Zehnsucht

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Gut aufpassen jetzt

Körper & Geist als untrennbare Einheit: mein Arm dauert von nun an bis mindestens zum 06.09. um in Ganzen hat es mir immerhin eine Weile Agenturleistungen / VerlĂ€ngerungen i.H.v. mind. 1.500 EUR eingebracht. (Hat es nicht, der Leistungszeitraum verlĂ€ngert sich nicht um die Zeit der Krankschreibung) Aber eben die einhergehende Unsachlichkeit in meinem Denken ... es ist zum verrĂŒckt werden. Haben sich ĂŒber Jahrtausende die Menschen ans LĂ€ngerleben gewöhnt und daraufhin versucht, dem Ganzen einen Sinn zu geben? Also sich eine eigene Kultur geschaffen? Und wurden dann solche Standards wie Arbeit, Leben, Geld und Urlaub erschaffen? Und dann Fernseher und Kreuzfahrtschiffe? Und Uhren und Kalender, um die Restzeit anzuzeigen? Um sich zurechtzufinden? Das geht jetzt etwas zu weit, ich weiss, nur ist es sehr schwierig fĂŒr mich, aus diesen Standards etwas Passendes fĂŒr mich heraus zu suchen. Es ist alles so sehr aberbehaftet. Über ein ganzes Jahr schon. "Jetzt gut aufpassen" steht an meiner Wand und meint, nicht durchzudrehen, nicht abzusaufen, nicht aufzugeben. Was leichter gesagt als getan ist. Ich möchte mal wissen, woher sowas wie gestern entsteht: Wir fahren nach Leipzig zu den Eels, was mir Freude bereiten sollte. Stattdessen denke ich heimlich, dass es nicht 'ganz so schlimm' wĂ€re, wenn wir nicht fĂŒhren. Noch vor Ort bin ich wie benommen, nicht richtig da und hĂ€tte ohne Tobi das Weite gesucht. Dann ist es warm, es dauert, bis es los geht und der Typ vor mir nervt mich ein bisschen und ich denke mir haarstrĂ€ubende Stories ĂŒber ihn als stillen Terroristen aus. 'Was fĂŒr ein sinnloser Blödsinn, mich darĂŒber aufzuregen', denke ich direkt beim Aufregen. Ich lebe voll neben der Spur und bin so unecht wie verstört. Dabei waren die Eels großartig. HĂ€tte ich fast vergessen, zu erwĂ€hnen, was? Diese Ziellosigkeit ist gruselig. Der Sommer baut sich gerade nochmal richtig auf und auch ohne Aua-Arm oder sonstwas wĂ€re ich keinen Meter irgendwohin gefahren, um meinem GefĂŒhl von diffusem Carpe Diem Raum zu geben. Kein Ziel hier, keines woanders. Und draussen an den BĂ€umen werden die ersten BlĂ€tter gelblich. Eben kam noch die Absage vom Malteser (Job) und ich weiss nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Egal ist es nie, weil ich IMMER denke. Zuviel denke. Planlos und ohne jedes Ergebnis. Manchmal kommt so ein Hauch von "alles ist möglich und kann sogar gut werden" vorbei und noch manchmal habe ich das GefĂŒhl, dass ich dauernd an einer profanen Schalterstellung vorbei grĂ€tsche, die eine einfache und gesunde Sicht auf meine Dinge des Seins zulassen wĂŒrde. Es gibt noch weitere 4tausend ErklĂ€rungen, die ich hier bestimmt noch aufschreibe. Falls es dazu kommt. Oder anders. Aber gut aufpassen jetzt sollte ich tatsĂ€chlich.

Versprechung

Wenn die Hilflosigkeit ob der immer noch wĂ€hrenden und wiederholt aufflammenden Schmerzen im Arm ĂŒberhand nimmt und sich schwer intensive TrĂ€ume aus Unmengen PuppentheatermĂŒll in meinen Morgen mischen und mich immer weiter verunsichern in Bezug auf das, was jetztÂ ĂŒberhaupt noch kommen soll ... dann ist es leicht, mit Versprechen um mich zu werfen, die davon kĂŒnden, wie sehr ich auf mich aufpassen werde, sobald es wenigstens der Arm wieder zulĂ€sst. Ich werde Radfahren und Schwimmen und Krafttraining machen, ich werde mich auf Klippen setzen und singen, ich werde Menschen suchen und besuchen ... kurzum: ich werde mich aufraffen, das Leben angehen, MĂŒĂŸigkeit und Alkohol umgehen und dann ... dann wird es doch nicht so sein.

Spurensuche

Wie kam ich an diesen Punkt meines Empfindens, meines Seins, meiner Sichtweise, meines Handelns? Das ist ja sicherlich nicht neu und nicht nur dem Puppentheater geschuldet (auch wenn diese gesonderte Abteilung meines Lebens einen wesentlichen und vor allem aktuellen Punkt bildet). SelbstwertgefĂŒhl, SelbsteinschĂ€tzung ĂŒber mein Dasein, meine Ansichten, meine GefĂŒhle und mein Tun unter welchen PrĂ€missen ich das Ganze bis hier ĂŒber-/ erlebt habe, spielen da rein. Einer der letzten Punkte, an die ich mich erinnere, sind die Erkenntnisse ĂŒber schlechtes Hören und Alkohol. (HörgerĂ€te benutzen und aufhören zu saufen war damals die Ansage an mich) Sozialer Verlust und AntriebsschwĂ€che werden sonst daraus entstehen. HörgerĂ€te selten benutzt, weil: Dysfunktion? SchwĂ€che? Selbst- / WertschmĂ€lerung. Also sozialen Verlust in Kauf genommen. Der Alkoholkonsum passt ganz gut dazu, lag allerdings als eine Art Fluchtgedanke schon viel frĂŒher vor. Kompensation gefĂŒhlter Blödheit. Aber saufen tun auch die "Großen" und Schlauen, also kann ich mich wenigstens damit auf deren Ebene / Niveau begeben Spurensuche im Versuch, es kurz und klar zu beschreiben. Meine Tante Monika sagte mal ĂŒber ihren Sohn, meinen Cousin: Helge ist noch nicht fertig, noch nicht angekommen, gesetzt und klar. Ich tat damals wissend und weiss jetzt: Ich bin es noch viel weniger. Aber was weiss schon Tante Monika? Und das hier fĂŒhrt auch irgendwie zu nichts. Ich versuche dauernd, mir meine gefĂŒhlte Misere zu erklĂ€ren. Warum? Um einen Schuldigen zu finden? Und dann? Um verursachende Verhaltensmuster zu erkennen, um sie dann auch bloß nicht Ă€ndern zu können? Geht das hier eigentlich jedem so oder sind da eine riesen Menge Ignoranz und Hirn runterschraubende Elemente im Spiel?

Wunschliste

Immer wieder ertappe ich mich dabei, die richtige Herangehensweise finden zu wollen, indem ich meine Ziele oder zumindest mein GefĂŒhl von Leben zu formulieren versuche. Das passiert immer wieder mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen. Diese hier versucht, es noch weiter runterzubrechen als bisher. Am besten gleich mit Beispielen: mist-alles weg [Tja, das hier musste ich dann nochmal ĂŒberlegen und ist nun weniger emotional:] Ich möchte ausgeglichen und mit einer gewissen Gelassenheit den Dingen des Seins gegenĂŒberstehen. Ich möchte mich auf mich verlassen und mich sortieren, einordnen können. Ich möchte wissen, was ich will und es dann auch tun. Ich möchte wieder an mich glauben und vor allem meinen Optimismus, meine Fröhlichkeit und Freundlichkeit wiederhaben; eine weiche Sicht auf das Leben mit all meinem Mut und meinen schönen Gedanken. Dazu muss ich den ganzen unnötigen Ballast im Kopf loswerden. Das reicht fĂŒrs Erste. Schönes Beispiel dafĂŒr ist Mohi - der sehr entspannt durchs Leben geht und dabei weiss, was er möchte und was nicht und in dessen Leben immer wieder neue Menschen, Ideen und Begegnungen eine Rolle spielen. Der nie laut oder böse wird, sondern in der Lage ist, abzuwĂ€gen. Und der ziemlich sicher keine Angst hat. Weiteres Beispiel ist Jörg, der einfach und fast ein bisschen kindlich die Dinge angeht, sich nach Gaby neu aufgestellt und sichtlich verbessert hat, mit Freundin und Vespa durch Italien fĂ€hrt, an Klippen Gitarre spielt und ganz einfach freundlich und liebevoll ist. Und Tobi, der in vielen Bereichen seines Lebens offensichtlich mit stoischer Gelassenheit die Dinge kurz besieht, ĂŒberlegt und es dann einfach macht. Nach dem Motto 'worauf warten?'. Und der sich sehr wenig Sinn um die Firlefanzen und Sideshows macht. FĂŒr mich manchmal zu einfach im Anspruch, im Denken & Sein, aber eben auch hafentauglich, brandungsfelsend, bodenstĂ€ndig, zuverlĂ€ssig. Letztlich gibt es dann ja noch mich, der mit seiner wuseligen Weltanschauung naiv und hoffnungsvoll alle ihn interessierenden Dinge impulsiv und auch ein bisschen halbherzig und damit oberflĂ€chlich angegangen ist. Der sich selten positioniert hat und nur Frieden wollte. Das ging eine Weile ganz gut, bis die Interessen knapp und die Tage gefĂŒhlt kĂŒrzer wurden. Mit 30 hatte er finanziell GlĂŒck, mit 40 war er Alkoholiker und mit 50 wusste er nicht mehr weiter.

1000 TrÀnen tief

Oh weh. Eine Nacht voll von Traum, Schlaf und vielen Stunden. 23:00 ins Bett, 9:30 raus. So viel Zeit. Und so viel Traum dabei. Inklusive eines elektrischen Stromschlages im rechten Arm. Als Erinnerung und AufrĂŒttelung. Der macht mir wegen heute Abend mit jeskom am meisten Sorgen, aber jetzt ist es egal - wir ziehen das durch und es wird gut sein. Aber die TrĂ€ume ... einer von denen erkor eine unfassbar große und tiefe Traurigkeit in mir. Vergleichbar mit meiner Reha in 2017. Hab lange drĂŒber nachgedacht, aber es ergab sich kein plausibles Bild außer einem tiefgrĂŒnen Rasen mit Wald und schummrigem Licht, Stille, Leere. Ein junger, leicht bekleideter Typ auf der Waldwiese sitzend, wahrscheinlich irgendwelche Übungen machend. Ich mit bewunderndem Blick, an seinem (?) Zimmer mit offener TĂŒr vorbei und bin in einem gerade anhaltenden Zug. Steige aus und gehe eine Rampe hoch, bemerke Stephan Groth vom PT weiter hinter mir, will ihn aber nicht sehen, denn jetzt bricht es aus mir heraus. BĂ€che von TrĂ€nen und unstillbaren Leids. Es bedarf keinen Plans, so traurig zu sein. Und vielleicht ist alles auch nur eine perfekte Melange aus dem lonely Tuesday, den ich weinverkatert hinter geschlossener TĂŒr verbrachte: #vietnamkrieg@arte-tv #orientierungs- und ziellosigkeit #aussichtslosigkeit #ideenlosigkeit #mein gefĂŒhlt vergeigtes Leben #alkoholismus Ich kann alles alles tun, alles, was ich will. Hab nur leider leider leider ... keine Idee. Allein das ist traurig genug. Mit anderen Worten: Der Leidensdruck steigt und es kotzt mich zunehmend an.

Emobatzen

Die Gewichtung von Positivem und Negativem scheint mir eine außerordentliche Schieflage aufzuweisen, indem ich das jeweilige Element zu Gunsten oder Ungunsten fĂŒr mich auslege. Vereinfacht geschrieben sah ich mich immer als den positiven Menschen. In den letzten Jahren des Puppentheaters (so ab 2016? - ich weiss es nicht mehr genau) ĂŒberwog ein negatives GefĂŒhl, das sich entsprechend in Nicht-Aktionismus, Lethargie und Alkoholismus ĂŒbertrug. Manifestation heisst das wohl, wenn ich jetzt vom Ende dieser Jahre aus (hoffentlich!) darauf zurĂŒckblicke und nur noch Negatives verspĂŒre. Da gab es ganz sicher ganz viel Positives, aber Mister Sadman hat alle Erinnerung getilgt. Und genau so stehe ich also jetzt hier an einem typischen Sonntag Abend kurz vor Abfahrt aus Reform und glaube fast fest daran, dass NICHTS möglich ist und ich mich in allem sehr sehr verloren fĂŒhle.

Zusammenaugustet

Trotz allen Wissens um meine möglichen, spontanen Sichtweisenverbesserungen stelle ich mir weiterhin die Frage, warum mein Leben so kompliziert sein muss, warum ich mich immer wieder mit diesen zermĂŒrbenden Fragen nach dem Sinn und meinem Lebensmodell herumschlage bzw. herumschlagen muss. Wieso kann oder muss ein in seiner Basis so positiv eingestellter Mensch wie ich so viele negative Denkmuster mit sich herumschleppen? Im Moment fĂ€llt diese Frage deutlich ins Gewicht; die Voraussetzungen dafĂŒr sind zusammengefasst: das böse, selbst verschuldete Aua im rechten Arm, die gefĂŒhlte Hilflosigkeit in Sachen Wille, Job und Zukunft und der damit einhergehende bzw. aus diesen Fragen resultierende Alkoholismus. Mein Unvermögen, mich sachlich und konkret auf mich und meine WĂŒnsche zu besinnen, schleudern mich weiterhin durch mein Leben mitsamt seiner UmstĂ€nde, die mir keinen Spaß bereiten, mich aber auch nicht zum Seinlassen desselben bewegen wollen. Eine Krux, der ich nur mit VerĂ€nderung begegnen kann. Aber welcher?

Eigentorvorwurf

Die richtigen Gedanken und Sichtweisen fĂŒr die jeweilige Situation bereit zu haben, ist nicht leicht. Montag vormittag, M'era Luna ist armschmerzend und anstrengend vorĂŒber, ich bin immer noch mĂŒde und habe immer noch keinen Plan. FĂŒr nichts. Das zermĂŒrbt. Nichtmal die Domsagen, die ich ab dem 04.07. mit Bertold angehen wollte ... sie liegen brach. Übrigens seit 2008. Ich habe wieder vom PT getrĂ€umt und es war wieder negativ. Vielleicht ist es das, was mich so runterzieht. Der Rest sind eindimensionierte Kurzansichten wie: Training, Aufbau, VorwĂ€rts... ging nicht, weil Arm. Arm kaputt weil: gesoffen und verkantet. ÜbermĂ€ĂŸige Vollschuld. Insbesondere an den Schmerzen, denen mit Geduld zu begegnen ich mich schwerlich in der Lage sehe. Jeskom Probe diese und Show nĂ€chste Woche. Wirklich? Aussicht auf Job, der "irgendwas" sein wird, weil die eigene Sicht auf meine eigenen Interessen fehlt? ErbĂ€rmlich hinke ich dem Sein hinterher. Irgendwie. Und dumpf dröhnt es aus dem Beton. So, das sollte reichen fĂŒr die Halde. Es rettet mich kein höh'res Wesen.

Empfehlungen gegen Negativ

Ein wesentliches Grundmerkmal, um Situationen mit anderen Menschen in Zusammenhang mit mir besser einschĂ€tzen, bewerten und mich entsprechend positionieren zu können, bestĂŒnde meiner Meinung nach bestenfalls in einer gewissen BedĂ€chtigkeit, einer Gelassenheit, einem möglichst objektiven AbwĂ€gen der Argumente und meinen eigenen Interessen in einer relativ kurzen Zeitspanne.  (Situation, Reaktion, Anforderung, E-/Affekt, Lösung) Das können Langsamfahrer, Falschabbieger oder Ampelranroller sein, verstellte Parkplatzzufahrten, mich nervende Menschen vom Kind bis zum Greis, Wind, der beim Radfahren immer von vorn kommt, Werbeansagen in SupermĂ€rkten ... also (in diesem Fall fĂŒr mich typische und oft sehr negative) Situationen, die mich zu ĂŒberfordern drohen. Einer solchen negativen Erwartung voraus geht fast immer eine eigene angespannte negative Situation meinerseits. Diese Definition schrieb ich vor den nun folgenden Zeilen, die sich mir zu merken durchaus lohnen und helfen könnten.

