 Millionen Menschen um; die Spanische Grippe vor ganz genau 100 Jahren brachte es auf knapp 50 Millionen und seit den 60er Jahren hat die Cholera bisher mehrere Millionen ums Leben gebracht. Und dann war da noch so ein Virus, der unter dem Namen HIV bisher 36 Millionen Menschen dahin raffte.
Heute meint man sich weiter ob der medizinischen und technischen Entwicklungen und des ganzen Wissens wegen. Bis - tadaaa - ein ein altbekannter Corona-Virus ein bisschen mutiert, Leute lungentötet und weltweite Panik verursacht. Selbst in Deutschland hat es 2017/18 die Influenza (die gemeine Grippe) auf rekordhalterische 25.000 Tote gebracht.
Also was nun? Der Mensch - soviel ist sicher - ist keinesfalls gefeit vor den kleinen Abweichungen der Natur und es kann jederzeit wieder und vor allem anders auftreten. Was das Ganze wirtschaftlich fĂŒr AusmaĂe haben wird, vermag ich keinesfalls ein- oder abzuschĂ€tzen. Erst dachte ich ĂŒber Massenhysterie und Börsencrahs mit FenstersprĂŒngen nach. Dann relativierte sich diese Denke bei mir. Jetzt fĂŒhlt es sich mir so an, als ob diese ZĂ€sur nach ein paar Monaten sich als weniger brisant behaupten und dann spĂ€ter im JahresrĂŒckblick zum Highlight des Jahres wird, um sich an die gefĂŒhlte Katastrophe und die groĂe SolidaritĂ€t unter uns Menschen erinnern zu können. Was die kleinen LĂ€den, EinzelhĂ€ndler und KĂŒnstler betrifft, mĂŒssen wir einfach abwarten. Keine Idee. Sterben wird am (fehlenden) Geld jedenfalls keiner.
Der Mensch gewöhnt sich an alles: Waren das Desinfizieren, massenhaftes HĂ€ndewaschen, Mundschutz und penibles Abstandhalten anfangs sehr befremdliche Dinge, wird das jetzt zur NormalitĂ€t. HomeOffice und BegegnungseinschrĂ€nkungen fallen bei mir (traurigerweise) so gut wie garnicht ins Gewicht - das war irgendwie schon immer so. Bluenote fĂ€llt eine kleine Weile weg und ... tja, das war's schon. Die Tage verbringe ich vollbezahlt zuhause bei Tobi (den ich pflegen darf, weil er sich den Ellenbogen verknackbrochen hat), lasse ab und zu ein paar feine Dinge beim ParitĂ€tischen gucken, die mich dessenthalben und allgemein wegen mir als Freude verursachender Mensch zu lieben beginnen (dazu spĂ€ter nochmal mehr). Meine FĂŒnfzigster ist ausgefallen. Das war angesichts meines allgemeinen Lebenszustandes sogar gut, nur den Urlaub in den Dolomiten hĂ€tte ich gern gemacht. Aber auch das habe ich bereits zu den Akten gelegt und vergessen.
Ich habe nichts dagegen, wenn die bisherigen quasi freien zwei Wochen und zwei Tage sich in der Menge der Zeit gesehen wiederholen. Ab Mai wieder dabei. Okay, ich war schon immer auf der Vermeiderseite, wenn es um geregelte Arbeit geht. Aber riesen Schwein habe ich gehabt, dass ich den Job Anfang Februar begonnen habe und ich derzeit mit einem Zehntel von dazu freudseliger Arbeitszeit weit mehr verdiene, als im Puppendings. Zur gefĂ€hrlichen Gewohnheit wird's nicht reichen, denn alles wird sich im Mai eingerenkt und der FrĂŒhling so freundlich wie heute aufgestellt haben.
Mir gehts wahrlich nicht sonderlich schlecht. Und meine Tage hier bei Tobi, die ob seines ordentlich vergipsten Armes noch ein bisschen mehr werden, könnten mich vom Alkohol etwas fernhalteren als allein zu Haus. Nur was die Initiativen fĂŒr ein erfĂŒlltes, aktives und interessiertes Leben in seinen vielen Facetten anbetrifft, muss ich selbst tĂ€tig werden. Das ist weiterhin doof. Die Welt geht ĂŒnner ... und wenn nicht, dann geht sie halt weiter.
Tanz des Teufels
Ich beabsichtige seit ĂŒber 10 Tagen von meinem Gedanken und den Ereignissen in Sachen Pandemie Covid19 und Job und Tobi und 50 Jahre ich und Weltsicht zu berichten, was mir weiterhin nicht gelingt, weil ich permanent zu dröge und panne vom Alkohol des vorherigen Tages bin.
Und eben gerade hat sich etwas zugetragen, was mir schwerstens vor Augen fĂŒhrt, dass hier nicht nur etwas nicht stimmt, sondern eine ansonsten (eigentlich) positive Grundhaltung ins Wanken geraten ist und wieder hergestellt werden muss. Schon wieder.
