Zehnsucht

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löschen?- And One und so.

Einen wunderbar bierbetrunkenen Tobi mitsamt Steffen Kunze vom Alten Theater (And One) abends vom Alten Theater abgeholt, Pulle Wein aufgemacht und die Neuigkeiten ausgetauscht. Pulle(n) Wein tun jetzt ihre Wirkung bei mir, damit ich diese Woche konsequent zu Ende saufe. Aber ich versuche noch fix, was anzumerken: Die Nachricht von der Trennung Ronald / Christina Hensel hat ihm doch sehr zu schaffen gemacht. Trotz all der üblichen Einschläge um uns herum (Tobi: irgendein Arzt mit seiner Ärztinfrau und neuem Haus; Maik Dräger oder André mit Andrea Mrs. Hippie; meine Verwandtschaft, Freunde usw.) hat ihn das offensichtlich mehr bewegt, als gedacht. Dann haben wir über uns- neee, mehr über mich geredet. Aber mehr kann ich hier nicht reinschreiben. Ich bin betrunken und müde und finde keine richtigen Worte mehr, um es richtig zu beschreiben. Muss ich aber (wenn's geht, unverfärbt) sehr schnell nachholen. Ui, das is' bisschen doof, dass ich das jetzt nicht hinbekomme.  

eine Woche Hammerschlag

Tatsächlich: Jeden Abend im Bluenote. Jeden Abend anschließend Wein zu Hause. Jeden darauf folgenden Tag sehr dumpf in Kopf und allem. Bereit für größtmöglichen Unsinn. Zum Bereuen und wenigstens ausprobieren. Bock auf Carsten. Unbock auf Zeiterfassung. Es fehlen beim Songschreiben nicht nur die Worte- es fehlen die Story, der Titel, die Idee dahinter. Worüber will ich denn singen? Was will ich denn zum Ausdruck bringen? Schwafelhaft. So. Und wie nun weiter? So wie dieses Woche geht es jedenfalls nicht. Es riecht nach Tod.

Noch'n Gedicht?

Hallo, da bin ich schon wieder. Und wieder so erbarmungslos panne, betrunken, aussichtslos, dumpf ... mit anderen Worten: schlimm. An den Tagen, die auf sowas folgen, stelle ich mir vor, dass ich wie Bernd Riedl 2009 einfach mal im Puppentheater-Flur umkippe und irgendeinen extremen An- oder Ausfall habe. In echt- eigentlich hab ich enorm Glück bisher, damit immer wieder ungeschoren davonzukommen. Sollte ich vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt werden (im Theater, Unfall der Eltern, Tobias entführt, meine Wohnung brennt ...) würde ich komplett versagen. Warum schreibe ich das hier? Um zu verdeutlichen, wie abgebrannt und ziel-/ orientierungslos ich bin? Ich benötige einen Punkt, einen Startpunkt, eine Motivation? Eine Initialzündung? Eine Idee, warum ich JETZT aufstehen und es angehen sollte um nicht unterzugehen? Das schreibt sich alles so schön belanglos, weil es mir schon zu oft passiert ist- weil genau das soviel Wiederholung in sich trägt. Es wird sich im Prinzip nichts ändern, ich werde immer wieder an mir selbst in meiner Umegbung zweifeln, glauben, dass ich mit meiner Melange aus Ahnung, Idee und Unfähigkeit zu keiner Entscheidung komme und es immer wieder nur versuchen und irgendwann wegen permanenter Ergebnislosigkeit sein lassen muss. Aber für ein persönliches Ende bin ich aus ebensolchen Gründen nicht bereit. Da haste. Die Zeit vergeht immerhin automatisch.

Gebeugter Mann

Ich bin besorgt meines Rückens / meiner Spondylitis Ankylosans / meines Bechterews wegen. Es hatte Ende 2011, kurz nachdem ich mit Tobi (im Juli 2011) zusammenkam, plötzlich aufgehört und bis heute keine Probleme gemacht. Ich war frei. Zumindest im Rücken. Minimale Zwischenstörungen verflüchtigten sich schnell. Wegen der Liebe. Bestimmt. Oder? Nun allerdings ist es wieder da. So wie früher. Es fühlt sich sehr oll an und ich vermute einen direkten Zusammenhang mit meinem derzeitigen Zustand. BWS Mitte und vor allem die rechte Schulter machen mich mürbe, schlafarm, genervt und traurig ob dieses möglichen Zusammenhanges. Rückfall? Meine Idee, den Alkohol zu Beginn der neuen Spielzeit am besten bis Weihnachten abzuschalten, hat sich bereits vollends verflüchtigt. Habe heute eine Songskizze für / mit Jörg hinbekommen und bin stolz drauf. Freude. Und fühlt sich an wie: "Du kannst es noch oder wieder". Auch wenn sich der Text irgendwieimmer diffus anhört. Trotzdem: Immerhin. Ich weiss, dass es morgen wieder oll wird. Ich trinke nach Kalender. "Morgen ist nichts Wichtiges zu tun und ich kann es verbergen." Glory, was? Und so geht das weiter.

von Reflexionen und Spiralen

Das war im letzten Beitrag wohl tatsächlich sowas wie eine Selbstreflexion. Angelehnt an das bösartige Ereignis mit Bach irgendwann 2009, habe ich mir sowas immerhin merken und in diesem Fall vergegenwärtigen können. Steht ja auch in Auszügen betreffs Tobi und mir hier in der Zehnsucht auch schon oft beschrieben. Ich wünsche mir mehr Aktion in meinem Leben, mehr noch als die bloße Abwesenheit von Langeweile, die allein schon selbst zu enorm ist, wenn wir in Reform sitzen. Dafür mache ich Tobi gern verantwortlich, sollte es aber nicht. Allerdings kann ich es doch nicht allein - ich bin zu ängstlich, zu antriebslos, zu ideenarm, überhaupt etwas Schönes zu denken, um es dann zu tun. Alles andere ist kurzer Anlauf mit Hauruck und wenig oder keinem Ergebnis. Wenn also Tobi nicht für meine Motivation verantwortlich ist und ich es allein nicht kann, drängt sich mir ein zwickmühlenartiges Gefühl auf. Eine Spirale, die sich sachte, aber beständig weiter nach unten schraubt und die eigentlich mit wunderschönem Leben zu erfüllender Zeit in Alkohol ertränkt. Dann muss ich doch wohl etwas ändern an diesem jämmerlichen Zustand. Aus Selbsterhaltungsgründen werde ich wohl nicht von Brücken stürzen oder gegen Bäume fahren, mich vielmehr erneut aufrappeln (müssen); nur sind die vielfach erlebten Erfahrungen dieser Aufrappler (seit PT gerne immer Anfang September, ansonsten zu Jahresbeginn) von späteren Rückfallen oder neuer Müdigkeit geprägt. Und irgendwann erscheint es dann sinnlos, mich ins Leben zurückzuschwingen. Ich bin erstaunlich schnell motivierbar, das habe ich gelernt. Nur weiss ich nicht, wovon das abhängt: Von freundlichen Menschen? Schönen Umgebungen mitsamt dieser freundlichen Menschen? Gemeinsamen Ideen und deren Umsetzungen? Oder sind das ein biochemische Vorgänge bei mir, welche gewissen Gesetzmäßigkeiten der Depression unterliegen? Es ist nicht einfach. Was auch niemand behauptet hat. Vielleicht brauche ich ja auch solche Tiefgänge, bis ich die Nase voll habe und dann ganz groß aufstehe. Der Rückblick auf die vergangenen vielen Jahre lässt mich daran zweifeln. Oder mein Rückblicksempfinden ist nicht so gut ausgeprägt und womöglich war alles schön bisher. (Nu stopp mal, das wird zyno-sarkastisch) Jedenfalls ist die Familie Ronald und Christina Hensel frisch in die Brüche gegangen. Hab's gerade per Mail von Ronald gelesen. DAS hätte ich allerdings nicht gedacht. Aber möglich ist alles. Auch alles Schlechte.

September when it comes...

... und bereits vorbei ist. Jetzt haben wir Oktober. Schade, dass meine zwischenzeitlich recht vernünftig und logisch erscheinenden Gedanken über mich und mein Universum so flüchtig sind. Ich muss sowas wohl sofort aufschreiben, statt mir immer und alles immer irgendwie für später aufheben zu wollen wie ein Paar neue Schuhe aus NYC. Mir ist nicht besser geworden. Nach dem Kieser Anfang September strengt sich mein Rücken sehr an, gegen mich zu sein. Ich finde das bezeichnend, denn es passt so gut zu allem. "Du bist meine Schokolade" oder "Der Sommer ist lila" sind gefühlt vorüber, meine Zwischenhochs sind selten und ich trinke auch wieder genügend Alkohol. Nach nur knappen 10 Tagen versuchter Pause. Alles bisschen zweckfrei. Depressiv. Unklar und unschön. Lila Sommer-Schokolade besteht seit Start September nur noch aus echter Milka statt aus Lebensfreude zusammen mit Tobi. Ich verpasse gefühlt und wie immer mein Leben und alle Rückblicke auf unrealisierte Gedanken oder Möglichkeiten machen es trauriger. Bevor ich es vergesse: Solche Situationen wie bei Mandy am 24.09., wo alles stimmte, es (für mich) schön war, mir liebe und nicht oft gesehene Menschen da waren, quatschten, musizierten, Bier tranken (...) Tobi das aber für sich nicht verbuchen mochte und wir dann halt fadenschein-begründet (Aquarium und viel zu tun!) nach Hause fuhren ... machen mich traurig. Dass Tobi die Leute dort nicht oder nur teilweise kennt oder die Musik nicht unbedingt als die seine empfindet, müsste doch aber nicht heissen, nicht zu versuchen, sich daraus und dieser Nacht was rauszupicken, sich zu unterhalten, dabei vielleicht neue Leute oder Bekannte besser kennenzulernen, Gedanken, Ideen, Inspirationen, Sichtweisen ... Oder meinetwegen tanzend im Taumel ums Feuer mit feurigem Rotwein. Geht alles nicht. Na gut. Vielleicht ist das eben so. Ich versuch' mir vorzustellen, wie es andersrum wäre, aber es ist schwierig, denn es gibt kein Andersrum. Ich vermute, außer den Mädchenabenden, daraus gelegentlich entstehenden Mallorca-Urlauben und den Konzerten in EBM Ausrichtung gab's wohl nichts, was ihn dazu ermutigen könnte, neue Konstellationen an- und einzugehen. Tobi flog im Urlaub immer allein und sehr weit weg. Ich muss das aus Erfahrung und hier aufschreiben, denn Oberkossa ein Jahr zuvor war nicht anders. Muss ich sowas also immer allein machen? Ich glaube, richtungsweisend hat es noch immer damit zu tun, dass ich jemanden zum Pferdestehlen brauche, zum Überlegen einer 'neuen Weltordnung' mit himmelblauen Tautropfenechos bei Vollmond und Rotwein und im Falle ernsterer Überlegungen jemanden, mit dem ich mich entwickeln und gemeinsam oder auch jeder für sich weiterkommen kann. Alle Türen auf, neue Ideen, frischer Wind, Veränderung, neue Leute, alte Leute neu. (hab ich hier gerade eine Selbstreflexion?) Freunde kommen, Fremde gehen - ok, aber die Welt ist groß genug für so viele Dinge, für die ich allein ich mich nicht auf den Weg wage. Es schlafft insgesamt sehr ab. Ich entwickle sachte eine Müdigkeit vor den jeweils anstehenden gemeinsamen Wochenenden. Der Beginn einer seichten Lüge oder noch die Depression eines zu Ende gegangenen Sommers ohne besondere Aussichten auf die Zukunft? Warten auf sich automatisch einstellende, bessere Zukunft? Per Zufall oder plötzlich eintretendem Ereignis? Oder Gewöhnung an solche Sprüche wie "so ist es nunmal"? Ich ufere aus und drifte ab. Auch habe ich bereits genügend Weisswein für sowas hinter mir.

Susi, Rossmann, Rückentheater

Susi getroffen. Im Rossmann. In welchem ich war, um endlich mal all das einzukaufen, was ich schon lange besorgen wollte. Außerdem auch, weil ich eine vorgetäuschte Physiotherapie außerhalb des Theaters verbringen musste. Ich beginne nämlich damit, mir Freiräume zu schaffen: Nämlich, um an der Kulturnacht wegen schwerer Blockade nicht teilnehmen zu müssen, bei der ich sowieso nichts zu tun hätte und stattdessen lieber zu Mandy und J.C & Angelina rauszufahren. Mal gucken, ob Tobi sich überreden lässt, bereits nachmittags hinzufahren, um etwas vom warmen Spätsommer mitzunehmen. Wäre mir lieber, als zuhause rumzusitzen und schlimmstenfalls aufzuräumen. Ach ja, Susi: Wir hatten uns das letzte Mal gesehen, als sich die Spottniks im AMO trafen. Auch schon wieder über 5 Jahre her. Da gab's Tobi mit mir noch nicht. Und Susi fragte mich nach meinem Sein und ob ich verheiratet wäre? Erst hab ich ein bisschen was gefaselt von "nein, ich bin frei und irre im Universum" und all solch Quatsch, dann rückte ich aber sehr schnell mit der Sprache raus. Und erzählte ihr von Tobi, wobei ich mich selbst überraschte, wie gut es sein kann, wenn mich jemand auf Sachliches runterbringt, (Hauptsache aber mich nicht reduziert!) wenn ich darüber denke, im Urlaub was Besonderes machen zu wollen: durch den Wald pirschen, Nachtwanderungen, nachts im See baden ... naja, alles sowas jedenfalls, wovon Tobi nie begeistert ist. Ich pries das aber mit meiner in diesem Moment gewonnen Selbsterkenntnis an, nicht all das Besondere immer nur in Urlauben, sondern besser im gesamten Leben machen sollte. Diese Erkenntnis schrieb ich Tobi gegenüber Susi zu. Nicht übel. Und ich freute mich dabei über Tobi wie mich selbst auch. Dann meinte Susi "mal gut, dass ich damals nicht meine Fühler nach dir ausgestreckt habe". Aha. Immer noch bisschen auf der Aufreisserspur. Und sie erzählte von einem Burn-Out vor über 2 Jahren. Was mich aufhorchen ließ. Wie sieht sowas aus? Indem sie nicht nur bei der stupide wirkenden Arbeit, sondern auch zuhause kein Privatleben mehr lebte, nicht mit Freunden ausging, also nichts erlebte. Nur noch dasaß. Und wahrscheinlich auch Wein trank. Weil sie "erleben" nicht mehr wollte und weil es nicht ging. Was zusammenhing. Das kann ich, wenn vielleicht noch nicht so hart, nachvollziehen: Zu den Simpsons auf der Couch und danach passiert auch nicht mehr viel. Außer vielleicht in solchen Momenten wie diesen, in denen ich mich aufrappele, um das hier aufzuschreiben. Interessant: Das Verlangen nach Er/Leben ist durchaus vorhanden und es entstehen dabei wüste und oft überzogene Ideen, aber echte realistische Vorhaben sind rar und der Ansporn ist es ebenso. Weil es Kraft benötigt und Arbeit bedeutet. Wobei im theoretischen Teil meiner Gedanken durchaus Potentiale von Interessen  schlummern. Immerhin: mit Jörg hab ich schonmal angefangen. Pflichtaufrappeln darf ich das vorerst nennen und hoffen, dass sich daraus Freude und Ansporn entwickelt. Ideen am Wegesrand. Das war also Susi. Heute gehts ihr wieder prima und ihre Weinempfehlung aus dem Rewe "Riesling trocken von Maybach" teste ich gerade. Obwohl ich ja so gut wie nichts in der Woche trinken wollte. Aber er schmeckt gut. Nun hab ich wieder mehr über mich als über Susi geredet, aber es war auch nur eine kurze Begegnung. Und eine ein bisschen erkenntnisreiche. Und vor allem eine schöne! "Rücken" hab ich dennoch. Lässt mich nicht richtig durchschlafen. Trotz Gras-Versuch gestern. (Übrigens immer noch sehr sexy und Kurzzeitgedächtnis schließend, wenn es normal dosiert wird. Und beim Lesen im Bett ist jede Zeile eine eigene Geschichte ... so fetzt es.) Vielleicht klingt das ja alles zusammen ab: Nase, Rücken, Psyche. Psyche? Gegenfrage? : Anpassung und Fügung, weil's nicht anders geht und die Psyche zur Ruhe kommen muss? Oh! Und wie ich den enormen Schmerz (Rücken) im PT auslebe ... damit alle sehen, wie schwer ich daran trage. Mal wieder ein übertriebenes Schauspiel, das zur Lüge gereicht. Für den Selbstschutz, für die Durchsetzung meiner eigenen Interessen. Sowas sollte nicht sein, es ist lächerlich, blödsinnig und ermüdend, aber aus Erfahrung in diesem Theater nicht anders möglich. Dazu kenne ich den Bernhardt mittlerweile zu genau, wenn er seine großgemeinschaftliche Bruderschaft samt seinen SchwesternSchäfchen hübsch beisammen haben will. Ja. Schon klar. Wir lieben uns alle sehr. Was soll's. Der Herbst ist jetzt da und am Wochenende wird's prima hell und warm. Komm mit, Tobi!

