Eine kleine Wanderung über die Esso Tankstelle für Tabak und weiter zum BlueNote. Die Bäume duften und jagen mir einen Stoß Blüten ans Revers, das ich nicht trage. Es ist angenehm lau draussen. Ich versuche mir beim Gehen mal wieder meine Welt zu erklären und schaffe dabei nichtmal einen zusammenhängenden Satz. Und denke: "Ja klar, weil es immer dieselbe Litanei ist. Von einem schönen und entspannten Leben oder sowas." Alles wiederholt sich und meine Gedanken werden wegen dieser Kontinuität müde, sich überhaupt anzustrengen. Kein Plan, keine Aussicht, keine Idee. Irgendwas mit anyway.
Im BN gibts bisschen Bier und Wodka mit Wein-Micha (ja schon wieder- es ist Dienstag), einem Immobilien-Kumpel von ihm, einer neuen Kellnerin, Burkhard, der italienisch anmutenden Requisitenfrau vom Opernhaus mit der großen Brille, später dann Götz und mein Unternachbar Volker. Weiter hinten JaboKäseStoffi und deren Dienstags-Clan. Daneben Marco Sensche und Mattheo, der die Filmer von Improma schlimm findet (mit denen ich heute einen ganzen Drehtag im Puppentheater verbrachte).
Ich gehe halbwegs pünktlich nach Hause, vorbei an Corina & Katrin, aus deren Wohnung noch TV-Licht scheint. Kriege das kleine Heulen. Krebs & Tod und wie schnell und einfach sowas gehen kann. Könnte. Und ich denke an die beiden. Und daran, dass geteiltes Wissen über Fotografie vermehrtes Wissen ist und dass ich gerne mit den beiden und unseren Kameras losziehen möchte. Erleben. Ausprobieren. Entdecken. Dazulernen. Freuen. Gemeinsam.
Ich bin sehr leer und richte meine Energie im Grunde aufs Puppentheater. Damit ich wenigstens EINEN Punkt in meinem Leben habe, der mir Erfolg, Ergebnisse, im besten Falle Inspiration für Entwicklung und womöglich damit auch Anerkennung für mein Dasein bringt. Das ist erbärmlich.
Den ganzen Kram meiner Versuche, es auf den Punkt zu bringen, habe ich in der Summary schonmal zusammengestellt, die ich allerdings aktualisieren muss; denn es geht mittlerweile auch mehr und mehr um Tobias und mich. Ich komme allein nicht weiter, habe aber blöderweise Probleme damit, es einfach auf eigene Faust mit anderen Leuten zu probieren. Die Idee ist klar: Inspiration!, mehr schöne und schlaue Leute, mehr Wissen, mehr Erfahrung, mehr Lernen, Wissbegierden bedienen ebenso wie Unsinn verzapfen (jetzt kommt's schwelgerisch:) Pferde stehlen, Quatsch machen, Schokoloaden-Osterhasen für den Weltfrieden im Park aussetzen ... ich will doch nicht übertreiben oder über ungesteckte Ziele hinausschiessen, aber ich komme einfach allein mit nichts weiter. Und ich habe furchtbare Angst, dass mein lieber Tobias mit mir auf so einer idealisierten Fährte kein guter Begleiter sein kann bzw. will. Ich stecke weiterhin fest zwischen den Universen, die allesamt mit all ihren Möglichkeiten vorhanden sind und auf mich warten. Oder gewartet haben. Das ist nix Großes oder Bedeutsames, das ist nur mein ewiglicher Gedanke, aus meinem Leben etwas zu machen, worüber ich mich währenddessen freuen und es geniessen kann.
Und nochmal die Alternative: Vielleicht ist eine längere Auszeit in der illusionierten weissen viktorianischen Villa zwischen Meer und Wald mit Ansporn für (geforderten) Körper und (zur Ruhe gebrachten) Geist gut für eine Besinnung auf das, was ich mir daraufhin mit gutem Mut und freiem Gewissen vornehmen kann für mein gutes oder wenigstens zufriedenes Leben. (Oh- da tut sich allerdings ein kleiner Widerspruch auf /// aha: er hat Ansprüche).
Dazu gehört dann aber auch, mir sämtliche Aufzeichnungen von den Mapplethorpe Tagebüchern, über meine Kalender und die dänemark'schen "Kreise" bis hin zu dieser Zehnsucht hier alles mal durchzulesen. Und vielleicht erkenne und begreife ich dann sogar etwas.
MidlifeCrisis ad hoc
London ist überlebt. Ich tu mich schwer, hier endlich aufzuschreiben, was mich bewegt. Denn es fühlt sich alles sehr bewegt an, ausser ich. Ich bewege mich so gut wie garnicht. "London muss unsere Ehe retten" war eine der letzten meiner Aussagen. Jetzt stellt sich heraus, so wie Tobi es sagte: 'Es hätte nichts mit mir zu tun' - dass er wahrscheinlich eine kleine MidlifeCrisis durchgemacht hat. Spontan. AdHoc, ganz schnell. Für sich selbst. Was ich seit Jahren mit mir rumschleppe, erledigt er in 10 Wochen? Dafür ist er ja bekannt, aber das mulmige Gefühl im Bauch will mir nicht weichen. Es stimmt was nicht und ich merke das sehr klar und deutlich. Für sowas bin ich wiederum bekannt. Ich fühle meine ganze Umgebung als schlaff, beengend und trostlos. Aber ich bin auch nicht stark genug, das zu ändern. Weil ich keinen Plan habe. Die vielen unzulänglichen Situationen meines Daseins wiederholen sich dauernd; ich denke über Selbständigkeit nach, weg von Hierarchien und Abhängigkeiten- allerdings komplett ohne auch nur die Spur einer Idee, wie ich das machen will. Dann suche ich permanent nach einem harmonisch ausgeglichenen Lebensstil mit Aktion, Reaktion, Gemeinsamem, Neuem, Schönem, Genüsslichem, Reizvollem ... wer nicht geniesst, ist ungeniessbar. Es bleibt allerdings bei der Suche- und die nichtmal wirklich, sondern nur in vagen Vorstellungen. Das müsste automatisch so sein. Ist es aber nicht. Ganz sicher nicht. Daran ändern auch Geld, noch mehr Geld und wunderbares Equipment nichts.
Stattdessen kehre ich von Tobi und seiner Baumarkt-Weidenhecke nach Hause zurück und überlege, dass es beim Abschied fast bei einemTschüs an besagter Hecke geblieben wäre, hätte er es sich nicht noch schnell anders überlegt. Premiere "M" und ich hab Dienst. Ne Menge Leute da, die ich nicht kenne; ich unterhalte mich immerhin schon besser als die Jahre davor- bin aber immer noch eine Art Dienstleister; nicht darin, sondern dabei. Ich kann doch nicht aus meiner Haut. Sobald die vertrauten Leute dort weg sind, bleiben die, die sich feiern (können, dürfen und ja auch sollen). Ende vom Abend: 00:30 schnell die Weissweinflasche auf. Die zweite passt auch noch rein. Der erste Frühlingssonntag ist daraufhin im Eimer. Kein Fahrradfahren durch die Sonne mit Jörg, Homi, Zacke an den Jersleber mit Grill und Eis. Stattdessen dumpf und abgeschossen auf der Couch. Den gesamten schönen warmen Sonntag. Gleich nachher werde ich in der Sauna erklären, wie doof das manchmal ist, wenn ich wegen Puppentheater an solchen Sonntagen leider nicht teilnehmen kann, Und irgendwann glaube ich das sogar selbst an diesen Scheiss.
Eine nahezu aussichtslose und offensichtlich sehr depressive Stimmung hat mich mal wieder oder immer noch in den Fängen und zehrt an mir. Irgendwo tief unten schlummert der Schrei nach Veränderung, auf dem Weg nach oben versickert er mehr und mehr und übrig bleibt eine verwahrloste breite, lapsige Oberfläche. Unmut, Trostlosigkeit und keine Idee ausser Alkoholverzicht, in und nach welchem ja doch alles wieder genau so anfängt. Siehe dieses gesamte Buch hier.
Das ist kein Frühling, wie ich ihn will. Und erst recht kein Leben.
go London
Morgen = Nachher gehts nach London. Ich hab eigentlich nichts mitzuteilen, ausser dass vielleicht angesichts der erneuten Terroranschläge (nach Paris diesmal - zu erwarten - in Brüssel) auf dem Trafalgar Square bei der Passion of Jesus am Freitag eine Bombe hochgehen könnte, die uns beide mitnimmt.
Au Backe - habe ich das gerade eben wirklich so geschrieben? Ich bin und fühle mich Panne. Sehr. Willem ist vor ein paar Tagen gestorben. "Oberkossa". Ein Meilenstein meiner Entwicklung. Würde gern zur Beerdigung fahren, weiss aber, dass es wegen Puppentheater und Endprobenwoche "M" knapp deswegen wird. Was ist jetzt wichtig?
Nee, das wird hier nix. Hab gerade die Doku Hubert von Goisern (DVD von Mandy) angesehen und stelle erneut fest, dass es Lebensweisen gibt, die ich so gut und gern nachvollziehen kann. Und so gern möchte. Aber ich hab mich mal wieder mit Wein soweit gebracht, dass ich hier nichts klarstellen kann. Mistkram. Und ich sitze zwischen allen Stühlen meiner diffusen Wahrnehmungen und Vorstellungen eines schönen Lebens, das sich mir irgendwie und mal wieder nicht erschliessen will.
Gehen wir mal davon aus, dass London uns beide- und außerdem mein Universum- nicht vernichten wird. Es ist Frühling. Mal wieder. Und mal wieder ist es Zeit, ..... ah Shit, vergiss es.
46, Frühling, Tag des Glücks
Schöne Begriffe. 20. März. Am Ende dieses Tages in Mannhausen mit unser beider Familien bei und mit Mandy sitze ich hier. Zu Hause. Wie so oft am Sonntag Abend. Und wie so oft ein bisschen traurig. Der Tag war nicht traurig. Es war ein Tag an der frischen Luft sozusagen. Um nicht an Tischen sitzen und den Geburtstag dort abwarten zu müssen. So wars gut.
"Die Luft ist raus". So fing es nach der großen Stille an. Eine Stille zwischen Tobi und mir, die ungefähr nach Corvara (Skifahren) anfing; genauer wahrscheinlich an dem Tag, an dem wir bei meinen Eltern mit großem Essen waren und ich offensichtlich sehr unleidlich gewesen sein muss. Diskussionen über Flüchtlinge, Ausländer, ungewünschte Auffanglager in der Nähe meiner Eltern, Video vom Skiurlaub angucken, günstige Preise für die kommenden Flatrate-Tarife. Ich weiss es nicht genau, aber ich war desillusioniert. Von allem. Ab diesem Zeitpunkt muss die große Stille angefangen haben. Vorweg: Wir sind wieder in besserem Miteinander, aber eine Wunde pochert.
"Die Luft ist raus". Ich musste ihn endlich fragen, was los ist, warum er so gut wie garnichts sagt oder nur knappe Antworten gibt. Über gefühlt: Wochen! Und unsagbar schlimmer Zustand. Für mich. Tausende irgendwelche Gedanken über Gründe. Dann die Kommunikation an diesem einen Abend endlich zu beginnen, war erstaunlich schwer für mich. Ich dachte, wir sind toughe Typen, die sich alles sagen und schnell auf den Punkt bringen können. Nein. Können wir offensichtlich nicht. Es bleierte etwas an diesem Abend. Dann ordneten sich sachte die Worte. Und es kam heraus, dass Tobi irgendwas garnicht gut fand. "Die Luft ist raus" war ein Satz von ihm. Aber wenigstens redeten wir wieder. Knappe Zusammenfassung dessen, was ich noch weiss: Wir führen deutlich getrennte Leben. Ich komme kaum noch vorbei. Auch die Wochenenden sind oft nur kurz. Und ich denke: "Stimmt - es ähnelt sehr der Situation wie damals mit Mandy: 'Ich freue mich kaum mehr auf dich' samt solcher Ideen, dass ein Tobi-freies Wochenende sogar prima wäre." Ein wahres Zugeständnis an meine Gedanken. Am Ende des Abends versicherten wir uns, dass wir keine Nebenliebschaften (Boys) hatten und uns unbedingt ehrlich begegnen und die Wahrheit sagen müssen. Ich fing damit an, ihm zu erzählen, dass ich in meinen teils lethargischen Zuständen jemanden brauche, der mich herausfordert, auffordert, mitnimmt. Hin zu neuen Ideen, Leuten, Erlebnissen. Oder überhaupt irgendwelchen dieser Art. Tobias war auf diesen Punkt garnicht vorbereitet und wollte wahrscheinlich nur unser Zusammensein wieder geordnet wissen. Naja, das ist hier doof ausgedrückt. Aber erstmal eine Eleichterung.
Die Stille besserte sich in den kommenden gemeinsamen Tagen allerdings nur ein bisschen, auch wenn es sich bereits besser anfühlte. Plötzlich und unverhohlen küsste mich Tobias eines Abend und sagte: "Es hat nichts mit dir zu tun. Auch auf Arbeit kann ich keinem in die Augen sehen." Das hab ich nicht auf Anhieb kapiert. Aber was war es dann? Er wusste es (und weiss es bisher) nicht. Es hat nichts mit mir zu tun? Den Nachsatz "noch nicht" konnte ich nur wieder selbst versuchen zu interpretieren, anstatt ihn endlich und deutlich zu fragen, was hier eigentlich los ist?
Die Tage danach haben wir auch nicht weiter drüber geredet. Wir scheinen irgendwie sehr verkopft zu sein. Klar, wir reden und gehen jetzt miteinander fast wieder so um wie vorher. Aber ich hab ein diffuses Gefühl. Es geht auch in Richtung Ironie. beinahe Sarkasmus. Beispiel heute Abend, nachdem wir den ganzen Geburtstagskram samt Essen und Geschenken aufgeräumt hatten "So, dann wirds aber auch langsam Zeit für dich". Er sagt, das ist alles witzig gemeint. Er will noch Training machen. Aber diese witzig gemeinte Ironie und deren Häufigkeit sind keine Witze auf Dauer. Wieso fällt uns das Reden darüber so schwer? Ich glaube, Tobias würde damit nicht anfangen. Er nimmt wahrscheinlich alles 'irgendwie' so hin und das wars. Sex, Liebkosungen, das gemeinsame Gefühl füreinander ... all das fühlt sich so 'halb' an oder findet sehr selten statt. Ich spüre das Gefühl der Umkehrung zu Mandy und mir damals: Mandy wollte immer reden und alles ausdiskutieren und ich fühlte mich sehr unwohl dabei. Aussprache ... Jetzt aber bei Tobi fühle ich mich in der Situation, wissen zu wollen, was los ist und wie wir weitermachen. Bin aber auch zu feige oder zu thumb oder zu betrunken.
Wahrscheinlich können wir beide das auf einen Punkt reduzieren: Nämlich, wie es mit uns weitergehen soll, kann, darf oder/und muss. Dabei müssen wir Position beziehen. Und das fällt uns beiden schwer. Donnerstag, 24.03. fliegen wir nach London. Ich denke mir im halben Spaß dabei gerne: "London muss unsere Ehe retten".
Endlich hab ich's mal angefangen, hier aufzuschreiben- denn selbst das hat seit ca. 13. Januar (Essen bei meinen Eltern) bis heute irgendwie nicht geklappt. Oder ich hab's mich nicht getraut. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es Tobi nichts ausmacht. Und bevor er sich im Sarkasmus und damit mich verliert, müssen wir das mit uns klären. "Viel leichter ist's immer hinterher".
Der "Brief an meinen Freund" damals in 2010 im Bus auf dem teuersten Campingplatz schwebt immer mit mir herum. Ist Tobi mein Wunschfreund geworden? "Der andere ist nicht dafür da, meine Erwartungen zu erfüllen" (mal im TV gehört).