Was ist passiert?: Wein-Micha wĂŒnschte sich eine wenigstens kleine RĂŒckkehr sozialer Kontakte und ich folgte widerwillig, was dazu fĂŒhrte, dass wir drei Bier bei ihm im Laden auf gehörigen Abstand tranken. (Nicht den der Biere!) Zuhause trank ich noch ein Jever, ein Glas vom letzten verbliebenen Weisswein und ein weiteres letztes Glas vom verbliebenen Rotwein. WĂ€hrenddessen schwelte in mir die Idee, vielleicht ja doch noch den "Russen" (der keiner ist) - also SpĂ€tshop aufzusuchen, um mir mehr Stoff zu besorgen. Und so tat ich es und eine weitere Flasche Rotwein kĂŒhlt sich jetzt im Moment auf Trinktemperatur. Die ganze Zeit bis hier hin spĂŒlt sich mein Blut beĂ€ngstigend behindert seinen Weg durch meine GefĂ€Ăe und mein Kopf ist hochrot. High-pressure. Böses Zeichen. Und ich fĂŒhle sehr deutlich, dass der Tanz des Teufels Alkohol zu einer internen Party animiert und mutiert. Seit Sonntag. Heute ist Mittwoch. Vier Tage durchsaufen. Immer so ab 21:00 Uhr.
Bei diesem Tanz wird einer aus dem Tritt geraten, soviel steht fest.
P.S.: Möglicherweise hat sich unsere Winckelmann'sche Hausmikrotechnologie einen Virus eingefangen: Heizungen, Treppenlicht, Rauchabzugsanlage und Klingeln funktionieren nicht mehr und ich denke ĂŒber das Wort Apokalypse nach. Aber um das, was ich hier noch immer nicht aufschreiben kann, kurz zusammenzufassen: Das alles macht mir merkwĂŒrdigerweise nichts aus. Nanu? Meine GleichgĂŒltigkeit hat im Tanz mit dem Teufel die Oberhand gewonnen und der Untergang unseres Mini-Universums namens Erde macht mir wahrscheinlich erst dann etwas aus, wenn ich konkret betroffen bin. Aber das ist eine andere, weit diffusere Geschichte.
Geht grad nicht
Ich wĂŒrde gern meine Situation hier zusammenfassen, aber es geht grad' nicht. Obwohl oder weil die Welt Kopf steht. Nicht meine, sondern die gesamte. Denn ich befinde mich im permanenten Wechselspiel von Betrunken und Kater. Beide ZustĂ€nde schaffen es nicht, mir einen klaren Gedanken hierfĂŒr abzuringen. Und das ist - wie immer - keinesfalls gut.
wunschraum, 3651bis60
Fertig. UnauffĂ€llig und seicht schlich ich mich in die 50, Tobis und meine Eltern waren da und dann wars auch schon geschafft. Reingerutscht mit Wein und Sekt und fast weinerlicher Freude ĂŒber einen Foto-Kuchen, so groĂ wie MĂŒhlenstein und eine Blumenpracht. Beide von Tobi. Und dann seit sehr vielen Jahren tatsĂ€chlich ein Geburtstag ohne einen einzigen Sonnenschein. Huch! (Spoiler: Es war - nanu - garnicht schlimm und ich hab's beinahe nicht bemerkt)
Beim Ausrechnen der Tage bis 60 staune ich nicht schlecht, wie wenig sich das liest. Na mal gucken, ob und wie ich diese Tage verlebe. Derzeit beschĂ€ftigt sich die Menschheit mit dem Gedanken ĂŒber das Ăberleben. Alles wird runtergefahren und die Zahlen sind noch garnicht so schlimm. Mit heute sind's 240.00 Infizierte und knapp 10.000 Tote. Weltweit! in Deutschland sind es 14.000 mit gerade mal 43 Toten. gegenĂŒber normaler Grippe, Suizid oder Krebs ist das nahezu ĂŒberhaupt nichts. Weil aber niemand den Verlauf wissen kann und "exponentiell" Erinnerungen an Mathe aufleben lĂ€sst und noch nichts zum Impfen dagegen gefunden wurde, besitzt Corona / Covid-19 noch ihre Brisanz. Und selbst, wenn man sich den Virus einfĂ€ngt, wird es grippemĂ€Ăig ablaufen. Nur eben auf Lunge. FĂŒr Vorbelastete, Herz-/Lungenkranke und alte Menschen halt gefĂ€hrlich. Soweit dazu. Die ParitĂ€t hat bis auf weiteres zu und ich damit frei und hoffe, dass mein zurĂŒckgezogener Urlaub tatsĂ€chlich raus ist. Obwohl das nicht meine grösste Sorge sein sollte.
