(Schreibwütig). Wie geschrieben, ist die Klarheit im Denken bei einer fetten Erkältung zwar etwas ähnlich der einer post-alkoholischen Session, und sehr viel leichter ist sie auch nicht zu ertragen, aber sie besser einzuschätzen. Ich wollte hier mal den Verlauf aus meiner gefühlten Sicht darstellen, auch wenn danach alles wieder zum Alten zu werden scheint.
Montag Abend, Weihnachtsfeier draussen und drinnen. Es gibt Wildschwein. Lecker. Draussen kalt. An den Füßen. "Na, wer sich jetzt noch eine Erkältung zuzieht, hat Weihnachten ein Problem", sage ich zu Matze. Dienstag, Aufwachen: Alles klar. Puppenhaus, die wesentlichen Dinge machen und Bernhardt Bescheid sagen, dass ich bis Mittag noch alles wichtige versuche und dann zum Arzt muss. "Alles klar, kein Problem, gute Besserung". Dienstag zu Mittwoch: Schwerste Schwitzung. Selten so erlebt. Klatschnass. Alles. Mehrfacher Wechsel allens. Mittwoch vormittag: Heide. Endlich mal wiedersehen. Und darüber schwatzen. Meine Erkältung scheint also wie immer wie bei allen anderen auch was ganz normales zu sein. Auf Krank-bis-Freitag verabredet Puppenhaus, Krankenschein abgeben. Home. Couch. Erschöpft. So richtig runter komme ich aber nicht. Bis Freitag geht das so. Dann die Mail von Bernhardt. Unschönes Empfinden. Wie ein anderer kranker Geist schwebt das immer mit. Donnerstag: Die Nacht schon wieder geschwitzt. Nicht mehr so doll. Ich bin aber noch ziemlich oll. Schnell erschöpft. Tee ohne Ende und ein gewisses Mitleid gegenüber mir selbst. Gehe aber wegen schönem Wetters über den Friedhof. Meine Oma Traudel gefunden. Bisschen mit ihr erzählt. Auf dem Rückweg immer wieder dieses Bernhardt-Symptom. Auch wenn er vielleicht nicht mitbekommt und garnicht beabsichtig- ich krieg das und ihn nicht aus meinem Kopf. Und immer bleibt ein unstetes Gefühl, dort auf Dauer nicht bleiben so sollen. Das gleiche Dilemma wie damals beim Studium: Was soll ich hier? Was bringt es mir? Aber mangels besserer Ideen ... you know.
Zuhause immer noch nicht konsequent entspannt auf Couch. Ich finde, wenn sich die beiden miesen Zustände: also erkältungs- und alkoholtechnisch abstellen und zum Besseren wandeln ließen- was wäre da für ein schönes Leben möglich?! Wunderwunder. Und offensichtlich möglich. Es sei denn, der Husten ist vielleicht Lungenkrebs. Aaaah! Wunderbar. Freitag: Das Schwitzen verschwindet so sachte, jetzt melden sich Hals und Nase deutlicher. Jana abgesagt und liege da, ningele so durch den Tag bei Lernen-interkulturell-Web und Mandy-Grafik und Fernsehen und die Zeit vergeht ziemlich schnell. Trotz frühen Aufstehens. Der kleine Lord abends weint mich ein wenig. Der Abspann wird hart unterbrochen von irgendeiner Weihnachts-Scheiss-Show-Werbung. Ich raste aus. "Fuck you, am besten gleich Helene Fische drüber, ihr TV-Faschisten". Zappe kurz weiter und sehe: MDR hat Helen... werfe einen Wasserflaschenverschluss gegen die Mattscheibe. Interessanter Effekt. Freitag abend erstmals lesen im Bett. 5 Seiten oder so und zackmüde. Nanu, bin ich so geschwächt? Aber es schläft sich weit besser. Jetzt gehts dem Hals an den Kragen. Muss doch noch eine Paracetamol nehmen, fühlt sich alles bisschen lau an.
Aber genau jetzt kommt es so sachte: Das erleichternde Gefühl der baldigen Besserung. Der Dienst Muck im PT gleich wird wahrscheinlich sehr kurz, heute Abend Schauspiel und morgen Tobi. Und bis Montag jeden Vierteltag etwas besser. Dankbarkeit versucht sich einen Weg durch die Menge der unglücklichen Umstände zu bahnen und ich überlege im selben Moment, warum ich das hier aufschreibe. Egal, wird ja nicht schlecht.
Vielleicht genügt es zum ewig erkannten Fazit, dass mein Wohlbefinden die unbestrittene Grundlage für alles weiter ist. Hier kann die Ottawa-Charta der WHO von 1986 mit der Definition über Gesundheit ganz gut klarmachen, was ich meine: "Gesundheit ist mehr als die bloße Abwesenheit von Krankheit. Sie ist vielmehr einen Zustand umfassenden körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens."
So. Nu mach ma.
unsortiertüberlegt
Sortiert und überlegt zu schreiben, ist nicht immer leicht bei mir. Oft ist es eine impulsive Form von (meistens) Unmut, der raus muss. Und so wird es dann auch in meiner live Kommunikation mit Menschen sein. Aber das steht ja auch schon in den Schulzeugnissen meiner Kindheit. Wenn ich mir das ganze Große um mich herum so ansehe, kann es nur auf massenhafte Kompromisse im Zusammenleben hinauslaufen, damit sich die Menschheit nicht sofort und unmissverständlich in Kriegen auslöscht. "Kundenzufriedenheit ist höchste Priorität eines jeden Mitarbeiters". Stimmt natürlich nicht. Wie auch? Wenn ich sowas ein Leben lang mache ... aaaaah ich merke schon, jetzt verlasse ich das Feld der Sinne & Worte. Aus Aus Aus.
Ich sollte mir mal eine Optimalkonfiguration zusammenstellen, in welcher ich arbeiten, leben, lieben und gut SEIN kann. Versuch' mal!
Morgen-Show
Ich bin Profi im Aufbau(sch)en von negativen Gedanken. In der Kunst derselben. Beim Duschen am Morgen des 6. Tages meiner Erkältung (bevor Gott sah, dass es gut war-haha), stehe ich also da, lasse das Wasser rieseln und stelle mir erst vor, der Leitungsrunde zu verkünden, dass ich den März oder Mai komplett auf Kur sein werde. Ein wenig später und wärmerem Wasser wird aus einer fiktiven Idee - wonach ich mich um die sichere Ankunft von Abendspielplänen zu kümmern habe, das aber bei der Paket-Annahme schief lief und ich dessenthalben vom Kempchen eine Verwarnung ausgesprochen bekommen soll - eine rebellische Show meinerseits, bei der ich zynischst einen Tadel, ja- einen Verweis, eine fristlose Kündigung einfordere und ich lauthals verlange, dass Frank Bernhardt weder Leitungs- noch irgendeine andere Tätigkeit im Puppentheater haben sollte. Was die Ursache oder wenigstens den Auslöser ein bisschen deutlich macht.
So. Sowas entsteht häufig. Am Ende derlei Shows bleibe nur ich allein mit schwerem Gemüt übrig. Niemand weiss davon. Ich eigentlich auch nicht. Ausser dem negativen Gefühl bleibt nichts greifbares. Das kenne ich- in Personalgesprächen fehlten mir plötzlich die Argumente. Weil sie allesamt nur aus nachinszenierten Gebilden bestehen, die auf Auslösern beruhen, deren Ursache ich mir nur schwer erklären kann oder will.
Im Grunde ist garnichts passiert. Ich bin krank geworden. Eine dumm, aber womöglich unabsichtlich so geschriebene Mail Bernhardts hat all das zustande gebracht. Katrin Gellrich hat's mir per Mail wie eine Welle ans Ufer gelegt und mir gehts so deutlich wie besser. Aber warum schafft Bernhardt sowas? Wieso springe ich so dermaßen und immer wieder drauf an? Ignorieren geht aber auch nicht. Oder doch? Oder ihm eine reinhauen. Oder erneut verlangen, aus der Hierarchie rausgenommen zu werden. Ich brauche deutlich und konsequenten Abstand, um sowas nicht denken zu müssen, sondern es vielmehr in die Schublade der unnötigen Dinge stecken zu können, die von selbst verwest und mich nicht anficht.
Olroid, das hier war mindestens eine Stunde unsinnig verschenktes Leben. Sowas sollte nicht sein.
Krank-Dejavuu?
Aber mal Hey: War das nicht in 2014 genau so? Wegen Gesund-Panne nicht zur X-mas Party Puppe im Dom (15.12.) gegangen; dazwischen dann aber Tobis 40ster (20.12) in besserem Zustand; dann Generalprobe X-mas Singen mit schwerer Erkältung und "siehst Scheisse aus"-sagt Thorben (23.12.) und am 30.12. mit Tobi schwer erkältet aufm Corvara-Balkon? Und wie lange hat das vor allem dann gedauert? Das waren dann mindestens 15 Tage oder waren es zwei in Folge?
Jedenfalls ist der Unterschied "Panne" wegen so einer Erkältung nicht sonderlich abweichend von so einer nach zuviel Alkohol. Die Form der Erschöpfung ist dieselbe, was aber auch mit allgemeiner Erschöpfung zu tun haben kann. Denn Geist und Verstand haben bei Erkältung bessere Aussichten und Möglichkeiten, aber genau so wenig Lust.
Drei Nächte mit T-Shirt-Wechsel des Nachts sind geschafft, ich vermute, jetzt kommt leichte Schlaflosigkeit wegen des vielen Rumsitzens /-liegens. Jana Xmas-Mod für heute abgesagt und auf Montag verlegt. Morgen aber gehts los: Dienst Kleiner Muck um 3 und halb5 mit der Aussicht, recht schnell wieder "weggeschickt" zu werden. Abends dann KRUSO und dann warten aufs Geburtstagskind. Wahrscheinlich dann der 5. Tag ohne Sch.alk & Rauch.
Konsequent
Schrieb's - und wurde folgerichtig krank. Erstmal ohne Desaster. Nur eine phantastische Infektion mit viel Leiden, Weh & Ach. Mit nächtlichem Großeinsatz im Schwitzen. Zweite Nacht die Nachhut. Fühlt sich morgens bisschen so an, als hätten es gestern die letzten beiden Glas Wein nicht hätten sein müssen. Das ist die pure Gegenwehr des entwöhnten Alkohols. Phantomschmerz. Wir reden von zwei Tagen und schon ist es ein Wunder. War das nicht letztes Jahr zum Weihnachtssingen schonmal so? Ach, das Weihnachtssingen. Hab ich das schon erklärt? Eigentlich pillepalle, aber Freundschaften könnten darunter leiden. Jana und Dorschi haben das Honorar der Moderatoren entweder selbst oder unter Bumbkes Anweisung auf die Hälfte (300) reduziert und mir das so mitgeteilt. Ich war und bin eher der Meinung, deswegen nochmal nachhaken zu wollen. ("Kannste gerne machen, aber das ist aussichtslos"). Nun war's das aber nicht und mein Kompromiss liegt bei 450. Jetzt ist Jana auf mich sauer. Dorschi wahrscheinlich auch ein bisschen. Weil ich irgendwie (auch mit den Filmen der vergangenen Jahre) immer bisschen mehr bekommen habe. Meine Deutung dabei: Das "Familienunternehmen" ist längst keines mehr; spätestens seit Dorschi von seinem Honorar weg und zu einer Gewinnbeteiligung hin wollte; es aber in 2013 keinen Gewinn gab und Dorschi somit auch die Verlustbeteiligung hatte und erstmal kein Geld bekam. Egal- Bumbke ist mein Vertragspartner. Genau wie bei Guido und den Musikern, die nun garnicht von ihrer Gage abwichen. Bleiben zwei, die irgendwie schon immer abgewichen zu sein scheinen.
Entweder ist das mein üblicher Zeitpunkt einer ordentlichen Erkältung oder es liegt am Weihnachtssingen oder am Puppentheater oder meiner end- und ziellosen Suche nach einem für mich schönen Leben, das ich nicht deklarieren kann.
Konsequent hoffnungslos. Armer Dussel.
Der ganze Kosmos
Irgendwann so gegen 1985/86 lief ich im ELMO so über den Hof und dachte bei mir: "Ich hab so viel, ich hab alles im Kopf. Ich kann das ganze Universum begreifen. Alle Dinge, die um mich herum passieren, kann ich bis ins kleinste Detail deuten." So oder ähnlich hab ich es bestimmt hier schon einmal aufgeschrieben. Ich dachte damals im selben Gedankenzug, dass mich diese enorme Fähigkeit irgendwann bestimmt verrückt machen könnte.
Aus heutiger Sicht stelle ich fest, dass ersteres überhaupt nicht stimmt, während letzteres dennoch passieren könnte: Meine Gedanken sind immer irgendwie konfus, zu viele und zu unkonkret im schlussfolgernden Ausbau. Ich sah immer den anderen nach, die meiner Meinung nach das Leben um sich herum begreifen und bestimmt das Richtige tun. Während ich meinen unerklärten Traumgespinsten nachhing und mir eigene Interpretationen erlaubte, die ganz sicher sehr oft sehr irreal waren. Und es heute noch sind.
Ein heute für mich erfundenes Resümee - eine Zwischenbilanz würde wahrscheinlich lauten: "Aus mir und meinen Fähigkeiten hätte bestimmt was richtig Gutes werden können." Das ist wahrscheinlich dummes Zeug, schließt aber den Kreis des hier Geschriebenen. Und weil ich mir immer ein bisschen unklar über meinen aktuellen Stand und dazu oft müde und unausgerichtet bin, muss ich hier dauernd solche Dinge schreiben.
P.S: Ich hab seit einiger Zeit so eine gefühlte Todesnähe. Krebs oder sowas. Kommt nur nicht zum Ausbruch, weil mein Stoffwechsel zwar Sprinter seiner Klasse ist, der Rest aber ungemein träge pulsiert und die Herde (Krebsherde) noch nicht ausbrechen lässt. Hypochonder oder so. Dazu die immer wieder zu vielen Mengen Alkohol. Vielleicht, weil ich resigniert nichts besseres erwarte als immer den selben lauen Kreislauf. Und weil ich dazu nicht weiß, wie ich dieses mein Leben ändern und in vollen Zügen genießen kann. Mario Körtge ist an sowas gestorben. Der fuchtelnd schwarze Mann winkt allen Ortens bedrohlich mit der Sense. Noch scheint sie für eine Änderung meines Lebens nicht scharf genug. Und wenn, ist es bestsellertauglich vollgetränt bestimmt zu spät.
