Die auf den letzten Beitrag folgende Nacht war dermaßen schlecht, dass ich noch jetzt, 12:00 Uhr, teilweise sehr wütend werde, wenn sich Schulter und Hüfte im Wettbewerb der größtmöglichen Schmerzen messen wollen. Schon das Einschlafen wurde begleitet von tosenden gleichzeitigen Gedanken; allesamt ohne irgendeinen Sinn. Der Schlaf kam spät. Aber er kam. Und halb sechs war alles aus: Schulter und Hüfte arg grantig und ich immer auf de Suche nach einer schmerzfreien Position. Aufstehen ging ja auch bloß nicht, weil ich viel zu müde war. Und es war dunkel. Ich hangelte mich von Traum zu Traum und fühlte eine entsetzliche Starre. Selbst als sich mir ein vermutlich schwarzer Vogel auf die rechte Schulter setzte, konnte ich ihn weder sehen noch verscheuchen. Andere übernahmen das.
Und nun versuche ich ganz vorsichtig wenigstens ein bisschen Ordnung in die Bude zu bekommen. Schmerzen dieser Art können sehr wütend machen. Mein größtes Tagwerk wird wahrscheinlich das Wegbringen aller leeren und noch vorhandenen vollen Flaschen jedwelchen Alkoholes. Beinahe hätte ich gestern noch den Aperol versucht. Das war knapp und eine sehr hässliche Situation. So. Pullen weg und damit keinerlei Möglichkeit mehr, nach Bluenoten oder anderen Ausflügen zuhause noch was trinken zu können.
Und dann Schmerztagebuch. Täglich gegen Nachmittag auf einer Skala von 1-10 festhalten, ob und wie es schmerzt. Merkwürdigerweise ließen die Schmerzen gestern und komplett auf der Couch nach und korrigierten sich auf "2". Die Rache kam über Nacht und kreist sich nun bei "8" ein. Alles ein großes dämliches Konstrukt aus Aussichtslosigkeit und Schmerz. So sehr uncool und so sehr nicht neu.
Ich bin dagegen, das Leben so beizubehalten. Und wenn es sich nicht ändern lässt, dann muss es ganz enden. Huuu, der Sensenmann!
Richtung Null
Gestern Heinz Rudolf Kunze. Mit Wein Micha. Zweieinhalb Stunden Show. Danach in seinem Laden noch zwei Bier. Stadtfelds Saturday Night: mindestens so tot wie Reform. Also? Und dann zuhause noch 1,5 Flaschen Wein und dem Versuch, die Fotos von HRK schick zu machen. Halbherzig, Unklar über einen Stil bei den Fotos. Nahe am Aufgeben. Unklar, was ich damit machen will. Vier Fotos ins Facebook, um Aufmerksamkeit zu schaffen, Lebenszeichen setzen. Bullshit.
Heute = Sonntag, Tobi hat Dienst und ich verbringe ab 10:30 den Tag auf der Couch. Merkwürdigerweise geht es meiner Hüfte und den ordentlichen Schmerzen der letzten Tage immerhin etwas besser. Ansonsten aber die weiter währende Schmach über jedwelche Vorstellung betreffs meines Lebens. Ich habe garkeine Idee. Ich versuche zweidreimal die Gitarre: Bullshit. Nach dem Essen döse ich auf der Couch ein. Fernsehen. Ab Löwenzahn, über Sendung mit der Maus bis zu irgendwelchen Geschichten über die Entstehung der Erde. Nicht schlecht, aber eigentlich doch. Für mich. Ich bin im Delirium - in einer Wolke aus Dunst mit genau null Ideen. Sport machen! Das wäre doch was. Und es bleibt bei dem Gedanken.
Jetzt trinke ich die restliche Weinflasche und den Sambuco leer. Wahrscheinlich dann auch noch das letzte Bier. Als Idee, morgen nichts mehr im Haus zu haben. Es ist elendig. Tausend mal Facebook aufgemacht. Wofür? Warum? Auf der Suche nach Ideen? Ich bin quasi tot. Fühle mich tatsächlich sehr elend.
Aber wie komme ich da raus? Jaja, 'Alkohol stopp' ist Startnummer 1, das ist klar. Aber selbst da reicht es nicht bei mir. Könnte hier noch viel über Hintergründe und etwaige Möglichkeiten laberschreiben, aber ich will nicht. Ich kann nicht. Mal sehen, wie das morgen aussieht. Und welchen Wein ich mir dann kaufe.
um den Verstand ...
... säuft es sich schnell. Das hat bemerkenswerter Weise schon vor längerer Zeit begonnen, als ich feststellte, (wie ich später dann nochmal feststellte. Und dann nochmal) dass Hörverlust mit einhergehendem Alkoholkonsum eine brisante Mischung auf dem Weg des totalen Abstumpfens sind. Und es stimmt tatsächlich (nanu!): es mangelt nicht nur an der Worte Auswahl und Vielfalt, es zeichnen sich auch gewisse Komplikationen beim Erfassen von Inhalten wie denen aus Zeitungen, Filmen oder Radiobeiträgen ab; die Konzentration ist gering und der Willen zur Aufnahme und Verarbeitung von Informationen geringer ausgeprägt. Beim Lesen geht es noch, doch dabei werde ich schnell müde und sehr viel merke ich mir davon auch nicht.
Das ist es, was gemeinhin als "um den Verstand saufen" ausmacht. Und auch das Wiedergeben von Inhalten wird komplizierter. Ganze Sätze weigern sich, sich zusammenstellen zu lassen. Weil gleichzeitig ja auch das Interesse an nur irgendetwas zu schrumpfen droht (und es schon längst tut), entsteht hier eine Strudelwirkung: Keine Ahnung, kein Interesse. Noch mehr Alkohol, noch weniger Interesse. Am Ende garkeine Ahnung mehr und dann kommt der schwarze Tod. Tadaaa.
traumatisch
"Das wird dein Jahr" - sagte Jana Dorsch als Jana Perleberg damals in 2009 zu mir. Das war der Beginn von JESKOM und schon oft habe ich diesen Satz hier zitiert und zum Vergleich der Ist-Zustände hochgehalten. Bzw. vorgehalten. Meine Sicht auf die Dinge ist so verschroben und diffus, dass es zu keiner Zusammenfassung langt.
"Traumatisch" und spät fängt es an mit dem ersten Beitrag der Zehnsucht in 2019, auch für einen Ausblick in 2018 hat es nicht gereicht. Ich befand mich ab dem 19.12. bis zum 06.01. bei&mit Tobi und das war auch gut so. Zweimal Weihnachtssingen mit der Idee, es in 2019 mit der 20. Ausgabe auf sich beruhen zu lassen. Zuviel Alkohol. Wie immer. Wie seit Beginn meiner Aufzeichnungen in 1995. Noch ein Jahr und wir feiern Silberhochzeit- der Wein und ich. Falls ich es überlebe. Oh - so dramatisch?
Ein gesundheitlich und auch aus psychischer Sicht schlechter Einstieg ins 2019 mit gekonnten Schmerzen, besonders in der rechten Hüfte. Und ich suchte nach einem günstigen Tag für den ersten Beitrag, anstatt mit der labil endlosen Aussichtslosigkeit dem "neuen Heft" auf die erste Seite zu malen. Mittlerweile teilt sich der Alkohol meine Tage in JA oder NEIN ein. Das heisst, wenn es wie am Dienstag beim Weinmicha 6 kleine Bier gibt (weil das Bluenote noch geschlossen ist) und ich zuhause noch einen empfohlenen spanischen Rotwein verzehre, sind am darauf folgenden Tag weder Alkohol noch Zigaretten zu finden. Am übernächsten Tag fühlt es sich dann schon wieder besser an, damit am Abend .... Nunja, heute vielleicht nicht, denn die Nacht war grausig und heute gehe ich schwimmen und in die Sauna bis Mitternacht. Gestern halb11 mit Meister und Margarita ins Bett und 30 Minuten später gingen bereits die Lichter aus. Um heute um 4 laut polternd an Hüfte und Schulter massenweise Blitze zu verteilen, die sich bis in Hirn und Gemüt fressen, von wo aus sie jegliche Reste irgendwelchen Mutes betreffs schönen Lebens zu töten versuchen. Und das betrifft nicht nur die physische Abteilung.
Eine große Hilflosigkeit greift um mich und ich weiss mir keine Hilfe, auch nicht im Ansatz einer positiven Sichtweise, die sich einfach nicht per Klick oder Suggestion generieren lässt. Wer das behauptet, kriegt gescheuert. Schlimmer hingegen (noch schlimmer?) ist die Tatsache, dass mich solche Zustände früher sehr oft sehr traurig gemacht haben. Die Traurigkeit kommt nicht mehr. Und DAS halte ich für sehr problematisch. Resultiert daraus also eine Haltung, die sich keiner Werte mehr bedient? Der es egal ist? Die keine Angst vor einem schnellen, heftigen Tumor oder einem zu schnell fahrenden Auto hat?
Noch immer sehe ich selbst einfache Zeitungsmeldungen mit "Puppentheater" unmutig an und fühle mich arm und abgesetzt. Ich habe kein Ziele, ich habe keine Ideen. Ich habe nur Angst. Wovor, weiss ich nicht. Ich habe eine materielle Ausstattung inklusive Kontostände, die mir viele Realisationen innerhalb meines geistigen Horizontes erlauben würde. Oh- 'geistiger Horizont' - auch hier geht das Gefühl für meinen Selbstwert in die Knie.
So unausgeruht, depressiv und ziellos ziehe ich mit Schmerzen versehen in ein neues Jahr. "Das wird dein Jahr" feiert sein 10-jähriges Jubiläum und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als den ganzen zusammenreflektierten Müll auf die Halde meiner Vergangenheit schieben und mich in eine andere Richtung drehen und weiterlaufen zu können.
Sachliche Beobachtung von Auswirkungen
Die Auswirkungen im Sein, Fühlen, Denken und Handeln sind tatsächlich beträchtlich:
unausgeglichen bis wütend
missmutig, aggressiv
unkonzentriert, ungeduldig
unruhiger Schlaf mit Träumen fast immer inkl. Puppentheater
orientierungslos in mittel- und langfristiger Sicht
radikale, sehr kurzlebige Umwälzungsgedanken
Neidgefühle gegenüber anderen (Erfolgs?menschen)
merkwürdiger Verlust von Traurigkeit
weiterhin antriebslos
Vorstellung von plötzlichem Tod nicht mehr unheimlich* (egal-Stimmung)
ideenarm / aktionsarm
Gefühl von Leere
*dieses Argument wird wahrscheinlich gestützt von der Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit von 'Tod' nicht anders als sonst / bisher sein wird und mein Selbsterhaltungstrieb zwar unerkannt, aber dennoch stets im Hintergrund aktiv ist. Das ist meine einzige Erklärung, anderenfalls dürfte die Erschöpfung so groß sein, dass es dann tatsächlich .... naja, für eine mögliche Kurzschlussreaktion reichen könnte.
Der 'Ärger' mit resultierender Aggressivität spielt eine wesentliche Rolle. Die Ideen von Weltbild und Gerechtigkeit sind allesamt für die Tonne. Ein es sehr passend beschreibendes Beispiel ist der Blick ins Facebook und meine Reaktionen auf dortige Beiträge bzw. meine Einschätzungen und Bewertungen von Personen / Situationen. Und mein Wissen über diesen hyperglobalen Stuss. Und dass so eine Grundidee von Gemeinsamkeit, Frieden und Fortschritt nicht möglich sein kann, wenn ich mich selbst so betrachte. Die Sicht auf die Dinge, die eigene Einschätzung, das eigenverantwortliche und richtungsorientierte Handeln - alles Aspekte einer weiten Ferne.
Weihnachtssaufmarkt
Im Adelsstand des Personalpreises kosten mich die Getränke im Bluenote in dieser Woche nur etwas mehr als die Hälfte. Was ich offensichtlich auszunutzen gedenke. Denn ich bin oft da und klebe meine Getränkezettel an die Wand. Hierso: 11./13./14. mit 2große.7kleine/8kleine / 5kleine. Und heute ist Freitag, Samstag, Sonntag. Es ist ist grenzwertig, denn allein die Vorstellung von all diesen Zigaretten & Bieren (bei denen hier einige Tomaten- und Wodkaschnäpse unterschlagen wurden), macht so Bange wie am Ende ja doch nur so weiter. Tobi fährt Ski in Obertauern, ich hüte weiterhin die Fische. heute bin ich mal bei mir. Um das hier zu schreiben. Und um ... mal sehen. Immerhin waren die 5 Bier gestern nach Sauna und Schwimmen offensichtlich nicht ganz so verheerend.
Und dennoch: Morgens im Norma wegen Otto-Brötchen noch schnell zwei Flaschen Weisswein kaufen und ordentlich verquollen an der Kasse gute Laune spielen, ist einer der besten Anfänge des Abgrundes. Eben gerade war ich noch bei BB wegen der geänderten Honorarverträge, die mir neuerliche 2.4000 EUR für 2018 einbringen. Wao. Also ärmer werde ich irgendwie nicht. Dabei unterhielten wir uns kurz über das Wesen der Arbeit und ich erzählte ihr von dem kleinen Gespräch gestern in der Sauna, als Guido erklärte, dass man wegen Unstimmigkeiten und als letztes Mittel zur Beseitigung von Neid und Missgunst die Stechuhr einführte, woraufhin die Produktion um fast die Hälfte einbrach. Warum? Weil es Dienst nach Vorschrift wurde. Kawumm! Genau meine Empfindung aus dem Puppentheater (von dem ich noch immer fuck off! fast jede Nacht träume: Frank B. hat sich offensichtlich vom PT verabschiedet und fertigt jetzt Kontrabässe aus feinem Holz an und singt dabei ...)
Das es also schwierig ist, in einem Unternehmen alles auf gleichem Niveau zu halten und solche Befindlichkeiten garnicht erst aufkommen zu lassen. Und ich meinte, je kleiner der Personenkreis und je höher das Niveau und die Intelligenz an sich lägen, desto einfacher dürfte das gelingen. Denn es geht mir nicht (ACHTUNG: 1. Willensfindung) um Stunden und Abrechnung und Geld und Macht - sondern um Gemeinschaftlichkeit, Kommunikation auf Augenhöhe und ein gewisses förderndes Niveau, das in Weiterentwicklung, Inspiration und Freude am Gelingen mündet. Daraus gebiert sich auch jene Anerkennung, die ich halt benötige. Daraus resultiert der Willen zu Neuem, zu Unbekanntem.
Im Moment dümpele ich eher an den schmierigen Kurven der lähmenden Untätigkeit, die mir jedes noch so kleine Event als sehr lästige Störung erscheinen lässt. Wie bereits beschrieben, auch die mühselige Sache mit dem MDR: Nun habe ich schonmal die Chance, mich da reinzuorientieren und unkomplizierten Zugang zu bekommen. Und dennoch sehe ich es als fast schon schwere Aufgabe an. Weil bereits der Zustand eingetreten ist, dass ich mir nichts zutraue und vor allem für so eine Chance dann ja auch alkoholfrei und fit dafür sein müsste.
Mein Abstand zur Schlucht schluchzt letzte Tränen auf ein vergebliches Leben.
Rat-Lust-Ziel ... los.
Wie kann ich diese so merkwürdig bis desaströs zu bezeichnende Zustände festhalten? Sie flüchten allesamt und lassen sich schwerlich in Worte fassen. Aber sie bleiben allesamt ebenso negativ besetzt. Ich fürchte irgendetwas. Ich fürchte um mich, auch wenn es den Anschein hat, dass eine plötzliche Hiobsbotschaft vom nahen Tod sich nicht sonderlich schlimm anfühlen würde. Käme gerade pünktlich. Was wahrscheinlich von einer tief sitzenden eigentlichen Gier nach Leben heimlich entschärft wird.
Ziellos. Orientierungslos. Keiner sinnvollen Handlung fähig. Stattdessen überrumpelt und entmutigt von enorm vielen Träumen und immer mit etwas Puppentheater dabei und immer mit etwas Unklarem betreffs meiner Zukunft und meiner Umgebung. Jedabendlicher Alkoholkonsum. Ich müsste Sandra Meyer vom MDR anrufen. Für eine Möglichkeit. Freue mich heimlich, dass keiner abnimmt. Ich habe sogar Angst vor der Angst - was das Dämlichste von allem ist. Also die bereits hier beschriebene Angst, etwas zu unternehmen, was mir unbegründeterweise neue Angst verschaffen könnte. Was sie aber meist nicht tut. Ich bin noch immer auf dem Level "Heute ist nichts!" und ich hätte gern sogar noch weniger. Also noch weniger als Nichts. Ansonsten weiss ich nicht viel von dem, was ich möchte. Meine Vorstellungskräfte lassen ebenso nach. Wohl aber weiss ich, dass jede meiner mich aufraffen lassenden Aktionen bisher immer zu etwas Gutem geführt haben. Dennoch scheint es nicht zu gehen.
Die Zeit könnte jetzt still stehen oder die Tage könnten 100 Stunden haben. Vergehe langsam, Zeit, damit es am Ende nicht so viel von dir als verloren zu deklarieren gilt. Ich kann auch keine schlauen und freundlichen Worte für einen Aufbau annehmen. Ich brauche Fakten. Definiert, gesetzt, gezielt. Los! Jetzt!
Aber es bleiben immer nur kleine Ausflüge mit den kleinen Versuchen. Danach ist es wie vorher. Geh' doch Schwimmen. Laufen. Trainieren. Reise durch die Welt. Suche dir einen Psychologen ...
Große Ratlosigkeit paart sich mit Lustlosigkeit in einer großen Ziellosigkeit.
letzte Meldung vom NICHTS
Da ich weiss, dass es nicht förderlich ist beim positiven Denken und es sich dazu andauernd zu wiederholen scheint, hier hoffentlich letztmalst eine Zusammenfassung meines Befindens. Um es sich zu merken. Um es als Mahnung stehen zu lassen:
Dieses NICHTS besteht in einer gähnenden Leere, was meinen Antrieb und meine Motivationen angeht: Nichts will sich mir gefallen lassen, keine Aussicht schafft auch nur den Hauch einer Freude auf etwas, was ich tun könnte. Eine schwer zu ertragende Situation. Sicher lässt sich dieses Nichts durch spontane Motivationen und vor allem Aktionen meinerseits kurzzeitig besänftigen, aber die derzeit herrschende Ohnmacht hat tatsächlich die Chance, mich in den Wahnsinn zu treiben.