Psychosieche?

Erstaunlich, wie lange sich die Algen vom 07. September aus dem Barleber in mir zu halten scheinen. Und auch alles andere: Ich schnupfe ohne richtige Erkältung, mit trockenen Lippen, leichtem Durchfall, habe noch immer Rückenanomalien, träume mehr als ich schlafe, bin aber dennoch irgendwie halbwegs fit. (Tue im PT aber nicht so, sondern spiele schönstes Theater). Ob das auch für Kopf & Seele zutrifft, vermag ich nicht zu sagen, es fühlt sich alles ein bisschen "egal" an. Käme eine Arbeitsvertragsauflösung, wäre mir sogar das egal. Vielleicht sogar recht, weil ich es nicht selbst entscheiden müsste. Ich fürchte mich zur Zeit so wenig. Nichtmal vor vielleicht einer möglichen Überdosis Anomalie in mir, mit der alles zusammenhängt und die mich aufs Sterbebett brächte. Naja, spätestens bei einer Gewissheit wäre es dann bestimmt anders. Ich schwebe also ein bisschen im merkwürdig leeren Raum und freue mich immerhin, mit Jörg gestern ein kleines Jeskom-Projekt begonnen zu haben, an dem ich nach 1,5 Stunden bereits ein bisschen Gefallen gefunden habe. Motivation und so? Heute hab ich Tobi abgesagt (er hatte gestern Dienst) - und sowas ist bisher nicht oder nur sehr wenig passiert. Aber ich hab's mir so gewünscht. Schlimm? Komisch? Abwarten? Dauert ganz schön lange, dieses viele Abwarten. Und ich bin schon 46 Jahre alt. Nanu.

Zwischenbrand

Hab mich wie immer eines Schlechteren besonnen und das mir auferlegte Martyrium des Alkoholentzuges zwischenzeitlich gekippt. Alles nichts Neues und mehr denn je wie immer: Ich bäume mich mit halber Willensstärke auf, um "irgendetwas" zu ändern, nehme die zwei bis drei selbst festgestellten Basien wir Alkoholabbau, Hörgeräteeinbau und Bewegung als Hilfsmittel, um währenddessen zu meutern, weil das ja alles zwanghafter Quatsch sei und nicht der Realität entspräche. Das war jetzt eine Schnell/aus/wertung und bedeutet: Am zweiten Dienstag nach Wiedereintritt= Bluenote, Sommer, draußen. Ging aber, weil nichts mehr zuhause. 2 Alster, 5 Bier. Naja. Donnerstag wurden es direkt 2 große 3 oder mehr kleine. Wieder halb draußen, mit Stef und Wuselers und Zottel-Dirk und frühere Zeiten (diesmal 2005 Wien, anschließend mit Zwiebel über Michme, dann mit einer ehemaligen Opernhausmitarbeiterin Yvonne Wolters?, die sehr nervig war, und ganz am Ende Suse mit ihrem Bericht über Jakob, der nach Schweden gehen will). Ich muss das hier mal so konkret aufschreiben, um mir deutlich zu machen, dass es nicht die reine Alkohol-Absicht, sondern das Gefühl einer guten Umgebung ist, in welcher ich leider zu schnell konsumierend zu schnell betrunken werde. Freitag Steffen Kunzes Geburtstag. Boing. Samstag Marcel Kabel 40 im Bluenote. Boing. Sonntag die glückliche Notbremse. Jetzt ist Dienstag und ich komme in diese Puppenzeit einfach nicht rein: Müde, abgeschlafft, konzentrations- und/oder willensschwach, schlechtes Schlafen, schmerzender Rücken und eine gefühlte Allergie oder allgemeine Verschnupfung. Am Montag geht's auch noch um eine Zeiterfassung für uns. Das hat mich den ganzen Urlaub schon gewurmt und latent beschäftigt. Weil's kein vollständig ehrliches Arbeiten hier ist. Ich vermute, dass sich bei mir eine abgenutzte Verklärung hinsichtlich großfamiliärer Gemeinsamkeit zugunsten einer vorteilssuchenden Konstruktion umbaut. Meint: Ich BIN nicht Puppentheater. Das sind andere. Ich bin dabei und werde bezahlt, aber im Zweifelsfall lieber raus, als dafür zu kämpfen. Was sind meine Ziele? Heute habe ich wieder von einer Art Familie geträumt. Von Begriffen wie "Zusammen, Gemeinsam, Krisen durchstehen, Änderungen annehmen ..." Ich kann es leider noch nicht sagen, was ich mir vorstelle, was ich möchte und warum das auf ewig nichts zu werden scheint. Am Ende bleibt nur eine dauerhafte Traurigkeit, die nicht in Worte fassen kann, woher sie kommt und die sich gefällig auflöst, wenn gemeinsam beim Bier die ganze böse Welt dafür verantwortlich gemacht werden kann. P.S. Sterben mit Stil in feinster Wortwahl: "Ein sterbender Mann von Martin Walser"

die anderen

Es hilft, die "anderen" Leute, Menschen, Dinge, Zustände, Einflüsse nicht so sehr als die "Schuldigen" meines eigenen Systems anzusehen bzw. dafür verantwortlich zu machen. Vielmehr dürfte es hilfreich sein, dass ich für mich entscheide, welche davon mir gut tun und mit denen ich mich also gern umgeben möchte. Das wiederum setzt Erlebnis, Erkenntnis und resultierende Willen voraus. Irgendwann muss ich wohl sehr feige geworden sein, anstatt forsch auf einen ungeklärten Um-/Zustand zuzugehen, um ihn begreifen zu können. Jetzt fühlt es sich erschöpft an und die vielen Worte, die um verständliche Erklärungen ringen, sind nur blasse und wechselnde Nuancen in der Scheinwelt jeglicher Möglichkeiten. Das zermürbt und tröstet nicht. Kommt ein Aufwind daher, ist plötzlich ... bis zum nächsten kreisrunden Quadrat der Unbegreiflichkeit. Dennoch hilft es, die "Anderen" nicht als die Stolpersteine anzusehen, derenthalben ich oft so schwer an meinem Leben trage. "Einer trage des anderen Last" hört sich dabei gut an. Das wäre dann jetzt ein Psychologe, oder?

Rekonvaleszenz

Wahrscheinlich spielt sich alles gerade sachte wieder ein, was mir gleichzeitig Bange macht, in das alte Raster zu verfallen. Nicht zuletzt, weil ich gestern nach 10 alkoholfreien Tagen mal das Bluenote versucht habe. Auch deswegen, weil ich die Leute sehen will. Fünf Biere später und mit einer ordentlichen Allergie des blühend umgekippten Barleber Seewassers wegen, spürte ich weiterhin: Ich denke wie so oft zuviel und alle, aber nahezu alles wird immer ein bisschen mit einbezogen. Beabsichtigt oder nicht. Es lässt kein klares gut, böse, ja oder nein zu. Die letzten sehr heissen Tage, in denen ich also wieder arbeite, mutmaßen bei mir den Verlust einer möglich schönen Zeit am vielleicht Dreetzsee oder Meer. Aber da beisst sich die Katze. Wahrscheinlich wäre ich auch bei totaler Freiheit garnicht hingefahren. Es geht also nur um den ideellen Verlust der Möglichkeiten. Sehr hinderlich. Es gibt auch keine Alternativen zu dem, was ich nichtmal umschreiben kann. Der dumpfe Schatten ist ganz sicher einer Depression geschuldet, die immer wieder aufkommt und mich immer wieder tausendfragend zweifelnd am Leben hindert. Dann kommen irgendwann Aufbruch und wilde Aktionen mit späterer Resignation und meinem üblichen Verhalten, dass letztlich nur noch an den Freitod als Möglichkeit =Ausweg aus einem so schwer erscheinenden Leben glaubt. Ein 5-Wochen-Sommer kann daran überhaupt nichts ändern, denn Erholung findet im Geiste statt, in der Einigkeit mit mir selbst, dem Frieden und dem Eingedenken, dass ich ein ganz guter Freund von mir sein könnte.

depressive Litanei und neue Erkenntnis

Same procedure. Die Einträge aus 2015 machen mir zu schaffen. Denn sie sind deutlich sehr ähnlich dem, was ich hier zu formulieren versuche. Zusammensammlung aus ein Jahr alten Worten: ... immer abends im Bus vorm Zelt und viel getrunken, aber nicht viel geredet ... ich kann wohl nicht richtig urlauben, weder allein noch zu mehrt ... der Bruch ist oll ... den ganzen Urlaub durchgesoffen, davor auch nicht gerade gut mit mir umgegangen ... wünschte mir mehr Enthusiasmus ... finde weiterhin keinen antreibenden Zündstoff ... mir gehen die Haare aus ... fetter geworden ... kein Kribbeln auf die Zukunft. So geht das immer weiter, ist immer das Selbe, Jahr um Jahr, festigt und verstärkt sich. Es ist grausig und ich muss mich beeilen, ob meiner bekannten reflexartigen Stimmungsoptimierung nachher alles mal wieder als nicht so schlimm zu bewerten. Denn WENN es schlimm ist, IST es wirklich schlimm. Es ist zum Ausrasten, an die Wand fahren, aufhören. Dieses Mal saß ich in den 5 Wochen zwischen Bornholm und Barcelona und Dreetzsee sogar zwischendrin auf der heimischen Couch und gedachte, meine Sachen jeweils einzupacken: allein das wollte mir aus merkwürdig fehlendem Antrieb nicht gelingen: Ich saß wirklich da wie angewurzelt und unfähig, mich aufzurappeln, um das bisschen Zeug zusammenzusuchen. Ich befinde mich in einem Gedöns aus purer Macht- und Willenlosigkeit. Irgendwann bleib ich dann mal sitzen. Aus Lustlosigkeit. Dann wird es still. Ganz still. Von aussen betrachtet es sich wundervoll, 5 Wochen durch die Welt reisen und machen zu können, was man will. Wirklich? Wahrscheinlich. Aber nicht mit mir. Nicht so. Nicht so wie jetzt. Ich schlingere hier um die Worte, die beschreiben sollen, was ich empfinde, wie es mir geht und dass es nicht mehr so geht. Bornholm war ok mitsamt Fahrrad im Regen und Wind von vorn bis Aakirkeby für ne Gurke, der Rest war Strand und ne Wohnzimmrlampe für Tobi. Aus der Idee, nachts wenigstens Sterne, wenn auch alleine, am Strand zu gucken mit Pulle Wein, wurde nichts, weil Leuchtturm. Barcelona ist wahrscheinlich besser, wenn's nicht so heiss ist, ansonsten für mich ganz okay, für Tobi langweiliger. Dann Dreetzsee: kurzzeitig Heimat, weil Kiefernwald, Duft und See und Sonne. Bisschen Kienwerder. Sehr ruhig. Dann ein um einen Tag verschobenes Toender. Weil die Waldstimmung mich nicht gehen lassen wollte. Wären Gitte und Jens nicht in Toender zu erwarten gewesen, wäre ich bei den Seen geblieben. Manchmal hab ich es bereut. Hätte, wäre, könnte: alles war möglich, aber nicht für so einen beschissen unglücklichen und damit unbestimmten Typen wie mich. Und nun also wie jedes Jahr: Alkohol weg (wow, schone eine ganze Woche), aber es wird nicht viel besser. Es dauert länger in diesem Jahr, mein Körper schmerzt, ich war ein bisschen infected mit Schwitznächten und dabei bin ich genau so unfähig, etwas konkret, konzentriert und entschlossen anzupacken, wie ich es vor dem Urlaub auch war. Also die Weiterführung resp.  der Abbau restlich vorhandener Motivation. Ob der Urlaub nun (schade?) vorbei ist oder ich wieder (blöd?) arbeiten muss, und zwischen beidem ja doch nicht viel Unterschied ist, weil beides immer belangloser wird, schafft eine Farce, die nach allem giert, sobald erreicht, aber nichts hervorbringt ausser weiterem Stumpfsinn inklusive Tatenlosigkeit und Depression. Oh, und Alkohol, um das Ganze wissentlich nicht besser machen oder gar ändern zu können. Das macht noch ein bisschen trauriger und ich überlege derzeit an einer Idee, die glücklicherweise NICHT die Anderen an meiner Misere schuldig macht. Also vielleicht nicht das Puppentheater, vielleicht nicht Tobias, vielleicht nicht das restliche Universum? Bei Quarks & Co gab's einen Beitrag über Depressionen bei Männern wegen Nicht- oder Späterkennung. Hab ich zum Ansehen unter www.zehnsucht.de/QuarksCo-Manndepression.mp4. Da spielt natürlich wieder jene vergleichende Eitelkeit rein (Könnte ich das wohl haben? Das passt doch, oder? Hurra- ich hab was! Ich bin damit nicht allein!) Da gab's einen Typen, der sich von seiner Chefin schwer angegangen fühlte und letztlich zusammenbrach, weil er sich und seine Fähigkeiten samt Zukunft in Frage stellte. Ob seine Chefin nun schuld war oder sein Persönlichkeitsbild es nicht anders zuließ? Heute betreibt er eine Laufschule. Seine Argumentationen waren sehr schlüssig und (be)trafen mich sehr: "Antriebslosigkeit, Stimmung oft am Boden, Versagensangst und keine kreativen Gelüste..." so oder ähnlich beschrieb er im Grunde mich, der ich bisher immer davon überzeugt war, dass eigentlich alles nur schonmal da war und damit abgenutzt, langweilig und zur Wiederholung wird. Dass Tobi keine Inspirationen für mich parat hat und wir dahinvegetieren, dass Bernhardt ein blöder, linker Hund ist, dass mein Mut nicht ausreicht, mich denen anzuschliessen, von denen ich mir bessere Aussichten verspreche (und welche wären das?). Damit lässt sich auch erklären, warum ich keinen Ausweg, keine Alternative betreffs Puppentheater, betreffs Lebensmodell insgesamt in Aussicht habe. Denn wenn mir etwas missfällt (und das schon lange), dann sollte ich es doch zugunsten einer viel besseren Idee (auch mit weniger oder keinem Geld) aufgeben und mich der besseren Zukunft zuwenden. Au warte, das ist sehr kompliziert. So wie ich. Und ich habe keine bessere Idee. Alles beruht nur auf einem Gefühl von Harmonie, dem Frieden, der Vernunft, deren Quatsch machendem Gegenteil und nicht zuletzt meiner lockeren, gelösten Sichtweise auf das, was mich umgibt. Ich bin mir sicher, dann würden die Motivationsregler meiner ganzen positiven Einstellungen wieder aufgedreht: Freundlich, hilfsbereit, kreativ, positiv, bereit zum Teilen, neugierig aufs Dazulernen, offen für Neues und für Altes, kurz: Leben. Ein sinnvolles Preset, das nur sehr eingestaubt ist. Und wie weiter? #01: Und dass ich oft das Gefühl habe, nicht intelligent / schlau genug für viele Dinge des Lebens zu sein, könnte damit zusammenhängen, dass im Moment jegliche meiner Entscheidungen offensichtlich einer gründlichen Überlegung bedarf, bei der ich bereits in den Startschuhen aus denselben kippe und nicht weiterkomme. Geht es mit gut, steigt mein Selbstwertgefühl und ich stelle derlei Entscheidungen weniger in Frage. #02: Vielleicht hab ich einen genetisch bedingten Defekt. Oder einen jahrelangen und unentdeckten Hirntumor. Irgendwas muss es doch sein, was mich diese Welt nicht verstehen lassen will. #03: und/oder ich hab mir in dieser Rolle womöglich gefallen, weil es ein bisschen hip ist, nicht ganz klar und bisschen extra zu sein. Um dann recht spät zu merken, dass es großer Mist ist. Das fängt beim kindlichen Trainingsschwänzen oder dem Erkennen meiner Homosexualität an und endet in all den ungelösten Fällen, deren Klärung ich mir oft nicht oder gar nie zugetraut habe.  