SollStauchStelle

Samstag, 03.08.: Jana Dorsch, Geburtstagsparty. Bisschen Bier, bisschen Wein, heftiger Joint. Gegen 02:00 Flucht nach vorn bzw. nach Hause. Aufsitzen aufs Rad und sofort auf der anderen Seite wieder runtergefallen. Gut abgefangen. Dann tatsĂ€chlich nach Hause geradelt. In vollem Bewusstsein, dass etwas passiert und das Radfahren hier gerade unmöglich war. Dennoch angekommen, Bett und der Schreck weicht dem bewussten Schmerz, der sich sofort den Schreck wieder dazu holt. An Schlaf kaum zu denken, mittags dann Notaufnahme wegen enormer Schmerzen. Tobi hatte Dienst. Am Ende alles auf Entwarnung: Kein Bruch, kein Auskugeln. Es ist eine heftige Verstauchung, die mehr weh tut als ein Bruch und deren Heilungsprozess sich hin zieht. JeskomRecords heute: Ausfall. M'era Luna am Wochenende wackelt. Meine ganzen Ideen von Radfahren, Kieser und Schwimmen ... allesamt vorerst dahin. Zumindest fĂŒr zwei Wochen. Einzige positiver Nebeneffekt ist die voraussichtliche VerlĂ€ngerung des ALGs um diese Zeit. Aber das eigentliche Dilemma: Ich denke seit geraumer Zeit wieder darĂŒber nach, warum es mir nicht möglich schien und scheint, bei solch niederen Ereignissen wie Alkoholmissbrauch ein gewisses Maß einzuhalten. Und das war schon immer so. Ab dem Goo bis zum heftigen Ende durch. Wir haben das Jugendliche "ausprobiert" und sind dabei geblieben. Warum? Weil der Verstand fehlte? Oder die Vernunft? Oder die eigenen Möglichkeiten fĂŒr alternative Sichtweisen? Letzteres verdeutlicht sich, wenn ich hier zurĂŒck blĂ€ttere auf die Zeit des Tibia Unfalles um 2014 und stelle wie immer, nur resignierter fest, dass sich nichts geĂ€ndert hat in meinen AnsichtenÂ ĂŒber Wille, Ziel, Leidenschaft, Leben. Leere bestimmt mein Sein und Ă€ußert sich dann in solchen Eskapaden. Das ist schwerer Unsinn und grober Unfug in Bezug auf meinen Umgang mit meinem Leben. Habe ich schön geschrieben, klingt jedes Mal super, ist aber immer das Selbe. Keine Verantwortung, keine Entscheidung, keine Pflicht, keine Ideen, keine Ziele ... ich schlĂ€ngele mich ein Leben lang durchs Universum und fĂŒhle mich immer ein bisschen fehl am Platz. Hinzu kommt jetzt auch sachte aber bedrohlich merklich ein gewisses Unvermögen, die richtigen Worte im mĂŒndlichen Satzbau wĂ€hrend der Kommunikation zu finden, thematisch vor- oder weiterzudenken und mir ĂŒberhaupt ein klares Bild von gegenwĂ€rtigen oder zukĂŒnftigen Situationen zu verschaffen. Auch scheint mein Allgemeinwissen zu schrumpfen. Oder es zieht sich beleidigt zurĂŒck. Das ist Zerfall! Was noch merkwĂŒrdig ist: In solchen Momenten schweren Schmerzes erscheint eine gewisse Hilflosigkeit, gepaart mit einer Art Reue und dem fast heimlichen, internen Versprechen, jetzt aber mal die ZĂŒgel zu straffen. Ich habe flĂŒchtige Anleihen, die Dinge um mich herum zu Ă€ndern, zu Tobi zu ziehen und mich der Geldbeschaffungsnotwendigkeit zu entziehen, bis ich wenigstens eine Form von Bestimmung gefunden habe, die mir gerecht wird bzw. umgekehrt. Und gestern ging in einer Mail von Birgit Bursee plötzlich ein Fenster auf, wonach ich ab November eine viertel Stelle und ab Januar eine knappe halbe in der FWA haben könnte, möglicherweise auch gepaart mit einer freien TĂ€tigkeit bei Sandy GĂ€rtners Utopolis (eine Idee von Axel Schneider). Die Dinge kommen zusammen, ich sollte Vertrauen haben. In mich. Und einfach nur aufhören, zu saufen. Doch! Das geht: Seit meinem Party-Ende bei Jana Samstag Nacht bis jetzt habe ich weder Alkohol getrunken noch geraucht. So! Kalter Entzug geschafft.

Hier kommt die Angst nochmal

Das ist eine merkwĂŒrdige Feststellung mit dieser Form von Angst. Hier schonmal erwĂ€hnt >>> Wie ein bevorstehender erster Schultag, auf den ich mich nicht freue. Oder eine neue Arbeitsstelle, bei der ich niemanden kenne. Angst vor Neuem. Angst vor meiner Rolle dort. Ich bewerbe mich wahllos bei Fraunhofer und Ă€hnlichen Stellenausschreibungen, ohne es recht zu ĂŒberlegen, was ich denn da soll oder will. Warum mache ich das dann? Weil ich schließlich 'irgendwas' tun muss? Unklar. Mittlerweile entwickele ich schon ein vages GefĂŒhl von merkwĂŒrdiger Stimmung, wenn ich heute Abend zu Jana Dorschs Geburtstag gehe. Nein - da kann ĂŒberhaupt nichts passieren, aber es fĂŒhlt sich alles in allem so unklar an. Wie im anderen Artikel beschrieben, wollen die Beine fast schlackern und ich verspĂŒre einen deutlichen Drang nach Schutz und Geborgenheit, ein Ort, ein Mensch, ein Zustand, in dem mir niemand etwas tun kann. Und ich nichts tun muss. Das hat irgendeinen psychischen Hintergrund. Dass ich etwas 'tun muss'. Torschlusspanik? Ach herrjeh. Hier kommt die Angst und die lĂ€sst dich allein mit dir. Nochmal: Was kann den passieren? Merksatz #1.

Wille, Weg und Wabbelig

Ist es mir möglich, mich stumpf auf einen Stuhl zu setzen, um herauszufinden, was ich zumindest beruflich zu tun gedenke? Also jetzt?! Ich rutschte Zeit meines Lebens "irgendwie" so durch. Damit wurde alles also letztendlich auch "irgendwie". Wo Wille und Weg fehlen, wird dir nahe- oder auferlegt, was zu tun sei. Bis die Zeit kommt, in der ich erwachsen genug selbst entscheiden kann, was ich NICHT will. Unproduktives Geseiere und lamentierendes Beschwerdetum. Der Rest war immer schon Alkohol. Bei uns damals in der Schule, dann an der 'Ecke', im Insleber, im AMO und bei eigentlich nahezu allen AnlĂ€ssen, die sich uns oft genug boten. Es war anfangs zwar nicht so viel, aber immer Bestandteil. Schleichender Feind nĂ€hert sich einem ganzen Leben. Weil wir Durchrutscher waren. WellenlĂ€ngliche Langweiler. Oder zumindest ich. Irgendwas mit Elektrik. Machen doch alle. Dann plötzliche Überredung zum Wehrdienst 3 Jahre. Labil und leicht beeinflussbar. Man muss nur die richtigen Knöpfe bei mir finden. Abi und Studium mehr um des Status' willen? Der erste Blendmechanismus? Denn inhaltlich war dem Sozial- und Gesundheitswesen nicht unbedingt viel abzugewinnen, die Hochschule war noch billig und das Ergebnis wiedermal 'irgendwie'. Dabei wollte ich das gemeinsame Erlebnis. Am Forsche, Studieren, Musizieren ... Ich wollte so gern dazugehören zu einem Kreis, an den ich mich heranzutreten kaum traute. Anschließend gabs noch immer keine Richtung, bis der Kulturserver mich rettete. Anschließend die LKJ. Dann die Hörbuch-Bude. Dann das Puppentheater. TĂŒr zu, neue TĂŒr auf. Aber ohne selbstbestimmte Richtung. Das was kommt, nehme ich. Beliebig. Und beneide dann immer die vielen anderen, bei denen ich davon ausgehe, dass sie wissen, was sie tun, tun wollen und tun werden. Ist es mir nach all diesen Jahren meiner unaufgeregten aber immerhin stattgefunden habenden Entwicklung dennoch möglich, JETZT herauszufinden, wohin ich mich gern von mir und den Möglichkeiten treiben lassen will? Ein ganzes Jahr ist fast rum, ohne die Spur irgendeiner Idee. Schön zu beobachten sind die weiterhin bestehenden Überlegungen, jetzt etwas Besonderes zu machen, fĂŒr eine Weile ins Ausland zu gehen oder dergleichen. Gerade jetzt, wo es doch so prima möglich ist. Vergiss es: diese Dinge sind dazu da, um mich spĂ€ter zu Ă€rgern, es nicht getan zu haben. Aber es ist Bullshit. Auch das Losfahren an irgendeinen See oder ans Meer ... alles Dinge, die ich in Vorjahren immer wieder gewollt, getan und mich letztlich nicht sonderlich und wirklich drĂŒber gefreut habe. Was ist das bloß fĂŒr ein merkwĂŒrdiges Verhalten? Ich glaube, der Laboransatz im Fach Chemie wĂ€re hier wirklich angebracht: Die Dinge / Ideen  zu ĂŒberlegen hinsichtlich Erwartung, Realisation, Konsequenz und Ergebnis. Get real. Get einfach. So einfach wie möglich. Und langsam. Und aus möglichst positiver Sicht. Alles andere kann keinen Bestand haben. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Adorno. Angeber. Aber langsam bin ich tatsĂ€chlich. Meine rasenden Gedanken und mein oft vorschnelles und ĂŒbereiltes Handeln sollten doch nach 50 Jahren eine Unmenge an Erlebnissen, Entwicklungen, Erfahrungen und Ein- wie Aussichten vorzuweisen haben. Haben sie aber nicht. Zumindest gefĂŒhlt. Denn ich bin ein Vergesser. Vergaser. Versager?

SichtweitengefĂŒhl

So ein Samstag wie der gestrige ist bemerkenswert und wichtig. Durchweg positiv besetzt, zeigte ich mir, wie es also auch funktionieren kann: das Leben. Und vor allem die Sicht auf all jene Dinge meines Lebens, die vornehmlich hier und leider meist aus negativer Motivation beschrieben sind (und sich zum Teil immens oft wiederholen). Die Wahrnehmung des Positiven ist offensichtlich spontaner Natur. Oder es liegt aus meiner Erinnerung daran, dass es im Falle eines fĂŒr mich enger werdenden Universums (Ziele, Zukunft, PlĂ€ne, Liebe, Geld ...) einen Automatismus in mir auslöst, der mich bereit erklĂ€rt, sich den Dingen konkreter und sachlicher zu stellen. So fĂŒhlte es sich nĂ€mlich am Samstag an. Ebenso automatisch Ă€ndern sich dann auch die Sichtweisen auf die Planung des anstehenden Weiterlebens ins Positive und vieles erscheint merkwĂŒrdig leichter als im dead-end-Kosmos eines dahintreibenden TrĂŒbseefischers. Okay, wie ist also so ein positiver Zustand herstellbar? Eingeredet positive Gedanken reichen dafĂŒr offensichtlich nicht aus. Braucht es zusĂ€tzlich den wirklichen Glauben daran? Oder muss es ein Engpass sein, der diesen Zustand notwendig macht? Mit der Schlinge um den Hals und der Flutwelle voraus entwickeln sich andere PrioritĂ€ten. So war es bei mir schon sehr oft. Ich hoffe, die momentane Konstellation beibehalten zu können. Was ist denn wichtig? Freundlichkeit. Offenheit. Gelassenheit. Anerkennung. Mut. Teilt man solche positiven Merkmale mit anderen verdoppelt sich der Effekt. (siehe das LĂ€cheln an die Kassiererin etc.) Es lohnt sich doch, ein wenig lieb zu sein Und alles auf das Einfachste zu schrauben, Und es ist gar nicht Großmut zu verzeihn, Daß andere ganz anders als wir glauben. Und stimmte es, daß Leidenschaft Natur bedeutete - im guten und im bösen, ist doch ein Knoten in dem Schuhband nur Mit Ruhe und mit Liebe aufzulösen. (Ringelnatz) Dann bedarf es eines oder mehrerer Ziele, einer realistischen EinschĂ€tzung und schließlich der konsequenten Umsetzung mitsamt einer Beharrlichkeit, die ich im Beispiel des Mathe-Abis sehr wohl bewiesen habe. Meine erklĂ€rten Problemzonen liegen in meiner Angst, Mittelmaß zu sein, in der Ziellosigkeit und in einem SelbstwertgefĂŒhl, das mich "da draussen" nicht bestehen lassen kann. Deutlich ins Gegenteil Ă€ndern sich plötzlich diese vermuteten Eigenschaften, wenn ich in meinen Elementen und dabei von guten Situationen / Menschen umgeben bin. Daraus ziehe ich Freundlichkeit und Anerkennung als Treibstoff fĂŒr weitere gute Überlegungen und Taten. Woher die Angst? Nochmal: Was kann denn passieren? Manchmal habe ich hier das GefĂŒhl, permanent von vorn anzufangen. Vom Urschleim der Basis dessen, was ich möchte und wie ich es angehe. Beziehungsweise warum nicht. Die Zitate aus der ZEIT eines 20jĂ€hrigen gestern ĂŒber die permanenten NeuordnungsanlĂ€ufe auch 50jĂ€hriger sind mit Sicherheit sehr realistisch in dieser mich umgebenden Gesellschaft. Und vielleicht auch anderswo. Das macht zwar Mut, sollte aber nicht unbedingt Basis meiner Ansichten sein. Der immer selbe gĂ€hnende Fakt ist bleibt der Alkohol, mit dem es grundsĂ€tzlich aussichtslos ist, ĂŒber das Leben nachzudenken und get real zu werden. Ein verlorenes Match gegen den Wein mit meiner Ziellosigkeit und der damit ausbleibenden Motivation zu begrĂŒnden, ist Trugschluss und spiralsogender Natur. Mittelwege sind rar gesĂ€t und nur was fĂŒr Profis. Das Maß der Dinge wie der Ansichten ist entscheidend. Ebenso wie das Herunterbrechen der Millionen angerissdachten Gedanken, die bei solchen Vorstellungen ĂŒber mein reales Lebens keine 10cm weit helfen. Handlungsanweisungen sind fĂŒr mich dann zweckfrei, wenn sie esoterischer oder anderer imperativer Natur sein wollen. Entspann' dich! Sieh die Welt mit freundlichen Augen! Sorge dich nicht! Hab' Mut und Zuversicht! Oder male ein fucking Mandala. Jedenfalls haut sowas einfach nicht hin. Naturwissenschaftlich gesehen, wĂ€re das leicht modifizierte Prinzip des Protokolls im Chemieunterricht bei Laborversuchen sinnvoll: Das wĂ€re mal eine sachliche Übung wert. Los! Mach' ma'!

Was soll schon passieren?