Dies ist der Tag meiner Geburt vor 46 Jahren. Das sind schon ziemlich viele Jahre. Und von all dieser vielen ganzen großen Zeit kann ich leider nicht sehr oft behaupten, mich richtig wohl gefühlt zu haben. Schwere Worte und wahrscheinlich auch etwas unsachlich. Aber sagen wir's mal so: Ich habe den Reigen der Kommunikation hiermit eröffnet und kann nur hoffen, dass ich mutig genug bin, um endlich mal ein bisschen aufzuräumen. Das Ding hier heisst nicht umsonst GET REAL und ich möchte mich nicht dauernd dabei ertappen, mein Leben und das, was um mich herum ist, "irgendwie" über die Runden zu kriegen.
Tobias und Jesko
Ich hab ein merkwürdiges Problem damit, aufzuschreiben, was seit Januar nach Corvara zwischen mir und Tobias steht. Und was bisher wie passiert ist. Das sollte ich schleunigst nachholen, weil Zeit erfahrungsgemäß die Deutlichkeiten verklärt. Und ich bin immer wieder und wie jetzt zu sehr betrunken dafür. Doof.
Tobias 2016
Weiterführend auf den Beitrag von eben (09.02.2016 im Bluenote mit Burkhard), muss ich mir den Stand der Dinge von Tobi & Jesko vergegenwärtigen. Um es klarzukriegen. Aber das kann ich jetzt nicht. Die Worte sind alle, Whiskey & Bier taten ihr Übriges. Aber es kommt. Hierein.
Anschliessend das Thema meiner Intelligenz, das Maß meiner Dinge, meine Wahrnehmung meines Universum & der Selbstwert. Danach ... Es gibt zu schreiben und vor allem, dann zu tun.
Nachtrag 13.02., 00:30
"... dann zu tun" klingt wie immer. Bin gerade bei Tobias und weiss, wir müssen sehr dringend in unseren Köpfen und Herzen zueinander und klarer kommen. Er ist gerade ins Bett und ich hab die übliche Weinflasche vor mir, nicht bereit, ins Bett zu gehen, nicht imstande, irgendwas vernünftiges jetzt zu tun, nicht in der Lage, etwas halbwegs normal zu denken. Es schwirrt alles und ist ungreifbar. Das ist wirklich seltsam. "Die Welt ist schön, Milord" und ich dachte damals, wir werden immer so geradeheraus sein mit allem, was uns auf der Seele liegt. Stimmt nicht. Es ist schwieriger als angenommen. Vielleicht deute ich das falsch, aber ich merke, dass etwas nicht stimmt. Mit mir schon lange nicht.
13. Juli 2011 - 13. Februar 2016
1676 Tage
239 Wochen, 3 Tage
55 Monate
4 Jahre, 215 Tage
Nachtrag 14.02,. 00:51
Ein neues Kapitel unser beider Geschichte wurde heute und zum Glück eröffnet. Das stille, für mich unerträgliche Schweigen der letzten 3 Wochen konnten wir heute endlich brechen. Darüber zu schreiben ist im Moment nicht möglich. Und nein- dem liegt kein besonderer Zauber inne, ich bin nur schon zu sehr betrunken von der Anstrengung, diese Festung endlich aufgesprengt zu haben.
Burkhard Bluenote
War wie so oft Dienstags im BN. Die üblichen Verdächtigen: Skatrunde mit Zwiebel, Zicke, Zottel-Dirk u.a., später Oli. Dann der Sportlertisch Jabo, Käse und Stoffi und der Dicke (sorry: Stefan?). Hinten die anderen Skater und vorne an der Bar Wein-Micha, Wuseler, Ulrike (?- ausm Museum fürn Smalltalk) und Burkhard. Letzterer und ich saßen am Ende beisammen und redeten. Auch wie so oft und wie so schön. Bei Bier und Jameson Whiskey.
Okay, Burkhard hat nicht umsonst den Beinamen "traurig" (so wie Kubon: "dick", remember: "dick&traurig"), weil Burkhard ziemlich sentimental und eben sensibel ist. Dazu allerdings auch sehr blickig, was den Lauf und die Umgebung seines Lebens betrifft. Wir streiften über Michme auf der Katrin/Zwiebel Party und seine merkwürdig absurde und unsympathische Art, cool sein zu wollen, was wiederum Parallelen zu Kubon aufbrachte ... und so weiter. Irgendwann kamen wir dann bei uns an: Er und seine Kraft spendende Patrice (?) und seine Aufarbeitung nach dem Tod seines Vaters am Tage unseres Mozart-Konzertes im café p.
Und wie wir so bei "uns" waren, rutschte mir geradewegs heraus, was ich ihm etwas früher schonmal erzählt hatte: Nämlich, dass ich Lethargo des Öfteren einen sprichwörtlichen Tritt in den Hintern brauche, um los, um voran zu kommen. Und dass ich mir das bei Tobi (bzw. damals bei meinem zukünftigen Freund) immer so erhofft hatte, was sich allerdings so bei Tobi und mir bisher nicht einstellen wollte. Und dass es jetzt nach Corvara (Anfang Januar) einen irgendwie Knick zwischen / bei uns gibt. Dazu gleich in einem anderen Beitrag mehr.
Burkard brachte es auf den Punkt: Versenkt euch in eure Arme, lasst euch fallen und fangt alsbald damit an, darüber zu reden. Und ich denke, er hat Recht. Denn um das momentane Gefühl von Tobi und mir steht es nicht gut. Meinungen manifestieren sich, dauern dementsprechend lange an und am Tag der Explosion weiss keiner mehr, wo der Anfang lag und worum es ging. Ich bin wahrscheinlich ordentlich vorbelastet durch Mandy und derlei Komplikationen, die vielleicht andere Hintergründe hatten, aber im Sinne der Kommunikation genau dasselbe sind. Am Ende hab ich ihm versprochen, es anzugehen. Und dann haben wir uns noch verabredet, bei einer oder drei Flaschen Wein den Film über Michel Petrucciani von Roger Willemsen (am 07.02. verstorben) anzusehen.
Es ist gut und erstaunlich wichtig für mich, solche Gespräche führen zu dürfen. Keine, die kurz und bündig oberflächlich über Fakten resümieren oder gar darstellen wollen, sondern sich gehen und reifen lassen, um sich dann mittendrin auf den oder die Punkte zu treffen. Es hinterlässt ein wohliges Gefühl, von Menschen umgeben zu sein, mit denen ich genau sowas machen kann.
Sex at night
Das ging beinahe die ganze Nacht durch: Es beginnt immer mit Träumen vom Sex. Und immer ist es ein beinahe zu junges Jüngelchen. Genau so eines, wie ich es war, als ich meine Sexualität etwas genauer entdeckte und mich nach genau solchen Leuten in meiner Umgebung verzehrte. Da waren wir 16 bis 20. In dieser Zeit ergab sich allerdings nichts aus meinen geheimen Vorstellungen. Ausser den Spielereien mit Thomas Wahnschaap. Das war aber nicht das, was so sehr in mir schlummerte: Hingebungsvoller, sich gegenseitig mitreissen im Höhenflug mitreissenden Dranges nach großem Sex. So war es mit jenem (immer gleich bleibenden) Bengel, der zum Glück nicht zu jung war. Ein phantastisches Gefühl, wenn beide auf der selben Linie schwimmen, durch eine Art öffentliches Museum gehen, bei der ich weiss: So wie er mich anfasst, kann das nicht gutgehen in der Öffentlichkeit- die im selben Moment aber egal ist. Weiter. Er taucht die ganze Nacht immer wieder auf. Später wieder- in der halb ausgeräumten villa p.- immer mit der Gefahr, erwischt zu werden. Ein starkes Gefühl. Und sehr sehr sexy. Er hat die Hose bereits aus und wir poltern in eine Ecke. Es MUSS, es geht nicht mehr anders.
Das mit der Jungenhaftigkeit in meinen Vorstellungen hat mich schon manches Mal beschäftigt. Fühlt sich gefährlich an. Zu jung? Ich wähne mich im sicheren Bereich, da der Vergleich zu Thomas Wahnschaap- der damals körperlich auf jeden Fall noch als Kind durchgehen musste, meinem Verlangen bzw. der Vorstellung schönen Sexes nicht standhält. Aber eben solchen Typen, die in meine Anfänge passen: Gleichaltrige aus der Klasse (Otschi, Kolou, Weide), der Lehre (Marco), Nico Röhl ... im Grunde eher Leute, die ich bereits eines Weile kannte und zu denen ich einen entsprechenden Faden hatte. Dass ich außerdem mit ihnen ins Bett wollte, bleibt mein ewiges Selbstbefriedigungsgeheimnis. Tja, und manchmal kommen sie wieder- die Jungs aus verflogenen Tagen. Muss ich mir dazu Gedanken fürs Heute machen? Erstmal nicht, es ist viel zu früh.
Gesundheit 2016!
Heroischer Einstieg in ein neues Zehnsuchtsjahr, was? Es ist wirklich wichtig, dass ich mir merke, wie sich Abwesenheit jeglicher Gebrechen anfühlt. Denn die Gegenwart ist scheusslich, wenn ich beispielsweise meinen reizenden Husten nicht los werde und noch immer ein mattes Gefühl habe. Die Dolomiten liegen um uns herum, der erste Skitag war supersonnig mit vielen Pistenfahrten und erschöpften Musekeln ... dennoch bin ich schwächlich, irgendwie kränklich und lasse heissestes Duschwasser über mic rieseln. Wohlann denn, Neues: Sollte ich vorhaben, nicht so griesgrämig und misstrauisch und negativ sein zu wollen, dann wäre Gesundheit ein echt guter Begleiter. Ansonsten ist alles psychosomatisch erklärbar und ich muss mit EINEM Thema anfangen, es besser zu machen.
Immer noch heroisch, was?
Lass uns Liebe sein
Das waren sehr viele Worte in den letzten Tagen. So voller Ungeduld und so negativ. Ich denke, zum Jahresabschluss wäre das hier von Jochen Diestelmeyer ganz gut geeignet. Wohlan denn, Herz, nimm weiteren Anlauf und gesunde. Oder Abschied. Hauptsache, es dreht sich was in eine Richtung, mit und in der ich gut leben kann. Adieu.
Und manchmal wird das Herz so schwer
Zwischen weiten Nächten
Und die Tage wüst und leer
Ziehen an Dir vorüber
Und Du siehst das Ende nahen
Fehler, die sich rächten
Und Deine Lebenslügen waren
Dann musst Du wissen was Du willst
Für Dein Leben
Deine Liebe
Für Dich selbst
Zusammensammlung 15-1
Es wird wahrscheinlich Zeit, mehr über die Dinge nachzudenken, wie ich sie gerne (bzw. nicht-) hätte. Handlungsanleitungen. Nichts Neues, was? Die vielen Episoden hier sind ja im Grunde nur die Anhäufung und Sammlung der Dinge, die aus meinem Fühlen, Denken und resultierendem Verhalten in den jeweiligen Situationen zeugen, nicht aber davon, wie es denn nun sein sollte: dieses mein Leben. Dummerweise wiederholen sich solche Anwandlungen immer wieder und ich schöpfe mehr und mehr den Verdacht, dass es einfach nicht funktionieren will, dass ich es einfach nicht packe: dieses mein schönes Leben. Also schreibe ich in regelmäßigen Abständen davon, wie ich es denn nun angehen möchte. Es gibt sogar eine Zusammenfassung dessen in der "Summary t.b.c." Das war am 29. August 2013. Keine 18 Monate später stehe ich aus dringlichen Gründen erneut da, um sowas zu verfassen, um mir meine Gegenwart, mein Dasein klar zu machen. Doof. Wiederholung. Weil es vom letzten Mal wohl nicht gereicht hat. Diesmal ist es nicht der Sommer, sondern Weihnachten. Und es wird wohl wieder nicht reichen.
Hätte ich allerdings klare Vorstellungen von meinem Leben, bräuchte ich all das hier nicht. Es ist leicht zu vergleichen, denn ich war gerade im Bluenote, hab mich mit Frank Memmler kurz unterhalten (da ging es um Freiberufler damals versus Festanstellung [Glücksgriff] heute und dass es in beiden Zuständen offensichtlich den Wunsch zum jeweils anderen Zustand gibt.) Dann mit meinem Drunterwohner Volker, der mir immer diesmal aus seiner Kindheit erzählt hat. Mit den Russen, mit Wodka und Panzern und Mod-Schützen im Alter von 5 Jahren. Volker ist ein klarer und gebildeter Mensch, der weniger seinen ausgeprägten Sachverstand (Maschinenbauer, Konstrukteur) als den vom Leben vor sich trägt und preisgibt. Sympatisch. Weil: klar. Und dann sagt er: "Jesko, los, raus hier, jetzt ziehen wir um die Häuser, gehen ins Allards und dann in den Nachdenker ... bisschen gucken." Wao. Das gefällt mir sehr. Genau mein Ding, von dem ich immer schwelge - es aber nicht mache. Ich gehe nicht mit. Weil ich mich für diesen Moment zu schwach dafür fühle. Nur für diesen Moment?
Es fühlt sich so an, als bräuchte ich einen Aufräumer. Einen Psychiater. Hab ich schonmal probiert und hat mir nichts gebracht. Tobias kam zu dieser Zeit ins Spiel und ich dachte: "Hey, jetzt wird's was." Außerdem ist der Duktus (stimmt das so?), einen solchen Menschen aufsuchen zu wollen / müssen, in meiner Vorstellung ziemlich doof.
Damals, also ab 2009 und spätestens mit Tobi in 2011 hatte ich meine größte Hürde- die meines Eingeständnisses zur Homosexualität- endlich überwunden. Heute ist das absolut kein Thema mehr. Das war damals noch so exotisch und besonders, ich schminkte mich, wollte das alles ausleben, schwul sein ... aus heutiger Sicht eine sehr späte Episode meiner Entwicklung - aber endlich gelungen und jetzt beendet. Außer dass ich oft über Sexerlebnisse ausufernder Art mit anderen Typen nachdenke, die aber exakt nach dem Samenerguss aufhören. Was mich außerdem daran hindert, solche Vorstellungen auszuleben. Ich bin ziemlich doof.
Okay, wie nun weiter? Eine Zusammensammlung der Dinge, die ich mag und welche ich nicht mag und dazu die Konsequenzen bzw. Handlungsanleitungen. Nochmal? Hilft das? Wirklich? Ich bin bei weitem nicht so schlau, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Schlau, mein Leben so zu machen, wie ich das gerne hätte. Ich hatte bisher wahrscheinlich nur unglaublich viel Glück und meinen Erfolgen liegt mein Charme, meine Höflichkeit und Freundlichkeit gegenüber anderen zugrunde. Mit diesen genannten Attributen wird's allerdings sachte knapp bei mir und ich sehe und spüre sehr oft nur noch die negativen ungeklärten Fragmente, aus denen nichts Gutes entstehen kann. Und ich fühle mich schwach, hilflos, aussichtslos, alt, schwermütig, traurig, gelangweilt, passiv ... krank.
So. Und nun? Ich mache eine Seite auf. Die heisst vielleicht ja/nein. Oder anders. Vielleicht lösche ich die auch gleich wieder. (Nachtrag: ja! Vergiss es. Das bringt keinen Schritt weiter. Ich weiss und fühle bereits sehr genau, was ich nicht will. Und die Wege genau daran vorbei sind es, die es herauszufinden gilt.)
