Wenn ich auf eine Person wie FB negativ eingestellt bin, ist so gut wie jede Aktion von ihm (eine Mail), auch wenn ich die Inhalte+Absichten noch nicht kenne, negativ und ich lehne es und ihn innerlich ab. Stellt sich dann heraus, dass diese Aktion nicht aggressiv / negativ behaftet war, stellt sich schnell eine Erleichterung mitsamt leichtem Schuldgefühl bei mir ein. Ein Chaos auf dem Versuchsweg des schwerlichen Friedens zum Ende.
Wenn ich, wie so oft, selbst nicht überzeugt sein kann von Dingen, die ich nicht versucht habe, ist jeder Blick in meine Umgebung ein neidvoller: denn alle anderen haben offensichtlich einen "normalen" Weg eingeschlagen. (Jabo und seine Familie und seine Wohnungen in Stadtfeld, die er vermietet). Dann also ist es meist immer egal, WAS diese Leute tun oder haben, es ist fast immer alles besser als das, was ich "vorzuweisen" habe. Meine große Dämlichkeit in solchen schwachen Momenten macht mir zu schaffen.
Diese beiden Anführungen hier zeugen sehr hübsch von meiner insgesamt sehr ungemütlichen Situation. Habe heute etwas von Gesprächstherapie gelesen. Aber ich hab ja noch nichtmal mit meinem Abstand zur inneren Wortmaschine angefangen. Warum dauert das so lange? Warum fällt mir jede Anfrage / Anforderung zur Last? Warum kann ich nicht 3 Tage durchschlafen, aufwachen und schwimmen gehen?
aus dem Taumel gerettet
... und dann kam der Hoflieferant mit JESKOM und ich immer noch müde. Und sogar ob Jörgs verspielter und Leute begrüßender Art etwas genervt. Ein guter Indikator für mich: denn Jörg hat und lässt sich geruhsam Zeit für die vielen kleinen Dinge im Leben, die ich lieber jetzt und gleich fertig haben möchte. (Soundcheck in diesem Fall). Nunja, Jörg ist ja auch ein verspielter Typ. Aber schreibe ich's mal so: Das wurde noch ein guter Abend mit sehr interessiertem Publikum. Mit Sandy. Und den beiden Theaterpädagoginnen und der Festival-Miriam. Und 180 EUR hat's noch für jeden eingebracht. Nun bin ich auch nicht mehr müde. Aber noch immer sitzen meine Kiefer zu fest aufeinander. Es herrscht eine beständige Unruhe und gehetzte Unzufriedenheit, die ich auch Sandy in der Kürze der Zeit auf ihre Frage meines Allgemeinbefindens außerhalb des PT nicht nicht erklären mochte. Dazu bedarf es mehr Zeit.
Eines noch: in der Runde der PR/ÖA Verantwortlichen der Stadt heute im Museum hab ich mich trotz Müdigkeit erstaunlich wohl gefühlt. Das hörte ich an meiner Freundlichkeit und meinen wohl aufgenommen Worten. Das war eine ganz andere Kommunikation als ich sie aus den Sitzungen im Puppentheater kenne.
Okay, der Abend hat sich ruhig ans Ufer gelegt, morgen ist Puppenausflug und anschliessend Pfingsten. Eine Woche später werde ich ein bisschen krank sein und mir hoffentlich ein paar gute Tage machen, die mich aufmuntern. Dazu brauche ich Menschen, die mir gut tun. Und mich, der sich besinnt und nicht sinnlos abschiesst.
im Taumel
Heute befinde ich mich mal wieder im Wachkoma. Dieses Mal ohne alkoholische Eskapaden des Vorabends. Beim Lesen mehrfach weggedriftet und am Morgen Träume voller Aussichtslosigkeit ob anstehender zu lösender Probleme. (es ging um irgendwelche PDF Dateien und dem totalen Chaos im Versuch, die zu ordnen). und genau so geht es mir bis jetzt. Ich taumele in Gedanken und Gefühlszuständen, fühle mich entrückt und sehr müde.
Wahrscheinlich ein Querschnitt aus meinem Hier & Jetzt. Und immer auch der Gedanke an Oli, wie er offensichtlich durchgedreht sein musste in 2016, woraufhin er sich das Leben nahm. Meine blitzartigen Denkversuche, mich aufzurappeln, hinzustellen, richtig nachzudenken und entsprechend etwas für mich zu tun, schwinden schnell unter der Last einer sich merkwürdig anfühlenden Hilflosigkeit. Die Langfristigkeit war schon immer mein Problem, nun verweigert sich die Mittelfrist und ich hoffe derweil, die nächsten Stunden halbwegs klarzukommen. Heute Abend gibts jeskom beim Hoflieferanten, da gesellt sich gleich ein bisschen Furcht hinzu.
Ich werde mich wohl von den Gedanken lösen müssen, alles aus selbstsicherer Sicht auf die Beine stellen zu können. Aus dem Anbieter der lebensbejahenden Strategien für andere (Studium) werde ich zu einem, der diese Strategien von anderen benötigt. Alkohol. Laufschule. Krafttraining. Psychologische Ermutigung.
Ich hätte gern eine Aussichtsbrille.
trunkener Mittwoch
Bevor es zu entschuldigenden Erklärungsversuchen kommt: Den ersten großen Wodka habe ich auch ohne die Nachricht vom Tode Olis durchaus generös angenommen. Glaube gerade im Puppentheater angekommen zu sein. Bier, Wodka und Rosé bis insgesamt halb 2. Und genau so sehe ich aus. Und genau im passenden Moment kommen die ersten Verhältnisgleichungen zur Story about Oli und dem direkten Vergleich zu mir. Ich hätte ebenfalls nicht übel Lust, mich nackt auf Balkone oder ganze Straßen zu stellen, gegen Busse zu kämpfen oder ohne Argumente gegen das System zu rebellieren ... mit anderen Worten: durchzudrehen wider besseren Wissens. Gewissermaßen ein gefundenes Fressen für mich.
Nundenn, es fühlt sich knapp an und nützt nichts, mich auf die noch relativ frische Reha verweisen zu wollen. Die nämlich war nur ein kalter Entzug und eine Chance für meine weggesperrte Wahrheit, die mir in dieser Zeit tränenprovozierend mitteilen wollte, dass es jetzt sehr dringend wird, etwas in meiner Welt klar zu stellen oder es wenigstens sein zu lassen.
Oliver Rießler
Heute (15.05.2018 im Bluenote) kam jemand auf mich zu, den ich ziemlich schnell als Camillo Rießler erkannte. Fast schon herzliches Umarmen. Nach all der Zeit ... Er fragte, ob er mich sprechen könne, es wäre wichtig. Mein erster Gedanke ging sofort an Oli und dass etwas passiert sein musste. Hier mein gleich nach dieser Unterhaltung aufgeschriebenes Gedächtnisprotokoll:
Seine erste Frage war, ob ich erst das Gute oder das Schlechte hören möchte. Ich entschied mich aus Gewohnheit für zuerst das Gute und wurde überrannt mit der Frage, ob ich noch arbeite. Hä? Also auch musikalisch arbeite? Und wenn ja, wäre er ein Hammer-Produzent für Foto und Video und könnte echt viel für mich machen. Upps. Ich erinnerte mich sofort an die "alten Zeiten" und wurde misstrauisch. Danach kam die Todesnachricht.
Oli Rießler hat sich am 30.12.2016 in seiner Wohnung erhängt. Seine Frau folgte ihm mit einem Sprung vom Balkon wenige Wochen später. Sie hinterlassen eine gemeinsame 14-jährige Tochter und einen ca. 26 Jahre alten Sohn von ihr, der (ebenfalls) psychisch krank gewesen sein soll. Oli soll laut Camillo 1,5 Jahre vorher in seinem Job in der IT-Branche ein Burnout gehabt, aber nicht ernst genommen haben und hat einfach weitergemacht. Er wurde dann psychotisch, rannte nachts durch die Straßen, 'machte sich zuhause nackig, rannte auf den Balkon, wieder zurück, zog sich an, zog sich aus' ... Er soll sich dann in eine geschlossene Anstalt begeben haben, später dann in die offene Psychiatrie und begann anschließend eine Wiedereingliederung in seinen Job. Als sein Chef ihm gesagt haben soll, er solle wieder Vollzeit arbeiten, läutete Oli quasi sein Ende ein....
Offensichtlich hatten Camillo und seine neue Frau (Ulrike?) in den letzten Jahren nicht viel Einsicht in das Leben von Oli, obwohl sie fast zusammen wohnten (Ebendorfer- / Albert-Vater-Straße über dem Penny Markt). Camillo erklärt seine Eltern als ebenfalls depressiv.
Camillo erklärt seine Liebe zu seiner neuen Frau so, dass sie sich kennenlernten und Hals über Kopf 10 Tage später (?) heirateten.
Camillo sei auch depressiv gewesen, ist aber seit gestern (!), als er aufwachte, geheilt. Er nimmt auch keine 80 ml, sondern nur noch 10 ml von irgendeiner Substanz, an die er sich erst erinnern musste.
Oh, das alles ist sehr diffus, wirkt sogar ein bisschen unheimlich und fast bedrohlich und erinnert mich außerdem an alte Zeiten mit unseren gemeinsamen manchmal ziemlich hanebüchenen, aber immerhin ambitionierten Aktionen und Ansichten. (Ojé, Big Basti ... )
Das war damals meine Umgebung, meine Welt. So waren wir. Oli und ich tranken in seinem Zimmer in der Hans-Grundig-Straße so oft den unedlen Apfelwein und versuchten uns die Welt zu erklären; wir durften damals sogar rauchen; ich war mit Oli viel unterwegs. In Hannover beim Friseur Kling mit Wao-Frisur und dem Wessi-Gehabe im Pferdestall am Abend; unserer Rückfahrt mit dem Zug, in welchem uns Engländer fragten, wann genau das Konzert "Pink Floyd" mit "the wall" heute Abend in Berlin beginnen würde und ich noch im Zug die Leute befragte und dann die Antwort "so ungefähr midnight" überbrachte. Mann, waren wir unwissend und doof. Und da gibt es noch so viel mehr Erinnerungen an Ojé, an die Spottniks, an Grünrot, an Kerstin ... (davon steht vieles geschrieben im Almanach von Ojè).
Und mir fällt dabei ein, dass ich damals (16 Jahre alt) Klamotten (Ballon-Hosen und eine weite Jacke) meiner Mom getragen habe: es muss schlimm ausgesehen haben, wie ich mein Outing einzuleiten versuchte. Und dann haben wir den Versuch gestartet, ins Fernsehen - die "Talentebude" zu kommen. Und es hat geklappt und wir waren die Größten. Das war wirklich groß. 1988. Obwohl mich nach der Sendung niemand auf der Straße erkannte. Naja.
Und auf meinem Holztisch im Wohnzimmer, den ich damals (2012?) bei den JeskomClubStories im Oli (!) zur Bemalung freigab und bei welcher Oli und sogar Kati anwesend waren, sehe ich eben gerade noch jenen grünen Schriftzug von ihm, den ich damals eher ein bisschen mau fand: "Hello Jesko alter Sack. Auf alte Zeiten. Oli."
Ich kann es natürlich nicht genau wissen, was und wie es da bei Oli tatsächlich abgelaufen ist, aber manchmal und derzeit habe ich das Gefühl, dass solche Umstände bei mir durchaus auch möglich wären.
Nörgeln, Schimpfen, Exodus
Ein gruseliger Bestandteil meiner Ausflüge in die Erinnerungen besteht in der Erkenntnis, dass ich sehr oft höchst unzufrieden war, viel geschimpft und mich aufgeregt habe über Dinge, die so quälend nichtig sind. Die zu lauten Werbedurchsagen im Supermarkt, die zu langsam fahrenden und mich damit in meinem Leben einschränkenden Autofahrer. Sogar denen gegenüber, die meckerten, brachte ich nur Gegenschimpfe auf. Jetzt muss ich überlegen, ob das Zustände in den Tagen meiner Hangovers oder an der normalen Tagesordnung waren. Meine Hangover waren ja aber auch normal. Das alles zeugt von großer Unzufriedenheit. Und es wird zu einem Teil meiner Angst, wenn ich mir Glauben machen will, dass nach meinem Ende im Puppentheater das alles viel besser werden würde. Dieser Grund allein dürfte keinesfalls reichen, mir auf ein Niveau der Lebensfreude zu verhelfen. Und es macht einen dicken Teil mancher meiner Verhaltensweisen im Puppentheater aus, denn ich glaube, das einige davon den anderen eher unverständlich vorgekommen sein müssen. Und negative Zustände lassen sich leicht verstärken. Da reicht ein schiefes Wort. (Allerdings war ich merkwürdigerweise auch schnell wieder motivierbar. Ja wie denn nun?)
Leider bin ich auch zu vergesslich. Es gibt zu wenig Klarheit (oder permanenttemporär in meinen Fähigkeiten dafür) in meinen Erinnerungen. Wohl aufgrund der besonders guten Übung in Sachen Verdrängung, die ich dabei hatte und habe. Mir fällt der Nachhauseweg von der Reha ein: Da war ich doch wohl erlöst und erholt (und sehr nüchtern) - und kaum auf der Autobahn war ich bereits der selbe Meckerkopp wie vorher und schimpfte auf die Leute.