Meine latent seichte ErkÀltung mit leichter SchwÀche und sehr kleinem Hustschnupfen (kein Vergleich zu meinen sonstigen ErkÀltungen) lÀsst mich aber immer wieder ein "die Möglichkeit" des Virus denken. Nanu? Doch noch ausreichend genug am Leben interessiert? Ich glaube: ja. Weil:
Der Motivationsschwung kam mit der Arbeit: sehr sachte zwar, aber es gibt dann solche Momente, bei denen ich von der GeschĂ€ftsfĂŒhrung um meine "professionelle Meinung" gebeten werde; wenn Mitarbeiter mir sagen, wie angenehm sie es finden, mich mit so einem schönen frischen Wind dabei zu haben; wenn Birgit mir schreibt, wie sehr sie sich freut, mich bei der FWA dabei zu wissen ... dann kommen da so ein paar Dinge zusammen, die mich sehr aufbauen und mir das alte Lied meiner MotivationsfĂ€higkeit singen. Ist schon eine starke AbhĂ€ngigkeit, was?. Freude ist fĂŒr jeden schön.
Wunschraum 3651: Lass es als Basis so bleiben, sich und mich weiter entwickeln und mir Sinn wie Kraft samt Mut verleihen. Das reicht schon.
wunschraum, 2bis50
"Das muss doch irgendwie geh'n" hiess es bei "weit draussen" und ich glaube, diese Zeilen in gewisser Vorahnung vor 11 Jahren verfasst zu haben. Irgendein merkwĂŒrdiges GefĂŒhl, das verzweifelt von Hoffnung spricht. Von jener vagen und nie richtig erklĂ€rbaren Hoffnung, die sich in den darauf folgenden Jahren mehr und mehr verflĂŒchtigt hat. Es geht um's Zusammensein, zusammen mit Menschen; ĂŒber solche Menschen, von denen ich hier geschrieben habe; Menschen, die etwas zusammen tun, zusammen sind und sich damit gegenseitig ermutigen, motivieren, voneinander lernen und sich weiterentwickeln. "Der allein will und nicht kann" beschreibt es ebenso gut, nur andersrum. Ich kann in diesem Wunschraum nur nochmal darauf hoffen, dass sich mein Leben multiple, froher, gemeinsamer, abenteuerlicher, erfahrungsreicher gestaltet.
Nunja, aber wie machen, wenn ich aus welchem Grund auch immer, zeitgleich den menschlichen Abstand suche ? Da spielt wohl auch eine gewisse Unsicherheit und Angst mit. Einfaches Beispiel, als ich damals in Nico Röhls Butze 1990 die Leute im Hof der KutzstraĂe Musik am Feuer machen sah und ich so gern dabei gewesen wĂ€re, weil genau das meiner Idee von möglichem Leben entsprach. HĂ€tte ich also ohne Weiteres machen und hingehen können, ohne jedes Problem, direkt drauf zu. Habe ich aber nicht. Warum nicht? Schönes Beispiel, auf viele andere adaptierbar. Die Ideen vom studentischen Leben in all seinen teils romantisch verklĂ€rten Vorstellungen - allesamt nur Modelle, weder mit Ereignis noch Ergebnis. Auswandern nach DĂ€nemark. Und so weiter.
Vielleicht wollte ich deshalb auch von Tobi (siehe Brief an meinen Freund) die Ermutigung, Pferde stehlende Dinge zu tun, die vielleicht nicht der absoluten Norm entsprachen; nur um es zu wagen und dabei neues, mehr zu erleben. In der Aufholjagd jener vergangenen, oft tatenlosen Zeiten.
Corona macht eine drohende Sause und ich bleibe auĂer von Tobi zum 50. unumarmt. Muss er um so fester drĂŒcken! Schlimm? Nein- im Gegenteil: es rechtfertigt meine Partyverneinung und wird damit zum offiziellen Grund. Der wahre Grund ist nicht so schön, wessenthalben ich mir diese Dinge hier wĂŒnsche. Oder wenigstens den Ansporn, etwas dafĂŒr zu tun.
P.S.: Jetzt mal im Ernst- du glaubst doch nicht, dass du hier noch die groĂe Drehung machst und plötzlich leidenschaftliche Ziele entwickelst und deine Persönlichkeit umstellst? (Is' nich' böse gemeint, aber du Schuster wirst deinen Leisten treu bleiben und musst nur zusehen, wie du dich damit arrangierst.) Meine GĂŒte. Falls doch, dann aber sofort los!
wunschraum, 4bis50
"Wenn ich mir was wĂŒnschen sollte, kĂ€m' ich in Verlegenheit." Schlimme Zeiten gab es genug. Gute auch. Je nach Sichtweise. Zum Thema "Freunde" ist mir eingefallen, dass ein gewisser Anteil am Downfall der IntensitĂ€ten ja auch bei mir liegt. Viele Aktionen aus frĂŒheren Zeiten wurden meist von Anderen angeschoben, initiiert. Und wenn diese Leute jetzt nicht mehr schieben, bleibt nichts ĂŒbrig, woher soll's denn kommen? Die alten Freunde wurden schlecht ...