Power off
Weihnachtssingen ist geschafft, die Stimme hielt. Jetzt ist die ganze Luft der Vorbereitung, der unschönen vorbereitenden Details mit dem schiefen Freundes-Segen und der unglaublich intensiven Erkältung raus. Und so fühlt es sich auch jetzt noch an: negativ, schlaff und der tiefe Husten ist immer noch da. Ich fühle mich schwerlich in der Lage, "zwischen den Jahren" überhaupt irgendetwas Schönes zu tun. Nichtmal Training oder für Mom die Salzstreuer zum Geburtstag kaufen. Oder die Bude aufzuräumen oder die vielen kleinen Projekte fertig zu machen. Ich bin sehr stumpf und sehr unzufrieden. Natürlich mit weiterhin zu vielen Gedanken. Ob ich bspw. die ganze Weihnachtssingen-Story zu dramatisch sehe. Und warum ich alternative Gedanken hege, wie ich das Weihnachtssingen mit Guido und Sponsoren selbst aufziehen kann. Aus welchem Grund? Rache? Ebenso das Bernhardt-Syndrom (auch wenn ich mit ihm jetzt zum Glück sogar noch bis zum 10.01. nichts zu tun habe). Dann die Grundüberlegung, ob Puppentheater und überhaupt alles, was ich derzeit tue oder nicht tue, gut für mich ist. Was Tobi und ich machen werden wollen, sollten, könnten ... Ja, wir fahren in 4 Tagen in die Dolomiten, aber da freue ich mich noch nichtmal richtig drauf, weil's mir so mies geht. Der Nenner bleibt Null. Und durch den kann man nichts teilen. (Hä?) Aber was dann? Was wie anders?
Ich kann mich im Moment auf nichts einlassen und mir wird dabei auch nicht wohler in Haut und Seele; sitze rum, trinke Wein. Kann nichtmal Grand Theft Auto oder Dead Space III zu Ende spielen, weil ich offensichtlich zu doof (zu alt?) dafür bin. Kann sein, dass ich sowas als Burn-Out bezeichnen müsste, ohne es aber zu wollen. Weil es oll ist. Aber ich bin es ja schliesslich selbst auch. Schon passt's wieder.
So lange hab ich rumgelegen und gehofft, ich krieg mich körperlich wieder fit. Das hat so lang gedauert und ist heute immer noch nicht fertig. Dass Körper & Geist eine Einheit sind, kommt hier deutlich zum Tragen. Es sind noch 3 Tage inklusive eines sehr langen Silvesterdienstes im Puppentheater. Und ich kann nur hoffen, dass ich mich halbwegs wieder klar kriege, bis sich das Jahr mit schwerer Fracht verabschiedet. Ansonsten hab ich arge Ängste, dass meine ganzen unerklärten und derzeit sehr laschen Ambitionen zu noch weniger Tatkraft führen und mich außer Gefecht setzen. Das würde soweit führen, dass ich im Puppentheater ebenso versage. Dahin, dahin, vorbei, vorbei.
Heilig 15
Wieder bei meinen Eltern. Fondue. Und viele viele Worte. Vom Mama, die in ihren üblichen Sichtweisen ausufert, während Papa den Wein holt und sich zwischendrin lauthals erbost über ihre Ausschweifungen von wissenschaftlich bewiesenen Werbesendungen und den ganzen Rest des Lebens. Anstrengend. Dann die Politik dazu. Die Auslän ... Flüchtlinge. Jetzt soll auf der Wuhne ein Containerlager gebaut werden. "Da kommt was auf uns zu ... schlimm. In Braunschweig haben sie Autos zerkratzt und Läden ausgeräumt." Nochmal anstrengend. Irgendwann wird's weinflüssiger und ich kriege zwischen uns dreien ein paar Brücken geschlagen, die es etwas entspannen. Hab ihnen von meinem Weihnachtssingen Dilemma erzählt- so sachlich es aus meiner Sicht ging. Beide natürlich auf meiner Seite. Vater: "Dorschi ist ein Finke." Mutter:"Macht man sowas denn unter Freunden?" Balsamico. Aber in echt: ich hab die Basis-Story so erzählt, wie ich es bisher erlebt und gestern hier aufgeschrieben habe.
Nunja, das muss ich nachher wirklich mit ihm besprechen. Es hat sich emotional immerhin etwas legen können bei mir. Aber ein ungutes Gefühl schwebt weiterhin mit und ich hab für morgen keinen richtigen Plan. Hauptsache meine Stimme hält durch. Es ist Weihnachten. Irgendwie. Ich bin nicht allein, aber etwas einsam fühlt sich meine Lage dennoch an. Und dann denke ich darüber nach, ob die Gründe all meiner ganzen Baustellen, bei denen ich mich so unwohl fühle (Puppentheater und Zukunft inkl. Bernhardt? Weihnachtssingen? Tobi und ich und das gemeinsame Entdecken, Erleben, Geniessen, Lieben ...) mitsamt meiner ganzen Missmutigkeit nicht vielleicht doch von mir ausgehen. Ich bin so unschlüssig, weil ich mit all meinen Erklärungen über die jeweiligen Sachlagen und auch so das Gefühl habe, nicht richtig in diesem Leben aufgehoben zu sein. Löse ich das alles mit meinem Verhalten vielleicht selbst aus? Bin ich ausgebrannt, desillusioniert, gelangweilt, aggressiv und deswegen so selbstauslösend negativ denk- und handelbehaftet?
So komme ich jedenfalls nie zu einem Ergebnis. Ich muss in all diesen Baustellen (gerne auch mit Helm) mittels Kommunikation Klärungen herbeiführen. Darüber reden. Sonst wird das nie was und ich bleibe in Selbsterklärungen stecken, die rein subjektiv sind und dazu emotional verstärkt in einer Sackgasse wie dieser enden müssen.
P.S.@28.12.: Hab mit Dorschi nach der 2.Show nur ganz kurz und nur ein bisschen geredet. Nichts richtig Klärendes. Ausserdem war bereits genügend Sekt im Spiel. Bleibt also weiterhin im Dunst der unbesprochen unschönen Gefühle.
Der Weihnachtssingen-Wurm
Im 400. Beitrag der Zehnsucht geht es ums Weihnachtssingen, dessen 16. Ausgabe gerade Generalprobe hatte, eigentlich garnicht stattfinden sollte und dann mittels zweier Sponsoren wie Seat und Voets Magdeburg und wahrscheinlich um die 3.000 EUR gerettet wurde. Was dann geschah, wissen wir: Bumbke mit Paganini wurde dummerweise ins Boot geholt, statt dass wir es allein machen, die Sudenburger Markthalle wurde gemietet, und Dorschi sagte mir (aber nur via Jana), dass es 300 für die Mod gäbe. Die Band ging nicht von ihrem Preis runter und ich um immerhin ein Viertel = 450 als Angebot. Das war nachher doof für Jana, die sich offensichtlich mit der Angabe 300 abgefunden hatte. Wer die 300 festgelegt hatte, wusste Jana selbst nicht so genau. Irgendwas kam also ins Rollen und verrollte sich, so dass der Segen nun ein wenig schief hängt. Dorschi meinte nach meiner 450,- Forderung im Oktober / November, dass ich aufgrund meiner (nie offiziell) zugesagten 450 unbedingt mit Jana reden müsse, da sie ja auch bei den Filmen mitgewirkt hat, für die ich damals zusätzlich Geld eingefordert hatte. Aber ich verstand nicht, warum ich deshalb mit Jana reden sollte. Ich hab doch da nicht das Problem, oder?
Das Problem des schiefen Haussegens besteht meines Erachtens darin, dass Dorschi "sein Kind" gern vollständig manövrieren möchte, ich aber bei dieser Entwicklung nur einen Geschäftspartner habe: Bumbke als Agentur Paganini. Dorsch ist letztlich auch nur auf der Honorarliste dort. (Und bleibt weiterhin von Bumbke abhängig- sei es fürs Kaiser-Otto-Fest oder Weihnachtsmarkt- / Weinfest-Einsätze etc.) Und wenn ich nun 450 forderte- wo liegt sein Problem? Jedenfalls gibt es seitdem eines; ich merke es an seinen Mails oder Nachrichten, die so merkwürdig lauteten wie "Ihr trefft euch am Donnerstag". Ich fragte nach, aber erst kurz zuvor erfuhr ich, wer mit "ihr" überhaupt gemeint war. Bumbke fühlte sich derweil nicht imstande, mir eine einfache Zusage über meine geforderten 450 zu geben und zudem glaubte er, dass ihm die Fäden für diese Veranstaltung seitens der Sponsoren (mit denen wir uns also treffen sollten) aus der Hand genommen wurde.
Zur GP heute bzw. kurz vorher haben jene Sponsoren ziemlich plötzlich aus einer im Bluenote erwähnten Idee das Finale der Show festgelegt, das von Dorsch "irgendwie" auch bestätigt wurde. Jana weiss im Grunde von garnichts so richtig, muss mir immer nur kleine Informationsfetzen ohne Hintergrund überbringen und ist sichtlich genervt von dem ganzen Unterfangen. Das merke ich auch an unserer "Probe" und Absprache über die Mod: Da ist nichts von Bedeutung. Weder Klamotten, noch eigene Songs oder Specials, die wir uns sonst immer so gern ausgedacht hatten. Sie wirkt ein wenig uninformiert und unglücklich zwischen all den Wirren. Inklusive der Gagenabsprachen. Aber sie weiss doch, dass ihr Dorschi dadrin die Basis ist? Sie weiss es genau. Und die beiden werden sich doch sehr sicher über all das unterhalten und abwägen. Von daher verstehe ich es schon wieder nicht. Auch, dass am letzten Ende des Geldes weiterhin Bumbke sitzt.
Damit ich hier alles Erlebte richtig zusammentrage, noch kurz hierzu: Ich hatte Bumbke Anfang Dezember im Kaufland getroffen und ihn gefragt, was so schwer daran sein kann, mir meinen Vorschlag zu bestätigen oder abzusagen. Es gab wieder Ausflüchte, dass sein Weihnachtsmarkt (...) viel wichtiger sei und dass wir einen mündlichen Vertrag (also Zusage) geschlossen haben und dass er mich bis hierher nie enttäuscht hatte. Stimmt. Da hat er Recht. Und dann erzählte er mir von Dorschi, dass der damals aufgrund der (aus heutiger Sicht ehemaligen) hohen Gewinnspanne lieber nicht mit einem festen Honorar, sondern mit einer Gewinnbeteiligung dabei sein wollte. Es ging dabei um 4.500 EUR (laut Bumbke). Das hätte Bumbke ihm zugesagt. Dummerweise lief 2013 das Geschäft mies (aus welchen Gründen, ist hier nebensächlich), woraufhin Dorschi also nicht am Gewinn, sondern am Verlust beteiligt werden sollte. (siehe hier) Das wusste ich damals nicht. Und ich weiss noch sehr genau, wie Jana mir sagte, wie sauer sie auf Bumbke war, weil Dorschi kein bzw. erst viel später und weit weniger Geld erhalten hatte. Und dass er das jetzt auch nur noch wegen des bisschen Geldes macht, weil er es braucht; er das Weihnachtssingen ansonsten sofort sausen lassen würde.
Tja. Aber mit diesen Informationen sieht die Sache natürlich ein bisschen anders aus. Im Nachhinein und mit diesem meinem Wissen erklärt sich jedoch auch, warum dieses eigentliche Totschlag-Argument seitens Jana nach und nach etwas sachter behandelt wurde. (Obwohl: weiss sie, dass ich darüber Bescheid weiss oder ist es ihr Gewissen?) Im Bluenote und bei unsere beider Probe erklärte sie, dass diese Geldverweigerung 2013 "ein anderes Thema" sei. Hat sie dieses Thema also runtergebrochen aus Gewissensgründen? Nunja, jedenfalls scheint ihr dieses ganze Unterfangen gegen den Strich zu gehen. Ohne es mir deutlich erklären zu wollen.
Generalprobe 2015: 'Die Band sollen wir am Ende der Show nicht nochmals namentlich aufzählen'. Die Antwort auf meine Warumfrage hatte seitens Dorschi sehr bestimmt einfach nur "seine Gründe". Für mich ist klar, dass die Band fürs nächste Jahr abgeschossen werden soll und die Verhaltensweisen Dorschs weisen deutlich darauf hin, dass auch ich bereits im Cancel-Boot sitze.
Das musste ich jetzt brühwarm loswerden, weil es womöglich nie wieder Thema sein wird. Hässliche Moby-Dick-Rachegedanken machen sich breit in mir und wollen sofort die Markthalle fürs nächste Jahr buchen und mit Guido einen Finanzplan aushecken. Die Musiker und Interpreten haben wir problemlos parat, Technik und Orga sind einschätzbar. Nun ist das alles natürlich noch recht hitzig-heiss; also warten wir mal tatsächlich ein bisschen ab. Dafür, dass das Weihnachtssingen bereits Geschichte sein sollte, hat es nochmal ganz (un)schöne Wellen geschlagen. Wir sprechen derzeit übrigens von 150 EUR und schlechter Kommunikation. In diesem Fall tatsächlich nicht von meiner Seite aus.
Zu guter Letzt: Das große ganze gemeinsame Kind aus dem Jahr 2000 ist längst im Brunnen. Es war eine feine Idee. Und es war großartig; alle, die mitgemacht haben, brachten "ihre" Leute mit. Es war klein, überschaubar und es waren gute Shows. Gemeinsam. Die Auswahl der Themen der Shows war hip. Glory. Das Ganze hat sich natürlich ausgeweitet. Würde jeder Veranstalter so machen: Was gut läuft, kann größer werden. Und noch größer. Wenn man gut aufpasst, ist es ein Erfolgsrezept. 1200 Leute pro Abend in der Fichte. Wao. Aber genau diese Leute au den Anfängen brechen sachte weg. Und wenn das Konzept nicht übergreifend weiterverfolgt, sondern als Selbstläufer angesehen wird, findet keine Entwicklung statt und ist irgendwann zu Ende. So wie eigentlich in 2014. Adieu im Alten Theater mit den BluesBrothers.
Und nun das: Es geht hier um ein geschäftliches Interim 2015 mit Plänen für eine mögliche Zukunft dieses Projektes namens Weihnachtssingen. Und für mich zumindest für 2015 auch um das Geld, wofür ich zwei Shows zu Weihnachten 2015 mache. (ungeachtet dessen, dass Tobi und ich sonst sicher nichts bedeutsam anderes gemacht hätten und es ja auch Spaß macht - von daher wäre es beinahe etwas schwer zu argumentieren, ist aber hier weder wichtig noch offiziell.)
Meine Idee aus 2013, es längst selbst zu machen, ist nicht zum Thema geworden. Nun wittert man aber neue Geschäftsfelder (wegen nur 3000 EUR? Das ist denkbar wenig.) Und alles ist Dorscheinander. Wir müssen darüber reden. Am besten noch bevor die Show 2015 beginnt.
P.S.: Das ist alles soviel blödes Zeug. Und ich denke zuviel darüber nach. Und mache einen riesigen Müllberg daraus. Was mich wieder zurückbringt auf all das wirklich Wichtige: Schätze ich meine Welt, meine Umgebung vielleicht falsch ein? Wo bin ich? Was will ich? Ich habe mich heute Abend entgegen all meiner Viren und Vorsichtsmaßnahmen fürs ganze Gegenteil entschieden: Habe gerade die zweite Flasche Rotwein Rotwild Dornfelder ausm Kaufland geöffnet, nach 9 Tagen erstmals wieder geraucht - bin also auf üblicher Strecke. Ich hab's satt, immer noch krank zu sein und versuche, meinen Körper mittels Gewohnheits-Rituale auf eine gewisse Normalität einzunorden. Das ist bestimmt nicht wirklich gut; auf meinem Mac steht 24.Dez. 2015 - 01:58 Uhr. Aber im Moment vertrage ich es ganz prima.
Dahin, dahin. Vorbei, vorbei.
