Zehnsucht

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Aufbruch

Puppentheater Pressegespräch. Prima gelaufen. Erfolg. Sitze draußen in der Sonne bei Lennart und so Leuten und sehe dem Fotoshooting bei Suse entgegen. Für den Moment alles gut. In genau solchen Momenten gedenke ich der Zeit, in der das dann nicht mehr so sein wird und die Leute hier im Puppentheater zu fremderen Leuten als vorher werden. Und ich muss mir in solchen Momenten auch im Klaren darüber sein, was ich mir von dieser Kur erhoffe. Es droht nämlich ein bisschen wegzudriften, so, als wäre es nur eine kleine Auszeit. Es weniger eine Auszeit als ein Versuch des klaren Bekenntnisses zu mir. Und ich hoffe, dass ich die Unterstützung dort bekomme, die mir gut tut. Ein Tagebuch im Tagebuch mit der Kategorie "kur" habe ich hiermit begonnen. Um mich zu beobachten. Noch 7 Tage bis Start.

Reformhaus 1

Heute beim Abschied aus Reform war mir ein bisschen sonderlich zumute. So als ob ich garnicht gehen möchte. Ein Anflug von Gewöhnung an uns beide und Reform. Natürlich mit der Vorstellung, Stadtfeld und die Leute dort nur ungern ziehen zu lassen. Und ich überlegte, ob es mit meinem persönlichen Aufbruch, mit meinem re:new zu tun hat und ich deshalb Unterstützung bzw. Beistand benötige. Das war schon ein paar mal so: Geht es ans Eingemachte, ist Tobias mein verlässlicher Fels in der Brandung. Was aber passiert, wenn ich meine größten Schritte größtenteils hinter mir habe: Drängelt sich dann wieder mein Murren nach vorn, das mehr "Leben" und Aktion und Interessen einfordert und Tobias für das Fehlen dessen verantwortlich macht? Ich formuliere es mal so: Wenn ich es schaffen sollte, mich aufzubauen und zu stabilisieren, mir wieder mehr kreativen Freiraum und Antrieb zu verschaffen, dürfte so ein Zustand ja garnicht erst entstehen. Denn dann hab ich viel mehr Kraft und Sinn nach den schönen Dingen des Lebens und ich muss Tobias nur noch ebenso davon überzeugen.

Entzug 1

... oder Das Geheimnis meines Misserfolges. Das ist eine hoffentlich im Spaß gemeinte Headline. Also: Erste Woche Puppentheater mit dem gleichzeitigen Versuch, den Alkohol stark einzudämmen. Auch in Vorbereitung auf die Kur, die dann vollends alkoholfrei sein muss. Sonntag, Montag klappte es ganz gut mit jeweils 2 kleinen Gläsern Wein oder Dienstag mit 3 od. 4 kleinen Bieren im Bluenote und nichts weiter zuhause. Das funktioniert. Mittwoch im Aldi mit der Idee erwischt, eine Flasche Wein zu kaufen, die sich bis Wochenende durchschlängelt. Nach 2 Gläsern wurden es dann doch 4 einhalb. Das schlug über die Strenge, ging aber gerade noch so. Donnerstag die Entgleisung: 3 Bier mit Jörg und Frank Schöpke und drei weitere im Bluenote. Zuhause ein halbes restliches Glas Wein von o.g. Weinflasche. Und damit heute das gewohnte leicht elendige Sausen. Mag auch gerade noch als möglich gelten, tut es aber nicht. Dabei habe ich beobachtet, dass die Abneigung, weiter im Theater beschäftigt zu sein, stark steigt. War ich Anfang der Woche wieder etwas skeptisch und argumentationsarm, war ich heute felsenfest überzeugt, keine Argumente brauchen zu müssen. Nun gut, wie weiter? Das mit den 2 (kleinen) Gläsern Wein am Abend mag okay sein, aber ich fürchte eine nahezu aussichtslose Herausforderung des kontrollierten Trinkens. Vor allem der Mittwoch mit der Idee der Flasche Wein und nur 2 Gläsern, die dann doch fast zur vollständigen Flaschenleerung führte. Was wars? Nicht betrunken genug? Noch zu früh am Abend? Interessantes im TV gabs nicht wirklich und auch sonst hatte ich nichts sonderliches zu tun oder zu denken. Alles sprach für ein gutes Ende des Abends. Womit es bereits gedanklich wieder losgeht mit der Frage, was einen guten Abend eigentlich ausmacht ... Dennoch: Ich bin immerhin von 87,1 auf 85,3 Kg gerutscht. Sparsames Essen im Kontrapunkt mit Bier, das ja hoffentlich reinigt und spült und natürlich viel Fett mit sich reisst. Get bloß bald real, Darling!

vom Wesen meiner Arbeit III

Die bisherige Form meiner Arbeit bestand größtenteils in der Verrichtung von Tätigkeiten für andere mit dem Ziel, damit Geld zu verdienen und nicht all zu lange oder intensiv damit beschäftigt sein zu müssen. Zumindest kann ich das für einen Teil der Hörbuchproduktionen und dann natürlich die komplette Zeit im Puppentheater behaupten. Weil ich bei letzterem nicht "drin", sondern nur "dabei" war - der Erfüllungsgehilfe. Und ich fand mich immer neben der Bühne vor, leicht desillusioniert und verstimmt. Das klingt etwas dramatisch, kann aber für die meisten völlig normaler Alltag sein. Arbeit, Freizeit, Urlaub, Rente. Von dieser Lebensweise weiß ich immerhin schon, dass ich sie so nicht haben möchte. Das ahnte ich schon bei den Semesterferienjobs beim Technikhaus Gündel. Mir schwebt eine ineinandergreifende sozusagen interdisziplinäre Tätigkeit vor, in der ich aufgehen kann, die nicht von Zeit oder Tag abhängig ist und somit das Leben einteilt in Arbeit und Freizeit. Das ist als Selbständiger natürlich auch gefährlich, aber machbar. Und auch als Angestellter: Das war meine Intention betreffs Puppentheater. Und manchmal fühlte sich das fast auch so an. Dann aber wurde es restriktiver und komplizierter, es kamen Zeiterfassung und andere rückschrittlich gefühlte Maßnahmen. Doch dies ist nicht die Geschichte dieses Mädchens. Um herauszufinden, WAS ich in meinem Leben möchte, macht es Sinn, zusammenzuschreiben, was dazugehört und wie das realisierbar ist. Anlauf. Geruhsamer. Im Einvernehmen mit mir selbst. Selbstbewusst und entspannt. Alles andere wie freundlich, optimistisch, höflich ... ist seit Anbeginn eingebaut.

Forumlierung

Ich benötige Hilfe bei der Formulierung eines für mich guten Lebens! Das ist die Essenz aus meinem kleinen Spaziergang eben an der Elbe. Ich dachte daran, das man mich bei der Kur fragt, was ich von dieser Kur erwarte. Und ich brachte auf den Punkt: "ein gesunder Geist in einem gesunden Körper (Mens sana in corpore sano). Beides bedingt sich also. Körper und Geist verlangen nach einem update, einem renew. Auf die mir selbst gestellte Frage, wie ich das wohl anzustellen gedenke, gedachte ich der Sachlichkeit mancher Leute, die mich inbesondere im Puppentheater umgeben. Da wird wahrscheinlich ungedenk solchere weiteren Umstände wie Geld, Familie, Soziales ... auf folgendes Raster gesetzt: Ist dies dein Leben, mit dem zufrieden bist? Wenn nein, wo liegt das Problem und dessen Ursachen? Weiter: Kannst du das Problem lösen und zum Positiven wenden? Wenn nein, warum nicht? ... Spätestens dann kommt die Frage, ob es an den Verhältnissen liegt und welche Verhältnisse du dir für dein Leben überhaupt vorstellst. Wenn du letzteres nicht beantworten kannst, wird es aussichtslos sein. Falls es aber die äußeren Umstände sind, brauchst du sie nur zu wechseln. (und gib' nicht zuviele dauernde Zweifel in diese Überlegungen; diese Abwägung kann nützlich sein, aber nur, wenn sie mit kurzem, klaren Blick betrachtet wird). Nunja, ich bin in Schreibwutlaune und habe das Gefühl, immer alles gleich aufschreiben zu wollen, weil es gut und vor allem logisch klingt. Da muss ich ein bisschen aufpassen, denn zum Sortieren reicht das hier nicht. Nur zum Erinnern. Und erneut: Ich benötige Hilfe bei dieser Sortierung.

Start puppen's final

Tja, fühlt sich schon komisch an, so ein Wiedereinstieg, von dem ich weiß, es soll der letzte sein. Und es ist komisch, wenn Kempchen sich erkundigt, wie der Urlaub war. Und Bernhardt einen Scherz versucht "bevor du reinkamst, war's noch schön". Vermutlich sehe ich alles Kommende mit etwas anderen Augen. Das wird nochmal anders, wenn ich meine Kündigung durch hab. Und natürlich fühlt es sich doof an, wenn ich mir die Kollegen ansehe, das Haus betrachte, mein cooles Büro (ja- ich werte bereits), mit Leuten hier spreche ... das werden alles noch sehr wankelmütige und inkonsequent-gefährliche Situationen, wenn es darum, mich und meine Gründe für meinen Ausstieg erklären zu müssen, bzw. auch zu wollen. Das sollte ich hier mal klar darlegen. Und Katrin mit einbeziehen; denn es ist weiterhin merkwürdig: Wir waren beide auf demselben Weg, ich borge mir von ihr Mut, An- und Einsichten und Argumente und am Ende dreht sich alles etwas um: bei Katrin bleibt's wohl,  so wie es war und ich muss es jetzt allein durchziehen. Und ich verdränge die negativen Situationen so schnell und kehre sie in meine eigene Verantwortung = Schuld(!) um. Und dann wackelt alles. Und mal sehen, ob die Gerüchteküche sich nicht bis Mitte Oktober bereits etwas vorerarbeitet hat. Es wird spannend und eines dabei klar: Es kann mir nichts passieren, außer dass ich nach möglicher kleiner Durststrecke etwas Neues, für mich Schöneres, Lebenswerteres beginne. Mich in ein Leben bringe, in welchem die Verbindung von Arbeit, Freizeit, Liebe, Leben eine fließende ist- die nicht alles strikt trennt und mich nur nach Hause zu den Simpsons bringen möchte. Es wäre gut, herauszufinden, welch Typ ich eigentlich bin und warum es mir so schwer fällt, meine ureigensten Intentionen herauszustellen (bevor ich mich überhaupt an die Herbeiführung machen kann). Na denn mal los.

amplitude peak

Heute, Samstag, nachher werden jeskom im gestern sehr schick illuminierten Garten spielen. Das wird gut, glaube ich. Alles andere allerdings liegt brach. Es fühlt sich an, wie weggesoffen oder einfach aus mir entnommen. Ich habe weder Anreiz noch, Idee, noch irgendein Gefühl für irgendetwas, das ich aus mir machen könnte. An meinen Träumen merke ich das ebenso, an meinen verspannten Kiefern und dem pünktlich antretenden Herpes auch. Ich würde es fast als aussichtslos bezeichnen. Fast? Weil ich mir noch eine gemäßigte Hintertür sichern will, bevor ich vollends den Dienst am Leben versage? Die peaks der Amplituden sind stark und werden sich wieder einordnen, denn ich habe mir doch deutlich etwas vorgenommen, oder nicht?

Status Finale August

Was war der August? Hier die Kurzfassung: Ein Besuch mit fehlgeschlagenem Zwischenversuch Dresden und Ronald dann in Zittau bei Katrin und Eltern und Schwester. Sehr ruhig, sehr bedacht, genau, sehr schlecht geschlafen. Anschließend Sehrkurzbesuch Görlitz und dann auf einem leeren Campingplatz bei Niesky, Talsperre Quitzdorf mit anrührendem Ost-Charme von Ferienlager und Armee-Camp und irgendwie rechter Gesinnung in der Luft. Gitarre mit Rotwein und Regen. Tags darauf viel Fahrrad mit Seeumrundung und Gedenke auf der Suche nach einer Flasche Wein für den nächsten und damit letzten Abend dort. Kurzvisite zuhause. Wahrscheinlich viel Alkohol und Bluenote und Vergessen. Dann A summers tale Festival in Luhmühlen. Dank Presseausweis und frühem Eintreffen irgendwie auf dem Staff-Platz gelandet, statt den weit entfernten Camps für Presse oder Womo. Viele Fotos, Jacqueline und Heide gelegentlich und abends getroffen. Sehr angenehme Treffen. Ansonsten irgendwie immer bisschen verloren und unklar, warum ich hier bin. Zwiespältiges Gefühl zwischen Aktion und Sinn. Begemann fetzt. Get well soon auch. Und Pixies und PJ Harvey - aber die Musik habe ich bereits wieder vergessen. Ich war wohl nur da, statt dabei. Freitag homewards, Tobi und die Überlegung, wohin denn nun? Kurz-Ent-schluss gegen 22:00 wegen Wetters für Kroatien. Nächsten tags alles Restliche von zuhause geholt und 14:00 los. Bis zur Tauernautobahn und einem Camper-Rastplatz. Zum Glück, denn es gab nichts zu sehen auf der Autobahn. Dann schlug der Versuch fehl, auf KRK was Schönes zu finden - das war wohl das Mallorca Kroatiens. Also Camping Nähe Senj mit Bora. Aber schon mit Adria und warm. Nächsten Tag Camp Stine. Alle anderen Vorhaben wie KRK und HVAR also abgeblasen. Heiss. sehr heiss. 43 Grad im Schatten. Bewegungslosigkeit, Aussichtslosigkeit und unklar, ob ich das bewältige. Irgendwie gings dann und zum Wochenende kam eine Bora vorbei und brachte mich erstmals unter die warme Dusche, weil 23 Grad sehr kalt waren. Zweite Woche nur etwas weniger heiss, aber besser. Ich gewöhne mich dran. Siehe Jamaica-Hitze. Es wurde eng für die JESKOM Texte. Zu heiss, zu untätig. Ab und an ein paar Fetzen, jetzt aber schnell aufschreiben! So sachte nimmt es Form an, aber geprobt und auswendig sollte das auch noch kommen ... Leaving Croatia an einem Donnerstag bis zur Raste Bayrischer Wald, Schnellbesohlung und erster wohltemperierter Schlaf. Allerdings zu kurz und somit müde Restheimfahrt. Aber geschafft und 13:00 Uhr zuhause. Probe Sonntag. Von 11:30 bis 18:00 im Thiem. Die letzten Zeilen der Jeskom Texte kamen anschliessend. Dann das Konzert am Mittwoch im Gartenhaus im Stadtpark. Aufbau und alles zusammen ab 14:00, Ende und im Bluenote dann ab 23:30. Vier Bier, zwei Wodka, zuhause fast eine Flasche Wein (!). Das Konzert war erfolgreich und gut besucht, wenn auch musikalisch und insgesamt etwas wackelig. Ist aber stabilisierbar. Auf die spätere Frage Katrins, ob es gut und erfreulich für mich war, antwortete ich: "DIE Freude hab ich. Das war sogar ziemlich wichtig: Spurensicherung, Beweislast, Aufklärung." Morgen (Samstag 26.8.) ist die nächste Show im Weinladengarten. Immer noch leichtes Lampenfieber. Schlimmer aber noch: Schweres Unbehagen. Aber wieso? Schwer zu erklären, ich vermute eine dolle Depression, denn mir fällt nicht viel dazu ein, außer: Der Urlaub ist schon vorbei? Mist! Puppentheater Montag? Oh bitte nicht! Aber was würde ich denn lieber machen? Keine Idee! Stattdessen muss ich Zwangskürzungen vornehmen, damit mich der Alkohol nicht vollends fertig machen kann. Ich schwebe total im Nichts und probe ab und an die Songs für morgen, aber mehr ist nicht drin. Laptop an, Facebook auf, alles wieder zu, TV an, Radio an, Rumgucken, Nichtstun. Unwohl fühlen, bisschen panische Traurigkeit. Ich setze all meine Hoffnung in: ... für alles danach wünsche ich mir Kraft und Stabilität, Unterstützung durch mir wohl gesonnene Menschen, eigene Ideen für mein Leben ab August 2018 und die konsequente Umsetzung. Dazu gehören neben Körper & Geist auch die realistische Einschätzung über manche meiner Wunschsituationen und Vorstellungen über das Leben, die ich aus Beobachtungen generiere, aber selten selbst für mich hinbekomme. Deshalb "realistisch", denn all jene hier im Vielfachen genannten Faktoren, die zu meinem Un- / Wohlsein bisher führten, sind ordentlich abgegriffen. Da hilft dann auch keine Erkenntnis, dass jedwelche kleine Motivation zu größeren Sprüngen in Sachen positiver Sichtweise verhelfen könnte. Tut sie nämlich immer seltener. Ich beisse sehr an meinen Zähnen rum und bin einigermaßen verspannt. Jetzt muss irgendwas passieren.