Schade, dass es wie so oft nicht einfangbar ist- dieser Wust an so vielen Gedanken. Dieses Mal war es nach dem Lesen der ZEIT in einer irgendwie besseren Laune als in den vergangenen heissen Tagen. Und da ist der Schriebs von einem jetzt 20jĂ€hrigen, der als 15jĂ€hriger Praktikant der ZEIT von seiner damaligen Sicht auf die Dinge im Erwachsenensein, als alter Mann geschrieben und nun die ersten Vergleiche gezogen hatte. Beim Lesen dieser Seiten schreien meine Synapsen nach Vergleichen, ErklĂ€rungen und nach unbedingtem Festhalten dieser Gedanken, zumal sie positiver angehaucht sind als sonst. Er schreibt also von der Übernahme einer Verantwortlichkeit gegenĂŒber sich selbst und seinen GefĂŒhlen. und dass man sie Ă€ndern muss, wenn sie einem nicht behagen. (Das Wort Verantwortung ist bei mir irgendwie negativ besetzt. Alle scheinen sagen zu dĂŒrfen, was ich tun oder lassen soll. Nur will ich doch nichts von denen, also warum wollen die was von mir?). Und von seinen Selbstzweifeln gegenĂŒber gemeinsamen Momenten in der Studiengruppe. Unter Menschen. Gemeinsam. Alles vergleichbar. Ich kann zurĂŒck bis in mein Studium (und weiter) gehen, von dessen Einrichtung ich nicht ĂŒberzeugt war. Allerdings hatte ich auch keinen konkreten Willen und liess mich also mittreiben. AufsĂ€ssig revolutionĂ€rer Studienabbruch kam wegen der mahnenden (und aus heutiger Sicht richtigen) Worte dann doch nicht in Frage. Und so war es "irgendwie" mit einem Diplom am Ende, aber keinerlei Vorstellung davon, was ich denn nun gelernt haben oder sein möge. Er studiert Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, weil er kreativ ist, dafĂŒr aber einen Rahmen, eine Struktur benötigt. Tja, wieder vergleichbar. Und er spricht von "I am a Rock" von Simon&Garfunkel, wonach es darum geht, dass jeder Mensch eigentlich immer einsam ist. Oder allein. oder beides (sic!). Sich ĂŒberwinden, sich auf andere einlassen, sich durcheinander bringen zu lassen als Herausforderung. Mittlerweile geniesst er es sogar. Meine Konzentration auf die Dinge ist ziemlich gestört, möchte ich meinen. "ImpulsivitĂ€t, leicht abzulenken und schwatzhaft, oberflĂ€chlich und unaufmerksam" ... so stand es in vielen meiner Zeugnisse. Und genau so geht es mir nach dem Lesen solcher treffsicheren Artikel. Und ich werde oft so mĂŒde bei allem. Ich kann keine Mandalas ausmalen ohne sie (kreativ) zu entstellen oder mich lange auf ein Thema konzentrieren, um wenigstens einen Gedanken zu Ende zu bringen. Da bleibt meist kein Raum fĂŒr die Frage nach Sinn, Realisierung oder Konsequenzen einer Frage oder angestrebten Überlegung. Und dann kommt der Alkohol dazu, der mir vielleicht rechtfertigen soll, dass ich Gedanken und mögliche Ideen (vielleicht auch fĂŒr meine nahe oder weitere Zukunft) verwehrt. Verwehren muss. Das macht unzufrieden. Und wird schlimmer, je mehr ich mich auf diese passive Form des Seins einlasse. Ohne Ziel ist es wirklich etwas dĂ€mlich. Er schreibt (jetzt 20jĂ€hrig) von seiner frĂŒheren Zwangshaltung, etwas sein oder darstellen  zu mĂŒssen, die er nicht mehr als so wichtig ansieht und fand heraus: "Stress dich nicht so hart mit der Zukunft! Sieh auf die nĂ€chsten 5 Jahre. Du musst noch nicht wissen, was du spĂ€ter machen willst. Selbst ich - als der alte Mann der Zukunft - hab keine Ahnung." Die alte und immer wieder gern vergessene Frage:"Was soll (schon) passieren?" (von der ich in letzter Zeit hĂ€ufiger gelesen und gehört habe) sollte ich fĂŒr all meine GedankenstĂŒrme auf jeder Reise griffbereit im HandgepĂ€ck haben. Denn im Ernst: was ausser dem Tod hĂ€tte derartige Konsequenzen, dass sie nicht ĂŒberlebbar wĂ€ren? Das Absetzen der Simpsons? Und er stellt fest, dass er mit seinem BildÂ ĂŒber die Erwachsenen, bei denen wahrscheinlich alles klar ist, daneben lag. "Auch 27- oder 50-jĂ€hrige haben oft immer noch kein Ziel und mĂŒssen sich immer wieder neu erfinden." Danke fĂŒrs ErwĂ€hnen. Ich bin also nicht allein. Sehr schön auch: "Ich war so ein bisschen wie ein Hund, der dem Stöckchen hinterherjagt, und wenn er das Stöckchen hat, dann weiß er auch nicht, warum er es unbedingt wollte." So. Das hier habe ich unter Aufbietung fast all meiner KrĂ€fte aus meinen Synapsen halbwegs ordentlich zusammengetragen und bin sogar bisschen stolz drauf. Nicht schlecht. Es sind die Einstellung und die Sicht auf die Singe, die, insofern positiv und fordernd, sehr viel mehr Motivation fĂŒr derlei Leistungen zu produzieren vermögen.

Juliduster und die Viertelfeststellung

Es ist wie es ist und es ist so wie immer: So viel Zeit. Und so viel GlĂŒck. Zieht wie weisse Wolken dahin. Ich weiss weiterhin nicht, wohin es mich zieht. Es ist Sonntag, möglich wĂ€ren Dreetzsee bei StĂŒ's mit Köhli, oder Buhnenhaus Brandenburg mit Option auf Kienwerder. Auch wĂ€re Tobi möglich, der hatte gestern Dienst und ist jetzt zuhause. NICHTS. Zu nichts dergleichen zieht's mich hin. Und das fĂŒhlt sich gewohnheitsmĂ€ĂŸig enorm schlecht an. Ich bin platt und leer. Ich schlafe schlecht und trĂ€ume Bullshit. Ich will nicht allein sein, aber auch nicht mit anderen zusammen. Weil? Weil es rĂŒckblickend immer merkwĂŒrdig ist: Entweder gab es meist und viel Alkohol oder es gab nach einiger Zeit Fluchtgedanken (bluenote, cafĂ© monaco, irgendwelche Partys, Oberkossa und aktuell sogar eine Spur dessen bei Vinko & Maja beim Quatschen am letzten Abend). Das ist merkwĂŒrdig. Entweder langweilt es mich vielleicht oder ich fĂŒhle mich aus SelbstwertgrĂŒnden nicht so gut aufgehoben, habe nichts beizusteuern trotz meines immensen Spektrums, schaffe es nicht auf die Smalltalkebene oder weiss grundsĂ€tzlich nicht, was hier soll oder will. Bei solchen Begegnungen bleiben meist nur Flucht oder mehr Alkohol. Zwickgasse. SackmĂŒhle. Lustig. Und dann denke ich an eine mögliche Bewerbung bei den Kulturgutverlusten, ohne zu wissen, ob ich das will, kann, sollte. Freya Paschen. Offensichtlich ist ihr Krebs zurĂŒckgekehrt und ich lese nebenbei was ĂŒber Krebs aus der Zeit. Was wĂ€re wenn? Das Leben klammert sich weiterhin an mich oder ich ans Leben. Symbiose. Aber so? Ja, auch das geht wahrscheinlich irgendwie zu Gunsten der 25% guten LebensgefĂŒhls irgendwann weg oder relativiert sich. Ein latenter Dauerzustand ist es damit dennoch. Bis es sich wieder besser anfĂŒhlt, dann geht alles wieder. Im Moment geht also nichts. Ich bin weder betrunken noch verkatert oder berauscht. Ein Anlauf, um wenigstens diese Faktoren als GrĂŒnde auszuschalten. Ich bin weder aktiv noch kann ich Gedanken sortieren und sachte zu Ende denken. Denken fĂ€rbt sich negativ. "After Life" war ein sehr schöner sechsteiliger Film auf Netflix. Sehr einfach, sehr realistisch und sehr gut. Trifft oft ins tiefe Schwarze und ermöglicht Filmdudelheulen. Und ich hĂ€nge hier mit meiner soeben getĂ€tigten Feststellung, dass ich also ein Viertel meines Lebens als "gut" einstufen wĂŒrde. Aha. So. Und jetzt ist es weiterhin Sonntag. Diesmal um 12 und ich mache irgendwas. Vielleicht. Auf jeden Fall aber nicht wie gestern einen langatmigweiligen Elizabeth George Roman zu Ende lesen. Aber auch nicht anfangen. Wie geht echtes Meditieren? Wie komme ich hier raus und wie komme ich auf eine Möglichkeit, mein (eben gelesen:) Wertesystem zu kalibrieren? Ein Viertel! Das ist zu wenig.

Hier kommt die Angst

Offensichtlich sind mir meine Songs voraus. Das war schon bei WIND in 2009 so und fuhr ĂŒber die weiteren Jahre jenen Kurs, der mir aus heutiger Sicht verblĂŒffend erscheint: In meinen Texten behandelte ich sehr oft das, was tatsĂ€chlich bereits in mir lauerte und sich spĂ€ter dann manifestierte bzw. auch zum Ausbruch kam. So wie eben im Kaufland. Die fahrt auf dem Rad war schon komisch, das Anschließen unter Beobachtung zweier Buletten kauender Menschen war mir sehr unangenehm und beim schnellen Einkauf im Markt fĂŒhlte ich mich irgendwie hilflos. Zum GlĂŒck wusste ich, was ich wollte (Ha! ...), also einkaufen wollte und war schnell an der Kasse. Beim Warten dort tippte ich, nachdem ich endlich das Wort in meinem Kopf fand, "Psychose" ins Google ein. Dann dachte ich an Angststörung. Dann kaufte ich Tabak, war wieder raus und schreibe es schnell auf. Die Wirkung ist vergleichbar mit dem beim Weed-Rauchen. Der Musekelapparat lockert sich parkinsonisch, so dass es sich anfĂŒhlt, als schlabbert und wackelt alles. Das ist nicht so sehr angenehm. Geistig verliere ich schnell den Anschluss, der sich wie eine Demenz anfĂŒhlt. Also eine parkinson'sche Demenz. Oder anders: Eine Angst. Vor der Hilflosigkeit. Vor dem Leben. Sehr merkwĂŒrdig. Und dazu: Das Knackspiel in meinen ZĂ€hnen will einfach nicht aufhören. Auf der rechten Seite spielt jeweils ein Zahn der unteren Leiste mit einem der oberen. Es knackt so schön und nervt mich, weil ich einen Tick darin vermute. Die Alternative dazu spielt sich zwischen unterer Zahnreihe und Unterlippe ab. Das begann irgendwann 2018 und hat seitdem nicht aufgehört.

Julifragen

Warum fĂ€llt es mir so schwer: Weil meine Bereitschaft etwas zu tun, mit anderen (unterstĂŒtzenden) Menschen zusammenhĂ€ngt. Allein scheint es zu schwer. (Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer). Psychologen haben weit entfernte Termine, was bereits wieder zum Seinlassen fĂŒhrt. Die spontane Entscheidung, JETZT aufzustehen, reicht vielleicht nicht aus, wenn die Grundlage nur pures Leiden ist. Oh, das sollte aber schon ausreichen. Gut, dann: wenn das Leiden also ausreicht, aber keine handfesten VorschlĂ€ge oder Ideen vorliegen, wie ich es ab jetzt und sofort angehen kann, wird erfahrungsgemĂ€ĂŸ jede Aktion belang- und ergebnislos. So wie ich jetzt gerade an irgendwelchen Seen nach einsamen BlockhĂŒtten suche, um morgens um Sieben schwimmen zu gehen, den Tag ĂŒber zu wandern und mich ganz auf mich selbst einlassen zu können ... das kennen wir schon: Am Ende habe ich sehr viel Wein getrunken oder Weed geraucht, bin weder geschwommen noch gewandert und habe mir bestenfalls trĂ€umend in den DĂŒnen Orgasmen zubereitet und am Ende das ganze Projekt fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Jetzt sitze ich ahnungslos hier und ĂŒberlege, wie ich ein realistisches Portfolio ĂŒber mich erstellen und prĂ€sentieren kann. Damit ich vielleicht ja doch irgendwie oder -wo arbeiten gehen kann. Dabei kann ich ja kaum meinen Namen schreiben ... Ich stöbere manchmal hier in der Zehnsucht und stelle dabei fest, dass ich aufhören sollte, von meinen Leiden und LösungsansĂ€tzen zu schreiben, denn sie sind allesamt und immer die selben und oft sehr gut beobachtet zusammengefasst auf den Punkt gebracht. Vergesse ich diese AnsĂ€tze immer gleich wieder und erfinde sie quasi jedes Mal neu? Oder muss ich es 10 mal aufschreiben, bis ich es mir merke? LĂ€sst (m)eine Depression nicht zu, dass ich mich mit Lösungen beschĂ€ftige, die gegen (m)eine Depression arbeiten? Fakt ist, dass mir jede noch so kleine AktivitĂ€t im Sinne meines Voran immer sehr zutrĂ€glich war, wenn nicht gar Euphorien verursachte.
>>> einer der ersten ErklÀrungersuche aus dem August 2013 >>> sammelsurische Zusammenfassung gegen 2017. >>> konkreteste Zusammenfassung aus 2019

Schaufelraddenker

Unsere Urlaubsreise - erstmals in einem Juni - ist jetzt zu Ende, kaum dass der Juli Einzug hielt. Vorneweg zum Anschluss an den vorherigen Beitrag: Mir tut NICHTS weh! Das ist umso erstaunlicher, als dass mein massives Kurzkleindenken und das Herumpoltern auf einem ausserordentlich unaufgerĂ€umten Schlachthof meines Lebens dafĂŒr durchaus als GrĂŒnde gedient hĂ€tten haben können. Diese Unordnung besteht ja nun schon seit langem und auch eine Reise in ferne warme LĂ€nder Ă€ndert ja nichts an diesen ZustĂ€nden. Und 'wearing the inside out' lĂ€sst sich nicht auf Dauer vermeiden. Tobi und ich hatten immer mal wieder mittendrin ein bisschen Zoff, wo niemals Zoff nötig gewesen wĂ€re. Beim Einkaufen oder anderen nebensĂ€chlichen Situationen. Höchste Alarmstufe seinerseits lautet: "Ich warne dich!". Ich fĂŒhre das zum grĂ¶ĂŸeren Teile auf mich zurĂŒck, weil ich in meinem Wahn der Unvorstellbarkeit sinnvollen Lebens dann auch noch Tobi einbeziehe und mit Bezug auf meinen "Brief an meinen Freund" damals in 2010 jetzt jene schlechten Vergleiche anstelle. Vergleiche, die verdeutlichen, was dabei nicht geklappt hat. Dass er mich eben nicht mitnimmt und es keine Pferde zu stehlen gibt. Und dass ich ZĂ€rtlichkeiten nahezu höchstrichterlich einklagen muss ... dass er nicht der Typ ist, dem ich damals meinen Brief geschrieben habe. Dieser Umstand gepaart mit meinen unsachlichen Unzufriedenheiten gebieren meine unentspannte Haltung, dazu meine BlickwĂŒrfe nach links und rechts, wo alle immer alles besser machen als ich und mir am Ende nur der wĂŒste Haufen Unzufriedenheit bleibt, den wegzuschaufeln ich mich nicht imstande sehe. Alles ganz anders machen; alles ganz neu beginnen; alles sein lassen. Das Problem besteht weiterhin in meiner nicht vorhandenen Vorstellung, wie ich das Leben denn nun gerne hĂ€tte. Wo kein Wille, da kein Ziel (!). Da wird mitgelaufen, da wird geschangelt. Und so suche ich mir dann wohl irgendwie irgendeinen Job, denn das Geld vom Amt ist am 31. August alle. Dann kann ich immerhin noch von 40k leben, aber wozu der Aufschub? Der vorherige Beitrag fĂ€sst es ganz gut zusammen und ich wollte hier nur Bescheid geben, dass wir knappe drei Wochen unterwegs waren: Bis Achensee, Milano, Cipollatico, Firenze, San Gimignano, Volterra, Lucca, Pisa, White Beach, Siena, irgendso'n See, Pienza, Montepulciano im Val D' Orcia via Ancona nach Split, Hvar und am Ende zu Maja ins Camp Stine. "Viiieertausend Kilometer weit hab'n wir gesucht ..." Ich habe den Verdacht, dass wahnsinnig werden garnicht so schwer ist, wenn ich bedenke, wie viel ich denke. Und welch' miese QualitĂ€t diese Gedanken haben. Und wie ich kreuz und quer und ohne einen einzigen Strohhalm der Erkenntnis zum nĂ€chsten Gedanken ĂŒberschallverschwinde, der dann auch kein klares Bild schafft. So bin ich den ganzen Tag vollbeschĂ€ftigt ohne eine einzige plausible ErklĂ€rung. Doll. Wir hatten jeden Tag Wein, manche Abend blieb ich lĂ€nger dabei. Und wie so oft denke ich, es jetzt sofort und ganz sein lassen zu mĂŒssen. Wie seit ungefĂ€hr sehr vielen Jahren.