Neidender Wüterich mit fiesestem Blick
Fahre ich müde durch samstagliche Straßen hin zum Training, Einkaufen und Flaschen wegwerfen (ohne mich), fällt mir erneut und immer massiver auf, wie unfreundlich ich bin. Ich gängdrängele vor mir Fahrende, inszeniere mich selbst als den schwer Ungläubigen, der so ein Verhalten anderer nicht verstehen kann und stelle nahezu alle anderen unter den Scheffel der Dummheit. Selbst im Allee-Center scheint es, als hätte man sich extra ausgedacht, seeehr langsam und extra so vor mir zu laufen, dass mein Vorbeikommen nicht möglich scheint. Alle anderen sind schuld und verstellen meine Wege.
Ebenso schön die andere Abteilung: wenn ich Kubon im Radio höre und meine, er hat eine wirklich ungeeignete Stimme dafür. Oder ich lese einen seiner Beiträge in Dates oder FaceBook und meine, dass er eine Legasthenie in Sachen Kommasetzung hat. Michme macht sein Weihnachtskonzert und ich finde ihn extra deswegen noch doofer. Alle anderen sind doof und machen es nicht richtig.
Wenn ich mich so von außen beschreibe, würde ich gern etwas Abstand von mir nehmen, weil mir so ein Mensch nicht unbedingt gut tun würde.
These meiner Komplexität
Meine Gedankenwelt ist zu komplex. Und ich komme über die Äonen von Gedankenansätzen sehr selten hinaus. Daraus summiert sich das Gefühl, nichts von all den Dingen dieses Lebens, dieser Welt fassen, geschweige denn, begreifen zu können. Die Sache mit den Synapsen. Manchmal nistet sich ein Gedanke etwas fester ein und gibt mir die Chance auf bspw. das Schreiben eines guten Textes. Das freut mich dann.
Dennoch bleibt ein riesiger Haufen unverdauten Stoffs liegen, den ich mangels besseren Wissens nicht verarbeiten, sondern nur betäuben kann. Das wiederum manifestiert sich in meiner Meinung über mein eigenes Mittelmaß - es zu nicht vielem oder besser noch Gutem bringen zu können. Was mich runterzieht. Und noch ein bisschen weiter gedacht (bzw. bereits so lebend), wird das Gefühl für alles noch dumpfer und es riecht nach Aufgeben.
Doof auf jeden Fall; aber immerhin eine mögliche Erklärung, warum es so oft stockt und auf meiner Stelle tritt - das Leben.
Berlin-Seminar und ein Special
War auf einem Seminar des Bühnenvereins LV Ost in Berlin. Stiftung Oper Berlin. Am Ostbahnhof. Soweit eine gute Idee, dorthin zu fahren. Und es war dennoch wie so oft & üblich: Ich hab mir was ausgemalt von diesem "meinem" Tag, den ich auskosten und nach meinem Gutdünken nutzen könnte, war aber (trotz ohne Alkohol) unausgeschlafen und beinahe desorientiert. Meine Notiz im Kalender während des Seminars lautet: "lasch & lahm und eingekerkert. Bedarf an frischer Luft und langen Wegen, freiem Kopf und besserer Sicht. Linsenkrümmung? Zucker? Diabetes? Bluttest!" (weil ich die Projektion an der Beamerwand nur undeutlich sehe)
Danach laufe ich durch Berlin im Alexandria, Weihnachtsmarkt, Saturn ... und ich nichts zu spüren, nichts vor. Sehe im Prenzlauer Berg die schönen Häuser und Straßen, denke kurz darüber nach, wie das wohl zu fotografieren sei und weiss im selben Moment, dass meine Ideen von solchen Dingen hanebüchen sind. Ich muss hinzufügen, dass ich mich für meine erste Gay-Massage einen Tag zuvor (Sonntag per SMS) entschieden hatte. Hamburg hat ja nicht geklappt, weil ich zu ängstlich war und die Kommunikation steckenblieb. Das Berliner Angebot hingegen war freundlich, irgendwie friedlich und viel angstfreier. Also hatte ich zugesagt. Bevor ich dazu komme, kurz das hier:
Der Gedanke an dieses "erste Mal" war natürlich schon Bestandteil meiner Gedanken. Und eigentlich dachte ich wie so oft an einen schönen "runden" Tag. Für mich. Aber ich krieg' das immer wieder nicht hin. Nun gut, ich war müde, panne. Abr das ändert glaubich nichts. Auch hellwach würde ich nichts anfangen können mit meinen Ideen, meinen Theorien. Sind die so schwierig angelegt? Schwer zu erklären. Also zum Thema:
Ich bin also 1,5 Stunden sehr sachte durch Berlin gefahren. Ich hatte ja Zeit: das Seminar war 14:15 zu Ende und die Massage war auf 16:00 Uhr angesetzt. Auch Wieland wollte ich danach noch treffen, aber er war erst 18:30 zuhause. Und das war mir zu spät. Also schlenderte ich mit meinem schönen Bus durch Berlin ohne Idee, außer pünktlich zur Massage zu kommen. Ich fand schliesslich die Winsstraße 67, verbrachte noch einige (bisschen aufgeregte) Zeit in deren Umgebungssstraßen, kaufte Brötchen (was?) äääh, Schrippen bei einem Bäcker und landete schliesslich bei Guido.
Oh, jetzt muss ich das beschreiben, ja? Ich versuche es: Schönes Ambiente. Guido bot mir Tee und Gespräch an, locker, unkompliziert. War auch insofern leicht, als dass auch er früher als Tänzer mit dem Bühnenverein zu tun hatte. Wir beide Theater. Bisschen Zeit. Bisschen Ruhe. Dann: "Komm mit". Kleiner Raum. Beheizte Massageliege. Leichte Musik. Mir mir Zeit gegeben, mich auszuziehen, mich nackt auf die Liege zu legen. Gemacht. Liege da und gucke mir den Aufkleber der Hydraulik an. Nanu. Das Licht wird kleiner, die Schiebetür geht auf und Guido fängt an. Mit heissem Öl auf dem Rücken. Über meine ganze Länge. Ja. Das ist schön. Meine Füße sind kalt und erholen sich blöderweise die ganze Stunde nicht davon. (Das ist wirklich doof: eine Massage, egal welcher Art, sollte warme Füße haben. Merke ich mir fürs nächste Mal.)
Diese Massage ist anders: Er massiert nicht wirklich professionell. Das merke ich bald. Aus den Erfahrungen bei Alex. Oder anderswo. Aber es heisst ja auch "sinnliche Massage". Und zu so einer entwickelt sich es auch. Er geht mit seinen Händen von oben bis unten. Greift meine Ohren. Mehrmals über meine Hände. Fährt mir über den Hintern. Bis hin zu meinem untersten Punkt. Meinem Damm. Also den zwischen Poloch (doofes Wort) und Hodensack. Verweilt dort. Angenehm. Entdeckt irgendwann bei der Massage meiner Hüften, wo links mein Schwanz liegt. Und stimuliert die Spitze meiner Eichel ganz vorsichtig. Und lässt wieder davon ab mit leichten Massagebewegungen, von denen ich mir ein bisschen mehr Griff erhofft hatte. Und immer wieder die Fahrt durch meinen Hintern, die sehr stimulierend ist.
Dann ist es soweit: "dreh dich um". Und dann liege ich auf dem Rücken. Mein Schwanz ist bereits erregt. Keine Worte. Ist so. Dann kommen die Bewegungen von oben über die Brust. Wieder über meinen ganzen Körper. Neu. Gut. An meinem Geschlecht hält er öfter inne. Die ganze Massage ist von Anfang an von heissem Öl begleitet. So auch jetzt. Auf Bauch und Beinen. (Doof: meine Füße werden immer kälter und entziehen sich den Ereignissen).
Ich hab die ganze Zeit die Augen zu. Das ist gut, denn ich will ich nicht wissen, was er da tut, ich will es nur spüren. Es fühlt sich an, als ob er mir einen bläst. Wahrscheinlich nicht. Es sind nur Öl und warme Hände. Und es fühlt sich phantastisch an. Irgendwo im Nirgendwo. Ich zucke ab und wann. Er treibt mich hoch und lässt mich fallen. Mehrere Male. Bis es deutlich wird: Ich "komme". Das passiert aber fast nebenbei. Und ist Teil des Ganzen (uiuiui). Die Massage ist damit nicht zu Ende. Es kommen warme Handtücher. Die mir den Oberkörper sauber machen. "Dreh dich um", sagt er noch einmal und es kommen sanfte Hände, Massagen und weitere warme Wickel (sagt man das so?) - jedenfalls warme Handtücher, die mich abreiben.
Ich hätte gern wärmere Füße gehabt. Ja. Aber ich habe wohl mit dieser Winsstraße 67 eine neue, schöne Idee gefunden, mit der ich neben all meinen Phantasien und all diesen Wichs-Porno-Attitüden und unerfüllbaren Szenarien immerhin ein klein bisschen Echtheit erfahre.
Kinder
Nach kurzer, schwerer ... Nacht in sehr anzüglichen Posen mehrfach erwacht und seitdem etwas sexuell fixiert sowie unausgeschlafen bzw. unentspannt. Trotz guten Schwimmens und Sauna gestern abend. Gerade in solchen Phasen fühlt sich alles etwas labil an. Und dann fiel mir was auf: Hätte/n ich/wir Kinder, würde ich denen (...) vorlesen, mit denen alle Zeit der Welt in Wald, am Meer, in Gedanken, mit Erfinden und Entdecken, mit Lernen und Singen (...) verbringen. Glaube ich jedenfalls. Wer weiß, wie die Form von Gewöhnung in so einer Konstellation aussähe. Ich glaube aber auch, dass dann weit weniger Raum für das Stellen existenzieller Fragen über mich bzw. mein Leben da wäre. Derlei Fragen würden sich, vorausgesetzt, es lägen keine Depression oder ähnlich geartete Krankheiten vor, garnicht stellen.
Oder wie ?
Als wir träumten
Heute Schauspielhaus. Gestriges Bremsmanöver in Form zweier ganzer Flaschen Wein mit "ja nur 10% VOL" machte mir Angst. Die verflog aber zum Glück. Und dann das Stück "Als wir träumten" mit Tobi angesehen. Wie er es ausdrückte: 5 Sterne! Sehr gut. Ich stimme ihm voll zu. Mir ging es wahrscheinlich ein bisschen weniger um die Story, die ich ja halbwegs noch aus dem Buch kannte, als um die Schauspieler und die Bühne. Das waren intensives Spiel, sehr gute Charaktere und am Ende hatte ich einen Kloß im Hals, den ich mir schwer erklären konnte. Sowas ist schon öfter passiert. Ich hatte fast Schwierigkeiten, mich deswegen zurückzuhalten und fragte mich im selben Moment, warum ich das zurückhalte. Weil meine Situation konfus ist? Weil ich es nicht erklären kann? Ich kann es wirklich nicht. Es lag vielleicht an der Intensität der jungen Schauspieler, die, gepaart mit der Story, soviel Leben ausstrahlten. Leben, das dennoch irgendwie vergeblich scheint. Weil es offensichtlich nur Verlust, Enttäuschungen und wenig Aussichten gab. Dennoch zählte der Moment. Und genau der war intensiv. Intensiv er-/ und gelebt. Ich nähere mich langsam an, es hängt wohl damit zusammen.
Die Heimfahrt endete im Bluenote mit Micha, Stef und Ali und recht schnellen 4 kleinen Bieren. Dort wurde ich vom Schauspielstück schnell wieder geerdet, weil es dort vor meiner Ankunft um eine offensichtlich provokante Diskussion über die Flüchtlingsfrage ging. Und wir kenne ja Stef mit seiner Erklärbär-Attitüde. Dennoch gibt es einen Plan, Ali zum nächsten OB wählen zu lassen. Ich dachte erst an Quatsch, aber Stef meint es wohl ernst. Und er möchte mich als Pressedings dabei haben. Bierstammtischmentalität, aber interessant. Nach Hause gefahren und es gibt wieder Wein. Ich ahne erneut sehr Olles. Und ich als erprobter Alkoholiker hab mir vorsichtshalber den Tag morgen im PT relativ freigeräumt. Mit einer Lüge vom Serverumzug und solch hochkomplexen Sachen, die allesamt gelogen sind.
Dann noch was am Rande in Anbetracht meines bevorstehenden "freien" Wochenendes. Tobi erklärte mir, wie es in den nächsten Wochen mit seinen Diensten so aussieht und dass ich sehr sehr oft bei ihm sein werde. Auf mein belustigtes Stöhnen meinte er, dass ich ja nicht immer da sein müsse. Aber was genau passiert hier? Ich freue mich mal wieder auf meine Einsamkeit? So wie damals, als Mandy sagte, die hätte ein Seminar und wird wohl an diesem Wochenende nicht zu mir kommen.
Der Hintergrund ist vermutlich der: Ich hab weiterhin keine Ideen für mich, für uns an unseren gemeinsamen Tagen. Außer bisschen was über den Tag machen wie Training und Kleinzeug, aber nichts, was mir aufgrund einer Leidenschaft oder einfach nur schönen Idee einfällt. Was ich also unbedingt machen möchte. Mache ich ja zuhause ja auch nicht, aber da fällt es leichter, niemanden dafür verantwortlich machen zu müssen. Abends trinke ich dann an solchen gemeinsamen Tagen mit Tobi genügend Wein, um dem nächsten Tag keine weiteren Chancen einräumen zu müssen / können. Auch das ist sehr bedenklich.
Dabei war unser Besuch im Schauspielhaus heute ein wunderbarer, wenn auch von mir inititalisierter Anfang einer Reihe von möglichen guten Ideen.