Mein Problem der Versagensangst, meiner Angst vor Mittelmäßigkeit und der weniger werdenden Ideen mitsamt irgendeinen Mutes und dem einhergehenden kleinen Selbstwertgefühl lassen mich lieber Abstand nehmen vom Leben da draussen. Bluenote geht gut. Für einzwei Stunden. Das ist sicheres Terrain und übersichtlich und ich fühle mich nicht so sehr in der Pflicht, mich behaupten zu müssen. Krankes Dilemma. Und ein Teufelskreis: Denn diese Angst lässt mich mich weiter zurückziehen um daraufhin noch mehr Skepsis dem Draußen und mir darin zu entwickeln. Irgendwann bleib ich dann zuhause. Oder wo der Pfeffer wächst. Das wäre allerdings und wenigstens einen Versuch wert, denn wie ich gerade lese, wäre das in Madagaskar und in Indien, Indonesien und Malaysia.
Na dann los. Mal gucken, ob ich dort auch so ein Nörgelheini bin.
Der Montag danach
"Was zu erwarten war". Der Sonntag schleppte sich mit mir und meinem Hangover müde durch die tatenlos verbrachte Zeit. Die Nacht zum Montag ließ mich schwer nur schlafen und mein Montag selbst war anstrengend, warm und unausgeruht. Es fühlt sich wie immer sehr leer an und erste Psychosen machen sich breit, wonach ich im Puppentheater ganz sachte aber bestimmt den Löffel abgebe und dennoch so viel dabei zu tun habe. FB freut sich auch, dass er viele schöne Ausrufezeichen in seine Mails an mich tippen kann. Ich bin immer weniger Bestandteil des Theaters. Fühlte sich wie so oft schon an und macht traurig. Und vor allem Angst, ob ich jemals von diesem Karma loskommen oder anderswo immer dieselben Probleme haben werde.
Gesoffen habe ich immer schon und die Folgen waren immer schon dieselben. Das macht nicht sonderlich mutig in Richtung Zukunft. Die erste und sogar absolut unumgängliche Lösung kenne ich: Ich sollte überhaupt nichts mehr trinken. Bereits in diesem Satz liegt die labile Einsicht mit noch labilerer Konsequenz. Ich könnte mich fragen, wie es überhaupt (schon damals) dazu kam. Weil es ging? Weil ich das mit Bach wunderbar manifestieren konnte? Liesse sich leicht in anderer Leute Verantwortung schieben, aber es stimmt natürlich nicht. Ich bin für mich selbst verantwortlich, aber offensichtlich so wankelmütig, voller Selbstmitleid und Angst, dass jedes Unterfangen nach wenig Aussicht stinkt.
ESC II
Es ist zum Mäusemelken. Habe gerade und erneut festgestellt, dass mein Selbstbewusstsein im tiefsten Keller steckt. Angst. Wovor? Wahrscheinlich, weil ich gerade das Buch ACT "Im Abstand zur inneren Wortmaschine" kurz zur Hand nahm und im Einlegeblatt darüber las, dass es um Angst geht. Und sofort stellte sich ein Gefühl darüber ein. Es gibt meine Angst. Sie ist da. Und äussert sich auf verschiedenste Weise. Unter mir sitzt Volker auf dem Balkon und ich höre sie ein bisschen reden, vielleicht feiern. Ein kurzer Gedanke, sich ihnen anzuschliessen, verwerfe ich sofort. Naja, das ist alles ziemlich dünn gesät auf dem Feld der Erklärungsversuche.
Ich fühle mein Leben also weiterhin an mir vorbeiziehen. Wie besungen "Oh mein Herz, es ist hier so leer. Ich sehe den Sturm, doch ich höre nichts mehr ... und dein Leben zieht entspannt an die vorbei. Das leere Glas und alles das ... " WIND hat es schon sehr auf den Punkt gebracht. Ich sollte mir die Texte nochmals wie neu anhören, denn darin steckt enorm viel meiner Probleme. Auch die Angst. In der Legende vom Ende heisst es auch: "Hier kommt die Angst und die lässt dich allein mit dir."
Und allein fühle ich mich tatsächlich. Die Folgen fühlen sich fatal an: Angst vor vielen Situationen. Angst, darin nicht bestehen zu können, trotz meines offensichtlichen Charmes. Die Worte in Konversationen gehen mir aus, genau wie das Wissen und meine manchmal ins Bodenlose zu sinken scheinende Intelligenz - ich würde einen gut klingenden, aber nicht besonders gebildeten Moderator abgeben. Die Kosmetik, das CSS, die Stimme allein wird da nicht reichen. Immerhin weiss ich, dass es meiner Motivation bedarf. Dann wird es besser.
Okay. Wie also die Angst besiegen und Motivation wofür erreichen? Ich kann mich hier kaputt schreiben und bringe es ja doch nicht auf den tiefen Punkt, in welchem sich all das versammelt, was mich erfolgreich am guten Leben hindert.
Dreiviertel Elf. Im TV läuft weiterhin der ESC. Escape. Und wenn es dunkel wird, greifen sie zum Glas.
ESC
European Song Contest. Saturday Night fever? Da sitze ich in einem halbwegs aufgeräumten Wohnzimmer und habe keine Ambitionen auf Nichts. Was nicht schlimm sein muss. Fühlt sich aber so an. Gestern ging's nach'm Weinladen im BN und zuhause beim Rosè noch so alkoholisch zu, dass mein Tag heute entsprechend verlief. Ich komme auf keine schöne Idee und bin sehr platt. ESC steht eher für Escape. Quit. Renew. Aber was? Wie? Mit wem? Allein geht es doch nunmal erwiesenermaßen nicht.
Ich denke an die Leute um Gérard, die jetzt wahrscheinlich in der Männerbude den ESC zelebrieren, ich höre Fado-Gesang und wünsche mich an Orte, an denen sowas in echt zu erleben ist. Denke dabei auch an Jamaica. Oder an die FCM-Party, die jetzt im Moment am Stadion die Heimkehrer / Ligameister und Aufsteiger frenetisch feiern wird. Und fühle mich mal wieder sehr erlebnisarm. Das Leben plätschert so dahin, ohne richtig Freude zu machen.
Ich wünsche mir für sofort noch so eine Reha über 3-4 Wochen, in denen ich vom Alkohol weg- und zu besseren Gedanken (und vor allem Bewegung) komme. Seit 2-3 Wochen scheint mich ein bechterew'scher Schub heimzusuchen und ich fühle mich sehr gehandicapt.
Für heute hoffe ich, dass ich es nicht wieder übertreibe und für morgen wenigstens eine Idee habe. Sonst bleibe ich einfach im Bett.
Gesellschaftsfähig
Eine der letzten Premieren im PT: Schimmelreiter. Regie Leo. Dementsprechend viele Leute seiner Welt im Haus. Und die Intendantenrede mitsamt seiner berechnenden und zielgerichteten Worte. Insbesondere für die großartige Stephanie. Kempchen ist ein emphatisches Desaster. Beziehungsweise auch meine Auffassung und Interpretation solcher Situationen. Ich weiss, ich könnte, aber ich mag und trau mich nicht, mich ins Gemenge zu stürzen. Mein Selbstvertrauen reicht nicht. Ich bin gefühlt Rad am Wagen. Einer, den man nicht erwähnt, den man nicht wahrnimmt, ihm aber freundlich gesonnen ist. Selbst meine Hörgeräte verbessern nicht meine Aufmerksamkeit und mein Interesse.
Das wird eines meiner größten Probleme bleiben und werden: Die merkwürdige Furcht in einem Haufen, in welchem ich mich nicht aufgehoben fühle. Und jetzt brauchen wir die Gründe dafür. Denn dieses Symptom ist größer als ich dachte. Betrifft auch meine ganzen Unternehmungen im Bus in die Welt, auf Festivals für Fotos und die vielen anderen Versuche, die meinem Grundverlangen entspringen, die ich für mich allein aber nur sehr schwer umsetzen kann.
Alte Zeugnisse und Beurteilungen gefunden. Verglichen mit dem, was (vielleicht ja auch nur die falschen) Leute heute über mich sagen. Selbstwert abgeglichen. Gesellschaftsfähigkeit einbezogen. Schneller Schreck. Fluchtgedanken. Wie? Wohin? Zu wem?
Dem Abstand zur Wortmaschine muss ich mich sehr bald stellen. Nur Mut!
Chaos, Tod und Andersrum
Tobis Oma ist gestern Abend, am 25.04.2018 um 21:45 Uhr verstorben. Er war darauf eingestellt und gefasst. Ich bin beinahe trauriger als er. Jetzt gerade bin ich es wieder. Und ich bin sehr froh, dass seine Familie gestern noch den ganzen Nachmittag und Abend bei ihr war.
Gestern Abend habe ich mit Suse bei einem Vietnamesen (Coba) sehr gut gegessen und mich ebenso gut unterhalten. So etwas möchte ich viel mehr machen ... irgendwie legte sich dadurch mein ganzer Wust an Gefühlen und dem Chaos für einen Moment auf die ruhigere Seite. Im Puppenhaus geht es so sehr rauf und runter oder zumindest empfinde ich das so. Jetzt geht es gerade darum, ob ich am 5.5. für Fotos Schimmelreiter hier sein muss, statt bei Mandy aufm Hof zu spielen. Derweil "benutze" ich Tobis Oma und das halberfundene Thema Beerdigung für den 5.5., um an den Empfindsamkeiten von MK und FB zu kratzen, damit ich mich hier freikriege. Was für ein Müll. Und das Chaos schlägt Wellen, die offensichtlich mit meiner eigenen Versagensangst zu tun haben. Zwischendrin klärt sich das mit der Mieterhöhung einigend für beide Seiten und ich freue mich wieder. Dann sind die Tickets im PT fast alle (Aufschrei!) und ich werde wieder verrückt. Dann ist das FestWeb fertig und ich bin beruhigt. Woraufhin die Thematik 5.5. wieder zuschlägt.
Bin ich so aufgebraucht und dünnhäutig? Habe ich solche Versagens- oder andere Angst, dass es mich sofort von einem Gefühl in das nächste wirft? UND: Der Tod ist eben gerade wieder vorbei gekommen und hat gewunken. Mehr muss ich hierzu doch nicht schreiben oder? Los, heul' weiter!
Wertverlust & Lampenfieber
Okay, ich bin etwas müde und dunstig. Konnte bei Tobi nicht so gut schlafen. Und hier im PT fühlt es sich auch gerade sehr merkwürdig an, weil ich mich so unklar fühle. Einen kleinen Fehler wegen einer SWM Anzeige mit dem Motiv der Lanotte Ilotopie gemacht, korrigiert. Aber das ist es noch nicht: ein FB schafft es mit außergewöhnlichen Schmäh-Mails mir die einzureden, dass ich es einfach nicht gut kann. Solch merkwürdige Gefühle hatte ich schon öfters, als ich bspw. die CLP-Termine falsch eingeschätzt hatte und sich in mir so ein unglaubliches Sirren & Irren breitmachte. Fühlt sich an wie beim Lampenfieber - eine aufwühlende Stimmung, gepaart mit einer Versagensangst. In diesem Fall gegenüber Allens.
Hier kommt also alles zusammen: Meine vermeintliche Fehlerquote und der schleichend beginnende Abgesang im Puppenhaus, die Abneigung gegenüber FB und seiner dreckigen Art und Weise; dazu die ungewisse Mieterhöhung und das Einschalten eines Anwaltes (das sind Dinge der Veränderung, denen ich nicht entspannt gegenüber stehe.) Und dazu natürlich die große Frage nach der Zukunft. In solchen Momenten passt das alles sehr zusammen und ich beziehe natürlich all das mit ein. Da kann ich nichts mehr trennen und übrig bleibt ein dumpfes Gefühl von Wertverlust, von Ohnmacht, von Aufgeben und Seinlassen. Doch selbst wenn ich mich jetzt sofort von diesem Universum zurückziehen würde, bliebe ja diese Stimmung.
Immerhin weiß ich aus Erfahrung, dass sich das wieder ändern wird, aber ich musste hier unbedingt dieses Gefühl beschreiben, in welchem ich eine große Angst pflege und die einzig vorstellbare Lösung in so etwas wie einer tiefen, langen Narkose oder einer sonstigen Entnahme aus dieser meiner Welt bestünde. Ganz und gar kein gutes Gefühl. Das Dümmste wäre ein Sprung vom Balkon, aber gefühlt nachvollziehbar ist er.
Interpretation anderen Seins
Ich sehe ein Haus oder eine Wohnung von aussen und denke, "hier liesse sich schön wohnen"; ich sehe einen ollen Mercedes-Bus und schwärme in Gedanken, wie schön es sein muss, damit durch die Welt zu ziehen; ebenso lese ich Kommentare auf FB und denke: "Mensch, die machen was aus ihrem Leben, das will ich auch so". Allesamt also nur hineininterpretierte Vorstellungen. Das liesse sich noch weiter vereinfachen, so dass jede x-beliebige Situation in mir ein Interpretation hervorruft, die im Grunde meine vagen Wunschvorstellungen darstellt.