Die alte Welt
Die stille Nacht
Die goldne Zeit
Der wilde Bach
Das fremde Land
Der Lindenbaum
Ein müder Wanderer
Ein Sommertraum
Die Kunst des negativen Denkens
Nach diesem Begriff lässt's sich leicht suchen in dieser Zehnsucht. Gerade erst hier >>>. Durch solche gedachten Vorab-Inszenierungen ist das Scheitern aufgrund der negativen Annahme doch so gut wie vorformuliert oder? Oder dient es als Vorbereitung auf einen möglichen worst case? Es ist wirklich sehr negativ. Dazu kommt eine Art Aggression, die so sinnlos ist und wohl nur einer Art Selbstschutz dienen soll. Aber sie schafft keine Voraussetzung für eine gute Kommunikation auf gleich hoher Ebene. Stattdessen fabuliere ich mir Sachen aus, wonach im Grunde die ganze Welt schwerst in Schieflage und vor allem gegen mich ist. Meine Unvoreingenommenheit ist dahin, ich nehme mich der negativen Seite für meine Episoden der Zukunft an. Die dunkle Seite der Macht. A propos: Auch so eine defizitäre Side-Show-Denke: Wenn ich nur eine bestimmte kleine Macht hätte, dann (...) das ist pure Hilflosigkeit. Lotto-Gewinn-Strategie.
Ich traue mir selbst nicht über den Weg. Nun gut, im Moment bin ich dazu auch sehr missmutig wegen der zu lang andauernden Krankheit. Aber habe ich nicht eben gerade noch über Krebs und die finalen Treibsandfilme geschrieben? Was soll das im Ernstfall erst werden? Im Stillen weiß ich, dass alles wieder gut wird und wir in 10 Tagen auf Brettern die weisse Welt hinabdonnern und uns gut fühlen werden. Weiss ich das wirklich ja? Also gehe ich wohl doch vom Guten aus. Weil ich es will.
Ich könnte Kilometer virtuellen Papieres mit diesen Litaneien füllen; allein es bringt mich wohl nicht weiter. Was mache ich denn jetzt? Gesund werden und mir vornehmen, das positive Denken zur Kunst zu erheben? Wo ich doch seit Kindheit an der Optimist war. Was war passiert? Zu viele unterdrückte Enttäuschungen? Zu wenig Selbstwertgefühl? Zu wenig Liebe?
Vielleicht hilft es, mich nur noch mit den Menschen und Situationen zu umgeben bzw. diese zu forcieren, die mir gut tun? Damit begänne also eine Selektion nach ehrlichstem Gewissen. Bin ich dafür konsequent genug oder ambivalieren sich meine höflichen Konjunktive wieder ins Nichts?
"Heute ist nichts"
Diesen Spruch kennen wir aus vergangenen Tagen und in letzteren sehne ich solcherlei Beschreibung immer öfter herbei. Bedeutet es doch nichts weiter, als dass weiter nichts ist und ich mich nicht erheben oder mit irgendetwas befassen muss, das ich unmittelbar mit eigentlich ungewolltem Aufwand verknüpfe. Das hat ganz sicher was mit einer Art Erschöpfung zu tun. Dinge, die ich früher gern und gleich und voller Tatendrang anging, beginnen jetzt, zu nerven. Ich bin jetzt pünktlich den 9. Tag krank, was sprichwörtlich das Ende dieses Siechtumes bedeuten könnte. Es scheint ein wenig stärker und damit länger als sonst ausgeprägt. Dennoch habe ich fast das gute Gefühl, zum Xmas-Singen wieder ausreichend fit zu sein.
"Heute ist nichts" - war gestern. Heute ist Generalprobe. Morgen Eltern und Heiligabend. Danach 2 Tage Weihnachtssingen. Dann eine Weile nichts, dann der Silvesterdienst, dann Urlaub. Burn-out, Erschöpfung, Depression, Vitaminmangel, Lethargie, Lebensmüdigkeit ... womit immer man das bei mir begründen möchte- ich wäre es gern los.
Ich möchte begreifen, dass es nicht viel zu bedenken als zu erleben gibt; ohne Fragen nach Sinn und Notwendigkeit; aber aus einer Lust heraus, aus freudigen Erwartungen, aus mir selbst. Bin ich bereits so verkopft und abgewrackt, dass all diese Vorstellungen nur als winzig-revolutionäre Glimmglut tief verborgen und unlösbar angekettet in mir zu Missmut und Gnatztum führen? Vermutlich schaukelt sich das alles auf zu einem Ungetüm von unüberwindbarem Berg, der vollgestopft mit meinen Milliarden Gedanken über die Konjunktive meines Universums nicht bezwingbar scheint.
Also brauche ich erstmal einen Berg, nach dessen Bezwingen mir diese Symbolik auf psychologisch wundersame Weise klar macht, dass das Laben also ... > das ist alles echt dummes Zeug. Auch schreibe ich zuviel in den letzten Tagen. Bestimmt auch viel doofes Zeug, was zur Vergrößerung dieses Ungetüms beiträgt. Aus der Erinnerung bekannt ist ja bei mir, dass manch kleine, schöne Situation plötzlich alles wieder so wunderbar und einfach erscheinen lässt. Das nennt man bestimmt außerordentliche Labilität.
In der Tage kranker Länge
Tag 8. der diesjährigen, mir wie immer heftiger als jede andere Erkältung erscheinenden Krankheit. In solchen Tagen, die denen schweren Katers in gewisser Weise ähneln, erscheint gern jenes spirituelle Gefühl der Einsicht, der Demut mitsamt einem beinahe dahergebeteten Versprechen, es auf jeden Fall besser zu machen, sobald es mir wieder besser geht. Eine sich wiederholende Litanei mit wahrscheinlich selbem Ausgang. Das habe ich, glaube ich, in einem der vorherigen Artikel gerade erst beschrieben. Ich möchte, dass wir uns aufrappeln und losgehen, dass wir laufen, schwimmen, besuchen, Kaffeetrinken, spielen, wandern, Bergeklettern, Wandern, Fliegen, Filme und Theater gucken, Pilze sammeln, anderen Geschenke machen (...), dass wir unseren Horizont erweitern, dass wir mehr geniessen. Wenn Tobias nicht mitwill, muss ich notfalls allein. Dann muss ich aber auch die Leute dazu finden. Ganz allein kann ich es nicht. Das birgt allerdings die Gefahr der Entfernung.
Tag 8 ohne Rauchen, ohne Alkohol (außer am 20. zum Geburtstag), ohne Sport- oder andere Aktivitäten. Aber voll mit Ungeduld und Verdriesslichkeit. Dazu mein ständiges Nörgeln über nahezu alle(s) andere. Wunsch nach Reset; nach Unvoreingenommenheit und Offenheit wie beim Absprung von der Kindheit. Heit Heit. Hoheit lässt nicht mit sich reden. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange und alles ist wieder beim Alten. Obwohl das schon Zynismus ist: Nur die Erkältung ist dann weg- alles andere grummelt latent weiter und manifestiert sich auf dem Weg zum Steingreis, in dessen Herz der ewige Funke von der Gewissheit besseren Lebens vor sich hin kerkert.
Symptomus morbus
(Schreibwütig). Wie geschrieben, ist die Klarheit im Denken bei einer fetten Erkältung zwar etwas ähnlich der einer post-alkoholischen Session, und sehr viel leichter ist sie auch nicht zu ertragen, aber sie besser einzuschätzen. Ich wollte hier mal den Verlauf aus meiner gefühlten Sicht darstellen, auch wenn danach alles wieder zum Alten zu werden scheint.
Montag Abend, Weihnachtsfeier draussen und drinnen. Es gibt Wildschwein. Lecker. Draussen kalt. An den Füßen. "Na, wer sich jetzt noch eine Erkältung zuzieht, hat Weihnachten ein Problem", sage ich zu Matze. Dienstag, Aufwachen: Alles klar. Puppenhaus, die wesentlichen Dinge machen und Bernhardt Bescheid sagen, dass ich bis Mittag noch alles wichtige versuche und dann zum Arzt muss. "Alles klar, kein Problem, gute Besserung". Dienstag zu Mittwoch: Schwerste Schwitzung. Selten so erlebt. Klatschnass. Alles. Mehrfacher Wechsel allens. Mittwoch vormittag: Heide. Endlich mal wiedersehen. Und darüber schwatzen. Meine Erkältung scheint also wie immer wie bei allen anderen auch was ganz normales zu sein. Auf Krank-bis-Freitag verabredet Puppenhaus, Krankenschein abgeben. Home. Couch. Erschöpft. So richtig runter komme ich aber nicht. Bis Freitag geht das so. Dann die Mail von Bernhardt. Unschönes Empfinden. Wie ein anderer kranker Geist schwebt das immer mit. Donnerstag: Die Nacht schon wieder geschwitzt. Nicht mehr so doll. Ich bin aber noch ziemlich oll. Schnell erschöpft. Tee ohne Ende und ein gewisses Mitleid gegenüber mir selbst. Gehe aber wegen schönem Wetters über den Friedhof. Meine Oma Traudel gefunden. Bisschen mit ihr erzählt. Auf dem Rückweg immer wieder dieses Bernhardt-Symptom. Auch wenn er vielleicht nicht mitbekommt und garnicht beabsichtig- ich krieg das und ihn nicht aus meinem Kopf. Und immer bleibt ein unstetes Gefühl, dort auf Dauer nicht bleiben so sollen. Das gleiche Dilemma wie damals beim Studium: Was soll ich hier? Was bringt es mir? Aber mangels besserer Ideen ... you know.
Zuhause immer noch nicht konsequent entspannt auf Couch. Ich finde, wenn sich die beiden miesen Zustände: also erkältungs- und alkoholtechnisch abstellen und zum Besseren wandeln ließen- was wäre da für ein schönes Leben möglich?! Wunderwunder. Und offensichtlich möglich. Es sei denn, der Husten ist vielleicht Lungenkrebs. Aaaah! Wunderbar. Freitag: Das Schwitzen verschwindet so sachte, jetzt melden sich Hals und Nase deutlicher. Jana abgesagt und liege da, ningele so durch den Tag bei Lernen-interkulturell-Web und Mandy-Grafik und Fernsehen und die Zeit vergeht ziemlich schnell. Trotz frühen Aufstehens. Der kleine Lord abends weint mich ein wenig. Der Abspann wird hart unterbrochen von irgendeiner Weihnachts-Scheiss-Show-Werbung. Ich raste aus. "Fuck you, am besten gleich Helene Fische drüber, ihr TV-Faschisten". Zappe kurz weiter und sehe: MDR hat Helen... werfe einen Wasserflaschenverschluss gegen die Mattscheibe. Interessanter Effekt. Freitag abend erstmals lesen im Bett. 5 Seiten oder so und zackmüde. Nanu, bin ich so geschwächt? Aber es schläft sich weit besser. Jetzt gehts dem Hals an den Kragen. Muss doch noch eine Paracetamol nehmen, fühlt sich alles bisschen lau an.
Aber genau jetzt kommt es so sachte: Das erleichternde Gefühl der baldigen Besserung. Der Dienst Muck im PT gleich wird wahrscheinlich sehr kurz, heute Abend Schauspiel und morgen Tobi. Und bis Montag jeden Vierteltag etwas besser. Dankbarkeit versucht sich einen Weg durch die Menge der unglücklichen Umstände zu bahnen und ich überlege im selben Moment, warum ich das hier aufschreibe. Egal, wird ja nicht schlecht.
Vielleicht genügt es zum ewig erkannten Fazit, dass mein Wohlbefinden die unbestrittene Grundlage für alles weiter ist. Hier kann die Ottawa-Charta der WHO von 1986 mit der Definition über Gesundheit ganz gut klarmachen, was ich meine: "Gesundheit ist mehr als die bloße Abwesenheit von Krankheit. Sie ist vielmehr einen Zustand umfassenden körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens."
So. Nu mach ma.
unsortiertüberlegt
Sortiert und überlegt zu schreiben, ist nicht immer leicht bei mir. Oft ist es eine impulsive Form von (meistens) Unmut, der raus muss. Und so wird es dann auch in meiner live Kommunikation mit Menschen sein. Aber das steht ja auch schon in den Schulzeugnissen meiner Kindheit. Wenn ich mir das ganze Große um mich herum so ansehe, kann es nur auf massenhafte Kompromisse im Zusammenleben hinauslaufen, damit sich die Menschheit nicht sofort und unmissverständlich in Kriegen auslöscht. "Kundenzufriedenheit ist höchste Priorität eines jeden Mitarbeiters". Stimmt natürlich nicht. Wie auch? Wenn ich sowas ein Leben lang mache ... aaaaah ich merke schon, jetzt verlasse ich das Feld der Sinne & Worte. Aus Aus Aus.
Ich sollte mir mal eine Optimalkonfiguration zusammenstellen, in welcher ich arbeiten, leben, lieben und gut SEIN kann. Versuch' mal!
Morgen-Show
Ich bin Profi im Aufbau(sch)en von negativen Gedanken. In der Kunst derselben. Beim Duschen am Morgen des 6. Tages meiner Erkältung (bevor Gott sah, dass es gut war-haha), stehe ich also da, lasse das Wasser rieseln und stelle mir erst vor, der Leitungsrunde zu verkünden, dass ich den März oder Mai komplett auf Kur sein werde. Ein wenig später und wärmerem Wasser wird aus einer fiktiven Idee - wonach ich mich um die sichere Ankunft von Abendspielplänen zu kümmern habe, das aber bei der Paket-Annahme schief lief und ich dessenthalben vom Kempchen eine Verwarnung ausgesprochen bekommen soll - eine rebellische Show meinerseits, bei der ich zynischst einen Tadel, ja- einen Verweis, eine fristlose Kündigung einfordere und ich lauthals verlange, dass Frank Bernhardt weder Leitungs- noch irgendeine andere Tätigkeit im Puppentheater haben sollte. Was die Ursache oder wenigstens den Auslöser ein bisschen deutlich macht.
So. Sowas entsteht häufig. Am Ende derlei Shows bleibe nur ich allein mit schwerem Gemüt übrig. Niemand weiss davon. Ich eigentlich auch nicht. Ausser dem negativen Gefühl bleibt nichts greifbares. Das kenne ich- in Personalgesprächen fehlten mir plötzlich die Argumente. Weil sie allesamt nur aus nachinszenierten Gebilden bestehen, die auf Auslösern beruhen, deren Ursache ich mir nur schwer erklären kann oder will.
Im Grunde ist garnichts passiert. Ich bin krank geworden. Eine dumm, aber womöglich unabsichtlich so geschriebene Mail Bernhardts hat all das zustande gebracht. Katrin Gellrich hat's mir per Mail wie eine Welle ans Ufer gelegt und mir gehts so deutlich wie besser. Aber warum schafft Bernhardt sowas? Wieso springe ich so dermaßen und immer wieder drauf an? Ignorieren geht aber auch nicht. Oder doch? Oder ihm eine reinhauen. Oder erneut verlangen, aus der Hierarchie rausgenommen zu werden. Ich brauche deutlich und konsequenten Abstand, um sowas nicht denken zu müssen, sondern es vielmehr in die Schublade der unnötigen Dinge stecken zu können, die von selbst verwest und mich nicht anficht.
Olroid, das hier war mindestens eine Stunde unsinnig verschenktes Leben. Sowas sollte nicht sein.
Krank-Dejavuu?
Aber mal Hey: War das nicht in 2014 genau so? Wegen Gesund-Panne nicht zur X-mas Party Puppe im Dom (15.12.) gegangen; dazwischen dann aber Tobis 40ster (20.12) in besserem Zustand; dann Generalprobe X-mas Singen mit schwerer Erkältung und "siehst Scheisse aus"-sagt Thorben (23.12.) und am 30.12. mit Tobi schwer erkältet aufm Corvara-Balkon? Und wie lange hat das vor allem dann gedauert? Das waren dann mindestens 15 Tage oder waren es zwei in Folge?