Beschreibung eines ollen Abends
Nach Hause gekommen, Nudeln gegessen, pünktlich wie immer zu den Simpsons, den Rest der Massen an Schokoloadenlebkuchen vertilgt, während der 2. Simpons eingeschlafen bis tief in die 3sat Kulturzeit, hier einen Beitrag über meinen blöden Zustand verfasst und danach Webseiten und Filme über Fotosachen angesehen. Porty-Blitze. Beauty-Dish. Dazu Landwein aus'm Naturata Bioladen. Und 3sat mit dem Film "Kriegerin" nebenbei. Während all dessen gemerkt, dass ich bereits wieder Unsinn mit Wein und Recherchen über Dinge betreibe, die offensichtlich nicht relevant für mich sind: Ein hilfloser Versuch, mich mit der Fotographie als mögliche Leidenschaft zu solidarisieren, indem ich mich erkundige über Blitze und derlei Technik. Wofür? Ich hab schon so viel Technik hier und mache damit ja doch nichts damit. Was Neues dazuzukaufen macht es doch nicht besser. Und WAS will ich denn eigentlich fotografieren? Nur ein Hauch von Idee. Eine Vorstellung.
Nebenbei guck' ich wie immer Facebook und sehe Bilder und Beiträge von Leuten, die ich kenne. Oder halbwegs kenne. Und ich denke: "Mann, da läuft heute Abend im Nachdenker handmade-Musik mit Menschen, die ich kenne: da hätte ich doch mitmachen können. Dabei sein. Da sind doch Leute, die mich kennen und mit denen ich kann ..." Oder all die anderen Beiträge, von denen ich beim Lesen so oft denke: "Da passiert was; die machen was; die leben ...". Und sitze vor einem Bildschirm, der mir das (wahrscheinliche) Leben in Pixeln darstellt, während ich entfernt von alldem allein zuhause scheiss viel Alkohol trinke.
Was ich schreiben wollte: Ich bin schon wieder besoffen; weiß, dass ich morgen deshalb wohl wieder nicht zum Training gehen kann und irgendwie versuchen werde, den Freitag als krank oder Ausflucht freizukriegen. In der Hoffnung, dass er mit was nützt.
I am lost. Und selber schuld? Fakt ist, die enorme Affinität zum Alkohol kann sich ja nur aus irgendwelchen Gründen über die ganze Zeit, die vielen Jahre, entwickelt haben. Freiwillig macht man sich doch nicht so kaputt, oder? Es scheint wie eine Flucht aus meinem Sein oder weil ich über mein Mittelmaß, was mich immer noch so beschäftigt, nicht hinauskomme.
Good God, we gonna rock down to Electric Avenue ...
kein schöner Zeit
Montags traurig, Schwimmen, Sauna, Allards. Besser. Dienstag kommts gegen Feierabend zur beinahe spürbaren Depression. Ich glaube, das kam direkt nach dem kleinen Mailverkehr mit Katrin Gellrich betreffs der puppe26 und meinem / ihrem Menschenbild. Weiss garnicht mehr wo und wie genau es danach kam, aber es kam hager, scheusslich, tief und grätzend. Genau der gleiche Auslöser heute- nur andersrum mit beinahe großer Freude, als Georgi von der Agentur meinte, was für ein herrlicher und pfiffiger Text das sei. Nanu. Da wirft mich also ein Text von einem Extrem ins andere?
Gestern viel BlueNote. Mit Burkhardt ebenso viel erzählt. Bier, ein Wodka, später zuhause einen Fernet Stock. Warum mach' ich sowas? Weil ich nichts anderes mehr weiss? Ich soll mich mit Jana treffen, sagt Dorschi. Weil eine finanzielle Ungerechtigkeit aufkäme in Bezug aufs Weihnachtssingen. Tja- aber die beiden sind doch nicht meine Auftraggeber. Das ist Bumbke. Und von dem will ich 450 statt 300. Aber eigentlich ist es doch Dorschi, der mittendrin hängt und die Planung zwar macht, aber ohne Handhabe dasteht, wenn er wie schon einmal wegen zu wenig Einnahmen kein Geld von Bumbke bekommt. Jana sagte, er braucht das Geld. Aber um diesen Preis? Warum muss das so kompliziert sein? Freundschaft & Geld - ein heikles Unterfangen. Und warum muss ich jetzt mit Jana reden? Auch weil ich für den Film letztes Jahr Geld bekommen habe und "Jana da ja auch mitgespielt und Aufwand gehabt habe"? Das hat Tobi auch.
Jetzt bin ich vor Eifer fast davon abgekommen, aufzuschreiben, was mich so bewegt. Nämlich NICHTS. Klingt lustig, ist es aber nicht. Das ist alles so ambivalent. Manisch-depressiv in kleiner Form oder was? Es gibt Momente, da spüre ich jetzt also auch körperlich diese endlose Leere und kurz darauf scheint wieder alles etwas besser und optimistischer auszusehen. Aber es passiert natürlich trotzdem nichts. Ich mache einfach nichts mehr. Es liegt alles rum. Und wenn dann aber doch einmal, dann wird es eine halbe Sache. Unbefriedigend und keinen Plan. Versuche sind oft belastend. Menschen um mich herum auch. Die aber genau brauche ich. Für eine Wanderung durch die Wälder, für gemeinsame Musik, für Theater, für Eis & Unsinn, für alles, was das Leben so erfreulich machen kann.
Fühlt sich so an, als wäre es das Beste, alles zu verkaufen, den Job zu kündigen, mich in einem anderen Universum (mit Hilfe von anderen) selbst wiederzufinden und endlich herauszufinden, was ich hier soll. Und dann vielleicht sogar will. Ich bin dermaßen unprofessionell. In alle Bereichen. Und selbst "anderes Universum" zeugt bereits von unklarer Haltung. Irgendwas soll irgendwie und möglichst irgendwann passieren. Amateurhaftes Leben. Geh' doch lieber mal ... nach Düsseldorf. Oder Peru.
Ich schaff's nicht, oder?
Wie so oft hab ich insbesondere rückblickend dermaßen oft dieses zermürbende Gefühl, dass ich es nicht schaffen werde, mein Leben zu hinzukriegen, dass ich froh drüber bin, was war, was ist und was ich mir Schönes für die Zukunft ausmale. Mir gehts heute nichtmal schlecht oder so- es ist alles im grünen Bereich. Von daher kommt dieser Beitrag nicht aus einer dunklen Höhle. Vielleicht ist meine Einschätzung der Dinge ja enorm vom momentanen und damit temporären (?) Zustand abhängig und kann im nächsten Augenblick umschlagen. Aber ich hab das Gefühl , dass hier ein Zustand enorm überwiegt. Das strengt sehr an und die Aussichten schleppen sich immer hin zu einem Wochenende, das es auch nur nicht besser schafft. Weil ich nicht von selbst hochkomme. Und was soll das? Immerzu Hinarbeiten auf irgendeinen (Zeit-)Punkt, währenddessen die ganze Lebenszeit dazwischen einfach so und unbefreut vergeht? Das ist Mist. Am Sonntag auf die die Frage von Tobias' Mutter, ob bei mir soweit alles okay ist, sprach ich schon wieder von Berufs- und Ideenwechsel. Aber ich hab ja keine Ideen. Besser wäre es, ein bisschen weniger Gedanken zu haben oder dümmer zu sein, damit diese konjunktiven halbfertigen Ansätze höheren Gedankengutes mich nicht immerzu wurmen. Alles so lassen zu können, wie es ist; sich über genügend Geld zu freuen und einfach all-inklusive Urlaub im Sommer machen.
Besonders heftig wird im Zusammenhang mit meinen bereits 45 Jahren. Schon damals hab ich immer gerechnet, was die Hälfte oder das Doppelte sind, wie alt ich im Vergleich zu anderen bin .... wieviel Zeit mir noch bliebe. Aber wofür? Da ich solche Milchmädchenrechnungen noch immer ab und an betreibe, fallen die Ergebnisse immer negativer für mich aus. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes und der Vergleich nicht mehr der Jüngste. Und immer noch so unzufrieden.
Heute habe ich für die puppe26 einen Text über Katrin geschrieben. Darin zitiert sie selbst: "Eines meiner Mankos ist: Ich kann nicht stillsitzen. Will immer produktiv sein. Motivation kommt also ohne Zutun. Für Zusatzantrieb sorgt der elende Perfektionismus. Der Drang, es allen Recht zu machen und, viel wichtiger: mich mit allen gut zu verstehen.". Tja, dieser Drang in Richtung everybody's Darling. Tatsächlich elend. Fast vermute ich bei mir selbst, dass dieser Drang so ein ganz kleines bisschen nachlässt. Richtung Resignation vielleicht. Dabei wäre es sicher sehr gut für mich, mich mit guten Leuten zu umgeben, neue Inspirationen zu erhalten, andere An- und Einsichten und vor allem: Neue oder überhaupt schöne Dinge erleben. Das geht alleine nicht. Wenn ich aber Angst vor Menschen habe und nur oberflächlich freundlich bleibe? Neee, das kann nicht stimmen. Wohl aber die deutliche Vereinsamung. Bestes Beispiel sowas wie café monaco. Da stehe ich, kenne nur wenige und hantiere umständlich am Handy, ohne tatsächlich was davon zu wollen. Es sind Ausfluchtsbewegungen. Ich fühle mich unwohl. Meist gibt sich das wieder; aber auch nur so lange, bis ich dann aber weg "muss", weil ich wieder nicht mehr will. Komplizierter Bruch in meiner sozialen Intelligenz.
Und wenn ich sowas geballt in mir spüre, kommt eines zum anderen und dann glaube ich: Ich schaff's nicht, oder? Robin Williams war sogar richtig gut, in dem, was er machte. Aber ein schönes Leben blieb ihm offensichtlich doch verwehrt. Nun bloß keine Vergleiche. Ich hinke auch so.
k(l)eine Kurskorrektur
Ein bisschen besser schlafen hätte ich können. Soviele Träume. Ich nutze aber dennoch schnell meine Stimmung aus und bemerke einen motivierten Tag mit einem normalen, und damit schönen Ende. und plötzlich packe ich die Blitze ein, weil ich vielleicht ja heute Abend mal was ausprobieren ... So schnell geht das manchmal. Ein wesentlicher Punkt ist ganz sicher der fehlende Alkohol vom Vortag. Das war- wie hinreichend bekannt- die Grundlage, um überhaupt eine Chance auf etwas Gutes zu haben.
Heute beginne auch auch wieder das (vorsichtige) Schwimmen und die Sauna. Und weil sowas hier schreiben, Spaß macht, hoffe ich auf weitere solche Tage, mit denen ich trotz etwas viel Arbeitsaufkommen, klar komme.
Familie
(Nachtrag zum depressverrückt)
Oft denke ich bei meinen vielfältigen Reisen durch meine möglichen Welt an meine Familie. Es scheint, als wären dort alle auf ihre Art geerdet und leben ihr Leben so wie es ist. Ohne viele Fragen. 'Ist eben so.' Während ich vielleicht so ein buntkariertes Küken war / bin, das immer ein bisschen anders als die anderen Familienmitglieder war. (Ui, ich rede schon von "war") Immerhin der einzig Homosexuelle, der mit seiner Entwicklung zum Coming-out exzessiv viel Zeit verbracht hat.
Kann mich ja allerdings auch sehr täuschen darin und ich sehe mich als irgendwie was Besonderes, was ich nicht bin. Okay, ich hab eine Affinität zur Kunst, zur Bühne- aber das auch nur in Anflügen ohne wirkliche Auslebung. So wie ich an die Premiere "Das blaue Licht" gestern denke, wie sich Leo und Florian und alle Beteiligten fühlen müssen, sowas (wenn auch mit großer ideeller und materieller Unterstützung durch das Puppentheater) auf die Beine gestellt zu haben. Erfolg. Applaus. Glück.
Womöglich wurde ich als Kind vollgepackt mit Basisgedanken / -gefühlen fürs Herausfinden und Richtungeinschlagen. Doch es blieb zeither immer nur eine oberflächliche Bedienung dieser Möglichkeiten. Vielleicht muss ich mal die Familie befragen, ob sie sich ihr jeweiliges Leben (auch) anders vorgestellt haben. Naja.
depressverrückt
Wo ich gerade Robin Williams in GARP sehe, geht es mir erneut auf: Ich sehe für einen Moment etwas und denke darüber nach, warum ich es nicht so leben und machen kann, wie der flüchtige Moment mir offensichtlich etwas vermachen will. Garp wollte nach New York, um Schriftsteller zu werden. Schöne Idee: Etwas mit purer Absicht und Willen zu tun tun. "Jeder wird sterben, auch du", sagte seine Mutter zu ihm. und weiter: "Aber bis dahin dahin muss man das Leben leben. Und das kann ein richtiges Abenteuer sein." So eine Stimmung hängt immer vom Augenblick ab.
Davor hab ich an die Fotosessions gedacht. Mit Blitzen in die dunklen Gemäuer und stimmungsvolle Bilder machen. Und dann weiter mit Katrin und Corina ... Wir kennen die Litanei meiner Resultate.
Robin Williams war klinisch depressiv und von Angstzuständen geplagt. Wessenthalben er sich das Leben nahm. Meine Gedanken und Gefühle mögen anders bezeichnet werden, aber ich bin so elendig mittelmäßig planlos. Und wenn ich etwas mit Macht zu versuchen beginne, wird auch nichts draus oder es bleibt bei dem Versuch. Und die Summe solcher meiner langweiligen ereignislosen Phasen erdrückt mich. Der Versuch einer Alkoholabstinenz (oh, schon wieder Williams) hält nicht lange. Siehe die Einträge vorher.
Daher rühren sicherlich auch meine häufigen aufbegehrenden Phasen des totalen Umbruchs. Neuordnung. Nach New York viellicht. Naja. Stattdessen mache ich andere (auch Tobi) gern für mein Dilemma verantwortlich. Das ist ungerecht. Wenn genau jetzt in diesem Moment jemand an der Tür stehen würde und sagt "los, pack ein par Sachen, es geht los.". Was würde ich tun? Weil ich weiss, dass es wohl nicht so sein wird, ist jegliche Überlegung einer Antwort mal wieder nicht wichtig.