"get real" ist das leider nicht. Interessanter wäre es, herauszufinden, welche zum Teil verborgenen Wünsche dahinter stecken. Das gemeinschaftliche Patchwork-Haus - warum suche ich es mir nicht? Die Reisen mit meinem Bus habe ich immerhin mehrfach versucht- siehe Dänemark und insbesondere meine arge lost-situation in KBH damals, in der ich nahezu hilflos auf dem Parkplatz stand und mich aufgrund des Weines vom Vorabend auf dem Campingplatz und wohl der Situation so allein unterwegs beinahe nicht gewachsen fühlte. Erfahrung. Keine gute. Meine Interpretation der mich umgebenden Situationen sind wahrscheinlich oft haarsträubend, irreal und entspringen reinem Wunschdenken.
Nunja, dann kommen Fotorucksack und möglichst geiles Equipment dazu, um ... na? Schöne Fotos zu machen? War ich einmal draussen unterwegs, an lost places oder egal wo, um mich auszuprobieren? Minimale, sehr wenige und hilflose Versuche. Bisschen M'era Luna (das war noch gut) und bisschen Dänemark. Ansonsten keine Ambitionen. Stattdessen sitze ich auf der Couch und lese Magazine mit immer selbem Inhalt für "bessere Fotos". Wieder Wunschdenken, etwas gut können zu wollen. Tja.
Das ist auch Teil meiner Angst für September ++, wenn ich besehe, wie wenig Überzeugung ich für auch nur irgendwas entwickele. Keine Richtung. Keine Idee. Ich werde irgendwo einen gut bezahlten Halbtagsjob suchen und den Rest mit eigenen Projekten versuchen. Bis dahin werde ich immer betrunkener und damit unfähiger werden. So zumindest meine negative Seite der Vorstellung. Das wiederum könnte mich zum Bukowski machen. Nur ohne seine Sichtweise auf die Welt, von der ich merkwürdigerweise immer noch viel halte und wohl ebensoviel erwarte. Sei freundlich zu Leben und Welt und beide werden dir zurückgeben. Echt? Na mal sehen.
Nachtaktive Abrechnung
Es ist wie so oft: meine Gedanken lassen mich nicht los und im Laufe des Abends mitsamt der ganzen Getränke, die ich wie immer nicht sein lassen kann, bewegen sich in mir Gedanken über meinen Status Quo, die plötzlich ungeahnt kreativ und deutlich werden. Und ich räume dabei auf mit meinen wirtschaftlichen Verhältnissen. Und: Ich stelle dabei Erstaunliches und Beruhigendes fest. Die Nachfolgen dieser alkoholischen Eskapade sind für mich und morgen absehbar. Ich stelle fest: 0.5 Bier. Schnapsglas Rum. (naja). 0.3 Bier. 0.3 Bier. (Olsenbande im TV zu Ende, jetzt beginnt das nachtaktive Nachdenken:) Glas Rotwein. Glas Rotwein. (Rotwein alle). Glas Sekt. Glas Sekt. (wegen leichter Euphorie und damit typisch für mich).
Immerhin gibts ein Ergebnis. Pass auf, hier kommt es. Ich rechnete mir aus, wie mein Konstrukt ab September aussehen könnte:
1.250,- ALG (ab September 2018 für max. ein Jahr)
600,- Miete (in Annahme des worst case, sonst 575,- Einigungswert)
70,- SWM / DSL
30,- Parkplatz
50,- Versicherungen (Rente, Haft, Haus. Foto [Foto könnte durchaus einen Diebstahl / Einbruch mit D700 und 24-70 und 70-200 versuchen])
>>> gesamt -750 EUR
bleiben also 500,- zum Leben. Das heisst, wenn ich mit 500,- pro Monat für mein living as usual auskomme, bleibt mein Status Quo in Sachen Geld unberührt. Und der wird zum Zeitpunkt meines Puppenschlusses ordentliche 60.000,- EUR betragen. Oder sogar etwas mehr, weil wir weder N.Y.C. noch andere kostenintensivere Ausflüge bis September haben und weil vom Buttonwand-Projekt mit Ilgenstein noch 2.600,- (vor Steuer) und ca. 500,- (dito) von der FWA für die neue Website reinkommen. Alles, was ich ab September an Aufträgen annehme, muss ich mit dem Arbeitsamt abchecken, wie sich das auf mein ALG auswirkt.
Aber im Großen und Ganzen gibt es hier doch keine (wirtschaftlichen) Probleme, oder? Heißt aber auch: Jeder neue, mögliche Job, den ich annehmen könnte, muss weit über 1.250 EUR netto liegen - ansonsten wäre das zumindest bis August 2019 rein wirtschaftlich uncool.
So! Gute Arbeit! Gute Nacht und viel Spaß morgen mit einem beschissen endfertigen Befinden. Vielleicht wird es mich dabei trösten, mich mit einer kleinen Rettung versehen zu haben (auch wenn ich, na klar, sofort dabei daran denken werde, dass ich das durchaus auch nüchtern hinbekommen hätte wäre könnte haben können).
P.S.: Dazu fällt mir noch was ein: Ich scheine ja ordentlich Glück zu haben oder zumindest meinen Anspruch darauf zu pflegen, dass ich sowas wie das hier heute Nacht überhaupt machen kann. Meine Nachbarn neben und unter mir und Millionen andere Leute sind längst im Bett, weil sie morgen fit sein müssen und ansonsten Gefahr laufen, postbesoffen ihren Job zu verlieren. Na gut, mein Job geht zu Ende, aber ich habe es die ganze Zeit hinweg im Puppentheater und auch vorher trotzdem so gemacht. Ich weiss, das ist nicht sehr rühmlich, aber insgesamt betrachtet, habe ich es offensichtlich mein ganzes Leben irgendwie immer wieder geschafft, damit durchzukommen ... Nun stelle dir mal vor, du wärest dieses ganze Zeit deines Lebens nüchtern und klar im Sein gewesen: Wäre das ein mögliches Indiz dafür, mehr aus meinem Leben gemacht haben zu können? Hui. Stopp.
Wilde Zeiten
Nunja, vielleicht weniger wild, als "anders". Sehr viel anders als sonst. Die Mieterhöhung ist ein wesentlicher Bestandteil dessen und verschafft mir zusammen mit meinem Puppen-Ende eine Unsicherheit, die neu ist. Ja- das ist alles nur materiell, aber eben neu. Anders. Und ich muss zusehen, wie ich da raus kommen. Hab in Sachen Miete jetzt Jean Huthmann als anwaltliche Hilfe hinzugezogen, obwohl mir lieber wäre, wenn die Vermieter und ich das gemeinsam und friedlich klären könnten. Aber so friedlich ist diese Welt vielleicht nicht. Welcome get real. Mal sehen, wie es ausgeht. Alles.
Alternativen bestünden im Auszug. Hin zu Tobi. Falls das geht. Falls auch ich mich dazu durchringe. Natürlich muss ich mir die Frage stellen, was mich im Stadtfeld hält. Es sind die kleinen Dinge, die Tobi für weniger bedeutsam hält. Für mich ist es eine vertraute Umgebung mit Menschen, die ich kenne und schnell und einfach erreichen kann. Ja klar, Bluenote und Wein-Micha sind da wohl die vorderen Kandidaten. Offensichtlich nichts Bedeutsames? Wirklich? Und meine Unabhängigkeit in meiner Eigenständigkeit.
Es ist eine wilde Zeit, in der sich vielleicht vieles umbrechen wird. Andererseits ist es nur der Job und nur das Geld dabei. Ich bin unentschlossen und fühle mich ein bisschen hilflos, obwohl ich ja bereits Hilfe habe. Und mein Aufruf heute bei Facebook betreffs Hilfe in Sachen Mietrecht hat ja auch sofort Kreise aktiviert. Olroid. Gucken wir, was passiert.
Blues Jackets am Samstag waren cool. Hat gefetzt. Auch wenn es fast etwas nach verstaubter Reanimation aussah. Aber es war eine nicht-öffentliche Andrea-Party- und dafür wars sehr okay. Ein bisschen zu schnell zu viel getrunken danach. Auch so'n Ding, was mir nicht so gefällt. Hätte mich gern noch etwas mit Wolfgang (Krabbe) unterhalten, der mir Interna über Kempchen und sein Bauernopfer Wehling erzählte. Ob's wahr ist? Egal. Ich war viel zu aufgedreht und damit zu schnell bei allem, so dass nur ein insgesamt eiliges Gefühl übrig bleibt. Aber immerhin ein schönes. Gut. Jetzt weiter. Und mein Gedanke damals vor der Kur, mich "ab jetzt" aufzustellen und klar in Kopf & Körper zu machen, verschiebt sich sich weiterhin. Es ist bereits April und mein Alkohol ist auf weite Strecken noch immer zu immens vertreten. "Dann warte ich bis zu meiner Party." Aber dann! Letzte Instanz. Aha, die ist aber auch schon über eine Woche her ...
Lampenfieber
Nachher bei Andreas 60. eine Runde Good ol' Blues Jackets und ich bin tatsächlich lampengefiebert. Was für ein Gefühl. Dort hinein spielen auch die Ereignisse der letzten Tage, die sehr diffus waren. Zum einen hat der Intendant es ganz nebenbei doch deutlich gemacht, als er im Café mit Herrn Bandarau nebenbei fallen ließ, dass er es sehr schön fände, dass ich, auch wenn ich das Theater jetzt verlasse, vielleicht weiterhin freiberuflich für verschiedene Aufgaben zur Verfügung stände. Ah! Das war erstmal immerhin ein deutliches Signal, dass meine Nichtverlängerung akzeptiert ist. (auch wenn das wiederum blöd klingt; denn wenn ich gehen will, dann gehe ich einfach). Ich bin das wirklich sehr wackelig. Worauf habe ich denn gewartet? Dass doch noch ein super Angebot kommt und ich dann doch im Theater bleibe? Ist das noch 'get real'?
Und dann kam die etwas giftig klingende Antwort meiner Vermieter, wogegen ich in deren Vorfeld dachte, dass mein Widerspruch zur Mieterhöhung logisch klänge und alles gut wird. Ich mag so verfasste Briefe nicht, in denen immer so ein bisschen Anwalt und andere Drohung mitklingt. Hat ihre Wirkung ja auch nicht verfehlt: Denn ich denke sogleich an meinen wirtschaftlichen Untergang. Außerdem zum perfekten Zeitpunkt. Umziehen nach Reform (wohin mit all den Sachen? ... wie soll das jetzt werden? ...)
Fast schon ohnmächtig gestehe ich mir ein, solchen Situationen nicht besonders gut gewachsen zu sein. Und trinke vor Schreck einzwei Glas Wein mehr. Wir ahnen es: Nächsten Tags wird es natürlich noch wankelmütiger und damit aussichtsloser im Denken und Handeln.
Eines darf ich hier erneut festhalten: ich komme zu Tobi nach Reform, wir rechnen den Mietmist kurz durch, kommen auf 606,80 also ca. 70 EUR mehr. Das ist heftig, aber nur schwer zu ändern, zumal so ein Druck aufgebaut wird. Dennoch fühlt es sich hier mit Tobi wieder leichter und fassbarer an. Also: dann versuche ich eine versöhnliche Basis mit dem Vermieter oder willige einfach ein und lasse mir reparieren, was ich demnächst kaputt machen werde ... (wozu immer das gut sein soll)
Meine Großbaustellen zusammengefasst: Was kommt ab September und wie werde ich mich auf die (welche eigentlich?) Spur bekommen, werde ich meine Kohle halbwegs zusammenhalten können oder vielleicht garnicht müssen und kann ich mich meiner permanent nervenden Wortmaschine stellen, um meine Basis, mein 'get real' zu bekommen und zu halten?
Lampenfieber fetzt, weil es hier einen absehbaren Verlauf gibt. Aha! Sicherheit mit Dividende oder wie? Na dann mal los.
Gegendarstellung
Offensichtlich haben das Rauslassen der Gedanken zu meinem Thema der Zukunft und die Unmengen an Rotwein mitsamt einem Black Friday plötzlich und unerwartet bei Tobi dann zu einem weit wohligerem Gefühl geführt. Das verstehe einer. Aber so schnell geht es so einfach wieder so gut. Vielleicht helfen dabei zusätzlich auch solche eben in der Zeitung überflogenen Todesanzeigen, die ein bitterböses Ende androhen, wenn ich mich weiterhin von Angst und Unmut leiten lasse.
Ahoi.
Frühlingsabsturz
Ich bin zu platt, um überhaupt einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Eine bekannte Form von Absturz. Seit der prima Party vom 31.3. hier bei mir geht es alkoholisch immer so weiter. Jeden Tag. Heute ist Donnerstag. Geht gerade noch so, um mich über den nächsten Tag zu retten und nicht allzusehr im Puppentheater zu versagen; aber eben so sehr panne, müde, traurig, aussichtslos und ohne jede Idee für jetzt, nachher und meine Zukunft. Gefühlter Bluthochdruck. Heisses Gesicht. Nur für den Moment aufmerksam. Anschließend ein Gefühl von willentlichem Tod.