Alles stünde bereit: Die ganze Fotoausrüstung, die vielen Möglichkeiten zum Komponieren und Aufnehmen von Musik im großen Potential des Jeskom-Projekts, die Domsagen, das Otto von Guericke Audiobuch. Die Websachen, die es zu machen gilt. Auch weihnachtliche Ambitionen im Sinne des Freudebereitens liegen fernab jeder meiner Vorstellungen. Schwimmen, Laufen, Radfahren, vorsichtiges Kieser-Training, Leute besuchen oder mich gar auf den fernen Jakobsweg zu begeben ... das alles prallt gegen die Wand. Die große Frage nach dem "wie weiter" im Job oder in meinen allgemeinen Ambitionen das Leben betreffend ergeben immer nur 42, weil es keine formulierten sinnvollen Fragen dazu gibt. Eine Hilflosigkeit, die jede kleine Anforderung von außen zur unüberwindbar schweren Situation deklariert. (Wenn jetzt das Finanzamt anruft oder der Bus kaputt geht ...)
Sehr passend dazu ist der weiterhin massenhaft angewandte Alkoholismus, der jede noch so kleine Aussicht auf nur irgendwas im Keim erstickt. Das Wissen darum macht es nicht besser. Wenn ich doch wenigstens entspannt einem möglichen März mitsamt einer Idee für mich entgegensehen könnte ... NICHTs bestimmt mein aktuelles Dasein, Denken und Fühlen. So hangele ich mich durch immer schneller zu verstreichen scheinende Wochen und die Lebenszeit rast an mir vorbei.
Was also nun? Für den ganz großen Bruch irgendwohin bin ich weder bereit noch habe ich überhaupt irgendeine Vorstellung davon. Meine schon immer vage formulierten Wunschzustände betreffs meines Universums sind dermaßen unkonkret, dass sich folgerichtig nichts daraus ergeben kann und wird. Ich spiele bereits ernsthafter an dem Gedanken herum, zu Tobi zu ziehen und mit den restlichen 65.000 vor sich hin zu leben. Doch weiss ich auch, dass mich das so jedenfalls nicht weiter bringt in meinen Gedanken an die Zukunft.
Ein weiteres Ergebnis ist mein Selbstwertgefühl, dass sich gnadenlos nach unten korrigieren möchte, weil mein innerer Wächter keine Ergebnisse eines durchaus möglichen Denkens und Handelns zu sehen bekommt und mir daraufhin bescheinigt, nichts wert zu sein. Parallel residiert neben mir noch immer eine gewisse Fassade, die mir einreden will, dass ich meinen Status und mein Ansehen in der Stadt ja beibehalten muss, statt in der Bahnhofsmission Essen zu verteilen und Altstoffe zu sammeln ... (obwohl ersteres schon mehr wert und nobler wäre, als mein momentaner Zustand).
So siehts aus. Wahrscheinlich könnte ich diese Litanei noch mit vielen weiteren Beispielen auffüllen, aber es macht mir gewiss keine Freude. Ich werde mit ACT zumindest versuchen, meine Ängste zu bestimmen und sehen, ob dieses Buch freundlich ist. Münchhausen hat sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf gezogen und auch so war seine Phantasiewelt voller Märchen.
Na dann.
Conrads Tipp
Conrad Engelhardt: "Das ist doch so eine Zeit, in der man die Möglichkeit hat, sich auf den Weg zu machen. Sowas wie Jakobsweg oder irgendwas anderes ganz weit draußen. Um runterzukommen, alles wegzulassen und sich neu aufbauen zu können."
(am Telefon, wobei es eigentlich darum ging, dass er für den Fall meiner tatsächlichen Domsagen einen Zeichner an der Hand hätte, der für die Bebilderung eines Begleitbuches - natürlich bei seinem NordOst Verlag - gut passen könnte)
damals, jetzt und dann
Nach zwei sportlicheren Wochen nahm ich mir das Wetter zum Grund, es in der vergangenen Woche weniger sportlich anzugehen. Auch aus Angst vor nachtretenden Senioren im Schwimmbad. Stattdessen krochen die Tage eilig dahin auf dem Fließband meines wenig genutzten Lebens und ich nahm mir die beiden Mapplethorpe-Kalender als weiteres Vorbereitungsseminar der ACT zur Ermittlung spezifischer Ängste von damals und jetzt. Natürlich blieb sehr Vieles beim Alten. Aber es war erstaunlich interessant, 23 Jahre später trotz leichter Schreibwirrungen und Herleitungskomplikationen herauszulesen, wie es sich damals zugetragen hat.
Fakt ist, im Grunde unseres - insbesondere meines Wesens kann und wird sich da nicht Vieles ändern. So waren und sind hier die Leute. Insofern die noch leben. Und was an Alkohol damals konsumiert wurde, löste Erschrecken bei mir aus. Es begann also nicht erst mit Bach ab etwa 1998 mit den Saufereien, sondern bereits ab meinem Einstieg in die Welt derer, die ich noch heute oft noch neidvoll besehe. Warum neidvoll? Das lenkt hier zwar ab, meint aber, dass ich bei vielen meiner Bekannten und Freunden ein gewisses Intelligenzlevel vermute, welches das Aneignen von Wissen als neugierig machende, interessante Basis und nicht wie bei uns/mir als langweiliges Lernen sieht. Aus dieser Basis heraus entstehen jegliche weiteren Interessen und Aufgeschlossenheiten gegenüber dem Leben, während ich in einer Form von Angst gegenüber meinem Mittelmaß, das nicht mithalten kann, umher irre. Oh- das war eben wahrlich eine gute Erkenntnis. Und endlich mal eine einfache.
So also entwickelte sich die Woche weiterhin mehrfach alkoholisiert und entsprechend nachtäglich. Was mich auf das Wochenende freuen ließ. Und jetzt und hier denke ich an eine kommende Woche, in der ich vieles besser oder überhaupt machen möchte. Same procedure, aber zwischen "lass dir Zeit" und meiner Ungeduld verschwimmen die Grenzen. ACT und ein kleiner realistischer Plan zur Realisierung wenigstens einiger meiner Gedanken wäre ... müsste ... hätte gewesen gehabt haben sollen.
immer wieder neu
Nicht jetzt, sondern das Danach ist es, was mir oft so verheissungsvoll weismachen will, dass es dann aber wirklich los geht. Wie Gitte es meinte, wenn ich nicht im Jetzt, sondern immer bereits in der Zukunft lebe. Es fühlt sich immer ein bisschen nach Neuem, Möglichen an. Am Ende der Woche freue ich mich auf Tobi, am Ende des Wochenendes auf meine neue Woche. Ein etwas dämlicher Kreislauf, wenn all die jeweilige Vorfreude darauf zu doch wieder keinen Ergebnissen, sondern zu neuer Vorfreude zu führen scheint.
Immerhin schwingt das Wort "Freude" mit. Verheissung, Hoffnung, Aussicht, Mut. Oder Miau.
positive Positionsmeldung
Die zweite Woche mit einigermaßen vielen sportlichen Aktivitäten und sogar weniger Alkohol und am Donnerstag die anfängliche Beschäftigung mit ACT am Abend ein schmerzfreies Schwimmen mit einer guten Sauna danach und heute ein Mittagessen mit Kerstin Kinszorra und anschließend Kaffee und Kuchen mit Katrin Gellrich. Jetzt sitze ich hier bei Tob und bemerke, dass es mir im Moment bemerkenswert besser geht als im Vergleich zu alle den vielen Tagen zuvor.
Woran liegt es? Ich glaube, es könnte die Mischung aus all jenen oben genannten Positionen sein. Nochmal versuchen? Auf jeden Fall beobachten und in wieder nach unten abweichenden Fällen o.g. Positionen wiederholen. Oder gar ganz dranbleiben. Denn so kann ich es gut aushalten.
Blendwerk
Beinahe hätte ich die Einträge der Tagebücher 1995 / 96 hier nachgeschrieben. Vielleicht mache ich es ja noch. Wenigstens aber lese ich sie mir durch. Die Angst vor de Angst will mir bereits weis machen, dass es alles und immer wieder das Selbe sein wird. So wie auch das, was hier oben rechts unter "summary" und "tod" steht.
Ich kann nicht einen Meter weit denken, ohne zu stolpern. Ich kann nur meilenweit erinnern, was alles anders hätte gewesen sein können und wie meine kläglichen Versuche, mich den Reihen der Weiterdenkenden anzuschließen, aus weiterer Angst vor eben denselben nichts geworden sind; wie ich aber dennoch zu jemandem wurde, den man schätzt und mag und der jetzt überhaupt nichts mehr mit sich und der Welt anzufangen weiss.
Ein Blender, der nach außen hin so integer und fähig wirkt, während er innen nach einem Funken sucht, der vormals erst zu lodernden Feuern und dann zum Ausbrand geführt hat.
Unteres Viertel
Das ist ungefähr die Angabe über meine Befindlichkeit; Erträglichkeit mit eingerechnet. Ich benötige immer neue Worte, meinen unbefriedigenden Zustand zu beschreiben, damit es nicht so sehr nach Wiederholung aussieht, die es aber nunmal ist. Unteres Viertel mathematisiert also meine maximal 25%ige Lebensbejahung. Oder Überlebenschance, wenn das so weiter geht.
Nochmal zum Mitmerken über diesen Zustand: Es fühlt sich an wie eine bodenlose Unkonzentriertheit, fast ohne Möglichkeit, einen sinnvollen Gedanken zu fassen; eine große und sich gefährlich anfühlende Verwirrung mit großer Planlosigkeit ohne jede Orientierung. Einhergehend aussichtslos auch all jene früheren Pläne, die endlich umsetzbar wären, wenn doch 'die Zeit dafür vorhanden wäre'. Vergiss es! So wie auch ein VW Bus Ocean Blue T5 mit Hyper-Vollausstattung überhaupt nichts bewirkt, weil ich nicht losfahren kann. Weil es nicht geht. Weil ich nicht gehe.
Ich werde aggressiv. Besonders deutlich heute morgen auf der Schwimmbahn: Einer von jenen trotzigen Rentnern, die ich eher der Dynamohalle denn der Elbeschwimmhalle zugedachte, schwamm weit langsamer als meine Einschätzung über ihn und seine Entfernung zum Beckenrand. Und als ich rückenschwimmend ihn unbeabsichtigt dann schließlich doch ereilte, war es ihm offensichtlich ein Vergnügen, nochmal so richtig geradeheraus nachzutreten Richtung meiner Wirbelsäule. Entsetzt rief ich, dass man doch nicht noch extra nachtreten müsse, woraufhin mir die Damen der Nebenbahn nochmal deutlich machten, dass man sehen müsse, wohin man schwimmt und dass hier nicht jeder, wie er will ...
"Aggressiv" meint eine Mischung aus spontaner (Gesamt-)Wut und einer riesigen Traurigkeit. Aus ersterer heraus hätte ich die beiden Giftbratzen am liebsten samt ihrer parfümierten Hochglanzfrisur unter Wasser getaucht und den nachtretenden Rentner am Beckenboden festgekettet.
So. Und nun denke ich mir, dass hier so eine gegenseitige Aggressivität keine Chance auf ein besseres Miteinander bietet: Ich bin der Unzufriedene, der andere ist der Trotzige und die Nachbarn ergreifen Partei. Und schon steht die Welt im Kriegsstand. Ich habe meine restlichen drei Doppelbahnen irgendwie geschafft und bin wieder nach Hause gelaufen. Jetzt habe ich ein riesiges Frühstück hinter mir und bin traurig über das hier Geschriebene. Immerhin bin ich es jetzt los geworden, aber der ganze Rest hockt wie ein gemeiner Kobold in meinem Innersten und lässt alle früheren Erkenntnisse über meine vielen guten Eigenschaften, Fähigkeiten, Möglichkeiten und Ansichten über das Leben zu Staub verfallen.
So fühlt sich das an. Wahrscheinlich aus Absicht kommt gerade die Sonne raus und ich gehe nochmal bisschen raus.
WirrWeiseWorte
Die Mandy und ich haben ja nun schon eine lange gemeinsame Zeit hinter uns. Seit 2006 lebt und entwickelt sich jeder für sich selbst weiter. Das ist gut so und bisher sieht es so aus, als hätten wir jeder unseren Weg zumindest weiter beschritten und ihn für möglich gehalten. Und tun es wohl auch weiterhin.
Gestern war Mandy bei mir und wir haben geschnattert. Das muss man genau so nennen, denn wir redeten uns beide in immer schneller rasende Wortfolgen hinein, in denen wir versuchten, das Leben zu erklären. Das läuft immer so ab: kurze gegenseitige Bestandsaufnahme der IST-Zustände mit kurz darauf einhergehender Erklärung derselben. Aus Mandy sprechen viele strukturierte und angelesene weise Worte, die allesamt irgendwie logisch und richtig erscheinen. Aus mir spricht wie so oft das Chaos, wonach meine Amplituden des Befindens wie auch jener der Lernkurven aus Erkenntnissen äußerst schwammig daher kommen.
Wir sitzen im selben Boot der anerworbenen Verhaltensmuster und versuchen permanent, uns davon zu emanzipieren. Sowas geht nur mit vielen Erklärungen. Ich kann mir trotz aller gut platzierten Logik all jener Worte immer nicht viel von denen merken. Übrig bleibt, dass es offensichtlich möglich ist, das Leben.
Aber eines hat mein 18 (achtzehn!) km langer Spaziergang durch MD gestern herausgestellt: mein Gehirn gehört ins Technikmuseum! Zu nahezu jedem Ort, den ich passierte, hatte ich Erinnerungen, Geschichten, Begebenheiten. Vom Carl-Miller-Bad über den Stadtpark oder die Elbe bis zum Herrenkrug ... überall steckt Erlebtes drin und ist komplett vorhanden. Dazu gesellen sich dann noch die ganzen anderen Gedanken und so ein langer Spaziergang hat dann auch nicht viel mit einer kopf-befreienden Aktion zu tun; eher mit einer Durchrüttelung Tausender Gedanken auf dem Schlachtfeld der Denk-Deponie.
Wir erklären uns die Welt, weil wir sie nicht stumpf so annehmen können, wie sie ist, weil sie uns bereits vor unserem Denkeinsatz zu erklären versucht wurde. Und selbst dieser Satz eben ist schon wieder ein Erklärungsversuch. Fuck it!
Jedoch das Koordinatensystem, welches mir gestern einfiel, kann ich visuell gut in ein Gefühl platzieren: Die Bergspitzen der Amplitude in der Sinuskurve sollten genauer beobachtet werden, während der Nulldurchgang als Skalenwert bereits als grundsätzliches Zufriedensein argumentieren sollte. Meint also: eine stabile, positive Basis als Grundeinstellung. Alles andere ist entsprechende Interpretation bzw. die Sicht auf die vergangenen, bestehenden und zukünftigen Episoden, die von einem positiven Standpunkt aus eine ganz sicher ganz andere Wirkung haben wird, als aus dem Müll der grauen Traurigkeit.
... und so geht das hier immer weiter ...
Gesundheit & Soziales
Ich lese von gesunder Lebensweise aus naturheilpraktischer Sicht, von Blutegeln, über die aktuellen und scheinbar irgendwie gar nicht so neuen Erkenntnisse im Bereich Ernährung (es ist im Grunde annähernd die Lebensmittelpyramide aus den 90ern). Und ich lese dabei endlich mal wieder etwas über den ganzheitlichen Ansatz, also die Fusion aus Einstellung zum Leben, den Möglichkeiten und den tatsächlichen Verhaltensweisen.
Und mir fällt das Thema "sozialer Umgang" wieder ein. Kommunikation und Austausch mit anderen sind dabei grundlegende Elemente. Insbesondere Familie, Gleichaltrige, Gleichgesinnte ... es gäbe viel aufzuzählen und meine Überlegungen dabei lassen sich die Frage aufdrängen, warum mir dieses Thema problematisch erscheint. Das war früher anders, oder? Da müsste ich ausholen und auf solche Geschichten wie 'auch wenn alle nackig sind, ich trage eine Badehose' in der Kinderkrippe oder später dann 'nackig während des Hortes durch die Schule rennen' oder das Selbe auf Kienwerder, wo es absolut normal gewesen wäre. (Das betrifft jetzt den präsexuellen Bereich). Doch auch war ich ziemlich auf mich allein gestellt auf Kienwerder. Und ich habe mich daran gewöhnt. Oder?
Der Familie gegenüber zeigte ich mich mit Anfang 20 skeptisch, weil in meinem Kopf ein 'bisschen mehr als das hier' herum spukte, sich aber nicht tatsächlich greifen liess. Meine Modelle in Bezug auf Sinn und Verstand wollten höher hinaus, schafften es aber nicht. Das war auch die Zeit in der Kutzstraße (in der Wohnung des von mir geliebten Nico) und den musizierenden Studenten im Hinterhof, was auf meine Vorstellung über solche Modelle passte. Oder das Kellertheater und die Band Shelta. Aber ich hab mich nicht hingetraut. Später dann Kuppeltheater oder Elbschuten - allein und völlig verunsichert war ich dort ... aber ich wollte irgendwie dabei sein und bestenfalls dazugehören. Ich habs wenigstens versucht, war aber so extrem verunsichert. Und allein.
Mich beschleicht so ein Gefühl, dass das nie ganz aufgehört hat. Ich solle die Zwischenzeiten und auch die Mapplethorpe Tagebücher aus 1995/96 ++ zu Rate ziehen. Am Ende war ich also im Puppentheater und mir wollte sich das Gefühl nicht einstellen, dazuzugehören. Ich konnte mich nicht darauf einlassen. Worauf? Auf die Spieler? Die Mitarbeiter? Die Vorgesetzten? Auf eine Art gemeinschaftlichen Gefühls für 'die Sache', die dann nicht meine wurde oder werden konnte.
Ich bin verwirrt beim Schreiben dieser Zeilen. Und werde traurig. Und wütend. Live sozusagen. Es ist Dienstag, die Sonne scheint und ich sollte mich jetzt auf einen Weg nach draußen machen. Frische Luft schnappen und zur Besinnung kommen.
Tschüss.
Diffuses Lichtfieber und die Feuer
Dieses diffuse Fieber des Lichts- wie es sich anfühlt- verschafft mir manches Mal sogar wackelige Beine. Und es ist sehr schwer zu greifen; es scheint flüchtig. Wohl aus der Annahme heraus, dass es nicht sein kann, sein darf oder: sein sollte. Ein Lampenfieber drückt die Angst vor dem Versagen aus. Und nichts anderes ist es. Eine Fülle von Informationen mit einer noch größeren Menge an Erklärungsversuchen; dem Versuch, es darzulegen, zu analysieren und es am Ende säuberlich sortiert einer Lösung zuzuführen ... all diese Dinge sind in solchen Zuständen noch weiter entfernt, als jemals angenommen. Und schaffen weitere Angst.