Mir was wĂŒnschen? Was Praktisches: Ich möchte zu meiner Form zurĂŒck. Die 90 kg sind lĂ€ngst ĂŒberschritten, die Kondition ist im Eimer, der Wille ist schwach, das Bier im KĂŒhlschrank. In den lĂ€ngst vergangenen Jahren hielt ich eine gesunde Form auch fĂŒr notwendig, um auf einem möglichen Markt der sexuellen Abenteuer eine gute Figur machen zu können. Die Figur war soweit okay, um den Rest wissen wir. Tja. DafĂŒr hat ein erneuter Anlauf aber immerhin einen praktischen, gesunden, wohlfĂŒhlerischen Sinn.
Weniger denken mĂŒssen, mehr machen, mehr zutrauen, mehr geniessen ergibt mehr Basis fĂŒrs Freuen. Interesse(n), Neugier, Wille. Daraus entsteht Lust am Leben. Und nicht das permanente GefĂŒhl zu erledigender Teilprojekte, bis endlich "heute mal nichts" ist, was ausser irgendwann zum Tod zu nichts weiter ErwĂ€hnenswerten fĂŒhrt.
Corona 2020
Das wollte ich festhalten. FĂŒr spĂ€ter. Denn es ist schon ein bisschen besonders. Ein Grippe Virus baut in China ein paar Friedhöfe aus und greift um sich, bis Europa, am Ende sogar bis Sachsen-Anhalt und Magdeburg. Die Leute drehen durch und kaufen seit drei Wochen wie wild Toilettenpapier. Und Nudeln. Also mit richtig ganz leeren Regalen. Wahrscheinlich gibt es Notlisten fĂŒr Ausnahmesituationen, auf denen diese Dinge ganz oben stehen. Und dann? Leben diese Leute dann mit sauberen Hintern lĂ€nger? HamsterkĂ€ufe als erste Idee zur Rettung seiner selbst. Sogar mit Geschrei und körperlichem Einsatz.
Das brisante an dieser Situation ist die Unwissenheit der Welt. Da werden ganze LĂ€nder sicherheitshalber abgeriegelt. Wenn Geburtstags-Ski in den Dolomiten nicht geht, dann eben Tirol. Pardauz: Alles muss raus, alles nach Hause. Sofort! Die Grenzen werden jetzt nicht mehr nur kontrolliert- sie sind geschlossen. Richtig dicht. In Italien, TĂŒrkei, Schweiz, DĂ€nemark, Luxemburg, Ăsterreich ... auch die USA haben ein Einreiseverbot verhĂ€ngt, Deutschland macht morgen die Grenzen dicht. Und dazu die Schulen und die KindergĂ€rten. Und so ziemlich alles im öffentlichen Leben wie Theater, Veranstaltungen ... Krankenscheine gibts auf Anruf, QuarantĂ€nen werden verhĂ€ngt. In Italien und Spanien dĂŒrfen die Leute ihr Haus nicht mehr verlassen. Die Nachrichten und Newsportale ĂŒberschlagen sich mit Meldungen, Fieberzentren und Intensivstationen sind auf- und ausgebaut und in Bereitschaft und Tobi hat Corona-Rufdienst. Klingt alles (fĂŒr mich erst jetzt) sinnvoll (und im Nachgang vielleicht sogar ein bisschen zu spĂ€t), aber es fĂŒhlt sich alles sehr merkwĂŒrdig an. Cooler Wahnsinn. Menschheit Ende. Apokalypse.
Richtig interessant wird es dann in den sozialen Medien. Beziehungsweise uninteressant. Es ist grausig, bei meinen "Freunden" mitzulesen. Ein paar Leute haben zwar kluge Gedanken, die aber werden gleich weggerotzt. Andere beschwören schwachsinnigste Theorien und Szenarien, die deutlich zeigen, wie es um die Menschen bestellt ist. Die AuslĂ€nder haben kurz Pause; aber immerhin kam das Virus auch aus dem Ausland. Die Entwicklungen der Meinungen und Einstellungen (inklusive meiner) sind ĂŒberaus interessant zu beobachten. Insofern mein Interesse daran reicht.
25.000 in Italien und 5.460 Infizierte sind es mit Stand jetzt in Deutschland und ich denke an Albert Camus "Die Pest" oder an Sibylle Bergs "Ende gut". BĂŒcher aus 1946 und 2004 und im Geschehen darin weit heftiger als das, was sich jetzt wahrscheinlich entwickeln und dann zu Ende gehen wird. Glaube ich. Sars, Ehec, Rinderwahn und Schweinegrippe, Nostradamus und Inka'sche Weltuntergangstheorien haben sich auch erledigt und in China gehts bereits wieder viel besser. Mal sehen, ob und was das Ganze wirtschaftlich und vor allem gesellschaftlich fĂŒr Folgen haben wird und was daraus resultiert. Entschleunigung, Heimarbeit, Umweltentlastung, cool down, get calm ... ?