Jedenfalls ist der Unterschied "Panne" wegen so einer Erkältung nicht sonderlich abweichend von so einer nach zuviel Alkohol. Die Form der Erschöpfung ist dieselbe, was aber auch mit allgemeiner Erschöpfung zu tun haben kann. Denn Geist und Verstand haben bei Erkältung bessere Aussichten und Möglichkeiten, aber genau so wenig Lust.
Drei Nächte mit T-Shirt-Wechsel des Nachts sind geschafft, ich vermute, jetzt kommt leichte Schlaflosigkeit wegen des vielen Rumsitzens /-liegens. Jana Xmas-Mod für heute abgesagt und auf Montag verlegt. Morgen aber gehts los: Dienst Kleiner Muck um 3 und halb5 mit der Aussicht, recht schnell wieder "weggeschickt" zu werden. Abends dann KRUSO und dann warten aufs Geburtstagskind. Wahrscheinlich dann der 5. Tag ohne Sch.alk & Rauch.
Konsequent
Schrieb's - und wurde folgerichtig krank. Erstmal ohne Desaster. Nur eine phantastische Infektion mit viel Leiden, Weh & Ach. Mit nächtlichem Großeinsatz im Schwitzen. Zweite Nacht die Nachhut. Fühlt sich morgens bisschen so an, als hätten es gestern die letzten beiden Glas Wein nicht hätten sein müssen. Das ist die pure Gegenwehr des entwöhnten Alkohols. Phantomschmerz. Wir reden von zwei Tagen und schon ist es ein Wunder. War das nicht letztes Jahr zum Weihnachtssingen schonmal so? Ach, das Weihnachtssingen. Hab ich das schon erklärt? Eigentlich pillepalle, aber Freundschaften könnten darunter leiden. Jana und Dorschi haben das Honorar der Moderatoren entweder selbst oder unter Bumbkes Anweisung auf die Hälfte (300) reduziert und mir das so mitgeteilt. Ich war und bin eher der Meinung, deswegen nochmal nachhaken zu wollen. ("Kannste gerne machen, aber das ist aussichtslos"). Nun war's das aber nicht und mein Kompromiss liegt bei 450. Jetzt ist Jana auf mich sauer. Dorschi wahrscheinlich auch ein bisschen. Weil ich irgendwie (auch mit den Filmen der vergangenen Jahre) immer bisschen mehr bekommen habe. Meine Deutung dabei: Das "Familienunternehmen" ist längst keines mehr; spätestens seit Dorschi von seinem Honorar weg und zu einer Gewinnbeteiligung hin wollte; es aber in 2013 keinen Gewinn gab und Dorschi somit auch die Verlustbeteiligung hatte und erstmal kein Geld bekam. Egal- Bumbke ist mein Vertragspartner. Genau wie bei Guido und den Musikern, die nun garnicht von ihrer Gage abwichen. Bleiben zwei, die irgendwie schon immer abgewichen zu sein scheinen.
Entweder ist das mein üblicher Zeitpunkt einer ordentlichen Erkältung oder es liegt am Weihnachtssingen oder am Puppentheater oder meiner end- und ziellosen Suche nach einem für mich schönen Leben, das ich nicht deklarieren kann.
Konsequent hoffnungslos. Armer Dussel.
Der ganze Kosmos
Irgendwann so gegen 1985/86 lief ich im ELMO so über den Hof und dachte bei mir: "Ich hab so viel, ich hab alles im Kopf. Ich kann das ganze Universum begreifen. Alle Dinge, die um mich herum passieren, kann ich bis ins kleinste Detail deuten." So oder ähnlich hab ich es bestimmt hier schon einmal aufgeschrieben. Ich dachte damals im selben Gedankenzug, dass mich diese enorme Fähigkeit irgendwann bestimmt verrückt machen könnte.
Aus heutiger Sicht stelle ich fest, dass ersteres überhaupt nicht stimmt, während letzteres dennoch passieren könnte: Meine Gedanken sind immer irgendwie konfus, zu viele und zu unkonkret im schlussfolgernden Ausbau. Ich sah immer den anderen nach, die meiner Meinung nach das Leben um sich herum begreifen und bestimmt das Richtige tun. Während ich meinen unerklärten Traumgespinsten nachhing und mir eigene Interpretationen erlaubte, die ganz sicher sehr oft sehr irreal waren. Und es heute noch sind.
Ein heute für mich erfundenes Resümee - eine Zwischenbilanz würde wahrscheinlich lauten: "Aus mir und meinen Fähigkeiten hätte bestimmt was richtig Gutes werden können." Das ist wahrscheinlich dummes Zeug, schließt aber den Kreis des hier Geschriebenen. Und weil ich mir immer ein bisschen unklar über meinen aktuellen Stand und dazu oft müde und unausgerichtet bin, muss ich hier dauernd solche Dinge schreiben.
P.S: Ich hab seit einiger Zeit so eine gefühlte Todesnähe. Krebs oder sowas. Kommt nur nicht zum Ausbruch, weil mein Stoffwechsel zwar Sprinter seiner Klasse ist, der Rest aber ungemein träge pulsiert und die Herde (Krebsherde) noch nicht ausbrechen lässt. Hypochonder oder so. Dazu die immer wieder zu vielen Mengen Alkohol. Vielleicht, weil ich resigniert nichts besseres erwarte als immer den selben lauen Kreislauf. Und weil ich dazu nicht weiß, wie ich dieses mein Leben ändern und in vollen Zügen genießen kann. Mario Körtge ist an sowas gestorben. Der fuchtelnd schwarze Mann winkt allen Ortens bedrohlich mit der Sense. Noch scheint sie für eine Änderung meines Lebens nicht scharf genug. Und wenn, ist es bestsellertauglich vollgetränt bestimmt zu spät.
Neidender Wüterich mit fiesestem Blick
Fahre ich müde durch samstagliche Straßen hin zum Training, Einkaufen und Flaschen wegwerfen (ohne mich), fällt mir erneut und immer massiver auf, wie unfreundlich ich bin. Ich gängdrängele vor mir Fahrende, inszeniere mich selbst als den schwer Ungläubigen, der so ein Verhalten anderer nicht verstehen kann und stelle nahezu alle anderen unter den Scheffel der Dummheit. Selbst im Allee-Center scheint es, als hätte man sich extra ausgedacht, seeehr langsam und extra so vor mir zu laufen, dass mein Vorbeikommen nicht möglich scheint. Alle anderen sind schuld und verstellen meine Wege.
Ebenso schön die andere Abteilung: wenn ich Kubon im Radio höre und meine, er hat eine wirklich ungeeignete Stimme dafür. Oder ich lese einen seiner Beiträge in Dates oder FaceBook und meine, dass er eine Legasthenie in Sachen Kommasetzung hat. Michme macht sein Weihnachtskonzert und ich finde ihn extra deswegen noch doofer. Alle anderen sind doof und machen es nicht richtig.
Wenn ich mich so von außen beschreibe, würde ich gern etwas Abstand von mir nehmen, weil mir so ein Mensch nicht unbedingt gut tun würde.
These meiner Komplexität
Meine Gedankenwelt ist zu komplex. Und ich komme über die Äonen von Gedankenansätzen sehr selten hinaus. Daraus summiert sich das Gefühl, nichts von all den Dingen dieses Lebens, dieser Welt fassen, geschweige denn, begreifen zu können. Die Sache mit den Synapsen. Manchmal nistet sich ein Gedanke etwas fester ein und gibt mir die Chance auf bspw. das Schreiben eines guten Textes. Das freut mich dann.
Dennoch bleibt ein riesiger Haufen unverdauten Stoffs liegen, den ich mangels besseren Wissens nicht verarbeiten, sondern nur betäuben kann. Das wiederum manifestiert sich in meiner Meinung über mein eigenes Mittelmaß - es zu nicht vielem oder besser noch Gutem bringen zu können. Was mich runterzieht. Und noch ein bisschen weiter gedacht (bzw. bereits so lebend), wird das Gefühl für alles noch dumpfer und es riecht nach Aufgeben.
Doof auf jeden Fall; aber immerhin eine mögliche Erklärung, warum es so oft stockt und auf meiner Stelle tritt - das Leben.
Berlin-Seminar und ein Special
War auf einem Seminar des Bühnenvereins LV Ost in Berlin. Stiftung Oper Berlin. Am Ostbahnhof. Soweit eine gute Idee, dorthin zu fahren. Und es war dennoch wie so oft & üblich: Ich hab mir was ausgemalt von diesem "meinem" Tag, den ich auskosten und nach meinem Gutdünken nutzen könnte, war aber (trotz ohne Alkohol) unausgeschlafen und beinahe desorientiert. Meine Notiz im Kalender während des Seminars lautet: "lasch & lahm und eingekerkert. Bedarf an frischer Luft und langen Wegen, freiem Kopf und besserer Sicht. Linsenkrümmung? Zucker? Diabetes? Bluttest!" (weil ich die Projektion an der Beamerwand nur undeutlich sehe)
Danach laufe ich durch Berlin im Alexandria, Weihnachtsmarkt, Saturn ... und ich nichts zu spüren, nichts vor. Sehe im Prenzlauer Berg die schönen Häuser und Straßen, denke kurz darüber nach, wie das wohl zu fotografieren sei und weiss im selben Moment, dass meine Ideen von solchen Dingen hanebüchen sind. Ich muss hinzufügen, dass ich mich für meine erste Gay-Massage einen Tag zuvor (Sonntag per SMS) entschieden hatte. Hamburg hat ja nicht geklappt, weil ich zu ängstlich war und die Kommunikation steckenblieb. Das Berliner Angebot hingegen war freundlich, irgendwie friedlich und viel angstfreier. Also hatte ich zugesagt. Bevor ich dazu komme, kurz das hier:
Der Gedanke an dieses "erste Mal" war natürlich schon Bestandteil meiner Gedanken. Und eigentlich dachte ich wie so oft an einen schönen "runden" Tag. Für mich. Aber ich krieg' das immer wieder nicht hin. Nun gut, ich war müde, panne. Abr das ändert glaubich nichts. Auch hellwach würde ich nichts anfangen können mit meinen Ideen, meinen Theorien. Sind die so schwierig angelegt? Schwer zu erklären. Also zum Thema:
Ich bin also 1,5 Stunden sehr sachte durch Berlin gefahren. Ich hatte ja Zeit: das Seminar war 14:15 zu Ende und die Massage war auf 16:00 Uhr angesetzt. Auch Wieland wollte ich danach noch treffen, aber er war erst 18:30 zuhause. Und das war mir zu spät. Also schlenderte ich mit meinem schönen Bus durch Berlin ohne Idee, außer pünktlich zur Massage zu kommen. Ich fand schliesslich die Winsstraße 67, verbrachte noch einige (bisschen aufgeregte) Zeit in deren Umgebungssstraßen, kaufte Brötchen (was?) äääh, Schrippen bei einem Bäcker und landete schliesslich bei Guido.
Oh, jetzt muss ich das beschreiben, ja? Ich versuche es: Schönes Ambiente. Guido bot mir Tee und Gespräch an, locker, unkompliziert. War auch insofern leicht, als dass auch er früher als Tänzer mit dem Bühnenverein zu tun hatte. Wir beide Theater. Bisschen Zeit. Bisschen Ruhe. Dann: "Komm mit". Kleiner Raum. Beheizte Massageliege. Leichte Musik. Mir mir Zeit gegeben, mich auszuziehen, mich nackt auf die Liege zu legen. Gemacht. Liege da und gucke mir den Aufkleber der Hydraulik an. Nanu. Das Licht wird kleiner, die Schiebetür geht auf und Guido fängt an. Mit heissem Öl auf dem Rücken. Über meine ganze Länge. Ja. Das ist schön. Meine Füße sind kalt und erholen sich blöderweise die ganze Stunde nicht davon. (Das ist wirklich doof: eine Massage, egal welcher Art, sollte warme Füße haben. Merke ich mir fürs nächste Mal.)
Diese Massage ist anders: Er massiert nicht wirklich professionell. Das merke ich bald. Aus den Erfahrungen bei Alex. Oder anderswo. Aber es heisst ja auch "sinnliche Massage". Und zu so einer entwickelt sich es auch. Er geht mit seinen Händen von oben bis unten. Greift meine Ohren. Mehrmals über meine Hände. Fährt mir über den Hintern. Bis hin zu meinem untersten Punkt. Meinem Damm. Also den zwischen Poloch (doofes Wort) und Hodensack. Verweilt dort. Angenehm. Entdeckt irgendwann bei der Massage meiner Hüften, wo links mein Schwanz liegt. Und stimuliert die Spitze meiner Eichel ganz vorsichtig. Und lässt wieder davon ab mit leichten Massagebewegungen, von denen ich mir ein bisschen mehr Griff erhofft hatte. Und immer wieder die Fahrt durch meinen Hintern, die sehr stimulierend ist.
Dann ist es soweit: "dreh dich um". Und dann liege ich auf dem Rücken. Mein Schwanz ist bereits erregt. Keine Worte. Ist so. Dann kommen die Bewegungen von oben über die Brust. Wieder über meinen ganzen Körper. Neu. Gut. An meinem Geschlecht hält er öfter inne. Die ganze Massage ist von Anfang an von heissem Öl begleitet. So auch jetzt. Auf Bauch und Beinen. (Doof: meine Füße werden immer kälter und entziehen sich den Ereignissen).
Ich hab die ganze Zeit die Augen zu. Das ist gut, denn ich will ich nicht wissen, was er da tut, ich will es nur spüren. Es fühlt sich an, als ob er mir einen bläst. Wahrscheinlich nicht. Es sind nur Öl und warme Hände. Und es fühlt sich phantastisch an. Irgendwo im Nirgendwo. Ich zucke ab und wann. Er treibt mich hoch und lässt mich fallen. Mehrere Male. Bis es deutlich wird: Ich "komme". Das passiert aber fast nebenbei. Und ist Teil des Ganzen (uiuiui). Die Massage ist damit nicht zu Ende. Es kommen warme Handtücher. Die mir den Oberkörper sauber machen. "Dreh dich um", sagt er noch einmal und es kommen sanfte Hände, Massagen und weitere warme Wickel (sagt man das so?) - jedenfalls warme Handtücher, die mich abreiben.
Ich hätte gern wärmere Füße gehabt. Ja. Aber ich habe wohl mit dieser Winsstraße 67 eine neue, schöne Idee gefunden, mit der ich neben all meinen Phantasien und all diesen Wichs-Porno-Attitüden und unerfüllbaren Szenarien immerhin ein klein bisschen Echtheit erfahre.
Kinder
Nach kurzer, schwerer ... Nacht in sehr anzüglichen Posen mehrfach erwacht und seitdem etwas sexuell fixiert sowie unausgeschlafen bzw. unentspannt. Trotz guten Schwimmens und Sauna gestern abend. Gerade in solchen Phasen fühlt sich alles etwas labil an. Und dann fiel mir was auf: Hätte/n ich/wir Kinder, würde ich denen (...) vorlesen, mit denen alle Zeit der Welt in Wald, am Meer, in Gedanken, mit Erfinden und Entdecken, mit Lernen und Singen (...) verbringen. Glaube ich jedenfalls. Wer weiß, wie die Form von Gewöhnung in so einer Konstellation aussähe. Ich glaube aber auch, dass dann weit weniger Raum für das Stellen existenzieller Fragen über mich bzw. mein Leben da wäre. Derlei Fragen würden sich, vorausgesetzt, es lägen keine Depression oder ähnlich geartete Krankheiten vor, garnicht stellen.
Oder wie ?