fünf wochen rum

"... wünschte mir ... vor allem eine deutlich sicht- und erklärbare Stimmungslage nach dem Sommer". So lautete der 14.07.. Jetzt stehe ich wenige Stunden vor der neuen Spielzeit und ich wage nicht, es aufzuschreiben, weil es sehr subjektiv verallgemeinert (na wie denn sonst?) und möglicherweise fehleingeschätzt wirken könnte. Dennoch versuche ich es mit Herantasten: Es gab keinen Tag ohne Alkohol. Reicht das? An jedem Ort zu vieler Zeit fühlte ich mich unaufgehoben. Am besten ging's noch am Dreetzsee, weil Kiefernwald, dessen Duft, Wärme und klare Seen einem meiner Heimatgefühle schmeichelten. Bornholm im weissen Sand war gut. Viel gelesen. Lippenherpes-Sonnenbrand. Barcelona war warm und vier Tage Erfahrung. Dreetzsee so gut, dass ich das Toenderfestival auf Samstag verschob. Toender war wegen Gitte und Jens gut, ansonsten wüsste ich nicht, ob ich müsste. Die letzte Woche zuhause bestand aus fast nichts. Ausser Alkohol, schlechter Frisur, einer Massage und Ende des größtmöglichen Bartwuchstests. Am Freitag schnell noch einen Song versucht, damit ich wenigstens ein fadenscheiniges Ergebnis verzeichnen könnte. Schwierig zu schreiben deshalb, weil meine Grundhaltung nicht besonders förderlich ist, was einen Rückblick ebenso färbt. Das Unweigerliche ist also eingetreten: Der Urlaub ist rum und morgen gehts weiter. Womit und wie auch immer. Erkenntnisse? Bernhardt ist ein Arschloch. Gut, haben wir das schonmal. Ansonsten ist der Inhalt der Arbeit eigentlich doch genau das, was mir wirklich gut liegt. Ist alles dabei. Fehlt der Blick auf die Art & Weise. Ich zornzweifle seit Jahren und habe keinerlei Idee, was ich anders / anderes tun könnte. Es könnte überall genau so werden. Ich hätte als Selbstständiger vermutlich so meine Probleme, Projekte dauerhaft am Leben zu erhalten und neue  zu akquirieren. Angst vor "immer auf der Suche" nach Geld und Faulheit. Der Rest ist Alkohol. Also Depression. Schönes Schmuckstück.

Satzbau

"Um etwas Gemeinsames zu erreichen, bedarf es der Kommunikation. Und die entsteht nur bei Sympathie." - so oder ähnlich sagte es ganz nebenbei neulich irgendjemand im Fernsehen und ich war baff ob der simplen Wahrheit und des großen Gehaltes. Ich glaube, da ging's um die EU, Brexit, Länder, Menschen ... und dieser Mensch brachte es mit diesem Satz auf den Punkt. Nun rate mal ... meine Fragen nach Harmonie, Verständnis, Gleichbehandlung, Respekt, Freundschaftlichkeit ... und damit ist der neuerliche Reigen meiner endlosen Denke über das Puppentheater und mich erneut angestoßen. Ich wünschte mir etwas Konkretisierung und vor allem eine deutlich sicht- und erklärbare Stimmungslage nach dem Sommer, die mich entweder gefestigt weitermachen- oder den Gang zum Intendanten antreten lässt.

Puppenpremiere Hof16

Wir waren in Berlin. Beirut. Zitadelle. Naja, bisschen anders als wir uns das vorgestellt hatten. Aber okay, wir haben die Band mal erlebt. Dann nach Hause. Schon während des Konzertes dachte ich öfter darüber nach, ob denn nun wirklich alles okay bzw. mir nahezu egal wäre, wenn ich die Premiere trotz einer hieb- und stichfesten Erklärung schwänzen würde. Komisch. Aber okay, nach Hause im Affentempo mit der Idee, doch noch dort zu erscheinen und sogar pünktlich den Schussapplaus und die üblichen Dankesreden erlebt. Und genau dabei wurde es wieder merkwürdig still in meiner Verbundenheit mit dem Haus. Ganz komische Stimmung. Weil ich nicht zur Premiere da war? Also von Anfang an? Weil Stephanie laut dem Intendanten so eine schöne Programmkarte erstellt hatte? Weil Oleg heute so prima in der Zeitung war? Weil Moritz Sostmann seine Schluss- Dankesrede als Haus-Regisseur gehalten hat und ich so darüber nachdachte, was und DASS er alles getan hatte, um jetzt mit Schlussapplaus von der Bühne zu gehen? Das ist jetzt hier ganz schnell aufgeschrieben und ich war froh, dass ich dann endlich nach dem Prozedere zum geduldig wartenden Tobi zum Bus und nach Hause konnte. Da bin ich nun- in meinem zweiten Zuhause. Und mache erstmal Wein auf. P.S. "Das notwendige, aber 5. Rad am Wagen ohne große Bedeutung" - und damit unter dem, was ich lieber hätte. Wenn ich denn wüsste ... so ungefähr fühlt es sich an. P.S.2 "Seit ich nicht mehr an mich denke, gehts mir gut" Gelesen in der "Zeit" als Leserkommentar. Viele in diesem Haus nehmen sich nicht so wichtig und machen einfach ihren Job. Gemessen an den vielen Stationen und Situationen mitsamt den Unzufriedenheiten meines Lebens stellt sich vielleicht hier eine ganz andere Frage.

Pro & Contra Puppentheater

Weil es immer wieder aufkommt und weil ich immer wieder damit im Denken und Fühlen zu tun habe, wird es sachte wirklich Zeit, ein bisschen zu ... ha! da gehts schon los: nicht ein bisschen, sondern richtig drüber nachzudenken, ob meine Zukunft im Puppentheater liegt. Dieser Ansporn liegt nicht unbedingt an einer akuten Situation (naja, ein bisschen schon nach Festival und den letzten Tagen), er liegt darin begründet, dass ich offensichtlich anderen gegenüber oft von solchen Überlegungen rede und dass bspw. Katrin Gellrich mich sehr sachlich fragt, wie lange ich denn noch so hadern und nichts ändern möchte. Das ist gut und ich sollte noch viel mehr mit Katrin gemeinsame Stunden verbringen. Auch weil wir uns gut verstehen. Ja- und weil sie sich in mich verliebt hat? Naja, das hat nicht soviel damit zu tun, glaube ich. Jedoch denkt sie sehr schnell und sehr logisch, was mir selbst oft "abgeht". Sie ist sehr empfindsam und mit ihrem derzeitigen Lebensmuster nicht unbedingt zufrieden. Tobias Körner halt. Nunja. Aber es wird Zeit, genauer unter die Lupe zu nehmen, was mit mir und dem Puppentheater zu tun hat. Da sind eine Menge Dinge wahrscheinlich von Anfang an schief gelaufen, die weniger mit sachlichen Umständen, als mit meinem Gefühl dafür zu tun haben. Ich hab anfangs viel reingebuttert, um zu überzeugen und mich jetzt erst seit ungefähr ein, zwei Jahren in eine Liga dort gespielt, in der ich nicht mehr der Gescholtene - aber dennoch oft unzufrieden bin. Merke schon, da spielen viele Fäden an einer Puppe, als die ich mich marionettengleich oft fühle. Wunderbar ausgedrückt. So, wie machen wirs? Ich muss vorerst mal eine Präambel wie diese hier verfassen, um mein "Problem" zu schildern und anschliessend (wie bei den Simpsons) die Pro und Contras aufschreiben. Und das Ganze dann auch (nicht nur) mit Katrin besprechen. Weil ich immer nur bei meinem Gefühl und vagen Vorstellungen von Veränderung natürlich steckenbleibe. Jut, hammer das erstmal. Jetzt weiter. Vielleicht oben im Menü? Dann kann ich das dort nach und nach zusammentragen und Erkenntnis-entsprechend mit geänderten Ansichten / Korrekturen versehen. Gabs schonmal, oder? Ja klar, Summary tbc. > Du meine Güte, ich mach's mir ganz schön schwer- aber anders weiss ich's nicht, weil auch gute Gespräche mit ebensolchen Erkenntnissen recht schnell in meiner Wahrnehmung verloren gehen. Wie ein Kind, dem gesagt wurde, dass es besser ist, immer nur das "Gute daran" zu sehen. Pah! Na denn. Bis gleich.

Sex aufsparen

Es ist Festival 2016 im Puppentheater. Bisschen Ausnahmezustand. Alles irgendwie ohne Zeit. Zweimal LaNotte. Von der letzten kam ich nachts zurück mit der Absicht, zuhause Wein zu trinken und bisschen was fürs PuppenWeb zu tun. Hab ich gemacht. Beides. Ziemlich viel sogar. Nächsten Tags morgens (ääh: vormittags) ein altes postalkoholisches Spiel: SEX! Jetzt! Enthemmt. Unter der Dusche rasiert und sehr "in Fahrt" gekommen. Habs aber nicht durchgestanden und abgebrochen zugunsten einer ... ja was eigentlich? Für später? Ja! Aber warum? Später kurze Pause zuhause abends um 6. Wieder mit amourösen Gedanken. Wieder nicht Plastic-Cock anyway und drauf los. Noch später, also jetzt, nachts, ist es erfahrungsgemäß natürlich damit wieder komplett vorbei. Mist. Das Ganze erinnert mich so'n bisschen an mein gesamtes "Denken & Tun", das immer mit Aufsparen, Aufheben, später und besser machen (...) zu tun hat. Ist mit dem Geld genauso: Haste was, kannste was. Wäre mal interessant, wenn das ganze Geld aufgrund irgendeiner Deflation oder Krieg oder sowas plötzlich richtig und beispielsweise griechisch in die Knie geht und belanglos wird. (was es ja im Grunde auch ist) "Jahre gespart auf die Rente. Und nun das ..." Egal. Es ging ja um den Sex. Das wäre nochmal ein Kapitel für sich und mich: Ich als Kind, als Jugendlicher, "Erwachsener" und meine immer noch merkwürdigen sexuellen Verhaltensweisen auf dem Weg zu dem, was ich heute immer noch nicht bin. Aber hey, olroid, ich drifte ab. Es gibt hier und jetzt schon wieder viel Weisswein und ich ärgere mich erneut und wie immer über meine Maßlosigkeit beim Saufen und die Enthaltsamkeit beim Ausleben dessen, was ich hier zwischen irgendwelchen Zeilen beschrieben habe.