Warte ein Weilchen. Dies hier ist nur ein Halblebenszeichen. Ich muss sofort vom Alkohol weg. Und habe jeden Tag die Idee, wie ich es mache. Und mache es ... nicht.
Ich fühle keinerlei Interessen, ich weiss nicht, was ich machen, sein, werden möchte. Hat natürlich alles mit dem Ende meines Puppentheaterjobs zu tun. Ich würde mich gern auf die Idee einlassen (wie Gitte mich ermutigte:), dass ich alles machen und mich auf alles einlassen, alles auf mich zukommen lassen kann. Geld ist doch genug da.
Und es stimmt ja: Mir kann doch nichts passieren. Außer, dass ich weiterhin keine Idee entwickle und dass ich wie immer all die mir selbst gesetzten Deadlines (Alkoholstop sofort, Besinnung, Menschen meiner Umgebung aktivieren, Kommunikation und damit neue Aussichten, Denkweisen lernen, die Kreise erweitern) verstreichen lasse.
(ab hier betrunken weitergeschrieben:)
Ich hab immer wieder eine ordentliche Panik in mir. Gerade wenn ich darüber nachdenke, wie sich meine Verhaltens-, Denk- und Handlungsweisen VOR dem Puppentheater darstellten. Es war vorher ganz sicher nicht alles besser! Ich war eigenständiger und hatte Glück, mich irgendwie durchgeschlagen haben zu können. Aber ich war auch heilfroh, als sich der Festivaljob über 10.000 Euro (5 x 2000 EUR von Februar bis Juli 2009 [?|) im Puppentheater ergab.
Wenn es jetzt ums Geld geht: Tadaaa, ich hatte sogar vor dem Puppentheater bereits 30.000 auf'm Konto. Jetzt habe ich einen (in 2010 für 19.000 Eur gekauften) "neuen" Bus und enorm viel neues Equipment in Sachen Foto, Mac, Musik und sonstwas und dazu immerhin noch über 50.000 EUR - aber was will ich damit sagen? Das hier:
Ich hätte mich gern weg von all meinen Ängsten und lieber nach vorn gebracht. Wohin? Im Moment scheint es mir mal wieder so schwer zu sein. Was denn? Zuerst das Schöne: Ich kann reden. Ich kann singen. Ich kann gute Texte schreiben. Ich bin (wahrscheinlich ausreichend) intelligent, menschenfreundlich, kommunikativ und firm in so vielen Dingen. Aber: Ich habe die Panik vor meiner eigenen Mittelmäßigkeit, die damit zusammenhängt, dass ich zwar viele Dinge kann, aber in keiner dieser Abteilungen Profi bin: (Foto, Stimme, Grafik, Management, Komponist, Textdichter, Web ...).
Und noch: Ich bin halb taub. Das macht es ohne meine Hörgeräte (und mein oft fehlendes Interesse für die mir entgegengebrachten Inhalte oder Menschen) oft sehr kompliziert und peinlich. Ich bin labil in meiner Gedanken- und Gefühlswelt. Mein Selbstbewusstsein hat oft arge Nöte. Ich habe Angst vor Neuem und gravierender Veränderung. Ich habe Angst vor manchen Menschen, weil ich denen gegenüber oft der blöden Meinung bin, in diese Menschen eine gewisse Intelligenz und Stärke hinein interpretieren zu wollen, der ich nicht gewachsen bin.
Juut. Hier is' ers'ma Schluss.
Geburtstagssonne
Ja, sie war wieder da: Die Sonne zum Geburtstag. Zum Frühlingsanfang. Zum Tag des Glücks. Vielleicht eine merkwürdige Angewohnheit, an diesem Tag nach der Sonne Ausschau zu halten. Und sogar gefährlich für den Geburtstag, an dem sie mal nicht scheint. Und dann? Ach herrjeh. Im letzten Jahr mit Mandy bei Bäcker Ebel war es schon sehr knapp mit der Sonne und eine insgesamt so traurige Situation, die allerdings nicht der knappen Sonne, sondern meinen Umständen geschuldet war. Immerhin habe ich diese Umstände nun geändert.
Und immer bleibt der kleine aber starke Funken der Unsicherheit. Nicht, dass ich danach keinen neuen Job finden würde - das sehe ich angesichts der Arbeitsmarktlage weniger problematisch. Es ist eher die immer schon währende Ungewissheit über mich selbst und meine Ziele. Wenn ich ein Ziel hätte, wäre das schon großartig. Stattdessen hege ich immer nur das Ziel, mich in dem, was ich tue, wohlzufühlen. Könnte das dann auch Gurkenpflücken sein?
Vieles von dem, was ich bisher tat, trug nicht immer zu meinem guten Leben bei. Es ist verdammt knifflig. Elektromaschinenbauer ohne das richtige Händchen dafür? Doof. Die Vorstellung der tagtäglichen morgendlichen Werkstatt im Studentenjob bei Gündel? Never! Bereits damals Anfang der der 90er wollte ich studieren ob der studentischen Gemeinschaft wegen. Und stellte später (damals bei Uta und Jago in Berlin) mein Gefühl dar, dass ich sehr vieles kann und zu vielem in der Lage und sogar ein guter Mensch bin - doch nichts davon kann ich richtig. Keine Leidenschaft, keine Konzentration auf EIN Thema. Das wollte man mir damals wie heute widerlegen, aber das Gefühl bleibt immer ein bisschen bestehen und schafft mir in gewissen Zuständen ein großes Unwohlsein als Wanderer zwischen den Möglichkeiten. Eine Vorstellung von Mittelmaß, dem ich nicht entkomme. Das wird offensichtlich so bleiben, denn ich lege mich nur schwer fest.
Tja.
like a bridge ...
... over troubled water: Ich bin platt. Verrückt. In einer Mischung aus Lachen und Heulen. Letzteres wegen dieses unbeschreiblichen Gefühls, wenn mir etwas gelungen ist. Und das ist es: Ich bin seit vorhin Bester Vorleser Mitteldeutschlands. Kaum zu fassen. Wenn auch insgeheim ein bisschen mit gerechnet. Und natürlich so viele Leute aktiviert, dass sie um die Wette voten, mich zu dem Titel zu bringen, den ich jetzt habe.
Wie Katrin es auf die Punkte bringt, den ich mir unbedingt merken muss: "1. keine wirkliche Konkurrenz, 2. deine Stimme (no comment) und 3. die tausend Menschen, die dich gern haben. Dass du an letzterem zweifelst, ist mir, wie besprochen, nicht klar, da es so offensichtlich ist. Das Schöne an diesem Wettbewerbssieg ist doch, dass du einen Beweis in die Hand bekommen hast."
Und da sitze ich nun und fühle eine freudestrahlende Gewissheit, die ich mir immer und immer wieder ins Gedächtnis rufen muss, wenn meine Zweifel mich zermürben wollen. Eddie Reader sang direkt vor meinem Live-Interview und auf meinem spontanen Weg ins Kaufland, um Bree-Wein für heute Abend zu kaufen, klang "Bridge over troubled water" aus benanntem MDR-Radio, stürzte mir die letzten heftigen Tränen ins Gesicht und jetzt fehlen mir hier die Worte.
Buchmesse. Sonntag. Ich. JA!
schön. traurig.
"Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet" - das wusste schon der Dichter Christian Morgenstern. Und dazu gehört auch die Liebe zu sich selbst. Denn: Schön ist vor allem, wer sich wohlfühlt in seiner Haut und in seinem Leben. Mysteries
God knows how I adore life
When the wind turns on the shores lies another day
I cannot ask for more
When the time bell blows my heart
And I have scored a better day
Well nobody made this war of mine
And the moments that I enjoy
A place of love and mystery
I'll be there anytime
Oh mysteries of love
Where war is no more
I'll be there anytime
drunken schnellschuss
... ich stelle betrunken fest, dass mein anerworbener Alkoholkonsum mich nicht zu dem werden lassen kann, wovon ich immer keine Ahnung bzw. wofür ich oft keine Idee hatte. Ui, das ist schwer aufzuschreiben, aber es geht natürlich nicht in solchem Zustand. Ich wollte nur bemerken, dass ich ... ach vergiss es. Oder hole nach, was du schreiben wolltest. #flucht #ausflucht #dummheit #lebengehtsonicht #angst ...
Nachholaktion: Es wurden Unmengen Zeit durch die Wirkung von Alkohol vergeudet. Einzige Ausrede scheint eine Art Gemeinsamkeit zu sein. Insofern kein Solobesäufnis stattfindet. Und falls doch, dann fühlt sich alles Komplizierte zumindest besser erklärbar und damit etwas optimistisch-lösbarer an. Vielleicht auch, weil ich dann etwas länger beim Thema bleibe.
Hieraus ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Die eigentliche Aussage möchte nur bekannt geben, dass ein undeutlich formulierter Lebenswunsch wenig andere Chancen hat, als permanent durch Alkohol an Klarheit, Struktur und Ausbruch gehindert zu werden. Da bin ich gut drin.
how to lethargy
Jetzt ist Katrin Gellrich fertig mit dem Puppentheater. Komisch, so ein Abschied. Sie sagt, ich solle mich melden, sobald ich wieder ins Zweifeln komme. Ich sage zurück, dass ich langsam aus der Grauzone der Verbitterung gegenüber diesen Zuständen im Puppenhaus rauskomme und den Blick Zukunft und positive Sichtweise lenken kann. Das hoffe ich in der Tat.
Und was ist los heute? Womit hat es angefangen mit dieser Grummelei? Beim jeskom record II. bei Jörg war es noch ganz ok, beim Einkaufen schwammig wie so oft und in Reform sank meine Laune. Wieso? Es begann mit dem Beitrag in der Zeit über Sam Vance Law. Schon wieder eine dieser coolen PR Aktionen. "ein blutjunger (30) blasierter Berliner Baritonschnösel mit feinen Zügen, feinen Nerven und noch feinerem Geschmack ..." - (Anhang) ... ah, ein vergleichender Rückblick auf mich und meine homotopische Entwicklung. Und die meiner Musik. Ich ahne, dass das kein guter Einstieg in die folgenden Stunden sein kann.
Jörg spielt heute in Schönebeck als Vorband einer Formation namens The Moonband. Schon gestern, nach unserem Besuch beim Hoflieferanten hätte ich mitgehen können ins Volksbad, um einem akustischen Duo zuzuhören. Und ich dachte wieder daran, dass ich mich manchmal so desinteressiert fühle oder einfach nicht das tue, wonach mir möglicherweise ist. (auf jeden Fall ist es kompliziert) Nun muss ich aber auch nicht zwingend jedes und irgend ein Event besuchen; aber heute Abend ist es ja wieder so: Wir werden nicht losgehen, weil Tobi And the golden Choir nicht interessant findet; ich könnte ja allein dorthin oder zur Moonband fahren, oder in die Feuerwache, ins Bluenote zu den Princes of Provinces oder 4steps im allards.
Ach herrjeh, stattdessen reimt sich all sowas in mir zusammen, das mich im Rückblick verkorkst bewerten möchte und lethargisch ziemlich genau NICHTS machen lassen wird, ausser das hier immerhin aufgeschrieben zu haben.
samvancelaw
Frauentag im Puppenhaus
... wenn der Herrscher laut hustend mit seinem Untertan fröhlich grinsend kleine Blumentöpfe an die Mitarbeiterinnen zum Frauentag verschenkt, schaudert's mich ein wenig ob dieses offensichtlichen Versuches, eine doch eigentlich freundliche Gemeinschaft in geglätteten Wogen vorzugaukeln. Aber ich bin ja auch recht negativ eingestellt und betrachte so etwas als geschmeidiges i-Tüpfelchen.
laute Puppen
Gestern wars etwas länger und Wodka und dem unvernünftigen Wein zuhause. Soviel Kommunikation, soviel Zuspruch so vieler Leute betreffs meines Vorlesers ... Heute entsprechend mau im Puppenhaus, aber es fühlt sich nicht so schlimm an. Warum? Weil ich sehr in Ruhe gelassen werde und ich stattdessen die anderen Orte im Puppentheater intensiver mitbekomme. Die Stimmung ist ordentlich im Keller bzw. miserabel. Heute muss wohl irgendwas wieder passiert sein wegen Krankheit und dem Ansetzen eines anderen Stücks, das die Technik an den Rand ihrer Kapazitäten bringt. Selbst Jana Schneider war recht ungehalten. Egal- dachte ich mir, wird schon irgendwas bei rauskommen. Eben am Ende des Arbeitstages bekam ich mit, dass kurz zuvor ein sehr lauter Intendant im Saal rumgeschrien haben muss. Es ging wohl um solche Absprachen beim Spielplanändern, wofür KBB zuständig sein soll und man mit ihm nicht darüber reden muss. Die Gesichter waren allesamt sehr lang und ich freute mich ein wenig, dass ich nicht in der Materie steckte, sondern "nur" mitbekam, wie das alte Problem dieses Hauses, nämlich der Art und Weise unbarmherzig aufblühte.