Als wir träumten
Heute Schauspielhaus. Gestriges Bremsmanöver in Form zweier ganzer Flaschen Wein mit "ja nur 10% VOL" machte mir Angst. Die verflog aber zum Glück. Und dann das Stück "Als wir träumten" mit Tobi angesehen. Wie er es ausdrückte: 5 Sterne! Sehr gut. Ich stimme ihm voll zu. Mir ging es wahrscheinlich ein bisschen weniger um die Story, die ich ja halbwegs noch aus dem Buch kannte, als um die Schauspieler und die Bühne. Das waren intensives Spiel, sehr gute Charaktere und am Ende hatte ich einen Kloß im Hals, den ich mir schwer erklären konnte. Sowas ist schon öfter passiert. Ich hatte fast Schwierigkeiten, mich deswegen zurückzuhalten und fragte mich im selben Moment, warum ich das zurückhalte. Weil meine Situation konfus ist? Weil ich es nicht erklären kann? Ich kann es wirklich nicht. Es lag vielleicht an der Intensität der jungen Schauspieler, die, gepaart mit der Story, soviel Leben ausstrahlten. Leben, das dennoch irgendwie vergeblich scheint. Weil es offensichtlich nur Verlust, Enttäuschungen und wenig Aussichten gab. Dennoch zählte der Moment. Und genau der war intensiv. Intensiv er-/ und gelebt. Ich nähere mich langsam an, es hängt wohl damit zusammen.
Die Heimfahrt endete im Bluenote mit Micha, Stef und Ali und recht schnellen 4 kleinen Bieren. Dort wurde ich vom Schauspielstück schnell wieder geerdet, weil es dort vor meiner Ankunft um eine offensichtlich provokante Diskussion über die Flüchtlingsfrage ging. Und wir kenne ja Stef mit seiner Erklärbär-Attitüde. Dennoch gibt es einen Plan, Ali zum nächsten OB wählen zu lassen. Ich dachte erst an Quatsch, aber Stef meint es wohl ernst. Und er möchte mich als Pressedings dabei haben. Bierstammtischmentalität, aber interessant. Nach Hause gefahren und es gibt wieder Wein. Ich ahne erneut sehr Olles. Und ich als erprobter Alkoholiker hab mir vorsichtshalber den Tag morgen im PT relativ freigeräumt. Mit einer Lüge vom Serverumzug und solch hochkomplexen Sachen, die allesamt gelogen sind.
Dann noch was am Rande in Anbetracht meines bevorstehenden "freien" Wochenendes. Tobi erklärte mir, wie es in den nächsten Wochen mit seinen Diensten so aussieht und dass ich sehr sehr oft bei ihm sein werde. Auf mein belustigtes Stöhnen meinte er, dass ich ja nicht immer da sein müsse. Aber was genau passiert hier? Ich freue mich mal wieder auf meine Einsamkeit? So wie damals, als Mandy sagte, die hätte ein Seminar und wird wohl an diesem Wochenende nicht zu mir kommen.
Der Hintergrund ist vermutlich der: Ich hab weiterhin keine Ideen für mich, für uns an unseren gemeinsamen Tagen. Außer bisschen was über den Tag machen wie Training und Kleinzeug, aber nichts, was mir aufgrund einer Leidenschaft oder einfach nur schönen Idee einfällt. Was ich also unbedingt machen möchte. Mache ich ja zuhause ja auch nicht, aber da fällt es leichter, niemanden dafür verantwortlich machen zu müssen. Abends trinke ich dann an solchen gemeinsamen Tagen mit Tobi genügend Wein, um dem nächsten Tag keine weiteren Chancen einräumen zu müssen / können. Auch das ist sehr bedenklich.
Dabei war unser Besuch im Schauspielhaus heute ein wunderbarer, wenn auch von mir inititalisierter Anfang einer Reihe von möglichen guten Ideen.
Beschreibung eines ollen Abends
Nach Hause gekommen, Nudeln gegessen, pünktlich wie immer zu den Simpsons, den Rest der Massen an Schokoloadenlebkuchen vertilgt, während der 2. Simpons eingeschlafen bis tief in die 3sat Kulturzeit, hier einen Beitrag über meinen blöden Zustand verfasst und danach Webseiten und Filme über Fotosachen angesehen. Porty-Blitze. Beauty-Dish. Dazu Landwein aus'm Naturata Bioladen. Und 3sat mit dem Film "Kriegerin" nebenbei. Während all dessen gemerkt, dass ich bereits wieder Unsinn mit Wein und Recherchen über Dinge betreibe, die offensichtlich nicht relevant für mich sind: Ein hilfloser Versuch, mich mit der Fotographie als mögliche Leidenschaft zu solidarisieren, indem ich mich erkundige über Blitze und derlei Technik. Wofür? Ich hab schon so viel Technik hier und mache damit ja doch nichts damit. Was Neues dazuzukaufen macht es doch nicht besser. Und WAS will ich denn eigentlich fotografieren? Nur ein Hauch von Idee. Eine Vorstellung.
Nebenbei guck' ich wie immer Facebook und sehe Bilder und Beiträge von Leuten, die ich kenne. Oder halbwegs kenne. Und ich denke: "Mann, da läuft heute Abend im Nachdenker handmade-Musik mit Menschen, die ich kenne: da hätte ich doch mitmachen können. Dabei sein. Da sind doch Leute, die mich kennen und mit denen ich kann ..." Oder all die anderen Beiträge, von denen ich beim Lesen so oft denke: "Da passiert was; die machen was; die leben ...". Und sitze vor einem Bildschirm, der mir das (wahrscheinliche) Leben in Pixeln darstellt, während ich entfernt von alldem allein zuhause scheiss viel Alkohol trinke.
Was ich schreiben wollte: Ich bin schon wieder besoffen; weiß, dass ich morgen deshalb wohl wieder nicht zum Training gehen kann und irgendwie versuchen werde, den Freitag als krank oder Ausflucht freizukriegen. In der Hoffnung, dass er mit was nützt.
I am lost. Und selber schuld? Fakt ist, die enorme Affinität zum Alkohol kann sich ja nur aus irgendwelchen Gründen über die ganze Zeit, die vielen Jahre, entwickelt haben. Freiwillig macht man sich doch nicht so kaputt, oder? Es scheint wie eine Flucht aus meinem Sein oder weil ich über mein Mittelmaß, was mich immer noch so beschäftigt, nicht hinauskomme.
Good God, we gonna rock down to Electric Avenue ...
kein schöner Zeit
Montags traurig, Schwimmen, Sauna, Allards. Besser. Dienstag kommts gegen Feierabend zur beinahe spürbaren Depression. Ich glaube, das kam direkt nach dem kleinen Mailverkehr mit Katrin Gellrich betreffs der puppe26 und meinem / ihrem Menschenbild. Weiss garnicht mehr wo und wie genau es danach kam, aber es kam hager, scheusslich, tief und grätzend. Genau der gleiche Auslöser heute- nur andersrum mit beinahe großer Freude, als Georgi von der Agentur meinte, was für ein herrlicher und pfiffiger Text das sei. Nanu. Da wirft mich also ein Text von einem Extrem ins andere?
Gestern viel BlueNote. Mit Burkhardt ebenso viel erzählt. Bier, ein Wodka, später zuhause einen Fernet Stock. Warum mach' ich sowas? Weil ich nichts anderes mehr weiss? Ich soll mich mit Jana treffen, sagt Dorschi. Weil eine finanzielle Ungerechtigkeit aufkäme in Bezug aufs Weihnachtssingen. Tja- aber die beiden sind doch nicht meine Auftraggeber. Das ist Bumbke. Und von dem will ich 450 statt 300. Aber eigentlich ist es doch Dorschi, der mittendrin hängt und die Planung zwar macht, aber ohne Handhabe dasteht, wenn er wie schon einmal wegen zu wenig Einnahmen kein Geld von Bumbke bekommt. Jana sagte, er braucht das Geld. Aber um diesen Preis? Warum muss das so kompliziert sein? Freundschaft & Geld - ein heikles Unterfangen. Und warum muss ich jetzt mit Jana reden? Auch weil ich für den Film letztes Jahr Geld bekommen habe und "Jana da ja auch mitgespielt und Aufwand gehabt habe"? Das hat Tobi auch.
Jetzt bin ich vor Eifer fast davon abgekommen, aufzuschreiben, was mich so bewegt. Nämlich NICHTS. Klingt lustig, ist es aber nicht. Das ist alles so ambivalent. Manisch-depressiv in kleiner Form oder was? Es gibt Momente, da spüre ich jetzt also auch körperlich diese endlose Leere und kurz darauf scheint wieder alles etwas besser und optimistischer auszusehen. Aber es passiert natürlich trotzdem nichts. Ich mache einfach nichts mehr. Es liegt alles rum. Und wenn dann aber doch einmal, dann wird es eine halbe Sache. Unbefriedigend und keinen Plan. Versuche sind oft belastend. Menschen um mich herum auch. Die aber genau brauche ich. Für eine Wanderung durch die Wälder, für gemeinsame Musik, für Theater, für Eis & Unsinn, für alles, was das Leben so erfreulich machen kann.
Fühlt sich so an, als wäre es das Beste, alles zu verkaufen, den Job zu kündigen, mich in einem anderen Universum (mit Hilfe von anderen) selbst wiederzufinden und endlich herauszufinden, was ich hier soll. Und dann vielleicht sogar will. Ich bin dermaßen unprofessionell. In alle Bereichen. Und selbst "anderes Universum" zeugt bereits von unklarer Haltung. Irgendwas soll irgendwie und möglichst irgendwann passieren. Amateurhaftes Leben. Geh' doch lieber mal ... nach Düsseldorf. Oder Peru.
Ich schaff's nicht, oder?
Wie so oft hab ich insbesondere rückblickend dermaßen oft dieses zermürbende Gefühl, dass ich es nicht schaffen werde, mein Leben zu hinzukriegen, dass ich froh drüber bin, was war, was ist und was ich mir Schönes für die Zukunft ausmale. Mir gehts heute nichtmal schlecht oder so- es ist alles im grünen Bereich. Von daher kommt dieser Beitrag nicht aus einer dunklen Höhle. Vielleicht ist meine Einschätzung der Dinge ja enorm vom momentanen und damit temporären (?) Zustand abhängig und kann im nächsten Augenblick umschlagen. Aber ich hab das Gefühl , dass hier ein Zustand enorm überwiegt. Das strengt sehr an und die Aussichten schleppen sich immer hin zu einem Wochenende, das es auch nur nicht besser schafft. Weil ich nicht von selbst hochkomme. Und was soll das? Immerzu Hinarbeiten auf irgendeinen (Zeit-)Punkt, währenddessen die ganze Lebenszeit dazwischen einfach so und unbefreut vergeht? Das ist Mist. Am Sonntag auf die die Frage von Tobias' Mutter, ob bei mir soweit alles okay ist, sprach ich schon wieder von Berufs- und Ideenwechsel. Aber ich hab ja keine Ideen. Besser wäre es, ein bisschen weniger Gedanken zu haben oder dümmer zu sein, damit diese konjunktiven halbfertigen Ansätze höheren Gedankengutes mich nicht immerzu wurmen. Alles so lassen zu können, wie es ist; sich über genügend Geld zu freuen und einfach all-inklusive Urlaub im Sommer machen.
Besonders heftig wird im Zusammenhang mit meinen bereits 45 Jahren. Schon damals hab ich immer gerechnet, was die Hälfte oder das Doppelte sind, wie alt ich im Vergleich zu anderen bin .... wieviel Zeit mir noch bliebe. Aber wofür? Da ich solche Milchmädchenrechnungen noch immer ab und an betreibe, fallen die Ergebnisse immer negativer für mich aus. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes und der Vergleich nicht mehr der Jüngste. Und immer noch so unzufrieden.
Heute habe ich für die puppe26 einen Text über Katrin geschrieben. Darin zitiert sie selbst: "Eines meiner Mankos ist: Ich kann nicht stillsitzen. Will immer produktiv sein. Motivation kommt also ohne Zutun. Für Zusatzantrieb sorgt der elende Perfektionismus. Der Drang, es allen Recht zu machen und, viel wichtiger: mich mit allen gut zu verstehen.". Tja, dieser Drang in Richtung everybody's Darling. Tatsächlich elend. Fast vermute ich bei mir selbst, dass dieser Drang so ein ganz kleines bisschen nachlässt. Richtung Resignation vielleicht. Dabei wäre es sicher sehr gut für mich, mich mit guten Leuten zu umgeben, neue Inspirationen zu erhalten, andere An- und Einsichten und vor allem: Neue oder überhaupt schöne Dinge erleben. Das geht alleine nicht. Wenn ich aber Angst vor Menschen habe und nur oberflächlich freundlich bleibe? Neee, das kann nicht stimmen. Wohl aber die deutliche Vereinsamung. Bestes Beispiel sowas wie café monaco. Da stehe ich, kenne nur wenige und hantiere umständlich am Handy, ohne tatsächlich was davon zu wollen. Es sind Ausfluchtsbewegungen. Ich fühle mich unwohl. Meist gibt sich das wieder; aber auch nur so lange, bis ich dann aber weg "muss", weil ich wieder nicht mehr will. Komplizierter Bruch in meiner sozialen Intelligenz.
Und wenn ich sowas geballt in mir spüre, kommt eines zum anderen und dann glaube ich: Ich schaff's nicht, oder? Robin Williams war sogar richtig gut, in dem, was er machte. Aber ein schönes Leben blieb ihm offensichtlich doch verwehrt. Nun bloß keine Vergleiche. Ich hinke auch so.
k(l)eine Kurskorrektur
Ein bisschen besser schlafen hätte ich können. Soviele Träume. Ich nutze aber dennoch schnell meine Stimmung aus und bemerke einen motivierten Tag mit einem normalen, und damit schönen Ende. und plötzlich packe ich die Blitze ein, weil ich vielleicht ja heute Abend mal was ausprobieren ... So schnell geht das manchmal. Ein wesentlicher Punkt ist ganz sicher der fehlende Alkohol vom Vortag. Das war- wie hinreichend bekannt- die Grundlage, um überhaupt eine Chance auf etwas Gutes zu haben.
Heute beginne auch auch wieder das (vorsichtige) Schwimmen und die Sauna. Und weil sowas hier schreiben, Spaß macht, hoffe ich auf weitere solche Tage, mit denen ich trotz etwas viel Arbeitsaufkommen, klar komme.
Familie
(Nachtrag zum depressverrückt)
Oft denke ich bei meinen vielfältigen Reisen durch meine möglichen Welt an meine Familie. Es scheint, als wären dort alle auf ihre Art geerdet und leben ihr Leben so wie es ist. Ohne viele Fragen. 'Ist eben so.' Während ich vielleicht so ein buntkariertes Küken war / bin, das immer ein bisschen anders als die anderen Familienmitglieder war. (Ui, ich rede schon von "war") Immerhin der einzig Homosexuelle, der mit seiner Entwicklung zum Coming-out exzessiv viel Zeit verbracht hat.
Kann mich ja allerdings auch sehr täuschen darin und ich sehe mich als irgendwie was Besonderes, was ich nicht bin. Okay, ich hab eine Affinität zur Kunst, zur Bühne- aber das auch nur in Anflügen ohne wirkliche Auslebung. So wie ich an die Premiere "Das blaue Licht" gestern denke, wie sich Leo und Florian und alle Beteiligten fühlen müssen, sowas (wenn auch mit großer ideeller und materieller Unterstützung durch das Puppentheater) auf die Beine gestellt zu haben. Erfolg. Applaus. Glück.