Anamnese Neunzehn

Himmelfahrt

Es kann nur irgendeine beschissene Form der Depression sein, die mich Zeit meines Lebens begleitet. Aus Untiefen klettert des Öfteren eine unergrĂŒndliche Einsamkeit, Traurigkeit, die sich mit Unwillen und Aussichtslosigkeit schmĂŒckt und mir weismachen möchte, dass mein Leben im Grunde nur mit ... tja, womit denn? ... möglich ist. Berg- und Talfahrten, ganz wie auf einer richtigen Achterbahn. Zu begreifen ist wenig, nur der Fahrpreis suggeriert mir, dass ich es wenigstens deswegen durchhalten sollte. Bullshit. Immerhin fĂŒhle ich wieder Traurigkeit, das ist ein großer Anfang. Himmelfahrt. Kommando.

vom Wunder der Wertung

Genau jetzt und hier, an einem Sonntag Mittag in Reform zwischen Pool und Couch, scheint alles fĂŒr einen ganz kleinen Moment gut. Ja - es wird sich ein Job finden, auf den ich mich einlassen kann. Ja - auch wenn alles schief lĂ€uft, könnten Birgit und die FWA mich erstmal auffangen und absichern, Geld habe ich genug und die Aussichten sind je nach den Ansichten immerhin möglich. Es wird immer irgendwo ein Fenster oder eine TĂŒr aufgehen und ich muss mir keine Gedanken ĂŒber Wertigkeiten, meinen Status und irgendwelches Ansehen von außen machen. Ansehen von innen ist besser. Und etwas unkompliziertere  Sichtweisen bitte. Ich kann machen, was ich will. Wenn ich denn weiss, was ich will. Irgendwer sagte mal, dass man bei allen Auf- und UmbrĂŒchen radikal oder sonstwiewas sein kann, wenn man es nur nicht vergisst, seinen Verstand mit einzupacken. Und ja - wir werden eine schöne Reise durch Italien und Kroatien machen. Und dann geht der Sommer noch viel weiter. Es ist tatsĂ€chlich und wie immer merkwĂŒrdig: Vollgepackt mit GestĂ€ndnissen, ZerwĂŒrfnissen und großer Orientierungslosigkeit komme ich nach Reform und nach kurzer Zeit fĂŒhlt sich das alles garnicht mehr so schlimm an. Aber wieso? Wir haben hier ein etwas unkomplizierteres Niveau; es ist wie es ist und 'so wars' und fertig. Ich fĂŒhle mich gut mit / bei etwas gesenkter AktivitĂ€t im großen Denken. Einziger Plan besteht im Zusammenstellen einer möglichen Route durch die Toskana. Und die Sonne scheint, es ist alles frĂŒhlinglich und besteht im Werden. Auch auf diesen Zug sollte ich aufspringen.

Aktionstalfahrten

Meine Vorstellung von Welt und Reise, erleben, kennen- und dazulernen, Schönheit im Geiste wie im Sein ... die ich oft schon mittels spontanem Losfahren in Angriff nahm, um es zu realisieren, haben im Nachhinein oft einen bitteren Beigeschmack. Oder? Ich denke an die HĂŒtte im Harz, die statt dem Beginn meiner Diplomarbeit alkoholiertem Autosex  diente. Dann meine Solo-Touren mit dem VW Bus, als ich das erste Mal in Tönder verĂ€ngstigt auf dem Parkplatz stand oder alte PlĂ€tze meiner Kindheit und Jugend besuchte und mit Ausnahme der Ferienlager keine besonders schönen Erinnerungen daran hatte. Dass auch Brandenburg vorbei war. Dann DĂ€nemark 2010 und meine innere Trostlosigkeit in Kopenhagen und auf den CampingplĂ€tzen ... Alles war irgendwie nicht real, nicht wahr, nicht das, was ich mir erhoffte. Ich versuchte, es als schön einzustufen. SpĂ€ter auf den Festivals in Tönder oder LuhmĂŒhlen mit Pressepass ... im Grunde war ich allein, unsicher und immer ein wenig trostlos. Aber ich wollte es wenigstens probiert haben. Und will es komischerweise noch immer. Was mich noch immer sehr berĂŒhrt, ist mein heftiger Heulanfall in Tönder bei The Great Malarkey, als das Universum sich zu einem groben, schweren Klumpen formte und mir ins Herz stieß mit all meinen Phantasmen ĂŒber Gemeinsamkeit, Freundschaft, Frieden und ... natĂŒrlich Liebe und ich mich nach dem Konzert kaum mehr halten konnte. Das war einer der leibhaftigsten und ehrlichsten GefĂŒhlsausbrĂŒche, die ich je hatte. Nur weil ĂŒber Tische und BĂ€nke alle zusammen sungen "I thank you my friend, you are amazing ..." Gesprochen hatte ich mit den wenigsten. Es gab nicht viele Kontakte. Obwohl genau das meine Intention war: Land & Leute kennenlernen. Offenbar kann ich das nicht gut. Warum aber versuche ich es dann immer wieder? Weil das GefĂŒhl von 'endlos großer Freiheit' anfangs so schön anmutet und verheissungsvoll seine Fahnen der ErfĂŒllung schwenkt? Ich stelle mir diese Fragen jetzt, weil ich durchaus jetzt und hier und FrĂŒhling losfahren könnte, alles zu sehen und kennenzulernen und zu erleben, was ich möchte. Und da liegt bereits der Hase im Pfeffer, direkt ĂŒber dem begrabenen Hund: 'was ich möchte ...'  

Und nun?

Und jetzt? Was nun? Was tun? Was denken? Was glauben? Wohin? Mir fĂ€llt immer weniger ein, ich traue mir immer weniger zu. Ich weiss nicht, warum ich aufstehen sollte. Alle Gedanken an eine ganze Welt voller Möglichkeiten - besonders jetzt, wo ich alle Zeit der Welt habe - liegen brach. Sehr brach. Und ich muss das hier schnell aufschreiben, weil vielleicht spĂ€ter alles wieder halb so schlimm aussieht. FĂŒr den Moment ist es abnorm schlimm: Ich habe noch weniger Antriebe als zuvor, noch mehr TrĂ€ume merkwĂŒrdigster Art, als dass ich mir einen Reim drauf machen kann. Am Samstag hatte ich eine Moderation zu 100 Jahre Bauhaus, die ich am Freitag zuvor gerade so noch fertig bekam. Auf den letzten DrĂŒcker. Nicht gut. Samstag war dann gut. Wenn es nicht so sehr verregnet gewesen und meine HĂŒfte rechts etwas freundlicher zu mir gewesen wĂ€re. 11 bis 16 Uhr (schon eine Stunde verkĂŒrzt wegen Regen) Jeskom aufm Straßenfest abgesagt wegen Dauerregen. Badewanne, eine Stunde ruhen. Weinhandlung beim Abbau helfen, Nach Hause, letztes Glas Weisswein noch austrinken. Ach, was soll's: eine Flasche Rotwein hinterher. Um 10 im Bett oder so. Sonntag so lala, aber weiterhin ohne Idee. Tobi hat Dienst, ich warte auf den Gottesdienst und die Sendung mit der Maus. Dann weiss ich nicht mehr viel mehr ĂŒber den Sonntag. Er verging wie er kam, verflog einfach so. Kiesertraining. Immerhin. Am frĂŒhen Abend eine Doku ĂŒber Weed, Grass, Hemp ... auf Netflix gesehen. Gleich bisschen Gras geraucht und daraufhin weitere geguckt: Being Elmo und dann noch Joe Cocker. Dazu Flasche Weisswein. Danach Flasche Rotwein. Gerade so geschafft, aber noch bei Sinnen. Dann frĂŒh ins Bett. Das ist sehr krank. Ich bin sehr krank. Im emotionalen Zentrum meines Daseins. Im Zutrauen und Vertrauen auf meine Möglichkeiten und FĂ€higkeiten, die ich zwar oft schon unter Beweis gestellt, aber fĂŒr den Fall des dringenden Erinnerungsbedarfs immer erfolgreich negiert habe. Weil Emo es nicht will, weil Emo leiden will. Oder mich nicht leiden kann. Bullshit. Aber wie? Woran liegt denn dieser grobe Unfug? Eine Mischung aus Orientierungslosigkeit, schwachem SelbstwertgefĂŒhl und teilweise ausgeprĂ€gter realer Dummheit? Letztere gelang mir, immer wieder charmant zu ĂŒbertĂŒnchen. Wenn jedoch die eröffnete Spirale von Denk- und Tatenlosigkeit in Verbindung mit immer weiterem Alkohol zu einer vollstĂ€ndigen Lethargie fĂŒhrt, wĂ€re es jetzt an der Zeit, einen kleinen Abschiedsbrief zu schreiben. Denn eine schwache Nuance in meiner Vorstellung des Ablebens verrĂ€t mir, dass dafĂŒr dann keine Zeit mehr sein wird.

Cafe am Rand der Welt

Ein facebooklicher Literaturtipp von Sabrina Gleisberg, von Volker unter mir auch Beutetochter genannt. Es passte gestern Abend ganz gut, dass ihr heroischer Post auf meiner Suche nach geeigneten BĂŒchern fĂŒr mich gerade recht kam -  ging es doch um eine ErzĂ€hlung ĂŒber den Sinn des Lebens. Hurra! Es stellte sich jedoch heraus, dass die Schreibweise der von Guidos "Geheimnisvoller Trommel" sehr Ă€hnelt und so flach wie holprig ist. Die Möwe Jonathan hatte mehr Stil und Der kleine Prinz die besseren Bilder. Aber nun denn: Die Geschichte fasst immerhin zusammen, dass es wie immer und weiterhin wichtig ist, den "Zweck deiner Existenz (ZDE)" zu erkennen und so zu handeln, dass du dir in deinem Leben, deiner eigenen Bestimmung gerecht wirst. Die aufgefĂŒhrten Beispiele klingen fĂŒr mich sogar plausibel, wenn es darum geht, JETZT ein Universum fĂŒr mich zu finden, das zu mir passt, in welchem ich leben und mich daran und darin erfreuen kann. Motivation. Wille. Positive VerstĂ€rkung. Und dass es eben NICHT darum geht, alles im blĂŒhenden Arbeitsleben so zu investieren, damit ich im Rentenalter dann endlich tun kann, was ich will. Es macht Sinn, gleich zu tun, was ich will. Wenn ich denn weiß, was ich will. WAS genau ist es denn, was den Zweck meiner Existenz bzw. meinen Willen ausmacht? Und: Auch wenn im Falle der Übereinbarkeit von Wunsch, Wille und entsprechenden Handlungen mein Lebensmodell nicht unbedingt von Geld und Ruhm abhĂ€ngt, so ist es dennoch von Belang, irgendwie materiell zu ĂŒberleben. Oder wenigstens befreut sinnerfĂŒllt unterzugehen? Knifflig. Solche BĂŒcher haben entsprechende Erfolge, weil offensichtlich sehr viele Menschen in einem unerklĂ€rlichen Dilemma leben bzw. sich erleben, wie sie es so nicht wollen, aber auch keinen Ausweg finden und solche BĂŒcher sich genau wie SprĂŒche an den WĂ€nden irgendwie schön lesen, ohne dass sie damit tatsĂ€chlich etwas anfangen bzw. ihr Leben entsprechend Ă€ndern können. Ich könnte hier ewigÂ ĂŒber dieses Buch referieren und es wĂŒrde weiterhin so schwierig wie ich bleiben. Immerhin aber hat es ein paar Dinge zusammengefasst, die mich schon immer verfolgen (so schreibt auch das Buch, dass manche derlei Fragen bereits als Kind, andere spĂ€ter und ganz andere garnicht klĂ€ren. Und ich möchte dazu fragen, ob es Menschen gibt, denen sowas vollstĂ€ndig egal ist, weil es nunmal so ist, wie es ist?) Eine  Zusammenfassung = Handlungsanweisung bestĂŒnde also darin, herauszufinden, was mir gut tut und dass ich mich genau diesen Dingen von Tag zu Tag etwas mehr widme. Ob BĂŒcher lesen oder Karussell fahren oder Wandern oder Sport, anderen helfen, Musik machen, im Meer schwimmen, andere Menschen und LĂ€nder kennenlernen ... darin besteht tatsĂ€chlich die grĂ¶ĂŸte Herausforderung: Weil ich auch in solchen Situationen gerne schon wieder darĂŒber nachdenke, ob das nun gut ist oder Sinn macht. Siehe Sonnenuntergang Niederlande 1993. Ich glaube an fast Nichts. Aber ich glaube immerhin daran, dass es helfen und Sichtweisen verbessern wird, indem ich meinen Horizont erweitere, andere Kulturen, Menschen, Lebensmodelle kennenlerne. DĂ€nemark 1992 war damals so ein Erlebnis. DĂ€nemark 2010 das ganze Gegenteil. Nanu!? Dennoch: Wenn es möglich ist, diese positiven Situationen zu sammeln, zu vereinen in einer TĂ€tigkeit, die mir gerecht wird, wird sich dafĂŒr ein Weg finden, egal wo, egal mit wem. Und alles, was positiv verstĂ€rkt und motiviert, wird zu einem guten Leben mit weniger Fragen darĂŒber fĂŒhren. Und das wĂŒrde mir bereits reichen. Was das Buch ebenfalls ein bisschen wackeln lĂ€sst, ist eine schön gemeinte Geschichte ĂŒber den GeschĂ€ftsmann auf Urlaub, der einen alten Fischer (aaah!) kennenlernt und ihn nach seiner Zufriedenheit fragt. Der wiederum sagt ihn, dass er morgens aufs Meer zum Fischen fĂ€hrt, dann mit genĂŒgend Fisch heimkehrt, ein Nickerchen macht und abends mit seiner Frau am Meer spazieren geht, wĂ€hrend die Kinder im Meer baden. Und dass er diesem Leben so wie es ist, durchaus zustimmt. Der GeschĂ€ftsmann erkennt ein Modell und fragt ihn nach Erweiterung dieses Konstruktes: Mitarbeiter anstellen, mehr Fische fangen, verkaufen, reicher werden mit BĂŒro in der Stadt ... Fischer wiederum fragt, ob er dann trotzdem noch rausfahren, Fische fangen, ein Nickerchen machen und mit seiner Frau am Meer spazieren gehen kann ... GeschĂ€ftsmann sagt "ja", Falle schnappt zu: "Aber dann mache ich das doch jetzt schon alles, so wie ich es will. Warum sollte ich das dann Ă€ndern?" ... Uuuh, GeschĂ€ftsmann ist platt und gibt dem alten Fischer Recht. Im Epilog wird dann ironischerweise erklĂ€rt, dass Strelecky nach diesem 25-Mio-Bestseller zertifizierte Ausbildungsprogramme vertreibt und seine Lehren nun weltweit verkauft werden und er Seminare fĂŒr 'fĂŒhrende Unternehmen' gibt. Hat ihm also offensichtlich nicht gereicht. Aber egal. Immerhin versuche ich mich weiter an meiner Tragödie, es einfacher und auf den Punkt zu bringen. Und heraus zu finden, was ich zu mir passt. Zumal mein Versuch, heute einen Termin bei einer Psychologin fĂŒr ein beratendes GesprĂ€ch auf August hinausliefe und also damit im Sande versob. Strelecky: „Sobald jemand weiß, warum er hier ist, tut er, was immer er möchte und was dem Zweck seines Daseins dient.“ Feist: "Es ist gut, wenn du weißt, was du willst, wenn du nicht weißt, was du willst, ist das nicht so gut." Gestern erster Tag ohne Alkohol aus freiwilligen StĂŒcken seit ... tja, seit sehr langem. Geht natĂŒrlich gleich bisschen besser alles.

Tod & Gundermann

Wenn ich so traurig werde, dass es mir zum Freitod gereicht, gibt es dazu und fĂŒr diesen Moment nichts mehr aufzuschreiben fĂŒr die Nachwelt, die es sich daraufhin natĂŒrlich nicht erklĂ€ren, sondern nur mutmaßen kann. Obwohl ich mir das immer vorgestellt hatte: (Auf dem Dach des Centrum Warenhauses mit einer Gitarre stehen und lauthals verkĂŒnden, was ich alles nicht weiss, aber wenigstens deswegen jetzt sterben will.) Habe gerade den Film Gundermann gesehen, kann ihn mir nicht ganz zusammenreimen, nehme aber ein unglaubliches GefĂŒhl aus meiner Erinnerung mit. Insbesondere beim Song "Jetzt kommen die fetten Jahre, Linda" (ich kann wieder heulen!) und meine Erinnerungen an Kutzstraße und die Fleischerhemdenfraktion und die ganzen Leute, die ich in meinen Teens und Twens bewundert, aber oft nicht verstanden habe. Weil ich mir nur vorstellte, was 'die da tun'. Doch wĂ€re ich so gern dabei gewesen bspw. am Innenhoffeuer mit den Leuten, die da Musik mit Gitarre und Kontrabass gemacht haben. Ich fĂŒhlte mich nicht zugehörig, nicht gewachsen dem GefĂŒge, von dem ich nichtmal wusste, was es ĂŒberhaupt fĂŒr eines war. Wahrscheinlich ein gar nicht kompliziertes. Nur waren mein Mut und meine Zuversicht nicht ausreichend, um mich einfach mit dazuzusetzen. Das hat sich fortgesetzt ĂŒber die Jahre hinweg und aus der heroisierenden und wahrscheinlich verklĂ€rt-romantischen Vorstellung ĂŒber das Sein & Tun jener, die ich damals beobachtete und damit auch bewunderte, hat sich blöderweise eine Haltung manifestiert, die mir weiterhin nicht gestattete, mich an die Lagerfeuer jener Menschen zu setzen, um wenigstens mal zu gucken. Das hat sich spĂ€ter Dank Kawa ein bisschen geĂ€ndert, als ich erstmals in Oberkossa dabei war und feststellte, dass das alles garnicht so kompliziert ist und die Shell-Parka Typen ebenso normale Menschen sind wie ich. Mit dem kleinen Unterschied, dass sie sich ihres Lebens insofern bewusst schienen, als dass sie einfach das taten, wonach ihnen war. Ganz einfach. WĂ€hrend ich noch immer und wie immer und wie heute alles in Frage stellte. Fuck off. Und das hier geht an Tobi: https://www.youtube.com/watch?v=TyeXtOvGP-g Linda ---------- [ Gerhard Gundermann, Album: Der 7. Samurai, 1993] Du bist in mein Herz gefallen wie in ein verlassenes Haus hast die TĂŒren und Fenster weit aufgerissen das Licht kann rein und raus ich hatte doch schon meinen Frieden aber du bist so ne laute Braut Du hast mich wieder ausgeschnitten aus meiner dicken Haut Jetzt kommen die fetten Tage, Linda wir haben so lang auf dich gespart was sollen wir euch sagen, Kinder die Alten sind noch mal am Start Ich wusste wie die Kugel rollt und war nicht mehr interessiert wenn der Sensenmann mich abgeholt hĂ€tte ich mich nicht geziert meine Pistole war geladen mit dem allerletzten Schuss ich hab sie unterm Kirschenbaum vergraben weil ich doch hier bleiben muss Jetzt kommen die fetten tage, Linda ...