Das Resümee meiner Ideen bei meinem Arbeitsagenturbesuch heute war, dass ich es angehen muss. Im praktischen Sinne. Und ich glaube mittlerweile selbst daran: denn von allein wird sich nichts ändern. Alkoholresistenzen werden wieder in sich zusammenfallen. Sportliche Neuanfänge werden den Schmerzen weichen. Die Aussichten werden durch derlei Rückfälle immer trüber. Ein Kreislauf mit negativer Zentrifugalkraft, da die Geschwindigkeit nicht mehr relevant sein wird und alles in sich zusammenfällt.
Eigentlich gilt es, diese viele freie Zeit größtartigst zu geniessen. Aber es geht nicht. Das missfällt mir sehr. Warum bin ich nicht in Dänemark? Oder in einsamen Hütten in Wäldern? Oder im Ausland? Weil (mit Ausnahme von Dänemark) alles nur Vorstellungen und gedankliche Konstrukte von möglicher Schönheit und Sehnsucht sind. Am Ende wird nichts passieren.
Praktische Dinge müssen her. Die Reha letztes Jahr war so ein praktisches Ding. Gut - es hat bei mir eine große Hilflosigkeit aus einer dort entstandenen Traurigkeit generiert und die bildet noch und gerade heute die Grundlage meines diffusen Lichts. Aber es war greifbar, es war einfach, ich musste mich nirgends beweisen. Kurz: Ich war Ich.
Und um zu meinem Ich mit all den Stärken und belebten Hoffnungen und dem realistischen Einschätzungsvermögen zu gelangen, bedarf es keiner Gedankenkonstrukte mehr, sondern praktischem Learning by Burning. Eine lustige Redewendung aus Stoppoks Song, die hier meint, dass ich in Aktion treten muss, um meine Feuer wieder anzumachen.
Eine kleine Krux, wo ich doch meine freie Zeit so sehr genießen wollte. Nunja, aber es wurde bereits erklärt und hat außerdem einen ganz entscheidenden Kernpunkt: Die Arbeit in gewissem und positiven Sinne zum Leben und umgekehrt zu machen. Integration. Beides jeweils Bestandteil vom anderen. Und ich mit Freude daran dabei.
Da werde ich mich wohl nochmal zurücklesen müssen in die Phasen im PT, in der ich merkte, dass ich mich dort nicht aufgehoben fühlte. Mit wenig Selbstbewusstsein selten auf die mir gut gesonnenen Menschen traf und dauernd zweifelte, warum ich mich nicht einfach mitreissen lassen konnte von jenen Strömen, die zwischenzeitlich die Meute mit sich zog.
Fast liest es sich gefährlich aussichtslos, mich in eine Umgebung versetzen zu wollen, in welche ich mich aufgehoben fühle. Gibt es sowas denn? Womit ich mich schön hingeschrieben habe auf die beiden einzig möglichen Antworten: In Aktion treten. Und: 42.
Vielleicht macht so etwas ja auch den Psychologen überflüssig, nach welchem ich mich zuweilen ziemlich sehne.
von Feuern und Aschen
Wo sind Feuer und Begeisterung? Wo sind die Ideen, wo welche Ziele und Aussichten? Was ist bereits verbrannt und wie viele Funken der Glut sind noch in der Asche? Poetische Fragen. Was unbedingt und wie immer damit zu tun hat, dass ich sie nicht beantworten kann. Die JeskomShow ist geschafft (siehe eins vorher) und das unrühmliche "heute ist nichts" wird mir zur Falle. Weil ich Gefahr laufe, aus der Not meines immer etwas fordernden Antriebs "irgendwas" anzufangen. Das aber wird sich schnell wieder in Arbeit verlaufen, die mir nicht richtig zur Freude gereichen will. Eine Kausalkette ohne freundliche Glieder.
Es macht mich verrückt. Und ich weiss auch, dass irgendsoeine Glut womöglich wieder aufkommen will und wird und sich alles hauruck wieder viel besser anfühlt. Das kann nicht mein Leben sein, in welchem ich von einem wackligen Troststein zum nächsten balanciere. Denn die Ideen gehen aus bzw. sind viele bereits erlebt und verbrannt. Klingt trostlos, ich weiß. Fühle mich ja auch entsprechend.
Also wie nun? Ganz sicher jedenfalls ist, dass ich bei Weitem längst nicht alle Möglichkeiten kenne, in denen ich mich frisch entzünden (aaah, sehr doofes Wort und damit Grüße an meinen Bechterew) kann. Daher rühren vielleicht auch jene vagen Vorstellungen von Ferne, von ganz was Neuem / Anderen. Aus dem Gefühl heraus, hier soweit fertig zu sein. Aber das wird nichts. Es sei denn, es gäbe eine Idee, eine Vorstellung davon.
"Von Feuern & Aschen" ist eine Punktlandung in Sachen Überschrift und weniger poetisch gefasst, muss ich den Begriff "ausgebrannt" wohl sachte aber sicher annehmen. Jener Begriff, den ich eher belächelt habe, weil ich so eine Vorstellung, keine Ziele oder neuen Ideen mit Eifer angehen zu können, nicht akzeptieren konnte. Nun aber doch.
Es wäre gut, kurz herauszufinden, was mich so mürbe hat werden lassen, um gleich darauf sachlich klarzustellen, was es denn sein müsste, was mich zu neuen Zielen, Ideen ... kurz: zu neuen Feuern führen könnte. Da reicht ein Profiler in Sachen Berufswahl nicht mehr aus; da muss ein freundlicher Psychologe meine Partitionen mal ein paar Stunden auseinander nehmen und genau die selben wieder zusammensetzen. Nur besser sortiert, damit ich sie begreifen kann. Meine Basiskompositionen können gute Musik hervorbringen und eine Persönlichkeitsänderung wäre zudem weder möglich noch tatsächlich gewollt (auch wenn ich so oft nach anderen schiele und sie um deren Denken und Tun beneide, was hauptsächlich mit meiner Sicht auf mein Selbstwert zu tun hat, das gerade in solchen Situationen wie hier beschrieben, eine grandiose Talfahrt hinlegt. Und zwar eine schwarze.)
Mir wäre schon sehr geholfen, wenn ich wüsste, was ich will. So als erster Schritt. Ich übe mich derweil im Listenschreiben über solche möglichen Ziele. Die sind immerhin ... ziemlich dämlich, aber ebenso immerhin ein Versuch. Die Angst sitzt mir in Nacken (und Rücken) und schaut mir liebevoll dabei zu.
Ahoi Kapitän, bring das Schiff aus der Brandung, lösch' die Feuer am Steuer und entzünde neue. Solche, die hell und warm machen.
gute clubstories. und wie weiter?
Das war eine schwere Geburt. Mir wollte nicht recht etwas einfallen zu den JESKOMclubSTORIES, was mir gefällt, entspricht und zusagt und was mich ambitioniert schreiben und komponieren lässt. Immerhin zwei neue Songs habe ich geschafft. Und ich habe die gesamte Produktion im Selbstversuch realisiert. Vom Programm, den Songs, dem Film, der Werbung, dem Vorverkauf bis zum Aufbau im Oli und der Abrechnung. Aber es war schwer. Und ohne die Unterstützung zweier Musik-Mensch-Profis und vor allem Tobi hätte ich es nicht geschafft. Es war knapp.
Das Script las sich so "lala", aber am Ende war es wie immer die Art&Weise der Live-Performance, die das Oli zu tosendem Applausen für uns drei hinreissen ließ. Diesmal war es nicht ausverkauft, aber die Rechnung ging dennoch auf. Ich hab 'ne Menge Technik (Licht, Bogenlampe, Werbung) für 500,- eingekauft und das in die Endabrechnung einfließen lassen. Am Ende haben Jörg und Mohi je 200 EUR und ich etwa 350 und dazu die eingekaufte Technik.
Also hat es also doch wieder geklappt und ich war am Ende beruhigt und froh über den Zuspruch der vielen Leute. Es war ja auch ein bisschen provoziert. Die Thematik des Films habe ich unmerklich meiner Stimmung entnommen: Alles ist irgendwie 'vorbei' und ich werde überall rausgeschmissen, verleumdet und sonstwie negiert. Ein Automatismus, der meine innere Stimmung nach außen kehrt. Natürlich auf sehr belustigende Art. Nunja, ich hätte gern auch Mandy und Kubon und Heide und Jacqueline und Ronald (...) im Publikum gewusst. (Wahrscheinlich weil ich die Aufmerksamkeit und Fürsprache solcher Menschen benötige, was wiederum hübsch auf ein noch immer sehr kleines Selbstwertgefühl hinweist) (und noch ne Klammer: Was genau würde denn die Anwesenheit dieser Leute und so eine erhöhte Fürsprache bei mir bewirken? Dass ich mich für den Moment noch ein bisschen mehr bestätigt fühle? Und dann? Ach herrjeh.)
Und dennoch ist es noch immer so:
Jetzt ist alles und glücklich verlaufen vorbei. Ich wünsche mir mehr solche Konzerte, habe ansonsten aber einen weiterhin vorherrschenden Leerstand in mir in Bezug auf das, was ich zukünftig tun möchte. Angst vor 'irgendeiner' Anstellung nur um der Anstellung wegen (und wahrscheinlich für weniger Geld), Angst vor einer Selbständigkeit, von der ich nicht weiss, womit ich die ausfüllen / finanzieren soll und vor allem: keine Begeisterung. Selbst in diesen Wochen, in denen ich viel Zeit für mich habe und nirgends hin 'muss', mache ich nichts für mich, entwickle nur vage Interessen ohne Aussicht und Idee und die Zeit vergeht wahnsinnig schnell. Lebenszeit!
Stattdessen trinke ich wie immer zuviel. Mein Gesamtzustand gefällt mir nicht. Schon wieder nicht. Eine Lösung habe ich weder parat noch in Aussicht. Ich sollte die ACT (Akzeptanz-Commitment-Therapie) lesen. Vielleicht findet sich dort etwas. Immerhin habe ich mich nicht aufgegeben und mit dem Konzert wenigstens mal nachgesehen, ob ich zumindest in der Lage bin, derlei Dinge hinzukriegen.
Ja. Aber bitte mit mehr Freude und Ambition. Es darf nicht jedes noch so kleine Projekt zur gefühlt unendlich aufwändigen Prozedur werden mit der späteren Aussicht auf "heute ist endlich mal nichts." Das Leben sollte ein Fluss sein und keine Hinarbeit auf irgendetwas, was spätestens bei dessen Eintreffen ja dann auch bloß nicht schön ist. Oder wie ich vorhin Thomas Riedel auf seinen Dank für die Fotos ("Vielen Dank für deine Mühen") schrieb: Wenn es auf Sympathie beruht, ist es keine Mühe! Soweit zu meinen Statement für mein Leben.
Frühauf
Versuchen wir also das andere Extrem (weithin auch als Normalzustand betitelt) weiter zu treiben. Es funktioniert seit 4 Tagen. Genau genommen, seit 3 Abenden. Extrem fühlen sich dabei meine Machenschaften und Aktionen an. Und das sind sie auch: Letzte Woche schon fuhr ich morgens mit dem Rad zu meinen Eltern wegen der Post. In dieser Woche fuhr ich am Dienstag recht früh gut eingepackt in den Stadtpark und machte einige erstaunlich schöne Fotos. Der frühe Vogel. Natürlich fühlt sich das deswegen extrem und auch ein bisschen zwanghaft an, weil ich sowas normalerweise nicht mache; sowas nicht auf meinen Wunschlisten steht. Da ich aber auch keine Wunschlisten habe und ich sowieso nicht schlafen kann, mache ich eben sowas. Dieser Text hier taugt schon für die Jeskomclubstories, mit denen ich mich weiterhin schwer tue. Aber so sachte beginnt es.
Ich träume immer noch vom Puppentheater. Das sind recht deutliche Szenen; diesmal mit meiner Verabschiedung von Spielern und den ganzen Leuten, die sehr viel schöner und gefühlvoller ausfiel als die damalige reale.
So. Und gestern fahre ich mit dem Rad durch den sehr frühen (ach herrje ... "sehr" meint 7:30 Uhr), also frühen Nebel vorbei an meinen Eltern nach Ottersleben und von dort aus Richtung Sudenburg, um die Otto-Bäckerei zu finden, die so schöne Brötchen macht. Und das macht sie wirklich. Heute war ich wieder im Stadtpark, hatte allerdings schon ein bisschen Bedenken, meine wunderbaren Bilder vom Dienstag übertreffen zu müssen. Es ging dann aber und ich probierte die Hyparschale aussen wie innen aus. Und jetzt habe ich gefrühstückt und merke seit diesen Tagen, dass mir morgens 2 und abends 2 Brötchen mit etwas Obst dazwischen absolut ausreichen für den Tag.
"Zwanghaft" - das wird auch so ein Thema bzw. ist es schon immer, spätestens seit Oostende 1993 und der Frage im abendlich warmen Sand beim Sonnenuntergang, ob das denn nun schön sei. So oft thematisiert und genau so oft auf keine Idee zur Erklärung gekommen. Weil ich gleich wieder an irgendetwas anderes denke. So wie jetzt, als ich genau eben den Entschluss fasse:
Ich werde diese Bechterew Studie beginnen und sehen, wie es mir dabei geht. Und: ich werde das Angebot der Hypnose-Tests von Suse und ihrem Kollegen ausprobierend annehmen.
Aber erst müssen die neuen Songs und die Clubstories ... puuhh!
Lampenfieberwochen
Da habe ich also in der letzten Woche bereits mit dem Alkoholverzicht gebrochen (Dienstag und Donnerstag), habe deswegen am Freitag fast nichts getrunken, um am Samstag nach Nettis Abgrillparty vollends zuzuschlagen, sogar als Tobi bereits im Bett war. Da es ja immer irgendwie einen Grund gibt, nahm ich mir diesmal mein ungeheuerliches Lampenfieber zur Basis genommen und versucht, die JeskomClubStories weiter voran zu treiben. Mag ja sein, aber die klare Forderung, am Sonntag nach einem Übergangsbier etwas mehr Ernsthaftigkeit in meine so schwammige Struktur zu bringen, erging sich in 2 Bieren plus Wein plus Kräuter plus noch einem Bier. Und so sitze ich hier: Es ist Montag, 11 Uhr, ich habe die Wäsche gemacht und die Volksstimme voller Puppentheater gelesen und mich darin geübt, mich nicht zu schlecht dabei zu fühlen. Weil ich ja nichts mehr damit zu tun habe und jetzt hier rum hänge.
Wahrscheinlich wird das hier noch eine endlose, sich ständig wiederholende Litanei, aber meine wirre Hilflosigkeit betreffs der endlich zu schreibenden Jeskomstory und des nicht enden wollenden Alkoholkonsums machen mir nicht sonderlich viel Mut. Am Ende steht wieder die große Furcht, nichts auf die Reihe zu kriegen, insbesondere in diesem arbeitslosen und merkwürdigen Zustand und dem Gefühl eines irren Verlustes: nämlich dem von Zeit & mir.
Tagebuch eines Trinkers
Die Idee, meinen Alkoholkonsum einzuschränken bzw. klar zu reglementieren, macht nicht sonderlich Freude. Am Wochenende nach meiner ersten alkoholfreien Woche (von Sonntag bis Samstag nach Jeskom) gab's am Samstag viel Wein im Pool mit Tobi. Was ich in die Kategorie "OK" einstufte. Ich erinnere mich an den darauf folgenden Sonntag Abend zuhause, an dem ich die von von Tobi angemahnte Richtlinie (Alkohol nur an 2 Tagen in der Woche; also kannst du am Sonntag Abend noch was trinken) ausnutzte, um ziemlich viel Rum zu trinken. Dann kam wiedermal der kalte Entzug von Montag auf Dienstag. Geschafft. Um am Dienstag im Bluenote massenhaft Bier zu trinken. Mittwoch und Donnerstag hielt ich durch, Freitag mit Tobi wurden es 3 Flaschen Wein. Bereits zu viel. Und dann kam Samstag und Mannhausen. Bereits beim ersten Bier dort merkte ich, dass ich noch einigermaßen bedrängt vom Freitag war. Und es ging ziemlich flott voran. Ich hatte Durst. Allerdings merkte ich meinen Gesprächen mit Marcel, Christina und auch Kubon und sogar Mandy, (der ich auf unserer kurzen Begegnung auf der Treppe hoch zur Toilette einfach nichts Vernünftiges sagen konnte, sondern irgendwas von bestimmt tollen Fotos faselte) dass ich nicht fit war, nach Worten für etwas suchte, wovon ich nichtmal wusste, was ich wie erzählen wollte. Und beim Fotos machen im PferdHuhnKuhSchweinstall bei Pedro&Kubon und anschließend Hubsi&Band war ich zudem sogar körperlich unsicher. So wie es Betrunkene sind. Angst, daneben zu treten, etwas umzuwerfen, zu stolpern ... So ganz betrunken war ich ja noch nicht, aber ich spürte sehr wohl, dass ich ziemlich schlapp, unsicher und wackelig bin. Meine Gedanken im ersten Drittel des Abend richtete ich auf die Idee, dass es ja noch die Nachwirkungen von gestern seien und dass ich mit ein paar Konter-Bieren auf das richtige Level komme.
Tja, und jetzt kommts: Dieses Level war vielleicht sogar kurzzeitig vorhanden, allerdings hab ich das sofort 'übertrunken'. Okay, nur mit Bier (und das in schneller werdender Folge), aber das hat locker gereicht, um mich noch platter zu machen. Und unangenehm wird es, wenn ich merke, wie ich in meiner Konversation ziemlich versage. Und sogar anfange zu stammeln, zu nuscheln, zu säuseln und nicht ganz bei der Sache zu sein. Dazu und anschließend kommt die Vorstellung, wie andere mich dabei erlebt und möglicherweise eingeschätzt haben könnten. Ein ungutes Gefühl.