Die Zeit wurde umgestellt, ich sitze derweil noch am selben Platz und nutze sie nicht. Egal wo sie steht.
Kommunikationen
Mit der Idee, mich mit "alten" Freunden oder Bekannten zu treffen, komme ich auch nicht weiter, weil ich in solchen Momenten Zeugnis von mir geben müsste. Und das sieht nicht gut aus. Deshalb lasse ich es lieber. Weil es wahrscheinlich meinem alten Ego vom allwärts frohlustigen Jesko nicht gerecht werden könnte. Obwohl ich der Meinung war, meinem Schauspiel bereits entsagt zu haben. Fühlt sich aber doof an. Das betrifft zum Beispiel Anke Grünbeck oder solche mich begleitet habenden Leute, die ich schon immer mal wieder sehen und besuchen wollte. Die Idee ist natürlich prima, aber das wahrscheinliche Resultat meiner Resignation eher unschön. Siehe Ego.
Das macht natürlich auch meine allgemeine Auffassung, mich unter Leute zu begeben, um mehr zu erleben, mehr neue, andere Sichtweisen zu bekommen, erheblich schwerer.
Wir sind wieder beim Wein. Und trotz langem Zögern bis halb 12 bin ich wieder sehr schnell beim Zugreifen.
nebenbei ...
... ich bin mal wieder sackvoll. Fast die ganze Woche hindurch. Nach einer Flasche Rotwein suche ich gierig nach weiteren Alternativen in meiner Wohnung. Und finde: "Alte Pomeranze"-Kräuter-Schnaps. Und trinke ihn. Geburtstagsgeschenk vom Körnertobias. Das geht schon sehr in Richtung verstärkten Alkoholismus. Uncool. Idee weiterhin: bis Weihnachten alkoholfrei. Super. Aber wiewas machen ausser nur aufhören? Planlos und dumb.
Absinth
Bei Wein-Micha mit Homonkulus & Stepanski und bekannten Leuten 3 Gläser Weißwein, zuhause kurz danach eine Flasche wahrscheinlich guten Weißweines und danach kein Ende gefunden. Absinth mit Wasser - die letzte Instanz einiger meiner Abende, bei denen ich es erneut nicht schaffe, alkoholfrei oder wenigstens vernünftig zu bleiben. Womit wir beim Thema sind: Es ist gut und sogar phantastisch, alkoholfrei in den nächsten Tag zu starten. Meine mir vorgenommene Vorgabe, genau sowas über die Woche zu tun, hat irgendwie nichtmal 2 Wochen überdauert. Und wie ich das so hier so schreibe, bin ich wiedermal ordentlich durch. Mit dem fast leeren Reserve-Absinth, mit dem sich immerhin Hemmingway (okay, der hat sich dann irgendwann auch durch eine Gewehrkugel beendet), Allan Poe, Rimbaud (kennichnich) und Oscar Wilde inspiriert haben sollen.
Es sind immerzu zuviele Gedanken über irgendwelche (Un)-Sinne der Dinge, die mich umgeben, die aber nicht zusammenfassbar und erklärbar sind. Zumindest nicht für mich. FAKT ist: ich hänge lose in den Netzen und komme nicht frei (siehe Jeskom / Fische im Netz). Ich bin sogar selbst im Versuch, was Richtiges oder für mich Schönes / Gutes anzufangen oder anzufangen zu denken, ziemlich Panne.
Irgendwann vor ein paar Jahren hab ich mal im Bluenote gedacht, daß der viele Alkohol und mein schlechtes Gehör irgendwann zu einer Melange werden, die mich abdriften lässt. Ohne es hier weiter zu erklären zu wollen: JA- es ist so. Ich fühle mich sehr leer. Auch wenn ich gerade meine zukünftige Fotowand baue: das ist nur ein Versuch, da raus- und nach vorne zu kommen. Etwas zu tun. Es wird gut aussehen und ich werde mich gut fühlen, etwas mit möglicher Aussicht getan zu haben. Aber viel wird vor dieser Fotowand nicht passieren. Es sei denn, ich habe tatsächlich vorausgedacht, wenn ich mit Katrin & Corina meinen geplanten Fotoworkshop durchziehen sollte. Um etwas gemeinsam zu tun und vielleicht neu zu entdecken.
Alle meine Bekannten fragen mich nach meiner Musik. Und was ich so mache. Was Neues? Eine Lesung? Ein Konzert? Album? Ich kann nichts entgegnen. Ich mache nichts. Meine Arbeit im Puppentheater hingegen klappt offensichtlich prima. Immerhin. Die ganzen Eskapaden und meine Intentionen, vom PT so schnell wie möglich (wenn auch ohne Aussicht) wegzukommen, haben sich irgendwie abgeflacht und offensichtlich erledigt. Bin ich einer von "denen"? Weil ich jetzt besser bezahlt werde und auch in der Leitungsebene einbezogen bin und mich Frank Bernhardt oder Kempchen oder sonstwer als einen den ihren betrachten?
Ich fühle mich doof. Und bin schwer betrunken. Jetzt. Immerhin hab ich mittlerweile im Puppentheater den Status, mich für den nächsten Tag aus irgendeinem Grund verabschieden zu können. Okay. Ich komm' hier nicht weiter. Morgen werde ich im PT spät ankommen und früh gehen und mich am Abend mit Jana treffen, um zu sehen, was das mit dem Weihnachtssingen 2015 werden soll. Ein meines Erachten totes Kind. Aber was solls: Es ist ganz gut, wenn wenigstens irgendwas passiert, bei dem ich noch spüre, dass ich noch lebe. (au weia)
Und über Tobias und mich hab' ich hier noch nichtmal was geschrieben. Ein anderes Blatt. Aber es gehört alles zusammen.
Der Absinth ist alle.
Checksumme
Wegen
zu vieler und zu flüchtiger unkommentierter Informationen
zu starkschneller Gefühlsschwankungen zwischen Himmelhoch und Hölleher
der allgemeinen Unerklärbarkeit meines Universums
bleibt dieser Beitrag heute geschlossen. Das ist sinnfrei, ich weiß, aber ich spüre massive Anflüge vom Wahnsinn, weil ich nicht konzentriert sammeln kann, was gut für mich ist. Die Litanei meiner Antriebslosigkeit tendiert sogar zu der Grundsatzmeinung, dass es nicht mehr viel gäbe, was meinem offensichtlich beschränktem Universum gereichen könnte. Alles andere war schon da.
Ich baue mir eine Fotowand im Wohnzimmer um vielleicht oder auch nicht irgendwas zu fotografieren und will bald mal den Keller aufräumen. DAS sind meine Ziele. Wunderbar. Und das ist mehr als in den letzten Monaten. KopfHerzPlürre.
zu doof
Schade schade, ich bin offensichtlich für viele dieser Dinge, die in meinem Kopf überregional umherschwimmen und das Iniversum mitsamt meiner Auffassung von gutem Leben klar machen wollen: zu doof. Mein Verstand reicht nicht an die zu ordnenden / begreifenden Mengen heran.
resettet und entgiftet
25 Jahre Oberkossa war nicht das Richtige für Tobi. Ich hatte es bereits geahnt und ging davon aus, dass er nicht mitkäme. Wollte er dann aber doch. "Besser als allein hier rumzusitzen". Hatte sich aber anders herausgestellt. Auf abseits gelegenen Bierbänken Kreuzworträtsel machen war für ihn bestimmt mehr langweilig als zuhause. Nunja, war eine Erfahrung und machen wir so nicht. Auch eine Erfahrung, dass Tobi sich nicht mit jedem kommunikativ befassen oder neue Leute kennenlernen kann / will.
Wie dem auch sei (eine der blödesten Formulierungen), jetzt haben wir es den 3. Tag der Pupperei und es war so: Seit Sonntag keinen Alkohol mehr. Zum Montag trotz Ermüdung sehr schlecht geschlafen; Montag zum Dienstag mit Rückenschmerzen auch nicht besonders gut. Dienstag Kiesertraining und kurz nach 10 ins Bett mit der "Berlinreise" (liest sich wunderbar aus Sicht eines 12jährigen, 1964 geborenen Jungen), um 11 weggetreten und wohlig irgendwann nach 6 aufgewacht mit beiden Händen mich selbst liebevoll umwoben. Säuselig. Jetzt also bin ich quasi entgiftet und angekommen in der Jetzt-Zeit. Es geht mir gut. Bin seit halb 8 im Puppenhaus und habe einen schönen Geradeaus-Blick trotz dunkelhaftestem Wetter draußen. Fahre sogar seit gestern mit Fahrrad.
Alles in allem ist das die "allereinzigste" Basis für alles, was ich erreichen, ändern oder wenigstens machen will.
Alles alles alles also ein schönes Gefühl.
Urlaubsschluss
So. Den ganzen Urlaub durchgesoffen. Die Gründe dafür sind wahrscheinlich vielfältig und immerwährend die selben. Nachbetrachtung oder Gesamteinschätzung kann ich im Moment nicht abgeben, da bin ich nicht got real enough. Immerhin: wir waren gut unterwegs, haben Städte kennengelernt und tatsächlich vollwertiges Sommerwetter genossen. Auch an der Adria faul die Sonne genossen. An der Adria hätte ich ein bisschen länger weilen können; als sich aus der anfänglichen Langeweile der Urlaubsmodus generieren wollte, war er schon vorbei. Meint: Schlafen bis in die Puppen, Spätstücken und nichts ausser Lesen, Baden, Rumliegen. Nach Rückkehr hier nun seit drei Tagen verstärktes Trinken. Warum? Die übliche traurige Gewissheit, dass es vorbei ist und ich mir in solche Momenten immer wieder vorstelle, wie gut es wäre, wenn ich selbstbestimmt selbst entscheiden könnte, was ich wann und wie mache. So wie grösstenteils mein ganzes bisheriges Leben. Das und die Vorstellung aber sind halbseiden. Projekt 1409 (Start Puppentheater und eine vage Idee von Abstinenz) ist jetzt sehr nahe und ich freue mich nicht drauf. Sollte es doch aber. Fünf Wochen frei gehabt. Muss ich mal in die Vorjahreseinträge gucken; ich vermute dort ähnliche Gedanken. Spätestens Dienstag / Mittwoch wird es wohl wieder okay sein, aber der Bruch ist oll. Ich wünschte mir mehr Enthusiasmus. Aber wie geschrieben: Den ganzen Urlaub durchgesoffen. Davor auch nicht gerade gut mit mir umgegangen. Daher jetzt die rührige und immer wiederkehrende Erkenntnis, dass es nur ohne Alkohol etwas werden kann. Es wird sonst immer anstrengender, mut- und willenloser ... beliebig und aufwändig. Und ich dabei immer älter.
Nunja, morgen ist 25 Jahre Oberkossa Party und dann kommt der harte Entzug. Und Training. Fitness. Ich hoffe, dass ich dann auch gewillt bin, das durchzuziehen. Vielleicht so: ausser Wochenende und Montagsbier nach der Sauna keinen Alkohol. Das ist vielleicht nicht so hart, kann aber auch dazu führen, an genannten Tagen alles nachholen zu wollen. Es geht hier immerhin nicht um Wochenenden oder Urlaub oder Arbeit - es geht in Sachen Wohlfühlen um mein Leben, egal zu welchen Zeiten.
Schaumermal.
unlauteres Urlaubsende
2 Wochen 2 Tage Zusammenurlaub. Prag prima, Bratislava brüsk, Budapest bildhaft, Kroatien. 12einhalb Stunden von Camp Stine in Starigrad Paklenica bis nach Haus. Halb12 am schnellvielen Weinglas. Und jetzt sitze ich auf grüner Couch und schreibe wie immer über solche Zustände, wie sie wie immer oder zumindest sehr oft nach einem Urlaubsende bestehen: ich will noch nicht aufhören. Weiss aber nicht, warum. Wir haben zuviel gesoffen. Sind fetter geworden. Projekt 14null9 soll Besserung bringen, aber ich muss wohl wirklich zum Entzug oder eine definitive Beschäftigung für die Abende haben, damit die Weinmengen sich nicht nur reduzieren, sondern am liebsten ganz genullt werden. Aber ich habe jetzt schon, 5 Tage vorher, Zweifel. Wir haben abends im Zelt vorm Bus gesessen und immer viel getrunken. Aber nicht viel geredet. Ehe aber die Langeweile sich in eine urlaubssachgemäße, lange gemächliche Zeit mit Lesen, Nichtstun, Schwimmen oder Rumliegen umwandeln konnte, war sie vorbei. Ich kann wohl nicht richtig nicht urlauben. Weder allein, noch zu zweit oder mehrt.
Mir gehen die Haare aus. Sehe ich auf Fotos. Ich finde weiterhin keinen antreibenden Zündstoff. Arbeit geht wieder los. Ja. Naja. Soll sie. Keinen Plan, kein Kribbeln auf die Zukunft. Und immer, wenn ich so wie heute noch Rotweindampf nachvernölen muss, verstärkt sich das so wunderbar und führt gerne zu solchen Gedanken, die das Leben nutzlos erscheinen lassen. Rückschauen machen es nicht besser, Vorschauen sind wie hier beschrieben. Die Gegenwart weiss, dass das wieder besser wird, aber insgesamt bilde ich mir vermehrte Häufigkeiten schlechten Gedankengutes ein.
Ich melde mich nochmal, muss erstmal einen handschriftlichen Beitrag vom 28.08. hier reinverfrachten.
28.08.2015
(aus dem schwarzen Logbuch)
Irgendwas ist diffus, zusammengetragen ausm Kopf, der lange in der Wärme spazieren ging.
Wir laufen durch Prag, Bratislava, Budapest und manchmal gehts mir rundum gut dabei. Vor allem der erste Tag in Budapest. Groß, weitläufig, schön. Komme so sachte in den Urlaubsmodus. Immer wieder mittendrin stelle ich fest: "Ich bin kein Tourist." Lieber "dabei" sein. Drin sein. Aber wie soll das gehen?