Womöglich wurde ich als Kind vollgepackt mit Basisgedanken / -gefühlen fürs Herausfinden und Richtungeinschlagen. Doch es blieb zeither immer nur eine oberflächliche Bedienung dieser Möglichkeiten. Vielleicht muss ich mal die Familie befragen, ob sie sich ihr jeweiliges Leben (auch) anders vorgestellt haben. Naja.
depressverrückt
Wo ich gerade Robin Williams in GARP sehe, geht es mir erneut auf: Ich sehe für einen Moment etwas und denke darüber nach, warum ich es nicht so leben und machen kann, wie der flüchtige Moment mir offensichtlich etwas vermachen will. Garp wollte nach New York, um Schriftsteller zu werden. Schöne Idee: Etwas mit purer Absicht und Willen zu tun tun. "Jeder wird sterben, auch du", sagte seine Mutter zu ihm. und weiter: "Aber bis dahin dahin muss man das Leben leben. Und das kann ein richtiges Abenteuer sein." So eine Stimmung hängt immer vom Augenblick ab.
Davor hab ich an die Fotosessions gedacht. Mit Blitzen in die dunklen Gemäuer und stimmungsvolle Bilder machen. Und dann weiter mit Katrin und Corina ... Wir kennen die Litanei meiner Resultate.
Robin Williams war klinisch depressiv und von Angstzuständen geplagt. Wessenthalben er sich das Leben nahm. Meine Gedanken und Gefühle mögen anders bezeichnet werden, aber ich bin so elendig mittelmäßig planlos. Und wenn ich etwas mit Macht zu versuchen beginne, wird auch nichts draus oder es bleibt bei dem Versuch. Und die Summe solcher meiner langweiligen ereignislosen Phasen erdrückt mich. Der Versuch einer Alkoholabstinenz (oh, schon wieder Williams) hält nicht lange. Siehe die Einträge vorher.
Daher rühren sicherlich auch meine häufigen aufbegehrenden Phasen des totalen Umbruchs. Neuordnung. Nach New York viellicht. Naja. Stattdessen mache ich andere (auch Tobi) gern für mein Dilemma verantwortlich. Das ist ungerecht. Wenn genau jetzt in diesem Moment jemand an der Tür stehen würde und sagt "los, pack ein par Sachen, es geht los.". Was würde ich tun? Weil ich weiss, dass es wohl nicht so sein wird, ist jegliche Überlegung einer Antwort mal wieder nicht wichtig.
Die Zeit wurde umgestellt, ich sitze derweil noch am selben Platz und nutze sie nicht. Egal wo sie steht.
Kommunikationen
Mit der Idee, mich mit "alten" Freunden oder Bekannten zu treffen, komme ich auch nicht weiter, weil ich in solchen Momenten Zeugnis von mir geben müsste. Und das sieht nicht gut aus. Deshalb lasse ich es lieber. Weil es wahrscheinlich meinem alten Ego vom allwärts frohlustigen Jesko nicht gerecht werden könnte. Obwohl ich der Meinung war, meinem Schauspiel bereits entsagt zu haben. Fühlt sich aber doof an. Das betrifft zum Beispiel Anke Grünbeck oder solche mich begleitet habenden Leute, die ich schon immer mal wieder sehen und besuchen wollte. Die Idee ist natürlich prima, aber das wahrscheinliche Resultat meiner Resignation eher unschön. Siehe Ego.
Das macht natürlich auch meine allgemeine Auffassung, mich unter Leute zu begeben, um mehr zu erleben, mehr neue, andere Sichtweisen zu bekommen, erheblich schwerer.
Wir sind wieder beim Wein. Und trotz langem Zögern bis halb 12 bin ich wieder sehr schnell beim Zugreifen.
nebenbei ...
... ich bin mal wieder sackvoll. Fast die ganze Woche hindurch. Nach einer Flasche Rotwein suche ich gierig nach weiteren Alternativen in meiner Wohnung. Und finde: "Alte Pomeranze"-Kräuter-Schnaps. Und trinke ihn. Geburtstagsgeschenk vom Körnertobias. Das geht schon sehr in Richtung verstärkten Alkoholismus. Uncool. Idee weiterhin: bis Weihnachten alkoholfrei. Super. Aber wiewas machen ausser nur aufhören? Planlos und dumb.
Absinth
Bei Wein-Micha mit Homonkulus & Stepanski und bekannten Leuten 3 Gläser Weißwein, zuhause kurz danach eine Flasche wahrscheinlich guten Weißweines und danach kein Ende gefunden. Absinth mit Wasser - die letzte Instanz einiger meiner Abende, bei denen ich es erneut nicht schaffe, alkoholfrei oder wenigstens vernünftig zu bleiben. Womit wir beim Thema sind: Es ist gut und sogar phantastisch, alkoholfrei in den nächsten Tag zu starten. Meine mir vorgenommene Vorgabe, genau sowas über die Woche zu tun, hat irgendwie nichtmal 2 Wochen überdauert. Und wie ich das so hier so schreibe, bin ich wiedermal ordentlich durch. Mit dem fast leeren Reserve-Absinth, mit dem sich immerhin Hemmingway (okay, der hat sich dann irgendwann auch durch eine Gewehrkugel beendet), Allan Poe, Rimbaud (kennichnich) und Oscar Wilde inspiriert haben sollen.
Es sind immerzu zuviele Gedanken über irgendwelche (Un)-Sinne der Dinge, die mich umgeben, die aber nicht zusammenfassbar und erklärbar sind. Zumindest nicht für mich. FAKT ist: ich hänge lose in den Netzen und komme nicht frei (siehe Jeskom / Fische im Netz). Ich bin sogar selbst im Versuch, was Richtiges oder für mich Schönes / Gutes anzufangen oder anzufangen zu denken, ziemlich Panne.
Irgendwann vor ein paar Jahren hab ich mal im Bluenote gedacht, daß der viele Alkohol und mein schlechtes Gehör irgendwann zu einer Melange werden, die mich abdriften lässt. Ohne es hier weiter zu erklären zu wollen: JA- es ist so. Ich fühle mich sehr leer. Auch wenn ich gerade meine zukünftige Fotowand baue: das ist nur ein Versuch, da raus- und nach vorne zu kommen. Etwas zu tun. Es wird gut aussehen und ich werde mich gut fühlen, etwas mit möglicher Aussicht getan zu haben. Aber viel wird vor dieser Fotowand nicht passieren. Es sei denn, ich habe tatsächlich vorausgedacht, wenn ich mit Katrin & Corina meinen geplanten Fotoworkshop durchziehen sollte. Um etwas gemeinsam zu tun und vielleicht neu zu entdecken.
Alle meine Bekannten fragen mich nach meiner Musik. Und was ich so mache. Was Neues? Eine Lesung? Ein Konzert? Album? Ich kann nichts entgegnen. Ich mache nichts. Meine Arbeit im Puppentheater hingegen klappt offensichtlich prima. Immerhin. Die ganzen Eskapaden und meine Intentionen, vom PT so schnell wie möglich (wenn auch ohne Aussicht) wegzukommen, haben sich irgendwie abgeflacht und offensichtlich erledigt. Bin ich einer von "denen"? Weil ich jetzt besser bezahlt werde und auch in der Leitungsebene einbezogen bin und mich Frank Bernhardt oder Kempchen oder sonstwer als einen den ihren betrachten?
Ich fühle mich doof. Und bin schwer betrunken. Jetzt. Immerhin hab ich mittlerweile im Puppentheater den Status, mich für den nächsten Tag aus irgendeinem Grund verabschieden zu können. Okay. Ich komm' hier nicht weiter. Morgen werde ich im PT spät ankommen und früh gehen und mich am Abend mit Jana treffen, um zu sehen, was das mit dem Weihnachtssingen 2015 werden soll. Ein meines Erachten totes Kind. Aber was solls: Es ist ganz gut, wenn wenigstens irgendwas passiert, bei dem ich noch spüre, dass ich noch lebe. (au weia)
Und über Tobias und mich hab' ich hier noch nichtmal was geschrieben. Ein anderes Blatt. Aber es gehört alles zusammen.
Der Absinth ist alle.
Checksumme
Wegen
zu vieler und zu flüchtiger unkommentierter Informationen
zu starkschneller Gefühlsschwankungen zwischen Himmelhoch und Hölleher
der allgemeinen Unerklärbarkeit meines Universums
bleibt dieser Beitrag heute geschlossen. Das ist sinnfrei, ich weiß, aber ich spüre massive Anflüge vom Wahnsinn, weil ich nicht konzentriert sammeln kann, was gut für mich ist. Die Litanei meiner Antriebslosigkeit tendiert sogar zu der Grundsatzmeinung, dass es nicht mehr viel gäbe, was meinem offensichtlich beschränktem Universum gereichen könnte. Alles andere war schon da.
Ich baue mir eine Fotowand im Wohnzimmer um vielleicht oder auch nicht irgendwas zu fotografieren und will bald mal den Keller aufräumen. DAS sind meine Ziele. Wunderbar. Und das ist mehr als in den letzten Monaten. KopfHerzPlürre.
zu doof
Schade schade, ich bin offensichtlich für viele dieser Dinge, die in meinem Kopf überregional umherschwimmen und das Iniversum mitsamt meiner Auffassung von gutem Leben klar machen wollen: zu doof. Mein Verstand reicht nicht an die zu ordnenden / begreifenden Mengen heran.
resettet und entgiftet
25 Jahre Oberkossa war nicht das Richtige für Tobi. Ich hatte es bereits geahnt und ging davon aus, dass er nicht mitkäme. Wollte er dann aber doch. "Besser als allein hier rumzusitzen". Hatte sich aber anders herausgestellt. Auf abseits gelegenen Bierbänken Kreuzworträtsel machen war für ihn bestimmt mehr langweilig als zuhause. Nunja, war eine Erfahrung und machen wir so nicht. Auch eine Erfahrung, dass Tobi sich nicht mit jedem kommunikativ befassen oder neue Leute kennenlernen kann / will.
Wie dem auch sei (eine der blödesten Formulierungen), jetzt haben wir es den 3. Tag der Pupperei und es war so: Seit Sonntag keinen Alkohol mehr. Zum Montag trotz Ermüdung sehr schlecht geschlafen; Montag zum Dienstag mit Rückenschmerzen auch nicht besonders gut. Dienstag Kiesertraining und kurz nach 10 ins Bett mit der "Berlinreise" (liest sich wunderbar aus Sicht eines 12jährigen, 1964 geborenen Jungen), um 11 weggetreten und wohlig irgendwann nach 6 aufgewacht mit beiden Händen mich selbst liebevoll umwoben. Säuselig. Jetzt also bin ich quasi entgiftet und angekommen in der Jetzt-Zeit. Es geht mir gut. Bin seit halb 8 im Puppenhaus und habe einen schönen Geradeaus-Blick trotz dunkelhaftestem Wetter draußen. Fahre sogar seit gestern mit Fahrrad.
Alles in allem ist das die "allereinzigste" Basis für alles, was ich erreichen, ändern oder wenigstens machen will.
Alles alles alles also ein schönes Gefühl.
Urlaubsschluss
So. Den ganzen Urlaub durchgesoffen. Die Gründe dafür sind wahrscheinlich vielfältig und immerwährend die selben. Nachbetrachtung oder Gesamteinschätzung kann ich im Moment nicht abgeben, da bin ich nicht got real enough. Immerhin: wir waren gut unterwegs, haben Städte kennengelernt und tatsächlich vollwertiges Sommerwetter genossen. Auch an der Adria faul die Sonne genossen. An der Adria hätte ich ein bisschen länger weilen können; als sich aus der anfänglichen Langeweile der Urlaubsmodus generieren wollte, war er schon vorbei. Meint: Schlafen bis in die Puppen, Spätstücken und nichts ausser Lesen, Baden, Rumliegen. Nach Rückkehr hier nun seit drei Tagen verstärktes Trinken. Warum? Die übliche traurige Gewissheit, dass es vorbei ist und ich mir in solche Momenten immer wieder vorstelle, wie gut es wäre, wenn ich selbstbestimmt selbst entscheiden könnte, was ich wann und wie mache. So wie grösstenteils mein ganzes bisheriges Leben. Das und die Vorstellung aber sind halbseiden. Projekt 1409 (Start Puppentheater und eine vage Idee von Abstinenz) ist jetzt sehr nahe und ich freue mich nicht drauf. Sollte es doch aber. Fünf Wochen frei gehabt. Muss ich mal in die Vorjahreseinträge gucken; ich vermute dort ähnliche Gedanken. Spätestens Dienstag / Mittwoch wird es wohl wieder okay sein, aber der Bruch ist oll. Ich wünschte mir mehr Enthusiasmus. Aber wie geschrieben: Den ganzen Urlaub durchgesoffen. Davor auch nicht gerade gut mit mir umgegangen. Daher jetzt die rührige und immer wiederkehrende Erkenntnis, dass es nur ohne Alkohol etwas werden kann. Es wird sonst immer anstrengender, mut- und willenloser ... beliebig und aufwändig. Und ich dabei immer älter.
Nunja, morgen ist 25 Jahre Oberkossa Party und dann kommt der harte Entzug. Und Training. Fitness. Ich hoffe, dass ich dann auch gewillt bin, das durchzuziehen. Vielleicht so: ausser Wochenende und Montagsbier nach der Sauna keinen Alkohol. Das ist vielleicht nicht so hart, kann aber auch dazu führen, an genannten Tagen alles nachholen zu wollen. Es geht hier immerhin nicht um Wochenenden oder Urlaub oder Arbeit - es geht in Sachen Wohlfühlen um mein Leben, egal zu welchen Zeiten.
Schaumermal.
unlauteres Urlaubsende
2 Wochen 2 Tage Zusammenurlaub. Prag prima, Bratislava brüsk, Budapest bildhaft, Kroatien. 12einhalb Stunden von Camp Stine in Starigrad Paklenica bis nach Haus. Halb12 am schnellvielen Weinglas. Und jetzt sitze ich auf grüner Couch und schreibe wie immer über solche Zustände, wie sie wie immer oder zumindest sehr oft nach einem Urlaubsende bestehen: ich will noch nicht aufhören. Weiss aber nicht, warum. Wir haben zuviel gesoffen. Sind fetter geworden. Projekt 14null9 soll Besserung bringen, aber ich muss wohl wirklich zum Entzug oder eine definitive Beschäftigung für die Abende haben, damit die Weinmengen sich nicht nur reduzieren, sondern am liebsten ganz genullt werden. Aber ich habe jetzt schon, 5 Tage vorher, Zweifel. Wir haben abends im Zelt vorm Bus gesessen und immer viel getrunken. Aber nicht viel geredet. Ehe aber die Langeweile sich in eine urlaubssachgemäße, lange gemächliche Zeit mit Lesen, Nichtstun, Schwimmen oder Rumliegen umwandeln konnte, war sie vorbei. Ich kann wohl nicht richtig nicht urlauben. Weder allein, noch zu zweit oder mehrt.
Mir gehen die Haare aus. Sehe ich auf Fotos. Ich finde weiterhin keinen antreibenden Zündstoff. Arbeit geht wieder los. Ja. Naja. Soll sie. Keinen Plan, kein Kribbeln auf die Zukunft. Und immer, wenn ich so wie heute noch Rotweindampf nachvernölen muss, verstärkt sich das so wunderbar und führt gerne zu solchen Gedanken, die das Leben nutzlos erscheinen lassen. Rückschauen machen es nicht besser, Vorschauen sind wie hier beschrieben. Die Gegenwart weiss, dass das wieder besser wird, aber insgesamt bilde ich mir vermehrte Häufigkeiten schlechten Gedankengutes ein.
Ich melde mich nochmal, muss erstmal einen handschriftlichen Beitrag vom 28.08. hier reinverfrachten.
28.08.2015
(aus dem schwarzen Logbuch)
Irgendwas ist diffus, zusammengetragen ausm Kopf, der lange in der Wärme spazieren ging.
Wir laufen durch Prag, Bratislava, Budapest und manchmal gehts mir rundum gut dabei. Vor allem der erste Tag in Budapest. Groß, weitläufig, schön. Komme so sachte in den Urlaubsmodus. Immer wieder mittendrin stelle ich fest: "Ich bin kein Tourist." Lieber "dabei" sein. Drin sein. Aber wie soll das gehen?