Warum schreibe ich das auf? Weil hier gerade noch so eine typische Situation stattfindet: ich sitze zuhause am Sonntag Abend und habe genau ein Bier. Was reichen sollte. Es gibt auch keinen Geschmack auf weitere Alkoholitäten. Aber ich mach's trotzdem: Um der üblichen schlaflosen Nacht nach solchen Eskapaden entgegenzuwirken. Mittendrin fällt mir ein: Es gibt wahrscheinlich keine "Mitte", mittels der ich den Zwischenweg und damit ins Bett finde, die mich schlafen lässt und morgen weder Unausgeruhtsein noch schweren Kater spüren lässt.
Und so wurde es (bis jetzt) Rest-Rum in 3 Gläsern und jetzt bin ich bei "Mümmelmann". Und beeile mich, das hier aufzuschreiben, damit ich das besser nachvollziehen kann.
Ich erlebe derzeit ein Konstrukt, dass aus mehreren problematischen Konstellationen besteht: Wohin und wie geht es weiter? Was traue ich mir zu? Wohin möchte ich? (Kubon sagt, es werden beim MDR dringend Autoren und Moderatoren gesucht). Und ich denke: Wao! Das wollte ich damals doch immer schon machen. Und die Chancen für meine Bewerbung jetzt stehen sogar gut. Ich habe eine Menge vorzuweisen - meine Vita liest sich auch für den journalistischen Einsatz ziemlich gut (Kulturserver, Medienverband, Werkleitz, Spiesser, Puppentheater, viele Hörbuchproduktionen ...)
Aber ich fühle mich so schwach, tumb, unfähig und so hilflos wie ängstlich, dass es sich (nicht nur betreffs MDR) so aussichtslos anfühlt. Und noch eins oben drauf: In der ersten, komplett alkoholfreien Woche war es nicht anders! Es ist ein grundlegendes Problem, dass ich meines Wissens in einem der vorherigen Beiträge hier bereits aufgeschrieben habe.
P.S.1: Habe mich in Mannhausen mit Martin unterhalten. Dem sind irgendwie Leute aus der Familie weggestorben und er selbst hat im Job fette Probleme bekommen. Er war jetzt 6 Wochen auf Reha und wir konnten uns darüber gut unterhalten. Burn out. Psycho. Und wieder hab ich dabei mein kleines Phänomen rausgelassen, wie ich durch den goldherbstlichen Wald lief und mein Innerstes sich mit Tränen den Weg nach Außen bahnte. Und ich war wieder selbst so ergriffen davon. Und dabei merke ich, dass sowas genau jetzt genau richtig für mich wäre.
P.S.2: Mit Tobi heute am verkaufsoffenen Sonntag bei Pflanzen-Richter. Au weia. Mit so einem Kater! Das ist Nah-Tod-Feeling. Nicht wegen Pflanzen-Richter, sondern wegen meines gefühlten Seins. Das war keines, ich hätte mich am liebsten in eine Ecke gelegt und darum gebeten, mich in Ruhe sterben zu lassen. So sieht's aus! DAS ist ein Gefühl, das ich bitte nie wieder haben möchte.
P.S.3: Es gibt zu tun: JESKOMclubSTORIES. Und? Wir ahnen es: Furcht & Angst schleichen sich ein, denn ich habe keinen Ansatz, keine Idee. Aber nicht mehr viel Zeit. Ui.
P.S.4: Es gibt diese SURPASS‐Studie (CAIN457K2340), die mir von Weimann empfohlen wurde und für die ich den Erstbesuch bei Prof. Dr. Möricke absolvierte und zuversichtlich ob derer Wirkung war. Tobi hat sich erkundigt über Secukinumab und Adalimumab Biosimiliar (GP2017) und es stellt sich heraus, dass die Nebenwirkungen zum Teil erheblich sein können. (hier die Basis zum Nachlesen). Mist! Ich werde Heide dazu konsultieren und dann sehen, ob ich es drauf ankommen lasse. Immerhin gibt es eine Menge kostenloser Untersuchungen und eine wissenschaftliche Betreuung dabei. Es kann mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit passieren, dass mein Bechterew verzögert wird oder sogar zum Stillstand kommt. Es kann aber auch passieren, dass dem nicht so ist und ich im Gegentum eine ganze Menge unschöner Begleiterscheinungen bis hin zum Krebs haben werde.
Tja! Was nun? Wenn alles längst egal ist (ist es das?), würde ich sagen: Druff wekke.
Mümmelmann Kräuter hat 35% Alkohol. Aha. Und das nächste Ziel lautet: Bis Freitag keinen Alkohol mehr. Ach.
Dumpf aus dem Beton
... dröhnt es immer wieder, wenn ich mich wie heute auf Baumarkt-Tour befinde, um Zeug für die Küche und die Wohnung im Allgemeinen befinde: Ich fühle mich fast orientierungslos, kann mich kaum konzentrieren und habe das lähmende Gefühl, nicht weiter zu kommen. Weder kann ich mich für etwas entscheiden noch mich an geradlinig auf etwas einzulassen, um es bis zu Ende zu denken. Nehme ich so eine Pflanze? Sind die Küchenarbeitsplatten nicht anderswo etwas preiswerter? Welche Lampe könnte im Schlafzimmer die gewünschte wohlige Atmosphäre schaffen? Was ist für mich überhaupt wohlig?
Fast schon ziellos vergehen Stunden und, auf die letzten drei Wochen bezogen, auch sehr viele Tage. Das wurmt mich. Woran liegt es? Ich bin weiterhin nicht ausgeruht, nicht richtig wach und vermute meinen Blutdruck auf unterstem Niveau. Ein Limiter scheint mir eingebaut, während das Gate alles hereinlässt und mich noch mehr verwirrt. Natürlich spielen solche Rum-Eskapaden wie die vom Sonntag oder die Biermassen vom Bluenote Dienstag mit hinein und ich schimpfe mich, weil ich die alkoholfreie vorletzte Woche nicht genau so weiter betrieben habe.
Zwischendrin gibt es dann immer wieder kleine Lichtblicke. Als ich mich endlich für die Küchenplatten entschieden hatte, auch wenn es über 80 EUR kostete, war mir schon ein bisschen leichter mit der Gewissheit, wenigstens ein bisschen vorangekommen zu sein.
Mein Alter Ego ist noch unterwegs und stellt mir deshalb hier keine Fragen. Und das Wetter ist goldwarm und ich wäre lieber jetzt ... NICHTS - ich kann nicht herausfinden, wo und was ich jetzt lieber wäre und gern hätte. So trolle ich mich wieder in die Küche und versuche, es dort fertig zu machen. (Sollte ich die Wand nicht besser streichen? Es täte not, so pattig wie die aussieht. Aber dann müsste ich wieder los und alles besorgen. Und das wird wieder ewig dauern und mich an den Rand der nächsten Verzweiflung bringen).
Dennoch bleibe ich so gut es geht dran und werde mich durchkämpfen bis zum Friseur, zum Kieser-Training, zum English-Level-Test und einem psychologisch geschulten Profiler.
Angst aus Blei
Irgendeine undefinierbare Angst legt sich derzeit auf alles. Bleiern und brutal liegt sie auf mir, bereit, mich festzuklammern. Einziger Lichtblick scheint sich aus meinen Erfahrungen zu generieren, wonach sich das alles ganz sicher irgendwie wieder lösen wird und das womöglich alles ja meiner neuen Situation geschuldet ist.
... was genau hat die Angst denn besetzt und wie wirkt sie sich aus?
Sie ist überall und ich fühle mich so ein bisschen allein. Bildlich stünde ich ganz allein auf der Erde und über mir brausen die Winde und werden zu Stürmen. Es fliegt Zeug durch die Luft und ich hab Angst, getroffen zu werden. Mir fehlt die Kraft zum Ausweichen. Die Erde ist dunkel, herbstlich und jedes kleine Element, jeder Gedanke will sich der Angst anschließen. Man hat sich verabredet und das Lager der Angst hat viele Freunde.
... sehr poetisch. Klartext?
Angst, es nicht denken zu können. Ich stumpfe ab und kann oft keinen klaren Gedanken fassen. Alle Ideen von Wegfahren, Leute besuchen oder Dinge tun, die sonst nicht oder zumindest gefühlt nicht möglich waren, sind es jetzt um so weniger. Keimzeit sang mal "und wenn ich überleg' was ich denn wirklich kann, seh' ich, dass ich zu nichts taug'." Genau so fühlt sich das an. Jede noch so kleine Aufgabe bläht sich zwischendrin wie riesig auf. No future!
... ist es möglich, dass nicht du die Angst hast, sondern die Angst dich? Dass du mit der freiheitlichen Stille nicht klar kommst und dein Selbstbewusstsein dir ein paar Schritte voraus und längst unterwegs ist?
Glaube ja, ich fühle mich hier zurückgelassen und merke es oft an meinen unausgeglichenen Reaktionen. Und natürlich den Reaktionen von Rücken und Schulter, die mich nicht in Ruhe lassen. Die Wohnung wird immer besser und sieht so aus, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber alles dauert lange und zwischendrin bemerke ich immer wieder eine taube Trübheit, die mir manchmal zu verstehen geben möchte, dass dies hier nicht das richtige Universum ist.
... es hat keinen Sinn, das hier auszuweiten. Bedenke: ich bin du und nicht immer gelingt mir die sachliche Abgrenzung. Wohl aber bemerke ich eine unausgeglichene Unruhe und ich empfehle vorerst sachliches Weitermachen: Klavier nachher verkaufen, die klinische Studie durchlesen und mitmachen, dem Puppentheater das letzte verbliebene Passwort geben (...) und dich weiter sachte und sicher voranzutasten. Und wenn die Butze schick ist, nimm' die English-Courses und das Profiling in Angriff.
Bis bald.
Fleissiger Nichttrinker
Schaffe ich es von selbst?
Was?
Na das alles!
Das alles? Wie meinst du das?
Naja, so hier:
Ich habe seit Sonntag keinen Alkohol mehr getrunken. Der "harte Entzug" dauerte bis mindestens Dienstag. Heute ist Donnerstag und ich bin immer noch platt. Rücken resp. rechte Schulter machen immer noch gemeinsame Sache und ärgern mich also seit Juli, lassen mich schlecht schlafen (mit Alkohol fühlte sich das vorerst besser an, aber nachher inkl. Hangover um so weniger). Und meine Aktionen hier in meiner Wohnung (das vollständige Entrümpeln und sauber machen) ziehen sich so dahin. Wie eine divergente Hyperbel liegt immer weniger und immer kleineres Zeug rum und lässt mich mit dem Zimmer einfach nicht fertig werden, um das nächste angehen zu können. Der Anfang war ja bereits fast eine Überforderung für mich! Ich wusste kaum, wie und womit ich anfangen sollte.
Die große Summe allens aber mutiert in einem fortwährenden Gefühl, nichts Neues für mein Leben anpacken, geschweige denn, jetzt irgendwo arbeiten gehen zu können. Ungeduld wegen eines sich einfach nicht einstellen wollenden Zustandes, der mir als gute Basis für die Zukunft erscheint. Auch fühle ich mich in kleinen Dingen manchmal sogar derart ungeschickt und denke dann, dass es mich derart erwischt haben muss, wonach es vorerst keine Aussicht, keine Idee, keine Spur einer solchen gibt. (Dabei formuliere ich wiedermal vorsichtig mit dem "vorerst" ... woher soll ich wissen, ob das wieder kommt? Aus Erfahrung? Aus Mut? Aus zu vielen Gedanken, die aus einem gewissen unbekannten Zwang heraus sprudeln?)
... oh, das hört sich ja mies an. Aber du hast nicht untätig rumgesessen und alles dem Strudel des Leids übergeben, oder?
Erfreulicherweise nicht. Nachdem ich das Bücherregal im Wohnzimmer angepackt habe, ging es sachte, aber mit Aussicht weiter. Jetzt hab ich fast das Arbeitszimmer fertig und sehr viel weggeworfen oder bei ebay eingestellt. Allerdings wird mir das sachte zu müßig ...
... dann schmeiss es doch weg. Oder brauchst du die 300++ EUR so unbedingt?
Nee, eigentlich nicht. Wahrscheinlich ist mir der ganze Trödel auch in Teilen zu schade oder es hängt zuviel Erinnerung dran. Na gut, immerhin verkaufe ich gerade das Klavier. Und zum Glück an Marcel Kabel. Da geht es nicht ganz verloren. Und es sind ja auch 300 EUR.
... wie wärs mit einer Deadline? Alles, was Montag nicht weg ist, schmeisst du weg oder begründest dir ausreichend, warum du es behalten möchtest. Behalten ist nicht schlimm. Aber mal zu deinem Rücken?
Tja, Voltaren hilft immer nur dann ein bisschen, wenn der Schmerz direkt an der Wirbelsäule - also dem Ursprung / Zentrum dieses dämlichen Bechterews liegt. (Nein! Ich werde mich nicht mit ihm versöhnen und liebevollen Frieden mit ihm schliessen, ich werde ihn allenfalls als dämliches Übel akzeptieren und sehen, wie ich am besten dabei rumkomme!)
... na ist doch ein guter Anfang für deine interne Kommunikation. Und wie geht es weiter?
Aber die Schulter rechts lässt sich durch nichts beruhigen. Sie nervt so sehr und manchmal wird es grenzwertig. Fast war ich versucht, bei einem solchen heftigen Impuls irgendwas an die Wand zu schmeissen und zu schreien.
... mach doch!
Ach, und schon wird es besser, ja? Heute war ich endlich beim Rheuma-Weimann. Spritze und neuen Stoff, diesmal als Diclac (kostet weniger, ist das Selbe). Neu dabei: Er wird mich in einer Studie für so einen neuen Wirkstoff -Cimzia-ähnlich - unterbringen. Die soll bisher recht erfreuliche Wirkung für Patienten mit solchen Gelenkentzündungen gezeigt haben. Naja, klingt auf jeden Fall erstmal gut. Außerdem zwinge ich mich zu geruhsamen 15 Minuten Morgens und manchmal Abends und mache die Übungen aus der Reha, die auf Beweglichkeit abzielen. Ach ... die Reha: Genau vor einem Jahr fing die Reha in Brandis an. Facebook erinnerte mich mit einem Bild daran:
Und dieses Gefühl von einem gewissen Frieden mitsamt dieser Ruhe und meinen plötzlichen vielen Tränen ist sofort wieder da. Mit den Leuten dort, den Übungen, meinen Laufeskapaden ... alles nichts Besonderes. Aber sehr bedeutsam für mich. Das ganz Kleine hat das ganz Große ausgelöst. Die berühmten Zünglein an den Waagen. Ich sollte meine Sachen packen und mir eine Sportpension in McPom suchen.
... und? Hast du?
Nunja, am Samstag spielen JESKOM und ich muss eine neue Show schreiben und konzipieren und ...
... und deshalb geht das alles natürlich nicht. Aber danach, gell? Danach fängst du bestimmt an ;-)
Du fängst gleich eine! Es wabert immer wieder in mir, wonach ich meinen Platz in der Welt einfach nicht zu finden scheine. Hochs & Tiefs, Veränderungen, Angleichungen ... alles okay. Aber bitte mit einer stabilen Basis. Vorhin habe ich eine Nuance davon gespürt, als ich im Kur-Brandis-Chat (in welchem oft solche billig kopierten, populistischen Meinungen über das Versagen der Politik und 'Merkel muss weg' und die blöden Ausländer verfasst werden und ich mich ebenso oft über solche Pauschalen ärgere) ... in welchem ich also schrieb:
"Vor einem Jahr kam ich etwas verunsichert in eine nie besuchte Gegend, traf auf sehr freundliche Menschen und hatte nach langer Zeit erstmals wieder Gelegenheit, mich sicher und ruhig zu fühlen. Der Wald wurde Gold und die Zeit langsamer. Es gab keine bösen Worte und alles war im Fluss. Und heute denke ich zurück an uns #29 mit einem wohligen Gefühl und der Gewissheit, dass uns solche Momente immer weiterhelfen werden. Uns allen ein schönes Leben. Und vergesst die Dehnübungen auf der Matte nicht! Sie helfen wirklich ..."
Als ich das geschrieben hatte, freute ich mich. Über mich selbst. Es war eben nicht jener Mix aus 'wie schön war das doch früher' und 'heute ist alles so viel schlechter' ... nein, es war eine einfache Beschreibung meines Gefühls über diese Zeit. Das war schön! Und nicht überheblich oder irgendwie 'etwas Besseres'. Und ausserdem: Die Übungen helfen wirklich!
... wäre ich Psychologe, würde ich mir jetzt auf die Schultern klopfen, wie prima ich dich gerade dazu gebracht habe, dich selbst zu befähigen und deine Schreibereien hier anfänglich auf eine positive Sicht zu lenken.
Stimmt. Nur kann ich mir das alles immer so schlecht merken. Vor Erschöpfung hat mein Verstand begonnen, mit dem Verdrängen der negativen Erlebnisse die positiven gleich mitzunehmen, weil das Sortieren so anstrengend ist.
... also alles in einem Topf und umgerührt? Aber du bist doch immer so schnell motivierbar? Hast du selbst geschrieben damals, wo du dir ein kleines Schulterklopfen mit Anerkennung gewünscht hattest, wonach es dir immer gleich sehr viel besser ging. Ach, die Schulter ...
Ich glaube, ich sollte mir wirklich Zeit lassen. Dann dauert das mit der Wohnung halt noch ein bisschen. Oder einfach nur länger. Es gibt ja keine Vorgabe dafür. Und Zeit habe ich doch zur Genüge. Auch wenn ich manchmal diese Angst habe, dass ich immer noch nicht so weit bin, wenn das Arbeitsamt zu drängeln anfängt.
... und du bis dahin ja noch all das machen möchtest, was dir vermeintlich durch das Puppentheater und deine Arbeit dort im richtigen Leben verwehrt blieb?
Genau, da sind noch so viele Ding ... oh. Ertappt. Hm. Stimmt. Wahrscheinlich ist das Aufräumen meiner Wohnung ein Gleichnis (oder eine Metapher? Frag Murakami) für das parallele Aufräumen in mir selbst. Und so wie ich mich selbst einschätze und beobachte, kann das nur mit Stolpern anfangen.
... ich freue mich sehr über dich! Würdest du mein Kompliment annehmen, wenn ich dir sage, dass du schon alles richtig machst und jetzt nur dranbleiben wirst, weil du das untrügliche Gefühl hast, dass es möglich wäre, dein Leben? Vielleicht als kleinen Motivationsschub?
huch.
Für das Gespräch bedanken sich beide Teilnehmer gegenseitig und versprechen, bald wieder auf eine Tasse Kaffee zusammenzukommen.