Erholung?

Auch dieses Thema gab's bestimmt schon mal: Wie nutze ich die mir zur Verfügung stehende Zeit, um das Beste für mich herauszuholen? "Kommt drauf an, was man will", lautet hier eine gute These. Im Sinne der Erholung jetzt in meinem langen Urlaub: Was könnte ich tun? Was tut mir gut? Den ganzen Tag am See liegen. Kann ich machen, wird mir aber nicht gefallen. Irgendwohin reisen, nach Berlin fahren, Leute besuchen? Den ganzen Tag verschlafen? Einsiedelei: Morgens nen Joint und gucken, was passiert? Sex am See? Nachtwanderung? Die ganze Bude umräumen? Tun, was ich schon immer mal ... und wieder vergessen hab. Das ist alles Mist und verständlich, wenn ich so leer wie zuvor beschrieben bin. Und es gibt solche Wiederholungen wie nach Dänemark fahren und "sich wohlfühlen" wollen. Zu verkopft klingt das alles. Und damit aussichtslos. Ich hab leider auch keine guten Gedanken an Liedtexte, die es noch zu schreiben gilt. Worüber denn? Dass mein Leben mal wieder so schön so aussichtslos scheint? Das hörste dir zweidrei Songs an und freust dich über die letzte Strophe, die von Zuversicht singt. Alles Quatsch. Also wie jetzt? Keine Idee erstmal. Obwohl: die alte Vorstellung: drei Tage entgiftend und entspannt durchschlafen, aufwachen, sachte zu mir kommen, plötzlich eine Idee haben, Kaffee trinken, klar werden, die Idee für gut befinden und alles dran setzen. Gut, das reicht dann hier erstmal. P.S.: Mir würde es schonmal reichen, wenn ich aufhören könnte, an und mit den Zähnen zu nagen und zu klappern.

level near zero

In der Tat sind nicht nur meine Antriebe und Interessen stark abgeflacht, damit einhergehend macht sich auch eine gewisse Dummheit bei mir breit. Denn wo kein Feld der Be(s)tätigung, da keine Erkenntnisse oder vertiefende Einsichten. Und noch ein bisschen tiefer gegraben, sind meine Urlaubsziele nahezu bedeutungslos, bzw. es gibt garkeine. Tobi und ich haben festgestellt und wussten es natürlich schon früher, dass wir wenig Interessen haben, zeigen, nachgehen. Statt weit weg an bedeutsam klingenden Länder- oder Städtenamen zu verweilen, dürfte uns auch locker der Dreetzsee oder weniger reichen. Das darf ich keinesfalls hinnehmen und setze sehr viel Hoffnung in meinen angekündigten Wandel. Denn wenn in mir nichts passiert (und die Komplettierung JESKOMs bereitet mir derzeit große Mühe), dann werde ich weiter nach unten, hinten abdriften und alles verliert an Bedeutung, letztlich an überhaupt irgendeinem Sinn am Leben. Das klingt grauslich, dennoch denke ich immer nur an "morgen, wenn alles besser wird". Wird es aber irgendwie nicht. Im Umkehrschluss fühlt sich mein Aufhören im Puppentheater nichtmal gut an. Aber es ist immer noch besser, als mich ständig den Gefahren durch meine Unfähigkeiten und den entsprechenden Reaktionen der anderen ausgesetzt zu sehen. Und ich glaube dazu, dass ich es gerade in solchem Zustand sogar noch ein bisschen schwerer mit anderen Menschen hab und lieber allein bleibe. Allein mit mir, mit dem ich mich auch nicht wohl fühle. Nun, es ist ein sehr heisser und past Hiccups-Ouzo Tag gewesen. Level near Zero könnte vielleicht auch helfen beim Leermachen, aber so ganz scheint das nicht der richtige Weg zu sein.

das leere Reiseschiff

Vorweg ein "ooh!" Das ist die Zusammenfassung meines aktuellen Fühlens. Dienstag nach Zittau zu Katrin, Schwester und Eltern: okay, wenn auch ein klein bisschen anstrengend für mich wegen der permanenten Aufmerksamkeit auf ungewohntem Terrain (und vergleichbar mit den Anfängen in Steinheid). Mittwoch irgendwo bei Niesky am See ganz allein auf einem Ferienlagercampingplatz. Große Freude zu Beginn, nach sehr viel Gitarre zwei Flaschen Rotwein im plätschernden Busdachregen halb Neun in den See und weitergeschlafen bis 13:00 Uhr. Dann Stauseeumrundung ca. 20 km mipm Rad. Währenddessen viel und gut denken können. Abends Sülze & Bratkartoffeln, wieder Gitarre und nur eine Flasche Wein. Heute morgen nach Bus-Start-Problemen irgendwie aggressiv hektisch über die Autobahn, bis sich das zum Glück legte. Es ging mir postalkoholisch nicht unbedingt schlecht. Als Magdeburg näher kam, wurde es immer leerer in mir. Es war keine gute Leere, sondern eine, die mir partout nichts einfallen lassen will, was ich mit mir anfange. Wo ich doch jetzt alle Zeit und Möglichkeiten habe. Irgendwohin weitercampen an irgendeinen See - ja, und dann? Irgendwas Besonderes tun nur um des Tun willens? Es reicht nichtmal zum Schwimmenfahren an den Barleber. Totenstille in Herz und Seele. Die Legende vom Ende? (siehe Anhang) Ich fürchte mich sehr vor dem Gedanken, dass mein Ende im Puppentheater nicht viel an meinem eigentlichen Zustand ändern wird. Ein psychoemotionaler belasteter Zustand, in dem ich mich nicht festlegen kann, nicht geniessen und weniger denken kann um mich einem Projekt oder einer neuen Arbeit mit Tatendrang und Lustgewinn zu widmen. Meine einzige Hoffnung liegt im konsequenten Vermeiden von Alkohol, einer guten und aufbauenden Kur für Körper und Geist und der Generierung neuer Kräfte und Ansichten. Diese immer wieder auftauchende gähnende Leere wird mir noch zum Verhängnis, dessen bin ich mir schon sehr sicher. Und die Notfallnummer für Suizidgefährdete sollte ich mir sachte ins Telefonbuch legen. dates2017-08jeskom

Katrin und ich aus Katrins Sicht

Nachdem wir gestern (Sonntag, 16.7.) also nach Puppens Ende an der Elbe entlangspaziert sind und so geredet wie geschwiegen haben, während ich mich immer wieder sehr unwohl vor allem während der Schweigepausen fühlte, weil ich tatsächlich gern mehr für Katrin empfinden möchte, als ich es (derzeit) tue; und dieser Abend ein angestrengtes und unklares Gefühl hinterließ; und ich heute immerhin auf ihre gestrige Frage, was ich jenseits aller Biologie und Schleimerei für sie sei, antworten konnte, dass sie keinesfalls nur mein Zug aus dem Weg hier (Puppentheater) raus ist. Aber so richtig erklären konnte ich mich ihr gegenüber auch nicht. Nur soviel, dass ich ihr gegenüber sehr viel mehr über das Erleben denn über (geschriebene) Worte spüren, werten, oder notfalls erklären kann. Ich bin im Moment ziemlich durch, erneut betrunken genug, um mich zwar über so viele meiner Aktivitäten heute wie den Besuch bei Peter Bruckner nebst Lebensgefährten Werner mitsamt einiger Einsichten ins Puppentheater seit den Mitte 60er Jahren bis ca. 2006, den Besuch der Finissage Jonathan Gentilhomme im Buckauer Engpass und das abschliessende Dings beim Wein-Micha und anschliessend Bluenote mit Micha und Jörg Bay zu freuen, aber ansonsten nur noch Katrins Mail hier rein posten zu können, die mich einigermaßen ergriffen hat. Katrin hat eine sehr scharfe und sortierte Sicht auf die Menschen und Situationen, die sie jeweils umgeben. Ich bin derzeit eine/r davon und das hier ist ihr Resümee auf uns, unsere letzten Jahre und gestern. Ein Resümee, das mich sehr berührt hat. ................
Lieber Jesko.
Ich habe das Gefühl, dass es gut wäre, dem gestern schlussendlich also doch stattgefundenen Gespräch, das für mich an zu früher Stelle endete, klare Worte hinzuzufügen. Dass wir beide bestens poetisch, ironisch, wortspielerisch schreiben können, haben wir zur Genüge bewiesen. Klarheit ist unsere Stärke dabei manchmal nicht. Macht ja auch weniger Spaß. Ich will mich nun einmal darin üben. Sicher ist das ein Akt der Selbsttherapie - aber genauso wichtig wäre mir, dass du weißt, woran du mit mir bist. Und, dass wir das Thema damit ad acta legen können.
Vielleicht wirst du mir hin und wieder Reflektiertheit und Logik nachsagen. Sei aber gewiss, dass ich in diesem Belang weder reflektiert, noch logisch bin, noch es überhaupt sein will - sondern ganz und gar Emotion, eine Freude, die ich mir aber nicht mehr leisten darf.
Als ich die (undeutlich formulierte) Frage fragte, ob eine Klärung vor der Zäsur gut wäre, oder ob der Schwebezustand besser sei, da ging es mir natürlich um dich. Die Klärung kam und sicher ist das richtig so. Ich würde die Frage aber auch jetzt nicht zu beantworten wissen. Es war schon auch sehr schön, sich Gedankenträumereien hinzugeben. Habe das sozusagen bewusst selbst kultiviert und, wie man so blöd sagt, mit dem Feuer gespielt. Hätte das vielleicht auch noch ein Weilchen weiter getan. Aber bringt ja nix. Muss man mal irgendwann aufwachen.
Dass wir in diesem Jahr über die Brücke des Anti-Theaters (hey, hat doch was Gutes, das Ganze!) zusammengewachsen sind, hat den Illusionsofen ordentlich angeheizt und ich habe mich gern daran gewärmt. - Halt, ich werde schon wieder malerisch. - Rein objektiv und psychologisch betrachtet, hast du eben alles, was mir in meiner unzulänglichen Beziehung fehlt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn anziehend in verschiedensten Punkten warst du für mich von Anfang an. Sowas gibt's eben manchmal. Und dann muss man dazu stehen und es zulassen ;-)
Grundsätzlich begleitet mich der Hang zu dir, glaube ich, seit ich deine Lieder zum ersten Mal hörte. Es kam mir damals unmöglich vor, an so einen wie dich "ranzukommen". Freundschaftlich jetzt. Ich war überaus überrascht, wie schnell das doch ging. Da müssen wir uns also doch recht bald als irgendwie Gleichgesinnte erkannt haben. Freilich ging die Initiative zur Freundschaftsbefestigung lange, lange maßgeblich von mir aus - war's mir aber wert. Ich zehrte und zehre sehr an den Gesprächen, Schreibereien und Thesen mit dir. Deine queren Gedanken und noch verquereren Formulierungen mag ich nicht mehr hergeben. Kenne da nichts Vergleichbares. Und wenn du von Pferde stehlen, Dünen wandern, Liedern am Lagerfeuer, endlos lieben... sprichst, kann ich nur innerlich JA schreien. JA und JA. Und wenn ich einmal so vorbehaltlos JA sage (was selten genug geschieht), dann bin ich auch radikal bereit für alles, was dazu gehört.
(Wie ich leben möchte, hast du gefragt. Meine Vorstellungen sind so klar wie unkonkret: intensiv, leidenschaftlich und mit aller Konsequenz. Dass man mir das meist nicht anmerkt, liegt vermutlich daran, dass ich die JA-Stellen eben nicht so leicht finde. Aber wenn ich sie habe, dann kämpfe ich dafür.)
Im Übrigen muss dir das alles gar nicht unangenehm sein. Du kannst ja nichts für deine schöne Stimme, dein merkwürdiges Denken, deine große Emotionalität, dein ganzes offensichtliches Versteckspiel der Unsicherheit, deine Intelligenz - ach, was solls: dein ganzes Du. Ich kann aber auch nichts dafür, dass es mit mir macht, was es macht.
Bin dann sehr glücklich gewesen, vor allem im letzten Jahr zu sehen, dass unser Zusammenhang nicht mehr so derart einseitig war. (By the way: Was ist eigentlich aus meinen polnischen Postkarten geworden?) In meiner Wahrnehmung hast du zunehmend Signale ausgesendet, die mir nahelegten, dass du mich in gewisser Weise "brauchst". Vermutlich vor allem als Zug aus dem Puppentheater (besser als nix, wenn auch mir nicht entsprechend). Und, um noch ehrlicher zu sein, ging das bisweilen so weit, vor allem in deinen Schreibereien, dass es (sicherlich ungewollt) mehrdeutig wurde. Ein gefundenes Fressen für meine tendenziöse Interpretationslust. Übertrieben formuliert: Wärest du nicht du gewesen, sondern ein "normaler" und heterosexueller Mann, dann hätte ich die Lage als (fast) eindeutig eingeschätzt. Da ich aber wusste, dass du eben du bist und das gut so ist, weil ich genau das liebe, kam Eindeutigkeit gar nicht in Frage (wohl aber Interpretation). Ein schöner Zustand. Solange er nicht zu tiefgehend wird, denn dann kannste zusehen, wie de dich aus dem Sumpf ziehst.
Übrigens ist es kein Selbstschutz, wenn ich sage, dass ich ziemlich sicher keine Beziehung mit dir führen könnte. Ich kenne mich und weiß, dass ich von einer Beziehung meinen Teil fordere. Und glaube ernstlich - vielleicht ist das eine Unterstellung - dass du das nicht geben könntest (ja, ich glaube, du brauchst deine ganze Kraft für dich und zeigst geradezu allergische Reaktionen auf Einschränkungen). Darum denke ich ja, dass der Tobi ein sehr guter Partner für dich ist. Abgesehen davon gibt's ja aber noch tausend Varianten jenseits der Konvention. Na, ich habe mir da keine konkreten Vorstellungen gemacht - wäre einfach mit Kopfsprung ins Wasser gesprungen und eingetaucht.
Es bliebe übrigens zu spekulieren, warum ich zum zweiten Mal in eine so intensive, aussichtslose und dennoch nicht änderbare Gefühlslage geraten bin und was ihr Schwulen wohl an euch habt. Jedenfalls bin ich dem Schicksal da ernstlich böse. Ich hoffe sehr, es revanchiert sich eines Tages und schick mir eine große Liebe, für die ich ebenso vorbehaltlos alles auf den Kopf stellen würde, wie für euch. Und die das dann auch tut, versteht sich.
Es bleibt ein allumfassendes Gefühl von Einsamkeit. Weil ich an euch beiden Lieben sehe, wie sonderbar ich bin. Und nicht weiß, ob es jemanden gibt, der diese Sonderbarkeit mit mir teilt. Nunja, ich bin noch nicht so alt, dass ich hier aufgeben sollte. Nur ist Abwarten nicht immer die leichteste Übung.
Bleibt zu fragen, wie weiter. Ganz einfach: genauso wie bisher. Glaube mir, der Albrecht, mein bester Freund, hat keinen Schaden an mir genommen und ich nicht an ihm. Ich werde mich auch bei dir wieder einkriegen. Wie gesagt - ich muss nur meine Gedankenspiele beenden und wieder aufs vorherige Level kommen. Das war doch ein ganz gutes, oder? (Freilich kannst du davon ausgehen, dass ich dich noch lange, lange lieben werde - denn was 4? 5? Jahre dauert, dauert sicher noch weitere. Aber eben nicht so akut, sondern mehr so grundsätzlich.) Ich würde dich nach wie vor sehr gern immer mal wieder umarmen, denn das gibt mir ein Gefühl von großer Geborgenheit. Wenn dir das zu weit geht, sagste's. Und auch sonst sagste, was zu sagen ist, OK? Vielleicht sollte man sich manchmal um klarere Worte bemühen. Wobei die Poetik so viiiiiel schöner ist. Na, da haben wir's wieder.
Lass uns einen guten Sommer haben. Lass uns positive Thesen verfassen. Lass uns im See baden. Und, bitte, bleib mein Freund.
Den Rest mache ich mit mir selbst aus.
In Liebe (und ab jetzt lassen wir das!),
deine Katrin
..........
pdf: katringellrich20170717