Mandy 50 unter Menschen

Also waren wir in Mannhausen. Die Nacht zum Samstag glich einer ĂŒblichen Entgiftungsnacht ohne Alkohol am Freitag. Selbst am Samstag in Mannhausen fast nichts und zu Hause mit Tobi gesamt eine Flasche Wein. Aber wieder eine gefĂŒhlt sehr schlechte Nacht. So, als hĂ€tte und hat mich das leiseste Schnarchen Tobis immer wieder aus dem Beinahe-Schlaf gerissen. Das macht ziemlich mĂŒrbe. Ein treffendes Wort. Und ein neues von mir vom Samstag dazu: "idiotĂ€r". So fĂŒhlt sich das alles fĂŒr mich an. Und es war eine riesige wie erwartete ZwickmĂŒhle fĂŒr mich auf Mandys Party. Auch Mandys Eltern waren da und so viele andere Leute auf einen Haufen, die mir allesamt sympathisch sind. Doch ich brachte es zu nichts, stand bei den Leuten so mit rum bis wir auf der BĂŒhne bisschen gemeinsam Musik machten. FĂŒr jeskom hats nach einer Stunde 'Show' dann nicht mehr gereicht - und es war egal. Und bald danach gings nach Hause. Das eigentliche Dilemma dieser großen ZwickmĂŒhle: Mir war klar, dass Tobi dort nicht lange bleiben wollte. Und mir war auch klar, dass ich so schlecht drauf war, dass es ja eigentlich sogar passte. Oder was erwartete ich sonst? Was auch immer, aber ich hatte wieder das doofe GefĂŒhl, dass mit Tobi bei solchen Gelegenheiten kein Staat zu machen ist. Das Ă€rgerte mich sehr, obgleich es natĂŒrlich auch fĂŒr mich besser war, die Party zu verlassen. Aber das Dilemma wird klar: Das eine geht nicht, wĂ€hrend das andere auch nicht ging. WĂ€re ich da geblieben, weiss ich genau, dass ich jetzt noch sehr betrunken und mindestens ebenso unzufrieden wĂ€re. Au weia. Die ganze RĂŒckfahrt war ich maulig. Über meinen Zustand, ĂŒber Tobis AttitĂŒde fehlenden Interesses an smalltalklichen bis hin zu intensiven Feten und Kommunikationen, die man einfach so plĂ€tschern lassen und gemeinsam erleben kann. Quatschen. Lachen. Wandern. Tanzen. Zeit baumeln und gut gehen lassen. Und maulig darĂŒber, dass ich sowas also mehrfach bewiesenermaßen alleine machen und mich anderen gegenĂŒber dann zwar ehrlich, aber dennoch rechtfertigen muss, dass mein Freund an solchen Dingen nicht interessiert ist. Ich bin da ja selbst kompliziert genug, insbesondere, wenn ich so schlecht drauf bin wie an diesem Wochenende. Und auch so bin ich so oft so Ă€ngstlich, was mir eigentlich garnicht entspricht. Insbesondere in Kreisen, in denen ich mich sicher fĂŒhle. Eine Handlungsanweisung fĂŒr solche Momente hĂ€tte ich gern. Denn Tobi kann nichts dafĂŒr. Er ist nunmal so. Und ich kann mich entscheiden, wie ich will, er wĂŒrde es mir nicht besonders ĂŒbel nehmen. Aber ich kriegs ja nicht selbst hin und brauche also noch immer jemanden, der mich mitnimmt, mich einem interessanten, interessierten und intensiveren Leben zufĂŒhrt oder mich zumindest auf diesem Weg hin ermutigt. Eine Handlungsanweisung, die mich von meiner stummen Wut ĂŒber diese undefinierten und teilweise unlogischen Denk- und Handlungsweisen trennt, die mich fĂŒr den Moment beruhigt oder .... ach das ist alles Bullshit. Ich fĂŒhle mich immer noch sehr dunstig und meine HĂŒfte piekst im Takt dazu. Neue Woche mit Moderation und Straßenmusik am Ende. So. Mach was!

Vergiftungen

Ich glaube, es handelt sich tatsĂ€chlich um deutliche Vergiftungen und um ein fortgeschrittenes Mißbrauchsstadium mit Richtung deutlicher AbhĂ€ngigkeit, wenn ich mir die letzte Woche besehe. Das ist definitiv zu viel. Und die nĂ€chsten Tage beginnen manchmal erst um 12! Und sind auch keine Tage, sondern reines Dahinvegetieren ohne Meinung und Tat. Aber mit einer enormen Leere in Hirn & Herz. Es findet nichts mehr statt. Oder nicht sehr viel. Dazu gesellt sich ein weiterhin sehr diffuses Bild ĂŒber mich / von mir, so dass ich nichtmal eine schöne Vorstellung von Mandys Party habe, die nachher in Mannhausen steigt. Da wollte ich schon seit gestern sein, aber ich traue mir keine KĂ€lte im Bus mehr zu oder ĂŒberhaupt die so sehr ersehnten Menschen um mich herum, denen gegenĂŒber ich allerdings ein Verteidigunssyndrom entwickle. Ich möchte garnicht die Frage gestellt bekommen, wie es mir geht und was ich jetzt so tue. Kurze Antwort: Es geht mir ziemlich beschissen und ich tue eigentlich nichts, daran etwas zu Ă€ndern. Der Rest des Abends wĂ€re dann bestimmt ganz viel Bier und Wein, um dann besinnungslos im Bus die Heizung versuchen, anzuwerfen. Wir fahren also nachher raus und abends dann auch wieder zurĂŒck. Aber vergiftet bin ich allemal. Und die HĂŒfte rechts macht sich eine Freude draus und schikaniert mich gleich noch'n bisschen in dieser Abteilung.

zwölf42 abgrundtief

Wenn man mich so und jetzt sehen wĂŒrde, mĂŒsste man mir professionelle Hilfe ... (irgendein Wort). Ich bin quasi verwahrlost. Und um 12:42 aufgestanden, weil das Rumpeln ĂŒber mir meine Vergiftung ĂŒbertönte. Angefangen hat alles vor vielen Jahren ... nein vorgestern am Freitag: in dem ich ab 22:00 Uhr 2 Flaschen Weißwein leerte und am Samstag entsprechend knĂŒlle war. Was mich nicht davon abhielt, schnell noch bei Norma vorbeizugucken, um zwei weitere dieser Weißweinflaschen zu kaufen. Jedoch nur, falls ich ein kleines GlĂ€schen am Abend ... So. Dann ging ich endlich die Winterkiste an, um die restlichen DVDs und CDs zu sichten und entsprechend wegzuschmeissen. Dazu gabs eine 50 Jahre Hitparade Sendung im Fernsehen und ich war sehr oft sehr merkwĂŒrdig berĂŒhrt von dem, was ich da sah: Das sind alles Erinnerungen aus meiner Kindheit. Und manche von denen fĂŒhlten sich an wie erst kĂŒrzlich erlebt. Einen Grund fĂŒr diese Melancholie kann ich mir nicht erklĂ€ren, fand aber beim Sichten und Archivieren der alten DVDs / CDs gar manche Aufnahmen, die ich mir unbedingt behalten wollte, weil ich dort zu sehen war. HĂ€? Was soll das denn? Vielleicht habe ich zu wenige Fotos / Filme aus meiner Kindheit / Jugend und will das jetzt wenigstens mit dem Lebensabschnitt 20/30 auffĂŒllen? Oder ich hĂ€nge grundsĂ€tzlich am Vergangenen, von dem ich jedoch weiss, dass es auch keineswegs besser war, sich vielleicht nur 'möglicher' anfĂŒhlte, etwas mit meinem Leben besser zu machen, als es jetzt der Fall zu sein scheint. Jetzt eben rief Tobi an (Facetime) und ich glaube, schlimm ausgesehen haben zu mĂŒssen. Weil ich mich entsprechend fĂŒhle. Und dabei feststelle, dass er zwar eine felsenfest verlĂ€ssliche StĂŒtze fĂŒr das einfache, alltĂ€gliche Leben ist, aber an solch komplizierten FĂ€llen wie mir scheitern muss. Ich weiss ja auch nicht, was ich in meinem Fall mit mir tun soll. Warum habe ich eigentlich noch keine messbaren SchĂ€den wie Fenstersprung, Leber- oder anderen Krebs oder Kreislaufversagen und Schlaganfall und Infarkte? Ich erfĂŒlle doch alle Voraussetzungen dafĂŒr?! Immer wieder muss ich in solchen Situationen an StĂŒbing denken, da war er noch nichtmal 40 und brach mit sich und seinen Konventionen, liess sich einliefern und helfen. Ich bin gleich 50. Noch ist es nicht zu spĂ€t dafĂŒr. Einzweidrei GesprĂ€che mit einem wildfremden Psychologen fĂŒr den Anfang? Ich brauche dafĂŒr eine klare Aussage ĂŒber mich, eine Beschreibung meines Zustandes und der Gefahr, in der ich mich sehe. Und dann brauche ich ein Ziel oder zumindest eine Idee, was ich will und was nicht. Habe ich ja alles schonmal irgendwannwo angefangen. Und wieder sein lassen. Das ist mir alles zu anstrengend. Beziehungsweise ICH.

500 km landwÀrts

"Viel leichter ist es immer hinterher" ... was habe ich ausgestanden, um mich mit dem Gedanken anzufreunden, einfach mal loszufahren. Die Gelegenheit bestand darin, dass Siggi (mein Nachbar) mit Frau und Tochter irgendwo im Spreewald campierte und er mir ein Foto schickte und meinte, dass dies doch mal ein schönes Ausflugsziel fĂŒr mich wĂ€re. WĂ€hrend des Reifeprozesses meiner hyperreflektierten Überlegungen riss ich mich einfach von mir los und nutzte Wetter wie den neu gemachten Bus und den vollen Tank und wagte es. Am Ende war der Campingplatz voll und ich erinnerte mich dort in LĂŒbbenau wieder ein bisschen an Kopenhagen damals. Zwar war ich diesmal nicht ĂŒbertrunken vom Vortag (sondern hatte gerade noch den Absprung im BN mit 3 Bieren und zuhause einer weiteren Flasche Bier geschafft [ja, ich fĂŒrchte, ich muss meinen Konsum hier mittlerweile dokumentieren]), aber mir war wieder und weiterhin so schwirrig im Kopf (interessantes Wort), was sich wie eine sehr blöde Desorientierung anfĂŒhlt, ein schwindliges, benommenes Unterfangen, bei dem ich mir in nichts sicher bin, aber fĂŒr den Moment auch nichts Ă€ndern kann, weil ich ja nun mal vor Ort bin. Alles weitere scheint eine riesige Anstrengung und der Wunsch nach "nimm mich bitte hier raus und bring mich an einen sicheren Ort" Nunja. Wir fanden uns also in Hafen von LĂŒbbenau, erzĂ€hlten bisschen und ich mutmaßte, meinen Weg nach Dresden fortsetzen zu wollen. Bis mir auf dem kurzen Weg zur Autobahn einfach nicht einfallen wollte, was ich da sollte. "Hey StĂŒ!" in seinem Laden rufen. Ja. Und dann? Kein Ziel, keine Idee, keine Ahnung. Fotos machen! Hey- und wovon? Und warum? Und was soll das alles ĂŒberhaupt? Ich entschloss mich auf dem Weg, den ich kam, in Brandenburg/Wollin abzufahren, zur Malge hin. Das war kein großer Umweg und damit auch nicht so belastend fĂŒr meine zu vielen Gedanken. Einfach gucken. Und so war es dann auch. Alles wieder erkannt, fast alles beim Alten geblieben. Sogar die Baumwurzeln von der Malge-Terasse zum Strand. Vieles so wie vor ĂŒber 40 Jahren. Vierzig! Bin wie vor ?x? Jahren die Malge entlang gelaufen mitsamt dem Blick nach Kiehnwerder und der Frage, ob ich da rĂŒber kann. Oder möchte. Und dann verspĂŒrte ich ein irre Lust nach Baden. Und hab die kleine FKK Bucht dafĂŒr genutzt. War eh' fast keiner am Strand. Und dort gar niemand. Und also sprang ich rein. Großartig. Anbaden am 25. April. Nass zurĂŒck in die Klamotten mit Sand in der Hose wurde mir um Einiges leichter. Es war vertraut dort. Wahrscheinlich deswegen. Ich fuhr entspannt und durch die Sonne nach Hause und bin abends in die Sauna und zum Schwimmen. Einer von den Typen, die da auch sonst immer da sind, erzĂ€hlte mir aus seiner Kindheit an der Malge und ich stellte mal wieder fest, wie klein doch unsere Universen manchmal sind. Jetzt sitze ich hier, trinke EntrecĂłte und frage mich, warum ich und meine Gedanken so unnötig kompliziert sind. Ich hĂ€tte mir auch sagen können, dass das heute unnötige knappe 500 km waren. Jetzt, ganz am Ende dieses Tages, waren sie es aber dann doch nicht. Nur die ganzen aufwĂ€ndigen Gedanken und mein blödes "Down-Syndrom" (ich weiss, ganz schlechtes Wort, aber es fĂ€sst es ganz gut zusammen) möchte ich gern loswerden. Es fĂŒhlt sich oft an wie Blutdruck 90:60 und im Kopf noch etwas weniger. Es sind jetzt noch 20 Grad draußen - ein Vorgeschmack von Sommer, der sich zum GlĂŒck wieder zurĂŒckziehen wird, um es spannender zu machen. Ich habe soviel Zeit. So dolle viel. Mindestens bis September. Und Geld genug. Und so viele Möglichkeiten, das zu tun, was ich in Zeiten meiner VollbeschĂ€ftigung immer als Manko bzw. als Grund wegen eben dieser (nicht zufrieden stellenden) BeschĂ€ftigung angesehen habe. Pardauz! Und nun habe ich nicht den Schneid einer Idee, mit der ich mich anfreunden könnte. Ein allgemeiner und bitterböser Trugschluss also. Mein Leben mach ich mir, widewidewitt, eben NICHT, wie es mir gefĂ€llt. Weil ich nicht weiss, was mir gefĂ€llt, was ich will, was und warum ich etwas nicht will, wovor ich Angst habe, was mein Problem ist ... und wie das Wetter morgen wird. Ahoi.

Hingabe

Ist das also weiterhin so, dass nach alkoholisch zu intensiven und aktionistisch zu unbedeutenden Wochenendtagen (resp. Ostern von Donnerstag bis Montag) Körper & Geist in einer Art dumpfer Zeitschleife gefangen sind, aus der sie nur mittels konkretem Verzicht entfliehen und sich mich wieder normal anfĂŒhlen lassen zu können? Das Training hat mich ein wenig erweckt, aber ich wĂ€hne mich weiterhin auf einem schwankenden Eiland: Das Gehirn (Set) ist dumpf und trĂ€ge, wĂ€hrend die Umgebung (das Setting) zufĂ€llig extra seinen entsprechenden Teil beisteuert. Wie eben an der Kasse im Edeka wie auch bei BĂ€cker Ebel. Alle nicht so richtig klar bei Verstand und langsam und fehlerhaft. Passt perfekt zu mir. Und ich versuche der vielen abwĂ€genden Worte Einhalt zu gebieten, rauche jetzt (ermutigt durch T.C. Boyle's "Das Licht") am hellerlichten Tag eine TĂŒte und werde damit ganz sicher weiter wanken, weiss dann aber wenigstens, warum ich nicht bei Verstand bin. Und morgen ... morgen wird alles besser. Irgendwie.

und wie weiter?