Fleissiger Trinker
Ich habe mir für jeden Tag eine Aufgabe gestellt, so dass ich am Ende eines jeden Tages von mir behaupten kann, dass ich ein Stück des großen wüsten Haufens fleissig abgetragen habe. Und es kann alles sein: Das Hörbuch Die Trommel fertig schneiden (am Sonntag nach dem JESKOMzert in der Weinhandlung), die komplette Grundreinigung meines Wohnzimmers und heute die Regalkonzeption mit anschließendem Umbau des Arbeitszimmers.
Es liest sich viel und es ist viel, was aber wie immer auch mit der Sichtweise darauf zu tun hat. Ich fühle mich permanent unsicher bei vielen Dingen. Wie das Wohnzimmer anzugehen sei (und warum) sollte schon zur Hürde werden. Was ich alles noch termingerecht machen muss; wie wir in Zukunft JESKOM abrechnen, wo ich doch nicht viel dazuverdienen darf, welche Maße das Regal denn nun haben und welchen Drucker ich kaufen soll. Entscheidungen sind hier Mangelware. Zumindest anfangs, denn ich entscheide mich ja dann doch noch - soviel Hoffnung sollte also sein.
Eine andere Form der Entscheidung ist die in Sachen Alkohol. Ich schiebe Abstinenz vor und versorge mich extra nicht mit Weinflaschen, nur um am Abend dann doch noch heimlich zum Russen zu gehen, damit ich eine Flasche Rotwein habe, die ich natürlich überhaupt nicht austrinken muss. Nö, nur für ein oder zwei Glä ... und schwupps ist sie geleert. Und so geht es weiter. Vielleicht versuche ich meine Schmerzen in der Schulter zu betäuben. Sie wollen nicht weggehen und Tabletten helfen nicht! Das ist so dämlich und nervend. Nur morgens überkommt mich dann die große Müdigkeit und lässt mich erst halb10 oder später aufstehen, nur um dann weiterhin müde zu sein.
Alles in allem fühlt sich das Leben also mal wieder sehr anstrengend an. Was mich wundert - denn gerade jetzt habe ich doch genügend Freiraum?! Denkste. Puppentheater ist jede Nacht Bestandteil meiner Träume und ich vermute eine leichte Psychose mit parallel akutem Alkoholmissbrauch. Manchmal schwingt in dieser Unsicherheit auch so ein vages Gefühl der Sinnlosigkeit mit, wenn ich sehe, wie andere ihrem Job nachgehen, Musiklehrer sind, die Fleischtheke bedienen, Busfahrer sind ... nunja, in deren Köpfe kann ich nicht reinsehen; wer weiss, wie es ihnen tatsächlich dabei geht.
Also weiterhin ein großer Wust und ungeordnetem Material im Denken und Tun. Von daher ist die Tagesaufgabenstellung schonmal ein guter Anfang. Auf jeden Fall ist so eine Gesamtsituation auch sehr bemerkenswert, denn ich habe erstmals keinen richtigen oder wenigstens weitsichtig erahnenden Plan und fühle mich ein wenig verloren zwischen den Welten von Realität, Traum und nicht erklärten Wünschen.
Bestandsaufgabe?
Zur Nacht folgendes: Den Beitrag vorher habe ich in guter Hoffnung verfasst und wusste fast im Voraus, dass bereits die eine Hürde zur Bewältigung der weiteren eine schwierige sein würde. Kurzum: Gestern, nach dem vorherigen Beitrag, war ich noch bisschen im Bluenote, um mit Wein-Micha die Konditionen für Samstag zu besprechen. Die zuvor gekaufte Bree-Weiss-Flasche gedachte ich (wie so oft schon) nur als Absacker im Haus zu haben. Ende vom Lied = Ende von Weinflasche = Ende der Illusionen.
Hab mich heute dennoch und immerhin zusammengerafft und das Hörbuch "Die geheimnisvolle Trommel" komplett eingelesen. Hey! Immerhin!
Und jetzt im Moment sehe ich mir den heutigen Abend an: Erste Zigarette auf dem Weg zum Russen, um drei Grevensteiner zu kaufen. Weil es 0.5er sind und die komischerweise besser schmecken als die 0.3er aus'm Kaufland. Und bereits gekühlt sind. Alles aber in Bedacht darauf, die nicht auszutrinken. Das hier ist ein Protokoll:
Ein Brausebier um Neun, dazu ein Joint (nach langer Zeit mal wieder), ein vorgeahnt wahnsinniges sexuelles Erlebnis während eines langen Hitler-Filmes auf 3sat aus 1955 (AUT), bei dem ich grandiose klassische Filmaufnahmen und Bildkompositionen bewunderte, die u.a. in meinen Werkleitz-Büchern über's Filmemachen von damals beschrieben sind. So. Dann doch ein Grevensteiner-Bier und die üblich späte Zigarette, die keine Lungenwirkung zu scheinen zeigt. Plötzlich die Idee, etwas Außergewöhnliches probieren zu wollen. Ja: der Rum. Der schmeckte ja irgendwie nicht. Oh! Nanu? Er schmeckt doch! Erst ein bisschen, dann immer ein bisschen mehr. Ich bin wie in einem mir irgendwie bekannten Rausch und hole mir noch 3 oder 4 mal nach. Und während ich das hier schreibe, habe ich den 5. oder 6. und verstehe allmählich, wie Alkoholismus funktioniert. Und wie ich mich morgen wieder fühlen werde, obwohl ich doch eben erst darüber geschrieben habe, dass nur STOPP ALKOHOL die Basis aller Möglichkeiten sein kann .
Aaaber: 'er kann es nicht'. Tja.
Bestandsaufnahme
Solche Titel setze ich gern an, wenn's mir nicht noch gut geht. Hier aber um so wichtiger, denn es treiben mich ein paar Dinge um, die ich jetzt zu sortieren habe; denn es beginnt ja etwas Neues mit einem Übergang, den ich dazu nutzen muss, mich aufzurichten. Und das in mehrfacher Hinsicht.
Über Kroatien hinweg und auch jetzt war es die rechte Schulter, die mich plagte. Das ist ein schwerer Einbruch in meine Lebensqualität. Natürlich ist alles konsequenzarm wieder vergessen, sobald der Schub sich legt. Weil es aber so akut ist und weil ich mich körperlich nicht wohl fühle und nicht gut schlafen kann, was ich gern auch mit Alkohol zu betäuben versuche (die Folgen sind bekannt) und weil dazu meine neue soziale Situation kommt, die eigentlich mehr Chance als Problem sein sollte (...) weil also alles zusammenspielt und ich den dringenden Wunsch verspüre, mich auf eine Basis zu bringen, von der aus ich leben kann. (Das ist alles mal wieder nichts Neues und es bangt sich mir die Frage, ob es das nicht vielleicht schon war ... das Leben, wen mir nichts mehr einfällt. Ach herrjeh.) Los gehts:
Eine Flasche Bier, eine große Flasche Wein und mehrere Absynthgläser zum Abschluss eines Urlaubes und auch so dürfen nie wieder vorkommen. Noch jetzt hängt es schwer in mir nach dem üblichem Verzicht einen Tag später und einer darauf folgenden schlechten Nacht mit einem sich anschließenden wehleidigen Tag. Also jetzt. Also sein lassen. Kompromisse haben es nie bis zu meiner Vernunft geschafft.
Ich hab 7.000 vor Steuer aufm Geschäftskonto, es liegen 60.000 auf meinem Giro, ich besitze eine vollständige Fotoausrüstung, eine PA samt Instrumenten für die Musik, bin ausgestattet mit bestem IT-Zeugs, Mikrophonen und allen erdenklichen Gütern und habe einen VW Bus (bei dem die Lenkung gemacht werden muss). Das sollte reichen. Und das wird es auch, denn mir fällt auch nichts mehr ein, was ich mir unbedingt kaufen muss. Sortieren wäre jetzt wohl angebrachter. So werde ich meine Bude also klar machen, entrümpeln und so wohlig wie möglich machen.
Ich werde meinen Körper sehr viel stärker mit meinem Geist zusammenbringen, Bewegung ist für Bechterew das A&O. Krafttraining, Schwimmen, Radfahren ... und das alles aber mit der gebotenen Sachlichkeit und Vorsicht. Aber Dranbleiben! Die Zeit lässt sich jetzt nicht mehr als Grund für Mangel davorschieben. Zeit ist vorhanden! Und davonschieben lässt sie sich ebenso nicht, denn das Alter greift ja außerdem zu. Wenn ich auf der Couch (!) meinen Bauch sehe, wird mir schlecht.
Ja- Puppentheater ist over. Und ja, ich sehe die aktuellen CLPs hängen und auch träume ich weiterhin von Kempchen & Konsorten. Ich muss mich mehr und mehr davon lösen. Auch sollte ich von den Massen an gesammelten Daten aus neun Jahren mir das Wichtigste für mein Portfolio (Fotos, Musik) behalten und den Rest weghauen. Wofür habe ich das eigentlich so präzise und aufwändig gesammelt? Wegen eine Hoffnung, man könnte mich seitens Puppentheater wegen dieser Daten nochmal um irgendwas bitten? Und dann?
Ich komme mir manchmal ziemlich blöde vor; denn ich merke ja diese latente Unsachlichkeit in meinen Vorstellungen und resultierenden Handlungen und ziehe trotzdem an den alten, längst verlorenen Strängen weiter. Beispielsweise würde ich zum PG gern einen Pressevertreter mit der Frage impfen, warum so viele Mitarbeiter das Theater verlassen haben. Warum? Tja, vielleicht um deren Version zu hören? Okay, es ist erst Tag 2 der neuen Spielzeit, es wird sich legen, wenn ich mich den wichtigeren Dingen endlich richtig widme. Also mir.
So ein Aufschreiben hier hat immer so'n bisschen heilenden Effekt, denn vieles wird klarer und übersichtlicher; es drängt den Wust an Quergedanken etwas zurück. Und um das hier nochmal zu beweisen, folgende Anweisungen mit Ausrufezeichen (aber nur EINEM Ausrufezeichen):
ALKOHOL STOP!
Körperaufbau & Bewegung! (fahr mipm Rad zu Mandy und gehe Mittags schwimmen und nachmittags zum Kieser)
tu das, was dir gut tut: frische deinen Geist auf, gehe ins Kino und Theater!
Suche dir Verbündete dazu und nutze deine Hörgeräte
mach Musik, schreib eine neue Show und übe wie verrückt
recherchiere mit Hilfe anderer über die Domsagen und das OvG-Hörbuch
geh' draußen fotografieren, schließe dich Gruppen oder Seminaren an ... wenn du merkst, das alles bringt nichts, verkaufe die Nikon-Flotte
werde dein bester Freund und gestehe dir ehrlich ein, worauf es dir ankommt und wo deine Sorgen liegen. (ACT!)
Das sollte wohl reichen.
(Zack! Ziel erreicht: ich werde gerade weinerlich ob der Möglichkeiten, die ich hier als durchaus möglich erachte)
Neuer Status, altes Leid
"Der Sommer ist rum", würde ich schreiben, wenn es morgen am Montag wieder ins Puppentheater ginge. Geht es aber nicht. Alles ab jetzt neu. Lange darauf hin gearbeitet und mich permanent unsicher gefühlt. Wegen des neuen Abschnittes, der jetzt für mich beginnt. Dabei wäre das alles kaum der Rede wert, wenn ich mich entschlossenermaßen auf neue Ideen und Herausforderungen einlassen hätte können. Nur sind hier aber keine neuen Ideen. Es herrscht weiterhin Leere im Blick auf meine Zukunft. Wirtschaftlich gesehen ist das unwesentlich und auch Jobs gibts überall zur Genüge. Aber WAS genau schwebt mir denn vor? Mein Lebensmodell ist eigentlich gar keines, ich stolpere unsicher ins Blaue. Auch meine Idee des Aufbaus neuer Aufstellung, Gedankenmodelle und entsprechenden Aktionen ab Reha per Oktober 2017 kam nicht in die Gänge. Ausgebrannt und ermüdet von mir selbst.
Kroatien ist warm gewesen. Und wiedermal recht schlaflos. Es sei denn, es war genügend Wein im Kühlschrank. Und das war es. Aber wir waren drei mal in den Bergen und in einmal shoppen. Keine Eile. Nur mein Bechterew hat eifrig auf meine Instabilität gewartet und greift jetzt immer mehr ins Geschehen ein. So schläft es sich schlecht und fühlt sich permanent schmerzlich schlecht an.
Meine Gedankenwelt ist sehr sprunghaft und immens befallen von tausenden Vorstellungen und Ideen, die mir gleichzeitig irgendetwas vermitteln wollen. Aber all jene Geistesaktionen vermögen es nicht einmal, ihre Inhalte im ganzen Satz an mich zu richten. Schon ebbt es ab oder es kommt etwas völlig anderes Belangloses. In der Summe verhält sich das analog zu meinem konfusen Konzept und meinen Vorstellungen von Leben und Welt, die sich nur "irgendwie" und vage umschreiben, aber keine konkreten Anhaltspunkte zulassen wollen. Immerhin fühlt es sich "möglich" an, das Leben. Je nach Gemütslage ändert sich allerdings die Stabilität solcher Gefühle bis hin zur Ablehnung.
Okay, das hier war die achtzehn-augustliche Zusammenfassung. Ich versuche den Blick nach vorn und habe mir bereits ein paar Dinge zurecht gelegt: Das bereits bezahlte Hörbuch "Geheimnis der Trommel" produzieren, mit Ilgenstein Bewerbungsfotos machen, JESKOM3 für Samstag schick machen und vorbereiten, JESKOM3 neue Clubstories entwickeln und eine neue Show am 26.10. auf die Bühnenbeine stellen. Nebenbei werden mir das komplette Entrümpeln meiner Wohnung und ein paar spontane Ausflüge nach Dänemark oder sonstwohin helfen. Am besten aber wäre jetzt nochmals so eine Reha über 3 oder 4 Wochen! Ehrlich! Das brächte mich ganz runter und schüfe Platz für klarere Gedanken. Beim letzten Mal hats immerhin zur Kündigung Puppentheater und damit zur Lösung von einer meiner problematischen Ursachen gereicht. Okay, nichts ist sicher, es kann immer noch sein, dass sich meine Entwicklung der letzten Jahre insgesamt (inkl. Alkohol und Verschleuderung meiner ureigenen Wünsche) so dramatisch verschlechtert hat, dass es mehr bedarf, als den Job zu schmeissen und die Bude aufzuräumen. Das wird jetzt wichtig, herauszufinden.
heissest und leerest
Okay, es ist warm. Sehr sehr warm. Dennoch hält es mich nicht davon ab, verrückt zu werden. Oder "krachen" zu gehen. Meine diffuse Wahrnehmung und mein noch konfuseres Weltbild helfen mir dabei. Und dazu dann noch ich, der ich keinen Gedanken logisch zu einem "überlegten" Ergebnis bringen kann. Guck mal zurück auf die vergangenen Spielzeitpausen. War das immer so? Viel Zeit, viel Alkohol, viel Nichts. Hier siehts trotz gelegentlicher Aufräumversuche aus wie bei den berühmten Hempels. Ich treffen Leute im Kaufland und fühle mich fast nackt und hilflos in meiner Darstellung über mich selbst. Ich lese mir die Infoblätter vom Arbeitsamt durch und glaube an unüberwindbare und sehr strenge Hürden. Ist ja alles noch nich eingetreten, aber es fühlt sich bereits so an.
Struktur, Ordnung oder wenigstens Leere wollen sich nicht einstellen. Es gibt auch irgendwie keine Ambitionen, aber es fühlt sich an wie bei großer Hitze wie dieser einen kratzigen Wollpullover tragen zu müssen und überall schmeckt es nach Staub und Dreck. Ich bewege mich nicht, der Rücken schmerzt und ich weiss, dass alles ganz schnell wieder Richtung "besser" kippen kann (und muss). Gerade eben habe ich den Mannhausener Ausflug so schön beschrieben, oder? (Nö, steht hier nicht)
Das nur mal am Rande, an dem ich mich mehr stolpern als tänzeln sehe.
Materialstatus Quo
Habe gerade mit Ronald am Bluenote ein gemeinsames Wortkonzert zelebriert, bei dem es um die vielen Erläuterungen des Lebens ging. Diesmal vornehmlich um seinen Ausflug in die 'in to the wild' Berge mit ungeahntem Ausgang, um Christina und seine Tochter und das ganze Dilemma dieser ehemaligen Beziehung; um Murakami, den 'unsichtbaren Apfel'; um mich und meine Neuordnung und um die "Kunst", die weniger auf Erkenntnis, Erklärung und Wissen, als um das Wirken auf den Betrachter / Hörer derselben herhalten sollte. Es fallen zwar bei unseren Treffen oft viele Worte, aber es fetzt auch. Ronald hat sehr viele und logisch klingende Erklärungen, das Leben und seine Wendungen betreffend. Insgesamt zeugt es aber auch von dem immerwährenden Kampf bei dem Versuch, es halbwegs zu begreifen und auf die Reihe zu bekommen.
Heute war mein erster (und heisser) Urlaubstag (01.08.18), noch viele werden folgen und anschliessend noch ein paar mehr. Im Gespräch mit Ronald inklusive sechs kleinen Bieren habe ich erneut festgestellt, dass ich mir aus all meinen vagen Interessensgebieten der zurück liegenden Zeiten mit Hoffnung auf "mehr" mittlerweile die entsprechenden materiellen Grundlagen geschaffen habe: Hochwertige Instrumente wie Gitarre und Piano-Masterleisten, Audio-Equipment mit sehr guten Mikros, Focusride, Macs, Maui Box, eine grandiose Nikon Fotostrecke samt vielem nützlichen Zubehörs wie Licht, Blitzen, Reflektoren, Studio-Equipment; einer großen Sammlung von Software, Grafiktemplates (...)
Und nicht zu vergessen: über 60.000 EUR auf der hohen Kante. Mehr geht immer, aber das muss es jetzt nicht mehr. Braucht es nicht. An fehlendem Material kann es also nicht mehr liegen. Ich möchte aufhören, zu sammeln. Mir ist eine Basis, eine Struktur, eine Idee und ein Wille zum Leben wichtiger. Vielleicht stellt sich ja auch heraus, das ich dieses ganze Equipment dafür garnicht brauche. Okay, dann weg damit.
Wenn das Puppentheater und meine Misere darin der Grund für den vielen Alkohol der letzten Jahre gewesen sein soll, wäre es doch jetzt der richtige Zeitpunkt, damit aufzuhören, um mir eine gute Grundlage für das renew meines Lebens zu machen, oder?