Midsommer 16

Es ist wieder soweit: Der Frühling mit seinem zartblassen Grün ist zu Ende, der Sommer beginnt just in diesem Moment und es ist die Nacht, in der kleine Mädchen mit Gänseblümchenkränzen in den Haaren über die Weisen toben, eine Meute kleiner Jungen ein letztes Mal durch das abendlich nach warmen Kühen duftende Dorf streift. Allesamt romantische Vorstellungen und jene dazu, die je nach Stimmungslage beste Ausgangslage für tiefes Bedauern oder freundlichen Blick nach vorn bedeuten können. Je nach Sichtweise. Von meiner wollte ich hier nur kundtun, dass es in Ordnung ist. Ich weine dem Frühling nicht so sehr nach und sehe es eher pragmatisch, dass all die Dinge, die lose und undefiniert in meinem Harmonieherz unerfüllt herumgeistern, im Grunde mir entsprechen. Ich hab jederzeit die Wahl und auch die Freiheit, zu tun, was immer mir beliebt. Natürlich bedarf es einer praktischen Vorstellung von dem, was mein Wille dabei sei. Ein uraltes, 46jähriges Lied. Na gut, ein bisschen müssen wir vielleicht abziehen wegen des Begreifens dessen, was um mich herum und mit mir passiert. Bevor ich ausschweife: Wir waren 4 Tage im Spreewald inkl. 2 freier Tage vom Puppenhaus und der Notlüge des 70. Geburtstag meines Vaters. Ansonsten hätte ich diese Tage nicht bekommen. Oh ja, das wurmt natürlich. Nun, so ist es aber immer: Ich bin noch immer nicht wirklich verwandt mit dem Theater, aber ein simpler Job ist es auch nicht mehr. Zwischenwelt. Vermutlich muss ich wandern und hab immer nach einer Weile das Gefühl, etwas anderes tun zu müssen. Schwaches Beständigkeitsgefühl. War schon beim Kulturserver, bei den Hörbüchern, bei der LKJ so. Immer nur beiwerktätig und nie richtig in einer Situation, die ich als meine Profession bezeichnen mochte. Zuviel Grütze in meinem Kopf und ein nicht ausreichende Vorstellung von Leben. Vielleicht sollte ich mich mit der Grütze endlich anfreunden und sie für mich anerkennen. Mit Tobias bin ich auf einem guten Pfad. Bevor ich nach dem Grund dafür frage, nehme ich es einfach mal freundlich und zufriedenglücklich auf. Wir haben unsere Möglichkeiten und Ziele wahrscheinlich klargemacht, angenähert und abgesteckt. Okay, ich bleibe natürlich weiterhin unrein in Kopf, Herz & Seele und offensichtlich gerne unzufrieden; aber zumindest kann Tobias jetzt nichts mehr dafür - es bleibt meine eigene Aufgabe, zu ändern, was mir nicht gefällt. Mittsommernacht. Die kürzeste Nacht 2016. Der Sprung vom Spring into the Summer. Wir fahren 2 Wochen nach Bornholm. Und dann vielleicht auf's M'era Luna. Spreewald hat mir gezeigt, nach nur 4 Tagen tatsächlich ruhig, entspannt und vor allem friedlich sein zu können. Eine schöne Aussicht auf den Sommer. Ein guter Schlusssatz. Na bitte.

Das Ende der Harmonie

Der gestrige Abend nach Katrins Liebeserklärung verlief noch einigermaßen bunt. Erst beim Tischtennis-Grillen in Buckau mit Zackes und Jörg und anschließend auf einen fatalen kleinen kurzen Weißwein im Bluenote. Ich überlegte derweil immer wieder, ob diese Katrin'sche Offenbarung jetzt irgendetwas mit mir macht. Offensichtlich irgendwie nicht so sehr. Außer, dass ich mir Situationen unseres gemeinsamen Zusammenlebens vorstelle, und wie ich mich darin so verhalten würde. Wenn ich morgens in die Küche schlurfe, mich vor Spiegeln inspiziere, Gedanken verlautbare ... Das ist echt merkwürdig. Ich teste sozusagen mögliche Szenarien durch. Sowas. Aber nochwas: Beim fatalen Wein, derer es dann doch Vier in angenehmer Runde wurden, damit zuhause noch die Flasche Bier den Durst löschen kann- gab es im Gespräch zwischen mir und dem Typen noch ohne Namen ein paar sehr interessantsympatische Nuancen. Vor allem, als ich darauf kam, ihm erklären zu müssen, dass die Basis meiner Kooperationen und Zusammenarbeit mit Kunden, Kollegen oder Arbeitgebern irgendwie immer auf Harmonie bestünde. Dass mir sowas wichtig wäre.Woraufhin er entgegnete, dass sowas ja die beste Grundlage für Ausnutzung ist. Das war erst lustig und wurde dann aber zum enormen Licht, das mir dabei aufging. Verdammt! Nicht alle ticken so wie ich, nicht jeder will den Weltfrieden. Und ein so'n bisschen labiler Dr. Möchte-Feel-Good auf Harmoniesucht wie ich, wird von solchen geradlinigeren Leuten wahrscheinlich direkt zur Seelenkasse gebeten und ausgelutscht. Weil sein - also mein Handeln auf Harmonie beruht und praktisch keine Gegenwehr außer dem daraus resultierenden inneren Unfrieden besteht. Wao! Was für eine Erkenntnis! Hab zwar jetzt noch keine andere Idee dafür, aber diese Erkenntnis wog schwerer als manche meiner vielen lausigen Ideen. Und meine Zahnärztin wird um 14:00 von meiner Fahne wahrscheinlich narkotisiert. Ad hoc habe ich nichtmal Mitleid. Ha! Ein Anfang.

Katrin hat nur 15 Minuten

Keine 10 Minuten sind vergangen, nachdem Katrin Gellrich mir ihre Liebe zu mir gestand. Eben weil sie nur eine Viertelstunde Zeit hatte. Und morgen nach Hamburg fährt und mir das vorher sagen musste. Und der Idee folgend "Spar' deinen Wein nicht auf für morgen." Das war bestimmt nicht leicht für sie, sowas zu gestehen. Und in mir muss das erst ankommen. Ich dachte an Christin, damals in Brandenburg. Beetzsee. Die erste und bis eben noch einzige, die mir ihre Liebe gestand. 25 Jahre später passiert das nochmal. Damals fasste ich Christin im Zelt gleich an den Po. Jung, unerfahren und betrunken. Heute mittelalt, mal nicht betrunken, aber endlich schwul. Nanu. Jetzt ist mir komisch.

Wenn du es ernst meinst ...

Ein kommunikativer und guter Tag heute. Dazu ein Erleichterung, die wiedermal damit zu tun hat, das dann doch endlich zu tun, was mir widerstrebt, aber offensichtlich notwenig ist. Fangen wir mal mit der GEZ an: Sie rücken näher und die mittlerweile vom Staat eingeräumte Macht ermöglicht es den Öffentlich Rechtlichen, mir nahe zu kommen. Bevor es (wie bei Jana Schneider) zu angedrohten Pfändungen und solcherlei Dingen mit über 600 EUR kommt, gebe ich also auf und versuche wenigstens, nicht den gesamten Zeitraum seit dem gesetzlich akkreditierten 01. Januar 2013 nachzahlen zu müssen. Mein Nachbar Renè traut sich nicht, mich seiner WG zugehörig zu erklären, also muss ich umdenken. Und gerade das fällt mir schwer. Wie so vieles anders. Nachdenken. Eine gute Lösung finden. Die Lösung bestand in meiner Denke darin, meinen "Untermieter" zu meiner bisherigen WG zu erklären, bis ich im Dezember 2015 in die drüber frei gewordene Wohnung zog, wessenthalben ich jetzt mich freiwillig bereit erkläre, diese Wohnung samt 2und40 anzumelden. Und siehe da: Es war leichter als gedacht. Keine Rückfragen, wo und wann bei wem ich zuvor gewohnt hatte- offensichtlich ist der GEZ Erfolg genug, wenn sich ein neuer Kunde anmeldet. Nun gut. Ich zahle also ab Dezember 2015 erstmals TV Gebühren. Im Nachhinein gesehen immer noch eine enorme Einsparung bei ca. 18 EUR pro Monat seit 1992. (Anmerkung: Solche Bluenote Besuche sind dann doch ziemlich sinnvoll - WeinMicha hatte mich auf die Idee dieser Auslegung gebracht und mir damit sehr geholfen. Denn ich fühlte mich einigermaßen hilflos im Gewirr meiner nicht entstehen wollenden Gedanken über die Lösung dieses blöden GEZ-Problems.) Aber darum gehts garnicht in diesem Beitrag. Ich musste es nur mal loswerden. Und dokumentieren. Was anderes: Mit Katrin Gellrich stehe ich seit geraumer Zeit in einer sanften, dennoch sehr für mich deutlichen und dennoch angenehmen Kommunikation. Heute schrieben wir uns wiedermal eine Menge SMS, während sie stundenlang in der Spielplan-Planung beim Intendanten saß. Ich wollte sie spaßenshalber ermuntern mit der Idee, dass ich doch mal ein Konzert in einer spielarmen Zeit im Puppentheater machen könnte. Wieder so ein lascher Aufbruch meinerselbst, ohne es wirklich ernst zu meinen. Ihre Antwort war genial: "Verkauf dich nicht fürs Puppentheater. Säle kriegst du auch woanders voll. Ich organisier dir einen, wenn du es ernst meinst.  Auf meine Entgegnung (Also muss ich wohl mal was ernst meinen. Das fällt mir schwer, obgleich ich im Geheimen oft meist schlimmer als ernst bin. Sagen wir: labil? Antriebs- und meinungslos? Dröge und doof? Sowas.) schrieb sie folgerichtig:"Kein Selbstmitleid! Das brauchst du nicht. Du machst schon durchaus ziemlich viel richtig. Also: Stift auf den Kalender fallen lassen, Termin markieren, nicht mehr zurück können. Schaffste. Ich helf' dir." Das sind so Tage mit Menschen, die zueinander passen. Und jetzt du! Wenn du es ernst meinst ... Also ich!

Montagsdepresse

Vielleicht so ein postalkoholischer Anfall von Depression, vielleicht irgendeiner der anderen tausend Gründe, von denen ich den richtigen nicht finde. Morgens noch alles okay, türmte sich im Laufe des Vormittags ein Klumpen von Ohnmacht gegenüber all den vielen kleinen oder größeren zu erledigenden Puppen-Dinge, die mir irgendwie die klare Denke rauben und mich nicht zu einem fein gedachten Ergebnis bringen liessen. Stattdessen Ablehnung anderer Bitten und bitte keine weiteren Aufgaben mehr. Fühlte mich wie eine Maschine für ein Gewerk, das letzten Endes nicht meins ist. Vielleicht läuft's darauf hinaus. Mittelmaß. Faust? Selbst wenn Mephi sich anböte, hätte ich nichtmal eine Idee, was er mir für besondere Kraft vermachen könnte. Bin dann irgendwann Richtung Nord gefahren. Und das sehr langsam; ich hatte plötzlich sehr viel Zeit und am liebsten kein Ziel. Bis Schweden durch oder so. Und dann? Auch nicht weiter. Früher Abend Eis mit Katrin und Alfred und ich krieg's nicht auf die Reihe, diese innere Talfahrt zu beschreiben. Halb taub und unwohl und vor allem müde. Letzteres trifft es schon sehr: Müde. Von den Dingen um mich herum. Die entweder mit den Ketten rasseln oder still stehen. Das ist eine Allegorie auf Puppentheater und die nicht enden wollenden to-do-Listen und auf der anderen Seite mein eigener Stillstand. "Früher", so sagte ich Katrin, "früher hab ich gemacht, was und wann ich wie wollte." Genau. Aber besser war das auch nicht unbedingt. Jetzt hab ich wenigstens etwas, worauf ich meine Unzufriedenheit schieben, das ich dafür verantwortlich machen kann. Das Blödeste ist, dass ich es nicht beschreiben kann; ich bleibe regelrecht stecken im Wust meiner Gedanken, WAS ich denn WIE haben möchte - aussichtsloses Unterfangen. Vielleicht übergeordnete Begriffe wie Frieden, Harmonie, Miteinander, Füreinander, Ehrlichkeit, Ideen, Aufbruch, Unterstützung, Erfolg bzw. Applaus; geschafft vom schönen  Tun auf einen Stuhl in der Abendsonne sinken und sagen: "Das war ein sehr feiner Tag!" Wahrnehmung, Einschätzung, Erinnerung  ... meine Denke ist oft zu klein bzw. von überschattetem Gemüt soweit abgedunkelt, dass Sonne und Licht nicht viel ausrichten. Da helfen weder anderer Ort noch andere Leute. Oder doch?

Selbstübereinschätzung

Seit Sonntag, resp. Montag bin ich komplett alkoholfrei. Heute ist Donnerstag Abend. Wie vorher überlegt, ist es natürlich ein schnelles Wunder. Allerdings sind es Unmengen Träume, die beim Hellwerden am Durchschlafen hindern. Das geht schonmal um 4 los. Okay, halb 11 im Bett und lesen, dabei leider oft zu schnell müde werdend (immer noch Panikherz von Stuckrad-Barre). Dennoch fühlt sich alles leichter an. Nur ist es eben so, dass zwischen Simpsons und Stuckrad-Barre nicht viel passiert. Ansonsten wäre ich allerdings auch nur ins Bluenote gegangen. Für den kleinen Zeitraum bis zum dritten Bier, wenn ich eigentlich so sachte wieder weg will, weil's mir entweder manchmal langweilig oder unangenehm wird. Schwer zu beschreiben. Damit hätte Tobi eigentlich Recht, wenn er meint, dass in Stadtfeld auch nichts weiter passiert. Allerdings mit der Ausnahme, dass hier Leute verfügbar sind, die ich aufsuchen und wenigsten so lange um mich haben und mit denen erzählen oder weggehen kann, wie ich mag. Das ist dann doch schon mehr als in Reform. Und wie ich so hier sitze nach einem sehr langen aber okayen Puppentag inkl. Training und Sonderausstellung am Abend, denke ich mir, als ich im TV irgendeine Naturwundershow sehe: Wenn ich nicht Zeit meines Lebens so dermaßen und permanent unsicher wäre, nicht soviel Angst vor - tja, wovor eigentlich - hätte, könnte ich Moderator sein. Wie Anfang der 90er schonmal visioniert. Oder jemand, der sich auf bestimmten Gebieten sehr gut auskennt. Und darin Profi oder wenigstens mit sich im Reinen und soweit mit dem Leben zufrieden ist. Das macht, wovon er weiss, was will. Hättewärekönnte, schon klar. Diese Gedanken sind nicht neu, nur aktuell eben mal wieder positiv gefühlt da, weil mein selbst herbeigeführter Zustand es zulässt. Auf jeden Fall ist so ein alkoholfreier Zustand erneuterklärterweise eine der Voraussetzungen, um überhaupt etwas zu vollbringen. Die dauernden Zweifel helfen allerdings bei keinem der möglichen Zustände 'nüchtern', 'leicht beschwingt einen sitzen' oder 'scheissmistverkatert' - wobei letzterer Zustand sehr Überhand genommen hat. Der goldene Mittelweg scheint der beste, aber auch schwerste, weil der richtige Moment gerne über den Haufen geworfen wird. Klar, wenn ich keine Idee für was Besseres habe, ist das eine leichte Entscheidung. Naja, jedenfalls wollte ich das hier mal aufschreiben, weil im Großen Ganzen und im Moment alles ziemlich okay ist. Auch wenn es weiterhin keine nennenswerten Pläne ausser der gewissen planmäßig-langweiligen Lebensweise ohne besondere Vorkommnisse gibt. Das wiederum ist weiterhin blöde.  

Nullmeldung und Panikherz bei 29%.