Fakt ist: Ich denke zuviel. Alles was ich sehe, werte ich je nach Stimmungslage aus. Ich registriere so dermaßen viel und bau mir sofort eine kleine Handlung dazu. Das nervt. Hat auch mit mir in dieser Handlung zu tun. Ich passe immer noch sehr auf, wie ich in dieser Handlung vor- oder daraus wegkomme.
Das lässt wenig Platz für einfache, klare und objektive Einschätzung und macht mich verrückt. Nicht zuletzt, weil all diese erdachten Handlungen nichts bewirken.
Eine These: Wenn ich meine eigene Haltung diesen Handlungen immer wieder anpasse, kann ich ja nicht selbst wissen, was meine eigene Handlung wäre. Wohlfühlhandlung. Egal ob Tourist oder allein (siehe Hamburg, Foto) oder sonstwo; meine Theorien wollen meinen Kopf sprengen, es entstehen nur vage, unscharfe Bilder ohne Ergebnis oder Aussicht. Das muss runtergfahren und bekämpft werden. Mit Alkohol! Gras geht nicht, weil ich dann die Kontrolle über all meine Haltungen und Handlungen verliere.
Alkohol macht noch hilfloser und nächsten Tags alles noch viel aufwändiger. Diffusel. Auch das hier aufzuschreiben strengt ganz schön an.Eine Depresse jagt die andere, doch ich würde viel lieber mal einen Weg langlaufen und mir nichts dabei denken, als nur zu empfinden, dass es womöglich gerade total fetzt
Objektiv betrachtet
Heute habe ich mir das Nikon 24-120mm /f4 für knapp 900 gekauft. Geil. Der Sammler schlug zu in der Hoffnung, damit nicht nur auf Reisen leichter zu sein, sondern auch in allem endlich loszugehen und 'ne Menge Technik der teuren Nikonwelt zur Verfügung zu haben. Same procedure: Schaffen von Voraussetzungen für sehr kleine Umsetzung. Vielleicht isses ja als Anlageprojekt zu verstehen: Das Zeug wird nicht billiger und voraussichtlich auch nicht sooo viel lichtstärker. Und immerhin hab ich dann auf Dauer eine flotte Flotte zur Verfügung, die dann nichts mehr mit Geld, sondern mit Qualität & Haben & Möglichkeiten zu tun hat. Nunja, ich glaub's mal und werde selig.
Noch'n schöner Spruch von heute, der mir so einfiel: "Ich bin zu spät zum Leben gekommen." Naja, nicht besonders doll, aber es ist ja auch warm draussen wie drinnen.
....
Oh Nachtrag: Heute habe ich im Puppentheater endlich den Kopf auf den Nagel getroffen: Wir haben meinen neuen Vertrag aufgesetzt, wonach ich ca 300 EUR mehr ab September bekomme. Doof nur, dass mittendrin eine Tarifanpassung kam, die in unsere Vertragsverhandlungen nicht einbezogen wurde. Also kam ich nicht von 3000 auf 3300, sondern von bereits 3060 auf 3300. Macht also nur 240. Aber es ist trotzdem mehr. Egal. Der Neue im café p. heisst Eric und sieht phantastisch aus. Ausser, dass seine Augenbrauen ein wenig in der Mitte zusammenzuwachsen drohen, was auf einen Werwolf hinweisen könnte. Oh.
Habe ich schon erwähnt, dass es sehr warm ist? Gut.
verweile doch ...
Ich bin gekommen, um mich zu beklagen. Darüber, dass wir immer und überall nur von A nach B zu eilen scheinen und darüber, dass ich mit "wir" aber doch mich meine. Man merkt es bereits dem lockeren Ton an, dass heute nichts im Argen liegt. Aber die Feststellung gilt: Fußgänge oder das einfache Verweilen auf Parkbänken zum Menschenbeobachten oder nachdenken (oder vielleicht ja mal ausruhen) tauchen ebensowenig auf wie Innehalten (neumodern: Achtsamkeit), etwas auf sich einwirken lassen, erlebbar machen. Das klingt beinahe esoterisch, aber wie soll ich es schreiben?
Das Erhasten von gesparten Minuten fürs Vermodernlassen auf müden Couchen. Keine gute Aussicht. Kaczmarek sang es so: "Endlich wieder leben, endlich wieder etwas länger." (Sommer in der City) Und mir kommt dabei in den Sinn, dass mir genau sowas zu fehlen scheint, ich es aber selbst nicht zu ändern versuche. Und wenn, fühlt es sich doof an? So ähnlich wie neulich beim Café Monaco: Ist die Show vorbei, bin ich es bald danach auch. Ich sitze nicht lange mit anderen, ich unterhalte mich nur oberflächlich. Ein paar krude Witze vielleicht noch und "der oder die anderen" und dann hört es auf. Ich schmiede auch so wenig Pläne. Aber das wissen wir seit geraumer Zeit. Und die FaceBookFreunde fahren zu Konzerten oder liegen am Elbestrand mit Picknick. Meines Neides können sie sicher sein.
Und Tobias ist mir da echt keine Hilfe. Wanderten wir anfangs noch durch Stadtparks und Gewächshäuser oder fuhren mit dem Fahrrad nach Elbenau, gereicht es nun geradeso, mit dem Fahrrad von der Arbeit nach Hause zu kommen. Und meine Idee, JETZT loszuradeln oder irgendetwas zu besuchen, beschreiben sich nur als Aufwand, den es nicht lohne oder der zu anstrengen ist. "Wir werden ja auch älter", sagt Tobi. Genau. Und danach toter. Mein Ziel besteht auch oft darin, möglichst schnell an die heim(at)liche Flasche Wein zu kommen. Radio und Pantoffeln an.
Wahrscheinlich überspitze ich es und es ist ja auch so, dass wir nicht nichts unternehmen. Aber es fühlt sich sehr oft sehr tatenlos an. Ob 40, 45 oder "Das-wird-eine-schöne-Feier-50" ... die Jahre fliegen schneller und kommen nicht zurück. Nur die Erinnerung. Aber an was?
50tausend
Vermutlich erstmals hab ich gerade 50.100 EUR auf den Konten. Weiss nicht, ob das jetzt hier wichtig ist, zumal ich damals immer drauf geguckt hatte, wo und wie ich wirtschaftlich stehe. Aber das macht ja nix.
kleine Erklärung
Das ist jetzt schwierig zu schreiben bzw. zu bewerten. Vielleicht so: insgesamt hat sich meine Einschätzung für das leicht desastriös anmutende Gefühl auf irgendeine Art und Weise (Beitrag 18.07.2015) gebessert. Und wie oder warum? Tja, auch da liegt der Hund der Erklärung begraben. Es geht mir offensichtlich gut und das allein macht die Sicht auf die Dinge l/seichter. Ich hab mit Tobias drüber geredet. Im vorsichtigen Schnelldurchlauf und mit unserer üblichen (und mir sehr gefallenden) klaren Konkretisierung. Meine Frage nach "Was denkst du gerade" findet er enorm blöd, weil es darauf keine Antwort für ihn gibt. Sicher denkt er was, aber die Frage danach klingt tatsächlich sehr sozialpädagogisch angehaucht. Wir bleiben dabei: Sein Denken und die Vorstellungen von Welt / Universum und Leben, vom Hier und Jetzt beschränken sich tatsächlich auf die einfachen und aktuellen Dinge, die nunmal so sind, wie sie sind. (ich schrieb bereits, dass es schwer zu erklären ist). Ich bin nunmal auf einer anderen Schiene unterwegs, die von (Selbst-)Zweifel und Unklarjeit geprägt ist. Für ihn ist alles klar. Auch wenn ihm sein Job und bspw. das Aufräumen eigentlich garnicht gefallen.
Naja, das kriege ich hier nicht erklärt. Ich weiss, dass es zwei unterschiedliche Typus-Ebenen sind, die sich aber genau dann gut zusammenfinden, wenn es mir gut geht. Ich fliege unkonkret in vagen Vorstellungen über "irgendwas Besseres" umher und er fängt mich ab, bevor ich verrückt werde (weil ich ja praktisch so auch bloß nicht weiter komme- es mir aber wünsche). Fange ich an, zu (ver)zweifeln ob meiner Vorstellung von gutem Leben und dessen Gestaltung, wird erwähnte Kommunikations-Ödnis, zum Problem. Für mich. Dann auch für ihn. Wenn ich nicht so kompliziert bin / denke, ist alles komischerweise ganz einfach und wir machen solche Faxen, die ich immer haben wollte. Und können uns dabei sehr gut verständigen. Zum Beispiel über die Situation, wenn ich hier wohnen würde. Ein Abgleich. Wir haben sehr gelacht. Und wir haben auch unser beider (Arbeits-)Leben verglichen, wonach ich also ein schönes Leben habe, wegen gleitender und selbst gestalteter Arbeitszeiten und den Anforderungen, über die es im Übrigen noch zu streiten gilt ... ;-)
Aber es bleibt dabei: Ich hab in einem früheren Eintrag aus 2010 in Dänemark (Brief an meinen Freund) genau die Passage gefunden, um die es geht: "... und beschreibe dich also als einen auch bisschen hippen Typen mit flippigen Ideen und ausgesprochen freundlichem Hang zur Kreativität. Als jemanden, den ich nicht mitnehmen muss und der mich im Gegensatz dazu eher anspornt und aufmuntert als mir meine Unzulänglichkeiten aufzuzeigen ..."
Kreativität. Die hängt bei mir in den Seilen und Netzen. Wie die Fische. Und kommen nicht frei. Nunja, der Sturm wütet draußen und will hoffentlich keine Visitenkarte auf die August/Septemberwochen sein, in denen wir beide 3 Wochen irgendwohin in den Urlaub verschwinden.
zwickmühlig
Wenn, ja wenn wir (wie so viele andere) uns am lauen Abend an die Elbe setzen oder ein schönes Essen in Lokal geniessen würden, hätte das wahrscheinlich auch nur Sinnfreude bei einer guten Unterhaltung. Beim Spinnen, Philosophieren, Lästern, Krakeelen oder Küssen. Das traue ich uns ehrlich gesagt, nicht so recht zu. Denn die Themen sind fix alle. Und bevor ich Tob ohne seine Entgegnungen, Zustimmungen oder Ergänzungen zusabbere und damit fast alleine rede, lass ich es lieber. Da liegt der Hund begraben. Was allerdings auch eine Menge Stillstand bedeutet. Und den spüre ich derlängerezeit bei mir. Es will auch nichts in mir aufkommen, dass mich erbeben lässt vor spannender Vorfreude und Erwartung dessen, was ich gleich ausprobieren und erleben möchte.
Und dann, dann ist es wiederum auch so, dass ich, wie gestern beim Café Monaco gern dabei bin, unter Leuten bin, aber dann irgendwann auch bald los möchte. Warum? Gibts nichts mehr zu sagen? Zu erleben? Ich war halb 12 zuhause, die meisten anderen so gegen 2halb3. Und ich trinke schnell genug. Bin ja fast schon gierig drauf. Und dann nach Hause, damit noch genügend Zeit für einzelsäuferischen Rotwein bleibt. Die anschliessenden Ergebnisse ähneln sich allesamt sehr stark.
Sommerpause: Statt Besserem suche ich also schon wieder und doppelerneut nach jener stillen sommerlichen Bucht, an die ich mich so romantpoetisch setzen und mich verweilen lassen können soll. Morgens über den dampfenden See schwimmen, tagsüber durch die Wälder gleiten ... und was da nicht noch alles zusammenkommt. Alles resultiert aus Erinnerungen an frühere Episoden, die einfach da und nicht provoziert waren. Und das will ich mir wohl "zusammenkaufen" um es erneut zu erleben. Hatten wir auch alles schon (siehe Harzhütte). Das war nichtmal sonderlich romantisch, sondern nur Alkohol und Self-Sex.
Ach herrjeh, das ist nicht so richtig gut. Und das frische Grün des Frühling und die längsten Tage des Sommers sind, noch ehe zu Ende geträumt, schon längst vorbei. Ich leg' mich wieder hin.
kleine betrunkene Erkenntnis
Ok Google ... ich bin etwas betrunken; Tobi ist eben ins Bett. Ich bleib noch draussen. Wir saßen bis eben im "Garten Öden", es ist Freitag, ein freies Wochenende steht uns bevor. Alles gut. Dann kommt der Abend. Und ich merke plötzlich, was ES ist: Es hat nicht mit Welt- oder Weitsicht oder intellektuellen ... ach was, oder doch? zu tun. Ich glaub, mein Problem hat eher damit zu tun, dass wir uns nicht unterhalten. Reden- nicht zwingend tiefgründig - aber Reden! Das ist es, glaube ich, was mir fehlt. Und oft ist es so, dass wir dasitzen, Wein trinken und nichts sagen. Ich denke, das ist mein Problem. Wir müssen nicht die Welt erklären, den Weltfrieden erfinden oder heroische Thesen aufstellen. Aber ich tu' mich sehr schwer damit, dazusitzen und nicht zu reden. Oder was zu tun. Ich versuch's immer mal mit Floskelkram z. Bsp. über Lebensmittel und wieviele Nährstoffe oder Vitamine in so (m)einer Bohnensuppe eigentlich noch drin sind, merke aber, das ich schon zu betrunken dafür bin. Weil soviel Schweigen bis hierhin war.
Oh Mann, das ist wirklich oll. Ich kann das nicht: dasitzen und alles irgendwie vorbeiziehen lassen. Ich brauche keinen tieferen Sinn, aber ich brauche Kommunikation. Und sei es über die aktuellen Angebote von Aldi. Das wär aber schonmal was. Genau das ist es, was mir in manchen? vielen? Momenten unserer Urlaube und auch anderswo gefehlt hat. Daraus resultiert wahrscheinlich auch mein Drang, in so einer Situation JETZT irgendwas Verrücktes zu machen, was natürlich befremdlichst überhaupt nicht geht.
Auf meine Frage, was Tobi gerade denkt; sich vorstellt, kommt tatsächlich die Antwort: NICHTS. Wao, das ist heftig für mich. NICHTS?! Da sitze ich mit meinem Liebling an einem dieser schönen Sommerabende im "Garten Öden" in Gedanken an eine bevorstehende Sommerreise, die uns wahrscheinlich über viele bisher ungesehene Orte wie Prag, Bratislava, Brno, Budapest, Balaton, Zagreb (...) bringt --- aber wir reden nichts. Und Tobi denkt NICHTS.