Wenn ein Intendant seine Leute anschreit und wenn alle immer unzufriedener werden und die Leitung nicht die geringste Neigung zeigt, sich mit ihren Mitarbeitern zusammenzusetzen, um wenigstens die wichtigsten Punkte freundlich und: auf Augenhöhe zu bereden, dann zeigt es mir klar und deutlich, dass hier nicht meine Zukunft sein kann.
Natürlich wird sich alles irgendwie wieder einrenken, aber der Weg eines aufgekommenen, dann existierenden bis zum gelösten Problem ist abscheulich. Und es ist natürlich auch etwas gemein von mir, zu hoffen, dass es so weiter geht: Erstens laufe ich somit nicht Gefahr, zurückzufallen in den Wackelkandidaten mit Angst vor meiner Zukunft und zweitens ist eine mögliche Revolte vielleicht ganz gut und reinigend für dieses Theater. Aber dazu wird es nicht kommen. Aber Katrin ist ab nächster Woche nicht mehr da. Das ist sehr schade, denn ich mag ihre sachliche und intelligente Art.
Cool- und dranbleiben! An mir und meinen Wegen, nicht an destruktiv verschwendeten Gedanken, die mich keinesfalls weiter bringen.
Nachtrag: Um es zu entschärfen: Der Intendant wollte Muck vorziehen, das war aber technisch zu schwierig, also gings ans Blaue Licht. Daraufhin schrieb Enrico, dass es für ihn lichttechnisch sehr schwierig und komplett neu werden würde, weil von kleinen auf großen Saal. Und dann ging die Chose los, dass der Intendant wütete, dass er immer nur zu hören bekomme, was nicht ginge. Nunja, es ändert aber nichts am desolaten Gesamtzustand dieses Systems.
Freude ist ganz schön schön.
Das war ein erstaunlich schönes Ding heute. Nachdem ich gestern nach dem Schwimmen mich fast übergeben hatte und wie so oft nach so einer offensichtlichen Überanstrengung blödsinnig schlecht geschlafen habe, ging's dann aber heute doch ganz flott von der Hand im Puppenhaus. Und dann kam der Punkt, an dem ich mich endlich durchrang, mein Foto mitsamt einem Werbetext für den besten Vorleser Mitteldeutschlands auf Facebook zu veröffentlichen. Die große Resonanz war zum Bersten schön. Ich habe das ja auch ganz gut gemacht mit dem Foto und dem Text. Das Ganze zusammen betrachtet, verlieh mir einen ungewohnt feinen Aufwind ... eine Freude. So eine Freude, die mir deutlich machen will, dass es durchaus möglich ist, solche Zustände meinerseits herbeizuführen bzw. wenigstens die Grundlagen dafür zu schaffen.
Es ist garnicht so sehr der in eine Möglichkeit gestellte Gewinn dieser Vorlese-Aktion, wichtiger ist, dass ich mich damit erneut und positiv in die Öffentlichkeit katapultiert habe. Womit ich mir selbst Mut gemacht habe. Und die Resonanz der Leute zeigt mir, was mit Freunde so oft klar machen wollen: "Man mag dich! Du hast ein ein freundliches, liebes Auftreten, du bist beliebt, dich kennt man hier und schätzt dich; dazu hast du eine sehr gute Stimme und zusammen mit deiner Musik ergibt sich ein Bild von dir, um das du dir absolut keine Gedanken machen musst." Das hier war also ein Beweis. Je nun, einer, der nur mittels Facebook angetreten wurde. Aber dahinter stehen allesamt die echten Menschen.
Dazu kommt noch ein weiteres Gefühl: Der mir damit weit leichter fallende Abschied vom Puppentheater. Meine Selbstzweifel an mir in diesem Gefüge ob meines eigenen Verschuldens an diesen Situationen dort sind enorm abgeklungen. Nicht, weil sie zum Teil (aufgrund meines Typus Mensch, der ich bin,) nicht auch wahr wären, aber ich stelle weit ermutigter fest, dass ich durchaus in der Lage bin, mir ein Umfeld zu suchen, dem ich mich aufgeschlossener und frei von Angst widmen kann. Und muss. Und werde.
Freude ist ganz schön schön und ich wäre sehr erfreut, mich ab und an daran zu erinnern, was kleine Dinge Großes bewirken können. Um Uli Vollands Worte damals in der Berliner Bar mit Kartoffelschnaps und dem dicken C. und meinem versuchten Interview für die puppe.x zu wiederholen: "Siehste, da ist die Tür kaum zu, geht schon die nächste auf." (Und dabei ist noch überhaupt garnichts passiert. Ausser, dass es mir gut geht. Und das ist bereits ein galaktisches Wunder.)
altid den samme med mig
In Reform träume ich oft sehr viel. So Vieles, dass ich mir das nicht merken kann. Und dann verschwimmt der Sonntag ins couchige Nichts. Doch die Gedanken an ein schönes, aber unbeschreibbares Leben stürmen weiterhin durch mein inneres Universum und können mir nichts vorschlagen, weil es keine Anleitungen dafür gibt. Es ist natürlich immer das Selbe: Draussen bestes Wetter, diesmal ist die Elbe ist halb zugefroren, es ist Trödelmarkt, "man könnte ja mal spazieren gehen - stattdessen sitzt man da ..."
Fast eine Woche hab ich krank gemacht, obwohl es mir bestens ging. Aber was ist daraus geworden? Drei Tage alkoholkrank und ohne jede Aktion. Weder Schwimmen noch Kieser. Mit der Ausrede der vielen aktuell herumschwirrenden Grippe-Viren. Das war leicht. Und was war nun mit Platten hören? Mit dem Ausmalen meiner dahingezeichneten Lebensskizzen? Mit all diesen Dingen, zu denen ich sonst nicht komme? Immer das Selbe mit mir. Das stumpft sehr ab und mir fällt nichts mehr ein. Wollte ich mich nach der Reha nicht aufrappeln, nüchtern werden und all meine Verbindungen aktivieren? Haben wir heute den 4. März? Habe ich schon wieder Geburtstag und keine Lust darauf, mich selbst zu feiern?
"Und das Leben zieht gekonnt an dir vorbei ..." Hör' ich mir nochmal an. Nochmal. Noch. No.
Der geringste Widerstand
Den Weg des geringsten Widerstandes habe ich Zeit meines Lebens immer wieder gesucht. Wenn keine richtige Idee, auf die ich mich festlegen oder zumindest ausrichten kann, die möglicherweise zu einer Leidenschaft führen könnte, besteht, ist bzw. wird alles immer nur "irgendwie". Soviele Ideen hatte ich schon. "Versucht und versagt" trifft es da ganz gut. (auch wenn ich ja nicht mehr so negativ denken will). Egal, worauf ich mich dann eingelassen habe - es endete bisher so oft im abendlichen Alkohol, dem nächstmorgendlichen Dunst und der "irgendwie"-Erkenntnis, dass es ja auch nichts für mich wäre. Dazu kommt die große Unsicherheit bei all diesen Versuchen des Neuen. (Schönes Beispiel ist Kulturserver und Hannover). Und dann habe ich mir bei all diesen Lebensabschnitten immer den Weg des geringsten Widerstandes gesucht, um trotzdem irgendwie (what a word!) durchzukommen.
Und so sind Studium, Kulturserver, 2und40 mit die saufenden Zeiten bei Dieterloo Bach, später dann Hörbücher bei TechniSat / RadioRopa und letztlich auch Puppentheater genau zu so einer Situation geworden. Nanu? Kann ich mich auf nichts einlassen? Muss ich noch mehr ausprobieren? Es fühlt sich müde an, nicht zuletzt wegen eben jenen Alkohols, der mir nicht nur jeweils signalisieren will, dass es nicht "meins" ist, sondern in all diesen Zeiten auch zur Gewohnheit geworden ist. Eine Gewohnheit, die beinahe nichts Anderes oder Neues mehr zulässt. Was die Aussichten etwas kompliziert macht.
So! Und nun? Was müsste es denn sein, was mich aus dem "Irgendwie" an eine Basis gelangen lässt, von der aus ich willentlich und quasi selbsterkenntlich und damit automatisch logisch agiere? Ohne Selbstverstümmelung oder den geringsten Widerstand? Oder ist das aufgrund meiner merkwürdigen Selbs(wert)betrachtung permanent ausgeschlossen?
Eine Frage noch: Geht das eigentlich immer so weiter? Guck mal die Tagebücher aus 1995 ff.. Fühlt sich so an, als könnte ich mich auf nichts so richtig einlassen - also auch auf das Leben, ohne aber bereit zu sein, es gänzlich sein zu lassen.
Mom 70, Passatwinde, Sonntag.
Mutters 70. Familienzusammenführung bei Mr. Pan - einem Discount-Chinesen, bei dem es sonntags voller ist als im größten FDGB-Hotel einer ehemaligen Republik. Ich hoffe mich daran zu erinnern, niemals dort ein Geburtstagsessen abhalten zu wollen. Da waren sie alle. Fast alle. Onkel Helmut zeigt sich seit Jahren nicht, die Prasnikars waren nicht da und die Leute von der Elbe sind leider auch seit Jahren passé und der Freundschaft meiner Eltern abhanden gekommen. Ines ist kränklich.
Anschliessend dann zuhause mit viel Kaffee, Kuchen und noch viel mehr und wie immer: LAUT. Ich bin müde und irgendwie gibt es trotz langer Wiedersehenspause nicht viel zu erzählen, wessen ich mich mühen könnte, davon zu berichten. Ich verstehe auch kaum etwas und Tobi sagt zu Recht, dass ich dringend die Hörgeräte benutzen solle, weil ich sehr oft sehr falsch reagiere. Das glaube ich auch.
Jetzt bin ich zuhause und habe keine Idee auf irgendkeine Lust und auf nichts. Mit dem Blick auf einen Mini-Rest an Rotwein gehe ich zum Spätrussen und hole mir eine Flasche Wein, während ich mir unmutig die Frage stelle, ob ich denn meine Leere damit aufzufüllen gedenke? Meine Wankelmütigkeit bringt mich noch an den Rand allens: Es ist wie so oft, wenn ich von anderen Menschen im Web oder die heimlich kopierte Bewerbung auf meine Stelle lese und feststelle, wie sehr die Leute unterwegs und aktiv sind und sich mir dabei das Gefühl aufdrängen will, dass ich lose durch die Zeit wanke und im Grunde nicht viel vorzuweisen habe. So spricht es immer aus mir, wenn ich so labildown bin. Dann sehe ich wenig Zukunft. Was grosser Unsinn ist. Ausser jetzt gerade.
Immerhin finde ich es großartig, dass es ein "weiter so" im Puppenhaus nicht geben kann, weil meine Stelle mit meinem Einverständnis bereits für / ab September gesplittet ist und ich maximal einen kleineren Vertrag bekommen würde, was wiederum nicht akzeptabel für mich und zum Glück selbst herbeigeführt ist. Aus dem einfachen Grund, dass ich in dieser Leitungskonstellation mit diesen Umgangsformen und der fehlenden Authentizität nicht arbeiten kann, will, werde. Eine Art Selbstrausschmiss also, damit ich aus dem endlosen Kompromissmüll rauskomme.
Nun muss ich nur klarkommen mit der Situation, dass ich erstmal keinen Plan habe. Das mit MDR Kultur ist super und beweist mir meine Fähigkeiten (ich hoffe mal, dass ich nicht einer der 5 Besten geworden bin, weil das irgendwie mit dem Puppentheater zu tun haben könnte.) So eine Situation fühlt sich sehr nach Aufbau und Möglichkeiten an. Das geöffnete Fenster, die aufgehende Tür ...
Heute habe ich wieder so einen 'blöden' Sinnspruch, diesmal von Mark Twain, gelesen, der mir allerdings gerade recht kommt: von späteren Enttäuschungen darüber, etwas nicht getan zu haben und dem Lösen der Schlingen. Die Passatwinde nutzen und los segeln. Alles nichts Neues, aber immer das Selbe. Und weiterhin mit maritimer Metapher:
Desaster & Wunder
Vergangene Woche: Tausend Trübsinn mit ebenso vielen Gedanken über das Nichts, das sich in mir ausbreitet ob meiner Zukunft. Oder mehr ob meiner Vorstellung darüber, was ich überhaupt machen, sein möchte. Verzweiflung. Mit immer neuen kleinen Ansätzen, die ich am liebsten schnell aufschreiben möchte. Für das weitere Nichts mitsamt dessen Leere. Und jedes Mal übermannt mich zudem die schier unendliche Wiederholung, diese Litanei des ewig Selben in und mit meinem Leben, das ich offensichtlich nicht bereit bin, einfach nur zu leben, statt mir enorme Gedanken über Mittelmaß, Unklarheit und meiner damit einhergehenden Angst zu machen.