Böse Frage zum postösterlichen Start in die neue Woche, in welcher es tatsĂ€chlich so gut wie keine Termine gibt. Eine Ausstellung von Beetzi, einmal Fahrraddurchsicht, Tobi hat Samstag Dienst. Vor mir liegen sieben vollstĂ€ndig freie Tage, wenn ich das mal so bezeichnen sollte. Ich mache damit nur deutlich, wie wenig ich mir, meinen Gedanken und Ideen, meinem Leben und meinem Horizont zutraue. Klar könnte ich das geniale Wetter nutzen, um irgendwohin zu fahren, um mich dort ebenso nicht wohl zu fĂŒhlen. Oder mit der Kamera Zeugs machen, oder Jeskom, oder Domsagen, oder Otto-von-Guericke, oder den Arbeitsmarkt durchforsten, oder fĂŒr MD-Kompakt schreiben oder ein MDR Interview machen oder Leute besuchen, oder meinetwegen die Wohnung lila anstreichen und aufrĂ€umen oder mir auf Gayromeo ein Sexdate besorgen, oder den ganzen Tag lesen oder so verrĂŒckt wie verzweifelt die Zehnsucht hier vollschreiben ... alles bzw. das Nichts wiederholt sich. Ein ungreifbarer, seltener Hauch von Möglichkeit will mir weiter- und immerhin weismachen, dass es bedeutungsvolle oder wenigstens irgendwelche Dinge zu erwarten und schließlich auch zu tun gĂ€be. Aber im Moment lethargiere ich jedoch vor mich hin und beziehe wenigstens die Betten neu. Wie aber soll es denn nun weitergehen? Und womit? Und warum? Ich schlafe weiterhin nur halbwegs gut, wenn ich genĂŒgend Wein getrunken habe, was mir den nĂ€chsten Tag vergĂ€llt und mich immer fetter werden lĂ€sst. 10 Uhr, 14 Grad, volle Sonne. Das ist draußen. Ich wĂŒrde gern ALLES mal erklĂ€rend zusammenfassen. Nicht im Detail, wie ich es schon so oft versucht habe (Summary, Stand der Dinge, der Tod, ACT [obwohl ACT relativ konkret ist] ...), sondern in einer Kurzbeschreibung, in einem Essay, einem Buchklappentext ... "Fast 50jĂ€hrig hatte er immer das GefĂŒhl, seinem fĂŒr ihn unerklĂ€rlichen Leben hinterherzujagen, statt sich mit ihm anfreunden zu können. Seine Denkmuster, InterpretationsansĂ€tze und emotionalen Motivationen erlaubten ihm nicht, seine vielfachen Reflexionen und Zweifel zu verstehen, zu akzeptieren. Stattdessen balancierte sein Willen gegen seine Zweifel in einem immer ungleicher werdenden Kampf, so dass er am Ende nicht mehr wusste, was er eigentlich wollte. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Übrig blieben die Zweifel, die auf nahezu alles ihn Umgebende, ob beginnen oder bestehen wollend, einen Schatten warfen. Sein RĂŒstzeug bestand in vielen bewundernswerten FĂ€higkeiten, die mangels einer professionellen, lenkenden Ordnung per Selbstwert und Ermutigung weit unter den Möglichkeiten blieb. Was ihn zu der Auffassung brachte, dass sein Leben womöglich möglich sei, er es aber nur unter permanenter Aufbietung all seiner KrĂ€fte zuwege bringen könnte. Bis ihm eines Tages ein Gedanke kam, der hier leider nicht aufgeschrieben werden konnte." Er vermisste Freunde, Freude und 'echte' Erlebnisse jenseits von Kneipentischen; er formulierte ein vages GefĂŒhl ĂŒber jene Erlebnisse, die den Horizont erweitern, sein Wissen mehren und Lust auf weitere LĂ€nder, Menschen, Abenteuer machen. Machen könnten. Machen sollten. Stattdessen freute er sich immer nur ĂŒber das kleine, seltene, unbestimmte Kribbeln am Sonntag mancher Wochenenden, das ihm weismachen wollte, dass es JETZT losgehen kann. Oder gleich danach.

ab jetzt alles

Alles ist möglich. Insbesondere jetzt, in diesen frĂŒhlinglichen Momenten. Keine Arbeit, keine Verpflichtungen, keine laufenden Projekte. Allerdings auch keine Ahnung, was ich damit und mit mir anfangen soll. Und mit meinem Leben. Schlimm, was? Ordentlich doof ist das sogar. Ein kurzweilig körperweites Kribbeln lĂ€sst erahnen, welche Ausmaße zur VerfĂŒgung stehen. Zur VerfĂŒgung standen, die ganze Zeit schon. Nun ist es nur deutlicher. Ich könnte los. Heute Abend schon. Ach was, nachher. Nach links oder rechts oder geradeaus? ZurĂŒck hört sich doof an, geht aber genau so. Auf der vertrauten Stelle tritt's sich noch am besten, oder? Bringt aber keinen Schritt ... ja, is' klar. Und wieder also fĂŒhlt es sich an, als dass ein langer tiefer Schlaf es richten könne und ich nach dem besonnenen Aufwachen in Ruhe meine Sachen packe und auf irgendwelchen oder -wes' gedanklichen FlĂŒgeln davonschwebe.

von der Freiheit im Kopf

Es ist Ostern. Seit Tagen prĂ€sentiert sich schönstes FrĂŒhlingswetter und mĂŒht sich, die Menschen aus ihren winterlichen Höhlen zu locken. Morgendlich frische klare Luft wird zu sonnenwarmen Oasen mit leichter Brise aus dem Osten und kĂŒhlt sich abends wieder ab. Die Natur treibt  jung und hellgrĂŒn aus, stark, frisch und bereit, ihre Knospen zu bunten BlĂŒten zu entfalten. ... ĂŒberall regt sich Bildung und Streben ... doch an Blumen fehlt's im Revier. Die geputzten Menschen tun es der Natur gleich, zĂŒnden Feuer an und putzen sich und ihre HĂ€user im Versuch, den Winter zu vertreiben. Ein weiterer Neubeginn also, mein fĂŒnfzigster, normalerweise begleitet von einem leichten Beben in Voraussicht auf das, was jetzt zu erwarten, zu tun, zu erreichen sei. Meine Sichtweisen bleiben weiterhin kompliziert, schnellstumstĂ¶ĂŸlich, aber meistens negativ behaftet. Die beschwichtigenden und aufmunternden Worte anderer und meiner selbst verhallen so schnell, als dass ich sie halten und nutzen könnte; die Wertigkeit allens flieht flĂŒchtig in die Schleifen jener permanenten Wiederholung derselben Litaneien. <-- kurze Pause, ich bin zu diffus, um hier weiter zu schreiben --> Jetzt ist es Abends und wir kommen gerade aus dem Pool nach zwei Stunden nebst einer Flasche Wein. Der Pool mit seinem 37 Grad Wasser macht mĂŒde und mir schiessen Millionen Gedanken durch den Kopf. Bereits im Pool wie auch den ganzen Tag durchwischten mich haltlose Fetzen von irrsinnigen Gedanken, die irgendwie damit zu tun haben, dass ich in jederlei Hinsicht Bewegung brauche, aber nicht imstande bin, auch nur irgendetwas aufzugreifen, um es zu tun. Das geht hier heute erstmal nicht weiter, ich bin dumpfmĂŒde und ... und das wars.  

eine Fallstunde spÀter

... entschloss ich mich, zum Weinladen zu gehen. Und es waren Stef und Frau Doktor Ulrike da. Und Wein-Micha. Genau wie 48 Stunden zuvor. Und so plötzlich wie oft drehte sich meine Stimmung und mir ging es wesentlich besser. Vielleicht waren es die bekannten und vertrauten Gesichter. Bisschen spĂ€ter stieg Andy aus einem Taxi aus, zurĂŒck vom Flug aus Birmingham via Frankfurt und Hannover und berichtete von seinen Erlebnissen auf dem Airport Frankfurt, wonach ihm sĂ€mtliche DutyFree Flaschen in einer Personenkontrolle entzogen wurden, weil sein Gate (2) offensichtlich nicht fĂŒr den Transit gerĂŒstet war und er damit keine FlĂŒssigkeiten in dieser Menge in den nĂ€chsten Flug per HandgepĂ€ck mitnehmen durfte. Egal. Aber interessant. Im Bluenote traf ich dann Tino / Tilo? und Ronald. Und alles passte ganz gut zusammen. Jetzt probiere ich zuhause eine Flasche Wein und ĂŒberfliege kurz den Tag, an dem mir tatsĂ€chlich mehr gelungen ist, als es mir meine Stimmung vorhin zugestehen wollte: Ich war bei Nowak- Steuerberaterin, im Anwesen meiner Eltern, hab dort bisschen gegossen, hab einen Termin bei einer Thai Massage morgen (nachher) klar gemacht und bringe mein Fahrrad am Mittwoch zur Durchsicht. Und ich habe meinen Bus durch die Waschstraße gebracht und saubergesaugt. Einzig die Websachen beim MigrationsfĂŒhrer habe ich nicht hinbekommen: Keine Ahnung = Kein Interesse. Von solchen Dingen sollte ich mich trennen. Mach das, was du kannst und bestenfalls: was du willst. Nunja, zumindest wollte ich hier nicht unerwĂ€hnt lassen, dass meine Stimmung und die Sicht auf die Dinge also auch sehr schnell umschlagen können und ich mir damit weiterhin völlig im Unklaren darĂŒber bin, wie und auf welchen Wegen ich mir denn diese besseren ZustĂ€nde zulegen kann. Es bleibt kompliziert und diesen Blog hier werde ich wohl weiterhin mit meinen sehr spontanen, akuten Stimmungsschwankungen fĂŒttern. P.S.1: ein vibrierender Dildo mit Prostata-Massage fĂŒhrt tatsĂ€chlich zum Orgasmus. Eine gewisse Einstellung dazu und Erregung  vorausgesetzt, bedarf es nichtmal Gras oder besonders inszenierter Stimmungen / Situationen. Es scheint einen Zusammenhang zu geben. P.S.2: Wuseler hatte kĂŒrzlich einen Herzinfarkt und dabei GlĂŒck gehabt, dass er noch in der Bank weilte, in welcher seine Kollegin folgerichtig handelte, die Ambulanz ihn schnell nach Olvenstedt brachte, wo ihm ein Stent gesetzt wurde und er - diese Katastrophe ĂŒberlebt habend - nĂ€chste Woche eine Reha beginnt. Es gab keine Vorzeichen ... es passierte einfach. Tadaaa! Denke ich oft drĂŒber nach. Und leider nicht mit besonderer Besorgnis. Nur in der Hoffnung, dass es schnell und schmerzlos vorbei wĂ€re. Wirklich? Na? Wie egal ist dir dein Leben? P.S.3: ab morgen ist Ostern. Bei allerbestem, sonnigen Wetter um 20 Grad und darĂŒber hinaus bis in die nĂ€chste Woche. Beste Voraussetzungen fĂŒr ... ? FĂŒr was? Es tut mir so leid, so viel Zeit meines Lebens offensichtlich zu verschenken, weil ich nichts damit anzufangen weiss. Vielleicht schaffen wir's nach Potsdam Sanssousie auf einen Ausflug.

Fallstudie

Bestimmt mal wieder nicht schön, sowas hier lesen zu mĂŒssen. Vielleicht kann ich mich dadurch aber besser beschreiben. Um zu erkennen, was so lange schon und immer wĂ€hrt, sich aufbĂ€umt, sich plötzlich zur positiven Sicht wendet und wieder in sich zerfĂ€llt. Eine Fallstudie ist das hier, bei der ich mich frage, ob mein gefĂŒhltes Gesamtniveau eigentlich fĂ€llt und die Bewertungsskalen sich im Kombinat abwĂ€rts bewegen. London begann in freudestrahlender Absicht, mein frisches Englisch einzusetzen, Klamotten zu kaufen und mit schönen und gelebten EindrĂŒcken zurĂŒckzukehren. Wie beschreibe ich das jetzt? Sehr oft habe ich so ein gesamtes LebensgefĂŒhl inmitten irgendwelcher Situationen, auf einem wankenden Turm zu stehen und in vielen solcher Situationen oft nicht weiss, was ich jetzt hier eigentlich tun oder lassen soll oder warum ich ĂŒberhaupt da bin. Und wohin ich gucken soll. Geschweige denn gehen soll. ZurĂŒck aus London stelle ich fest, fast gar kein Englisch gesprochen zu haben und die gelebten Erlebnisse in Ermangelung einer Vorstellung derselben garnicht habe leben können. Weil ich und mein Universum viel zu kompliziert, depressiv und mĂŒde sind. So sitze ich hier, versuche irgendwelche Websachen zu erledigen und komme alles in allem auf keinen Punkt, obgleich es derzeit zumindest ausreichend Zeit fĂŒr alles gĂ€be, was ich zu tun gedĂ€chte, wenn ich denn wĂŒsste, was ich tun wöllte. Dieses Thema ist so alt wie ich und ich schreibe es nur schnell auf, um die unerklĂ€rbare Tragweite weiter zu dokumentieren. Es bleibt der dumpfdröhnende Beton, der einer schwer zugemauerten Festung gleich mich an allem hindert. Außer am Weintrinken. Was einige Folgeerscheinungen, aber nicht die Ursache erklĂ€rt.

Zerfall und FrĂŒhjahrsputz

Je nach Stimmung und Sichtweise betrachte ich den Zerfall meiner HĂŒlle in jenem relativen Maß, mit welchem diese Erkenntnis greift. Die Haare gehen mir aus, die ZĂ€hne sehen nicht gut aus, ich bin jetzt bei 90 Kilogramm wabernder Masse angekommen und zum Dessert gibts zu oft jene unerklĂ€rlich mĂŒden Momente, die hĂ€ufig in Tatenlosigkeit, Wortschwund und einer gewissen Traurigkeit mĂŒnden, die solche An- und deren Aussichten nicht gerade positiv beeinflussen. Eine kleine Zwischenerkenntnis dazu stammt aus meiner Englisch-Einstufung, wonach man mich bei Berlitz reden hört und der Meinung ist, dass ich ziemlich aufgestellt sei. Was sich leider nicht so anfĂŒhlt und oft habe ich den Verdacht, dass diese irgendwie selbst geschaffenen Lorbeeren meine eigentliche Leere in weiteren Bereichen des Lebens ĂŒbertĂŒnchen. Ich kann schlau anmutende und zur Konversation passende Worte beisteuern und hinterlasse bei meinen GegenĂŒbern das GefĂŒhl, dass ich vermutlich gutÂ ĂŒber das jeweilige Thema Bescheid weiß. Weiss ich aber nicht, ich benutze nur solche flĂŒchtigen OberflĂ€chlichkeiten mit einem gut passenden gewissen Witz und Esprit. Das scheint mir mein Blendwerk zu bestĂ€tigen. Vielleicht ist das ja auch wieder nur Ansichtssache und stimmt bestimmt nicht, aber es fĂŒhlt sich oft und sehr so an. Jeder FrĂŒhling versucht mich immer wieder, in zumindest mir möglich erscheinenden Bereichen etwas zu Ă€ndern. Und dafĂŒr wird es jetzt Zeit. Immerhin habe ich es zwei Wochen lang geschafft, je drei mal zu trainieren und Donnerstags zu schwimmen.

The Ballad of Buster Scruggs

"The Ballad of Buster Scruggs" der Coen-BrĂŒder ist ein so bildgewaltiger Film und mit einem erzĂ€hlerischen Minimaltempo versehen, welches Zeit ließ zum Wirkenlassen, zum Verstehen. So waren dann auch meine TrĂ€ume der kommenden Nacht gespickt mit unendlich vielen Geschichten, Episoden und theoretischen Erlebnissen. Eine sehr bemerkenswerte Szene (so kommt es mir zumindest jetzt, kurz nach dem Aufstehen nach dem FrĂŒhstĂŒck vor) war ich in irgendwelche Glitzerwellen schaute und mir in diesem einen, kurzen Moment bewusst wurde, wie es sich anfĂŒhlen muss, wenn ich völlig frei von allem bin: von allen echten oder eingebildeten Beobachtern um mich herum, von allen eigenen ZwĂ€ngen, von allem Welt- und eigenen Schmerz ... es war ein unglaublich großer und sehr erleichternder Moment und so voller Klarheit, als sollte mir damit gezeigt werden, wie es sein könnte. Und dass es folglich also möglich ist.

hang over and over and ...