Sehr vieles von dem, was ich sehe, erlebe und mir daraufhin dabei denke, hat damit zu tun, es nicht besser hinbekommen zu haben oder es wenigsten so ähnlich machen zu können. Das ist eine einigermaßen vage Angabe und es fällt mir immer recht schwer, das auszudrücken. Beziehungsweise richtig und zu Ende zu denken. Wahrscheinlich, weil es immer wieder auch nur Momentaufnahmen sind, in und mit denen ich mich vergleiche und somit auf keinen blassgrünen Schimmer der Idee komme, dass ich weder dumm noch "tja- was eigentlich?", aber sehr wohl desorientiert und antriebslos bin, was offensichtlich irgendeiner lang dahin schleichenden Depression geschuldet ist. Ein schöner Satz. Ansonsten aber eine Nullmeldung. Was ich aber festgestellt habe, ist die Aussicht auf enorme Erfolgsmeldungen: Nämlich dadurch, dass ich einfach keinen Alkohol trinke. (hab ich seit Ewig schon nicht mehr probiert!). Das ist immerhin ein halbwegiger Garant dafür, mich nächsten Tags so viel besser zu fühlen. Schneller Erfolg wird damit in Aussicht gestellt. Was das Grundproblem offensichtlich nicht löst, aber nur so eine Basis für besseres Denken ermöglichen könnte. Bin gerade auf dem Trip des Buches PANIKHERZ von Benjamin Stuckrad-Barre oder so, bei dessen gefühlt ehrlicher autobiografischer Schreibe ich mich anfangs sehr oft wiedergefunden habe. Ab dem zweiten Drittel des Buches beginnt allerdings der "berühmtere" Teil seines Seins (Management, Harald Schmidt, Los Angeles, Udo und der prominent besetzte Panik-Wende-Zug durch symbolische Mauern ...) und seinem einhergehenden enormen Zerfall mit Unmengen Koks und großartiger Bulimie. Okay, anderes Level, anderes Leben; dennoch vergleichbar. Würde mir wahrscheinlich auch so gehen. Will ich mich also wieder vergleichen- naja, beim Lesen ist es schon schön, sich irgendwo darin zu finden. Insbesondere, wenn man so Panne und unzufrieden ist, wie ich zum Beispiel. Also was jetzt? Café Monaco mit unserem frischen Ensemble voller Leben, Quatsch und jeder Menge Können ist nach drei Bieren vorbei und ich trinke den Wein zuhause leer. Mac-Akku bei 29%. Das trifft es ziemlich gut. P.S: meine Idee, Pfingstsonntag nach Mannhausen zu Mandy und Ines zu fahren platzte wegen zu vielen Weines und der glücklich schlechten Wetterlage. Der Tag danach war trotz besserem Wetters nicht anders. Meint: "tja- was eigentlich?". Sollte ich nochmal einen Song hinbekommen, nenne ich ihn "Panne". Wenn man dann nicht losgeht, um reparierend helfenden Ersatz zu besorgen, bleibt man eben liegen. Jetzt 27%.

Start in den Mai

Ich bin so platt, so emotional ergreifbar, so (jeden Tag abend) betrunken, so leer und immer so weiter. Gerne würde ich Welten retten, Menschen helfen, kennenlernen oder wenigstens mit ihnen reden. Oder singen. Es vibriert in mir ob möglicher Aussichten auf Verheissungsvolles, aber es wird nicht daraus. Mir fehlen darüber sogar die Worte. Endlose Litanei versuchter Erklärungen. Null Ergebnisse. Heute war's warm draussen. Morgen und die nächsten Tage wird's wettermäßig noch besser ... alles großartiger Frühling mit Sommer-Attitüde. Alles blüht auf. Außer ich. Es gibt keine Idee für diese Tage. Sie werden vergehen mit mir am langweiligen Laptop, auf einer Couch, mit vielem Wein, überhaupt nicht bemerkenswerten Konjunktiven trotz der Überlegung, was wir morgen essen. Bukowski-like betrachtet, ist es die beste Zeit, sich endlich hin- bzw. umzulegen. @Nachtrag: Ich bin dabei, mich keines Tages zu erinnern, an dem ich keinen Alkohol getrunken habe. Wäre ich nicht so angefüllt mit diesen tosenden, hilflosen Gedanken über ein "machbares" Leben, würde ich mich gehen und damit fallen lassen und wäre damit innerhalb kürzester Zeit dem absoluten Verfall anheim gegeben. Allerdings bin und fühle ich mich schon nah dran.

get well soon

Rest now, weary head! You will get well soon. Das Konzert am 28.4.2016 bei den Songtagen Gera brachte mich beinahe aus der Fassung und ich werde nie wieder Musik machen. Was ich von der Band wohlausgefeilt und perfekt aus der Konserve kenne, glaubte ich unübertreffbar. Glaubte ich. Das Feuerwerk aus LOVE ging sofort ganz tief rein und war so sehr präzise, dynamisch und tiefgehend ... und der Band merkte ich eine deutliche Zugehörigkeit für das, was sie dort tun, an. Natürlich ergriff es mich mehrere Male sehr, was womöglich auch mit meiner allgemeinen Stumpfheit zu tun haben kann. Tobias und ich haben kurz vorher noch über solche Begebenheiten wie Oberkossa bzw. Mandyhausen geredet und dass es für ihn keinen Sinn habe, unter Leuten zu sein, die er nicht kennt und deshalb ungern hinfährt. Ok, aber hat er auch keinen Sinn dafür, diese paar Leute kennenzulernen? Mir passiert einfach zu wenig! Ich selbst fühle mich oft so argumentations- und hilflos, dass offensichtlich alles irgendwie wenig Sinn mit uns zusammen außerhalb unseres kleinen eingemotteten Universums  macht. Das deprimiert noch weiter und es fällt mir schwer, ihm zu erklären, was ich damit meine, wenn ich von Erlebnissen rede, die erst entstehen, wenn man sich drauf einlässt. Alles andere ist "hin - hallo - Bier auf - Bett zu - Tschüs!" ohne irgendwas sich einfach entwickelt gelassen zu haben. Ist mir auch zu umständlich, das in erklärende Worte zu fassen. Während Get well soon spielt, dachte ich (mal wieder) für eine Sekunde an die komplette Umkrempelung all dessen, was ich gerade um mich herum habe und mit dem ich nicht ganz synchron laufe. Puppentheater, Tobi, Leben. Das alles macht mich sehr selbsterpressbar, denn ich habe keine Meinung, keine Argumentation, kein Ziel und werde dessenthalben auch nie selbstsicher genug auftreten, um meinen Willen durchzusetzen. Das macht mich bestimmt auch schnell zum Spielball. Wo keine Meinung, keine Gegenwehr, da wird ausgenutzt bzw. vorausgesetzt, dass alles, was passiert, okay ist. So fühldenke ich das zumindest. Blödsinnig schwer zu erklären. Ich stehe selbst vor dem Konzert mit einer Zigarette nochmal vorm Comma und fühle mich ob des schnellen Bieres und seiner leicht vernebelnden Wirkung sofort etwas unsicher und denke mir dabei, dass ich tatsächlich "allein nicht kann" und glaube mich für solche Momente nicht von dieser Welt. Wenn ich es allein nicht kann, mit Tobi nicht kann (nein, auch kein kleiner Spaziergang an der Elbe) - wie dann? Nunja, das Konzert hallt noch immer nach, ob der Schönheit seiner Songs, der Professionalität der Band, meiner Vergleichsversuche, meines Seins. Eine taube Stille kommt zu oft zu stark in mir hoch und nichts, wirklich nichts kommt voran.

Kieser & Monaco

Habe mich heute entschieden, nach all den teilweise unbezahlten und langen Zeiten das Kieser Training zu verlängern. Weil es ab 27.04. tatsächlich vorbei ist. Für ein Jahr also. Jetzt mit Abo-Funktion: Ohne Kündigung 2 oder 3 Monate vorher läuft es automatisch weiter. Hui- hat Geld gekostet: 39 EUR im Monat sind 468 EUR für ein Jahr. Immerhin wahrscheinlich mit Rabatt für Langzeitkunden. Sei's drum, ich nehme es als Ansporn, weil es jetzt definierte Kosten sind. Ok. Café Monaco heute. Habe ja schonmal drüber geschrieben wegen meines öfteren Unwohlseins in so einer Menschenmenge und dass ich dann irgendwann einfach abhaue. Heute war's ein bisschen anders. Warum? Nunja, es waren Leute dabei, die ich kenne und mag (Wieland, Matze, Frank [und nicht Frank Bernhardt] Anna & Ensemble ...)  ich machte Fotos und ich war diesmal irgendwie mehr "drin". Das ist  schwer zu erklären wegen meiner Unsicherheit und so - kann ich hier auch nicht weiter ausführen, es gab viel Bier, Gin und Nasenbluter. Auf jeden Fall war's schöner als bisher. Und als Anna zu Jimmy Somerville bei der AfterShow tanzte, fühlte ich mich sehr ertappt, als ich trotz ihres auffordernd freundlich-ermutigenden Blickes nicht einfach zu ihr hingegangen bin und getanzt ... hätte / wäre / könnte? Ich bin so verkopft und langsam, langweilig, unmutig, desillusioniert ... wobei doch alles im Grunde so einfach scheint. Bester Kommentar dazu: "Menno!"

Loser

Ich bin dermaßen angreifbar, verletzbar, manipulierbar - weil ich so labil, unvollständig und ängstlich bin und ich deshalb nicht so auftreten und argumentieren kann, wie ich es bei manch anderen Leuten immer wieder beobachte, die längst nicht so Recht haben, wie sie tun, aber durch ihr Darstellung so wirken. Und dann auch entsprechend respektiert und behandelt werden. Aber will ich das so? Damals hatte ich gedacht- wenn Frank Bernhardt mich aus dem Puppentheater raushaben will, werde ich es ihm schwermachen. Aber warum?  Weil ich nicht behandelt werden möchte als jemand, mit dem man umspringen oder über den man verfügen kann wie man will. Mittlerweile ist es nicht mehr so (glaube ich zumindest), aber ich hege immer noch meine kleine Waffe des Feueralarmsauslösers wegen seines Rauchens im Büro - damit ich ihm eins auswischen kann. Mannomann, was ist das für ein Schwachsinn. Und ich habe das Thema hier verfehlt: Mir fällt sowas nach 4 Bier im BN, einem Glas Rotwein und zwei weiteren Weisswein zuhause ein, kann es aber deswegen auch schwer zusammenfassen und ausdrücken. Das trifft im Grunde genau den Kern dessen, als was ich mich fühle: Als bisschen Loser. Sorry, aber die Trunkenheit tut ihr Übriges. Und ich weiss ganz genau Bescheid, wie ich es nicht hinbekomme. Nochmal: Loser! (Selbstbeleidigung)

Inspiration

Schwieriger Begriff, leichtes Unterfangen: Sobald ich durch eine Person oder Situation "enabled", inspiriert, ermutigt und vor allem bestätigt werde, wenden sich nahezu alle Blätter und alles scheint so sehr viel mehr möglich als noch eben zuvor. Witzig hierbei ist, dass es momentan zwar überhaupt nicht so ist, ich mir das aber dennoch recht genau vorstellen und wohl auch aus Erfahrung bestätigen kann. Man kann mich daher recht einfach als labil einstufen, als jemanden, der sich mit irgendeiner leichten oder wie auch immer gearteten Depression durchs Leben vergeudet, während dessen mittendrin immer wieder diese Lichtpunkte auftauchen, die alles plötzlich möglich erscheinen lassen. Dieses Thema der Inspiration, des Erkennen und Mutes dazu muss mich hoffentlich noch eine Weile beschäftigen, damit ich das begreifen, üben und erleben kann. Eben weil es so schnell möglich zu sein scheint, mich auf auf die Sonnenseitenwelle zu stellen, um ein nahes Festland zu erreichen. Sehr poetisch, aber es musste mal geschrieben werden.

zu schnelle Wechsel

Ich wechsele meine Gemütszustände so dermaßen schnell, dass ich es fast nicht ertrage. Die Basis bleibt offensichtlich traurig mit einer Spur Aussichtslosigkeit. "Manisch depressiv" wäre wenigstens ein echtes (Krankheits-)Bild, aber so ist es nicht mit mir. Heute Abend wieder mit Schwimmen und Sauna und einer montagsüblichen Ruhe und diesmal keinem Allards trinke ich jetzt hier mein Durstbier und bin seit geraumer Zeit irgendwie unglücklich. Wahrscheinlich klappt in den nächsten Tagen irgendwas gut oder es gibt ein schönes Erlebnis im Bluenote am Dienstag oder im café monaco am Mittwoch oder bei Luke Wesley am Donnerstag oder am Freitag, wenn Tobi Dienst hat und ich um so mehr machen könnte, was- wenn ich es wüsste - ich wöllte. Wie dem auch sei- manchmal ist es ein kleiner Anstoß und dann fühlt sich "das alles" wieder gut an. Aber diese schnellen Wechsler gefallen mir überhaupt nicht. Ich hege Gefühle und ein Gespür für Veränderung, die einem Midlife-Cisis-Veranlagten zugesprochen werden könnten. Nur dass meine Crisis seit unmessbarer Zeit besteht und ich so oft so unglücklich über mich und mein Umfeld bin, ohne aber beschreiben zu können WAS denn anders sein müsste. Das ist schwer, jemandem wie mir einen Rat zu geben, wenn dann die mit Anstrengung und kurz aufblühender Freude erreichte neuerliche Situation dann wieder kippt. Ob ich das Puppentheater sein lassen und was ganz Neues aufbauen sollte, ob ich mit meiner Beziehung zu Tobi glücklich bin, ob ich in den Urwald ziehen sollte ... ich komme mit keinem dieser Dinge weiter. Ich merke, wie schwer das zu beschreiben ist und sträube mich dessenthalben oft, hier zur Tastatur zu greifen. Weil ich feststelle, dass ja nur Dunst ist, den ich hier aufbaue. Vielleicht ist dieses Leben nichts für mich, kann es aber nicht einfach aufgeben. Konsequenzen waren schon oft eine meiner grössten Hürden. Es strengt sehr an und äußert sich in solchen Zuständen wie diesem in großer Untätigkeit. Da sind Kieser und Schwimmen/Sauna schon ein echtes Highlight. In den Nachdenker mit Kubon und Wolfgang Krebs wollte ich gehen. Die Beweggründe ob der Gespräche über Zeugs von früher waren aussichtsreich- aber ich liess es. Kleine Parallele zum Café Monaco- wie ich hier schonmal aufschrieb- wie ich guten Mutes dorthin ging und mich aber nach geraumer Zeit unwohl dort fühlte und wegfuhr. Ich bin so Panne und summe vor allem immer wieder dieses Lied von Panne (und Bierhorst) vom Briefeschreiben und dem tagelangen Warten auf den Postmann, der nun keine Briefe mehr von ihr bringt. Und ich übe und singe Hubert von Goisern "Fia di" und werde dabei sehr traurig, weil ich an Mandy denken muss. Warum? Mein Vater hat heute eine Frau beim Abbiegen angefahren. Wahrscheinlich nichts Schlimmes. Jetzt weiss ich was: Ich stelle mir vage so eine Arbeitssituation vor, in welcher die Türen offen sind, in welcher miteinander, ehrlich miteinander geredet und umgegangen wird, in welcher gemeinsam an einem Strang gezogen wird. Ich vertraue dieser Konstellation Kempchen / Bernhardt immer noch nicht, auch wenn ich mehr und mehr gelobt und offensichtlich anerkannt werde. Jetzt weiss ich erstmal nichts weiter ausser nochmal ein Zitat aus Coldplay zu bemühen: When you try your best but you don't succeed When you get what you want but not what you need When you feel so tired but you can't sleep Stuck in reverse

When the tears come streaming down your face When you lose something you can't replace When you love someone but it goes to waste Could it be worse?