Dann fahre ich Freitag zu Tobias und plötzlich, aus irgendeinem unbekannten Grund, ist dieses Dilemma für 2 Tage irgendwie nicht mehr so stark ausgeprägt und alles "nicht so schlimm". Verstehe ich zwar nicht, fühlt sich aber gut an. Sonntag Abend geht es aber sofort wieder los. Das Hauptargument meiner Gegentätigkeit zum Leben und Planen desselben besteht in meiner Erklärungsnot, warum ich das Puppentheater verlassen will. Wo es sich mittendrin doch plötzlich wieder merkwürdig gut anfühlt. Ich vergesse bzw. verdränge schnell. Zum Glück kam mir die Dienstberatung gestern wieder entgegen, um mir zu zeigen, was es ist: Ein Intendant, der sich über (s)eine Einrichtung beschwert, in der wohl jeder machen und tun könne, was ihm gefiele und dass er sachte (seitdem ich ihn kenne) keine Lust mehr drauf hat. Ich sprach Mimo später darauf an und er meint in sich ruhend und gelassen, dass der Intendant doch das Haus leitet, und wenn ihm das alles keinen Spaß macht, weil alles schlecht ist, dann liegt es doch wohl an ihm. Das sind alles solche belanglosen Kleinigkeiten, die ich aber (um derlei Beispiele nicht zu vergessen) schnell hier vermerken will: Kempchen herrscht mich an, dass ein Newsletter, den ich vorige Woche, nun aber doch erst in dieser Woche wegen des Fedora-Votings versenden wollte, eine Absprache war und er wenigstens in Kenntnis gesetzt zu werden habe. Newsletter haben ihn sonst nie groß tangiert- jetzt ist es plötzlich wichtig. Nach einem Gastspiel der Stuttgarter, die laut Bernhardt auch einen Hintergrund für die Zusammenarbeit beider Häuser haben sollte, sitzen sie zusammen mit Florian Kräuter anschliessend im café. Weil aber die Toiletten noch nicht fertig sind, wurde beschlossen, dass das casfé eine Stunde nach Vorstellungsende geschlossen wird. Florian äußert Unverständnis und möchte, dass an jenem Abend das café offen bleibt, damit die Stuttgarter nicht in der Theaterwohnung versauern und weil man sich unterhalten möchte und sogar sollte. Macht alles Sinn. Jetzt sollen dem Florian die Kosten für die längere Öffnungszeit des cafés in Rechnung gestellt werden. Dem vorausgegangen war, dass Stephanie Preuss jenen Abend so beschrieb, dass sie alles abschloss und das café ohne Toiletten den Angestellten dort überließ. So. Das ist wahnsinniger Kleinkram, der kindliche Attitüden bedient. Kempchen meinte auch in der DB, dass er damals deswegen ans Theater gekommen ist, weil Theater damals gemeinsamen Spaß bedeutete und es heute zu einem einzigen Ärgernis verkommen sei. Wao. Warum lässt er es dann nicht sein?
Bernhardt lässt mich gerade sehr und freundlich in Ruhe und ich dachte, er fährt sich gerade auf das Wesentliche runter und bleibt gelassen. Dann stelle ich fest, dass er sich parallele Opfer sucht, wie zum Beispiel Alena, die er fragt, ob die Theaterpädagogik denn überhaupt in den vergangenen Wochen irgendetwas geleistet habe. Wir sind beim alten Thema: Die Umgangsformen. Nicht Stress oder viel Arbeit sind das Problem, sondern die Authentizität, das wirkliche Miteinander. Und nicht diesen despotischen Intendanten mit seinem schwanzwedelnden hinterhältigen Hund. Jaaa, das ist alles sehr polemisch ausgedrückt und wahrscheinlich auch nicht immer die vollständige Wahrheit, aber mein negatives Gefühl sagt mir bei solchen Dingen immer wieder, dass ich eine freundliche Umgebung ohne Angst vor irgendjemanden brauche.Und Kempchen sagt selbst, dass die Leute vor ihm Angst hätten. So sieht es ja auch tatsächlich aus.
Doch dann: heute: passierte etwas gänzlich Neues: Ich hatte doch spaßenshalber und erst nach Aufrappeln meiner selbst an dem Vorleser-Wettbewerb von MDR Radio Kultur teilgenommen und ein Kapitel von "Jonathan im Leuchtturm" hingesendet und es mit der Zeit auch vergessen, weil ich nicht unbedingt daran glaubte. Obwohl ich an meine Stimme und meine gewisse Eleganz damit durchaus glaube. Und dann rief sie mich an: Yasmin Vorndran-Ahmadiar vom MDR und teilte mir freudestrahlend mit, dass ich im Kreis der 5 ausgesuchten besten Erzähler Mitteldeutschlands bin. (Wir kennen uns vom letzten Sommertheater und deren Dreh mit Lennart als Portrait eines Puppenspielers). Nanu!? Und so kommen am Freitag jener Hannes mit kleinem Team zu mir und ich werde in meiner Wohnung 1:30 lesen. Dann gehen wir an einen Ort meiner Wahl und erzählen 1:30 über mich. Und ganz plötzlich brennt ein kleiner Höhenflug in mir auf. So wie ein neu geöffnetes Fenster frischen Wind herein lässt. Ist das vielleicht mein Weg zur "Stimme"? Wenn ich denen erzähle, dass ich damals Moderator werden wollte? Wenn ich das Ding gewinne? In Radio und TV bin ich jetzt sowieso und zur Buchmesse bin ich auch eingeladen. Wenn sich jemand plötzlich für mich und meine Stimme interessiert? Und weiterhin plötzlich fühle ich mich so euphorisch. Vielleicht vielleicht ... aber was? Egal - es ist erstmal Was! Soviel plötzlicher Mut.
Das wars, was ich schreiben wollte, ohne das Vorher unerwähnt zu lassen. Ich möchte mehr über die Sicht nach vorn schreiben und nicht über kumulierten Unsinn aus Angst und vergeudeter Zeit. Nur das mit dem endlos Selben meiner negativen Sichtweisen aufs Leben, auf mich, möchte ich gern und sofort ändern. Wenigstens Halbe Halbe. Für eine bessere Zukunft.
Empfehlung
Der steten Gefahr endloser Wiederholungen zu entgegnen empfehle ich mir hier und mitten in der Reformer Nacht, das "summary t.b.c." öfter zu konsultieren wie auch zu aktualisieren. Denn es steht so vieles schon geschrieben und mein Bewusstsein für die Dinge ändert sich sich nicht durch erneutes Formulieren. Gerade jetzt, wo der Februar vorsichtig den sachten Frühling wittert und ich dieselbe Gefahr laufe, ihn irgend- und wie immer unzufrieden zu schnell verstreichen zu lassen; sich dazu eine Veränderung in meinem Leben bis spätestens August anbahnt [...] Nunja, der Wein drängt mich zur letzten Zigarette mit dem Glas im Stehen; aber ich wollte zumindest darauf hingewiesen haben, weil es mich tatsächlich jeden Tag beutelt mit den Fragen, was denn nun werden soll ... was ich denn sein oder werden möchte ... was denn genau meine Vorstellung von Leben und meine Ziele sind. Nix Neues, aber wenigstens gibts immerhin eine selbstgemachte Deadline betreffs Puppentheater. Um mich außerdem selbst herauszufordern. Die anderen Deadlines folgen schnell und der Tod himself ist ein spontaner Gast ...
aus dem Ruder
Sortieren? Schnell? Wie? Ein Wust an Gedanken und versuchten Erklärungen und Deutungen. Ich brauche einen Profiler, einen vertrauten Psychologen, jemanden aus dem Ordnungsamt der Gedanken.
Was geht? Salopp angefangen, ist es ein Desaster an Erklärungsnotstand, warum ich aus dem Puppentheater weg will. Ja, schon wieder. Wieso? Weil es es ganz plötzlich ganz einfach zu sein scheint und mein typisch-resultierender Motivationssprung die Schmach (welche jetzt?) der letzten Jahre vergessen lassen möchte. Wieviel von dem Vergangenen, den schlechten Gefühlen sind wahr und zulässig, welche sind eingeredet, überbewertet und selbstverstärkt? Was ist real? Für mich? Was wird anderswo und anderswie anders? Anders als vor dem Puppentheater, anders als während? Meine Verhaltensweisen werden offensichtlich immer nur durch Emotionen, also meine Gefühlslagen verstärkt- aber ihre Basis bleibt ja doch dieselbe. deshalb auch die Fragen nach meinem Mittelmaß.
Aus dem Ruder geraten diese für mich nicht einschätzbaren, erklärbaren Gedanken. Wahrscheinlich ist das leicht für einen Außenstehenden, der mich so mit ausreichend Wahrheit versorgen und damit ebenso motivieren könnte.
Dieser lang geplante und nun spontane Beitrag trägt den Impuls, dass in den Todesanzeigen heute die Frau von Torsten Fraß zu lesen war. Mit 37 und 2 Kindern und neuem Haus und dem wahrscheinlichen Glück der Welt. Und mit Brustkrebs. So.
Lichtblitzfreitag
Und dann fühlt sich alles plötzlich machbar und merkwürdig einfach an. Nach SwimSpa und einer Diclo komplett bis fast 8 durchgeschlafen, die Sonne scheint, die Menschen sind freundlich und es steht ein Wochenende mit Knyphausen heute und eigenen Musikversuchen am Sonntag an. Wieso kann das nicht immer so sein? Weil es dann nichts Besonderes mehr wäre? Quatsch mit Soße?
Die Furcht wird wiederkommen, vor der Arbeitslosigkeit, dem Sozialverlust, dem Einknicken und Gehenlassen, der unmotivierten Tatenlosigkeit und Angst vor fast allem. Das Gespräch im Puppenhaus wird kommen und ich weiß nicht, ob ich dann auch so ermutigt bin wie jetzt und klare Vorstellungen habe: "Halbe Stelle" für Imageberatung, Foto, Web, Grafik, Trailer mit Home-Office (kein Büro im PT) und NICHT unter Frank Bernhardts Leitung - gerne aber in Zusammenarbeit mit ihm. Frei planbarer Urlaub (in Abhängigkeit besonderer Terminabsprachen) und 2.000 EUR. Teilnahme an Arbeits- und Aufgabenplanung / Gesprächen. /// Wenn nicht, dann nicht.
Ui, endlich mal auf einen Punkt gebracht. Tja- die Motivation. Ich muss es hier vermerken, auch wenn mir nie ganz aufgehen wird, wie das alles funktioniert oder zusammenhängt und wie wichtig Ungewissheit ist und wie Neues entstehen und motivkreatierter machen kann und wie weniger darüber endlos nachzudenken es noch leichter machen würde.
Mittlere Intelligenz
Schlau zu sein, bedarf es meiner Anstrengung; ich muss mich der Thematik anheim legen und sie mir vertraut machen, sie zu meinem Jagdgebiet erklären und vor allem dranbleiben. Sonst wird es nichts und ich verharre in meiner Mittelmäßigkeit, die ich nur mit gekonntem Charme und wohliger Stimme überspielen kann. Noch - denn auch hier gehen bekanntlich die Worte flöten und der Anreiz, den Anderen zu gefallen, bleibt zwar latent bestehen, verliert aber ermöglichender Kraft.
Das liest sich vielleicht etwas angestrengt, bringt es aber auf den Punkt. Einen solchen Punkt, den ich mir für mich im Gesamten wünsche, den ich aber nur mit Hilfe und einiger Anstrengung und dann doch nie vollständig erreichen kann. Wegen meines Unverständnisses für die (zumindest mich umgebende) Welt, meiner emotionalen Labilität und meinen multiversen Wortmaschinen, die mich ständiger Reflektion aussetzen. Wenn 1+2 etwas weniger gedankengewaltig und angstfreier 3 wären, würde mir das ausreichen. Manchmal klappt das und erfreut mich und ich bemerke die Basis dazu, die nur in motiviert, alkoholarm/frei und in der richtigen und angstfreien Umgebung stattfinden kann. Wieso schreibe ich soviel über Angst?
Weil sie permanent in den Büschen lauert. In den Leuten, denen gegenüber sich mein Selbstwert verkriechen möchte, in den Situationen des Lebens, denen ich mich manchmal nicht gewachsen fühle, in der Langeweile, die ich manchmal dem Leben gegenüber verspüre.
Eine weitere Angst ist die, dass die Befreiung vom PT mich keinesfalls automatisch in eine bessere Welt katapultieren wird, insofern ich sie nicht selbst generiere. Denn die Vergleiche vor und während dem PT machen deutlich, wie rein hypothetisch die Zeit nach dem PT aussehen könnte: nämlich genau so wie vorher: Mit kleinen Jobs irgendwie am Leben halten, Nächte durchsaufen und sich ein schönes aber unerreichbares Leben gedanklich konstruieren. Und es ist ja egal, ich hab ja dann keine Verpflichtungen. Eine deutlich-realistische Angst, die ohne meine gegensteuernde Anstrengungen durchaus berechtigt ist. Bestes Beispiel war mein Mathe-Abi mit der klaren Ansage, dass meine Intelligenz sehr wohl zu großartigen Dingen in der Lage ist, so sie denn motiviert wird, sich diesen Dingen zu widmen.
Kalender 2018
Ich führe in 2018 keinen Kalender mehr. Nur einen von einer Druckerei und der liegt immer im Theater. Der Rest liegt bei Google. Vielleicht brauche ich keinen? Will keinen? Reicht mir GoogleCal aus? Oder durchmischt sich der Puppenkalender dann mit meinen privaten? Ist das doof oder egal oder wie? Habe eben per Zufall vier Seiten des Kalenders 2017 gecheckt - es war so gut wie alles Puppentheater. Okay.