Katrin und ich

"Scheu wie Konfirmanden" klingt es, wenn ich mir unseren gemeinsamen Abend (oder besser die frühe Nacht) nach der letzten Vorstellung des Hofspektakels zwischen Katrin und mir besehe. Bin eben erst aus einem gemeinsamen und mir sehr lang erschienen Spaziergang an der Elbe zurück. Wir schreiben uns schon seit Tagen und natürlich geht es über Umwege um die Liebe Katrins zu mir. Mit anderen und teilweise poetischen Worten. Die aber aussichtslos bleibt aus zweierlei Gründen. Der erst mag biologisch alles bereits klar stellen, aber der zweite und deutlichere ist der, dass ich in sie nicht verliebt bin, mich nichtmal soweit mit ihr befreundet fühle, dass ich weiter als bis zum Puppentheater mit ihr gehen würde. Merkwürdig, wo ich mir doch gerade die paar Tage in Zittau mit ihr (und irgendwie auch mit ihren Eltern) als schöne Idee vorstellte, wie sie mir ihre Heimat zeigt ... meine Sympathie baut sich wahrscheinlich mehr aus Erlebnissen denn aus Worten aus. Jedenfalls war dieser Spaziergang ein bisschen anstrengend, weil genau diese Thematik so sehr in der Luft schwirrte, aber keiner es aussprechen wollte oder konnte. Daher das geflügelte Eingangswort. Aber was genau hat sich Katrin denn nun dabei und damit gedacht? Es schien doch aussichtslos genug, oder? Zwei Stunden an Elbe durch Nieselregen und meine bemühte Konversation, in der es wie so oft oder immer ums Puppentheater, meinen oder unseren Ausstieg ging und über unsere Lebensmodelle. Wobei wir sehr oft bei meiner Reflektiertheit und meiner damit verbundenen (negativen) Sicht auf die Dinge waren, was hier nochmal ein deutliches Thema werden wird. Jedenfalls wird sie sich darauf auslassen müssen und mir wärs lieber, sie als gute Freundin haben zu dürfen, anstatt uns so dahin zu quälen. Wir sind beide zu kompliziert und verkopft. Jetzt, im frischen Nachgang, wäre die Kurzfassung: "Du bist in mich verliebt, oder? Hmm, tja, das ist zwar schön aber ich bin es derzeit nicht in dich. Weil ich dich nur im Puppentheater erlebe, weniger in freiem Tun & Sein. Oder möchtest du einfach nur ein Kind von mir?" Das ist nicht witzig- ich glaube, genau das ist das Wesentliche. Denn so höre ich es aus ihr heraus, wenn ich sie nach ihren Lebensmodellen und deren Inhalten frage. Nundenn, so wars jedenfalls. Was wird, werden wir sehen.

Euphorie #01

Merkwürdig, nach 2 solchen Abgrund-Tagen inklusive Puppentheatergespräch, Jena, ganzer Flasche Instant-Rotwein zur Nacht, sentimentalmüdem Freitag: Jetzt ist Samstag, Frühstück mit Tobi, draussen dänisches Wetter, ich lese Zeitung (Erweiterung der Straße der Romanik) und ich denke, das wäre es doch Zeit für europäische Fördermittel und einer professionellen Erweiterung deren Audioguides. Und aus eine merkwürdigen Gefühl heraus entsteht eine ungeahnte Euphorie. Für ich. Meine Zukunft. Ist das jener automatische Selbstantrieb, der so lange als verschollen galt? Die eigene Motivationsfähigkeit? Schwer zu erklären, aber ganz wichtig, mir das zu merken, wenn es wieder ans Sterben gehen will!

Intendant Gespräch

Jetzt aber schnell, es ist alles taufrisch: Eben ein 30-Minuten-Spielzeit-Auswertungsgespräch beim Intendanten gehabt. Merkwürdigerweise mit Gotot UND Personalrat inform von Pohl. Worum gings? Ich hatte anfangs befürchtet, heute würde der Knoten platzen und es war zum Teil auch kurz davor, allerdings reichte es nicht ganz und ich war nicht fit genug (müde) für eine komplette Darstellung meiner Probleme im Puppentheater. Das Gespräch begann wie so gern mit den üblichen Worten "Mit keinem anderen Mitarbeiter führen wir so häufig Gespräche wie mit dir". So weit, so schlecht. Dann bisschen Streicheln wie "Ich finde es gut, dass du deine Kur den Interessen des Theaters angepasst hast." So weit, so na und nun? Dann noch die Dates-Anzeigen-Schuldfrage, warum die Pressewand so unsortiert ist und dass alte Flyer in den Café-Ständern hängen. Aus meiner Sicht insofern Lapsus, weil es hier nicht ums Wesentliche geht. Dann sollte ich meine Einschätzung über die Spielzeit geben, die natürlich kläglich ausfiel, weil ich nichts zu sagen wusste außer erhöhter Arbeitsaufwand unter schwerter kommunikativer Qualität. Das war in den Jahren davor kurvenmäßig oft so, in dieser Spielzeit aber gefühlt immer oben. Das sollte ich dann nun endlich mal an Beispielen erklären und ich stotterte mir irgendwas mit vielen parallelen Anfragen in Sachen Grafik, Foto, Web ... zusammen. Aussichtslos. Mir wurde ja damals schon angeboten, entweder mehr Geld oder personelle Aufstockung zu erhalten und ich habe mich ja für mehr Geld entschieden. Dann muss auch mit derlei erhöhten Anforderungen gerechnet werden. Alles Blabla, richtig zwar, aber meine ureigene Intention, dass ich mich unter dieser Leitung mit dieser Art und Weise nicht wohl fühle, blieb artig unterm Tisch. Aber es machte immerhin "klick". So einer, der deutlich macht, dass es zu Ende gehen muss. Leider bin ich für solche Gespräche nicht gut aufgestellt, denn meine eigenen Unzulänglichkeiten, die aus solchen jahrelang anerworbenen Miseren entstehen, lassen nicht viele gute Argumente in mir zu, mit denen ich agieren könnte.(!) Es bleibt dann alles bei meiner Schuld. Der Rest"klick" kam mit der Ansage, dass wir im Oktober ein Anhörungsgespräch machen werden, in dem es um meine Zukunft im Puppentheater geht. Na bitte. Ich kann und werde es abkürzen. Danke für die Vorleistung. Auch wenn in einem Nebensatz Kempchens so etwas ähnliches mitklang, dass er kein Freund davon ist, sich von Mitarbeitern zu trennen. Was aber wiederum hübsch auf die Zielführung hinweist. Katrin war eben hier und meinte, dass somit die Aktion quasi beim PT statt bei mir liegt und das "vor den Kopf stoßen" beidseitig ausfiele. Aber vielleicht macht das nichts und vielleicht bleibe ich auch der Einzige, der geht und vielleicht wird es dann auch so lauten, dass der Döring ja über die letzten beiden Jahre so sehr abgebaut hat. Ich glaube, das stimmt sogar. Ich soll jetzt noch eine konkrete PR/ÖA Konzeption für 17)18 erstellen und unter Einbeziehung sämtlicher Produktionen mit Maßnahmen, Zielstellungen, konkreten Terminen alles dem Intendanten vorlegen und auch in die Dramaturgie einbringen. Das diene dann auch meiner eigenen Produktionsplanung. (und ich denke so: wozu?) Aber gut, ich will versuchen, professionell zu bleiben und es als außerdem letzte schöne Übung ansehen. Und ich habe ein ganzes Jahr  Zeit. Zum Nachdenken, Einfädeln und Anrichten, was ich mit meinem Leben vorhabe. Das wird wahrscheinlich kein Zuckerschlecken, aber jedenfalls sehr notwendig.

das für und wider

Es ist dringend notwendig, mir klar zu werden über meine Absichten. Ich muss separieren und Gefühle von Realität trennen. Denn wie immer beschleichen mich viele Zweifel, die ich nicht sortieren und ob ihrer Gewichtung für mich werten kann. Da kommen Fragen auf wie: Das sind nur Anrisse. Es sind derer tausend mehr, was beweist, dass ich das Naheliegendste und den einfachen Nenner offensichtlich nicht finde. Fakt ist, dass das Verlassen des Puppentheaters eine gänzliche Neuorientierung für mich bedeutet. Nicht (nur) jobmäßig, sondern in meinem ganzen Lebensmodell. Dazu wäre es wie immer gut, zu wissen, was ich will. Hallo Hase, der du da liegst im Pfeffer, nimm den Hund mit, der nebenan begraben wurde ...

low level of life

Es ist im Moment sehr schwer zu ertragen. Was? Alles! Ich bin unbestimmt wie eh und je und habe die wenigsten Aussichten seit langem. Alles schon "irgendwie" probiert. Mir reicht, wie eben, so ein Zeitungsartikel über Jonathan Gentilhomme, der aus Frankreich nach Halle an die Burg Giebichenstein kam; über seine Kunst und seine Reisen zur Inspiration und hin zu seiner Liebe (Leo), die ihn letztlich mit seinen erst 25 Jahren nach Magdeburg und ans Puppentheater führte. Ich lese das und bin schrecklich alt, verloren und sehr traurig und vor allem sehr hoffnungslos. Wenn ich es nicht lerne, damit umzugehen oder mich in eine Welt begebe, in der ich aufgehoben und jeskogerecht leben kann, wird dieses Leben gefährdet sein. Der Kurzschluss ist mir noch verwehrt, weil irgendeine interne Rechenstelle mir weismachen will, dass es auch wieder bessere Zeiten gibt. Mein Emotionszentrum hat allerdings nur noch wenige schwarze Zahlen dagegenzuhalten.

BodyGodik

Ich muss anfügen, dass ich enorm aufgegangen bin. Leider nur körperlich und dass dazu sehr unschmeichelhaft. Jeden Tag Alkohol, seit 5. September 2016 kein Kiesertraining und meine so prima entwickelten Schwimmaktivitäten sind seit Meldung der rechten Schulter seit ca. Mai komplett futsch. Ich war in 2017 noch kein einziges Mal in einem See, bin kaum Fahrrad gefahren, habe keine Spaziergänge oder Wanderungen gemacht. Herzlichen Wrackwunsch.

und dann die Ferien ...

Nach all dem Trouble der vergangenen Monate (!?) und den Querelen in meiner Denke kommen dann die Ferien, in denen ich wohl alles wiedermal gutzumachen gedenke. Was natürlich Blödsinn ist. Denn selbst 5 Wochen Urlaub machen nicht wett, was vorher in meinem Dasein dieser meiner Tage schief lief. Ich saß heute beim Dienst auf einer Europalettanbank neben der Show, sah ein wenig zu und hatte plötzlich eine entspannte Phase, weil ich wusste, dass es halt noch ein wenig dauert, bis mein Dienst zu Ende ist. Ich sah den Mond in einer angenehm warmen Nacht, lauschte den Worten, der Musik und dachte: So könnte das Leben sein: entspannt "dabei" sein. Aber naja, das verflüchtigte sich natürlich schnell, denn ich bin nur der Diensthabende, der sich mit seiner Situation abfindet. Nicht mittendrin, nur dabei. Nicht schlimm. Aber die Ferien: hoffentlich kann ich eine andere Denke entwickeln, damit ich Tobias nicht damit nerve, "irgendwas" unternehmen zu wollen, nur weil es doch jetzt und nur jetzt möglich sei. Es ist immer möglich. Es ist eine Frage der Einstellung zum Leben, zum Sein mitsamt der Sicht auf die Dinge. Katrin Gellrich schrieb mir in ihrer letzten These "Ich liebe dich". Das klingt schön, dennoch ist mir Katrin auch ein ganz klein wenig suspekt, gerade in dieser entscheidungsschwangeren Zeit. Ich weiß sie nicht immer einzuschätzen. Was aber auch daran liegen kann, dass ich wie so oft in Spielzeitpausennähe viel zu viel trinke und längst nicht so klar wie sie bin. Hier gibts kein Resümee, ich gucke mal, wie ich meine Ferien mit Sinn füllen kann. Die Blockhütte am See mit frühmorgendlichem Schwimmen und entspanntem Nichtssein hab ich ja schon lange verfolgt und immer mal in Ansätzen probiert. Siehe Dreetzsee oder Jütland. Damit komme ich wohl auch nicht weiter. Knapp 2 Wochen Jesko, 2 Wochen wir beide, 1 Woche Jesko. Nunja.

entgleisende Züge

Ach herrjeh, es ist eine Berg- und Talfahrt und immer wieder strauchele ich mit meinen Gedanken über meine Zukunft hier im Puppenhaus oder anderswo. Ich bekomme es einfach nicht gedacht, obwohl es manchmal so klar und eindeutig erscheint. Katrin Gellrich wird jetzt mit FB zu einem Festival fahren und damit natürlich wieder "angeleint" und moralisch verpflichtet; denn eine anschließende Nichtverlängerungsanzeige käme Hochverrat gleich. Sagt sie. Und ich stehe wieder so da und denke: "Katrin war doch mein Zug, auf den ich aufspringen möchte." Wenn der jetzt entgleist, muss ich es selbst durchziehen und mir sehr klar darüber werden, warum ich das hier so auf diese Art & Weise nicht will. Und dann, was ich anderswo denn lieber wöllte. Das Thema hier wird sich wohl bis Ende September durchziehen. Ein hinderlicher Grund für mein Straucheln ist der, dass ich offensichtlich immer schon zweigleisig fahre: Der liebenswürdige, höfliche und aufrichtige Mitarbeiter, der auf der anderen Seite wahrscheinlich emotional bzw. psychisch nicht mit dem System klar kommt und sich immer Ermahnungen, Abmahnungen, Einträgen ins Mitteilungsheft, Tadeln [...] gegenüber sieht, ohne jemals etwas verursachend Böses im Schilde geführt zu haben. Ich muss es richtig und zu Ende denken, mir Hilfe (nicht Beistand) holen und endlich so zu mir stehen, das ich halbwegs zufrieden damit leben kann.

Ambivalenz & Zukunft

Ich bin so hin und her ... zwischen der Erwartung, etwas Neues anzugehen und der Befürchtung, mir per Blick auf die anderen eingestehen zu wollen, dass ich es nicht hinkriege. Und zurückverfalle in die Bodenlosigkeit, ohne Geld, ohne Idee. Im Puppentheater fühlt es sich schnell auch wieder gut an, dann kehrt es sich wieder um. Ich bin so hin und her. Am einfachsten kann ich mich entmutigen, wenn ich wie heute nach gestern zuviel Bier im Bluenote und Wein zuhause mich einfach nur dumm fühle mit der fürchterlichen Gewissheit, dasselbe gleich wieder zu tun. So entsteht natürlich kein Bewusstsein für mich und meine noch klarzustellenden Ziele. Dussel.