Das musste ich schnell noch loswerden. Wir brauchen Aldi-Prospekte. (Das war jetzt gemein)
zur Nacht
Jetzt hab ich wie immer eine Flasche Bier getrunken und darüber nachgedacht, ob es denn unbedingt die "ganze" Flasche Weisswein sein muss. Fühlt sich ja nicht so an; also trink ich zwei drei extra kleine Gläser. Damit und dem rest der Flasche geht eine schlechter Montags-Kino Film zu Ende und ich trinke mal nochn Mini Rotwein. Das ist nicht nur oll, sondern immer so. Seit Wochen. Ach was, Monaten. Habe keine Erinnerung an einen alkoholfreien Tag in 2015. Muss das mal ganz schnell hier aufschreiben, bevor ich beim "Get-real"-versuchen ein wenig unreal zu verschleiern versuche. Tjaha, erwischt.
Ich bin ein bisschen betrunken und wage somit und hiermit erneut zu behaupten, dass es so ja auch nix werden kann. Obwenn ich die ganze Wucht meiner Möglichkeiten immer wieder spüre, sie aber so nicht umgesetzt bekomme. Komischerweise anders (nüchtern) aber auch nicht. Ein Dilemma.
Doof, wa?
4 Jahre Tobesko
Ein Resümee? Das würde ich lieber mit Tobias zusammen erstellen. Ich kann nicht richtig reflektieren, wie ich damals dachte. Zu unserem 2. Beginn. Ich weiss nur, dass es auch immer mal den berühmten Kloß zwischen Herz und Bauch gab, bei dem ich fürchtete, es könnte nichts werden. Warum? Ansichtssache. Ansichten über unterschiedliche Lebensauffassungen vielleicht. Für ihn ist es, wie es ist und das reicht. Für mich ist es immer irgendwas anderes, ohne aber klarzukriegen, WAS genau. Das pegelt uns so gut ein. Er holt mich auf realere Böden zurück während ich versuche, ihn aus seinen Bodenstationen zu locken. Aber ich lasse dabei nach, merke ich. Wie geschrieben, sehe ich immer ganz gern, was "andere" scheinbar tun, aktiv sind, Dinge unternehmen, Unbekanntes entdecken. Da in bspw. FaceBook jeder oft nur seine guten Erlebnisse fürs Angeben schildert, bildet sich eine allgemeine Häufigkeit guter Erlebnisse bei den anderen insgesamt. Nunja, das geht mir im Moment auch auf 3sat so, da gibts eine Fotojournalistin, die auf Madagaskar unterwegs ist und sich in das Land einarbeitet und Fotos macht. Allein das finde ich bereits toll. Weil es alles andere als Stillstand ist.
Also kein lonely Solo-Resume. Wir stehen auf soliden Füßen und ich liebe ihn immer noch. Jawohl. Er ist eine vertraute Heimat geworden. Und vor allem muss ich mich weder verstellen noch muss ich angeben oder was Besonderes schaffen. Wie er selbst immer sagt:"Hier bei mir kannst du sein, wie du willst." Und das stimmt. Und wenn es mir gelingt, ihn nochn bisschen aufzurappeln, damit ich meine losen unkonkreten Vorstellungen in die Tat umsetzen kann (und sei es zum Park-watching oder Flusswandern oder Milchkuranstalten oder sonstwas), fänd' ich's schon schön. Tobi ist einfach, aber nicht dumm. Ich bin auch nicht dumm, aber dafür kompliziert ;-) Der war gut.
wer nicht geniesst ...
... ist ungenießbar. Sang schon Konstantin Wecker. Recht hat er. Und ich bemerke dabei, vieles nicht zu geniessen. Sei es ein abendliches oder gar romantisches Essen in der Nähe, sei es ein Ausflug an irgendeinen schönen Ort oder das Herumliegen im Park, dabei zu lesen oder Musik zu hören oder sich, besser noch, zu unterhalten. Fahrrad zu fahren. Spazieren gehen. Vielleicht ja auch Fotos machen. Alles, was Spaß macht. Zu genießen eben. Wir beide sind recht pragmatisch und offensichtlich weniger romantisch. Arbeit - fertig - zuhause - Schluss & Wein. Ich stell es mir immer so schön vor, aber allein kann ich's nicht.
Hab einen schönen Artikel von Sybille Berg im Spiegel gelesen. Die schreibt immer sehr schön. Das ging es um Einsamkeit. Hab's hier mal drangehängt. Es geht um Blicke, hin zu denen, die da draussen offensichtlich was Schönes machen. Ich nicht. Die ihr Leben zu geniessen scheinen. Das hat auch viel mit FaceBook zu tun und den sporadischen oder wiederkehrenden Meldungen, aus deren Summe sich ein ungefähres Bild von anderen formt, die irgendwie immer das machen, was ich schon immer tun wollte. Sieh Gérard beim all den kulinarischen Ausflügen, Leute, die Konzerte besuchen oder dahin gehen, wo was los ist, wo Gemeinsamkeit und damit auch neue Ideen entstehen.
Naja. Ich hänge wie so oft und lange einfach rum und komme nicht aus'm Knick, weil mir wie immer der Antrieb fehlt. Und das ganze gute (und teure) Equipment liegt hier irgendwo ungenutzt rum. Nichts Neues. Keine Meldungen aus dem Konsequenzlager.
spiegel-online-einsamkeit- SibylleBerg
schlechte Reflektion und Fail
Schallplatten rausgeräumt. Weil: neuer Plattenspieler. Seit 8 Wochen. (Wegen der Schallplatte "Traumreise" für meine Eltern. Bisher ausschliesslich dafür) Jetzt abends hinsetzen und die alten Platten bei einem Glas Rotwein geniessen. Fail. Dann wenigstens schwimmen gehen. Och naja. 50 Meter Käfigschwimmen mit Mecker. Fail. Könnte doch mal meine Fotos sichten. Und draus lernen. Oder besser noch: DAS HIER alles und meine Tagebücher in Schriftform mal durchforsten. Warum? Naja, um draus zu lernen? Zu sehen, was mich umtrieb? Wie es mich entwickelt hat? Wir bleiben Fail. Ich gehe ins Bluenote, weil ich weiss, dass dort Leute sind. Auch so Schlaue wie Stef, die nicht aufhören, mir irgendwas sehr ausgiebig zu erklären. Aber was will ich dann da? Leute, Abwechslung, Abstand von irgendwas. Klappt auch. Aber nur bis Bier 3.
Das mit dem fehlenden Antrieb ist nun gänzlich unneu. Gitarre gespielt. Kanns noch. Sogar die Texte. jeskom. (ich schreib's bereits klein) Gemerkt, dass die Schwarzen Fahnen sehr sehr tief ICH sind. Projektion von mir auf damals Kawa. Aus mir heraus. Ich kann schwer reflektieren und nichts so richtig begreifen. Oder klar kriegen. Nur merken, dass alles wie immer ein bisschen doof ist. Aber ich bin viel zu müde, um Erklärungen zu suchen. Das nervt wie seit Jahren. Oh: Jahrzehnten. So viele Möglichkeiten, so viel Zeit.
Ich habs tatsächlich satt. Was denn nun? Alles umkrempeln? Null Alkohol, klar werden, Sport wie verrückt, auswandern oder wenigstens was ganz Neues anfangen ... Das meine ich mit der Überschrift: Schlechte Reflektion. Das hier ist ungestüm zusammengetippt. In meiner ganzen Dumpfheit, die mich ohne besseres Wissen über FaceBook-Einträge oder G7-Gipfel ärgern lässt.
Aber mir ist vielleicht was aufgefallen: Wenn ich mich tatsächlich aufrappeln sollte, um was zu tun (Foto, Musik, Film, Konzert, Menschen, anything): Was, glaube ich, will ich damit erreichen - wäre mein Ziel dabei, ausser dass ich überhaupt irgendwas mache und aus meiner Dröge entkomme? Ich vermute, es läuft noch immer auf Anerkennung hinaus. Was immer ich tue, verlangt intern nach Anerkennung des Ergebnisses. Vielleicht. Kann ich denn auch etwas machen, was einfach nur ICH und für MICH mache? Sogar ohne, dass es irgendjemand weiss? Weil ich es will? Für mich?
Interessant. Juut. Soweit aus einem Montag, der eine Mittsommernacht nahen ahnt und zeitgleich hadert, dass es wieder einfach so vorbei und damit das Jahr irgendwie zu Ende geht. Ui ui ui. (Das hier ist manchmal wie ein Teeny-Tagebuch, nur mittlerweile besser ausgedrückt)
Guck mal hier mdkompakt-jesko20150603. Ich hab über mich selbst geschrieben.
ghostwriting
Naja, nicht gerade "echtes Ghostwriting", aber eine Anfrage von Birgit Ahlert von (Ex-Volksstimme, jetzt bei MD-Kompakt), ob ich in der Listung Magdeburger Musiker einer Magdeburg-Kompakt-Ausgabe vom 03. Juni 2015 nicht vielleicht selbst etwas schreiben wollte. Hab ich getan und beschreibt dabei hübsch meine Oberfläche.
20150603md-kompakt-jeskom
Karriere
(späterer Nachtrag: Stormy Monday Blues; dunstig im Fühlen & Sein, unklar)
Ganz früher saß ich in der Klasse gern allein und am Fenster, die Mappe zum Gang. Meine abgeschlossene Universums-Kanzel. Später in der Lehre dachte ich an ein aufgeräumtes werkstattgeordnetes Leben. Meine erste Tätigkeit in der Welt der Erwachsenen. Später, an den Lasthebemagneten mit Kaliumpermanganat und Asbest auf einem Bein dachte ich das erste Mal darüber nach, ob das genau SO jetzt immer weiter gehen soll. Immerhin waren "Oje", Kraft und Enthusiasmus stark genug für den Blick drüber weg. Die Armee, bestehend aus Befehlen und Willkür und war mir angesichts drohender drei Jahre (es wurden nur 11 Monate) eine unschöne Vorstellung. Dort wollte ich ins Kulturhaus, die Kultur verwalten und welche machen, anstatt mich in Schützengräben imaginären Klassenfeinden auszuliefern, auf die wir ideologisch bereits eingenordet wurden.
Nach der Wende in einer werkstattgeordneten Motorenwickelei des MAWs hinkte ich den anderen Vieren hinterher und musste aus deren Minuten für den Leistungs-Klassenerhalt der Abteilung genährt werden. Und wäre viele lieber wie meine Mutter 200m in einer Poststelle eines Messma in einem Hexenhaus-Büro. Hier dachte ich schon nicht mehr zu sehr, sondern fühlte bereits, was ich nicht wollte. Aber ich war verliebt. In Nico Röhl. Und 20. Und fuhr diese Liebe auf den Bahnhof zum Armeedienst, den ich gerade hinter mir hatte. Was heulend im Ausreißraum die Liebe noch verstärkte wie verschmerzte. Und aus der letzten Endes nichts wurde. Deutschland wurde Weltmeister. Ich trank vom Reporter befohlenen Sekt in ganzer Flasche und erschien erstmals verkatert und nur deshalb bei der Arbeit, um mich sofort abzumelden.
Abi war easy und Studium wunderlich: Ich glaubte an gemeinsames Studentendasein und Wissensrevolution, an Musik und Vision, an Fortschritt und Aufbau und Projektion einer Welt, in die ich mich einzufinden gedachte. Stattdessen wurde es Murks. Scheinbar beliebiges Curriculum mit Diplomprüfungsanforderungen, die mich mehr an meine im Trabi auf mich wartende neue Soundkarte, als an die Verteidigung der guten Note denken ließ. Irgendwas mit 2. Und sowas von egal. Des Diplom-Stempels wegen ausgehalten und offenbar erster Selbstverrat? Oder erster selbst bemerkter?
Nicht unbedingt gut ausgerüstet, aber gut in der Vorstellung darüber, wie man es richtig macht und mit ausreichend Improvisationstalent schlage ich mich durch und mache nebenher öfter solche Gündel-Antennenjobs. Und schon weiß ich sehr genau und wieder: Nein, DAS ist nicht meine Zukunft: Morgens um 7 in schwerst verqualmter Werkstatt Baustellen empfangen, abends 16:30 nach Hause. Tag für Tag. Nein, das geht auch nicht.
Ab 1997 Gröninger Bad, Sozialprojekte. Ja, aber auch nichts Richtiges. Aber was ist richtig? Wie soll es aussehen, das gute Leben? Auf den Nenner, der es mir erklären und recht machen kann, komme ich womöglich nie.
Kulturserver: Geld! Soviel Geld! Und alle Möglichkeiten der Welt. Aber es interessierte keinen, auch die in Hannover nicht. Hänge ich mich rein oder lasse ich es sein - beides hatte keine Konsequenzen. Nun hätte(!) ich ja tun können, was mir vorschwebt. Alle Hindernisse sind aus dem Weg geräumt und es liegt Geld vor meinen Füßen. Aber ich bin wohl nicht einer von denen, die sich selbst was erdenken und zielstrebig verfolgen. Oder ein bisschen zu dumm dafür. Und im Nachhinein traurig deswegen.
Währenddessen mit Bach 2und40 in 2001 gegründet. Lustig. Schach & Rotwein. Bis in den frühen Morgen. Ab und an bisschen was produziert. Aber nichts Richtiges zustande gebracht. Später wurde ich zum Schuldigen erklärt und 2009 war alles vorbei. Fast 40 Jahre alt. Kurz vorher schnell noch meine Musik aktiviert. Und dank Ronald auch realisiert. Bis dahin ist das wirtschaftliche Leben von LKJ und Hörbüchern abhängig. Aber es geht. Gut gespart aus den Zeiten davor.