Was mein Leben betrifft, habe ich keine Angst, sogar egal, welchen Ausgang das nimmt. FĂŒr meine 50 wird's reichen.
ausnahmezustÀnde, 5bis50
Das mit der Intelligenz ist tatsĂ€chlich und hiermit weiter bebeispielt, so eine Sache bei und mit mir. Mal unabhĂ€ngig davon (aber deutlich aufgeschrieben), dass ich gestern beim God of War Playstationplay schon wieder und mindestens ganze zwei Flaschen Weisswein getrunken habe (!), was mein Wochenlevel auf eine mehr als beachtliche Menge fĂŒllt ... habe ich derzeit weitere merkwĂŒrdige ZustĂ€nde zu verzeichnen:
Zum einen werde ich in 5 Tagen 50. Das grenzt an Jammerei, aber auch dieser Ausnahmezustand wird vorbei gehen. Ebenso wie der Ausnahmezustand der Corona Pandemie. Und damit komme ich auf den Punkt: Ich beobachte meine GedankengĂ€nge dabei und ertappe mich, wie fĂŒrchterlich dĂ€mlich diese meine Gedanken dabei sind. Da geht es eher nur um's Nicht arbeiten gehen mĂŒssen, anstattÂ ĂŒber die möglichen Folgen einer solch einschneidenden Situation zu denken. Ist mir das egal? Noch weiter runtergesponnen, kann ich ja noch mehr Wein trinken; es fĂ€llt ja nicht auf, wenn ich mich unwohl krĂ€nklich melde. Da hat jeder VerstĂ€ndnis und wĂŒnscht mir beste Gesundheit. Die einzige Krankheit ist meine Alkoholkrankheit. Du meine GĂŒte.
Das war bei Kempchens Unfall damals nicht anders. An dem Tag selbst war ich verkatert (das weiss ich noch gut) und dann dachte ich, dass wir einfach das Festival und ganz viel andere Sachen einfach ausfallen lassen und alle sehr betroffen sind. Ich war Null betroffen und freute mich auf alle AusfÀlle. Mir lag nichtmal Kempchens Gesundheit am Herzen, er hÀtte auch in Ruhe draufgehen können. Das sind schon ziemlich heftige Gedanken, und auch wenn deren Ursachen vielleicht nachvollziehbar gewesen waren, so doch aber niemals in solch schlechtem Denken. Oh ha.
Dass ich spĂ€ter mal meine nicht stattgefunden habende 50-Party mit dem Corona Virus begrĂŒnden kann, ist auch so eine zufĂ€llig passende Gelegenheit. Ehrlicher aber wĂ€re meine Aussage, dass mir nicht sehr feierlich zumute ist und ich zudem die QualitĂ€t meiner idealisierten Freundeskreiswelt als nicht ausreichend betrachte, um darin ausgelassen zu feiern. Diese Jahre sind gelutscht und reichen zum Nachtrauern ĂŒber eine so schöne Zeit, die so schön auch ĂŒberhaupt nicht war. Tadaaa.
intellekt level, 7bis50
Ist allein meine Motivation verantwortlich fĂŒr meinen Intellekt, meine EinschĂ€tzungen, mein FĂŒhlen und möglicherweise entsprechendes Handeln? Die Sicht auf die Dinge, die alles bestimmt? Das wĂ€re eine ErklĂ€rung, wenn ich mir wie so oft die Frage stelle, ob ich womöglich ein bisschen blöd bin. Ein bisschen zu blöd, wichtige ZusammenhĂ€nge inklusive mir darin zu begreifen, ebenso blöd, mich hinreissen zu lassen zu banalen, (ab)wertenden EinschĂ€tzungen, die der RealitĂ€t der Sache nicht gerecht werden können. Unausgeglichen, aber immer bestrebt, irgendwie zum Lager der 'Besseren' gehören zu wollen. Das Alter legitimiert so viele Dinge, die bei einem knapp 30jĂ€hrigen einfach Stuss gewesen wĂ€ren. Neulich von Homer Simpson sinngemÀà gelesen: "Es ist aufwendig, jeden Tag freundlich und höflich zu sein, um geliebt zu werden. Wenn man das nicht möchte, braucht man garnichts zu tun."