Der Sammler auf der Suche
Ich räume mein Büro aus und kann mich wie immer nicht entscheiden, was weg kann und was ich behalten möchte. Dabei bin ich schon recht diszipliniert; dennoch sieht es bei mir zuhause gerade aus wie bei einer Messi-Zentralstation. Und morgen kommen noch weitere zwei Kartons. (Immerhin habe ich heute noch ein Stativ und einen Nikon Ersatz-Akku "retten" können".) Aber eben auch ein großes Paket A3-Papier und die weissen und grauen Pappen und das Wacom-Brett. Zum Basteln für später, oder? Die beiden Retro-Stühle und meine Recamiere sind allesamt schön- doch was werde ich damit tun?
Auf der einen Seite bin ich bemüht, meinen ganzen Ramsch zuhause loszuwerden und die Wohnung schlank zu machen, auf der anderen kommen jetzt also wieder Dinge hinzu. (200 SlimCases fürs CDs. Und Colli-Stifte und Kugelschreiber. Ui ...) Besonders erwähnenswert sind all jene Inkjet Photopapers und Klebefolien, die ich in einem Karton damals in mein Büro schaffte, weil ich dachte, sie dort verbrauchen zu können. Tja, und jetzt sind sie wieder hier. Eigentlich müsste alles weg. Denn:
Ich bin und bleibe offensichtlich ein Sammler, der darauf hofft, irgendwann einen Stil bzw. eine Idee entwickelt zu haben, worin ich das alles benutzen kann. Haben und Brauchen. Aber gut, es kommen kühlere und freiere Zeiten (über 30 Grad noch am Abend um 21:00!) und dann kann ich hier weiter sortieren und entschlacken. "Macht ja nichts, ich hab ja Zeit."
Struktur, Baby!
Die letzten Wochen habe ich also damit zugebracht, die Puppendateien in eine ordentliche Struktur für die Übergabe zu bringen. Ich hab das schwer unterschätzt, es war sehr mühsam. Redundantens Zeug auf der einen, für immer verlorene Dateien auf der anderen Seite. Und wie schwer, das Wesentliche und Wichtige vom nicht mehr Benötigten zu unterscheiden. Und: wieviel will ich dem Puppentheater überlassen / preisgeben und was will ich unbedingt haben. Mittels mehrerer Festplatten gab es Copy & Pastes mit Sicherheitskopien und am Ende war alles so voll wie mein Kopf, der von all der Struktur garnichts mehr wissen wollte.
Tja, was für ein wunderbarer Vergleich zu meiner eigenen Struktur: Es herrscht Chaos, es gibt Versuche, dagegen anzugehen, die in ein neues Chaos münden. Und zum Sammler werde ich nebenbei auch: Ich sammle Grafik-Templates und Unmengen an Konatkt-Libraries zum Musikmachen. Natürlich sind auch hier die Strukturen schlimm. Und am Ende kann es sogar passieren, dass ich alles nicht nutze, weil ich diese Vorbereitungen ja nur für den Fall meines Interesses gesammelt habe. Als Grundlage für etwas, das noch garnicht richtig besteht. Haben ist besser als Brauchen? Egal, alles Materielle ist in Massen vorhanden, nichts ist richtig geordnet, sortiert und sinnvoll eingesetzt ... inklusive mir.
Ein schönes Gleichnis.
Puppenabschlussrede
Also trafen wir uns in der Datsche, um zweibiergefüllt zum Abschluss des Hofspektakels zu gehen. Alena, Mimo, Ralf und ich. Mir gings gut und es machte tatsächlich Spaß in der Runde, die sich dynamisch am Monaco bildetet und so überhaupt nicht nach Stimmung, Spaß und Fröhlichkeit aussah. Aber egal, ich beschönschreibe schon wieder, um meinem Gefühl Ausdruck zu geben. Denn als sich der üblich hustend ankündigende Intendant dort hin stellte, fing er an, den größten Langweilermist zusammenzufaseln. Von allen Besuchern, die das Hofspektakel gut fanden, von viel Arbeit und tollen Inszenierungen. Überhaupt war viel "toll". Und dann schaffte er es, nebenbei zu erwähnen, dass auch Leute in dieser Spielzeit weggehen. Und von denen die da sind, möchte er sich verabschieden. Das sind Alena Hertrtich, Jesko Döring und Michael Morche. Bei Jonathan ist es ja was anderes, er ist ja beim Weihnachtsmärchen bereits wieder dabei. So. Das wars. Komplett.
Ich hab glaubich dann noch zuviel Wein getrunken und bin jetzt noch Panne. Aber es hat sich heute tagsüber eine Wut aufgebaut. Auch weil ich immer wieder immer mehr zu tun bekomme in den letzten Stunden. Fuck you! Eine Wut über diesen Idioten von Intendanten, der nichtmal den Arsch in der Hose hat, über seinen Schatten zu springen und sich von seinen Leuten höflich oder zumindest ordentlich zu verabschieden. Er war es doch, der, wie er sagte, damals ans Theater ging, weil hier wirkliches Leben stattfand. Davon ist insbesondere bei ihm nicht viel übrig. Und sein linksschleimiger Gnom Bernhardt steht hinterm Baum und sagt ebenfalls genau kein Wort zu einem von uns. Wie war das bei den Simpsons?: "Wie ... nach so langer Zeit einfach nur So long und Viel Glück?" ... "von viel Glück hab ich nichts gesagt."
Kempchen hat versucht, in der Stadt klarzustellen, dass er es war, der die Leute entlassen hat; er war es auch, der Stephanie Preuss bezahlt freistellte, nachdem er sie vor allen Beteiligten runtergeputzt hat; und er hat es geschafft, sämtlichen Datenschutz auszuhebeln, indem er vor der gesamten versammelten Abteilung Dramturgie / Öffentlichkeitsarbeit die Inhalte aller persönlich geführten Gespräche offenlegte. Ich würde gern noch wissen, wie die Leiche Wehling in den Keller kam und warum sie ein Opfer werden musste. Und warum Bernhardt damals gehen sollte, und das nur verhindert wurde, weil Kempchen drohte, dann ebenfalls aufzuhören. Und überhaupt: was mit Meyke Tschirner damals abgelaufen ist, wobei Kempchen sogar handgreiflich wurde? Wie Katja und Olaf aus dem Villa-Projekt geschasst wurden (not t.b.c.)
Olroid, das wird Geschichte sein, alles wird irgendwann und -wie vorbei sein. Im Moment hätte ich nur übelst Lust, den beiden einen reinzuwürgen. Das ist enorm billig, so wie Rache dreimal süß ist und nichts bringt, aber bisschen Angst machen wäre schon cool. Doch dazu weiss ich zu wenig und es wird zu warm in den nächsten Tagen, sich darum zu kümmern.
Beweis für Gut und Böse
Unsinnig zu erwähnen, aber im ewigen Taumel ein viel schöneres Gefühl, als wenn es gewohnheitsmäßig immer so wär. (Das ist eine Falle). Nach einer üblich knappen Nacht mit enorm vielen Träumen aus Übergabe, Intendantenrede und all solch puppenendlichem Zeug ging es heute so viel besser. Sogar ein Zeitungsartikel erschien heute über mich. Sehr gute Werbung in diesem Jahr für meine Person. Mich nervt nichtmal der Dienst nachher, im Gegenteil: Kann ich noch was schaffen und dabei keinen Wein trinken.
Das lehrt mich wie immer das Selbe und ich bin sehr gespannt, ob ich mich denn nun fangen und stabilisieren kann. Der Sommer hält offensichtlich ewig und ich muss den Tobi anspornen, dass wir daraus neben der Faulenzerei auch was machen, wenn wir in den Ferien unterwegs sind.
VS_2018-07-20jeskonkret
Gut und Böse
Eine Feststellung, die sicher die hundertste Wiederholung der Wiederholung ist und mir das Grauen bereitet, weil es sich nicht ändert: Am Dienstag war ich bei Katrin Gellrich auf einen Plausch und sie bescheinigte mir Aufgeräumtheit und offensichtliches Wohlergehen. Und ich hatte dem tatsächlich nichts entgegenzusetzen. Nanu? Keine sinnvolle Argumentation über das große Leid in mir war vernehmbar. Was war passiert? Sehr einfach: Es war kein Alkohol im (Vor-)Spiel, ich war klar im Kopf und vor allem frei vom Schmerz, weil ich diesen ein 2-3 Tage mit Voltaren los wurde.
Scheinbar also die besten Voraussetzungen zum Leben. Am selben Abend wurde es dann doch wieder zuviel des Weines und gestern nach 5 Bluenote-Bieren noch mehr Wein. Die Ergebnisse sind klar absehbar. Die Schmerzen kommen wieder, ich fühle mich enorm matt und mein geruhsamer Ausstieg aus dem Puppentheater steht sehr auf der Kippe ob der vielen Dinge, die es noch zu tun gibt. Also das übliche böse Gefühl von Welt und schlechtem Leben. Und auch das lange geplante Treffen jeskom3 bei Mohi heute habe ich abgesagt. Klingelt's?
Muss eigentlich erst etwas passieren? Ein Schatten auf der Bauchspeicheldrüse? Ein kaputt rostender Bus? Mieterhöhung? Anklage wegen irgendwas? Einbruch? Gewalt? Tod? Zwischen Gut und Böse schwelt also die weiter währende Angst vor dem Nichtzustandebringen irgendeiner Idee für mein Leben ...
Fakt ist also, diese Zustände sind nicht neu, sondern waren schon seit ca. dem Jahr 2000 Tagesordnung. Was war also passiert? Dito. (oder Dieterloo...) Doch der ist nicht verantwortlich; ich habe es mir so ausgesucht.
Mir fällt nichts weiter ein, als dem Alkohol vollends zu entsagen. Aber das Lebensgefühl und so .... Welches? Das jetzt hier? Aha. Mein Leben langweilt mich.
erschreckende Erkenntnis
So nebenbei fiel mir heute nach einer enorm schlaflosen Nacht etwas ein, was den Gesamtzusammenhang meines Seins in Sachen Puppentheater fiaskal darstellen könnte: Kann es sein, dass ich aufgrund meiner bisherigen Lebensweise insbesondere des sorglosen Umgangs mit Alkohol so sehr daran gewöhnt bin, dass ich bei den kleinsten Ungereimtheiten oder sogar aus purer Gewohnheit vielen Situationen hier garnicht mehr gewachsen sein konnte, da ich ständig mich selbst durch die Sauferei handicapte? Meint also, dass ich garnicht in der Lage war, Situationen objektiv einzuschätzen und problematische Situationen zu lösen, weil die kraft- und oft haltlosen Bewertungen rein emotionaler Art waren? Großer Unmut erwuchs daraus. Lösungsansätze waren nicht in Sicht und diesen Umstand konnte ich auch nicht richtig erklären, nur vage Wünsche, die davon sprachen, dass alles ein bisschen friedlicher, besser und gemeinsamer sein müsste, woraus dann Motivation, Willen und Tatkraft entstehen können.
Eine weitere Folge ist dann natürlich der geringe Selbstwert, da ich mir in solchen Zuständen nichts mehr zutraute. Es gab ja auch nichts Handfestes zu deklarieren, außer unkonkret von irgendwelchen besseren Zuständen zu schwafeln. Das klingt jetzt sehr negativ, ist es auch. Weil ich immer wieder zurückdenke an viele Situationen, in denen ich so dermaßen oft mit einem Hangover versehen war und alle Mühe hatte, ein halbwegs stabiles Bild von mir nach außen aufrecht zu erhalten. Der "Blender" - da ist er wieder.
Das ist fürwahr eine erschreckende Erkenntnis und ganz sicher nicht das erste Mal. Ich muss anfügen, dass meine Idee, ab der Reha mich zu einem klareren Menschen mit Willen und Idee aufzubauen, ganz offensichtlich fehlgeschlagen ist. Ich pendele auf der immer selben Schiene hier aus und habe nicht umsonst ein bisschen Panik, was ich aus mir machen kann, wenn ich weitermache wie bisher.
leichtes Opfer
Das muss bereits eine Form von Psychose sein: Ich verspüre vor allen Dingen, die es anzupacken oder durchzustehen geht, Angst. Noch ist es nicht so, dass ich zittere, aber ich zeige die merkwürdigsten Muster: Beeile mich beim Frühstück, um mich frühzeitig im PT einzuloggen zu können (enormer Schwachsinn angesichts meines Endes hier), ich fürchte mich vor wütenden Intendanten, weil meine Daten nicht ausfindig zu machen waren, mich überkommt nahezu Brechreiz, wenn ich an FB denke. Das alles wird sich sofort umdrehen, sobald man einfach nur freundlich zu mir ist. Aber diese meine Erwartungshaltung hier kann nicht gesund sein. Was gibt es denn zu fürchten? Dass ich das 14-24mm Objektiv nicht behalten darf? Fuck off! Weg damit. Bist doch sowieso nie unterwegs damit. Und mit allem anderen auch nicht. Und wenn hier einer schreit und dich klein machen will, nimm dein Zeug und geh' einfach. Niemand hat das Recht noch irgendeine sinnvolle Aussicht darauf, mich anzugehen.
Aber die Angst ist selbstgemacht. Ich könnte es ausweiten auf eine allgemeine Angst vor dem Leben. Katrin meinte im Spaß, dann sei ich ja ein Blender. Und genau das macht mich etwas verlegen: Denn ich ich war schon immer sehr gut in der Lage, negative Umstände so wegzuschieben, dass man mir nichts anmerkt. Was meine persönliche Beschäftigung mit diesen negativen Umständen ebenfalls gar nicht erst zuließ. Übrig bleiben Blendwerk nach innen wie nach außen. Und irgendwann schnappt das mit Unmut vollgefressene Ungeheuer zu, weil es sic nicht mehr zu wehren weiß. Alle ist möglich: Angststörung, Kreislaufkollaps, Schlaganfall, andere psychosomatische Störungen, Psychose, Suizid (siehe Oli Rießler?).
Jetzt müsste jemand vorbei kommen und mir ein beschützendes Wort sagen. Das wäre was für den Anfang. Meine von Tobias monierte Lernkurve wird es zwar nicht lange aufrecht erhalten, aber den Moment retten. Wollte ich die ACT "Wortmaschine" nicht schon seit Anfang des Jahres angehen? "Dem, wonach man sucht, weicht man gerne aus."
Abgleich
Sicher ist ist nicht sehr hilfreich, sich auf Facebook Beiträge unter der Prämisse anzusehen, was ich im Vergleich zu jenen Beiträgen NICHT hingekommen habe. Das ist auch einigermaßen hanebüchen im Betrachten der realen Verhältnisse. Im Moment jedoch, in welchem ich sehr niedergeschlagen, permanent alkoholisiert und orientierungslos bin, erscheint mir alles, was ich von der Außenwelt wahrnehme, als sehr viel sinnvoller und lebensorientierter. Das ist wahrscheinlich auch sehr leicht
Kostprobe? Okay, ich mache Facebook auf. Jetzt. Und hier der live-Abgleich 08.07.2018 um 01:35 Uhr: [gelöscht!]
Ich wollte beschreiben, wie offensichtlich ALLES, was andere Leute machen, sehr viel mehr Inhalt, Sinn, Abenteuerlust oder überhaupt AKTION trägt, als ich es von mir behaupten kann.
Fehlversuch. Weil: erneut zu betrunken. War seit Dienstag, 03.07. krankgeschrieben und habe durchgängig alles zu ordnen versucht. Für eine ordentliche Übergabe. Weil 9 Jahre für mich nicht einfach so wegdrückbar sind und ich das wenigstens sauber zu Ende bringen will. Derweil habe ich tatsächlich "Rücken" und nichts für mich gemacht (Kieser, Schwimmen, Spazieren, Fahrrad ...) Nichts!
Ach menno, ich halte diesen Beitrag für nicht gelungen. Nur ein Impuls eines runtergekommenen deejays.
Angststörung
Zum wiederholten Male fühle ich mich sehr verloren. Das ist schwer zu beschreiben. Ich versuche, den Grund dafür ausfindig zu machen. Mein guter Wille und meine Anständigkeit zwingen mich dazu, eine saubere Übergabe an Anjelique oder Anjelik Conrad - meine Nachfolgerin - zu machen. Natürlich fällt dabei besonders auf, wie ic mich in meine Struktur eingelebt habe und wie schwer es ist, das alles jemand anderem erklären zu wollen, zu müssen. Derweil versuche ich also die ganzen Festplatten aufzuräumen, zu sortieren, zu ordnen und dabei zu überlegen, was ich für mich behalten will und wie viel ich dem Puppentheater überlasse. Allein diese Überlegung in Sachen Struktur und Herangehensweise machen mich fast verrückt. ich stand heute vor einer schier unlösbaren Aufgabe und wusste mir keinen Rat, ausser einfach anzufangen und eine fette 3GB HD sukzessive mit den relevanten Fotos und Inhalten meiner bisherigen Arbeit im PT zu füllen. Es fühlte sich an wie 100 Tage Arbeit.
Und wenn neue Mails auf dem Puppentheater-Account erscheinen, bekomme ich es mit der Angst. Aber wieso? Wovor? Es kann doch nichts passieren und ich hab doch auch nichts wesentlich falsch gemacht. Oder? Ich fühle mich sehr angreifbar und denke darüber nach, dass ich dachte, mit genügend Wassern gewaschen zu sein, um standhaft bestehen zu können. Dann stelle ich mir in einen Anflug von Wahn vor, wie bspw. nur 2-3 Leute einen theoretischen Plan gegen mich schmieden würden und ich würde zusammenbrechen. Auto geklaut, Miete erhöht, Nachforderungen seitens Puppentheater, merkwürdige Mails und Anrufe ... ich bemerke also, wie sehr dünnhäutig ich bin.
Das alles spielt natürlich mit meiner Situation zusammen, die sich jetzt, nach 9 Jahren, also grundlegend ändert. Zumindest im Job. Das Gewohnheitstier, das keines sein will, sieht sich auf dem Weg der Befreiung und fürchtet sich davor. Nachvollziehbar. Ich habe merkwürdig viel Angst, die wahrscheinlich aus meinem Inneren kommt und sich auf mein schwaches Selbstwertgefühl stützt. Keinerlei Angriff fühle ich mich gewachsen, keine meiner immerwährenden Ideen, die es endlich anzugehen gilt, rücken auch nur in die Nähe des Machbaren. Meine Zähne verbeissen sich ineinander, mein Rücken tut jetzt tatsächlich weh und wird meiner gefakten Krankschreibung gerecht.