Samstag wirkte der Wein schneller als gewohnt und am Ende war ich breitest, nachdem Tobi bereits im Bett und ich noch beim Lesen eines InterVista Artikels ĂŒber Roland Bach war. Der Sonntag wurde zu einem der ĂŒblich- blĂŒhenden  HangOverDays und der Sonntag Abend hing entsprechend zwischen allen Seilen, was die Nacht trotz großer MĂŒdigkeit des Sonntags kurz und ĂŒbermĂ€ĂŸig traumbefĂŒllt werden ließ. Also der Hang-Over-Over, der es immer wieder schafft, meine Sichtweise auf mein Leben so extrem zu verunstalten, dass es zum Grauen wird. Denn es sind ja (wie sicherlich hundert mal bemerkt) nicht der Wein und der Hangover, sondern die GrĂŒnde dafĂŒr. Das war die bisher deutlichste Aussage. Und in diesem Fall vollbeladen mit: Was soll ich hier? Was soll ich arbeiten? Und warum? FĂŒr wen? FĂŒr Geld? FĂŒr etwas Ruhm oder gesellschaftliche Anerkennung? Weil es sein muss und es 'nunmal so ist'? Was kann ich denn und wichtiger noch: Was will ich denn? GĂ€hnende Leere und ein unglaubliches Unbehagen. Dazu das immer wieder als von mir knapp eingestufte Englisch (nĂ€chste Woche ist es mit dem TOEIC Test geschafft) und dann dazu die immer wĂ€hrenden Fragen, was denn anschließend mit mir zu tun sei. NYC? DK? Oder eine der favorisierten  Rundreisen voller Zweifel und letzten Endes mit noch grĂ¶ĂŸerer Unzufriedenheit? Bestes Beispiel dafĂŒr war damals Kopenhagen in 2010. Oder 'irgendeinen' Job annehmen? Aus purer Aussichtslosigkeit und dem RĂŒckgang der Schmerzen habe ich in der letzten Woche wieder mit dem Training angefangen. Wenn schon Scheisse drauf, dann muss ich nicht auch noch so aussehen. Das ist mittelfristig sogar klug gedacht, denn es hilft im Falle von spontaner Reaktivierung. Ich fĂŒrchte nur - und die gesamte Zehnsucht hier macht das sehr deutlich - dass es und ich und Überich immer so bleiben werden. Ein deutliches Update steht dringlichst bevor. Aber welches? Und wie? Immer das Selbe, Baby.

... vergiss ma nicht.

Heute Buchmesse Leipzig. Dieses GefĂŒhl heute ist eines zum Merken. Denn es war rundum gut, gelungen, gelöst. Gefreut habe ich mich ĂŒber unsere Musik, das Publikum, die Leute vom Magdeburger Stand ... und die anschließenden Schlendereien ĂŒber die Buchmesse waren ebenso beruhigt und ich hatte die ganze Zeit ĂŒber ein schönes Empfinden. So. Das geht also.

puppenversehrt

Gestern haben sich Mimo, Ingo + Annette und Anke samt mir bei Ingo getroffen. FĂŒr ein Puppenversehrtentreffen. Bis nach halb eins gabs zu erzĂ€hlen vom ĂŒblichen Puppensalat, ĂŒber Neuigkeiten bis hin zu allem möglichen GeplĂ€nkel. Aber weisste was: Es hat mir sehr gut getan. Ich bin plötzlich nicht mehr ganz so puppenverstört. Weil ich Gleichgesinnte getroffen habe und wir den ganzen Mist der vergangenen Jahre "wegreden" konnten. Sowas ist sehr hilfreich. Ingo hat man jetzt dort wohl auch bereits aufgegeben und ihm so unpersönlich wie möglich seinen SchlĂŒssel abverlangt und Anke die Inspizientenstelle angeboten. Soweit zu den NEWS. Das Vergangene kann ich mittels solcher Abende viel besser verarbeiten, verkraften und zumindest fĂŒr den Moment weiter wegstellen. Und im Englisch-Unterricht rede ich ja auch immer wieder darĂŒber. Über mich, das Puppenzeug, die Zukunft. Insbesondere mit David Edgington geht sowas ziemlich gut. Morgen spielen Jörg und ich auf der Buchmesse, Sonntag mach' ich einen CanapĂ© Brunch mit der Familie. Und dann guck ich mal, ob ich mich im Wirtschaftsministerrium bewerbe. Ach Scheiss ... ich mach's einfach. Und dann sehen wir weiter. Bis dahin hoffe ich mein Englisch auf die Reihe zu kriegen und habe am Dienstag ein GesprĂ€ch dazu. Das Berlitz-BĂŒro erzĂ€hlt von hoher Meinung seitens der Lehrer ĂŒber mich, ich hingegen bin mir ĂŒberhaupt nicht schlĂŒssig. Aber wenn ich die letzten drei Wochen ernsthaft dranbleibe und endlich anfange, mein HörverstĂ€ndnis zu schulen, klappts ja vielleicht mit dem TOEIC Test. Und dann - sagt die bei der Arbeitsagentur arbeitende Annette - kann ich ja versuchen, ein 'Auslandssemester' anzufragen und ich spinne vor mich hin, ein paar Wochen in NYC verbringen zu wollen - fĂŒr ein Praktikum beim DAAD oder so ... P.S. Mein schlimmsten Eskapaden in Sachen Leben entstehen nachweislich durch meine unendlichen Reflektionen, sprunghaften Denkweisen ohne Handlung und damit ohne Ergebnisse samt meinem brach liegenden Selbstbewusstsein. Dazu scheinen irgendwelche Ängste zu gehören. Dass es sich manchmal zwischendurch kurz hell und besser anfĂŒhlt (so wie 'irgendwie' jetzt) , bleibt mein Grund, am Leben festzuhalten.

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Nun ist es also gleich und wiedermal soweit: Geburtstag. Und noch'n Jahr. Kein Gedicht. Mein einziges Geschenk an mich selbst ist die sachte zurĂŒckkehrende Traurigkeit, insbesondere angesichts eines weiteren, jetzt anstehenden Geburtstages. Und wieder kann ich mich nicht erinnern, jemals großartig froh darĂŒber gewesen zu sein. Vielleicht im Kindesalter. Der Geschenke wegen. SpĂ€ter wurde es schwieriger, aber ich kann es nicht genau in Erinnerung bringen. Die RĂŒckkehr der Traurigkeit wĂŒrde immerhin bedeuten, dass mir am Leben liegt. Aber was? Nun, sei's drum, wir sind morgen Nachmittag bei meinen Eltern und damit bleibt es bei einer gewissen NormalitĂ€t. Englisch wird immer schwieriger (C1-2) und der einzige Weg ist das bedingungslose Trainieren. So wie die Wiederaufnahme meines Kiesertrainings gestern. Ansonsten scheint weiterhin alles Leben eine gewisse Last an mich heranzutragen. Oder ich kann's nicht verorten, erklĂ€ren oder zumindest einstecken und einfach weitergehen. Der Rest ist ein relativ großer Haufen Bullshit und die vage Aussicht auf die jubilierende 50 im nĂ€chsten Jahr macht mich nicht sonderlich froh. Und alles wird sich wieder wenden, wenn denn, ja wenn wieder ein selbst entzĂŒndetes Licht mich herausreisst aus meiner Lethargie. Bis zum nĂ€chsten großen Misthaufen des Selbstzweifels. Und. So. Weiter. Echt?

Quick notes und Aufbruch

... getippt in mein Handy wĂ€hrend eines Ausfluges anlĂ€sslich 50 Jahre BĂ€rbel & Uwe. Am Vorabend war ich vorsorglich sogar sehr alkoholarm, um es genießen zu können. Dennoch lĂ€hmte mich jener mĂŒde Sonntag am 10. MĂ€rz, aus dem heraus ich solche Quicknotes auf meinem Telefon verfasste: "Aufmerksamkeit. AufwĂ€ndig. Desillusioniert. MĂŒde. Unbestimmt. Lost. Stimmungsneutral. Langsam. Taub. Offmode. Aussichtslos. Einsichtsslos. Egal. Nichtegal. Satt. Alt. Dick. Ängstlich" Da kommt und passt vieles zusammen. Meine Zwischen-Hochs wollen mir immer mal wieder im kleinen Ansatz weismachen, dass es aus Erfahrung möglich ist, mein Leben in den Griff zu bekommen. Diese Zwischen-Hochs resultieren natĂŒrlich aus meinem Verhalten und dem, was ich endlich und mĂŒhsam anpacke. Gleich nach so einem Start fĂŒhlt es sich merklich besser an, aber nur um kurz darauf wieder abzusacken und alles in Frage zu stellen. Eine endlose Litanei. Der Tag heute begann erneut Ă€ußerst missmutig und mĂŒde. Kaum aufnahmefĂ€hig und mit dem weiter wĂ€hrenden GefĂŒhl irgendeinen Verlustes. Dem Verlust des schönen Lebens beispielsweise. Es strengt mich so sehr an. ErklĂ€ren könnte sich das aus dem Samstag Abend, den ich mit zwei Flaschen Wein beging, um den Sonntag mitsamt all seinen Möglichkeiten wieder im Dunst verschwinden zu lasse. Dabei lagen Englisch, ACT, OvG, Jeskom (...) griffbereit parat. Manchmal glaube ich, dass ich mir solche Dinge absichtlich zufĂŒge, damit aus den genannten Konstrukten nichts werden kann. Weil ich Angst vor dem Anfangen habe. Bzw. noch mehr Angst, dass ich es dann auch durchziehen muss, weil ein Beginn und dessen WeiterfĂŒhrung mit erfolgreichem Ergebnis / Abschluss verbunden und mir das auch ziemlich klar sein sollte. Jedes Aufgeben, jeder Misserfolg machen mir noch mehr Unmut und schĂŒrt die Angst vor neuerlichem Beginn. Also lieber nicht anfangen? Hier beissen sich alle Katzen in die SchwĂ€nze und es sind so viele unsinnige Worte und ErklĂ€rungen und Deutungen und (...) in meinem Kopf und machen mich sehr mĂŒrbe. Und mĂŒde. Und noch missmutiger, etwas zu beginnen. Warum kann ich eigentlich nicht mit Tobi darĂŒber reden? Weil er solche "AllĂŒren" (naja...) nicht kennt und sich wohl eher darĂŒber wundert. Stattdessen fallen ihm prĂ€gnante und sehr logische ErklĂ€rungen ein wie: "Fast 50 Jahre und die meiste Zeit gesoffen." und bringt es damit ja auch auf den wesentlichen Punkt. Ich komme mir sehr kompliziert vor und traue mir weiterhin nichts zu. Dabei habe ich die merkwĂŒrdig leichte ZwischenprĂŒfung beim Englisch (Berlitz) am vergangenen Freitag mit 34 von 40 Punkten in der HĂ€lfte der Zeit geschafft. Nanu? MutmacherprĂŒfung? Das war wirklich zu leicht. Und der TOEIC steht noch bevor und das neue Student Book Level C1/2 hat es sehr in sich. Aus einer Phase halbfrohen Mutes beginne ich jetzt solche waghalsigen Ideen wie Bertold fĂŒr das OvG Projekt zu kontaktieren, damit ich mich endlich "binde" und es damit anfangen "muss". Am Samstag hab ich mich bei Tobi in die Kraftmaschine gehĂ€ngt um zu sehen, ob ich es vertrage. Heute war ich erstmals wieder beim Kieser Training (nach ĂŒber 330 Tagen!). Am Samstag sind wir auf der Buchmesse (Jörgeskom) und ich hoffe auf meine freie fließende Wortwahl beim ErzĂ€hlen intelligenter wie auch schöner Dinge. Parallel dazu war ich bei Paganini, die mir eine Moderation fĂŒr irgendwelche Bauhaus-Tage im Mai anbieten und ich bin geneigt, mitzumachen. Und nun sitze ich hier und male mir die Gefahren aus, die sich aus meiner heiteren AttitĂŒde verbindlich darstellen werden: Dann "muss" ich ran und all diese Dinge machen. Ich habe bereits solche Dinge böse versiegen lassen, wie die Möglichkeit, einen MDR Beitrag zu machen (Sandra Meyer GesprĂ€ch ĂŒber die Dehnungsfuge), damit auch Torsten Sowada hĂ€ngen lassen. Ich habe mich bei Freya Paschen (Kulturgutverluste) nicht mehr gemeldet und, etwas dĂ€mlicher noch: Kerstin Kinszorras Geburtstag geschwĂ€nzt und auch kein neues Mittagessen anberaumt. Auch mit Katrin Gellrich wollte ich mich lĂ€ngst schon  getroffen haben. Das alles stellt mich in den Augen jener und anderer ganz sicher als sehr unzuverlĂ€ssig dar. Kein gutes Bild. Allerdings bin ich leider auch nicht motiviert. Und damit haben wir's auf den Punkt gebracht: Motivation. Hypnose bei Suse? Hmmm ... Oder einen Psychotherapeuten aufsuchen? Es handelt sich um eine unendliche Aufschieberei all jener Dinge, die möglich, nötig oder zumindest einen Versuch wert sind. Aus Angst. Wovor? Aus Antriebslosigkeit? Aus der Idee heraus, keine Idee zu haben. Mannmannmann ...  

Beklemmende Englisch-Erkenntnis

Tobi schafft es immer wieder, mit verblĂŒffend einfacher Logik ein paar Dinge klarzustellen. Wie an diesem Sonntag, als ich ihm von meinen Komplikationen beim Business English erzĂ€hlte: Es ist anstrengend, so viel zuzuhören und alles zu verstehen oder die mir gestellten Aufgaben ĂŒberhaupt zu begreifen; manchmal habe ich 4 Sessions ĂĄ 90 Minuten mit 15 Minuten Pause und mich erschleicht dabei das GefĂŒhl, dem Ganzen nicht gewachsen und möglicherweise zu hoch eingestuft worden zu sein. Hinzu kommt komischerweise, dass ich in der Basis offensichtlich ganz gut gerĂŒstet bin, und wenn so vor mich hin plaudere, sind meine Lehrer der Meinung, dass sowohl mein Grammar wie auch Wortschatz und meine Aussprache ziemlich gut sind, woraufhin sie natĂŒrlich ebenso agieren bzw. mit mir sprechen. Das ĂŒberfordert mich und strengt mich sehr an. (Okay, ich bleibe trotzdem dran: denn es ist in diesem meinem Zustand immerhin eine feine und von anderen sehr gut bezahlte Möglichkeit, mir wenigstens die Idee eines Aufbruchs anheim zu stellen.) Und nun zu Tobi: "Du darfst nicht vergessen, dass du fast 50 bist und dazu eine Menge Zeit deines Lebens damit verbracht hast, Alkohol in dich reinzutun." (oder so Ă€hnlich). Tja, und mehr kann ich dazu nicht schreiben. Es passt perfekt. Und dieser Gedanke ist nicht neu. Muss ich mal zurĂŒckblĂ€ttern und die Stelle finden, an der es damals darum ging, dass ich aufgrund von Alkohol und peinlicher Schwerhörigkeit sehr vieles verpasst und einen phantastisch großen Teil meines Wortschatzes und Wissens und Interesses (im Deutschen!) eingebĂŒĂŸt habe. Tadaaaa.