'Du musst das Leben nicht verstehen' - keine Panik, da stehe ich weit drauĂen, 'dann wird es werden wie ein Fest' - oh bitte ja! Aber nicht Fest mit Zusaufen, sondern Fest von ĂŒberzeugt. (Hach, ich kann manchmal so schöne Doppelpopel beschreiben). Das Leben ist keinesfalls zu begreifen, ich hĂ€tte nur gern einen stabilen und sachlich, emotional ausgeglichenen Standpunkt, von dem aus ich meine Liebe, Freundlichkeit, GĂŒte, Milde, Höflichkeit, Gleichmut, Nachsicht, (Aus-)Gelassenheit (...) leben und sein kann. Womit ich mir tatsĂ€chlich fast selbst widerschrieben habe: Denn ĂŒber all diese Eigenschaften verfĂŒge ich ja bereits; ich bin nur zu mĂŒde, diese meine Grundeinstellungen zu bekrĂ€ftigen, aufrecht zu halten, voran zu treiben.
Zur Zeit grassiert weltweit ein Grippe Ă€hnliches Corona-Virus und legt das gesellschaftliche Leben teilweise lahm. In Italien mĂŒssen die Menschen bereits zuhause bleiben, alle Stores sind geschlossen. Ski & Rodel garnicht mehr gut. Hier geht es auch bereits Richtung Schulen schlieĂen, Veranstaltungen absagen, HamsterkĂ€ufe (Klopapier und Nudeln !?!), Desinfektionsmittel klauen ... die Börse erlebt einen echten (?) Crash, der die Wirtschaft nachhaltig beeinflussen wird usw. Ich vestehe von alle dem nichts und kann es ĂŒberhaupt nicht einschĂ€tzen. Im Gegenteil bin ich sogar fasziniert von solchen ZustĂ€nden, Entwicklungen und menschlichen Verhaltensweisen, weil sie weder gesetzlich geregelt, noch aus irgendwelchen Erfahrungen heraus eingeschĂ€tzt werden können. Die USA machen die Grenzen fĂŒr EuropĂ€er 30 Tage dicht. Wao. LĂ€uft hier gerade ein Film oder bin ich ĂŒber ein SF-Buch trĂ€umend eingeschlafen?
Um meine Lage aus diesen Zeilen verdichtend zusammenzuklĂ€ren: Wenn es die Welt bzw. deren Bewohner in diesen Wochen komplett dahin raffen wĂŒrde, hĂ€tte ich (momentan gefĂŒhlt) nicht einmal ein Problem damit. 7bis50. Intellekt fallend.
Teil tausend und eins
Das muss ich mir mal vor Augen halten: Noch am Sonntag, nach dieser Katastrophe mittels zweier Flaschen Wein und einem darauf folgenden nicht möglichen Montag habe ich mir das totale Versprechen, diese ewige Farce mit dem schrecklich hohen Alkoholkonsum wenigstens in dieser Woche auf Null zu reduzieren, abgerungen. Die Nacht vom Montag zum Dienstag wurde erfahrungsgemÀà schlecht, der Dienstag wurde etwas lau und traurig, der Mittwoch ging dann wieder. Und ich ging auch: Ins Bluenote. Aber nur auf 2-3 Bier. Ja? Weil die eine Flasche zuhause irgendwie nicht ausreichte? Am Ende wurde es wie so oft viel viel mehr als ertrÀglich, um zuhause dann die eine, nicht ausreichende Flasche Bier auch noch mitzunehmen.
Und jetzt sitze ich hier (zu Hause) und habe mir fadenscheinige GrĂŒnde fĂŒr mein erst mittĂ€gliches Erscheinen aus den Fingern gesogen. Das ist eindeutig und krankhafter Alkoholismus und wird und muss auffliegen. Was ist denn hier los? Es klappt offensichtlich nicht mit mir und ich hab's nicht im Griff.
Absturz Teil Tausend
Alles schwirrt in mir wie blöd herum, will Bescheid wissen, mir erklĂ€ren, mich fĂŒhlen und teilweise hoffen lassen. An dieser Stelle könnte alles mit einem Mal zu Ende sein. Tiefer Abgrund. So geht Totsaufen. Keinen Satz bekomme ich formuliert, kein GefĂŒhl hĂ€lt lĂ€nger als ein paar Minuten, hallt aber unbestimmt nach. Gegen die Wand, aus dem Fenster, zurĂŒck ins Bett oder ein Raumschiff fĂŒr eine neue Welt mit einem neuen Ich darin.
Ich schreibe, um mich entschuldigen zu wollen. Dabei schildere ich es besonders dramatisch, damit es sich wie eine Ausnahme liest. Sonntag Abend, eine Flasche Bier. Diese Woche kein Bier mehr. Eine Flasche Wein, jeden Abend ein kleines Glas. Das wird gut. So geht's. Sonntag Ende um Eins: Flasche Bier, Flasche WeiĂwein, Flasche Rotwein (Toscana). Leer! Komplett. Am selben Abend noch versucht, eine Mail vorzuverfassen, damit es sich am Montag frĂŒh professionell liest, wenn ich dem ParitĂ€tischen absage. Corona-Virus plausibilisiert die ErklĂ€rungen. Mich von der StraĂe und der Flasche mittels eines Jobs wegzukriegen, scheint in diesem Moment aufs Beste gescheitert. Alle VorsĂ€tze sind mit solch einem Paukenschlag zunichte geschreddert.