Jetzt komme ich zum Punkt: Ich bin hier, Puppentheater. Seit 2009. Offensichtlich so sachte jetzt angekommen. Weil ich immer so sehr viel Zeit für alles benötige. Alles, was mir vorher missfiel, scheint hier nicht gegeben: Eigenes Büro, eigene Arbeitszeiten, schnell messbare Erfolge, Kommunikation, Bühne und sogar Geld in bisher vergleichbar, bester Menge ... wann kommt das Aber? Jetzt:
"Abhängig beschäftigt" lautet die Zauberformel. Wahrscheinlich stehen in diesem Blog hinreichend beschriebene Beispiele, nach denen ich eigentlich garnicht mehr hier sein sollte. Bin es aber dennoch. Heute morgen stelle ich mir vor, wie sich das alles entwickelt hat und dass ich offensichtlich nie zu einem Punkt komme, der mich zufrieden stellt. Immer ist irgendwas. Hier sind es der Goodwill anderer, denen ich mich ausgesetzt fühle, aus denen mir eine Form des Druckes und möglicherweise auch der Angst entsteht, Zustände, von denen ich massiv träume. Hab ich alles richtig gemacht? Bin ich daran schuld?
Worauf es hinausläuft: Mein Selbststärkungsmechanismus ist nicht ausreichend programmiert, ich bin nirgends zu 100%; für etwas Eigenes bin ich zu dumm / faul / müde / ängstlich ... für die vollständige Annahme gegebener Bedingungen zu aufmüpfig oder emotional veranlagt. Mich auf jeden Morgen mitsamt s/meinen Ideen und Aufgaben zu freuen und keine, oft implizierte Versagensangst zu spüren - das würde mir besser stehen.
Stattdessen erwische ich mich bei dem Vergleich, dass ich vor 5 Jahren mal nachdenklich befürchtete, meine Ambitionen würden verblassen, meine Kommunikation nachlassen, mein Antrieb und meine Neugier sich immer weiter zurückziehen und ich würde im Strom der Mitschwimmer "fade to grey" --- und dass es jetzt tatsächlich danach aussieht.
Wo soll ich hin. Was wird aus mir? Es ist heute ein bisschen neblig und daher auch nur schwer aufzuschreiben, WAS GENAU denn JETZT in diesem Moment das Beste für mich wäre und warum auch so ein Zustand womöglich auch nicht lange währen würde? Panic Depression.
kleines Ödnum
Ödnis around.
Ich muss mir endlich mehr Zeit nehmen
mir was gönnen und das kennen und dann auch können ...
Ein neuer Song, der keiner ist. Ich sitze hier rum. Pfingstsamstag. ESContest. Ödnis. Bisschen Gitarre gespielt. Naja. Morgen zu Tobi. Und dann? Ich bin ein wenig mutlos. Weil ich keine Idee hab. Wir werden im Garten sitzen. Ich werde lesen. Das ist endlich mal eine Idee. Wenigstens. Ich darf Tobi nicht für meine Ödnis verantwortlich machen. Für ihn ist alles gut. Für mich vergeht die Zeit sehr "irgendwie". Dabei waren wir doch gerade in NYC. Im Januar in Corvara. Im August bald wieder unterwegs. Aber das Leben findet doch permanent statt. "Nach meiner Kenntnis ist das sofort ... unverzüglich."
Aber ich sitze hier rum und denke an Dinge, die ich doch endlich mal tun könne, wenn ich doch so Zeit hab wie gestern Abend und heute den ganzen Tag. Nur fehlt die Lust. Ödnis. Depressive Stimmung nenne ich das. Laut FaceBook machen alle anderen immer irgendwas. Nun, das mag auch nicht helfen. Oder nicht stimmen. Ach, doch, ganz sicher tun die alle was. Aber wer weiss das. Das lässt sich leicht vergleichen; denn in FB was reinschreiben ist schon mehr, als ich tue. Stattdessen machen ich mir Gedanken um meine Gesundheit. Das ist definitiv zuviel Alkohol. Das merke ich sehr genau.
Womit sich der Kreis in den Schwanz beissend, schliesst: Kein Antrieb, abends Alkohol, nächsten Tags noch weniger Antrieb. Austrieb wärs. Meinen Teufel austreiben, der mir diese Lethargie verschafft.
Ich fühle mich oft so frei von Stil, von Anspruch, von eigener Meinung. Und Aussicht mangels Wille. Alles nur vage Vorstellungen, wie es sein könnte. Probier ich davon was, fühle ich mich auch oft nicht wohl. Da ist nichts Konkretes. Wenn's mir gut geht, ist alles plötzlich ureinfach.
Naja.
Wochenendleerung
Wochenende-Ende. Noch Freitag spätnachmittag in voller Sonne im Garten Öden die aufregenden Phasen der ersten Woche nach New York in Bezug auf das PG KiKuTa und die bei mir etwas vernichtend wirkende Intendantenfrage, warum wir das PG am 19.05. machen, (wo doch keine Plakate hängen und nichts in der Stadt auf die erst ab 06. Juli beginnenden Kikuta hinweisen ... was auch nicht geplant war) ... jedenfalls liegestuhldösend etwas sausen lassen könnend. Und die Idee, den Dorschs nach MacPom zu folgen. Aber das Wetter mag nicht so recht. Nundenn, machen wir den NewYork-Film. Cool. Samstag halb 11 aufstehen und bisschen einkaufen und weiter am Film. Abends dann Weinprobe der Pfalzregion (Eltern) und Freude über den Film. Die Weinmenge wurde mehr ... wie so oft. Sonntag dann erst halb 12 aufstehen und den ganzen Tag dröge auf der Couch.
Eigentlich ja gut, aber wie so oft drängelt etwas in mir. Auf Aktion, auf Esprit, auf Reisen, Neues entdecken ... WAS MACHEN. Da liegt der Hund begraben. WAS denn? Mir fällt auch nichts Sinnvolles ein. Tobi hat sein Aquarium und ist damit ausgefüllt. Und ich irgendwie nicht. Und hab immer so'n bisschen Ärger. Denke dann darüber nach, ob Puppentheater für immer meine Arbeit bleiben soll. Abhängig beschäftigt. Und damit abhängig von lots of goodwills anderer. Das rührt bestimmt alles noch von New York. Fragen nach dem Weiter.
Und wenn ich meine gefühlte Leere und Untätigkeit sicherlich unsachlich Tobi erzähle, kommt nur: "Du kannst doch machen, was du willst. Dann mach doch. Du kannst auch zuhause bleiben. Tja, wie es reinschallt ..." Oh, das war doof. Und es bringt auch nicht weiter. Ja sicher, ich sehe mir immer den Vergleich auf FaceBook von Gerard und Marco Kubny zu Rate - das macht ne Menge aus. Ich hatte so ein Gefühl ganz zu Beginn unserer Beziehung schonmal thematisiert. Aber hier nimmt mich tatsächlich keiner mit und inspiriert mich. Ich muss es wirklich selber tun. Und wie ich mich kenne, bin ich ganz schön lahm darin. Lieber lasse ich mich mitnehmen und mir Dinge zeigen. Na klar sind NYC, London, Winterurlaub, Sommerreisen tatsächlich da. Ich meine wohl die Lebensführung insgesamt.
Raus aus der Einzel- / Doppeläuferzelle. Woanders saufen ...
(Bernd Liebl ist vor 11 Tagen zur Arbeit gegangen und ganz konkret und spontan gestorben. R.I.P.)
Leaving New York never easy
N.C.Y. 2015. Ich bin richtig traurig, dass wir seit vorhin aus New York zurück sind. Es war schön dort, sehr schön. Natürlich auch wegen Michael Thomanek, der uns wie beim letzten Mal in 2013, die kleinen feinen Orte hier dort zeigte. Ich war nach drei sehr intensiv-hektischen Arbeitstagen im Puppentheater gerade noch so losgekommen und hatte schon etwas Angst, dass ich nicht loslassen könnte. Angesichts der enormen Entfernung ging es aber auch gar nicht anders: Es musste ja alles erstmal weg sein. Und es ging schnell weg. Sofort war ich in "drin" - in NYC. Wie immer alles voll und laut und viel ... aber ich wurde offensichtlich aufgesaugt dort und das jetzt nachdampfende Schöne liegt wohl in der Vorstellung, es hier vielleicht für eine Weile sein zu lassen und dort ein Jahr zu arbeiten oder so. Das ist gedanklich sehr vage und unkonkret verfasst, aber es fühlt sich so gut an. Liegt wohl auch an der näheren Möglichkeit- vielleicht durch Michael und seine bisherigen 7 Jahre dort; und dass er mir vielleicht ja was vermitteln könnte. Was Neues. Was "ganz weit wegges".
Ich weiss es nicht. Wir sind ja jetzt auch schon seit 28,5 Stunden wach und mein Glas Rotwein setzt mir sofort zu. Ich hab die Stadt von meiner kleinen Sicht aus begriffen, obgleich ich eigentlich nicht viel mehr als ein paar geschichtliche Dinge und das eben Erlebte weiss (auch dank Michael). Aber ich war drin. Dank ihm wurden wir ein wenig vom Touristen zum kleinen Insider. Klingt doof, allerdings ist es das, was ich an solchen Ausflügen so sehr mag.
Wir haben so viel erlebt, ich kann es nicht richtig zusammenfassen. Fazit ist, dass es mir erstaunlich gut dort ging. Mein kleines Highlight war das John Lennon Memorial "Strawberry Fields" im Central Park - auch eigentlich nur ein touristisches Merkmal. Nur konnte ich das voll begreifen und extrem fühlen: wenn so viele Touristen, vielleicht auch nur der Form halber, ihre Millionen Fotos auf dem kleinen Monument schiessen. Und doch traf es genau den Lennon'schen Kern: dass Leute aus allen möglichen Ländern dort stehen (egal welcher Gesinnung oder Absicht) und ein Typ mit einfacher Gitarre Beatles Songs spielt und Leute, die's kennen, singen mit. Was immer das bei den anderen bewirken mochte - für mich war das plötzlich so groß, ich hätte heulen können.
Ohja. Ich sollte erstmal schlafen gehen. Und dabei hoffen, dass meine kleinen Zwischendurch-Ideen aus NYC zünden, wonach ich mein Leben wieder etwas bewusster ankurbeln sollte. Egal in welcher Beziehung, Richtung oder mit welchen Ideen oder Absichten. Alles findet jetzt statt. Nanu, schon wieder John Lennon:
"Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen."
Archivierte Erkenntnisse
Sitze gerade hier und überspiele alte Videos auf den Sony HD Recorder zur Archivierung. Heute ist es Deckbar 1999 im Ex. Weiss nicht, warum ich das mache; vielleicht ist es "für später" mal schön zum Angucken, wie ich früher aussah und gemacht habe. Dabei ertappe ich mich, zu erkennen, wieviel ich damals bedient habe. Man merkt es meinem Gestus auf der Bühne an: Es ist alles gespielt. Deckbar lebt seine Musik, ich bediene sie, in dem ich sie singe. Und "überspiele". Das wirkt nicht echt. UNSICHER ist der treffende Begriff. Komischerweise hat sich das eingebürgert, so dass ich sogar bei meiner eigenen Musik 10 Jahre später so wirke.
Erkenntnis: Ich bin wohl in nichts von dem, was ich tue, wirklich "drin, dabei, in echt vorhanden". Dieser Hauch von "Bedienung" resultiert vielleicht auch von dem BlueNote-Talk mit Ronald, dem Erklärbär; wobei es wie immer mal wieder um die eigene Emanzipation ging, wessenthalben sich Ronald von so vielem gelöst hat, was nicht SEINS zu sein scheint und er damit nur bedient. Lässt sich gut übertragen auf beinahe alles, was mich betrifft. Ich werde sogar etwas müde, freundlich zu sein. Doch halt: Tobias liebe ich in echt. Ungespielt und wahrhaftig. Pah! Da haste!
Naja, okay, weshalb ich das hier schreibe: Mir macht weiterhin ein bisschen Sorgen, dass mein Antrieb so lasch am Boden liegt. Der Materialismus ist tot - ich habe bereits so gut wie alles. Und das mittlerweile sogar in guter Qualität. Und sogar noch viel geld für mögliches Weiteres übrig. Aber ich brenne für nichts. Foto, Film, Musik, Welträume ... alles liegt da so rum und ich guck, wie ich durch die Woche komme und was ich "endlich mal" NACH dem Wochenende anpacke, welches allerdings noch nichtmal angefangen hat (Dienstag!) Hier & Jetzt - wie Gitte sagte, existiert freilich wenig, wenn man keine Ideen und Ambitionen hat.
Plätschert so dahin.
Beerdigung Musik
Oh, das klingt schlimm. Aber ich fang' schonmal an. Am coolsten wäre, wenn ich meine eigene Beerdigung gestalten würde. Mit audiovisuellen Post-Postings. So dass kein Fremder über mich erzählen und bei allen Hinterbliebenen schlimmstenfalls schönfärben muss. Womöglich ist so eine Idee ja auch dafür gut, um meinen jeweiligen Stand der Dinge im denkbaren Falle eines akuten Ablebens aktuell abzulichten.
Nunja, hier erstmal die Musik:
Beth Gibbons & Rustin Man: MYSTERIES
Ane Bruns: LITTLE LIGHTS
Der Neider
Es muss Neid sein. Anders ist es schwer zu erklären, wenn ich mir Doppelseiten im DATEs über die Songtage oder Facebook-Einträge von Leuten ansehe, die etwas "tun". Sei es fotografisch durch die Umgebung ziehen oder Musik machen oder einfach nur spazieren oder zum Fußball gehen. Damit erklärt sich bereits, worauf es hinausläuft: Ich bin so schrecklich inaktiv. Ein bisschen weiter ausgeholt ist das ursächlich vergleichbar mit der Vielzahl von Dingen, die es zu tun gab, gerade im Puppentheater: Da kam mir im November / Dezember alles so wuchtig vor, so angefüllt mit groß empfundenen Aufwand, so dass sich jede Aufgabe wie ein schwerliches "Projekt" anfühlte, nach dessen Erledigung bereits das nächste anstand.