Erwartungslast und halbe AnlÀufe

"Ich will mich jetzt bessern", so lautete immer mein letzter Satz bei nahezu jeder der von mir ungeliebten Aussprachen innerhalb unserer kleinen Familie. Dem voraus gingen immer irgendwelche Querelen, die ich offensichtlich irgendwie absichtlich oder aus Dummheit verzapfte und die nun auf den Tisch kamen, um sie mit Kraft (und Macht) zu klĂ€ren. Anschließend war die Erleichterung bei mir groß. Allerdings nur, weil dieses GesprĂ€ch endlich vorbei war. Und noch anschließender versuchte ich einen Prozess der neuen Herangehensweise in mir erwachen zu lassen: Jetzt werde ich mich bessern. Ich hab's ja versprochen. Und ich fange gleich damit an. Damit ich nich wieder zur EnttĂ€uschung werde. So also könnte sich das System und Dogma der Erwartungshaltungen anderer an mir festgesaugt haben, mit denen im GepĂ€ck ich also durch das Leben zu schippern versuchte. Denke ich mir jedenfalls so. Denn wie ist es anders zu erklĂ€ren, dass ich mich stĂ€ndig unter Beobachtung wĂ€hne und mein Verhalten so ausrichte, als wĂ€re es jederzeit durch andere einsehbar? Und dann dazu das Gegenteil, das sich in extreme Aktionen tĂŒrmt, die bereits als Kind begannen: Nackt ĂŒber die Insel, nackt um Hort aus der Toilette ĂŒber die Flure. Oder hat das wiederum andere HintergrĂŒnde? Dann vielleicht so hier: Ein stĂ€rkeres Selbstbewusstsein zu entwickeln war mir schwer möglich, weil es immer Auflagen von anderer Seite gab. Diese Auflagen waren nie meine, mir aber auferlegt. Mit dem Resultat, es ab jetzt besser zu machen.  Vielleicht weil sich bestimmte Verhaltensweisen so gehörten und alle das so machen und nur ich immer aus der Reihe tanze. So also blieb ich unter stĂ€ndiger Beobachtung meiner selbst, generiert aus der wahrscheinlichen Sicht der Anderen. Was ich eigentlich hier verfassen wollte, hat mit einer gewissen Last zu tun, die ich nicht erklĂ€ren kann. Es kommen mir weiterhin keine Ideen und AnlĂ€ufe betreffs Zukunft in den Sinn (vielleicht weil ich sie gleich zu groß und langfristig anlegen will?). Und die kleinen Projekte (die durchaus das zeug zur GrĂ¶ĂŸe haben), lungern auf Tischen unberĂŒhrt herum. What about JESKOM? Oder den Domsagen? Oder des OvG-Hörbuches? Moderator traue ich mir nicht zu, weil ich keine vernĂŒnftigen Worte mehr finde. Und das schon seit schleichend lĂ€ngerer Zeit. So zwei bis drei Jahre bestimmt. Das hat auch viel mit Alkohol und Hörverlust zu tun. Dazu gesellen sich soziale Unsicherheit und eine gewisse Menschenscheue die womöglich ebenso aus diesem Selbstwertniveau herrĂŒhren. Das Ganze scheint derzeit in das Business English zu kulminieren: Ich glaube, so gut wie nichts zu kapieren oder ĂŒberhaupt nur inhaltlich zu verstehen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich doof bin (jedenfalls nicht so sehr), sondern eher mit meiner KonzentrationsfĂ€higkeit, meinem Aufnahme- und Umsetzungsvermögen. Ich verstehe manche Worte und SĂ€tze ĂŒberhaupt nicht, trotz der HörgerĂ€te. Bei langsamer Wiederholung oder per Audioscript ist fast alles klar und logisch. Und dennoch nicke ich in den Konversationen immer so höflich, als hĂ€tte ich jeden Satz bzw. alles verstanden. Da sollte ich mal ein bisschen realer getten. und. ĂŒberhaupt.

... und noch'n MĂ€rz

Immer weiter, was sollst ... so oder Ă€hnlich bleibt alles beim Alten, beim unwirtlichen und zugegeben gefĂ€hrlichen Leben. Immerhin habe ich jetzt zwei Wochen Business English angepackt, so schwer es mir darin auch fĂ€llt, fĂ€llt mir dabei auf, dass ich mir wie immer wenig zutraue: Ich verstehe gerade die HĂ€lfte und Abschlusstests im Level C1 und TOEFL scheinen mir sehr unrealistisch. "Dranbleiben" ist meine derzeit einige Aussicht. Am letzten Februarwochenende muss ich mich vielleicht irgendwie dĂ€mlich, weil unzufrieden und wahrscheinlicherweise ĂŒbertrunken unausgeglichen benommen haben. Jedenfalls waren wir beide nicht amused und meine Handlungen rund um den Kartoffelauflauf irgendwie allesamt falsch. Das hat sich bis in den Sonntag hingeschleppt und heute Abend soll es besser werden. Ich wiege 88 Kg. Alles klar. Aber ich sehe schlimmer aus. und es fĂŒhlt sich auch so an. "Du lĂ€sst dich gehen" hat Charles Aznavour mal gesungen und es stimmt. Ich habe weiterhin keinen einzigen Plan, lasse mich also gehen und fĂŒrchte mich derweil ĂŒber irgendetwas, das Leben betreffend und es vielleicht nicht hinzukriegen. Bis ein kleiner popeliger Umstand alles plötzlich in neues, wunderbares Licht rĂŒcken und es so merkwĂŒrdig einfach gewesen sein wird. Bis auch dieses Licht meiner sehr unbestimmten Rolle auf diesem Planeten der nĂ€chsten Dunkelheit weicht. Mit anderen Worten: Es ist sehr anstrengend und mir fallen tausend und null GrĂŒnde gleichzeitig ein, alles widerspricht sich und meine TrĂ€ume machen keinen Spaß. Puppentheater hat darin immer noch Bestand. Ich brauche einen emotional Brain Manager oder sowas, der mir vereinfacht und deutlich mitteilt, was zu tun und was zu lassen ist. Dem ich widerstandslos glauben muss, will und werde, weil die Konsequenzen ebenso einfach wie klar sind. Oh, ich habe ein perfekt passendes Lied auf diese Situation der verwirrten UnfĂ€higkeit geschrieben. Hier ist es.   [audio mp3="https://www.niesfisch.de/zehnsucht22/wp-content/uploads/bounce20190213a.mp3"][/audio] NĂ€chste Woche kommt wieder so ein Aschermittwoch, der anschließend wieder 40 lĂ€uternde Tage anbietet. FĂŒr den, der friedlich und selbstbestimmt mit sich und seinem Leben umgeht, macht es wenig Sinn. FĂŒr mich wĂ€re der totale Alkoholentzug das fĂŒr den Anfang Sinnvollste, was mir passieren kann. Dazu aber bitte jenen Manager, damit diese endlos unbestimmt-unsichere  MĂŒdigkeit aufhört. Ich mĂŒsste meinen Bus mal durch die Waschanlage fahren. #erkenntnisdestages

Drömlingspalaver

Ein lange vor mich hin geschobener Drömlingsausflug zu Thomas brachte mir ein sonntĂ€glich lecker-warmes Essen und ein paar laue sonnige Stunden im Garten ein. Mandy war auch da. Zu Beginn Ă€rgerte ich mich sehr ĂŒber meine ĂŒbliche Herabgehensweise beim vorabendlichen Nicht-Trinken, das kurz vor 10 oder 11 dann plötzlich doch noch das ganze Bier nebst ganzer Flasche Wein ansetzte und erledigte. So also auch mein dumpfes Dasein an diesem Sonntag. Es ist zum "in die Erde versinken", die Mischung aus schlechtem GefĂŒhl um den eigenen Zustand, dem Wirken gegenĂŒber den anderen und derÂ ĂŒbermĂ€chtig wirkenden Flaute in Sachen Vorstellung ĂŒber das, was ĂŒberhaupt und noch kommen soll. Und dann höre ich Mandy und Thomas und Birgit reden, plaudere ein bisschen mit und es strengt mich an, wie insbesondere Mandy permanent ihr Leben und ihren richtigen und guten Weg erklĂ€rt. So als mĂŒsse sie sich das immerzu vorsprechen, damit der Glaube daran auch hĂ€lt. Und Thomas pflichtet ihr bei. Warum auch nicht, hört sich ja in der Teil-Quint-Essenz auch prima an. Dennoch habe ich das GefĂŒhl, dass sich alle ihr Leben erklĂ€ren und auseinandersetzen mĂŒssen. Also genau wie ich im Stillen. Das ist das nicht unendlich mĂŒrbe? Die ganzen SprĂŒche fĂŒr die WĂ€nde, die es zu kaufen gibt, entstammen wohl der großen Abnehmerschaft. Muss man sich permanent versichern, dass das Leben so schon okay und man auf einem guten Weg sei? Sitzt tief in uns ein nörglerischer Unglaube, der das alles dementieren möchte? Und erklĂ€rt parallel dazu der ganz innen liegende Verstand, dass alles andere als Kompromiss den Tod bedeuten wird? Ich vermute mich selbst in so einer Phase seit Anbeginn meiner EigenstĂ€ndigkeit nach der Armee - also ab 1990 mit 20 Jahren. Mit 22 Jahren ausgezogen und versucht, das Leben einzubeziehen. Ich vermag das jetzt nicht alles herzuleiten und zu erinnern, aber mein immenses Denkaufkommen mit fadenscheinigem Ausgang hat mich an der Einfachheit des Daseins gehindert. Na hier beissen sich sich alle Katzen in die SchwĂ€nze. Mein GefĂŒhl von "raus" und See und Wald und Allein und Heilung und Hoffnung und Interesse und SpontanitĂ€t und angstfreiem Mut und allumfassender Reinigung bleibt GefĂŒhl ohne Tat oder im Fall der Tat ohne Erinnerung. Jetzt muss ich los, ich beginne eine Business-English-Course fĂŒr sehr viel Geld, dass ich nicht bezahlen muss und ich benutze ihn als Wiederaufraffungsmaßnahme, um in Kommunikation, in Aktion, in Bewegung und best case: Training zu kommen. Ich wiege 88 Kilogramm und sehe aus wie ein unformfettiger Lappen nach dem Aufwischen. Keine weiteren Fragen.

FrĂŒhlingslampen

Manchmal seit neulich bin ich ein bisschen aufgeregt, wie eine Art Lampenfieber, das mich befĂ€llt, wenn es etwas Spannendes erwartungsvoll anzugehen gilt. Ein weiteres StĂŒck auf der BĂŒhne des Lebens. Das mag jetzt etwas heroisch klingen und noch messe ich dem nicht zu viel Bedeutung bei. Aber es lĂ€sst mich spĂŒren, dass mit den aktuellen Avancen eines Einzug halten wollenden FrĂŒhlings bei mir so ein vages zaghaftes Lampenfieber an sich erinnert. Ein weiterer Grund dafĂŒr ist der deutlichere Versuch, den Alkohol im Zaum, Keller zu halten bzw. ihn fĂŒr mich abzuschaffen. Wenigstens bis ich klar bin.

Ausstieg verpasst

Besttypische und perfekt erklĂ€rende Situation des Dienstag Abend: Sonntag nach einer Flasche Wein und Abstiegs-Aperol den Montag zum heiligen Einsteig in den Ausstieg vom Alkohol erklĂ€rt. Der Dienstag zeigte sich bereits erfreulich entgiftet, es entstand sogar ein Song (Wenn du da bist) und die Nachricht an Wein-Micha lautete sogar:"Heute kein BlueNote fĂŒr mich". Was dann geschah: Die geplante TĂŒte (die ich einfach niemals planen, sondern entweder einfach rauchen oder sein lassen sollte), wollte mich nach 19:00 Uhr nicht mehr ĂŒberzeugen und ich ließ sie sein. Derweil stolperten meine Gedanken um die so oft begonnenen Ausstiege mit völligem Alkoholverzicht und es wurde unsachlich in mir betreffs der radikalen AusfĂŒhrungen. Sicher ist das gesunde Maß immer noch das Beste, aber wenn es sich nicht herstellen lĂ€sst, muss es auf NULL gesetzt werden. Wurde es aber nicht. Unter Zuhilfenahme der Wein-Micha Aussage, aufgrund seiner ErkĂ€ltung nur 2-3 Bier trinken zu wollen und meiner Ansicht, dass das ja eine gute Übung fĂŒr mich sei, ließ ich mich also doch drauf ein und wir waren dienstagĂŒblich pĂŒnktlich. Stef kam garnicht erst mit und Franzi lief auch lieber nach Hause. Was dann kam, gleicht einem Desaster: Da ich ja absichtlich keinen Alkohol zuhause habe und jener im BlueNote also folgerichtig der einzige des Abends sein wĂŒrde, verschlang ich vorsichtshalber gleich ganze NEUN Bier und ZWEI Wodka. Der Zettel klebt im Flur als drohende Mahnung oder mahnende Drohung. Aber es ging mir recht gut dabei, außer dass sich mein Kopf wieder vollgeblutet und hochdrĂŒcklich anfĂŒhlte. Mit Jule an meiner Seite auf dem Heimweg begann ich sogar zu torkeln. Das ist grundpeinlich und sehr schlimm. Vielleicht hoffte ich mich damit vollstĂ€ndig vom Alkohol lösen zu können. Wegen der schwerwiegenden Folgen. Und Stef erzĂ€hlt mir im Weinladen noch von seinem Vater, der nach dem Tod der Mutter anfing, heimlich viele SchnĂ€pse zu konsumieren, was seiner Einzug haltenden Demenz sehr nĂŒtzlich war. Nun ist also Mittwoch und ich habe den Einstieg in den Ausstieg grĂŒndlich vermasselt. Bleibt mir, es nochmal zu versuchen. NĂ€chste Woche beginnt mein Aktivierungsversuch. Und wenn ich den nicht sauber sortiert und nĂŒchtern angehe, kann ich es alles sein lassen. Dies' ist eine Zeigefingermeldung!

150-90

Wie sich das anfĂŒhlt ... alles hoch verdichtet, insbesondere am Kopf. Es drĂŒckt und fĂ€rbt das Gesicht rot. Die erste Blutdruckmessung lag noch höher, die zweite besann sich auf 150/90. Aber wie kommt das? In den letzten Wochen habe ich das öfter beobachtet- insbesondere Abends und mehr noch auch im Bluenote, so dass es sogar anderen auffiel und ich mich nicht so richtig gut damit fĂŒhle. Bin ich zu weit unten, kommen WillensschwĂ€che und Antriebslosigkeit auf den Plan, bin ich oben, zerreisst es mir Kopf und Oberkörper und es schreit nach Befreiung. Wir waren in Leipzig heute und auf der Hinfahrt bin ich nach Zombi-TrĂ€umen und massenhaft weiterem Traumunsinn quengelig, nörglerisch und im Nachhinein betrachtet, wahrscheinlich unausstehlich gewesen. Tobi brachte es auf einen verstĂ€ndlichen Punkt: Ich bin unausgeglichen! Tadaa ... Endlich mal ein einfaches und erklĂ€rendes Wort. Schmeiss den Haufen tausender ErklĂ€rungen ĂŒber Board, es lĂ€sst sich genau so zusammenfassen. In so einem Zustand ist alles und sind alle schuld und schlecht, die Welt ist nicht aushaltbar und muss gerĂ€cht werden. Aussichtslose Litanei. ZurĂŒck gings dann schon wieder viel besser. Und das merke ich auch an meinem Verhalten, meiner Kommunikation, meinen Ansichten. Zuhause dann die unglaublichen Werte 150/90. Beim Terminator 2 die letzte Flasche Wein und das unglaubliche Abstiegsgesöff Aperol mit Wasser nebst 15(!) Zigaretten konsumiert. FĂŒr jemanden, der tagsĂŒber selten bis garnicht raucht, ist das abnorm. Diese Episode befindet mich schon sehr deutlich nahe am Abhang. Danach etwas warmduschen mit der Entscheidung, auch den Kopf einzubeziehen. Dass die HörgerĂ€te noch drin waren, sorgte fĂŒr den großen Schreck und eine halbe Stunde Föhnen und heimlich betteln, dass sie noch funktionieren. Taten sie. Sogar jetzt, 10 Stunden spĂ€ter noch. Und jetzt ist es Montag. Und nĂ€chsten Montag beginnt mein Englisch - meine Doppelchance auf Vernunft und Leben. Diese Woche dient dem Alkoholabbau. Da kommt so eine Englisch-Acht-Wochen-Kur gerade recht. HĂ€ttewĂ€rekönnte cool. Und?  

Zielwasser

Es ist schwer, ohne Ziel vor Augen irgendeinen beliebigen Weg entlang zu laufen. Aber ob es dennoch möglich ist? Muss ja, könnte man jetzt sagen. Doch ist das Freisein viel weniger frei, als ich es mir vorstellte. All jene unerfĂŒllten oder in der Vorstellung existierenden Wunschgedanken ĂŒber jene Dinge, die ich nun endlich in die Tat umsetzen kann, entlarven sich als wunschlose Gebilde. Da kracht es dann im GebĂ€lk und das Konstrukt ist keines. Solche Wunschgedanken dienten vielleicht auch nur dazu, dem Umstand meiner TĂ€tigkeit / Arbeit ein weiteres abtrĂ€gliches Merkmal unterzujubeln. Und die Zeit vergeht so schnell und die Wunden heilen so langsam und der Alkohol fließt so schnell und das unbestimmte Dahinvegetieren verschafft kein gutes GefĂŒhl. Und die Schulter und die HĂŒfte und kein Training und kein nichts ... Jetzt beginnt gleich ein Business-English Kurs fĂŒr viel Geld. Allein des Geldes wegen erklĂ€re ich die 8 Wochen zu einem ersten Ziel. Da muss dann auch der Alkohol dran glauben, es wird nicht anders zu machen sein. Und das Wort Feierabend ist falsch besetzt bzw. fehlbewertet. Es wird schwer, ich weiss. An die HörgerĂ€te werde ich wiederum glauben, damit alle Potentiale voll zur VerfĂŒgung stehen. Ein Ziel also? Oh! Na dann.

🔒 Nur fĂŒr Claude | Zehnsucht seit 1995 | 2010