Reha-Memo
Ich merke gerade beim flüchtigen und etwas weinbeseelten Lesen meiner Einträge aus meiner Reha-Zeit, wie klar im Kopf ich dort meine Zeit verbracht, mich entsprechend realistisch eingeschätzt und beschrieben habe. Und: wie schnell ich all diese Erkenntnisse wieder vergesse! Übrig bleibt ein vages Gefühl davon, dass mein Leben durchaus möglich ist, es aber offensichtlich an einer Initialzündung fehlt, es endlich im Rahmen meiner Möglichkeiten und deejay-realistisch so anzugehen, dass ich später von mir behaupten kann, es wenigstens versucht zu haben. Du meine Güte ...
Sammeln für den Aufbruch
Das liest sich ja gut. Ist aber eine Wiederholung nach der anderen. Es wiederholt gefühlt sich so viel hier in der zehnsucht. Sammeln steht bspw. für merkwürdiges Cruisen via GoogleMap und solchen Beiträgen wie der in der Zeit an Orte in der Welt, zu denen ich mich aufmachen würde, wenn die Puppenära vorbei ist. Eine sehr vorwissende Vermutung sagt mir, dass ich kaum über MacPom hinaus kommen werde! Sammeln für den perfekten Fotorucksack, der alles kann, sogar Klamotten und Laptop aufnehmen. Für die große Tour, fürs Fotomachen draussen in der Welt, die es mit ihren Menschen zu erkunden gilt. Nun gut, es werden wohl wieder nur ein paar Fotos an meiner Wohnzimmerwand. Bin ja noch nichtmal hier richtig draussen gewesen zum Rumprobieren. Heut habe ich nach professionellen Wordpress Themes gesucht. Aha. Wofür? Na für die dann neue 2und40-Site, auf der ich dann meine professionellen Dienste anbieten werde. Prima. Und welche?
Oh-oh, mir scheinen da ein paar Abläufe durcheinander zu geraten. Eine Idee und daraufhin ein Ziel wären da ganz sicher der bessere Weg als mit professionellem Equipment an der Bahnschranke des Nachbardorfes wieder umzukehren.
Resümierend betrachtet bin ich also ganz schön schlapp und müde, kleine Strohfeuer viertelherziger Ideen kommen keinen Schritt weiter in und mit mir und morgen ist also wieder irgendein Montag. Doch der August kommt diesmal mitsamt seiner ganzen Konsequenz. Zumindest also geht es so wie in den letzten Jahren ersteinmal nicht weiter. Und ich bin mir sicher, es als notwendig zu betrachten, mich bis dahin soweit aufzubauen, mit Zielen und Ideen versehen, mich darauf freue. Und sei es die konstruktive Auszeit. Nur nicht "einfach so weiter".
jede Woche ...
... jedeWoche gegen Ende dieselbe Hoffnung auf die nächste. Die, die zum Aufbruch werden soll. In der ich alles besser mache, mich aufraffe, sortiere und es angehe. Weniger oder besser keinen Alkohol trinke und mir Gutes tue. Und dabei und damit vorankomme, Mut schöpfe und mich auf jeden Tag statt auf provisorisch-vage Gefühlsexperimente freue.
Hier kommt die Angst
... ein guter Song. Und sehr aus mir heraus. Wahrscheinlich gibt es keinen Grund, aber ich spüre sie immer wieder im Nacken. Manchmal reicht ein Termin bei MK, meistens reicht der Gedanke an die Zukunft, dazu kommt mittlerweile die Angst vor mir selbst in diesen verbleibenden Monaten. Wie ich mich verhalte, ob und wie ich es vermag, mich aufzubauen. Meine Labilität ist mir hinlänglich bekannt, ein wesentlicher Beitrag zum Versuch der Vermeidung bestünde in meiner Klarheit, die mich mit mehr Motivation betreffs des Lebens füttert als in solchen postalkoholischen Zuständen, die Unverständnis bei mir wie anderen auslösen kann. Mein Selbstbild verzerrt sich im Verstärker der Angst, die Aussichten trüben sich ein und es wollen sich keine guten Gedanken an ein schönes Leben bis zu mir durchkämpfen.
Da stehe ich, als Festung der Möglichkeiten mit Mauern aus Angst.
Mittag.
What a feeling: elektrolytnötige Boulette mit Kartoffeln und Kohl im café p. und mir gegenüber der Intendant und die ganze Verwaltungstruppe. Kein Wort, kein Blick. Und in der Unterhaltung gehts um Arbeitsverträge und die A-Karte des Arbeitgebers und 6 Wochen Krankschreibung und wer sonstwo noch so aufhört und dass es schon über 70 Bewerbungen ... kann man das stoppen? ... wer soll das alles beantworten? Nanu ... ach na sowas.
So fühlt sich wachsende Entfernung an und ebenso die Überlegung mit den Krankschreibungen im Sinne einer growing up lame duck. Aber es war auch wesentlich viel Bier gestern mit Frank Memmler im Bluenote. Leute, die mir gut tun. Na dann.
Welle die II.
... und hier tags darauf das kleine Gegenteil: Katrin und Petra im Puppenhaus schliessen Wetten ab, dass ich mich nirgendwo bewerben muss, sondern ganz sicher und einfach gut unterkommen werde. Und dazu die zweite Wette, dass aus meiner Auszeit bis Anfang 2019 bestimmt nichts wird, weil es sehr viel schneller für mich weitergehen wird. Nunja, weil ich ja auch keinen wirklichen Plan einer Ausreißzeit in irgendeine große Freiheit habe, kann das durchaus sein. Und es wäre vielleicht auch ungefährlicher, falls ich tatsächlich absacken sollte. Denn das wärs wirklich schwierig, wieder Fuß zu fassen.
So, und dann kommt die zarte Steffi, die sich dauernd entschuldigt, weil sie sich mir anvertraut in ihrer unglücklichen Liebe zu Jörg. Oh, das wird noch bisschen tragisch, glaube ich. Während des Chats gehts dann umgedreht um meine nicht vorhandenen Ziele und Leidenschaften, um die ich manch andere so beneide. Eigentlich ging's ja um Steffi und ich wollte ihr nur sagen, wie wichtig ich es finde, mit Menschen zu kommunizieren; fürs Reden, für neue Sichtweisen, auch wegen Trost und Hilfe. (Schlaumeier ! Schaffst es ja selbst nicht) Und in Bezug auf jene Ziele und Leidenschaft lässt sie sowas hier los: "Du brauchst niemanden beneiden, du hast doch soviel neidenswerte Leidenschaft, die jegliche Ziele in deine Reichweite bringen. Dein Charme und deine Sympathie tun den Rest. Du hast deinen eigenen unvergleichlichen Wert."
Tja. Und nun? Das sind so die so genannten anderen Tage, aus denen ich gestärkt herausgehe und urplötzlich der unkonkreten Meinung bin, dass sich alles schon einpassen wird und ich meinen Weg finden werde. Einen, mit dem ich viel besser leben kann. Mit Menschen und Freunden und einem Sinn. Diese biochemischen Kurven sind wahrscheinlich normal in so einem Umbruch, der schon so lange währt.
Musste ich loswerden, damit ich es lesen kann, wenn ich mal wieder nicht dran glaube. Das wird sich bestimmt oft wiederholen. Weil ich mir nichts merke und meine Gefühlswelten zu flüchtig sind. Immer auf der Wellte der Angst und des geringen Selbstwertes, eine Flasche Wein drauf und umso wertloser nächsten Tags. Prost!
Motivationswellen
Natürlich lässt es mich ganz und garnicht los: ich grübele und versuche mir vorzustellen, wo meine Motivation, meine Leidenschaft, mein Wille oder überhaupt irgendeine Idee für mich liegt. Ich bin Brachland und bemerke es sehr. Insbesondere, wenn mich jetzt immer mehr Leute ansprechen, ob ich ihnen nicht was über die ausgeschriebene Stelle am Puppentheater erzählen könne. Mir wird dabei sehr flau, es fühlt sich an, als stürze sich eine Horde von Krähen auf diese Stelle und alle Bewerber scheinen es irgendwie drauf zu haben, scheinen voll von Motivation und Energie zu sein. Und ich bin mir sicher, dass es sich wie ein Aufschwung im Theater anfühlen wird, während ich mich aussichts- und willenlos zurückziehe und anderen das eigentlich gute Feld verlasse. "eigentlich ...", das doofe Wort. Natürlich ist es schade drum, weil dieser Job meinem Metier und auch Interesse entspricht, ich aber nicht in der Lage bin, mich insbesondere der Chefetage richtig und gerade hinzustellen, mit Rückgrat und Willen, mit Blick nach vorn und Motivation. Oder es geht hier eben nicht anders und ich tue sehr gut daran, diesen Ort zu verlassen und was Neues zu tun. Insgesamt bin ich fürchterlich müde, während mein Leben irgendwo entlangplätschert.
Das merkwürdige dabei ist der stete Wechsel in meinem größtenteils negativ belasteten Gefüge. Immer mal öffnet ein keines Viertel in mir seine Pforte und lässt mich in einen bunten Garten sehen. Soetwas lässt sich offensichtlich und mehrfach bewiesen nur herstellen, wenn ich klar im Kopf und ausgeruht bin; alles andere knechtet mich weiterhin in einem sehr gering ausgeprägtes Selbstwertgefühl ohne Hoffnung. Da führt mein Blick auf die ganzen Leute in meinem Umfeld zu Neid bis hin zur Missgunst.
Mutig geht anders. Ich muss ja nicht die phantastische Aussicht auf einen guten neuen Job oder sonstein Gefüge haben, mir würde es längst reichen, wenn ich wüsste, wofür.
Berg- und Talfahrt
Wir sind in der Schweiz, eigentlich zum Skifahren. Jedoch verschafft uns das Wetter mehrere Auszeiten. Und ich fahre währenddessen Berge und Täler meiner inneren Universen ab. Es sind keine guten Fahrten. Ich suche nach innerem Halt, lese Zeitung und sehe die beiden Gründe meines Puppenausstiegs sich prächtig darin präsentieren, höre Radio und das Selbe wieder. Mir scheint das Theater weit entfernt - das sind alles nicht meine Aktionen gewesen und ich bin auch nicht darüber informiert worden. Und doch piekt es jedes Mal ein bisschen in der Gegend meines Selbstwertes.
Diese Berg- und Talfahrten haben insgesamt einen bitteren Gesamtgeschmack, der all das aufnimmt, was ich gefühlt bisher nicht in der Lage gewesen bin, mir zu erfüllen: Einen Willen, eine Idee, einen Plan. Jeder und alles um mich herum scheint halbwegs mit sich und seinihrer Umgebung klarzukommen, während sich bei mir die Meldungen häufen, dass es auf Dauer aussichtslos sei.
Wahrscheinlich hängt es wie immer mit meinen Bewertungen von Situationen zusammen, die sich später gern wieder auf die Flucht machen, weil die Realität mir einen besseren Zustand verschafft hat und mich die Zweifel vergessen ließen. Bis zum nächsten mal.
Aber im Ernst: Ich hab absolut keine Idee und schwebe im greulichen Nichts.
edit (2018/01/21) Wo ich diesen Beitrag hier gerade nacheintrage: Auf meine und wahrscheinlich auch die anderen Stellen haben sich mehr als 70 Leute beworben und ich wurde von vielen bekannten und unbekannten Leuten nach der Bewerbung auf meinen Job angefragt. Soviel zum Thema "Jeder und alles um mich herum scheint halbwegs mit sich und seinihrer Umgebung klarzukommen". Tja.
Kubon als Idee
Sei's drum: ich beneide derzeit Jan Kubon. Nanu ... Warum? Weil er es (zwar nicht aus Beständigkeit und harter Arbeit auf dem Weg dahin, aber dennoch:) geschafft hat, seine Leidenschaft, sein Wissen auf dem Gebiet der Musik und eine Idee zusammenzufassen und genau das auf der für ihn besten Möglichkeit - nämlich bei MDR Radio Kultur - zu einem (wie er selbst sagt) besten Job der Welt zu machen. Find' ich gut, weil es mir zeigt, wie es durchaus möglich ist, sich mitsamt seinen Möglichkeiten wie auch Unsicherheiten auf den Weg zu machen und irgendwiewannwo plötzlich dort zu landen, so man sich wohlfühlt, Anerkennung und Freude am Tun, Sein und Werden und letztlich auch am Leben hat.
Meine Problem dabei ist, dass ich dann gern Fehler suche, um herauszustellen, dass ich es (zumindest im Klang der Stimme und der Moderation) besser könnte. Tjahaaa : aber nicht mache.