Ich schliddere höchst unprofessionell Richtung Vollmond und FĂŒnfzig und kann mir nur wĂŒnschen, mittels einer richtigen Zielformulierung zu einer Idee zu kommen, die radikal genug ist, mich nicht verrĂŒckt werden zu lassen.
zu fett fĂŒrs Ballett
Im Ernst, beim BĂŒcken, beim Sitzen, beim Aufstehen, beim Rad fahren und beim Ansehen im Spiegel behindert mich: mein Bauch! Und beim Stillesteh'n treffen sich die inneren Teile der oberen Oberschenkel. Die Entwicklung meines Verfalls ist spĂ€testens jetzt klar und deutlich zu beobachten, es gibt keine Kaschierungen oder Ausreden mehr. Und es ist auch weniger witzig, als ich es hier aufzuschreiben versuche.
Infohaufen: Die Schokolade ist weitestgehend verbannt: gut so. Die Mahlzeiten innerhalb der Woche sind auch nicht als ĂŒppig zu betrachten. Heute habe ich gelernt, dass Heisshunger oft auch aus einer gewissen Eintönigkeit der ErnĂ€hrung rĂŒhrt. Ich lebe quasi fast vom Brot allein. Bisschen Ei vielleicht, Montags der Rest vom Wochenende, ansonsten nichts Bedeutsames.
Alles Quatsch, die eigentlichen GrĂŒnde sind die hier: ich fĂŒhle mich noch immer irgendwie verzagt und unsicher (auch wenn es in der Gewöhnung an mein Tun sachte besser wird), die anerzogenen Gewohnheiten mitsamt SpĂ€tfolgen sind Alkohol, Bewegungsmangel, Kommunikations- und Erlebnisarmut. Das alles zusammen macht Bauch dick und essen Seele auf. Wenn ich dann an meine 50 und den Rest der ex-coolen (?) Gang um mich herum denke, fĂŒhlt sich das Leben ziemlich lahm an. Da haste! 751. Beitrag seit 2010.
Es fehlen drei Stimmungs-Kategorien zum Zusammenfassen: schlecht | mittel | gut. Aber wenn ich immer nur in TrĂŒbsalszeiten aufschreibe, was mich bewegt, bringt das ... jajajajaaa.
Verfahrensfehler
Nun ist es doch wieder passiert: Gestern, der Tag fing etwas dumpf an, wurde ĂŒber das Training dann aber doch noch zu einem, der sich gut anfĂŒhlen wollte. Die Belobigung folgte auf dem FuĂ im ... genau: Dienstag, Bluenote, ĂŒbliche Versammlung. 9 Bier, 2 Wodka. Zuhause zwei weitere Biere. Das ist schwer zu beschreiben und noch weniger zu entschuldigen. Menno! Wollte ich nicht jetzt endlich mal ... ? Ja, wollte ich. Ein grober Fehler im Verfahren. Habe gestern Abend bereits beschlossen, heute der Ăffentlichkeit fern zu bleiben. Was ja auch kein Problem fĂŒr die Ăffentlichkeit ist; allein ich hĂ€tte mir den freien Tag heute besser gestalten können. Wollte ich nicht schwimmen und Rad fahren, wenn ich nur Zeit und Wetter dafĂŒr hĂ€tte? Alles da heute. Ausser ich. Allerdings kann ich immerhin schreiben, dass ich zwar schweren Kopfes, aber nicht schweren Mutes bin. FĂŒhlt sich an wie: Ist passiert und mit Musik und niederen Arbeiten ist es schon okay. Und fĂŒr morgen habe ich mir extra gleich einen paritĂ€rischen Termin gemacht. FĂŒr die GĂ€nge, in die ich zu kommen habe.
Ach so: Thema gestern an der Bar waren die Ăberlegungen betreffs 50 und Party und Sinn und die Entwicklungen im gewohnten Umfeld. Eine Feststellung meinerseits dabei war: Eine Umgebung, ein funktionierender, sich selbst generierender und sich entwickelnder Freundeskreis, wie ich ihn mir zumindest vorfĂŒhlen kann, werde ich hier und so nicht bekommen. Aber anderswo wahrscheinlich auch nicht, oder? Alles baut sich auf ein soziales Mini-MaĂ herunter; wir spielen kein Theater mehr, sind nicht mit Bands unterwegs, haben weder MuĂe noch Kraft fĂŒr lange NĂ€chte ... es lĂ€ppert sich so dahin. Eine Ansicht, die gut abfĂ€rbend mit der Gestaltung meines eigenen Lebens zusammenpasst.