Okay, es kommt der August, es kommt das eindeutige Puppen-Aus und es wird etwas Neues kommen. September. Oktober. Etwas, das ich mir keinesfalls überlegt oder auch nur in die Nähe einer Idee geschoben habe. Weil ich es nicht konnte; weil ich zu wenig Mut habe, mir meine Fähigkeiten einzugestehen. und wenn, kann ich daraus trotzdem keine Idee generieren, wo und wie ich mich denn nun am besten aufgehoben fühlen könnte.
Das ist wahrscheinlich alles nichts gegenüber viel prekäreren Aussichten anderer Menschen. Aber das tröstet mich wenig. Wahrscheinlich würde ich auch als Millionär mit zwei Inseln solche Probleme hegen. Ins Verhältnis gesetzt, ist es doch garnicht so aussichtslos, ich muss nur die Puppe ruhig ans Ufer legen, vielleicht das Weitwinkel-Objektiv retten (Tobi meint: vergiss es) und mir zugestehen, dass ich wie Rio Reiser alle sein kann, was ich will. Wenns geht, nur nicht ängstlich, panisch, mutlos oder endlos traurig.
Sonst noch einen Wunsch? Ach Babe ... Fuck off! Das ist einfach nur das Leben.
P.S.: Habe eben eines meiner wunderlichen Selbstgespräche geführt und hätte das Ganze gern mitgeschnitten. Denn es war gut, es war logisch, erkenntnisreich und sinnvoll. Wie ein ferner professioneller Profiler hab ich mir dargelegt, wo meine Ängste herkommen und warum ich in meiner Gefallsucht alles und jeden zu bedienen versuche und dabei kläglich scheitern muss. Und es waren ganze Sätze ohne Vokabularschwächen. Das heisst: ich bin intakt. Ich bin okay. Es gibt keine Deadline in diesem Urlaub. Ich bin frei. Und möchte mich lösen von Menschen, die mir nicht gut tun, mich orientieren auf das, was ich gerne mache / machen möchte (und automatisch in Ansätzen deshalb wahrscheinlich sogar schon relativ gut kann) und alles so einfach wie möglich zu machen. (aber nicht einfacher). Womit wir wieder bei den von Anke damals proklamierten / eingeforderten Handlungsanweisungen sind. Zwanghaft romantisches Dänemark oder Hütte am See ... das wird mir alles nicht gelingen. Wird aus Erfahrung knifflig werden. Aber vielleicht sind solche Aktionen im Zusammenhang mit anderen Menschen der richtige Ansatz. Aber eben Menschen, die mir gut tun. Bei denen ich keine Angst haben muss. Ansonsten bleibe ich mit meinen theoretischen Ansätzen, die aller erklären wollen und dabei im Wein ertrinken, wie immer allein.
krank & krank
Also hab ich jener neuer Anjelique oder Anjelika Conrad aus offensichtlich Russland am Montag versucht, ihr meine Strukturen der PR/ÖA kenntlich zu machen. Da merkt man erstmal, wie man sich ein System angeeignet hat und sich darin auskennt, während es übelst schwer ist, Aussenstehenden das zu erklären.
Ich hatte den Krankenschein von Heide für Dienstag bis jetzt Freitag ja bereits in der Tasche, so dass meine Nachfolgerin sich per Laptop und Telefonaten das System vorzustellen versucht. Vielleicht ist das ja auch ein bisschen unfair von mir. Es nagt natürlich, wenn Kempchen eine Mail schreibt und das Passwort für meinen Rechner und meine Festplatte haben will. Fühlt sich auch sehr nach Angst und solchen Vorstellungen an: Womöglich kommt jetzt sogar einer vorbei und holt die Platte ...
Dabei könnte es doch so sehr egal sein - es sind noch 3 Wochen, dann ist alles vorbei. Aber ich bin kompliziert. Ich überlege, was ich wie und in welcher Struktur übergeben sollte und mache mir das Leben schwer. Schieb doch einfach alles rüber ... Allein die ganzen Zugänge fürs Web, FB, KAS, Google etc. waren miteinander verknüpft und ich muss jetzt sorgsam alle Verbindungen auflösen und neue Passwörter einrichten. Dabei sollte ich bei diesen sommerlichen Temperaturen am See liegen.
Am Dienstag gabs 7 BN Bier und zuhause alle vorhandenen Reste von Sekt und Rosé. Der Mittwoch war entsprechend schlecht und heute, Donnerstag, kommt der übliche Nachruf. Meinem Rücken geht es tatsächlich jetzt ziemlich steif und ich fühle mich insgesamt in dieser beschriebenen Konstellation mal wieder absolut unfähig, überhaupt irgendwas in Sachen Zukunft zu sehen. Das fühlt sich sehr schlecht an und ich schaffe es nichtmal bis an die Gitarre. So als wäre ich dieser Gesellschaft nicht mehr gewachsen und ich sollte schnitzen lernen und mich südamerikanischen Völkern anschließen oder Eremit mit Aussicht auf Selbstmord werden.
final festival
Ich versuche, zu geniessen, was ich kann. Freue mich über solche Aktionen wie mit den Tiger Lillies und über ein paar Stücke, die mir gefallen. Müde bin ich dennoch. Abends ab 11 oder später zuhause (die Lanotte-Fotos gingen bis fast 4 Uhr morgens) - aber trotz und bei allem: Immer wieder fühle ich mich nur irgendwie dabei, aber nicht zuhause. Weil es für mich in solch spätabendlichen Situationen ja auch längst nichts mehr zu tun gibt, während die Technik noch Ein- und Ausbauten bespricht. Oder andere an Tischen sitzen, oder am Laberfeuer oder sonstwie ... ich bin nicht Bestandteil. Wahrscheinlich könnte ich, aber mir fehlt tatsächlich die Verbindung. Zum Haus, zur Kunst, zu Gesprächen.
Angst macht mir dabei nur die Vorstellung, dass nicht das Puppentheater ausschliesslich ursächlich dafür ist, sondern ich eher auf allgemeinem Rückzugskurs und auf kleiner Selbstwertspur bin. "Heute ist nichts" - der gefährliche Spruch. Zu Hause passiert dann auch nichts, jedenfalls nichts Schönes, Sinnvolles oder Zufriedenstellendes. Stattdessen werden Weine geköpft und dem nächsten schlechten Morgen entgegengetrunken, der mich wiederum auf einen Abend freuen lässt, an dem hoffentlich "heute nichts ist".
Ab kommendem Dienstag bin ich krankgeschrieben. Dank Heide. Wegen Abstand, wegen Übergabe meiner Arbeit. Für die Personalratsversammlung muss ich mir Protokollanten suchen. Friederike wahrscheinlich. Um wenigstens zu hören, wie der Intendant die Lage einschätzt (und sich fürs Festival wahrscheinlich bei allen ausser mir bedanken wird). Letztes Jahr war ich auch zu der Zeit offensichtlich krank bzw. nicht anwesend.
Mein Ziel der positiven An- und Aussichten mag sich nicht einstellen. Besonders, wenn mich Leute nach meinen Zukunftsplänen fragen und dass ich mir meinen Schritt ja bestimmt gut überlegt hab. Das nagt schon wieder an mir, statt mich einfach darauf einzulassen, dass irgendwann und mit festem Willen etwas kommen wird, worauf ich mich einlassen möchte. Im Moment fühlt es sich wie eine sich abzeichnende Gosse an, die auf mich wartet. "Nur eins hat sie nicht ... ein Ziel" (H.v.Veen).
Aber wenn schon Gosse, dann richtig. Naja.
Ich fühle mich sehr abgestumpft, leer, ideenlos, menschenmüde und derzeit ohne jede Aussicht auf Besserung eines Lebens, das ich offensichtlich bisher nur "irgendwie" und mit ausreichend Glück durchgebracht habe. Auf die Frage, was ich denn nun zu tun gedenke, habe ich überhaupt keine Antwort. Das macht es komplizierter, denn ohne eine Idee / Formulierung meiner eigenen Wünsche und Vorstellungen lässt sich rein garnichts aufbauen.
kurz vorm letzten Puppenfest
Dieses PT für mich zu beenden, sieht nach einer Herausforderung aus. Sicherlich liegt es auch daran, dass wir kurz vorm Festival stehen und alles etwas chaotisch wirkt. Aber insgesamt fühlt es sich doch merkwürdig an: Ich komme nicht richtig weiter und ein merkwürdiges Gefühl stellt sich ein. Die Taurus-Platten (Backup) hab ich offensichtlich gecrasht, welche Fotos, welche Daten will ich behalten, welche beim PT belassen? Was ist hier überhaupt noch wichtig? Warum stehe ich einer Übergabe an meine Nachfolgerin skeptisch gegenüber und willwerde mich ab der Hälfte der Woche krankmelden? Und warum beschleicht mich wieder und wie immer das Gefühl, wenn Festival und Hofspektakel laufen, dass ich hier zwischen all den Menschen erneut keinen rechten Platz haben werde und bei allem daneben stehe, daraufhin lieber nach Hause gehe und aus schwer erklärbaren Gründen zuviel Wein trinke?
Meine Initiative, mich ab der Reha zu sortieren und den Weg nach vorn anzutreten, ist in Teilen geglückt (Buchmesse, Kontakte), in anderen Teilen verunglückt. Das macht mir weiterhin Sorgen, weil es sich immer wieder so anfühlt, als wäre ich überhaupt keinen Anforderungen eines Berufslebens mehr gewachsen.
Schnell alle Sachen packen, das meiste davon wegwerfen, zu Tobi ziehen und von dort aus keine Welt bereisen, keine Aktionen beginnen, keine Entscheidungen treffen, weiterhin allein wollen und nicht können.
Ich bemerke eine klare Form von Schwarzseherei und leichter Panik. Das mit der Angst des Versagens, meine Labilität und die Darstellung meines Selbstwertes sind sehr problematisch. Und ich kann das gut vergleichen mit mir bekannten Menschen, die sich mit deutlicher, eigener Meinung sehr willensbetont und entscheidungsfreudig geben und dadurch den Eindruck erwecken, nichts an sich rankommen lassen zu müssen. Auch das kann Fassade sein, aber hier wird bereits deutlich, mit welchen Dämonen ich zu kämpfen habe, wenn ich alle denkbaren Möglichkeiten und darüber hinaus in Betracht ziehen möchte, wenn ich versuche, meinen Platz im Kosmos von Mensch & Möglichkeit auf der Balance von Leben & Tod suche.
unnütze Vergleiche
Auf meinen Wegen durchs Leben treffe ich ja immer wieder interessante, merkwürdige, langweilige, schwer einschätzbare, mutige, schöne (...) Menschen. Abhängig von meiner eigenen Sicht auf das Leben und insbesondere mich fallen mir in Zeiten besonders schweren Mutes solche wahrscheinlich unnützen Vergleiche ein, die mich immer ein bisschen unmutiger als notwendig machen wollen. Weil ich sie beneide? Oder in solchen Vergleichen befürchte, "irgendwas" in Sachen Leben nicht auf die Reihe bekommen zu haben?
Nicht nur ein unnützer Vergleich, es ist auch ein unnützer Eintrag.
Mein erster Eintrag vom Anfang des PTs 2009
Ich entsinne mich noch, wie 2009 das kleine Buch zur Hand nahm und darin eine Art Live-Log schrieb, während der Intendant eine Vollversammlung im Aufenthaltsraum zelebrierte. Ich beschrieb darin ein paar Merkwürdigkeiten, wonach ich zumal garnichts von dem Termin wusste und mich außerdem dann wunderte, warum Kempchen die Versammlung gleich wieder auflösen wollte, weil ja eh so wenig von der Hausleitung da wären. Und dass Kempchen aussah und auch ein bisschen so redete und sich benahm wie Loriot in seinen typischen Szenen. Nur dass Kempchen es ernst meinte.
Ich schreibe das hier auf, weil ich (hoffentlich) eben gerade meine letzte Show dieser Art im Puppentheater erlebt und dabei ein bisschen verglichen habe, was sich in den 9 Jahren verändert oder eben nicht verändert hatte. Ach herrjeh ... das, was eben alles passiert ist niederzuschreiben, wäre zu mühselig. Zusammenfassend: es ging glücklicherweise diesmal nicht um mich, sondern um Stephie, die eine ihrer emotional und etwas sich wichtig machenden Mails blöderweise auch noch an alle Mitglieder der Abteilung PR/ÖA sandte, wonach sie sich von Informationen, die für ihre Arbeit wichtig wären, für die letzten Wochen hier ausgeschlossen fühlt. Im Grunde weiß ich ja genau, was sie meint. Aber sie bauscht natürlich auch redegewandt auf und kommt auch nicht auf den eigentlichen Kern dieses Dramas (im wörtlichen Sinne). Nur diesmal gab es sogar hilflose Tränen. Und im weiteren Grunde zelebrierte Kempchen das übliche Gehabe mit systemkonformem Protokoll über einzelne Sätze aus den Mails und alles kam mir mal wiedermal äußerst armselig vor. (Nachtrag: ... und entschuldigt sich tags darauf aufm Flur bei ihr)
Diesem Theater wird die Kommunikation auf Augenhöhe und das Wesen eines freundlichen und echten Miteinanders samt dem daraus entstehenden Vertrauen immer fehlen. Vielleicht geht so etwas in unserer Gesellschaft mittlerweile ja auch nicht mehr. Regiert die Angst? Hat jeder zu hohe Ansprüche oder Meinungen von sich selbst und zu wenig Erfahrung im Kern des Umgangs miteinander? Kempchen beklagt auch, dass niemand auf die Befindlichkeiten der Leiter höre, aber sobald einer dieser Leiter schwach ist, sofort auf ihm herumgetreten würde. Kempchen ist allerdings auch jemand, der wohl nie etwas anderes war als misstrauisch, cholerisch bis hysterisch und in gewisser Weise mit einem Selbstbewusstsein ausgestattet, dass ihm diese Handlungsweisen ermöglicht.
Was immer es sein mag: alles guten Gründe, hier wegzugehen, haben ihre Berechtigung. Oh - und Stephie wurde vom MK vorgeschlagen, dass sie zu einem von ihr bestimmten Zeitpunkt - also auch sofort - und bezahlt(!) hier aufhören kann. Fast hätte ich bittend meine Hand gehoben. Ach, und Stephanie ist jetzt dann doch nicht mehr Kempchens Liebling. Und ansonsten werden alle Kommunikationen betreffs einer Abteilungsleitung auf den Verdacht des Mobbings untersucht. Respekt: Frank Bernhardt fühlt sich also gemobbt. Oder sein Mann erklärt das für ihn. Überall Katzen mit Schwänzen, in die sich zu beißen versuchen.
Ich hätte gern etwas Abschließendes zu dieser eben vergangenen Stunde und damit vielleicht rückblickend auf die letzten 9 Jahre geschrieben. Aber das fällt mir schwer. Was mir aber tatsächlich zu gelingen scheint, ist die mir gestern aufgesetzte Idee: Keine Panik, keine Rechtfertigung, keine Beschwerden. Jedenfalls nicht, wofür es sich nicht lohnte. Jedenfalls nicht, wenn ich nicht angegriffen werde.
Und auch so verspüre ich einen Hauch meines professionellen Abganges hier, der weder lamentiert noch lästert. Das macht mich in den Augen Außenstehender dadurch ja auch nicht besser. Eher im Gegenteil. Aber es steht ein bisschen auf der Kippe. Vielleicht fällt mir ja noch eine Strategie ein, mittels derer ich gekonnt den Bogen spannend eine Kurve kriege.
Bestand Juni 2018 in voller Wortmaschine
Anschliessend an den vorherigen Beitrag hier mein diffuses Bild von mir, nachdem ich genau eben von Tobi wieder und wie üblich am Sonntag Abend heimkehrte und ich mir mal wieder und nicht nur diese Frage stellte, ob ich mich bei ihm nicht besser aufgehoben fühle. Was anderen meiner Gedanken vorher natürlich widerspräche.
Einheilloses Chaos tobt in mir. Das kann sich schwerlich legen, denn ich habe keine Handlungsstrategie oder wenigstens Ansätze dafür. Auslöser ist das Puppentheater morgen. Hintergrund ist alles andere. Vermutlich wird sich in 24 Stunden alles wieder etwas anders oder zumindest leichter darstellen. Es ist die Ungewissheit und die von mir wahrscheinlich selbst projizierte Allgegenmacht der Theaterleitung, die mir irgendwie die letzten 8 Wochen zu Last machen will, damit ich am Ende des Böse bin bzw. war. Das ist womöglich hanebüchenes Zeug, aber bis zur möglichen Entschärfung hier ein paar Begleitumstände meiner Gedanken um den Allgemeinzustand meiner selbst:
seit über zwei Wochen beisse ich an meinen Zähnen herum und die Kiefer schmerzen fast schon
mir fällt mal wieder auf, dass ich immer schon gesoffen habe (Guerickestraße, Bach usw.)
fast die gesamte letzte (Krank-)Woche habe ich gesoffen und mich nächsten Tags wie immer sehr sehr bekloppt gefühlt, weil es all diese hier genannten Zustände entweder verstärkt und/oder mich massivst weniger einer Lösung / Klärung annähern lässt
dabei fällt mir wiedermal ein, dass ich sehr oft in gesellschaftlichen Belangen fast ängstlich bin und lieber wieder nach Hause möchte. Wieso das denn?
"der allein will und nicht kann". Einer meiner besten Zeilen. Mittlerweile gesellt sich die Basis-Frage hinzu: "welcher Wille?"