Ihnen noch einen schönen Abend uuuund machen Sie's gut.
hot head Erkenntnis
Was immer es wird mit mir und meiner Zukunft, meinen Ängsten darüber und vagen Vorstellungen in Bezug auf mich selbst wird ... eines weiß ich sehr genau: ich möchte solche angsterfüllten, aufwühlenden Zustände wie sie seit gestern erneut aufgetretenen sind, ganz einfach nicht mehr haben. Soviel ist sehr sicher. Auch wenn sich dieses Gefühl wahrscheinlich in Kürze und nach Klärungen wieder legen wird und ich ein Meister im Verdrängen bin und mich wieder meinen persönlichen Problemen widme, so muss ich es doch und wieder hier festhalten. Es zehrt mittlerweile an meiner Gesundheit und es fühlt sich an, als liegt ein schwerer Druck auf meiner Brust, ein tosendes Durcheinander in tausenden Gedanken über Wahrnehmung, Schuld und Verantwortung. Mein Kopf brennt und mein Herz findet keine Ruhe.
(zur Erklärung des Vorfalls: Intendant meint, ich veröffentliche betriebsinterne Informationen. Und er meint vermutlich mein Facebook-Posting über die Stellenausschreibungen mitsamt eines mehrdeutigen Kommentares. Dazu kommt eine Hofspektakel-Karte zur Bewerbung vor Weihnachten, bei der ich offensichtlich alles falsch gemacht habe. Weil es keine klaren Motivansagen dafür gab, weil ich es eigenverantwortlich in bester Absicht angegangen bin und die Dramaturgen mich sogar noch ermutigt haben. Weil keine sich zudem zeitlich nicht in der Lage sehenden Agentur aus Nichts nichts besseres machen kann. Weil mir der Intendant insgesamt damit droht, meinen Vertrag sofort zu lösen ... und weil ich insgesamt nicht weiß, was dieser ganze Mist hier soll und wird, wenn man nicht in der Lage ist, auf Augenhöhe und im Sinne eines gemeinschaftlich- freundlichen Ansatzes mit Würde und Akzeptanz zu kommunizieren.)
Also: Was auch immer werden wird - diese erschreckenden Gefühle möchte ich nie wieder haben! Und die Leute, die dazu beitragen, muss und werde ich ernsthaft meiden.
Nachtrag 16:50 die Hitze legt sich. Geschafft Es ging tatsächlich nur um meinen zwiedeutigen Kommentar beim Posten der Stellenausschreibungen. Nicht um "Zeugenaussagen" von Leuten, denen ich möglicherweise zuviel erzählt habe. Das sei für einen Beschäftigten in meiner Position nicht zulässig. Immerhin reichte es zu einer Abmahnung. Heyhey - meine erste. Und letzte? Egal, Geld hält also voraussichtlich bis August und gibt mir Zeit, ganz ganz ruhig zu werden und mich dabei aufzubauen. Euphorisch ...
hot head
Da ist er wieder, der heiße Kopf: Vor Minuten kam der Intendant in mein Büro und erkundigte sich nochmal nach unserer Vereinbarung, nach der ich im Theater bleiben wollte, nur mit einem anderen Vertrag. Womit sich die Gelegenheit ergab, es ihm nochmal ganz deutlich zu machen, dass vorrangig der 31.08. mein Finale ist und wir bis dahin sehen, auf welchen Wegen wir weiterhin zusammenarbeiten können oder wollen. Und dann kippte die Stimmung, als er meinte, wenn ich weiterhin innerbetriebliche Dinge öffentliche "posten" würde, wir diesen meinen jetzigen Vertrag noch sehr viel schneller beenden werden.
Was war passiert? Ich habe, nachdem mich gestern gegen 10:00 eine Frau anrief und sich über die ausgeschriebenen Stellen erkundigte, erstmals herausgefunden, dass es 5 Puppen-Stellenausschreibungen bei indeed und buehnenjobs gibt. Die habe ich dann ins Facebook geteilt mit der Angabe: "... richtig was los hier. Und damit: Viel Glück & Augen auf bei der Berufswahl." Das liest sich natürlich mehrdeutig, ich würde aber bestreiten, hier innerbetriebliche Informationen veröffentlicht zu haben.
Und von wem kommt es? Natürlich. Er hat Zeugen, sagt er. Und ich habe mehr Gewissheit denn Verdacht und sollte Gotot und Pohl besser auf Facebook entfreunden. Aber das nützt letztlich auch nichts, denn ich müsste alle Seitenverbindungen dann auch kappen. Also vollständig die Klappe halten? Zu spät- das Thema ist bereits seit längerem in der Stadt unterwegs. (update Intendantgespräch 30.11. um 16:30: Auf meine Nachfrage an Gotot antwortet MK, er hätte es von einem seiner Freunde weitergeteilt bekommen. Das muss ich mal checken, falls es mich noch interessieren sollte.)
Morgen kommt mehr, denn es ist eine Besprechung dazu anberaumt. Au warte. Mein heißer Kopf spürt, dass meine Aktion durchaus Ambivalenz in sich trägt und dass es hier mal wieder brennt, aber nun ist die Kuh aufm Eis. Na dann.
hustensuffpuppe
Am besoffendsten bin ich immer am schlauesten. Das ist merkwürdig. Dabei stellt sich dann immer alles ziemlich logisch und deutlich dar. Und die Essenz aus allem bleibt, es JETZT und ohne Alkohol genau so hinbekommen zu wollen. Bin heute auf dem Weg zum Kulturbüro an der Ecke Jakobstraße / Bremerstraße vorbei gefahren und hab mich erinnert, dass ich mal vorm Exlibris nach irgendeiner Session dort im Bus gepennt hab und vorher noch mit einem Glas Weißwein in Unterhose und sehr betrunken genau dort war und den Bauarbeitern beim Arbeiten zugesehen habe. Au warte.
Ich hab mich erkältet, habe einen sich anbahnenden dicken Husten, hab mein Schwimmen zugunsten einer erholsamen Nacht geopfert und finde mich im Gegenteil wieder: Mit 2 Flaschen Bier und einer Flasche Wein. Und rauche ordentlich, nachdem ich den ganzen Tag nicht rauchen konnte und wollte.
Und dann denke ich in Abwesenheit der beiden Gründe für mein Puppentheater-Ausscheiden daran, dass ich es hinbekommen muss, nicht mehr an diese blöde Zeituhr zu denken. Ronald sagte das schon vor 2 Jahren ('dann mach doch aus deinen 60 Überstunden einfach 60 Minusstunden und guck, was passiert!') und Katrin und Mahatma (...) sagen es ebenso; nur ich kann mich nicht davon lösen und bekomme es aber auch irgendwie nicht hin, es als problemlos zu befinden. Das ist komisch und ich weiss nicht, woran das liegt. Aber ich werde es wagen.
Jo. Und das ganze Konglomerat meiner Gedanken, warum ich aus meiner anfänglichen Euphorie meines Cut-Offs jetzt eine gewisse Unsicherheit spüre, wird hier das nächste Thema.
die große Unsiche.
Also wie war das jetzt? Reha, Puppen-EnD-Schluss, Fitmachen, Alkohol runterraus, Kontakte beleben und mir bis August etwas aufbauen, worauf ich nicht nur giere und mich freue, sondern auch zumindest ahne, dass es gut für mich ist. Okay, nichts ist vorherbestimmt, aber Stolpersteine gibt es viele: Zwar mache ich mich fit, trinke aber am selben Abend gleich eine Flasche Wein dazu; zwar genieße ich die angstärmer werdenden Zustände im Puppenhaus, gleichzeitig aber gesellt sich eine sehr vage Stimmung und Unsicherheit ein, ob mir mein Vorhaben gelingt. Denn: ich weiss wie immer nicht, was ich will. Nur so halbwegs, was ich nicht will. Und dann sehe ich mir die anderen Leute an - was immer davon stimmt; aber ich sehe sie mir an und erahne, dass sie sich jeweils auf den Weg zu einem ihrer Ziele gemacht haben und offensichtlich angekommen sind. Natürlich tappe ich hier möglicherweise wieder in die Facebook-Falle, wonach ein Kubon beim MDR angekommen ist, Michme sein Ding inkl. Musik und Band macht und so viele andere, die aus meiner neidvollen Sicht ihr Leben offensichtlich im Griff haben, während meine septembrige Entschlussfreudigkeit einer wachsenden Unruhe weicht. Vielleicht auch, weil mich immer alle fragen, was ich dann mache oder vorhabe. Und mir fällt nichts ein. Und weil ich immer noch und wieder zuviel saufe. Wenn es mir wenigstens nichts ausmachen würde. Macht es aber. (ein Glück!)
Gibts hier irgendwo einen Schalter?
P.S.: Und besser trifft es sich kaum: Gerade eben im FB entdeckt, wie Katrin und Corina sich einen Foto-Workshop gebucht hatten. Was mich interessiert. Was ich selbst vielleicht durchführen wöllte. Und genau da trifft sich meine Stimmung: Interessen entwickeln, schlau machen, raus- und losgehen. Ich kann es nicht dauerhaft bei einem Burn-Out belassen und es verantwortlich machen. Wo ist die Literaturliste aus der Reha?
Augen- und anderes Licht
Mal ein Beitrag aus der Lebensschublade. Seit Mittwoch hatte ich irgendwas im piekenden rechten Auge, das nicht weggehen wollte. Heute ist Dienstag. Also zum Augenarzt. dort warf man mir zahlen an die Wand, die ich fast nicht erkennen konnte. Großer Schreck und viele Gedanken, bis ich wieder ins Behandlungszimmer kam. Währenddessen rollten alte Menschen, ohne Beine, mit Schlaganfall, mit schlechten Augen und Rollatoren an mir vorbei. Und gestern erzählt mir ein offenhörlich leicht geschockter Tobi am Telefon, dass sein übernächster Nachbar mit 56 Jahren gestorben sei.
Und so ist sie plötzlich wieder da: die Überlegung betreffs des Lebens und allem, was damit zu tun hat. Wie damals beim Tibia-Anriss 2014, als nicht der Schreck über die Verletzung, sondern über die Verletzlichkeit des Lebens allgemein und das Gefühl dazu, wie schnell sich alles komplett wenden kann. Ein Ausrufezeichen der Vergänglichkeit. Memento mori - gedenke des Todes.
Meine Überlegungen hinsichtlich einer Erblindung haben sich also nicht bestätigt. Es war nichtmal was im Auge. Trockenheit ist der Verursacher. Wie bei meinem Vater. Und eine Brille wird es über kurz oder bald auch geben müssen. hier die Werte:
li -0.50 / -0.75 / 99% 1.0
re +-0.00 / -1.00 / 82% / 1.0
Das liest sich garnicht mal so wild, wie es beim Zahlenraten den Anschein hatte. Und Tobi besorgt mit jetzt Flüssigkeit und solch Zeugs, das Abhilfe schafft. Und wieder ist es da: Das Gefühl großer Dankbarkeit, dass es nichts weiter Schlimmes ist und dass außerdem jemand da ist, der mir hilft.
Ein schönes Beispiel meiner offensichtlich doch vorhandenen Lebenssucht.
puppen's rattenschwanz
Das Puppendilemma fühlt sich ungefährlich für mich an, weil ich es offensichtlich mit mir klargemacht habe. Insgesamt ist meine Stimmung weit besser als die, die mich vor meiner Reha permanent heimsuchten. Obwohl auch jetzt wieder zuviel Alkohol im Spiel ist. Auf dem Absprung sind also aktuell: Stephanie, Katrin, Jesko, Mimo, Jonathan. Es ist natürlich noch genügend Zeit für den Intendanten und seinen Verbündeten, entsprechende Notreissleinen zu ziehen und Angebote zu machen. Auch meine Gespräche verliefen ja wundersamst freundlich und friedlich. Am Freitag (27.10.) gab es dann eine Abteilungsversammlung, in welche der Intendant sämtliche Inhalte aller Personalgespräche offenlegte, um einem Gerede oder Gerüchten entegenzuwirken. Das Ende des Datenschutzes, aber egal. Für mich egal. Interessant fand ich, wie Katrin wieder einknickte, wie Alena erpresst wurde und wie redegewandt und sehr selbstbestimmt Stephanie sein kann und es auch deutlich macht.
Aber nunrum, es wird sich einiges sicher noch richten oder lichten; ich für meinen Teil hege immer noch den Solidaritätsgedanken, mittels dem deutlich wird, dass, wenn so viele Ratten das nichtsinkende Schiff verlassen, offensichtlich etwas in Schieflage sein muss. Ich hoffe also, dass die "Abtrünnigen" (welche auch nicht mehr bei Zukunftsgesprächen eingeladen sind - die es aber auch vorher nicht gab) stark und konsequent bleiben. Das ist hier doch alles aber auch Murks & Egal, alle diese geschriebenen Informationen hier werden hinfällig sein. Übrig wird ein mulmiges Gefühl bleiben, wenn es darum geht, wie Menschen miteinander umgehen und wozu sie (/nicht) in der Lage sind.
Es bleibt schade, wenn ein guter Ruf eines Hauses mit der Seele von Mitarbeitern bezahlt werden muss. "Das Krematorium der Seele?". Schwammig bleibt alles allemal Ähnlich dem Waldbewohner im Tal, dem irgendwie klargemacht wird, dass die verfeindeten Truppen der umliegenden Berge sich genau in seinem Tal Schlachten liefern müssen, er es natürlich nicht kapiert, aber den am Ende dennoch das doofe Gefühl beschleicht, dass alles seine Richtigkeit hätte.