Midsommernacht Parole

Gestern mit Katrin Gellrich auf der Terrasse unbemerkt in die Midsommernacht hineingeplaudert. Und dabei das Puppendilemma und über unsere jeweils 12 Thesen vom Jahreswechsel gesprochen. Meine Parole: Halte durch! Ich bin auf einem merkwürdig optimistischen Stand mit einer Haltung, die es mir leicht und sogar ohne Groll gegen irgendwen oder -was macht, nach der Sommerpause geruhsam an den Intendanten zu schreiben, dass dies meine letzte Spielzeit sein wird. Wenn überhaupt. Ja! Diese Hoffnung auf Fortbestand meiner Haltung beflügelt mich. Wie bereits erwähnt, habe ich diese Kraft von Katrin schöpfen können. Es geht um Rückblick, Gegenwart und die Erkenntnisse aus beiden mit Blick auf mögliche Zukunft. Es geht auch um die Angst, anschließend wieder in meine andere, selbst verschuldete Unzufriedenheit zu rutschen, es geht um die Frage nach der Zukunft. Zufriedenheit versus Geldverdienen? Kompromisse? Sicherheit, die ich womöglich nicht will? Freiheit die ich womöglich nicht nutze? Frieden, der nie sein wird ... Oooh, das kann dauern. Aber ich habe hier im Puppentheater einen Standpunkt erreicht, der mich das alles ein bisschen von außen betrachten bzw. beobachten lässt. Wie hier Rückschritte entstehen, wie man zu alten Mustern zurückkehrt, wie ein Mathias Gotot zum perfekten Untertan wird, sich vehement verteidigt und mittlerweile die gute alte Bürotür wie ehemals der Intendant jetzt auch geschlossen hat. Bei Sandra Lichner steht: "Anklopfen, Eintritt nur nach Aufforderung." Es macht mir nichts aus. Nicht mehr. Die Spieler werden beschuldigt, sich bei der Leitung nicht ausreichend für ihren Arbeitsplatz und die Großzügigkeiten zu bedanken und stattdessen auch noch Forderungen stellen zu wollen. Und bei mir häufen sich die Fehler: ich vergesse wesentliche Dinge, fühle mich sehr mit Arbeit zugemauert. Und eagiere seit Oktober schon sehr unwirsch. Was auffällt. Wahrscheinlich fällt mir jetzt auf die Füße, was ich anfangs im Puppentheater als "reingebuttert" bezeichnet alles an Leistungen angeboten habe und was mit den Jahren zur (mittlerweile auch bezahlten) Normalität wurde. Nun wird es eng. Persönliche Gespräche wegen der Zeiterfassung beim Intendanten meinerseits führen zu Disziplinargesprächen, man spioniert mir stattdessen hinterher und verteilt "Verwarnungen", die Türen bleiben verschlossen, der künstliche Leiter ist ein Führungsidiot, der sowas einfach nicht kann- ein linker Hund. Beide tragen ihren ganz privaten Ehekrach seit Jahren mit sich rum und ins Theater: treffen sich ein despotischer Choleriker und ein hinterhältiger Schöngeist. Alles reduziert sich im Grunde auf die Theaterleitung; es gibt sie eben nicht- die Kommunikation auf Augenhöhe, das gemeinsame Erreichen von Zielen. Muss es ja auch nicht, nur möchte ich dann nicht dabei sein und mir nach Premieren holprig gestammelhustete Dankesreden anhören müssen. Außerhalb der Theaterleitung gibt es keinen Grund zur Beanstandung mit den Leuten hier. Deren Fehlen wird wiederum später etwas schade sein. Meine letzten Haltepunkte auf der Strecke meines Aufbruches: fühlen sich so gut an, dass es mir jetzt bereits leichter ums Herz wird. Ich weiß, aber hoffe trotzdem, Katrin bleibt bei ihrer Entscheidung, es mir gleichzutun, nachdem wir all diese Schrecken und Möglichkeiten in die Waagschale der Vernunft und Gefühle geworfen haben. Und meine Hoffnung ist, dass es Bestand haben wird, dass ich dabei bleibe, nachdem ich es mir ausreichend verdeutlicht habe. Nicht, dass ich mir selbstzweifelnd wieder einzureden versuche, dass ein Großteil der Problematik an mir liegt, dass ich mich aufraffen und "bessern" muss ... Vielleicht sind Menschen, Kommunikation, Arbeit (... Leben) ja tatsächlich nichts für mich. Nunja, dann wär es allerdings umso frevelhafter, mich selbst hier liegenzulassen.

Schmerz & Zukunft

Kurz & knapp: Schmerz. Schulter rechts. Schwimmen unmöglich. Training unmöglich. Alles wirkt ein wenig unmöglich. New York passed away anyway- darüber muss ich noch schreiben. Puppen und Aufbruch machen mir diffuse Gedanken. Lässt sich hier alles nachlesen- bereits in 2011 (Ausrufezeichen). Ein bisschen dazugelernt habe ich: Die Arbeit soll ja nicht der Erfüllungsgehilfe zu einem guten, ausgeglichenen Leben sein. Tobias. Ein bisschen dazugelernt habe ich: Der Partner ist doch nicht der Erfüllungsgehilfe deiner Wünsche für dein Lebensmodell. (sagte mal jemand im TV) So. Und warum nicht? Es ist heiss draussen. Selbst jetzt. Und es ist also wieder eine Zeit des Aufbruches. Und ich muss auf diesen rollenden Zug aufspringen, weil ich sonst in 2020 wieder nur die ganze Zeit sowas hier geschrieben haben werde. Ich stumpfe weiter ab und meinen letzten Tag ohne Alkohol kann ich als historisch bezeichnen. Nur dass er leider datumsmäßig nicht mehr überliefert ist.

Puppenstand

Es gab also jenes Personalgespräch am 9. Februar, auch wenn ich ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Intendanten haben wollte. Also gut. Worum es ging, wissen wir noch? Letzten Ende sollte also gestern im zweiten und abschließenden Fall die Frage geklärt werden, ob betreffs der Zeiterfassung und meiner irgendwie fälschlichen Angaben eine Abmahnung ausgesprochen wird, nachdem auch die Stellungnahme des Personalrates (Enrico und Katrin: NEIN, Frank Pohl: JA!) hinzugezogen wurde. Um es kurz zu machen: Es wurde zu einer "Ermahnung". Aber: auch das war mir sehr egal. Denn die Hintergründe sind diese hier: Solche Sichtweise stellt alles ein bisschen anders dar. Ich kann ehrlicher, deutlicher und geradeauser agieren. "Erst wenn alles ganz egal ist, macht das leben wieder Spaß." So ungefähr jedenfalls und was das Puppentheater betrifft. Die Gefahr dabei ist, dass sich dieses gute Gefühl einnistet und mich wieder Faulheit ansetzen lässt, was meine Überlegungen für die Zukunft betrifft. Denn man ist jetzt sehr freundlich und irgendwie gut zu mir. Oder ich nehme es nur so wahr, weil ich es anders bewerte, Es kann doch nicht sein, dass ich mit 47 noch immer wie in Schulzeiten mit Eintragungen ins Klassenheft und der Aussprache von Tadeln versehen werde. Mach das mal mit einem Regisseur wie bspw. Moritz Sostmann. Weil er doch soviel unterwegs ist und anderswo inszeniert bzw. sein Ding macht. Das wär was! Das ganze Puppentheater hier ist eine Inszenierung. Also gut. Alle Sinne angeschaltet lassen!

Puppen's Agreement

Heute morgen, noch bisschen unwach und leicht im Tee Katrin zu ihrem Gespräch mit Frank Bernhardt befragt. Natürlich ist auch sie bei ihm nicht auf den wesentlich sehr dringlichen Punkt vorgedrungen, den es mit einer Hilfe schreienden Heftigkeit anzubringen gälte: nämlich die "Kommunikation auf Augenhöhe". Wir haben beide einen glücklich guten Draht miteinander und ich darf behaupten, es ist mein einziger bzw. letzter hier. Wenn ich den = sie verliere, habe ich hier niemanden mehr außer losem LästerLaberGeschwätz, das unkonstruktiv versickert. Da ich bei mir nie weiß, wann meine Reserven erreicht oder gar überschritten sind, wie schnell ich remotivierbar bin oder was überhaupt mir zum Frieden gereichen könnte ... es wird mich endlos ausnutzbar machen. Das meine ich nicht böse gegenüber anderen, ich krieg's halt nur nicht für mich klar. Wahrscheinlich ist es überall woanders abgewandelt ebenso. Katrin meint, ich wäre bereits weit hinter dem Punkt der Grenze meiner Belastbarkeit. Wenn ich meine gefühlte Lebensqualität betrachte, war ich aber auch vor dem Puppentheater schon so labil wie hier beschrieben. Na gut, dann ist das hier eine besondere Bewährungsprobe. Tim Sandweg beispielsweise ist nicht weggegangen, weil er die Schaubude bekommen sollte. Nein, er ging erstmal rein so weg ohne diese Aussicht. Mit der Idee, nochmal zu studieren. Und weil er seine Zukunft hier nicht sah. Soweit zum Thema Sicherheitsdenken ... By the way: Man hat sich nach seiner Kündigungsäußerung nicht mehr um ihn bemüht. Es gab keine Fragen nach Warum und keine Ideen für ein Bleib doch. Unser beider (Katrin & ich) Agreement lautet: Wenn es innerhalb dieser Spielzeit nicht zu einer konkreten und spürbaren Änderung der Kommunikation hier im Puppentheater gibt; wenn wir also bis zum Sommer nicht allesamt (das ganze Ensemble) auf einen gemeinsamen Punkt mit einem Niveau kommen, von dem aus wir gut sortiert, aufgeräumt und perspektivisch die Zukunft bestreiten wollen ... dann nutzen Katrin und ich die Deadline 30.10. und kündigen unsere Verträge mit dem Ende der Spielzeit 2017)18 auf. Merkwürdigerweise war die Vertragskündigung bereits in den letzten drei Jahren zur Sommerpause immer wieder Thema. Nur diesmal bin ich nicht allein und damit so elend  unsicher, sondern habe jemanden mit und bei mir, mit dem es sich sortiert kommunizieren lässt. Noch.

Rio, Tod & Tulpe

Es ist ein Wahnsinns-Aufwand, dieses Leben zu begreifen. Da spielen so viele nahe und Ereignisse, persönliche Einschätzungen, Bewertungen, Selbstbewusstsein (...) mit rein, dass ich mein Gefühl nicht los werde, es niemals richtig auf die Reihe zu bekommen. Gibt ja auch keine Rezept für sowas. Ich kann nur versuchen, mich schlau genug über mich selbst zu machen, ohne alles zu zerpflücken und mich zu einem aus meiner Sicht guten Leben aus Überzeugung zu bringen. Aber da bin ich wohl schon zu vernarbt, was? Da ich mir nie über irgendwas sicher bin und sich meine Melange aus Mentalität und Wahrnehmung zunehmend mit intensiver werdenden depressiven Situationen ausgesetzt und bedroht fühlt, muss ich auch davon ausgehen, dass es wie bei Robin Williams klinisch werden und dann sogar zum Freitod führen kann. Chaos-Kumulativ. Das klingt hier lustig, aber meine Erinnerungen in dieser Richtung sind es nicht. Oh- und ich denke, Rio Reiser wäre mir ein guter Gefährte, wenn nicht gar Liebhaber gewesen. (Das hat damit zu tun, dass Katrin Gellrich gerade eine kulinarische Reise im Puppentheater vorbereitet, ich ein wenig in das Material reinluchse und sie dazu meint: "Warum sind die schönen und interessanten Männer alle schwul?") Selbststreichelpolitisch inkorrekt?

heiss, kalt, heiss, down, more down

08:00 Uhr. Mist, da war der Wein gestern nach 3 Bieren im Bluenote doch zu viel. Was sich abends gut anfühlt, wird nächsten Tags besonders oll. Aber noch gehts. Kommt dann aber doch schlimmer. Zuviel Zeug auf meinem Tisch. Versagensangst. Kaum fähig, Gedanken oder Sätze zu formen. Und dann will Bernhardt auch noch mit mir reden. Na, erst um 15:00 Uhr. Vielleicht gehts ja bis dahin. Ganz schön kalt heute. 11:00 Uhr. Termin mit der Bezeichnung "Fortsetzung Mitarbeitergespräch" am 09.05 um 11:00 Uhr. Oh nein, was soll das denn jetzt? Ich zittere. Muskelkontraktionen. Wegen dieses Termins, wegen allgemeiner Kälte, wegen Kater. Zwischendrin kurz heiss. Mitarbeitergespräch ... verdammt, was soll das werden? Wieder Ungewissheit bis nach New York? Plötzlich rückt Tobi wieder ganz nah ran. Als wichtigster Verbündeter, als letzte Flucht und Heimat. Vergessen mein Ungemach der toten Ostern und mein mürrisches Verhalten. Ostern kam die Denke, dass- wenn im Puppenhaus keine Probleme herrschen- ich mich wieder auf unsere Liebe beziehe und wieder und weiterhin glaube, dass ich mir mehr vorstelle unter einer Liebe, in einem schönen Leben. 13:00 Uhr zum Hafen, ein CLP abholen. Versuch des Rauchens? Oh-ha, schwere Not. Es ist immer das selbe und ich bin irgendwie dauernd im Tee. Seit eigentlich immer schon, seit Puppentheater im Besonderen, im Fühlbareren. Wenn halt alles aus sein wird und ich rausgeschmissen werde, dann vielleicht um so besser. 13:45 Uhr kleine Runde wegen Pressegespräch Dienstag Kikuta. Bin gerade so durchgekommen und wir haben alles geklärt. Heiss. Im Kopf. Fühlt sich auch so an. Weiterhin unwohl. Dennoch die zweite Zigarettenattacke. Geschafft. Gleich Frank Bernhardt. Ruhig und kühl bleiben. Nichts preisgeben von meiner inneren Starre. Aus- und durchhalten. Lieber hätte ich es abgesagt. 15:00 Uhr, café p. Ist dann doch zum entspannten Gespräch geworden. Sachlich geblieben, Bernhardt wieder als durchaus einschätzbaren, verletzlichen und persönlich wirkenden Typen empfunden, der seinerseits Dinge von sich preisgibt wie seine Kur, seine Beziehung zum Kempchen, seine Müdigkeit, teilweise Unfähigkeit in der Kommunikation und die Sicht darauf, das  Theater vielleicht nicht mehr so sehr lange machen zu wollen. Jetzt macht er eine Gesprächstherapie. Wir sind alle Psychos. Ich hab mich gut gehalten. Wieder heiss mittendrin. Zu warm, zu Blutdruck. Abschliessend besser. 18:00 Uhr nach Hause, Simpsons. Tobi jetzt nicht mehr so Heimat, weil Puppenhaus sich bisschen leichter anfühlt. Obwohl ich dennoch Kempchen fragen werde, worum es geht. Tipp von Bernhardt: Frag nicht zu viel und zu intensiv, erkundige dich nur über die Basis dessen, worum es geht. Ui, ein Tipp! Ich muss das Protokoll dann doch morgen mal lesen. 19:30 Uhr Verdammt, ich hab mich nicht ausgestempelt. Hingefahren, nachgeholt, mich vergewissert, dass villa und Haus noch nicht alarmscharf sind. Wegen Gotot. Hätte das morgen ja auch nachtragen können. Aber was weg und "sicher" ist, bedarf weniger Erklärungen. Tobi angesimst, ob wir die Südpflanzen reinholen wollen wegen arschkalter Nacht. Hab mich sogar gefreut, ihn zu kontakten. Lebenszeichen. Angebot. Versuch. Tobi meinte, Pflanzen halten das aus. Okay. Auch gut. Jetzt hier zu Hause, gleich in die Schwimmhalle. Und danach wahrscheinlich einzwei Bier? FAZIT: Wie die Überschrift. Wahrscheinlich ist Leben möglich. Vielleicht aber auch sinnlos. Der Sumpf wird hartnäckiger und ein schwerer Kater-Tag erholt sich gegen Abend und läutet die nächste Runde ein. Natürlich wird alles andere mit der Vorstellung über ein gutes Leben nichts. Einwas Bedeutsames hab ich Bernhardt noch gesagt: Es nützt dir kein Psychologe (...) aber wenn du Freunde hast, die dir zuhören und dich dazu befragen, gewinnst du an Selbsterkenntnis. Das geht viel schneller und ist tausendmal mehr wert. Och, guck an! Eine Spitzfindigkeit an ihn und es selbst nicht auf die Reihe kriegen.