Lights will guide you home And ignite your bones I will try to fix you

das Geisterhaus (Film)

Meryl Streep als Erscheinung bei ihrer fast zu Tode geschundenen Tochter in der Zelle: "Du darfst dir den Tod nicht wünschen, mein Kind. - Das ist nicht das Wesentliche. Der Tod kommt so oder so. - Du musst für das Leben kämpfen. Ein Leben ist ein Wunder."  (Und Alba wartet auf dich. Sie braucht dich.) Bin heute Mittag nach dem Training erschöpft aber frei mit dem Fahrrad zurück nach Reform mit Kopfhörern im Ohr und Sonne im kühlen Frühlingssonntag. Es lief Coldplay "Fix you". Mit der Erinnerung die Dokumentation mit den alten englischen Leuten im Chor, bei denen nach und nach viele wegstarben (Young at Heart). Und für den Moment war es so schön wie auch sehr traurig mit diesem Lied in mir. Und dann heute Abend zuhause "Das Geisterhaus" nebenbei gesehen und über Puppentheater und meine Arbeit dort, mein Sein sinniert und geredet. Und dann kam oben genannter Spruch. Nahezu ein kleines Gleichnis.

Hör- und Kontrollverlust

Das hier gabs bestimmt schonmal. Egal: Irgendwann vor vielen Jahren dachte ich mir eines hellen Tages im BlueNote: "Wenn ich weiterhin schlecht höre und die Hörgeräte ob der Scham nicht trage und dazu dem Alkohol auf unsachliche Art fröne, wird sich meine Korrespondenz und Kommunikation immer weiter reduzieren, inhaltlich vereinsamen, die Worte werden weniger und undeutlicher, das Verlangen nach Kommunikation wird versickern, meine instabile Unsicherheit (widerspricht sich das?) wird mir mehr und mehr das Gefühl geben, diese Welt noch weniger begreifen zu können. So oder ähnlich also nicht schlecht gedacht. Was noch besser ist: Genau so entwickelt es sich bzw. hat bereits einen stabilen Punkt in meinem Leben gesetzt. Und das sporadische positive Aufbäumen mittendrin, wenn plötzlich so einfach und schnell wieder alles gut scheint, macht es noch unbegreiflicher.

kleines Heulen groß

Eine kleine Wanderung über die Esso Tankstelle für Tabak und weiter zum BlueNote. Die Bäume duften und jagen mir einen Stoß Blüten ans Revers, das ich nicht trage. Es ist angenehm lau draussen. Ich versuche mir beim Gehen mal wieder meine Welt zu erklären und schaffe dabei nichtmal einen zusammenhängenden Satz. Und denke: "Ja klar, weil es immer dieselbe Litanei ist. Von einem schönen und entspannten Leben oder sowas." Alles wiederholt sich und meine Gedanken werden wegen dieser Kontinuität müde, sich überhaupt anzustrengen. Kein Plan, keine Aussicht, keine Idee. Irgendwas mit anyway. Im BN gibts bisschen Bier und Wodka mit Wein-Micha (ja schon wieder- es ist Dienstag), einem Immobilien-Kumpel von ihm, einer neuen Kellnerin, Burkhard, der italienisch anmutenden Requisitenfrau vom Opernhaus mit der großen Brille, später dann Götz und mein Unternachbar Volker. Weiter hinten JaboKäseStoffi und deren Dienstags-Clan. Daneben Marco Sensche und Mattheo, der die Filmer von Improma schlimm findet (mit denen ich heute einen ganzen Drehtag im Puppentheater verbrachte). Ich gehe halbwegs pünktlich nach Hause, vorbei an Corina & Katrin, aus deren Wohnung noch TV-Licht scheint. Kriege das kleine Heulen. Krebs & Tod und wie schnell und einfach sowas gehen kann. Könnte. Und ich denke an die beiden. Und daran, dass geteiltes Wissen über Fotografie vermehrtes Wissen ist und dass ich gerne mit den beiden und unseren Kameras losziehen möchte. Erleben. Ausprobieren. Entdecken. Dazulernen. Freuen. Gemeinsam. Ich bin sehr leer und richte meine Energie im Grunde aufs Puppentheater. Damit ich wenigstens EINEN Punkt in meinem Leben habe, der mir Erfolg, Ergebnisse, im besten Falle Inspiration für Entwicklung und womöglich damit auch Anerkennung für mein Dasein bringt. Das ist erbärmlich. Den ganzen Kram meiner Versuche, es auf den Punkt zu bringen, habe ich in der Summary schonmal zusammengestellt, die ich allerdings aktualisieren muss; denn es geht mittlerweile auch mehr und mehr um Tobias und mich. Ich komme allein nicht weiter, habe aber blöderweise Probleme damit, es einfach auf eigene Faust mit anderen Leuten zu probieren. Die Idee ist klar: Inspiration!, mehr schöne und schlaue Leute, mehr Wissen, mehr Erfahrung, mehr Lernen, Wissbegierden bedienen ebenso wie Unsinn verzapfen (jetzt kommt's schwelgerisch:) Pferde stehlen, Quatsch machen, Schokoloaden-Osterhasen für den Weltfrieden im Park aussetzen ... ich will doch nicht übertreiben oder über ungesteckte Ziele hinausschiessen, aber ich komme einfach allein mit nichts weiter. Und ich habe furchtbare Angst, dass mein lieber Tobias mit mir auf so einer idealisierten Fährte kein guter Begleiter sein kann bzw. will. Ich stecke weiterhin fest zwischen den Universen, die allesamt mit all ihren Möglichkeiten vorhanden sind und auf mich warten. Oder gewartet haben. Das ist nix Großes oder Bedeutsames, das ist nur mein ewiglicher Gedanke, aus meinem Leben etwas zu machen, worüber ich mich währenddessen freuen und es geniessen kann. Und nochmal die Alternative: Vielleicht ist eine längere Auszeit in der illusionierten weissen viktorianischen Villa zwischen Meer und Wald mit Ansporn für (geforderten) Körper und (zur Ruhe gebrachten) Geist gut für eine Besinnung auf das, was ich mir daraufhin mit gutem Mut und freiem Gewissen vornehmen kann für mein gutes oder wenigstens zufriedenes Leben. (Oh- da tut sich allerdings ein kleiner Widerspruch auf /// aha: er hat Ansprüche). Dazu gehört dann aber auch, mir sämtliche Aufzeichnungen von den Mapplethorpe Tagebüchern, über meine Kalender und die dänemark'schen "Kreise" bis hin zu dieser Zehnsucht hier alles mal durchzulesen. Und vielleicht erkenne und begreife ich dann sogar etwas.

MidlifeCrisis ad hoc

London ist überlebt. Ich tu mich schwer, hier endlich aufzuschreiben, was mich bewegt. Denn es fühlt sich alles sehr bewegt an, ausser ich. Ich bewege mich so gut wie garnicht. "London muss unsere Ehe retten" war eine der letzten meiner Aussagen. Jetzt stellt sich heraus, so wie Tobi es sagte: 'Es hätte nichts mit mir zu tun' - dass er wahrscheinlich eine kleine MidlifeCrisis durchgemacht hat. Spontan. AdHoc, ganz schnell. Für sich selbst. Was ich seit Jahren mit mir rumschleppe, erledigt er in 10 Wochen? Dafür ist er ja bekannt, aber das mulmige Gefühl im Bauch will mir nicht weichen. Es stimmt was nicht und ich merke das sehr klar und deutlich. Für sowas bin ich wiederum bekannt. Ich fühle meine ganze Umgebung als schlaff, beengend und trostlos. Aber ich bin auch nicht stark genug, das zu ändern. Weil ich keinen Plan habe. Die vielen unzulänglichen Situationen meines Daseins wiederholen sich dauernd; ich denke über Selbständigkeit nach, weg von Hierarchien und Abhängigkeiten- allerdings komplett ohne auch nur die Spur einer Idee, wie ich das machen will. Dann suche ich permanent nach einem harmonisch ausgeglichenen Lebensstil mit Aktion, Reaktion, Gemeinsamem, Neuem, Schönem, Genüsslichem, Reizvollem ... wer nicht geniesst, ist ungeniessbar. Es bleibt allerdings bei der Suche- und die nichtmal wirklich, sondern nur in vagen Vorstellungen. Das müsste automatisch so sein. Ist es aber nicht. Ganz sicher nicht. Daran ändern auch Geld, noch mehr Geld und wunderbares Equipment nichts. Stattdessen kehre ich von Tobi und seiner Baumarkt-Weidenhecke nach Hause zurück und überlege, dass es beim Abschied fast bei einemTschüs an besagter Hecke geblieben wäre, hätte er es sich nicht noch schnell anders überlegt. Premiere "M" und ich hab Dienst. Ne Menge Leute da, die ich nicht kenne; ich unterhalte mich immerhin schon besser als die Jahre davor- bin aber immer noch eine Art Dienstleister; nicht darin, sondern dabei. Ich kann doch nicht aus meiner Haut. Sobald die vertrauten Leute dort weg sind, bleiben die, die sich feiern (können, dürfen und ja auch sollen). Ende vom Abend: 00:30 schnell die Weissweinflasche auf. Die zweite passt auch noch rein. Der erste Frühlingssonntag ist daraufhin im Eimer. Kein Fahrradfahren durch die Sonne mit Jörg, Homi, Zacke an den Jersleber mit Grill und Eis. Stattdessen dumpf und abgeschossen auf der Couch. Den gesamten schönen warmen Sonntag. Gleich nachher werde ich in der Sauna erklären, wie doof das manchmal ist, wenn ich wegen Puppentheater an solchen Sonntagen leider nicht teilnehmen kann, Und irgendwann glaube ich das sogar selbst an diesen Scheiss. Eine nahezu aussichtslose und offensichtlich sehr depressive Stimmung hat mich mal wieder oder immer noch in den Fängen und zehrt an mir. Irgendwo tief unten schlummert der Schrei nach Veränderung, auf dem Weg nach oben versickert er mehr und mehr und übrig bleibt eine verwahrloste breite, lapsige Oberfläche. Unmut, Trostlosigkeit und keine Idee ausser Alkoholverzicht, in und nach welchem ja doch alles wieder genau so anfängt. Siehe dieses gesamte Buch hier. Das ist kein Frühling, wie ich ihn will. Und erst recht kein Leben.

go London

Morgen = Nachher gehts nach London. Ich hab eigentlich nichts mitzuteilen, ausser dass vielleicht angesichts der erneuten Terroranschläge (nach Paris diesmal - zu erwarten - in Brüssel) auf dem Trafalgar Square bei der Passion of Jesus am Freitag eine Bombe hochgehen könnte, die uns beide mitnimmt. Au Backe - habe ich das gerade eben wirklich so geschrieben? Ich bin und fühle mich Panne. Sehr. Willem ist vor ein paar Tagen gestorben. "Oberkossa". Ein Meilenstein meiner Entwicklung. Würde gern zur Beerdigung fahren, weiss aber, dass es wegen Puppentheater und Endprobenwoche "M" knapp deswegen wird. Was ist jetzt wichtig? Nee, das wird hier nix. Hab gerade die Doku Hubert von Goisern (DVD von Mandy) angesehen und stelle erneut fest, dass es Lebensweisen gibt, die ich so gut und gern nachvollziehen kann. Und so gern möchte. Aber ich hab mich mal wieder mit Wein soweit gebracht, dass ich hier nichts klarstellen kann. Mistkram. Und ich sitze zwischen allen Stühlen meiner diffusen Wahrnehmungen und  Vorstellungen eines schönen Lebens, das sich mir irgendwie und mal wieder nicht erschliessen will. Gehen wir mal davon aus, dass London uns beide- und außerdem mein Universum- nicht vernichten wird. Es ist Frühling. Mal wieder. Und mal wieder ist es Zeit, ..... ah Shit, vergiss es.