Streichelprovokation
Vorhin machte sich meine paritĂ€tische Nachbarin aus dem Rechtsreferat Kirstin Röhl fĂŒr ein paar Tickets auf den Weg ins Puppentheater und ich gab ihr einen schönen GruĂ an die Kasse mit. Das war eher lapsig lustig gemeint. Ich ging davon aus, dass Margrit oder Mandy dort sein werden. Kirstin traute sich den GruĂ zu ĂŒberbringen und die Reaktion bzw. die Rechnung ging streichelprovokativ auf: "Wir vermissen ihn hier so sehr. Alle vermissen ihn hier ..." und derlei Lobpreisungen wurden mir ĂŒberbracht und Kristin selbst hatte schon GĂ€nsehaut ob dieses emotionalen Erlebnisses.
Was war dass denn jetzt? Ein halbseidener Versuch, von irgendwoher ein bisschen BestĂ€tigung zu ergattern oder mich hier im ParitĂ€tischen beliebt zu machen? Du meine GĂŒte.
Narkolös
Dumpf aus dem Beton - nur in diesem Fall frei von alkoholischen Eskapaden. Das klappt jetzt auch so. Meine NĂ€chte sind schwer zu beschlafen, der Morgen meint es noch relativ gut mit mir und die Kraft des Vormittags mĂŒht sich, mich aufzuwecken. Mir gegenĂŒber pariliert meine BĂŒrogenossin am Telefon und ich bin nicht mehr fĂ€hig, mich irgendwie zu konzentrieren. Deshalb schreibe ich wild drauf los, um meine Worte zu finden, zu ordnen, zu benutzen.
Einer der vielen Traumteile handelte von NYC. Weil wir last weekend darĂŒber sprachen. Leaving New York never easy ... Bilder, Fotos, NachfĂŒhlen. Schön? Ja / Nein. Der nĂ€chste Teil handelt vom endlich und friedlichen, schmerzfreien Sterben. Wegen der Lutz Seiler Geschichte vorm Einschlafen? Und wegen jetzt halbwegs erlaubten Freitodes. Blödsinn, Freitod ist immer erlaubt. Man muss es nur können. Und wollen.
Solche NĂ€chte wirken wie betĂ€ubend auf mich; eine Art Abbild meines Zustandes, den ich als zu dumpf, zu fett und zu unfĂ€hig bezeichne. Desillusioniert ĂŒber die (damals) nur fĂŒhlbaren (heute noch schlechter fassbaren) Vorstellungen eines Lebens, ĂŒber das weniger gedacht, das mehr glebt wird. Diese UnfĂ€higkeit, WĂŒnsche, Hoffnungen, Vorstellungen, Situationen in mir beschreiben zu können, hinterlĂ€sst einen Friedhof der gefĂŒhlten MittelmĂ€Ăigkeit.
Kommt kurz was Gutes / Schönes, gehts dann wieder sehr schnell sehr gut und ich bin zuversichtlich. Bis kurz danach. BN Jule meinte neulich so ganz nebenbei: "Das Leben ist so schön" und in mir klopfte fast schon permanent der gegenteilige Hammer. Seit wann eigentlich? Seit Ende Puppenhaus? Es fĂ€llt mir leicht, ĂŒber mich zu behaupten, das Leben nicht auf die Reihe zu kriegen. Mein damaliger kindlicher Optimismus fusste auf der vagen Vorstellung, dass es möglich sein kann, das friedvolle Miteinander. Mangels klarer substantieller Untermauerung dieser positiven Einstellung in meiner Entwicklung, scheint "desillusioniert" das richtige Wort; denn offensichtlich war alles irgendwie eine Illusion. Im FĂŒhlen wie ium Denken. Nur das Handeln wurde mir dann zur Last gelegt. Was das weitere FĂŒhlen und Denken entsprechend formte. Spirale des Todes. Ahoi.
meine PlÀne
"Passt das denn noch in deine PlĂ€ne?", fragte gerade Pascal Begrich, den ich nach langer Zeit eben im paritĂ€tischen BĂŒro von Nicole (jetzt Angerer) wiedertraf und ihm auf seine Frage, was ich hier tĂ€te, erklĂ€rte, was ich hier tue. Keine 100 Sekunden vergangen, macht mich diese Frage wie immer verrĂŒckt. Keine PlĂ€ne, keine Ziele, nur Schlupflochsucher und Bediener. Es ist nie zu spĂ€t, oder? Aber in gewisser Weise vielleicht doch. Zu spĂ€t fĂŒr einen RĂŒckblick auf ein selbstbestimmtes, so gewolltes und schönes Leben (die drei gehören zusammen!). Das hiesse aber in der Konsequenz auch, dass ich mich entweder jetzt sofort und voll und ganz damit arrangiere oder mit den Folgen und wie ĂŒblich weiterleben muss. Oder auch nicht mehr. Passt das denn in meine PlĂ€ne?
Wenn ich es genau jetzt fĂŒr nachher und den Rest meines Lebens hinbekomme, kann ich morgen vielleicht ja schon besser zurĂŒckblicken. Oor.