vom Wesen der Arbeit

Irgendwo hab ich neulich gelesen, dass die Arbeit nicht dafür da ist, dich glücklich bzw. zufrieden zu machen. Sie ist eher ein Agreement, in welchem du deine Leistungen für einen anderen bzw. für ein gesellschaftliches oder öffentliches Interesse zur Verfügung stellst. Ich glaube, das war in der ZEIT No11. ("Arbeit wurde gar nicht dafür erfunden, dem Leben einen Sinn zu geben, sagt unser Autor. Dieser Anspruch macht nur unglücklich. Backt doch mal kleinere Brötchen!") Und es ist eine echte Überlegung wert. Denn seit Anbeginn meiner Puppenzeit glaubte ich an die Möglichkeit einer Gemeinschaft mit Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel. Mit entsprechender Kommunikation, einem Miteinander, das auch auf die Bedürfnisse Einzelner eingeht und im Verbund gleichberechtigt und in einer gewissen Harmonie ihre selbst gesteckten Ziele erreicht. Mich wunderte schon seit (sehr) langem, warum sich das einfach im Puppentheater nicht einstellen will. Beispiel: Politik der geschlossenen Tür. Grober Trugschluss also? Trotz nur 35 Mitarbeitern, die sich eigentlich ganz gut kennen und mittlerweile auch miteinander auskommen? Was also? Auf das Wesentliche heruntergebrochen, sollte ich also meine persönlichen Belange nach harmonischem Miteinander wegpacken und tun, was mir aufgetragen wurde. Das könnte es sogar einfacher machen. Abarbeiten und die Hierarchie wahren. Wenig oder keine Angriffspunkte bieten, keine emotionalen Beteiligungen oder Wertungen. Dienst ist Dienst. Nach Vorschrift und Zeit. Den eigenen Ansporn der Puppenweltverbesserung nur gedeihen lassen, wenn er wirklich und ernst gemeint und realistisch ist. Insofern Kraft und Wille dazu noch ausreichen. Im Wesen der Arbeit wie oben beschrieben, können Spaß und gute Laune untereinander dennoch Bestand haben. Müssen sie auch, sonst wird es noch mehr zum Grab. Das Ganze klingt ambivalent: ich gebe meine Vorstellung über einen gemeinsamen, respekt-, würdevollen und co:kreativen Weg auf - zugunsten einer im Wesen der Arbeit begründeten einfachen Struktur, die weniger mit mir als unmittelbarem Bestandteil dieser Organisation zu tun hat. "Jeder ist ersetzbar" hieß es ebenso in diesem Artikel. Auch das stimmt. Da schwimmt viel Illusion mit. Meine anfangs noch optimistisch veranlagten Ideen habe ich nur sehr schwer und gefühlt gebremst, aber am Ende bis heute ja doch irgendwie durchgebracht (die Art der Werbung und Erhöhung Bekanntheitsgrad, das Erscheinungsbild, Web komplett, Kommunikation nach aussen und Aufmerksamkeit von aussen fürs Theater, schnelle Grafik, großartige Fotoserien ...). Ich hatte viel mehr freie und neue Ideen (auch mit Quatsch & Soße), die sicherlich Kleinzeug, aber liebevoll, freundlich und von anderen sehr geschätzt waren; jetzt aber, wo dieser Idealismus aufgegeben scheint, muss ich mir die Frage stellen (lassen), wie ich dort weiterzuarbeiten gedenke. Im Grunde muss ich jetzt auf diese o.g. Erkenntnis setzen, dazu die "Macher" ihre Ideen verherrlichen und durch mich mit herstellen bzw. ausführen lassen und sehen, ob ich mich dabei gut besetzt sehe. Das kann man hier noch besser ausdrücken, aber auch hier fehlt bereits der Enthusiasmus. Doch was, wenn ich erkenne, dass ich dringlichst von dort weg muss? Weil ich ja keinerlei Idee hab (...merk' ich, dass ich zu nichts taug') und damit nicht weiss, was ich anfangen könnte, hege ich den Argwohn, dass ich mich fallenlasse, dass ich abdrifte, absaufe und mich aufgebe. Andererseits überkommt mich vielleicht genau dann das große Gefühl von neuen Ideen. Und die haben mich bisher immer irgendwie weiter gebracht. Auch wirtschaftlich war ich dabei nie am Boden. Fazit: Ich muss es praktisch und entemotionalisiert angehen, mich entsprechend und auch mit wertenden Worten im Zaum halten, mich dabei beobachten und parallel dazu einen Plan schmieden, wozu ich mich außerhalb des Theaters in der Lage sehen und wiederfinden könnte. >>> No-11-2017arbeit

Gleich und Miss Mut

Was Gleichmut genau bedeutet, weiss ich noch nicht genau. Es hat was mit Entspanntheit zu tun, mit Milde und dem friedlichen Blick aufs Ganze. Und genau der geht mir häufig verloren. Hab gerade einen Test hinter mir mit Tobi auf dem Weg zur Müllkippe und zurück. Es ist zum einen blödsinnig, das hier gleich aufschreiben zu müssen, auch wenn es interessant wechselhaft war. Zwischen entspannter Müdigkeit, die noch von der Nacht her rührte und Autos, die vor mir zu langsam sind, doofe Tobiasse, die den Schlauch im Garten fürs Duschen nachher nicht auslegen wollen, weil alles viel zu dreckig ist ... ein Wogen und Wanken in meinen Empfindungen, die sich gerne einer Konsequenz gegenüber sähen, es dann aber wieder wegen Unsinns und zu Recht aufgeben. Das und ich sind so dermaßen kompliziert und verrannt und gleichzeitig durchsetzt von Äonen Gedanken, dass es keine Freude ist und ich gern 24 Stunden OFF wäre und weitere 24 Tage liebevoll betreut wieder auf einem guten, friedvollen und gleichmütigen  Weg eingenordet (haha!) werde. Für den besseren Blick, weniger Komplikationen, gerichteteres Denken und einfaches Handeln. Aber wem erzähle ich das?

45 Minuten ...

... für 2000m Schwimmen. Wao. Irgendwann gewöhnt sich der Körper ans Schwimmen. Auch wenns zu Beginn der ganzen Serie wie immer zu anstrengend war, weil ich es natürlich zu schnell angegangen bin. Maximalversuch bei nicht ergonomisch schlechtem Schwimmstil. Nun hat es sich aber doch dahin und gut entwickelt, dass ich mittendrin zwar auf die Endrunden hoffte, es mir aber währenddessen immer leichter fiel, einfach weiterzuschwimmen. Gegenteiliges gibts ausm Puppentheater. Es wird zunehmend schwieriger, es in neue Worte zu fassen. Offensichtlich mache ich immer wieder und weitere Fehler, die ich mir schwer erklären kann und die bei anderen Verwunderung hervorrufen, insbesondere, wenn ich versuche, sie auf Solidaritätsbasis mit Pro-Jesko-Aussagen auf meine Seite zu ziehen. Was nicht gelingt. So häufen sich die Stimmen, die sich mir gegenüber verwundert äußern. So, als gäbe es eine Verschwörung oder zumindest das Universum hat sich zwischendrin unbemerkt ausgewechselt. Oder ich werde wahninnig bzw. dement. Übrig bleibe also ich mit meinen offensichtlichen Problemen, großen Unkonzentriertheiten inmitten eines gefühlten Wustes von zu vielen Aufgaben, gepaart mit einer schier untröstlichen Traurigkeit über das deutlich abhanden gekommene schöne Gefühl für mein ganzes Dasein. Heute morgen hatte ich eine weitere Idee betreffs meiner Faust'schen Mittelmäßigkeit: Mein Milieu damals war ein anderes als das, welches ich bei solchen Leuten wie Kubon, Wolfram, Krabbe & Konsorten erfuhr. Wir waren Nord! Und damit eine Art Enklave, die in gewisser Weise aus Gleichschaltung bestand- im Wissen wie im Tun. Es waren nicht viel freidenkerische oder wenigstens kreative Aktionen vorhanden oder ich habe sie schlichtweg nicht mitbekommen und damit verpasst. Bei o.g. Leuten habe ich das Gefühl, dass sie durchaus freier sind in ihren Ansichten und meines Empfindens auch klarer und freier denkend. Nunja, auch das ist wahrscheinlich auch wieder Auslegungssache eines minderbeselbstbewussten Bubens. So. Und nun komme ich also mit 18-21 Jahren in das fast freie Leben und begehre "irgendwie" auf. Gegen die Familie, gegen eingefahrene Verhaltensmuster - gebe mich also als der Freigeist, der mehr will. Und wird. Und Mutter glänzt anderen gegenüber, dass ihr Junge jetzt das Abitur macht und natürlich mal studieren wird. Hoho. Und der Junge weiss eigentlich nicht, was er studieren will- nur, dass er die Studentenkreise ums Buckauer Lagerfeuer mit Kontrabass und Gitarren seeehr cool findet, es aber aus sicherer Entfernung eines Küchenfensters in der Kutzstraße beobachtet, statt dort hin zu gehen. Weil ich ja eigentlich in Nico verliebt bin. Der aber jetzt nicht hier ist. Oder so ähnlich. So zurückbetrachtet, war ich bereits von Anfang an so eingestellt wie jetzt. Studieren heisst Musik machen am Feuer und gemeinschaftlich eine neue, bessere Welt zu schaffen. Allerdings ohne überhaupt den kleinen Mut, solche Leute überhaupt kennenzulernen. Stattdessen ziehe ich mir meine schönsten Sachen an und gehe vornehm ins Theater. Weil das doch so intellektuell dort ist. "Linie 1". Später dann die Elbschuten mit Fine Kwiatkowski und Warnfried Altmann. Na gut. Ich war immerhin da. Und ich glänze heute noch mit deren Namen. Diese Leute kennen mich allerdings nicht. Aber ich hab Lametta. Oder so. Das könnte hier noch Tausende Zeilen füllen. Immerhin gings mir schnell von den Fingern und ich würde mich sehr freuen, wenn ich ein bisschen besser und (jetzt kommts:) realrealistischer aufgestellt wäre. Meine Traumwelt mit den Schlängelpfaden aus Wunsch nach Liebe, Lob und Anerkennung wurde mehr und mehr zum Dschungel, welcher mir weder Orientierung verschafft, noch mir den Weg heraus zeigt. Ein schönes Schlusswort.

negatief

So negativ die Träume am Morgen sind, so stehe ich auf und so fange ich auch an, zu denken und mir Situationen vorzustellen. Es ist unglaublich, wie negativ meine Einstellung ist. Es scheint, als wäre mein Kontingent an positiver Energie aufgebraucht. Und alles hängt mir so nach. Wie gestern bei meinen Eltern und einem irgendwie stichelnd genervten Tobias, dem meine Amazonbestellung offensichtlich zu lahm vorkam und ich mich dabei sehr angegangen fühlte. Der Rest des Sonntags bestand dann auch im Nachhausebringen und dann fuhr ich auch nach Hause. Ein 3-Stunden-Wochenende sozusagen. Vielleicht mache ich mir diese Gefühle selbst? Vielleicht bin ich extrem angreifbar, verletzbar? Ich spüre eine bodenlos negative Einstellung, die sich allerdings ohne weiteren Kommentar bei einer spontanen Motivation von außen sofort wieder wandeln kann. Das ist schwarzweiss mit zuviel schwarz. Eine alkoholische Abstinenz mahne ich mir jetzt dringend an, um wenigstens diese nächsttägliche Beeinflussung meiner Stimmung ausschließen zu können. Auch wenn sich im Ganzen bei mir erfahrungsgemäß dadurch nicht viel ändern wird, so ist es doch eine wesentliche Voraussetzung, ohne die es erst recht nicht geht und, im Gegenteil, meine Ohnmacht dermaßen verstärkt, dass es irgendwann vor lauter Mut- und Aussichtslosigkeit für den letzten Kurzschluss-Schritt ausreichen könnte. Habe ich schon von dem Versuch geschrieben, es mal ohne Beeinflussung meiner Emotionalität zu versuchen? Also ein real get real? Neulich dachte ich, ich würde niemals real getten, weil ich mich zu stark von einer allgemeinverbindlichen Logik entfernt sehe. Aaah, jetzt wo ich das hier schreibe: Ja, das Thema kam gerade beim letzten oder vorletzten Mal. Ausdrucken und vors Gesicht halten oder wie? Damit ich es mir vergegenwärtigen kann. Ich kann / will nicht so negativ bleiben und ich hab keine Idee, diesen Zustand ändern zu können. So. Das war der Montag Morgen. P.S: So funktioniert vielleicht auch Einzug haltende Demenz: Unsicherheit und Ärger über die scheinbare Kritik der Anderen an meinem Handeln. Und beides hat seine intensive Komponente mit Verhärtungsfaktor: Die einen erklären die "Fehler" und ich sehe es als übertrieben gemeine "Kritik". So ließe sich auch meine gefühlte Verbitterung erklären, die in negative Sichtweisen mündet. Na bitte, dement also. Fertig.

Herz & Verstand

"Wahrnehmung und Interpretation wider besseren Wissens." - ein erklärtes Kapitel für sich. "Ich mach' mir die Welt widiwidiwie sie mir gefällt". Das wäre ja noch in Ordnung, aber dabei gefällt sie mir nicht einmal. Bin aus der Zeitumstellung nach kleinem Joint und Flasche schwer verdünnten Weines noch etwas mauschelig im Kopf ob der vielen Träume der vergangenen Nacht, die sich allesamt - wer hätte das gedacht - mir mir in meinen früheren oder aktuellen Umgebungen befassen. Eine Situation richtig einschätzen zu können bedarf des Wissens darüber, was richtig und damit wahrscheinlich allgemein verbindlich sein soll. Ein schwerwiegender Satz, der alles weiter Überlegende in Abrede stellen kann. Zurück zur These: Von Mutter gelernt: Situationen umkommentieren und neu begründen bzw. für die eigene Gefühls- / Welt und das Verständnis dafür zurechtschneidern. Das hat dann manchmal doofe Konsequenzen. Weil ein beträchtlicher Rest der Welt anders denkt. Und meine Wahrnehmung in Bezug auf die Reaktionen der anderen auf mich machen es dann nicht besser. Weil ich es aus Elementen meiner Emotionalität und der jeweils empfundenen Selbststärke einschätze und auswerte. Ich verfüge über eine gewisse Basis an zuverlässigen Empfindungen (Einschätzung des tiefen- oder Unter-Herzens), die mir wohl das Leben retten kann, aber nicht die Kraft für den ganzen Rest hat. So laufe ich bedeutungsvoll denkend über Dänemarks Strände, mache mich auf den Weg zu irgendwelchen Expeditionen und Ausflügen und versuche, von den schönen Dingen aus meinen Vorstellungen zu tun, es zu erleben,  mich in Aktion zu versetzen. Aber es wird nichts. Ich packe die Kamera wieder ein, ich fahre etwas früher nach Hause, ich fahre beim nächsten Mal nicht los, ich zögere mit allem anderen. Weil ich es nicht richtig gedacht kriege! Das Herz sagt "geh doch einfach los", der Verstand meint "und nun?". Es strengt sehr an, mit mir beschäftigt zu sein, ich würde es dennoch empfehlen.

die Sache mit Tod

Das wird schwierig jetzt. Lieber schwierig, als tot. Oft kommt so eine ganz kleine gefährliche Ahnung vorbei, die mir mitteilen möchte, dass ich es nicht schaffen werde. Über mittel oder lang. Weil ich immer das selbe Prinzip in mir trage, das mich nur Dinge und Zustände betreffs des Lebens vorstellen, fühlen, undefiniert wünschen lässt, ohne überhaupt einen logischen Gedanken an die Umsetzung, Erfüllung dieser Dinge und deren Möglichkeiten auf dem Weg dahin aufbringen zu können. Im schlimmsten Fall kommt alles zusammen und vernichtet meinen Rest an Selbstwert: Da reichen bereits irgendwelche Leute in meiner Umgebung oder auch im TV, bei denen ich eine Leidenschaft sehe, der sie sich hingeben, in dem sie es einfach tun. Das geht sogar ohne Leidenschaft. Meine realistische Selbsteinschätzung? Da sehe ich mich, wie ich oft mein negatives Denken forciere, das null Aussicht auf Änderung trägt. Mammut-Anteil haben Puppentheater (!) und m/ein Leben mit Tobias. Und meinem persönlichen Umfeld. Dazu ein verklärter Blick zurück, was ich alles hätte sein oder werden können. Und das sich trotz all solch angestrengten Denkens in solchen Zeiten über mich (also genau so wie jetzt hier) nicht viel hat entwickeln können bei mir. Dass ich emotional zu sehr labil und gefühlt immer komplizierter werde. Ergo drängt sich eine Logik auf, die mir verdeutlicht, dass es kein gutes Ende nehmen kann. Maximal ein friedliches. Je nach Medikament oder Zustand. Ich fühle mich schwer. Voller Argwohn vor eigenen Fehlern, ohne Vertrauen auf langfristigere Zuversicht. Mit wenig Freude an allem. Ein einziges Licht bildet mein offensichtliches Motivations-Gen, das sich aktiviert, sobald zwischenmenschlich was stimmig wird. Und / oder etwas gelingt. Was mit meinem offensichtlichen Drang zum Leben zu tun hat. Für die Aktivierung bzw. das Herbeiführen guter Zustände bedarf es solcher Voraussetzungen wie Alkoholverzicht. Hier wird es knapp und ich spüre die Folgen bereits in meinem Wortschatz und den Komplikationen beim Zusammenstellen von manchen Sätzen. Und in meinen Gedächtnisleistungen und dem Erkennen logischer Zusammenhänge. Noch bin ich kein Tagtrinker und das werde ich wohl auch nicht, aber ich bekomme abends oft die Kurve nicht rechtzeitig und der folgende Tag ist grausig. Weil sich all das hier negativ Genannte noch verstärkt. Dann kommt die Todesidee aus der Ferne etwas näher. Manchmal gefährlich zu nah. Meine Achterbahn hält sich zu viel in den Tälern auf und muss dringend hochgezogen werden. Das liest sich nach benötigter Hilfe, denn allein kommt der Waggon da nicht hoch. Erkenntnisse und die Akzeptanz von Veränderungen dauern bei mir gefühlt immer länger. Allein die zermürbenden Gedanken über und der Zwang zur Teilnahme an der (im Grunde völlig ungefährlichen) Zeiterfassung im Puppentheater dauert nun schon seit dem Sommer. Was soll denn nun werden? Was will ich denn sein oder werden? Und was gibt es also zu tun? Und wann?

mein Geburtstag und die Leute

Ob wichtig oder nicht - diese Leute haben heute an mich gedacht, mir gratuliert per Telefon, persönlich, Mail, WhatsApp oder SMS und ich glaube, es ist nicht unwichtig, mir das im Kopf zu behalten und wenigstens bei deren Geburtstagen ebenfalls zu agieren. Bevor ich mich ins soziale Aus katapultiere.