Fakt ist: Ich denke zuviel. Alles was ich sehe, werte ich je nach Stimmungslage aus. Ich registriere so dermaßen viel und bau mir sofort eine kleine Handlung dazu. Das nervt. Hat auch mit mir in dieser Handlung zu tun. Ich passe immer noch sehr auf, wie ich in dieser Handlung vor- oder daraus wegkomme.
Das lässt wenig Platz für einfache, klare und objektive Einschätzung und macht mich verrückt. Nicht zuletzt, weil all diese erdachten Handlungen nichts bewirken.
Eine These: Wenn ich meine eigene Haltung diesen Handlungen immer wieder anpasse, kann ich ja nicht selbst wissen, was meine eigene Handlung wäre. Wohlfühlhandlung. Egal ob Tourist oder allein (siehe Hamburg, Foto) oder sonstwo; meine Theorien wollen meinen Kopf sprengen, es entstehen nur vage, unscharfe Bilder ohne Ergebnis oder Aussicht. Das muss runtergfahren und bekämpft werden. Mit Alkohol! Gras geht nicht, weil ich dann die Kontrolle über all meine Haltungen und Handlungen verliere.
Alkohol macht noch hilfloser und nächsten Tags alles noch viel aufwändiger. Diffusel. Auch das hier aufzuschreiben strengt ganz schön an.Eine Depresse jagt die andere, doch ich würde viel lieber mal einen Weg langlaufen und mir nichts dabei denken, als nur zu empfinden, dass es womöglich gerade total fetzt
Objektiv betrachtet
Heute habe ich mir das Nikon 24-120mm /f4 für knapp 900 gekauft. Geil. Der Sammler schlug zu in der Hoffnung, damit nicht nur auf Reisen leichter zu sein, sondern auch in allem endlich loszugehen und 'ne Menge Technik der teuren Nikonwelt zur Verfügung zu haben. Same procedure: Schaffen von Voraussetzungen für sehr kleine Umsetzung. Vielleicht isses ja als Anlageprojekt zu verstehen: Das Zeug wird nicht billiger und voraussichtlich auch nicht sooo viel lichtstärker. Und immerhin hab ich dann auf Dauer eine flotte Flotte zur Verfügung, die dann nichts mehr mit Geld, sondern mit Qualität & Haben & Möglichkeiten zu tun hat. Nunja, ich glaub's mal und werde selig.
Noch'n schöner Spruch von heute, der mir so einfiel: "Ich bin zu spät zum Leben gekommen." Naja, nicht besonders doll, aber es ist ja auch warm draussen wie drinnen.
....
Oh Nachtrag: Heute habe ich im Puppentheater endlich den Kopf auf den Nagel getroffen: Wir haben meinen neuen Vertrag aufgesetzt, wonach ich ca 300 EUR mehr ab September bekomme. Doof nur, dass mittendrin eine Tarifanpassung kam, die in unsere Vertragsverhandlungen nicht einbezogen wurde. Also kam ich nicht von 3000 auf 3300, sondern von bereits 3060 auf 3300. Macht also nur 240. Aber es ist trotzdem mehr. Egal. Der Neue im café p. heisst Eric und sieht phantastisch aus. Ausser, dass seine Augenbrauen ein wenig in der Mitte zusammenzuwachsen drohen, was auf einen Werwolf hinweisen könnte. Oh.
Habe ich schon erwähnt, dass es sehr warm ist? Gut.
verweile doch ...
Ich bin gekommen, um mich zu beklagen. Darüber, dass wir immer und überall nur von A nach B zu eilen scheinen und darüber, dass ich mit "wir" aber doch mich meine. Man merkt es bereits dem lockeren Ton an, dass heute nichts im Argen liegt. Aber die Feststellung gilt: Fußgänge oder das einfache Verweilen auf Parkbänken zum Menschenbeobachten oder nachdenken (oder vielleicht ja mal ausruhen) tauchen ebensowenig auf wie Innehalten (neumodern: Achtsamkeit), etwas auf sich einwirken lassen, erlebbar machen. Das klingt beinahe esoterisch, aber wie soll ich es schreiben?
Das Erhasten von gesparten Minuten fürs Vermodernlassen auf müden Couchen. Keine gute Aussicht. Kaczmarek sang es so: "Endlich wieder leben, endlich wieder etwas länger." (Sommer in der City) Und mir kommt dabei in den Sinn, dass mir genau sowas zu fehlen scheint, ich es aber selbst nicht zu ändern versuche. Und wenn, fühlt es sich doof an? So ähnlich wie neulich beim Café Monaco: Ist die Show vorbei, bin ich es bald danach auch. Ich sitze nicht lange mit anderen, ich unterhalte mich nur oberflächlich. Ein paar krude Witze vielleicht noch und "der oder die anderen" und dann hört es auf. Ich schmiede auch so wenig Pläne. Aber das wissen wir seit geraumer Zeit. Und die FaceBookFreunde fahren zu Konzerten oder liegen am Elbestrand mit Picknick. Meines Neides können sie sicher sein.
Und Tobias ist mir da echt keine Hilfe. Wanderten wir anfangs noch durch Stadtparks und Gewächshäuser oder fuhren mit dem Fahrrad nach Elbenau, gereicht es nun geradeso, mit dem Fahrrad von der Arbeit nach Hause zu kommen. Und meine Idee, JETZT loszuradeln oder irgendetwas zu besuchen, beschreiben sich nur als Aufwand, den es nicht lohne oder der zu anstrengen ist. "Wir werden ja auch älter", sagt Tobi. Genau. Und danach toter. Mein Ziel besteht auch oft darin, möglichst schnell an die heim(at)liche Flasche Wein zu kommen. Radio und Pantoffeln an.
Wahrscheinlich überspitze ich es und es ist ja auch so, dass wir nicht nichts unternehmen. Aber es fühlt sich sehr oft sehr tatenlos an. Ob 40, 45 oder "Das-wird-eine-schöne-Feier-50" ... die Jahre fliegen schneller und kommen nicht zurück. Nur die Erinnerung. Aber an was?
50tausend
Vermutlich erstmals hab ich gerade 50.100 EUR auf den Konten. Weiss nicht, ob das jetzt hier wichtig ist, zumal ich damals immer drauf geguckt hatte, wo und wie ich wirtschaftlich stehe. Aber das macht ja nix.
kleine Erklärung
Das ist jetzt schwierig zu schreiben bzw. zu bewerten. Vielleicht so: insgesamt hat sich meine Einschätzung für das leicht desastriös anmutende Gefühl auf irgendeine Art und Weise (Beitrag 18.07.2015) gebessert. Und wie oder warum? Tja, auch da liegt der Hund der Erklärung begraben. Es geht mir offensichtlich gut und das allein macht die Sicht auf die Dinge l/seichter. Ich hab mit Tobias drüber geredet. Im vorsichtigen Schnelldurchlauf und mit unserer üblichen (und mir sehr gefallenden) klaren Konkretisierung. Meine Frage nach "Was denkst du gerade" findet er enorm blöd, weil es darauf keine Antwort für ihn gibt. Sicher denkt er was, aber die Frage danach klingt tatsächlich sehr sozialpädagogisch angehaucht. Wir bleiben dabei: Sein Denken und die Vorstellungen von Welt / Universum und Leben, vom Hier und Jetzt beschränken sich tatsächlich auf die einfachen und aktuellen Dinge, die nunmal so sind, wie sie sind. (ich schrieb bereits, dass es schwer zu erklären ist). Ich bin nunmal auf einer anderen Schiene unterwegs, die von (Selbst-)Zweifel und Unklarjeit geprägt ist. Für ihn ist alles klar. Auch wenn ihm sein Job und bspw. das Aufräumen eigentlich garnicht gefallen.
Naja, das kriege ich hier nicht erklärt. Ich weiss, dass es zwei unterschiedliche Typus-Ebenen sind, die sich aber genau dann gut zusammenfinden, wenn es mir gut geht. Ich fliege unkonkret in vagen Vorstellungen über "irgendwas Besseres" umher und er fängt mich ab, bevor ich verrückt werde (weil ich ja praktisch so auch bloß nicht weiter komme- es mir aber wünsche). Fange ich an, zu (ver)zweifeln ob meiner Vorstellung von gutem Leben und dessen Gestaltung, wird erwähnte Kommunikations-Ödnis, zum Problem. Für mich. Dann auch für ihn. Wenn ich nicht so kompliziert bin / denke, ist alles komischerweise ganz einfach und wir machen solche Faxen, die ich immer haben wollte. Und können uns dabei sehr gut verständigen. Zum Beispiel über die Situation, wenn ich hier wohnen würde. Ein Abgleich. Wir haben sehr gelacht. Und wir haben auch unser beider (Arbeits-)Leben verglichen, wonach ich also ein schönes Leben habe, wegen gleitender und selbst gestalteter Arbeitszeiten und den Anforderungen, über die es im Übrigen noch zu streiten gilt ... ;-)
Aber es bleibt dabei: Ich hab in einem früheren Eintrag aus 2010 in Dänemark (Brief an meinen Freund) genau die Passage gefunden, um die es geht: "... und beschreibe dich also als einen auch bisschen hippen Typen mit flippigen Ideen und ausgesprochen freundlichem Hang zur Kreativität. Als jemanden, den ich nicht mitnehmen muss und der mich im Gegensatz dazu eher anspornt und aufmuntert als mir meine Unzulänglichkeiten aufzuzeigen ..."
Kreativität. Die hängt bei mir in den Seilen und Netzen. Wie die Fische. Und kommen nicht frei. Nunja, der Sturm wütet draußen und will hoffentlich keine Visitenkarte auf die August/Septemberwochen sein, in denen wir beide 3 Wochen irgendwohin in den Urlaub verschwinden.
zwickmühlig
Wenn, ja wenn wir (wie so viele andere) uns am lauen Abend an die Elbe setzen oder ein schönes Essen in Lokal geniessen würden, hätte das wahrscheinlich auch nur Sinnfreude bei einer guten Unterhaltung. Beim Spinnen, Philosophieren, Lästern, Krakeelen oder Küssen. Das traue ich uns ehrlich gesagt, nicht so recht zu. Denn die Themen sind fix alle. Und bevor ich Tob ohne seine Entgegnungen, Zustimmungen oder Ergänzungen zusabbere und damit fast alleine rede, lass ich es lieber. Da liegt der Hund begraben. Was allerdings auch eine Menge Stillstand bedeutet. Und den spüre ich derlängerezeit bei mir. Es will auch nichts in mir aufkommen, dass mich erbeben lässt vor spannender Vorfreude und Erwartung dessen, was ich gleich ausprobieren und erleben möchte.
Und dann, dann ist es wiederum auch so, dass ich, wie gestern beim Café Monaco gern dabei bin, unter Leuten bin, aber dann irgendwann auch bald los möchte. Warum? Gibts nichts mehr zu sagen? Zu erleben? Ich war halb 12 zuhause, die meisten anderen so gegen 2halb3. Und ich trinke schnell genug. Bin ja fast schon gierig drauf. Und dann nach Hause, damit noch genügend Zeit für einzelsäuferischen Rotwein bleibt. Die anschliessenden Ergebnisse ähneln sich allesamt sehr stark.
Sommerpause: Statt Besserem suche ich also schon wieder und doppelerneut nach jener stillen sommerlichen Bucht, an die ich mich so romantpoetisch setzen und mich verweilen lassen können soll. Morgens über den dampfenden See schwimmen, tagsüber durch die Wälder gleiten ... und was da nicht noch alles zusammenkommt. Alles resultiert aus Erinnerungen an frühere Episoden, die einfach da und nicht provoziert waren. Und das will ich mir wohl "zusammenkaufen" um es erneut zu erleben. Hatten wir auch alles schon (siehe Harzhütte). Das war nichtmal sonderlich romantisch, sondern nur Alkohol und Self-Sex.
Ach herrjeh, das ist nicht so richtig gut. Und das frische Grün des Frühling und die längsten Tage des Sommers sind, noch ehe zu Ende geträumt, schon längst vorbei. Ich leg' mich wieder hin.
kleine betrunkene Erkenntnis
Ok Google ... ich bin etwas betrunken; Tobi ist eben ins Bett. Ich bleib noch draussen. Wir saßen bis eben im "Garten Öden", es ist Freitag, ein freies Wochenende steht uns bevor. Alles gut. Dann kommt der Abend. Und ich merke plötzlich, was ES ist: Es hat nicht mit Welt- oder Weitsicht oder intellektuellen ... ach was, oder doch? zu tun. Ich glaub, mein Problem hat eher damit zu tun, dass wir uns nicht unterhalten. Reden- nicht zwingend tiefgründig - aber Reden! Das ist es, glaube ich, was mir fehlt. Und oft ist es so, dass wir dasitzen, Wein trinken und nichts sagen. Ich denke, das ist mein Problem. Wir müssen nicht die Welt erklären, den Weltfrieden erfinden oder heroische Thesen aufstellen. Aber ich tu' mich sehr schwer damit, dazusitzen und nicht zu reden. Oder was zu tun. Ich versuch's immer mal mit Floskelkram z. Bsp. über Lebensmittel und wieviele Nährstoffe oder Vitamine in so (m)einer Bohnensuppe eigentlich noch drin sind, merke aber, das ich schon zu betrunken dafür bin. Weil soviel Schweigen bis hierhin war.
Oh Mann, das ist wirklich oll. Ich kann das nicht: dasitzen und alles irgendwie vorbeiziehen lassen. Ich brauche keinen tieferen Sinn, aber ich brauche Kommunikation. Und sei es über die aktuellen Angebote von Aldi. Das wär aber schonmal was. Genau das ist es, was mir in manchen? vielen? Momenten unserer Urlaube und auch anderswo gefehlt hat. Daraus resultiert wahrscheinlich auch mein Drang, in so einer Situation JETZT irgendwas Verrücktes zu machen, was natürlich befremdlichst überhaupt nicht geht.
Auf meine Frage, was Tobi gerade denkt; sich vorstellt, kommt tatsächlich die Antwort: NICHTS. Wao, das ist heftig für mich. NICHTS?! Da sitze ich mit meinem Liebling an einem dieser schönen Sommerabende im "Garten Öden" in Gedanken an eine bevorstehende Sommerreise, die uns wahrscheinlich über viele bisher ungesehene Orte wie Prag, Bratislava, Brno, Budapest, Balaton, Zagreb (...) bringt --- aber wir reden nichts. Und Tobi denkt NICHTS.
Das musste ich schnell noch loswerden. Wir brauchen Aldi-Prospekte. (Das war jetzt gemein)
zur Nacht
Jetzt hab ich wie immer eine Flasche Bier getrunken und darüber nachgedacht, ob es denn unbedingt die "ganze" Flasche Weisswein sein muss. Fühlt sich ja nicht so an; also trink ich zwei drei extra kleine Gläser. Damit und dem rest der Flasche geht eine schlechter Montags-Kino Film zu Ende und ich trinke mal nochn Mini Rotwein. Das ist nicht nur oll, sondern immer so. Seit Wochen. Ach was, Monaten. Habe keine Erinnerung an einen alkoholfreien Tag in 2015. Muss das mal ganz schnell hier aufschreiben, bevor ich beim "Get-real"-versuchen ein wenig unreal zu verschleiern versuche. Tjaha, erwischt.
Ich bin ein bisschen betrunken und wage somit und hiermit erneut zu behaupten, dass es so ja auch nix werden kann. Obwenn ich die ganze Wucht meiner Möglichkeiten immer wieder spüre, sie aber so nicht umgesetzt bekomme. Komischerweise anders (nüchtern) aber auch nicht. Ein Dilemma.
Doof, wa?