46, Frühling, Tag des Glücks

Schöne Begriffe. 20. März. Am Ende dieses Tages in Mannhausen mit unser beider Familien bei und mit Mandy sitze ich hier. Zu Hause. Wie so oft am Sonntag Abend. Und wie so oft ein bisschen traurig. Der Tag war nicht traurig. Es war ein Tag an der frischen Luft sozusagen. Um nicht an Tischen sitzen und den Geburtstag dort abwarten zu müssen. So wars gut. "Die Luft ist raus". So fing es nach der großen Stille an. Eine Stille zwischen Tobi und mir, die ungefähr nach Corvara (Skifahren) anfing; genauer wahrscheinlich an dem Tag, an dem wir bei meinen Eltern mit großem Essen waren und ich offensichtlich sehr unleidlich gewesen sein muss. Diskussionen über Flüchtlinge, Ausländer, ungewünschte Auffanglager in der Nähe meiner Eltern, Video vom Skiurlaub angucken, günstige Preise für die kommenden Flatrate-Tarife. Ich weiss es nicht genau, aber ich war desillusioniert. Von allem. Ab diesem Zeitpunkt muss die große Stille angefangen haben. Vorweg: Wir sind wieder in besserem Miteinander, aber eine Wunde pochert. "Die Luft ist raus". Ich musste ihn endlich fragen, was los ist, warum er so gut wie garnichts sagt oder nur knappe Antworten gibt. Über gefühlt: Wochen! Und unsagbar schlimmer Zustand. Für mich. Tausende irgendwelche Gedanken über Gründe. Dann die Kommunikation an diesem einen Abend endlich zu beginnen, war erstaunlich schwer für mich. Ich dachte, wir sind toughe Typen, die sich alles sagen und schnell auf den Punkt bringen können. Nein. Können wir offensichtlich nicht. Es bleierte etwas an diesem Abend. Dann ordneten sich sachte die Worte. Und es kam heraus, dass Tobi irgendwas garnicht gut fand. "Die Luft ist raus" war ein Satz von ihm. Aber wenigstens redeten wir wieder. Knappe Zusammenfassung dessen, was ich noch weiss: Wir führen deutlich getrennte Leben. Ich komme kaum noch vorbei. Auch die Wochenenden sind oft nur kurz. Und ich denke: "Stimmt - es ähnelt sehr der Situation wie damals mit Mandy: 'Ich freue mich kaum mehr auf dich' samt solcher Ideen, dass ein Tobi-freies Wochenende sogar prima wäre." Ein wahres Zugeständnis an meine Gedanken. Am Ende des Abends versicherten wir uns, dass wir keine Nebenliebschaften (Boys) hatten und uns unbedingt ehrlich begegnen und die Wahrheit sagen müssen. Ich fing damit an, ihm zu erzählen, dass ich in meinen teils lethargischen Zuständen jemanden brauche, der mich herausfordert, auffordert, mitnimmt. Hin zu neuen Ideen, Leuten, Erlebnissen. Oder überhaupt irgendwelchen dieser Art. Tobias war auf diesen Punkt garnicht vorbereitet und wollte wahrscheinlich nur unser Zusammensein wieder geordnet wissen. Naja, das ist hier doof ausgedrückt. Aber erstmal eine Eleichterung. Die Stille besserte sich in den kommenden gemeinsamen Tagen allerdings nur ein bisschen, auch wenn es sich bereits besser anfühlte. Plötzlich und unverhohlen küsste mich Tobias eines Abend und sagte: "Es hat nichts mit dir zu tun. Auch auf Arbeit kann ich keinem in die Augen sehen." Das hab ich nicht auf Anhieb kapiert. Aber was war es dann? Er wusste es (und weiss es bisher) nicht. Es hat nichts mit mir zu tun? Den Nachsatz "noch nicht" konnte ich nur wieder selbst versuchen zu interpretieren, anstatt ihn endlich und deutlich zu fragen, was hier eigentlich los ist? Die Tage danach haben wir auch nicht weiter drüber geredet. Wir scheinen irgendwie sehr verkopft zu sein. Klar, wir reden und gehen jetzt miteinander fast wieder so um wie vorher. Aber ich hab ein diffuses Gefühl. Es geht auch in Richtung Ironie. beinahe Sarkasmus. Beispiel heute Abend, nachdem wir den ganzen Geburtstagskram samt Essen und Geschenken aufgeräumt hatten "So, dann wirds aber auch langsam Zeit für dich". Er sagt, das ist alles witzig gemeint. Er will noch Training machen. Aber diese witzig gemeinte Ironie und deren Häufigkeit sind keine Witze auf Dauer. Wieso fällt uns das Reden darüber so schwer? Ich glaube, Tobias würde damit nicht anfangen. Er nimmt wahrscheinlich alles 'irgendwie' so hin und das wars. Sex, Liebkosungen, das gemeinsame Gefühl füreinander ... all das fühlt sich so 'halb' an oder findet sehr selten statt. Ich spüre das Gefühl der Umkehrung zu Mandy und mir damals: Mandy wollte immer reden und alles ausdiskutieren und ich fühlte mich sehr unwohl dabei. Aussprache ... Jetzt aber bei Tobi fühle ich mich in der Situation, wissen zu wollen, was los ist und wie wir weitermachen. Bin aber auch zu feige oder zu thumb oder zu betrunken. Wahrscheinlich können wir beide das auf einen Punkt reduzieren: Nämlich, wie es mit uns weitergehen soll, kann, darf oder/und muss. Dabei müssen wir Position beziehen. Und das fällt uns beiden schwer. Donnerstag, 24.03. fliegen wir nach London. Ich denke mir im halben Spaß dabei gerne: "London muss unsere Ehe retten". Endlich hab ich's mal angefangen, hier aufzuschreiben- denn selbst das hat seit ca. 13. Januar (Essen bei meinen Eltern) bis heute irgendwie nicht geklappt. Oder ich hab's mich nicht getraut. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es Tobi nichts ausmacht. Und bevor er sich im Sarkasmus und damit mich verliert, müssen wir das mit uns klären. "Viel leichter ist's immer hinterher". Der "Brief an meinen Freund" damals in 2010 im Bus auf dem teuersten Campingplatz schwebt immer mit mir herum. Ist Tobi mein Wunschfreund geworden? "Der andere ist nicht dafür da, meine Erwartungen zu erfüllen" (mal im TV gehört). Dies ist der Tag meiner Geburt vor 46 Jahren. Das sind schon ziemlich viele Jahre. Und von all dieser vielen ganzen großen Zeit kann ich leider nicht sehr oft behaupten, mich richtig wohl gefühlt zu haben. Schwere Worte und wahrscheinlich auch etwas unsachlich. Aber sagen wir's mal so: Ich habe den Reigen der Kommunikation hiermit eröffnet und kann nur hoffen, dass ich mutig genug bin, um endlich mal ein bisschen aufzuräumen. Das Ding hier heisst nicht umsonst GET REAL und ich möchte mich nicht dauernd dabei ertappen, mein Leben und das, was um mich herum ist, "irgendwie" über die Runden zu kriegen.  

Tobias und Jesko

Ich hab ein merkwürdiges Problem damit, aufzuschreiben, was seit Januar nach Corvara zwischen mir und Tobias steht. Und was bisher wie passiert ist. Das sollte ich schleunigst nachholen, weil Zeit erfahrungsgemäß die Deutlichkeiten verklärt. Und ich bin immer wieder und wie jetzt zu sehr betrunken dafür. Doof.

Tobias 2016

Weiterführend auf den Beitrag von eben (09.02.2016 im Bluenote mit Burkhard), muss ich mir den Stand der Dinge von Tobi & Jesko vergegenwärtigen. Um es klarzukriegen. Aber das kann ich jetzt nicht. Die Worte sind alle, Whiskey & Bier taten ihr Übriges. Aber es kommt. Hierein. Anschliessend das Thema meiner Intelligenz, das Maß meiner Dinge, meine Wahrnehmung meines Universum & der Selbstwert. Danach ... Es gibt zu schreiben und vor allem, dann zu tun. Nachtrag 13.02., 00:30 "... dann zu tun" klingt wie immer. Bin gerade bei Tobias und weiss, wir müssen sehr dringend in unseren Köpfen und Herzen zueinander und klarer kommen. Er ist gerade ins Bett und ich hab die übliche Weinflasche vor mir, nicht bereit, ins Bett zu gehen, nicht imstande, irgendwas vernünftiges jetzt zu tun, nicht in der Lage, etwas halbwegs normal zu denken. Es schwirrt alles und ist ungreifbar. Das ist wirklich seltsam. "Die Welt ist schön, Milord" und ich dachte damals, wir werden immer so geradeheraus sein mit allem, was uns auf der Seele liegt. Stimmt nicht. Es ist schwieriger als angenommen. Vielleicht deute ich das falsch, aber ich merke, dass etwas nicht stimmt. Mit mir schon lange nicht. 13. Juli 2011 - 13. Februar 2016 1676 Tage 239 Wochen, 3 Tage 55 Monate 4 Jahre, 215 Tage Nachtrag 14.02,. 00:51 Ein neues Kapitel unser beider Geschichte wurde heute und zum Glück eröffnet. Das stille, für mich unerträgliche Schweigen der letzten 3 Wochen konnten wir heute endlich brechen. Darüber zu schreiben ist im Moment nicht möglich. Und nein- dem liegt kein besonderer Zauber inne, ich bin nur schon zu sehr betrunken von der Anstrengung, diese Festung endlich aufgesprengt zu haben.

Burkhard Bluenote

War wie so oft Dienstags im BN. Die üblichen Verdächtigen: Skatrunde mit Zwiebel, Zicke, Zottel-Dirk u.a., später Oli. Dann der Sportlertisch Jabo, Käse und Stoffi und der Dicke (sorry: Stefan?). Hinten die anderen Skater und vorne an der Bar Wein-Micha, Wuseler, Ulrike (?- ausm Museum fürn Smalltalk) und Burkhard. Letzterer und ich saßen am Ende beisammen und redeten. Auch wie so oft und wie so schön. Bei Bier und Jameson Whiskey. Okay, Burkhard hat nicht umsonst den Beinamen "traurig" (so wie Kubon: "dick", remember: "dick&traurig"), weil Burkhard ziemlich sentimental und eben sensibel ist. Dazu allerdings auch sehr blickig, was den Lauf und die Umgebung seines Lebens betrifft. Wir streiften über Michme auf der Katrin/Zwiebel Party und seine merkwürdig absurde und unsympathische Art, cool sein zu wollen, was wiederum Parallelen zu Kubon aufbrachte ... und so weiter. Irgendwann kamen wir dann bei uns an: Er und seine Kraft spendende Patrice (?) und seine Aufarbeitung nach dem Tod seines Vaters am Tage unseres Mozart-Konzertes im café p. Und wie wir so bei "uns" waren, rutschte mir geradewegs heraus, was ich ihm etwas früher schonmal erzählt hatte: Nämlich, dass ich Lethargo des Öfteren einen sprichwörtlichen Tritt in den Hintern brauche, um los, um voran zu kommen. Und dass ich mir das bei Tobi (bzw. damals bei meinem zukünftigen Freund) immer so erhofft hatte, was sich allerdings so bei Tobi und mir bisher nicht einstellen wollte. Und dass es jetzt nach Corvara (Anfang Januar) einen irgendwie Knick zwischen / bei uns gibt. Dazu gleich in einem anderen Beitrag mehr. Burkard brachte es auf den Punkt: Versenkt euch in eure Arme, lasst euch fallen und fangt alsbald damit an, darüber zu reden. Und ich denke, er hat Recht. Denn um das momentane Gefühl von Tobi und mir steht es nicht gut. Meinungen manifestieren sich, dauern dementsprechend lange an und am Tag der Explosion weiss keiner mehr, wo der Anfang lag und worum es ging. Ich bin wahrscheinlich ordentlich vorbelastet durch Mandy und derlei Komplikationen, die vielleicht andere Hintergründe hatten, aber im Sinne der Kommunikation genau dasselbe sind. Am Ende hab ich ihm versprochen, es anzugehen. Und dann haben wir uns noch verabredet, bei einer oder drei Flaschen Wein den Film über Michel Petrucciani von Roger Willemsen (am 07.02. verstorben) anzusehen. Es ist gut und erstaunlich wichtig für mich, solche Gespräche führen zu dürfen. Keine, die kurz und bündig oberflächlich über Fakten resümieren oder gar darstellen wollen, sondern sich gehen und reifen lassen, um sich dann mittendrin auf den oder die Punkte zu treffen. Es hinterlässt ein wohliges Gefühl, von Menschen umgeben zu sein, mit denen ich genau sowas machen kann.

Sex at night

Das ging beinahe die ganze Nacht durch: Es beginnt immer mit Träumen vom Sex. Und immer ist es ein beinahe zu junges Jüngelchen. Genau so eines, wie ich es war, als ich meine Sexualität etwas genauer entdeckte und mich nach genau solchen Leuten in meiner Umgebung verzehrte. Da waren wir 16 bis 20. In dieser Zeit ergab sich allerdings nichts aus meinen geheimen Vorstellungen. Ausser den Spielereien mit Thomas Wahnschaap. Das war aber nicht das, was so sehr in mir schlummerte: Hingebungsvoller, sich gegenseitig mitreissen im Höhenflug mitreissenden Dranges nach großem Sex. So war es mit jenem (immer gleich bleibenden) Bengel, der zum Glück nicht zu jung war. Ein phantastisches Gefühl, wenn beide auf der selben Linie schwimmen, durch eine Art öffentliches Museum gehen, bei der ich weiss: So wie er mich anfasst, kann das nicht gutgehen in der Öffentlichkeit- die im selben Moment aber egal ist. Weiter. Er taucht die ganze Nacht immer wieder auf. Später wieder- in der halb ausgeräumten villa p.- immer mit der Gefahr, erwischt zu werden. Ein starkes Gefühl. Und sehr sehr sexy. Er hat die Hose bereits aus und wir poltern in eine Ecke. Es MUSS, es geht nicht mehr anders. Das mit der Jungenhaftigkeit in meinen Vorstellungen hat mich schon manches Mal beschäftigt. Fühlt sich gefährlich an. Zu jung? Ich wähne mich im sicheren Bereich, da der Vergleich zu Thomas Wahnschaap- der damals körperlich auf jeden Fall noch als Kind durchgehen musste, meinem Verlangen bzw. der Vorstellung schönen Sexes nicht standhält. Aber eben solchen Typen, die in meine Anfänge passen: Gleichaltrige aus der Klasse (Otschi, Kolou, Weide), der Lehre (Marco), Nico Röhl ... im Grunde eher Leute, die ich bereits eines Weile kannte und zu denen ich einen entsprechenden Faden hatte. Dass ich außerdem mit ihnen ins Bett wollte, bleibt mein ewiges Selbstbefriedigungsgeheimnis. Tja, und manchmal kommen sie wieder- die Jungs aus verflogenen Tagen. Muss ich mir dazu Gedanken fürs Heute machen? Erstmal nicht, es ist viel zu früh.

Gesundheit 2016!

Heroischer Einstieg in ein neues Zehnsuchtsjahr, was? Es ist wirklich wichtig, dass ich mir merke, wie sich Abwesenheit jeglicher Gebrechen anfühlt. Denn die Gegenwart ist scheusslich, wenn ich beispielsweise meinen reizenden Husten nicht los werde und noch immer ein mattes Gefühl habe. Die Dolomiten liegen um uns herum, der erste Skitag war supersonnig mit vielen Pistenfahrten und erschöpften Musekeln ... dennoch bin ich schwächlich, irgendwie kränklich und lasse heissestes Duschwasser über mic rieseln. Wohlann denn, Neues: Sollte ich vorhaben, nicht so griesgrämig und misstrauisch und negativ sein zu wollen, dann wäre Gesundheit ein echt guter Begleiter. Ansonsten ist alles psychosomatisch erklärbar und ich muss mit EINEM Thema anfangen, es besser zu machen. Immer noch heroisch, was?