Ui, das sind ja dann doch ne ganze Menge Leute geworden. Interessant ist, zu besehen, wie ich darauf jeweils reagiert habe. Am interessantesten ist wohl mein unkonkretes Geschwafel gegenüber Ingo und Marlis, als ich in irgendeiner plötzlich enormen Ehrlichkeit über meinen Willen zur Veränderung (Puppe) Auskunft gab, womit ich die beiden wohl ein bisschen überfordert habe.

Ich hatte keine Lust auf meinen Geburtstag. Hatt ich öfter schon nicht. Aber diesmal wars besonders. Ich wurde bei Tobi sogar ein bisschen traurig, als es dann Null Uhr schlug. Wahrscheinlich, weil mein Blick auf mein momentanes Sein und Fühlen und Denken meinem guten Leben doch sehr abträglich ist.

Mit Mandy hatte ich dann beim Bäcker Ebel ein schönes Gespräch, in dessen Vorfeld ich mit mir selbst wegen meiner korrekten Zeiterfassung hektisch haderte, kurzerhand kurz vorm Ziel umdrehte und mich ordnungsgemäß ausstempelte, damit alles seine nachweisliche Richtigkeit hat.

Dazu später mehr, wenn ich es besser begreifen und schreiben kann.

angst eins

47.11. Er ist wieder da. Der Unvermeidliche im Verlauf des Lebens. Selten hab ich ihn so ungern kommen sehen, selten war ich allerdings so gut beschützt aufgehoben. Als mir die Stunde schlug, wurde ich traurig. Über all das, was sich so dermaßen unschön anfühlt, was mir Sorgen bereitet, deren Ursachen wie Lösungen ich nicht greifen kann. Weil alles schwere Wechselwirkungen hat. Neu dabei fühlt sich eine parallele Angst an. Angst, den Anforderungen im Puppenhaus nicht gerecht, mein Leben weiterhin nicht auf die Reihe einer zufrieden stellenden Basis bringen zu können. Die Übersicht scheint sich zu verlieren, ich erwarte täglich neue Fehler, die allesamt mich zur Ursache haben, ohne dass es ich will- und wissentlich herbeigeführt hätte. Beschützt war ich im Reformhaus. Unterm Dach bei einem neuen Song. Mit gutem Essen, mit Sekt und Blumen und Schokolade und einem unbändig singklatschendem Tobias. "so groß wie Mühlenstein". Ich werde in diesem Jahr weder Party noch Aufhebens machen und lasse (jetzt schon wieder:) traurig alles so dahinplätschern. Den Rest schwimme ich heute Abend weg und lasse die Hitze für mich arbeiten. #Angststörung #Depression. Geht das jetzt immer so weiter? Kann ich das ändern? Ja. Wie? Indem ich mich mit objektiver Unterstützung sortiere und dabei wenigstens heraus finde, worin mein eigentliches offensichtliches Problem besteht. Aber warum ist das so schwierig? Wie schön, dass du geboren bist ...

kurze Pause

Ich habs gewagt und geschafft und war bei Heide, um mich wegen einer Kur zu erkundigen. Zeitgleich dachte ich, am Donnerstag nach der Spielplanfotosession bisschen krank zu machen. Aber da Heide ein langes Wochenende macht, musste ich mich entscheiden. Und so wars. Es ist Mittwoch, 14:00 Uhr, ich habe mich im Kaufland eingedeckt, ein Ebel-Brot gekauft, lüfte meine Bude, sitze hier und überlege, was ich wohl alles zu tun gedenke, was ich sonst wegen Zeit- und Lustlosigkeit immer nicht tun konnte oder wollte. Da bin ich ja mal gespannt. Schwimmen heute Abend und morgen ausschlafen. Ooor, da bin ich aber froh und habe hoffentlich nicht wieder jene Attitüden, in welchen ich unbedingt und so entgegenkommend auch was fürs Puppentheater tun muss. Nö.

Stadtfeld, die Leute & ich

Nach einer Jörgeskom Session, bei der wir feststellten, 9 neue und insgesamt bereits 12 Songs verzeichnen zu können, fuhr ich froh ins Bluneote auf ein Bier, aus dem es vier wurden. Franzi, Stef und bisschen Burkhardt. Nichts Besonderes, außer meiner Müdigkeit, die nach Schwimmen und Sauna des gestrigen Montags mit großer Schwere nachts um 1 im Bett nahezu gewohnt mit Anbruch der Dämmerung den Schlaf zum halbwachen Traumzustand und mich damit den Dienstag sehr müde werden ließ. Aber die Gespräche im BN mit Franzi und später Stef über die Aussichtslosigkeit des Wein-Micha waren ein schönes Beispiel für die offen gestandene Nichtsnutzigkeit mancher Überlegungen über andere Leute, die seitens Franzi kaum mit Worten plus dauernden Wiederholungen und seitens Stef mit üblich immens vielen Worten bedacht wurden. Kneipengespräche. Nur heute war ich und ich es sehr müde, den Gedanken folgen zu wollen. Mir fiel dabei nur auf, dass es alles so müde klingt, alles wird aus der negativen Position betrachtet. Wir trauen uns wenig zu ausser den selbst gemachten persönlichen Kleinigkeiten, die wir spontan zu Großartigem erheben. Und bei und mit allem Recht haben. Aber gut, ich bin müde, das macht die Sicht auf meine persönlichen Dilemma-Dinge, gepaart mit solchen Episoden wie eben, noch etwas müder, als sie es ohnehin schon sind. Ich würde gern Donnerstag und Freitag krank machen, aber da hab ich mich schon für Spielplanfotos verabredet. Muss das sein? So wird das nie was, weil immer irgendwas ist. Ich versuche mal, am Donnerstag nach den Fotos zu Heide zu gehen betreffs meiner Idee einer Kur und werde mich für den Freitag krankschreiben lassen. Wenn das geht. Immer noch schlimm ist meine Sicht auf die Zeiterfassung bzw. die Einhaltung und Berechnung meiner Stunden. Das ist so armselig. Ich muss versuchen, nicht effektiv darüber denken zu wollen, sondern es egal lassen zu werden. Für den Moment des Nachhauseweges vom Bluenote hatte ich kurz das Gefühl, zu Tobi ziehen zu können. Weil ich mich bei ihm im Moment am besten fühle. Komisch, wa?

Katrin Gellrich

Katrin Gellrich - über und für sie hab ich keinen rechten Plan. Ich mag sie, ich möchte mich ihr mitteilen, aber ich kann sie nicht richtig einschätzen. Eis-Essen, sehr persönliche Gespräche, mögliche Nachfolgerin eines Postens im Puppentheater ... es ist ambivalent und ich bin mir ihr und mir gegenüber nicht sicher, was das für eine Konstellation ist oder sein oder werden kann oder soll. Und wieviel ich ihr in Bezug aufs Puppentheater und mich tatsächlich erzählen sollte. Das wird wohl nochmal ein neues Thema hier. Jedenfalls hier ein Auszug einer Mail zwischen uns am 28.02.1017 nach einer einen Tag vorher von Katrin geleiteten Arbeitsberatung, bei der ich mir ziemlich dämlich vorkam, weil ich mich in die Enge getrieben fühlte und mich wahrscheinlich entsprechend blöd benahm. Egal. Hier: Katrin: (nach unserer gemeinsamen Erstellung der Webseite ensemble-aufbruch)
oh yaeh, thats just wonderful - the only good thing today.
wirklich - ich befinde mich wieder einmal in einem abgrundtiefen verzweiflungszustand, weil ich kein ende der arbeit sehe, mich selbst ausbeute, dessen aber vollkommen müde bin - kurz: mir einfach alles viel zu viel ist. und zwar nicht vorübergehend, sondern mindestens bis mai. und das ist zu lang.
Daraufhin ich: Herz. Ja. Das ist es. Zu heftig, zu intensiv und zu lange. Und nahezu ein bisschen zu aussichtsslos. Ich weiss nicht, wie wir das hinkriegen, so mit uns umzugehen und unsere Verhaltensweisen entsprechend anzupassen. Immerhin hab ich, was mich betrifft, die Vermutung, dass es bei mir doch einen immensen emotionalen Schaden gab, was dieses Mitarbeitergespräch betrifft. Das merke ich erst jetzt so richtig. Und ja: Ich bin "sehr oft sehr spät" - gerade was solche Dinge betrifft. Du fragtest, ob ich es so stehen lassen oder dagegen angehen will. Letzten Endes werde ich es so stehen lassen müssen, denn emotionale Wahrheiten sind nicht sachlich und objektiv genug und es fühlt sich derzeit an, als wäre jedes Argument von jedem anderen immer richtiger als mein Gefühl für die Dinge. Meine Argumente hingegen weigern sich, mich zu verteidigen. Oder erscheinen zu spät zur Verhandlung. Die Geschworenen lächeln heiser und die Richter wollen nach Hause. Draussen wird der Wind den Frühling vorbeiwehen und wir werden ihn nicht spüren. Und mit dem Herbst kommt die nächste immerselbe Erkenntnis ohne auch nur der Spur für eine Idee. So gesehen, recht aussichtslos und es schreibt sich schwer . Es rettet uns kein höh'res Wesen. Das müssen wir schon selber tun. Heute abend wird ein neuer Song geprobt. Er heisst "Hier kommt die Angst", wurde endlich und in nur 5 Minuten geschrieben und fasst u.a. zusammen: Sie stiehlt dir die Show, die perfekt war und schön das Publikum geht, hier gibt‘s nichts mehr zu seh’n außer tobendes Trübsal. Vom Rest ist nichts mehr hier. Hier kommt die Angst und die lässt dich allein mit dir. Schön, nich'?

Zeit- und Zahlenfreak

Beim Schreiben meiner Songs fällt mir auf, dass ich mich immer darin abbilde oder über fiktive Andere schreibe, denen ich vorhalte, was ich mir vorzuhalten gedenke. Was mich darauf bringt, dass ich viel zu viel mit mir beschäftigt bin. Das schreibt sich so schön und ist dabei überhaupt keine neue Erkenntnis. Das war schon fast immer so. Vielleicht ist das auch weniger problematisch, aber beim Lösen meiner Knoten, die ich früher Kreise nannte (und die mich in denselben gefangen hielten) besehe ich sehr oft mich und die negativen Bedingungen, die mich wurmen, die mir zu schaffen machen. Veränderungen wie eine Zeiterfassung, hören seit Beginn der Sommerpause nicht auf, mich zu beschäftigen, wobei ich mich selbst in meinem Unmut negativ noch bestärke, statt einen objektiven Versuch zu unternehmen, damit klarzukommen bzw. konsequent sein und nach Abschätzung der Lage dieselbe ändern. (also nicht auch wieder zu Kreisen werden lassen). Das schreibt sich flott vom neuen Klackertasten-Mac und diese neuerliche Erkenntnis freut mich auch ein bisschen. Darauf gekommen bin ich so hier: Hab mich heute (Mi) zum erneuten Schwimmen aufgerappelt. Und ich werde immer besser. (Daher auch meine Euphorie hier nach 2000m ordentlichen Auspowerns). So, und jetzt kommt's. In Minuten: 40 bin ich durch die Schranke, also muss ich 32 ausm Becken. Schranknummer ist 35. Nicht vergessen. Kurz vor 44 im Wasser und los. Die ersten 1.000m tatsächlich in etwa 23 Minuten. Die zweiten 1.000 auch. 30:13 raus. Wegen bisschen vor 44 los und bisschen nach 30 raus, gebe ich eine halbe Minute drauf und komme auf 46,5 Minuten. Super. Jetzt aber raus. Bis zum Fön mit der vor gehenden Uhr schaffe ich es. Draussen bin ich dann 3 Minuten vor Ultimo. Knapp. Aber möglich. Aber welche Zahlen- und Zeitwut! Kontrolle, Gegenkontrolle, Ansporn. Gegenversuch: rein, wenn ich da bin; 2.000 m durchschwimmen, Uhrzeit Anfang und Ende besehen und damit einschätzen, wie es um Kondition und Kraft steht. Danach bisschen ausschwimmen, in Ruhe. Umziehen, trockenfönen. Am Ausgang 50 Cent nachzahlen wegen Überziehung. Entspannt bleiben. Na? Oder ist es bei mir so ein Pragmatismus wie ihn Käse mit seinen Zeiten oder mein Vater mit seinen Verbrauchseinheiten zelebrieren? Nun sollte ich das mal auf die Zeiterfassung "umrechnen". Zum Piepen. Dabei habe ich irgendwas mit 35 Ü-Stunden und könnte machen, wie es mir passt. Und selbst im Minus gäbe es kein Problem, kein Nacharbeiten oder weniger Geld. Außer meinem Argwohn, dass mir in schlechten Zeiten nicht geschaffter Arbeit solche Minusstunden zur Begründungslast gelegt werden könnten. Aus Erfahrung. Und Misstrauen. Und auch aus Prinzip- dem Prinzip der Freiheit und Gewöhnung. Aber wie geschrieben: alles negative Ansichten. Wie kann ich mich davon lösen und es umdrehen? Vielleicht weil ich zu lange die positiven Sichtweisen pflegte, bis mir irgendeine Wahrheit verriet, dass es auf Dauer und aus Erfahrungen nicht zu halten ist?

sprunghaft negativ

Seit der Falco-Story und der Aufzeichnung seines Lebens bis zum tragischen Ende habe ich einen im Geiste Verwandten. Egal ob berühmt oder nicht, ob reich oder arm, irgendwo dazwischen oder so ein Durchwindler wie ich ... es beruht immer auf des Menschen Mentalität, dessen Basis, Aufbau und die Entwicklung / Förderung hinsichtlich seiner Psyche und Emotionalität, Stabilität, Selbstbewusstsein und Ausrichtung der Bewertungsmechanismen. Alles schlaue Worte ... seitdem komme ich also nun noch weniger auf die Beine. Was sicher nichts mit Falco zu tun hat, aber ich komme irgendwie nicht aus dem Sumpf des Trostlosen. Wir dachten auch, ohne Bernhardt wäre im Puppenhaus etwas Freiraum fürs Denken und Loslassen. Das Gegenteil tut sich auf und aus meinem Erwachen auf Grundeis vor zwei Wochen wird eine unsachlich negative Sicht auf die Dinge, die bestimmt sehr ungenau aufgestellt ist, aber meinem Gefühl fürs Ganze folgt. Wobei ich aber wieder feststelle, nur zu wissen, was ich NICHT will. Um es aber hinzukriegen, müsste sich mein Restverstand etwas Progressiveres einfallen lassen. Einfallen will mir immer ganz viel, was ich unbedingt gleich hier reinschreiben will, weil der so schön und erklärend anmutende Gedanke sonst wieder schwindet. Aber derer Gedanken sind es einfach auch zuviele. Was soll ich die hier alle einbuchten, wenn sich meine emotional belastete Kommunikationszentrale ja doch keinen Reim drauf machen und es überschauen / einschätzen und etwas "richtiges" daraus generieren kann? Außerdem vermute ich, dass sich aus meinem inneren Unmut eine geballte negative Kraft formt, Wut genannt, die ich oft nicht mehr hinter meiner allgemeinen Freundlichkeit verbergen kann. Meint: ich bin ziemlich sicher ziemlich negativ anderen gegenüber und sollte mich jetzt still verhalten. Morgen kehre ich wieder ein in so eine Stille namens Reform. Dort kann mir wenigstens so gut wie nichts passieren. Naja, wie man's wendet, wie man's dreht, nicht wahr?