Ich höre weiterhin nicht so sonderlich gut und empfinde das wie auch das Tragen der Hörgeräte als negativ
was möchte ich denn zu hause? Auf einen großen Urlaub warten? Oder auf ein ingesamt endlich besseres Leben?
ich mache gern meine Eltern für mich verantwortlich, die nicht erkennen konnten, was für ein kompliziertes Kind sie da in die Welt gesetzt haben. Meint:
es gibt immer wieder Mecker an vielen Positionen meines Lebens. Ich mache offensichtlich trotz meines Charmes viele Dinge falsch, sa daß in allen Bewertungen und Beurteilungen im zweiten Teil ein ABER steht.
ich bin bin selbstbewusst genug, da drüber stehen, denn ich habe keinen Weg, auf dem ich mich nicht beirren oder behelligen lasse. Meint:
ich bin immer anfällig für viel Formen der Schuldzuweisungen
ich glaube, ich reagiere sehr oft ungehalten andern gegenüber, weil ich so unzufrieden bin. Aber womit genau in diesem meinem Leben?
sehr oft empfinde ich Momente des Lebens als enorm aufwändig und mich dabei immer weniger in der Lage, das zu meistern; da reicht schon eine Fahrradfahrt bergab, der natürlich ein bergauf folgt. Die Antriebslosigkeit greift hier mehrfach
ich finde ad hoc keinerlei Ziele, auf die ich mich einlassen könnte oder sogar würde. Immer nur ausbrechende Ideen, um endlich aus meinem Mief rauszukommen. Diese Ziele sind dann entsprechend unrealistisch
so komme ich auch mit Tobias oft nicht weiter; kann aber selbst nicht formulieren, was ich denn bräuchte! Abends durch den Wald? Übernachten in der Weihnachtsboofe? Weltreisen? Anregende Gespräche und Weltrettungsversuche oder wenigstens die Ideenfindungen? (ziemlich
mir gehen weiterhin die Wörter aus. Zusammenhängende und schön gebaute Sätze werden schwieriger. Ich zerfalle oft in meiner geistigen Tätigkeit.
vielleicht hangele ich mich nur von einer Motivation zur nächsten; dazwischen tun sich sehr tiefe Abgründe auf und locken mich auf einen oder mehrere Sprünge hinab. Woher aber entsteht Motivation bei mir? Ich vermute stark, dass sie fast immer nur von außen kommt, ich also von ihr abhängig bin. Wenn ich aber nur schwer aufnahmefähig bin, ziehen also auch die Motivationen an mir vorbei und es bildet sich eine Art Strudel, an dessen Ende unweigerlich die ewige Forderung aus dem Reich des (jaaa, is ja gut)
mein Motor ist die Aufrechterhaltung meiner Selbstdarstellung von einem positiven und liebevollen, intelligenten und schöngeistigen Menschen; der Treibstoff geht allerdings zur Neige. Ich fühle mich sehr aufgebraucht
einhergehend dazu habe ich oft das Gefühl, den vielen Dingen um mich herum nicht mehr Herr zu werden (siehe eben: Puppentheater). Was passiert, wenn ich einen Platten habe? Überfallen werde? Meine Eltern sterben? Das Haus brennt? (was und warum sollte ich überhaupt retten?) Insbesondere, wenn ich einen der üblichen Hangover habe, scheint es nahezu aussichtslos, überhaupt irgendwas richtig zu machen
zusammenhängendes Denken mit empfehlenden bzw. selbst erstellten Aussichten wird knapper
ich kann mich wenigen Menschen mit der Tiefe meiner Ängste, Sorgen und Schmerzen anvertrauen, weil ich derlei Zustände entweder als merkwürdigerweise durchaus mich selbst lösbar ansehe oder mich ansonsten für schwach darstellen würde, was ich wahrscheinlich nicht sein will (oder mir so anerzogen wurde)
meine Reflektionen machen mich krank!
ich empfinde mich oft als ziemlich doof, kann oder konnte es bisher aber gut überspielen; (eine Packung Kopierpapier mitgehen zu lassen, empfinde ich als Geniestreich. Die Tausend Euro daneben lasse ich liegen)
mein Selbstwert ist am unteren Viertel angelangt
GET REAL hier seit 2010 (?) hat aus meiner und der Sicht meines momentanen Zustandes nichts gebracht. Ad hoc entsinne ich mich nur des positiven Beitrages "Die Welt ist schön, Milord" in 2011
nochmal: manchmal glaube ich, tatsächlich ein wenig dumm zu sein: Es gibt Situationen, bei denen ich durchaus bemerke, dass ich es anders angehen müsste. Und tendiere trotzdem in eine Richtung, die z.Teil katastrophale Folgen haben muss. Dazu:
ich glaube, ich lüge sehr oft. Oder: ich bin zumindest nicht vollständig ehrlich zu anderen. Was mit derselben Eigenschaft mir gegenüber zusammenhängt
Ich habe so viel Geld. Ich mache mir dennoch Sorgen um das, was in den nächsten Monaten passieren soll. Wirtschaftlich (obwohl ich mir diese dämlichen Denkweise durchaus bewusst bin) wie aber auch inhaltlich gesehen: Wenn ich nicht gleich wieder arbeiten, sondern erstmal wieder das Leben geniessen will ... das was? Leben? Geniessen? Oh, und wie gedenke ich das anzugehen? ergo:
ich habe weiterhin keine Vorstellung von einem aus meiner Sicht erfüllten Leben. Ich weiss aber immerhin, dass es so und hier und jetzt auf diesem Weg nicht weitergehen kann. (darf!)
ich bin seit langer Zeit irgendwie nicht richtig wach. Weil ich vielleicht nicht mehr offen genug für die Dinge um mich herum bin, derenthalben sich wachzubleiben lohnte (die Idee mit der weissen viktorianischen Villa zwischen Meer und Wald und meiner sanatorischen Behandlung ist längst schon wieder aktuell. Brandis würde dennoch, wenn dann aber sofort, reichen. Und schon stellt sich die Anschlussfrage: Nichts draus gezogen ausser ein paar Momenten tieftrauriger Ruhe?)
das alles hier so aufzuschreiben, empfinde ich bereits als Leistung. Die Gedanken an den Synapsen meines hilflos nach Rat suchenden Hirns hätten eigentlich hier noch viele Nebensätze zu füllen, an deren Abschluss ich vermutlich verrückt werden würde. Falls ich es nicht schon bin)
Ich werte zuviel. Aaah, Reflexion. Hier doppelt sich einiges. Aber damit werte ich ja schon wieder.
Ich bin und/oder denke oft sehr kompliziert. Und ehe es dann in mir ausreichend gereift ist, vergeht so viel Zeit. Mit allen Zweifeln, pro&contras. Und am Ende steht dann oft auch nur ein Kompromiss. Das fängt bei meiner ganzen (nicht benutzten) Fotoausrüstung an. Und dann sehe ich Tobi, der am Samstag erneut mit krummem Rücken aufwacht und kurzerhand beschliesst, ein Boxspringbett zu kaufen. Ja klar, 1100 EUR, aber am Abend stand es da und es ist fantastisch
Manche Menschen machen mich müde. Vor anderen fürchte ich mich manchmal ein bisschen. Mein Anstand gebietet mir freundliche Contenance, aber sie macht keinen Sinn.
Ich bin oder fühle mich sehr selten ausgeglichen. Immerhin weiss ich halbwegs, welche Zustände mir gut tun. Das gilt es, herauszustellen
Oft sehe ich , wer, oder besser, was ich gern wär. Oder beneide solche Leute, die ihr Leidenschaft haben und sie beharrlich nachverfolgen (Pady auf See). Auch nur für solche Momentaufnahmen der Vorstellbarkeit so einer Überlegung, reicht mein Mut nicht, überhaupt in dieser Richtung weiterzudenken. Glücklicherweise muss ich das jetzt aber bald machen. Sonst lande ich irgendwo und mache irgendwas. dazu:
oft glaube ich, dass ich es nie zu irgendeiner Profession gebracht habe. Das mache ich nicht an Geld oder vielleicht Status fest; es fällt mir nur immer wieder und besonders gerade jetzt auf, wenn es darum geht, was ich kann und/oder was ich will.
Das muss und wird ersteinmal reichen, auch wenn längst nicht alles gefunden wurde, was mich schwer beschäftigt. Auch geht es mir jetzt bereits besser, nachdem ich das aufgeschrieben habe. Und für die morgige letzte Puppenetappe von 8 Wochen habe ich mir vermerkt: Ruhig bleiben! Keine Panik! Keine Rechtfertigung. Keine persönlichen Statements. Keine Beschwerden. Lösungsorientierung und Klappe zu.
schlaflos
Mein merkwürdiger Zustand setzt sich fort: Ich bin unklar im Fühlen und Denken, alles kommt mir zuviel vor, aber auch meine Entnahme in irgendein Nichts könnte mir keine lindernde Ruhe verschaffen. Es sind - wie so oft - die übermächtigen Synapsen, die keine meiner Situationen einfach beschreiben, bedenken, bewerten und behandeln lassen wollen. Alles springt. Alles springt im Kreis. Die letzte Nacht im neuen BoxSpring wollte mir keinen Schlaf bringen. Aber auch keine konkreteren Gedanken oder Träume. Einfach nur Müdigkeit ohne die Fähigkeit, schlafen zu können.
Jetzt sitze ich ein wenig neben mir und schreibe dunstige Buchstaben inmitten eines übermächtig wirkenden Selbstzweifels, der im womöglich sachlichen Puppentheater morgen durchaus wieder gemildert werden könnte. Aber so geht es nicht. Auf keinen Fall! Alles ist schwammig, machtlos und "irgendwie".
Ich hätte Lust auf eine letzte, zusammenfassende Bestandsaufnahme; eine "Probe" vor dem großen Versuch des 'Abstands zur inneren Wortmaschine', der ganz sicher Arbeit im Sinne von Konzentration auf mich selbst mit vollständigster Ehrlichkeit bedeuten wird. Und muss. Denn dieses mein Leben wird mit Ausnahmen immer so weiter gehen, in immer gleicher oder gefühlt schlechter werdender Mittelmäßigkeit wabern und dabei weiterhin behaupten, die Möglichkeit eines Lebens gelangweilt und ohne Anspruch, Stil und Niveau verschwendet zu haben.
Die Reaktionen bleiben ebenso gleich und spielen sich eine Spirale von Tatenlosigkeit und Alkohol und einer immer negativer werdenden Sicht auf die Dinge. Auf alle Dinge. Wenn dann ein paar weitere, äußere Bedingungen hinzukommen, könnte es reichen.
Die Wortmaschine bzw. die ACT hat die ANGST im Zentrum und will versuchen, sich mit ihr anzufreunden. Das wäre gut, denn ich kann die Angst tatsächlich als zusammenfassendes Element für die Beschreibung meines Zustandes angeben, ohne konkret werden zu können. (weil ich es nicht schaffe, mich konkret damit zu beschäftigen und als besten Beweis hier gleich wieder die Synapsen beschuldigen kann, was ironischer fast nicht zu toppen ist).
also los: die Versuchsbeschreibung und der Beschreibungsversuch: (nee, jetzt nicht)
Krankwoche fatal
Wie ich es geahnt und immer wieder im Geiste unterdrückt habe: Die Woche habe ich durchgesoffen; das späteste Erwachen war Donnerstag irgendwann nach 13 Uhr. Ich habe zwar die Website FWA komplett geschafft (und das war viel!), aber es ist unglaublich: Bis 22 Uhr geht alles gut. Dann kommt ein Bier. Später vielleicht ein zweites. Und dann werden es bis 3:00 Uhr zwei ganze Flaschen Wein, wobei ich den letzten Schlucke zurückkippen muss, weil es nicht mehr ging.
Ich bin sehr verunsichert und habe vor Schreck gestern garnichts getrunken. Erstmals seit sehr langem. Ich glaube, seit der Reha. Nebenbei bekomme ich ja auch Mails aus dem Puppentheater und gestehe mir fast eine Angststörung deswegen ein:
Es fühlt sich an wie ein riesiger Berg von Aufgaben, die teilweise auch kleinlich wirken, aber um der Aufgabe als solche und der Menge dieser Aufgaben Wirkung zeigen. Dass kenne ich aus dem PT: Wer nicht da ist, wird besonders bedacht.
Ich habe wirklich die Panik vor dem Versagen beim bspw. Beantworten einer von vielen Fragen durchsetzten Intendantenmail; oder wie eben beim Durchlesen des Dienstberatungsprotokolles, oder wie eben, wonach die ersten Entwürfe für die Extra-Programmflyer von Bernhardt als billige Programmauszüge abgewertet werden ...
Ganz klar hat meine große Unsicherheit und meine gewisse Unbestimmtheit über die Jahre hinweg etwas in meinen Denk- und Handlungsweisen manifestiert und es fühlt sich schwer an, da wieder heraus zu kommen, um aus mir wieder etwas zu machen, worauf ich also voller Hoffnung und Aussicht bauen und nach vorne sehen und gehen kann.
Aber mir fällt nichts dazu ein. Zwischendrin wird mir sicherlich irgendeine dieser durchreisend guten Stimmungen wieder weismachen wollen, dass es schon werden würde. Aber nur irgendwie. Wenn das so weitergeht, werde ich Angst davor haben, den Müll runterzubringen.
Oh, ist das jetzt post-alk-traumatisch oder tatsächlich ein erklärtes Problem? Oder Beides? Ich zittere fast ein wenig. In dieser Woche habe ich auch den Radweg mit Handtuch, Buch und Badesee nicht auf die Reihe bekommen. Weil ich keine Lust drauf hatte, in der heissen Sonne rumzubrutzeln. Weil ich überhaupt auf nichts Lust habe. Heute Abend spielt Götz in Schönebeck Sax & Harfe. Hatte ich sogar Interesse bekundet. Jörg schreibt mich also eben an, ob und wann wir losfahren- aber ich sage ab. Mir fällt tatsächlich ad hoc nichts ein, worauf ich jetzt richtig Lust hätte. Fehlt noch die Atemdepression ...
Plan A: Alkohol weg und wenigstens den "Abstand zu inneren Wortmaschine" mal versuchen, zu lesen? Wie oft kommen solche Ideen noch? Sie sind bereits viele Jahre alt!
eine Woche scheinkrank
Ich hab's tatsächlich gewagt, bin zu Weimann am Montag und hab mich krankschreiben lassen. Bis Freitag. Das allein sollte nicht unbedingt bemerkenswert sein; etwas anderes ist es: Sobald ich meinen Mailkasten aufmache und die Mails aus dem Puppentheater lese, werde ich nervös und fürchte eine überwältigende Versagensangst. Alles fing an mit einer Mail von Kempchen, worin mir seine Nachfragen zu besprochenen Projekten sehr dringlich und unangenehm fordernd vorkamen. Oder liegt es daran, weil ich eine Woche krankfeiere und ich deswegen Gewissensbisse habe? Das sollte doch aber jetzt nicht mehr sein.
Ich arbeite am neuen Freiwilligenweb, es ist blödsinnig viel, die alten Inhalte ins neue System zu schiessen. Aber gut, dafür gibts ja auch weitere 2.000 EUR. Mein weiteres Problem ist, dass ich nach Katrin am Sonntag mir noch eine Flasche Wein einhalf. Und gestern sogar zwei. Das bereitet mir große Sorgen und ich fühle einen Punkt erreicht, ab dem sich alles sehr schwierig und kaum lösbar anfühlt.
Das wird nur wieder werden, wenn ich mich besinne. Jetzt ist es 0:00 Uhr und ich hab erst ein Glas Wein in der Zerre. Dazu ist es sehr heiss und das Konglomerat aus Allem möchte mir sagen, dass ich hier ganz deutlich und bestimmt handeln muss. So wie es Plan war ab der Reha: Alkohol weg, Kontakte schaffen, umsehen, Kopf frei kriegen. Das mit den Kontakten geht ja schon halbwegs, aber ich komme ja nichtmal los, um zum Jersleber See zu fahren und es mir wenigstens ein bisschen gut gehen zu lassen.
Pass bloß auf, du!
Katrin Gellrich und eine Begebenheit
Wir haben es endlich geschafft, uns zusammenzufinden. Ich war bei Katrin und wir saßen im abendlichen sehr warmen Garten, um über uns zu erzählen. Gleich vorneweg (und es geht hier vornehmlich mehr um mich als um Katrin): ich muss es aufschreiben, um es nicht zu vergessen: Im Vorfeld schrieb sie mir, dass sie mir über eine 'Begebenheit' berichten müsse. Und da ich ja wusste, dass sie mit dem OB Trümper und Puhle und Konsorten unterwegs im niederländischen Leeuwarden war, meinte ich vorher zu Tobi im Spaß, dass es bestimmt um mich in Bezug auf Puppentheater oder MDR Vorleser gehen könnte, was ich zwar für möglich, aber weniger wahrscheinlich hielt.
Aber genau so war es dann wohl doch. [Gedächtnisprotokoll]: Eine hochkarätig (im Magdeburger Sinne) besetzte Reisegesellschaft, bestehend aus dem Büro 2025, Trümper, Puhle, Nitzsche, Platz, Stieger-MMKT und weiteren Leuten verbrachte dort drei Tage. Auf dem Rückweg gab es kurz vor Magdeburg unfallbedingt einen längeren Stau (bei dem ein Motorradfahrer ums Leben kam; 26.05.18); der Reisebus hielt an und zufällig befand sich dort nebenan eine kleine Straße und die Leute (OB++) riefen kurzerhand ihre Fahrer zu dieser Stelle, damit sie schneller nach Hause kämen.
Und so also saß Katrin in einem Auto mit Trümper und Puhle und es kam zu einem kleinen Gespräch zwischen ihr und Puhle, worin es natürlich ums Puppentheater ging. Und: um mich! Und Puhle sagte, dass er davon weiß, dass Kempchen mir gekündigt bzw. die Nichtverlängerung ausgesprochen habe. Upps? Katrin entgegnete dann zwar sehr leise, aber in ihr Auffassung für Trümper wie auch Puhle deutlich vernehmbar: "Das stimmt nicht".
Der bis dahin schweigsame Trümper meldete sich dann zu Wort und meinte, dass er große Stücke auf mich halte und ich sehr gute Arbeit für das Puppentheater geleistet habe.
Wao! Ich glaube, ich sollte in meiner noch aktiven Puppenzeit dafür sorgen, dass es für den OB und andere wichtige Stellen in der Stadt klar wird, wie die Dinge wirklich verlaufen sind. Kerstin Kinszorra, Cornelia Muhl-Hünicke und sehr vielen anderen Leuten habe ich ja schon erzählt, wie und warum es um mich im Puppenhaus steht. Aber ich empfinde es als noch wichtiger, dass Kempchens verdrehte Aussagen für seinen Selbstschutz und seine Politik hier korrigiert und deutlich gemacht werden. Damit klar wird, wer hier wie manipuliert.
Und für den bösartigsten Fall der Schlacht blieben mir immer noch Alena und ihre Gedächtnisprotokolle und die Show von Kempchen, in welcher er alle Inhalte aller persönlichen Gespräche in großer Runde preisgab. (Aaaah, ich bin voll auf Rache!)
Tut mir leid, dass ich hier nicht mehr über Katrin schreiben kann, aber in diesem Thema bin ich schon sehr auf mich fixiert. Damit ich am Ende den reinen Tisch haben kann. (so. Das reicht erstmal. Zuviel Sekt!)