Was haben wir gelernt? Mit dem einfachsten anzufangen und gleich danach mit dem nächsten einfach weiterzumachen, hat sich als sehr erleichternd herausgestellt. Und die Liste der To-Do Dinge wurde damit schon sehr gelockert. Jetzt im Januar / Februar wurde es noch leichter und nun, im März, gibts so viele Leerzeiten, die ich allerdings nicht fülle. Zum Beispiel mit Sachen, die ich schon immer mal tun wollte und jetzt vor allem auch könnte. Stattdessen sitzen wir beide gern etwas rum und trinken Wein und insbesondere ich guck mir im Web die ganzen coolen Ideen und Möglichkeiten an, die ich machen "könnte". Und kaufe sogar ordentlich Equipment ein, dass kurze Zeit später herumliegt. Ich bin ziemlich müde. Und kann mich nicht erinnern, wann der letzte alkoholfreie Abend war.
Das liest sich alles furchtbar logisch, wenn dann der gelbe Neid um die Ecke schleicht und all jene Leute in Abrede stellen möchte, die aktiv sind und das veröffentlichen. Und Kubon war ja immer schon dubios für mich und Battke oder Dudeck machen sowieso nicht sooo schöne Fotos. Und überhaupt: Jean Huthmann hat wohl immer frei und reist mit seinem Kind durch die Welt oder was? ...
Was sollten wir daraus lernen? Hmmm ... ich muss herausfinden, was mich so träge macht. Fast schon lethargisch. Der abendbelanglose Alkohol ist nur der Anwalt meiner inneren Antriebslosigkeit. Die ganzen Projekte wie die Domsagen, endlich richtig gute Fotos machen und die Technik beherrschen, mit der Drohne coole Filme machen, meine Musik weiter vorantreiben, bewusstseinsbeflügelnde Theaterstücke geniessen ... alles die vielen kleinen Dinge, die immer halbherzige Begleiter sein werden, die es zu keiner wirklichen Profession bringen? Das wissen wir bereits: Ich bin überall dabei und kann von vielem jeweils mehr als manch anderer. Und das macht ja auch beliebt. Aber mittlerweile fehlts auch an den kleinen Antrieben; vielleicht, weil ich mir der steten Belanglosigkeit dessen bewusst werde. Get real.
Aber mir gehts gut. Immerhin. Besonders mit Tobias. Ich muss jetzt nur mal bisschen die Handbremse lösen und dem Leben da draussen etwas mehr abgewinnen. Und nicht so neidisch sein, sondern selbst was machen. Das muss ich dann auch nicht vergleichen. Aloa.
Falk Werner
Hab mich heute nach Zwiebel und der KiKuTa-Song Idee wieder mit Falk Werner getroffen. Im Blue Note. Der, mit dem ich damals bei Körner und TechniSat Hörbücher gemacht habe. Der, der mir Ende letzten Jahres den Sprecherjob für seinen Beitrag "Kaffeekultur in El Salvador" fürs Deutschlandradio gegeben hat. (01.02.2015 LINK) Der, der in der Welt herumreist, vornehmlich Costa Rica und all solchen lateinamerikanischen Gegenden. Dabei Individual-Reisen anbietet (LINK) und Radio- / Reiseberichte macht. Und offensichtlich lebt, was er mag, was er fühlt, was er will.
Ich hab im Gespräch mit ihm meine eigenen kleinen Unzulänglichkeiten gespürt, ohne dass er sie absichtlich heraufbeschworen hätte. Es gingt um "doing by heart" - also das Leben und was er zumindest mit seinem so anstellt. Es ist genau das, was ich im Inneren spüre, ohne es ausdrücken zu können, gerade wenn ich solchen aus meiner Sicht gescheiten Menschen zuhöre. Gescheit deswegen, weil ich merke, dass hier einer sein Leben einfach lebt, dabei blickig genug ist, um zu sehen, WIE er etwas angeht. Und was vielleicht danach kommen könnte. Das Besondere daran: Es geht nicht um Geld. Schön issses schon, aber nicht der Beweggrund, Dinge zu tun, die er im Grunde nicht mag. Jedenfalls nicht auf Dauer.
Olroid, ich kannwill mich nicht mit ihm vergleichen- er ist 'natural', er ist offensichtlich frei. Und auch er hat seine Überlegungen, wie es wohin weitergehen könnte. Währenddessen allerdings macht er es so, wie er es sich vorstellt. Womöglich: Wonach ihm ist. Und ich glaube, er stellt seine Überlegungen wirklich freiheitlich an. Wie sagte er ungefähr?: "Denen das Herz verkümmert, schrumpft das 'da oben' analog mit". Vielleicht gilt das (insbesondere für mich) aus andersrum.
Warum ich darüber so entzückt bin? Vielleicht, weil er sich tatsächlich selbst zu leben scheint. Auch wenn nicht immer alles glory ist. Aber er TUT ES. Und während ich das aus ihm so heraushöre, bemerke ich, dass ich ein echter Hobbyzweifler bin. Egal welche Situation meines Daseins - fast immer interpretiere ich meine Lage als etwas misslich und 'irgendwie' unbefriedigend.
So, hier gibts erstmal keine Deutung, Erklärung oder Pointe. Aber ich stelle fest, dass ich Menschen bewundere und mag, die so wie sympatische Falk Werners ihr Ding machen; die trotz aller Ungewissheiten über jedwelche Zukunft genau das tun, was ihnen im Augenblick ihres Daseins und Fühlens richtig erscheint. Und da hakts bei mir. Nunja: Amateur-Hobbyzweifler - das trifft es wohl gut für mich.
Befund
Es ist davon auszugehen, dass der Patient seine angeborene Missbildung am Selbstwertkomplex Zeit seines Leben zu kompensieren suchte und die Fähigkeiten, die ihm die meiste Anerkennung für seine Person einbrachten und damit seinem gefühlten Selbstwert zuarbeiteten, im ausreichenden Maße für diesen Zweck zu erkennen, erlernen und einzusetzen. Hier hat der Patient eine positive Hilfestellung , dass einige dieser Fähigkeiten auf einer gewissen anerworbenen oder angeborenen Gabe beruhen, die es ihm leichter machten diese Kompensation aufrecht zu erhalten. Klartextlich reden wir hier über die Gebiete Schauspiel, Charme, soziales Verständnis und musikalische, rhetorische Fähigkeiten.
Sein Verständnis und die Ausprägung für logische Zusammenhänge im sozialen Umfeld / gesellschaftlichen Leben entwickelten sich aus einer labilen Wechselwirkung zwischen Logik (Verstand, Objektivität) und Gefühl (seelisches Empfinden, Subjektivität). Dadurch kam es häufig zu Fehleinschätzungen / Interpretationen der ihn umgebenden Realitäten.
Hier setzt(e) nun aufgrund von Unverständnis eine Uminterpretation von jeweiligen Situationen ein, die ihn im bis dahn noch realen Gefüge von Zusammenhängen in eine Art neuen, für ihn erklärbaren und halbwegs harmonischen Zustand versetzte. Halbwegs nur deshalb, weil ein nicht unbedeutender Teil seines Verstandes ihn deutlich darauf hinzuweisen versucht(e), dass dieser Zustand, diese Situation offensichtlich nicht ganz real ist.
Diese Zustände und seine darin gefühlte Hilflosigkeit führen zur Manifestation derselben und hindern ihn oft an objektiven Einschätzungen seiner Lebenswelt. Die Aufrechterhaltung und Fortführung dieses Zustandes über Jahre führen nachweislich zu Verhaltensweisen, die diese o.g. Kompensationen zu kompensieren versuchen und damit in eine gewisse Resignation und Lethargie münden. Auswirkungen sind bspw. zuviel Alkohol (keine Drogen) und daraus resultierende Antriebslosigkeit, Unwillen - trotz des Wissens und Verlangens um die Verbesserung seines Zustandes.
Selbst zwischenzeitliche sebst auferlegte Besserungen dahingehend führen zu wenig Fortschritt, weil er sich offensichtlich nicht zu helfen weiss und seine Traumwelt, Wunschzustände und seine Vorstellung von "gutem Leben" in sich immer größere Entfernungen zu bewegen scheinen. Gerade hierbei ist eine deutliche Zunahme von depressiven Stimmungen zu verzeichnen, da insbesondere sein Blick auf die immer weiter wachsende, für ihn scheinbar vergeudete Lebenszeit als weitere negative Bilanz im Wege für eine positive Sicht auf die Zukunft steht.
Dr. Dr. can't you see I'm burning, burning Döring
das dumpfe Krachen
Ich denke, es ist fürs Erste am besten, wenn ich wieder arbeiten gehe. So dumpf und planlos kenne ich mich, was es nicht besser macht. Stattdessen die alte Dilemmatei: nachm Training im Allee-Center schlendern und Kids wie Jugendlichen oder Leuten, die zumindest so aussehen, beim Leben zusehen und um sie zu beneiden. Wegen all den Dingen und Möglichkeiten, die vor ihnen liegen. An dieser Stelle muss ich logisch sinnentleert abbrechen.
Sattdessen toben draussen Stürme, ich sitze drinnen auf der Couch, Tob aquariert wieder und ich weiss nichtmal, welche Webseite ich als nächstes aufrufen könnte. Ich bin dermaßen dumpf und ideenlos und voll von zuviel abendlichem Wein, dass es nur die Lösung des krachenden Zwanges- nämlich den der Arbeit geben kann. Was aufs große Ganze projiziert ziemlich untröstlich ist. Wenn es doch wenigstens eine Aussicht gäbe, die mir sagt: "Geh nach Nikaragua und lerne Busfahren" oder irgendsoetwas, ich würd's tun. Denn in der hochtragenden Bedeutung genau diesen labilen Zustandes jetzt und hier scheint's, als wäre alles soweit in Bodennähe gebracht, dass ein Ausflug in ein neues Leben gerade recht käme und niemandem schade.
Schade.
Ideen & Ergebnisse = 1:0
Aus meinen Ideen-Reisen und den daraus entstehenden Nichtsen hier mal ein paar unsortierte Stützpunkte der Dinge, die ich mir so so prima ausgemalt, aber nie weiter oder richtig verfolgt habe:
Leben geniessen mit Reisen, Menschen kennenlernen, Horizonte erweitern, Zeit haben und ausfüllen
Selbstsicher wissen, was und wohin ich will, wie bspw.:
Hörbücher produzieren und verkaufen
Fotos besser + richtig machen und aufwerten können
Musik machen und Konzerte geben
(Radio-) Moderator sein, meinen Charme und meine Stimme einsetzen
anhand dieser Punkte mein Leben entsprechend gestalten
Im Grunde also auch die Dinge, die auf 2und40.com beschrieben sind. Vorbereitet ist von Ausstattungseite alles prima. Geld habe ich auch genug. Vor allem im Vergleich zu früher ist von materieller Seite alles so much besser geworden. Teures Zeug, was jetzt rumliegt. Naja, der Eintrag hier ist etwas konfus verfasst und verschlechtert nur meine Laune, die im Moment eh' etwas melancholisch und getrübt ist.
Aber ich muss es doch mal wenigstens anreissen, um es ein bisschen heller zu machen im Chaos. Vielleicht ein Anfang, um ein bisschen was zu klären. Nochmal: naja!
zu müde, um höflich zu sein
So sachte verstehe ich, was Klaus Hoffmann damit gemeint haben könnte: Der Botschafter der guten Laune hält nicht auf Dauer durch und dann wird es selbst ihm zuviel. Corvara in Südtirol ist seit eben vorbei, der Junge hat sehr am Aquarium zu tun und ich nach den Nudeln Gelegenheit, kurz was aufzuschreiben.
Wie bereits festgestellt, ist es nicht möglich, ausser Sichtweite und momentaner Stimmung von mir zu berichten. Zudem tummeln sich Millionen gleichzeitige Gedanken in meinem Kopf, die allesamt kein oder kein gutes Ende nehmen. Oder wenigstens zu Ende gedacht werden. Too much Input bzw. Output. Angefüllt mit viertelherzigen Angelegenheiten, die in sich selbst versacken. Am Skilift hab ich mich häufig gefragt, warum mich die drängelnden Leute und manche Situationen so nerven. Enormer Kleinscheiss zuweilen. Und ich musste an Kubon denken, wie er seine vermutlich genau solche schlechte Laune offen zur Schau stellte, während ich die Wendung ins Positive beherrschte. Aber ich fühle mich müde genug, um nicht höflich sein zu müssen. Womöglich nervt es mein Gedankenmanagement, immer so viel verarbeiten zu müssen, ohne jemals die Früchte seiner Arbeit spüren zu können.
Burn out oder was? Depression? Ich stelle mir immer noch meine weisse viktorianische Villa zwischen Meer und Wald vor, in der ich mindestens drei Wochen von freundlichen Menschen aufgebaut werde. Kleines Zimmer, Balkon. Beruhigt, geordnet und eingenordet und mit sportlichen Anforderungen dazu im Meer, am Strand, durch den Wald, übers Land ausgepowert aufs Neue auf die Basis zurückgebracht zu werden. Um es aufs Neue zu beginnen. Klarer. Motivierter.
Corvara erschien mir sehr lang. Nunja, vom 30.12. bis eben ist nicht gerade kurz. Und wir haben sogar noch um einen Tag gekürzt. Und es lagen Silvester, Neujahr um 10 aufm schneeweissen Berg, ein abendliches Großfeuerwerk und mehrere Erkältungsschwierigkeiten von uns beiden darin. Die zweite Hälfte waren wir genesen und in mehrfacher Sicht auf dem Weg nach oben. Besonders war es schon, als auf der "Hütten mit Hund" am Neujahrstag die ganze Welt dort oben so friedlich und hell war und aus den Lautsprechern "Heast as net, wia die Zeit vergeht" ertönte. Das war ganz groß und so besonderer Moment, an dem ich mich trotzdem nicht zu heulen wagte. Das war ein bisschen so wie bei the Great Malarkey in Toender. Wo in einem kurzen Moment mein ganzes kleines Universum plötzlich auf einen Punkt kam, um zu sehen, wieviele von uns noch da sind. Und nachher ist alles sehr besonders.
Nun geht es also wieder zurück in die Welt der Arbeit, der Musik? den Domsagen? der viktorianischen Villa? dem schönen Leben? mit mir und meinem Chaos und zeitweisen Unglück, alles nicht zusammen und begreifen zu können. Wohin, wohin? Vorbei, vorbei ...
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
Rainer Maria Rilke, 8.1.1898, Berlin-Wilmersdorf