die ICH Position

"Ich bin sehr und sehr oft auf mich fixiert" - so oder ähnlich hörte ich es bereits von Mandy vor vielen Jahren. Jetzt erzählt mir nach langer Abwesenheit dieser Offenbarung, die ich damals als unangenehm und irgendwie nicht richtig empfand, nach ca. 15 Jahren Katrin Gellrich jetzt genau das Selbe in Bezug auf mich und mein Verhalten, meine Wirkung nach außen. Und das unabhängig von damals, denn von diesen Zeiten weiss sie nichts. Ich komme darauf, weil ich gerade den Falco-Film auf 3sat sehe und er gewissermaßen ebenso wirkt. Nur dass Falco wesentlich charismatischer war und klarer in seinen Ansichten schien, obgleich er ebenso nicht mit seinem Selbst klar kam und sich letztlich bzw. mit 1,5 Promille und großen Mengen an Kokain sowie Haschisch im Blut, gewollt oder nicht: das Leben nahm. Wahrscheinlich gab es bisher sehr wenige Menschen in meiner Umgebung, die mir das ehrlicherweise auch hätten sagen wollen, es aber dann doch - vielleicht auch aus Rücksicht oder Desinteresse oder Angst unterlassen haben; oder ich habe diverse solcher Rückzug- / Ego- / Phasen (von denen Mandy ja auch sprach), deren Unterbrechungen meine Wirkung auf andere wieder besänftigte. Worin besteht nun dieses Verhalten? Dass ich mit mir selbst sehr beschäftigt bin, glaube ich. Ich habe ja immer ein quasi Alter Ego dabei, dass mir erst Recht zu geben, dann aber im gleichen Atemzug Kritik an mir zu üben versucht. Vermutlich soll dieser Alter Ego meinen Trostpartner darstellen, mein Hilfe, mein Mutmacher, mein Erklärer. Und wenn alles um mich herum und in mir schwierig ist, intensivieren sich diese internen Gespräche, die ein bisschen Logik verbreiten möchten, aber nicht konsequent werden, weil mein Alter Ego dooferweise doch sehr von mir geprägt ist. Jetzt werde ich albern, was? Aber das wäre eine Erklärung. Dieser Versuch nicht wirklich bilateraler bzw. zielorientierter Kommunikation ist geprägt von meinem weiterhin nicht sonderlich ausgeprägten Selbstbewusstsein. Also von beiden. Vielleicht wirke ich manchmal so nach aussen hin, weil ich so ein gewünschtes Selbstbewusstsein vorzutäuschen versuche. Das wirkt dann sicher sehr arrogant = Ich-bezogen, weil es außerdem nicht echt ist. "Ich glaube, du trinkst weil du Angst hast vor den Menschen, vor dem Misserfolg ... und wenn dir Menschen Liebe geben wollen, schlägst du sie aus und behandelst sie wie einen Hund."  und später "... du glaubst, dass die böse Welt ja so gemein so du dir ist"...  das sagte eben gerade im Film Falcos Freundin und spätere Frau Jacky, mit der (doch nicht) ein Kind hatte. Das war ja einfach. Ein guter Satz. Der Film geht weiter. Und Falco sagt im Auto zu seiner Mutter: "Ich glaub', man muss abschliessen und neu anfangen können. Das ist wie in einer Beziehung. Das ist ungeheuer schwer, aber danach ist man stärker." Aaah! Ungefähr 2 Minuten später im Film ist er tot. Und "out of the dark" klingt jetzt aus meinen BoseBoxen. Eine vergleichbare ICH-Position ... (Noch'n paar Zitate Falcos während der Wiederholung des Films  beim MDR: "Ich bin ein Künstler, ein Grenzgänger, der mit seinem Leben spielt." und "Im Grunde meines Herzens bin ich einfach ein Gegenstrom-Schwimmer." ... [zu seiner Tochter am Telefon:] "Wichtig ist nur, dass du weisst, wer du bist und was du willst")

auf & ab. mut & ich.

Mein größtes Problem besteht in meiner Emotionalität, mittels derer ich wahnsinnig angreifbar bin. Und sogar in Fällen, in denen ich garnicht angegriffen werde, dabei aber oft davon ausgehe, dass jemand es tut bzw. mir Böses will. Mein Selbstbewusstsein ist so oft so niedrig angesetzt, ich gehe vom Schlimmsten aus oder mache es mir selbst schlimm. Ich fühle mich oft unwohl in Umgebungen mit Menschen, ob ich sie kenne oder nicht. Bluenote-Leute sind dabei meist eine Ausnahme. Ein emotionales Wrack also, das durch diesen Umstand berechenbar und manipulierbar wird. Dabei bin ich doch bereits als Kind immer vom Guten ausgegangen und hab dennoch oft Dummes getan. Meine Intelligenz scheint analog zu meiner Emotionalität geschaltet. Oder auch umgekehrt bzw. aus Gründen erhoffter Aufmerksamkeit und Zuwendung anderer. Die letzten Tage waren sehr durchwachsen und handelten vom Aufgeben, vom Abbruch aller Zelte, dem (natürlich absolut unsortierten und planlosen) Neuanfang. Nach Dänemark? Afrika? Bei Hilfsorganisationen arbeiten? Mit echter Arbeit? Gedanken an den Tod? Oh, welch treuer Begleiter und mir immer wieder mal näher, als ich hoffte. Doch auch hier protestieren immer ein Restbestand an Logik und eingeschalteter Gegenwehr, womit mir Leitplanken, Bäume, ehrlichere Abgründe oder derlei Wege verstellt sind. Never trust in Kurzschluss. Vieles geht aktuell natürlich vom Mitarbeitergespräch aus und dessen Abschluss mittels meiner Erklärung, wo ich wann am 23. und 24.01. meine Arbeitszeit ausser Haus darlegen sollte. Und es mir himmelbange wurde, weil ich genau weiss, was nicht stimmt. Und dabei ist es so kleinlich. Jetzt ist es jedenfalls durch, ich hab's abgegeben und bin froh und nicht sonderlich interessiert daran, ob es zur Abmahnung kommt. Hauptsache Frieden. Erstmal! Denn eines kann ich daraus ziehen: Ich wurde, wenn auch sehr unsanft, wachgerüttelt. (mal wieder) Was wiederum sein Gutes hat, denn unzufrieden bin ich schon sehr lange. Und ohne neue Überlegungen (ob Puppenhaus, mein Leben, Tobias, alles) wird sich nichts ändern und der Rückfall ist vorprogrammiert. Date up your live! Das hört sich in diesem Moment alles schon wieder etwas besser an. Warum? Ganz einfach: ein Minigespräch heute beim Intendanten über die Offene Gesellschaft hatte ganz am Ende noch eine persönliche Note, in der es darum ging, dass ich mich nicht unterkriegen lassen soll, dass ich einen echt guten Job mache und dass es aber auch immer wieder Veränderungen gibt. Die es zu meistern gilt. So eben auch mit der Fotoschiene am Theater. Dass es so viele Meinungen und Wertungen gibt und ich schon garkein Interesse mehr an meiner eigenen Note habe - Hauptsache, ich liefere endlich ab. So könnte vielleicht Kerstin Groh das gemeinsam mit mir anpacken und mich dabei "mitnehmen". Dass ich meinen Status als (in diesem Beispiel:) Fotograf nicht unter den Scheffel stellen und damit auch die Bedeutsamkeit dieses Arbeitsbereiches zum Thema machen und nach vorne bringen soll. Ich hab ihm kurz erklärt, dass ich insgesamt ziemlich an mir zu knabbern habe und im Moment am liebsten Flüchtlingshelfer in Griechenland wäre. So ein Gespräch, wenn auch nur kurz, ist ungeheuer wichtig für mich und ich spüre sofortigen Aufwind. Denn offensichtlich will man mir von dieser Seite dann wohl nichts Böses und ich habe blöderweise, wie in einer meiner 12 Thesen benannt, ein bisschen die Hoffnung auf das Gute verloren. Um es mit den Worten von Tobias zu sagen "Jetzt warten wir erstmal ab." Und wenn ich was hinzufügen darf: "Aber nicht zu lange!"

Hochdruck

Seit de Bekanntgabe des Mitarbeitergespräches verspüre ich eine merkwürdige Komprimierung und des öfteren einen roten Kopf. Und der erste Test heute weist 140:90 auf. Ich muss das jetzt kontrollieren. Heute nacht bin ich aufgewacht und dachte darüber nach, wie ich dieses Dilemma mit den Nachweisen 23. und 24.01. Puppentheater zu Ende bringen kann. Mit Panik. Es ist widerlich, dieses Gefühl des ertappten Momentes, der alles andere erstmal weit nach hinten stellt. Tatsächlich: Meine mittelfristigen Probleme sind vorerst nach hinten gestellt, alles fühlt sich an wie ein enormer Druck. In echt: Wenn alles schief läuft, gibts eine Abmahnung. Okay, egal. Aber das Vertrauensverhältnis dürfte damit auf Dauer geschädigt sein. Ich muss es schriftlich beim Intendanten vorlegen und spätestens morgen muss ich einen konkreten Plan haben, der zur Not auch Aussage gegen Aussage liegenbleibt, aber ich muss es loswerden. Dringend. Bei Tobi fühle ich mich beschützt. Meine letzte Instanz. Will dort garnicht weg und hab irgendwie Angst vor allem. Und das bringt es auf den Punkt: Ich vermute eine Art Aufbruch bei mir, etwas das sich verändern muss. Zum einen ich, zum anderen meine Umgebung, zum richtigen mein ganzes Leben. Das ist leicht geschrieben. Die Angst hat damit zu tun, dass ich genau Null Vorstellung darüber hab, was ich tun könnte. Tobi fasst zusammen: Du bleibst so lange, bis sie dich rausschmeissen. Bis dahin findest du was. Bzw. ziehst hier ein. Das klingt so schön einfach und sogar folgerichtig. "Aufbruch". Jedenfalls wäre ein länger währender Bluthochdruck ein sicheres Anzeichen, wenn es sich nach dieser üblen Misere nicht legt. Der Alkohol und Bewegungsmangel helfen da sehr deutlich mit. Alles zusammen also bekanntermaßen ein starkes Indiz für eine schlechte Ausgangslage. Und wenn ich überlege, wie oft und wie viele Schwierigkeiten im Puppentheater bereits seit 2010 (?) habe, dann kommt vieles sehr logisch zusammen. Und ich muss mich etwas abhärten und nicht versuchen, den allgemeinen Frieden herzustellen. Die Wahl bzw. das Fühlen von richtig und falsch fliessen subjektiv wie unter Berücksichtigung objektiver Elemente zusammen und es ergibt sich ein Wust, den ich nicht durchschaue. Clever sein für den Moment, schlau sein für die Zukunft, auf mein Herz hören und einen Willen entwickeln, den es zu verfolgen gilt. Toll geschrieben, schwer zu realisieren? GET REAL, wa? Sobald diese Episode durch ist, darf ich nicht zurückfallen und mir denken, dass ich nochmal Glück gehabt hätte. Die Ursache für all das ist nicht geklärt und es gibt deutlich zu tun. Die Angst jetzt wird später einer viel größeren Freude über das Erreichte weichen. Da glaub' ich dran.

Julia Engelmann

Poetry Slam: "Du wirst nicht gelebt, sondern du kannst selber leben. Du wirst nicht bewegt, sondern kannst auch selber gehen. Wähle, was du erstrebst und dann kannst du’s dir nehmen. (deejay: nunja: das betrifft ja auch Das Leben) Wer zu lange überlegt, der verpasst ein Stück Leben. Und frag dich nicht, was richtig ist, sondern frag dich, was du fühlst. Hör auf zu fragen, ob du kannst, sondern frag dich, ob du willst. Dein Weg ist frei, ganz bis zum Horizont und bietet klare Sicht. Nur gehen musst du noch alleine, denn das kann keiner für dich. Die beste Zeit ist immer jetzt und viel grüner wird es nicht. Nur gehen musst du noch alleine, denn das kann keiner für dich."

Überlebt mit Schlussbombenakkord

Ich lebe. Soviel dazu. Das Gespräch verlief erstaunlich freundlich. Insbesondere Kempchen war sachlich, einfühlsam und hörte mir gut zu. Es waren bisschen mehr als zwei Stunden und ich fühlte mich garnichtmal so übel dabei. MK, FB, Katrin, Matze und die neue Personal-Sandra als Protokollistin. Meine eigentlichen Vorstellungen über das Gespräch betreffs meiner temporären Mißmutigkeit in der Abteilung und dass man kaum wisse, was ich alles zu tun habe, kamen überhaupt nicht aufs Tableau. Ein sehr ruhiger Frank Bernhardt, dem es irgendwie nicht in den Kram passte, dass Kempchen so besonnen mit mir und der gesamten Situation umging. Dennoch brachte der Schluss eine kleine Bombe, die ich mir tatsächlich selbst eingebrockt hatte. Aber ich versuch's mal zu rekonstruieren:
  1. Zeiterfassung und meine Problem mit Kontrolle und Gegenkontrolle. MK bezog diese meine Kontrolle auf alles, was ich im PT mache und ich konnte ihn korrigieren, dass es rein um die Zeiterfassung ging, die ich zu erfülle und überbieten suche und dass es (Kempchen:) da offensichtlich einen Knoten in mir gibt, den es zu lösen gilt. Wir haben über eine Pauschale von einer Stunde pro Tag für derlei Ausser-Haus-Aktionen nachgedacht, damit ich nicht jeden Kleinkram anmelden und nachweisen muss. Gute Ausgangslage für ein Mitarbeitergespräch. Dieser Ausgangspunkt sollte am Ende ein böses werden.
  2. ging es um mein Begreifen sämtlicher PT-Inhalte und kulturpolitischen wie gesellschaftlichen Ausrichtungen des PT, an denen ich offensichtlich weniger interessiert bin und ich den Blick fürs Ganze oft nicht habe. Er sprach vom neuen Intendanten Opernhaus Halle, der ein große neue Welle angeschoben habe; inhaltlich wie auch in der Außenwirkung. Zustimmung meinerseits: Es stimmt, ich bin nicht sonderlich politisch interessiert. Das allerdings sollte ich wenigstens in diesem, unseren Bereich betreffenden Teil aber sein und auch entsprechende Angaben in Bezug auf Spielplan und Ausrichtung des Hauses in der Öffentlichkeit machen können, wenn ich also das Haus nach außen vertrete. Ich sollte eine gewisse Autorität vorweisen können. Nachvollziehbar für mich. Aber ob ich das kann? Anfangen sollte ich, indem ich mich mehr in die Strukturen bzw. Konzeptionen reinkomme; und dass ich keine Angst vor den "neuen jungen" Spielern haben müsse, auch wenn es damals viele weniger gute Meinungen z.Bsp. über meine Fotostrecke gab. Und damit:
  3. Selbstvertrauen, Selbstwert ebenso wie meine Fähigkeiten der Konzentration wurden angesprochen. Ein Thema, das mich berührte. Denn das trifft es in Gänze. Davon hab ich zu wenig. Das kompensiere ich mit bloßer höflicher Freundlichkeit und Witz, so lange es mir gelingt. Wenn der Vorrat alle ist, versaufe ich den Rest und übe mich in Selbstmitleid und Todesnäherungen. (das hab ich natürlich nicht angesprochen) So ein Selbstvertrauen sollte ich mir aneignen, indem ich teilnehme, mir die Thematik PT vertraut mache um dann mitreden zu können und letztlich das Haus nach aussen entsprechend zu vertreten.
  4. Ich bin einer der 5 Leute am PT, die (mit 3.400) am meisten verdienen. Das solle ich mir immer vor Augen halten. Wie MK und FB das immer so schön hinbekommen, wird mir anhand von Protokollen dargelegt, wie viele Teppiche in meiner Zeit am PT schon vor mir ausgebreitet wurden im Sinne großzügiger Freiräume und mehr Geld. Die erste Leitungsebene (FB) wurde allerdings schnell noch zur zweiten korrigiert. Überhaupt war FB meines Empfindens sauer darüber, mich nicht besser angreifen zu können, als es ihm, wenn überhaupt, gelang, in dem er seine große Erschütterung darüber zum Ausdruck brachte, dass sein Vertrauen in mich sich entsprechend talsohlig verhält. Erstens wegen unseres Gespräches Ende der Spielzeit, von der er dachte, wir hätten meine Implementierung ins System hinreichend geklärt, was aber mal wieder ins Gegenteil zerfiel; und zweitens der Angaben zu meinen Ausser-Haus-Tätigkeiten (nach seiner Aufforderung an mich, ihm das genau darzulegen - es ging damals um Stef mit Theatergruppe und Fritsche) was allerdings als BlueNote Schnack durch FB damals nicht anerkannt wurde. Und dass es nach dieser Aktion von mir keine weiteren Anträge mehr gab, wo es doch aber jetzt dieses:
  5. Problem mit meinen Angaben betreffs meiner Tätigkeiten ausser Haus gibt. Und damit kam die eigentliche Bombe zum Schluss, die mich sehr stark verrückt macht und mich an die Zeiten erinnerte, in denen ich als Kind gelogen hatte und dann fett erwischt wurde. Am schlimmsten dabei ist Matze, der mir tatsächlich nachspioniert hat, dass ich bei Fritsche am 23.01. garnicht war (trotz meiner Info an Simone) und dass man sich beim Fotoladen in der Erzberger nicht an mich am 24.01. erinnern konnte. (Ich kam am besagten Tag abends kurz nach Beginn der  Jutta Balk Premiere ins PT und hatte Matze erzählt, dass ich noch bei dieser Werkstatt war, um einen neuen Gummiring für die Nikon zu kriegen. Und genau das hat er nachgeprüft. Man kann sich dort nicht an mich erinnern. Wie auch? Das Problem ist, dass ich bei meiner Darstellung blieb. Und das macht ich gerade sehr unglücklich. Ganz dumm, hab ich beim Montag auch noch den Neujahrsempfang der LKJ mit eingeschoben, den ich zwar tatsächlich vorhatte, es dann aber sein ließ. So. Einzig Fritsche konnte ich vorhin für eine entsprechend erneute Nachfrage briefen. Fotoladen und LKJ muss ich mit NLP dazu bringen, sie im Geiste zumindest ein bisschen so erinnern zu lassen, als wäre es wahr gewesen. What a holy Shit!).
Das Ganze drehte also am Ende die Stimmung und MK meinte, ich stünde auf einer roten Linie, von der er mir nahelegen möchte, einen Schritt zurück zu machen. Jetzt muss ich beide Tage nachweisen und anschließend wird entschieden, ob es eine Abmahnung deswegen geben wird. Da soll es wohl schon ganz andere, schlimmer nachbehandelte Fälle gegeben haben. Was noch? MK merkte an, dass ich jederzeit wieder in die freie Wirtschaft gehen könne, um mich so zu orientieren, wie es mir am besten liegt.Ein PT ist nunmal eine Form der abhängigen Beschäftigung und da gebe es Strukturen und Vorgaben. Da hat er Recht. Ich hatte mitten im Gespräch angedeutet, wie ich mir Arbeit vorstelle, wie man Probleme lösen sollte: nämlich gemeinsam, auf Augenhöhe, nahezu kumpelhaft. Und dass ich mich mit meines Gegenüber Lächeln und einer Aufmunterung sofort vom Spacegrey in bunteste Motivation katapultieren kann. Was noch? Wenn bei Treffen / Gesprächen mit anderen Leuten in Bars oder Kneipen gegessen und getrunken wird, ist es keine Arbeitszeit. Ansonsten schon. Weiterbildung ist auch keine Arbeitszeit. (oh!) Nunja, es wurde versucht, eine gemeinsame Linie zu finden. Den Schluss hab ich mir selbst eingebrockt, das muss ich jetzt peinlichst genau sauber kriegen - entweder mit bedingungsloser Ehrlichkeit und einer Abmahnung oder einem Aussage-gegen-Aussage Gemauschel, dass mich vielleicht dran vorbeibringt. Obwohl eine Abmahnung nicht wichtig für mich ist, so ist doch die Überführung einer Lüge aus vielen Erfahrungen sehr unschön. Auch wenn es ziemlicher Kleinmist ist, so ist doch die Tatsache, dass Matze mich mit angepfiffen hat, ein grober Schnitzer, der mich dazu bringt, ihm keine Einblicke mehr in meine Gefühls- und private Welt zu geben. Das ist mir zu gefährlich. Ach ja zum Schluss: Die Sache mit der vergeigten Rechnungslegerei und den Mahnungen über "doku aufbruch" von print24 über den Jahreswechsel: Die 120 EUR Mahn- und Anwaltskosten werde ich wohl selbst bezahlen müssen, wenn ich das richtig verstanden habe. Echt? Geht sowas? Auch wenn Mails im Spam verschwinden und Weiterleitungen von diesen Mahnungen an die Verwaltung (Pohl) unbeantwortet blieben? Ganz am Ende: ich schrieb gerade auf Katrins SMS, wie es mir gehe: "Ich versuche alles aufzuschreiben und werde gerade traurigsauer wegen M.Gotot, der glaubich jetzt nicht mehr mein Freund sein kann. Aber ich freue mich über deine Nähe heute. Danke! Das war groß und hilft mir sehr" P.S. zur Nacht: Wie Katrin mir heute im Gespräch mit ihrer nüchtern betrachtenden Art im Grunde zur Seite gestanden und mir vorher wie nachher per Mail und SMS Mut gemacht hat, war beachtliebenswert. Und auch Stephanie kam vorher vorbei und umarmte mich lange und herzlich. Das war neu. Und auch Margrit fragte mich nach meinem Befinden, obwohl sie garnichts von diesem Gespräch wusste und mich nur loben wollte wegen diesen ganzen großartigen Ideen von mir und mich dann fragte, ob das "von oben" eigentlich auch mal honoriert wird. Das alles gab mir eine Menge Zuversicht. Vielleicht wars vorausschauende Absicht von Stephanie, vielleicht wirklich einfach nur so gemeint, vielleicht hege ich immer zuviele Zweifel und Argwohn bei allem. Aber im Nachhinein tat mir das alles sehr gut und in Voraussicht auf FBs 4-wöchige Abwesenheit hab ich ein schönes Gefühl für uns da oben. Für den Matze da unten habe ich ein Gegenteil parat, denn gerade seine von ihm initiierte Nachfrage beim Fotoladen macht deutlich, wo seine Prioritäten wohnen. Schlecht, Matze, wirklich schlecht gemacht! Du hast dich überloyal deiner höheren Instanz verschrieben. Ein kleiner Hinweis auf meine lückenhaften Ausser-Haus-Termine oder die Beobachtung dieser Dinge seitens der Intendanz wäre ein hilfreicherer Warnschuss gewesen. Den anderen Warnhinweisen seitens Katrin / Körner wollte ich keinen Glauben schenken. Bis jetzt, wo es mich durch ihn selbst erwischt hat. Sei schlau! P.S.2: Bei Katrin bin ich mir aus anderer Sicht etwas unsicher. Das wird hier nochmal ein anderes Thema sein. Ich mag sie. Weil sie intelligent und freundlich ist, logischen Durchblick hat, weil sie aber auch Probleme mit ihren Intentionen betreffs beruflicher (wie auch privater) Zukunft hat. Und so sehr freundlich ist sie. "Verständnisvoll" hätte ich auch angemerkt, da aber hakt sie immer wieder gern mit einem "aber" ein. Vielleicht nicht zu Unrecht. Weil sie vieles über- und durchschaut und hinterfragt. Kann ich verstehen, wenn auch nicht immer mögen. Ich weiss nur nicht, was sie von mir erwartet, wenn sie davon erzählt, wie ich bei all unseren Gesprächen immer wieder am Ende die Kurve nur auf mich lenke und abschotte. Wie geschrieben: es ist ein neues Thema und wir haben jetzt vier Wochen Thesen & Tee für uns und ich bin optimistisch, dass die Arbeitsberatungen, die sie interims leiten wird, ganz andere, bessere werden. Es ist spät, ich bin 4 Bier 2 Wein und zu Ende, froh, heute den Wein-Micha wie versprochen von seiner "Arbeit" abgeholt und mit ihm und solchen Leuten wie Stef, Göki, Alexandra und einem Mann, der ein einziges Junggesellen-Abschieds-Bier trank und erklärte, dass er morgen heiraten wird, im Bluenote noch ein bisschen geklönt zu haben und mir damit klar wird, dass es gut ist, wenn ich die Möglichkeit habe, an solchen Abenden spontan nicht allein zu sein.

die Spiele beginnen ...

Gestern kam noch eine anwaltlich bestellte Problemmeldung betreffs einer Rechnung im Puppenhaus auf den Berg der nachher abzuhandelnden Dinge. Und Mathias meint, da könnte nachher richtig was zusammenkommen. Super. Das macht jetzt fast nichts mehr, denn heute Abend ist alles überstanden. In welcher Form auch immer. Ich fühle mich sehr unwohl in so einem unüberschaubaren Wust, merke nur, wie feinvorfühlig bereits in der Dienstberatung ein paar Fehler oder Versäumnisse angeleiert werden, damit es heute auch genügend voll mit "meinen Problemen" ist. So ein paar Stunden vor dem Tribunal, vor der Vollstreckung schwebt alles bei mir zwischen Ungewissheit, Spannung, Angst, Lässigkeit, Trauer, Wut ... nichts von allem ist greifbar und ich erwarte das Schlimmste, was im besten Fall dann für mich heißen würde, mich endlich neu aufzustellen, mir etwas zu suchen, worin ich mich wohlfühle, wo ich hingehöre, weil Gleichbehandlung funktioniert, wo Probleme gemeinsam gemeistert, grandiose Dinge gemeinsam geschaffen werden, wo sich Menschen auf Augenhöhe gegenüber benehmen. Nick Cave singt mir heute morgen "the good son" vor und ich spüre einen roten Faden in perfekter Abfolge: Lament (Klage) - Sorrow's Child - The Hammer (came down) - The Weeping song -  ShipSong: Lass' deine Schiffe um mich segeln und brenne deine Brücken nieder. Bin gerade sehr traurig über all das und hoffe, dass meine Angst so wie jetzt, sich in Grenzen hält. Auch wenn ich vom Schlimmsten ausgehe, wird man mich voraussichtlich weder schlagen noch töten. Das sollte vorerst ausreichen.

wogendes Hin und Her

Meine Stimmungsschwankungen sind unerklärlich. Irgendwie hat dieser ganze Prozess des Mitarbeitergespräches mal wieder sehr dazu beigetragen, mich mit mir zu befassen- auch wenn ich den Grund dieses Gespräches nur erahnen kann. Merkwürdig sind nur diese Schwarzweiss-Momente: gestern noch nach'm BN mit Volker und seinem kanadischen Mitbewohner Gerrit erst zögerlich ins Gespräch eingestiegen und wollte eigentlich nach zwei Bieren wieder gehen. Es wurden vier. Dann später lange wach gelegen trotz oder wegen genügend Weines argumentativ alle möglichen Episoden durchgespielt; vorher mir noch die Frage aufgeschrieben, welche Worte auf einem Blatt Papier ich der Nachwelt als Grund für meinen Selbstmord hinterlassen würde. Nunja, nebenbei lief Rudolf Dietzen alias Hans Fallada und sein Leben im TV. Und heute bin ich etwas dumpf, aber ansonsten sehr wohlauf. Vielleicht in Aussicht darauf, dass morgen alles "geschafft" und (was auch immer) geklärt sein wird? Dass ich der Situation gefühlt gefasst und vorbereitet ins Auge sehe? Dass es heute sehr schöne Kommunikation (Karo Klimek Mail) und vor allem gute Ergebnisse meiner Abreit gibt? Dass Katrin ein Plädoyer für mich morgen vorbereitet hat? Vielleicht ist heute abend alles wieder anders. Jedoch je mehr ich solche Grenzwerte mitsamt einer möglichen negativen Aussicht auf mein eigenes Mittelmaß erreiche, desto näher sind auch die alles beendenden Abgründe hinter diesen Grenzen.

kleine Heimat Reform

Nach der Aufregung stand ein Wochenende bei Tobi an und ich wusste, dass ich ich ihm nicht die ganze Masse meiner schweren Gedanken mitteilen kann. Warum eigentlich nicht? Hab's trotzdem angefangen (es ging nur um das Mitarbeitergespräch und meine Gedanken darüber) und ich darf behaupten, dass unsere Gespräche auf ein kleines, sachliches Maß reduziert sind und mir deshalb besser tun als gedacht. Dennoch sollte ich ihm sagen, dass es manchmal sehr schwer um meine Aussichten steht. Ich glaube, er weiss es auch, dass ich im Gegensatz zu ihm sehr konfus und kompliziert bin. Und wenn ich darüber nachdenke, ist es ja auch so, dass es um die wesentlichen Dinge geht- die wir längst kennen. Alles andere sind Dinge, die sich drumherum aufschaukeln. Ob es zuviel Alkohol ist (er hat 2 Wochen pausiert) oder um die Dinge, die ich aus unerfindlichen Gründen nicht anfange ... Nunja, ich möchte mich ihm trotzdem gern und intensiver öffnen; ich benötige viel Beistand, Trost, Unterstützung und Liebe und ich bin sicher, dass ich das im Rahmen seiner Möglichkeiten auch bekomme, besonders letzteres. Und es war ein schönes Wochenende. Wir haben "mein" Zimmer unterm Dach weitergebaut und ich hab heute dort oben meine erste Songskizze gebaut und aufgenommen. Und im Zuge meiner spaßhaften Überlegungen, doch recht bald entlassen zu werden, kam es mir garnicht mehr so illusorisch vor, eines Tages bei ihm einzuziehen. Angefühlt hat es sich jedenfalls gut.

Erkenntnis 17#01

(aus meinen vorbereitenden Überlegungen betreffs Mitarbeitergespräch...) Wenn ich aus welchem Grund auch immer keine Vorstellungen und damit auch keine Idee habe und keinen Willen darüber entwickle, wie ich es gern hätte - mein Leben - überträgt sich so eine Haltung bestimmt auch in alle Abteilungen meines Lebens. Zum Beispiel auch die Arbeit im Puppenhaus. Wenn ich selbst keinen Anspruch mit Blick aufs Ganze habe*, werden andere mir ihren aufdrücken. Und ich muss akzeptieren, bedienen, denn ich habe nichts entgegenzusetzen. Ich entspreche dann ja größtenteils nur den Anforderungen anderer. So gut es geht. In den jeweiligen Details bin ich dann wiederum fleißig. Überfleißig manchmal. Aber es ist für andere. Und dann macht es mich mürbe. Und mit dieser Auffassung sehe ich mich um und registriere Menschen, denen ich vorbehaltlos ein gutes Selbstbewusstsein bescheinigen möchte, weil sie für mich so aussehen, als wüssten sie trotz ihrer Zweifel, was sie tun oder wenigstens im Tun begriffen sind. *das ist schwierig zu beschreiben: ich bin nicht der Head, sondern die ausführende Instanz mit der Sucht, dass es Head gefällt. Für ein lobendes, motivierendes Wort. Womöglich ist das nicht schlimm, aber im Zusammenhang mit meinen vielfach beschriebenen fehlenden Antrieben und Ideenlosigkeiten, meinem Gehenlassen, Verkommen ... stellt sich die Situation als Masters & Servants dar, bei meine Laust, zu servieren, weiter gegen null sinkt. Es ist gut, wenn du weißt, was du willst; wenn du nicht weißt, was du willst, ist das nicht so gut ...

Ambivalent mittendrin

Ein weiteres, sehr merkwürdiges Merkmal ist das meiner spontanen Umstellung. Basierend auf den ganzen kruden und aufreibenden Vorstellungen arbeite ich seit zwei Tagen ziemlich intensiv und ergebnisorientierter. Und wie soll ich sagen? -  im Moment fühlt sich ob der Erledigung einer ganz guten Menge von Aufgaben alles sofort besser an. Fehlt immer mal wieder ein Anschub? Oder so eine desolate Stimmungslage sie wie zuvor beschrieben jetzt vorliegt? Und selbst wenn, ist das die Basis für mein Leben? Oder ist das alles so kurz und schnelllebig, dass der Pfifferlinge, die es drauf zu geben gälte, tatsächlich nichts wert sind. (Schöne Abschlüsse hier immer nach jedem Eintrag. Wohl ein Versuch des Optimistischen)

🔒 Nur für Claude | Zehnsucht seit 1995 | 2010