Lass uns Liebe sein

Das waren sehr viele Worte in den letzten Tagen. So voller Ungeduld und so negativ. Ich denke, zum Jahresabschluss wäre das hier von Jochen Diestelmeyer ganz gut geeignet. Wohlan denn, Herz, nimm weiteren Anlauf und gesunde. Oder Abschied. Hauptsache, es dreht sich was in eine Richtung, mit und in der ich gut leben kann. Adieu. Und manchmal wird das Herz so schwer Zwischen weiten Nächten Und die Tage wüst und leer Ziehen an Dir vorüber Und Du siehst das Ende nahen Fehler, die sich rächten Und Deine Lebenslügen waren Dann musst Du wissen was Du willst Für Dein Leben Deine Liebe Für Dich selbst

Zusammensammlung 15-1

Es wird wahrscheinlich Zeit, mehr über die Dinge nachzudenken, wie ich sie gerne (bzw. nicht-) hätte. Handlungsanleitungen. Nichts Neues, was? Die vielen Episoden hier sind ja im Grunde nur die Anhäufung und Sammlung der Dinge, die aus meinem Fühlen, Denken und resultierendem Verhalten in den jeweiligen Situationen zeugen, nicht aber davon, wie es denn nun sein sollte: dieses mein Leben. Dummerweise wiederholen sich solche Anwandlungen immer wieder und ich schöpfe mehr und mehr den Verdacht, dass es einfach nicht funktionieren will, dass ich es einfach nicht packe: dieses mein schönes Leben. Also schreibe ich in regelmäßigen Abständen davon, wie ich es denn nun angehen möchte. Es gibt sogar eine Zusammenfassung dessen in der "Summary t.b.c." Das war am 29. August 2013. Keine 18 Monate später stehe ich aus dringlichen Gründen erneut da, um sowas zu verfassen, um mir meine Gegenwart, mein Dasein klar zu machen. Doof. Wiederholung. Weil es vom letzten Mal wohl nicht gereicht hat. Diesmal ist es nicht der Sommer, sondern Weihnachten. Und es wird wohl wieder nicht reichen. Hätte ich allerdings klare Vorstellungen von meinem Leben, bräuchte ich all das hier nicht. Es ist leicht zu vergleichen, denn ich war gerade im Bluenote, hab mich mit Frank Memmler kurz unterhalten (da ging es um Freiberufler damals versus Festanstellung [Glücksgriff] heute und dass es in beiden Zuständen offensichtlich den Wunsch zum jeweils anderen Zustand gibt.) Dann mit meinem Drunterwohner Volker, der mir immer diesmal aus seiner Kindheit erzählt hat. Mit den Russen, mit Wodka und Panzern und Mod-Schützen im Alter von 5 Jahren. Volker ist ein klarer und gebildeter Mensch, der weniger seinen ausgeprägten Sachverstand (Maschinenbauer, Konstrukteur) als den vom Leben vor sich trägt und preisgibt. Sympatisch. Weil: klar. Und dann sagt er: "Jesko, los, raus hier, jetzt ziehen wir um die Häuser, gehen ins Allards und dann in den Nachdenker ... bisschen gucken." Wao. Das gefällt mir sehr. Genau mein Ding, von dem ich immer schwelge - es aber nicht mache. Ich gehe nicht mit. Weil ich mich für diesen Moment zu schwach dafür fühle. Nur für diesen Moment? Es fühlt sich so an, als bräuchte ich einen Aufräumer. Einen Psychiater. Hab ich schonmal probiert und hat mir nichts gebracht. Tobias kam zu dieser Zeit ins Spiel und ich dachte: "Hey, jetzt wird's was." Außerdem ist der Duktus (stimmt das so?), einen solchen Menschen aufsuchen zu wollen / müssen, in meiner Vorstellung ziemlich doof. Damals, also ab 2009 und spätestens mit Tobi in 2011 hatte ich meine größte Hürde- die meines Eingeständnisses zur Homosexualität- endlich überwunden. Heute ist das absolut kein Thema mehr. Das war damals noch so exotisch und besonders, ich schminkte mich, wollte das alles ausleben, schwul sein ... aus heutiger Sicht eine sehr späte Episode meiner Entwicklung - aber endlich gelungen und jetzt beendet. Außer dass ich oft über Sexerlebnisse ausufernder Art mit anderen Typen nachdenke, die aber exakt nach dem Samenerguss aufhören. Was mich außerdem daran hindert, solche Vorstellungen auszuleben. Ich bin ziemlich doof. Okay, wie nun weiter? Eine Zusammensammlung der Dinge, die ich mag und welche ich nicht mag und dazu die Konsequenzen bzw. Handlungsanleitungen. Nochmal? Hilft das? Wirklich? Ich bin bei weitem nicht so schlau, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Schlau, mein Leben so zu machen, wie ich das gerne hätte. Ich hatte bisher wahrscheinlich nur unglaublich viel Glück und meinen Erfolgen liegt mein Charme, meine Höflichkeit und Freundlichkeit gegenüber anderen zugrunde. Mit diesen genannten Attributen wird's allerdings sachte knapp bei mir und ich sehe und spüre sehr oft nur noch die negativen ungeklärten Fragmente, aus denen nichts Gutes entstehen kann. Und ich fühle mich schwach, hilflos, aussichtslos, alt, schwermütig, traurig, gelangweilt, passiv ... krank. So. Und nun? Ich mache eine Seite auf. Die heisst vielleicht ja/nein. Oder anders. Vielleicht lösche ich die auch gleich wieder. (Nachtrag: ja! Vergiss es. Das bringt keinen Schritt weiter. Ich weiss und fühle bereits sehr genau, was ich nicht will. Und die Wege genau daran vorbei sind es, die es herauszufinden gilt.)

Power off

Weihnachtssingen ist geschafft, die Stimme hielt. Jetzt ist die ganze Luft der Vorbereitung, der unschönen vorbereitenden Details mit dem schiefen Freundes-Segen und der unglaublich intensiven Erkältung raus. Und so fühlt es sich auch jetzt noch an: negativ, schlaff und der tiefe Husten ist immer noch da. Ich fühle mich schwerlich in der Lage, "zwischen den Jahren" überhaupt irgendetwas Schönes zu tun. Nichtmal Training oder für Mom die Salzstreuer zum Geburtstag kaufen. Oder die Bude aufzuräumen oder die vielen kleinen Projekte fertig zu machen. Ich bin sehr stumpf und sehr unzufrieden. Natürlich mit weiterhin zu vielen Gedanken. Ob ich bspw. die ganze Weihnachtssingen-Story zu dramatisch sehe. Und warum ich alternative Gedanken hege, wie ich das Weihnachtssingen mit Guido und Sponsoren selbst aufziehen kann. Aus welchem Grund? Rache? Ebenso das Bernhardt-Syndrom (auch wenn ich mit ihm jetzt zum Glück sogar noch bis zum 10.01. nichts zu tun habe). Dann die Grundüberlegung, ob Puppentheater und überhaupt alles, was ich derzeit tue oder nicht tue, gut für mich ist. Was Tobi und ich machen werden wollen, sollten, könnten ... Ja, wir fahren in 4 Tagen in die Dolomiten, aber da freue ich mich noch nichtmal richtig drauf, weil's mir so mies geht. Der Nenner bleibt Null. Und durch den kann man nichts teilen. (Hä?) Aber was dann? Was wie anders? Ich kann mich im Moment auf nichts einlassen und mir wird dabei auch nicht wohler in Haut und Seele; sitze rum, trinke Wein. Kann nichtmal Grand Theft Auto oder Dead Space III zu Ende spielen, weil ich offensichtlich zu doof (zu alt?) dafür bin. Kann sein, dass ich sowas als Burn-Out bezeichnen müsste, ohne es aber zu wollen. Weil es oll ist. Aber ich bin es ja schliesslich selbst auch. Schon passt's wieder. So lange hab ich rumgelegen und gehofft, ich krieg mich körperlich wieder fit. Das hat so lang gedauert und ist heute immer noch nicht fertig. Dass Körper & Geist eine Einheit sind, kommt hier deutlich zum Tragen. Es sind noch 3 Tage inklusive eines sehr langen Silvesterdienstes im Puppentheater. Und ich kann nur hoffen, dass ich mich halbwegs wieder klar kriege, bis sich das Jahr mit schwerer Fracht verabschiedet. Ansonsten hab ich arge Ängste, dass meine ganzen unerklärten und derzeit sehr laschen Ambitionen zu noch weniger Tatkraft führen und mich außer Gefecht setzen. Das würde soweit führen, dass ich im Puppentheater ebenso versage. Dahin, dahin, vorbei, vorbei.

Heilig 15

Wieder bei meinen Eltern. Fondue. Und viele viele Worte. Vom Mama, die in ihren üblichen Sichtweisen ausufert, während Papa den Wein holt und sich zwischendrin lauthals erbost über ihre Ausschweifungen von wissenschaftlich bewiesenen Werbesendungen und den ganzen Rest des Lebens. Anstrengend. Dann die Politik dazu. Die Auslän ... Flüchtlinge. Jetzt soll auf der Wuhne ein Containerlager gebaut werden. "Da kommt was auf uns zu ... schlimm. In Braunschweig haben sie Autos zerkratzt und Läden ausgeräumt." Nochmal anstrengend. Irgendwann wird's weinflüssiger und ich kriege zwischen uns dreien ein paar Brücken geschlagen, die es etwas entspannen. Hab ihnen von meinem Weihnachtssingen Dilemma erzählt- so sachlich es aus meiner Sicht ging. Beide natürlich auf meiner Seite. Vater: "Dorschi ist ein Finke." Mutter:"Macht man sowas denn unter Freunden?" Balsamico. Aber in echt: ich hab die Basis-Story so erzählt, wie ich es bisher erlebt und gestern hier aufgeschrieben habe. Nunja, das muss ich nachher wirklich mit ihm besprechen. Es hat sich emotional immerhin etwas legen können bei mir. Aber ein ungutes Gefühl schwebt weiterhin mit und ich hab für morgen keinen richtigen Plan. Hauptsache meine Stimme hält durch. Es ist Weihnachten. Irgendwie. Ich bin nicht allein, aber etwas einsam fühlt sich meine Lage dennoch an. Und dann denke ich darüber nach, ob die Gründe all meiner ganzen Baustellen, bei denen ich mich so unwohl fühle (Puppentheater und Zukunft inkl. Bernhardt? Weihnachtssingen? Tobi und ich und das gemeinsame Entdecken, Erleben, Geniessen, Lieben ...) mitsamt meiner ganzen Missmutigkeit nicht vielleicht doch von mir ausgehen. Ich bin so unschlüssig, weil ich mit all meinen Erklärungen über die jeweiligen Sachlagen und auch so das Gefühl habe, nicht richtig in diesem Leben aufgehoben zu sein. Löse ich das alles mit meinem Verhalten vielleicht selbst aus? Bin ich ausgebrannt, desillusioniert, gelangweilt, aggressiv und deswegen so selbstauslösend negativ denk- und handelbehaftet? So komme ich jedenfalls nie zu einem Ergebnis. Ich muss in all diesen Baustellen (gerne auch mit Helm) mittels Kommunikation Klärungen herbeiführen. Darüber reden. Sonst wird das nie was und ich bleibe in Selbsterklärungen stecken, die rein subjektiv sind und dazu emotional verstärkt in einer Sackgasse wie dieser enden müssen. P.S.@28.12.: Hab mit Dorschi nach der 2.Show nur ganz kurz und nur ein bisschen geredet. Nichts richtig Klärendes. Ausserdem war bereits genügend Sekt im Spiel. Bleibt also weiterhin im Dunst der unbesprochen unschönen Gefühle.

Der Weihnachtssingen-Wurm

Im 400. Beitrag der Zehnsucht geht es ums Weihnachtssingen, dessen 16. Ausgabe gerade Generalprobe hatte, eigentlich garnicht stattfinden sollte und dann mittels zweier Sponsoren wie Seat und Voets Magdeburg und wahrscheinlich um die 3.000 EUR gerettet wurde. Was dann geschah, wissen wir: Bumbke mit Paganini wurde dummerweise ins Boot geholt, statt dass wir es allein machen, die Sudenburger Markthalle wurde gemietet, und Dorschi sagte mir (aber nur via Jana), dass es 300 für die Mod gäbe. Die Band ging nicht von ihrem Preis runter und ich um immerhin ein Viertel = 450 als Angebot. Das war nachher doof für Jana, die sich offensichtlich mit der Angabe 300 abgefunden hatte. Wer die 300 festgelegt hatte, wusste Jana selbst nicht so genau. Irgendwas kam also ins Rollen und verrollte sich, so dass der Segen nun ein wenig schief hängt. Dorschi meinte nach meiner 450,- Forderung im Oktober / November, dass ich aufgrund meiner (nie offiziell) zugesagten 450 unbedingt mit Jana reden müsse, da sie ja auch bei den Filmen mitgewirkt hat, für die ich damals zusätzlich Geld eingefordert hatte. Aber ich verstand nicht, warum ich deshalb mit Jana reden sollte. Ich hab doch da nicht das Problem, oder? Das Problem des schiefen Haussegens besteht meines Erachtens darin, dass Dorschi "sein Kind" gern vollständig manövrieren möchte, ich aber bei dieser Entwicklung nur einen Geschäftspartner habe: Bumbke als Agentur Paganini. Dorsch ist letztlich auch nur auf der Honorarliste dort. (Und bleibt weiterhin von Bumbke abhängig- sei es fürs Kaiser-Otto-Fest oder Weihnachtsmarkt- / Weinfest-Einsätze etc.) Und wenn ich nun 450 forderte- wo liegt sein Problem? Jedenfalls gibt es seitdem eines; ich merke es an seinen Mails oder Nachrichten, die so merkwürdig lauteten wie "Ihr trefft euch am Donnerstag". Ich fragte nach, aber erst kurz zuvor erfuhr ich, wer mit "ihr" überhaupt gemeint war. Bumbke fühlte sich derweil nicht imstande, mir eine einfache Zusage über meine geforderten 450 zu geben und zudem glaubte er, dass ihm die Fäden für diese Veranstaltung seitens der Sponsoren (mit denen wir uns also treffen sollten) aus der Hand genommen wurde. Zur GP heute bzw. kurz vorher haben jene Sponsoren ziemlich plötzlich aus einer im Bluenote erwähnten Idee das Finale der Show festgelegt, das von Dorsch "irgendwie" auch bestätigt wurde. Jana weiss im Grunde von garnichts so richtig, muss mir immer nur kleine Informationsfetzen ohne Hintergrund überbringen und ist sichtlich genervt von dem ganzen Unterfangen. Das merke ich auch an unserer "Probe" und Absprache über die Mod: Da ist nichts von Bedeutung. Weder Klamotten, noch eigene Songs oder Specials, die wir uns sonst immer so gern ausgedacht hatten. Sie wirkt ein wenig uninformiert und unglücklich zwischen all den Wirren. Inklusive der Gagenabsprachen. Aber sie weiss doch, dass ihr Dorschi dadrin die Basis ist? Sie weiss es genau. Und die beiden werden sich doch sehr sicher über all das unterhalten und abwägen. Von daher verstehe ich es schon wieder nicht. Auch, dass am letzten Ende des Geldes weiterhin Bumbke sitzt. Damit ich hier alles Erlebte richtig zusammentrage, noch kurz hierzu: Ich hatte Bumbke Anfang Dezember im Kaufland getroffen und ihn gefragt, was so schwer daran sein kann, mir meinen Vorschlag zu bestätigen oder abzusagen. Es gab wieder Ausflüchte, dass sein Weihnachtsmarkt (...) viel wichtiger sei und dass wir einen mündlichen Vertrag (also Zusage) geschlossen haben und dass er mich bis hierher nie enttäuscht hatte. Stimmt. Da hat er Recht. Und dann erzählte er mir von Dorschi, dass der damals aufgrund der (aus heutiger Sicht ehemaligen) hohen Gewinnspanne lieber nicht mit einem festen Honorar, sondern mit einer Gewinnbeteiligung dabei sein wollte. Es ging dabei um 4.500 EUR (laut Bumbke). Das hätte Bumbke ihm zugesagt. Dummerweise lief 2013 das Geschäft mies (aus welchen Gründen, ist hier nebensächlich), woraufhin Dorschi also nicht am Gewinn, sondern am Verlust beteiligt werden sollte. (siehe hier) Das wusste ich damals nicht. Und ich weiss noch sehr genau, wie Jana mir sagte, wie sauer sie auf Bumbke war, weil Dorschi kein bzw. erst viel später und weit weniger Geld erhalten hatte. Und dass er das jetzt auch nur noch wegen des bisschen Geldes macht, weil er es braucht; er das Weihnachtssingen ansonsten sofort sausen lassen würde. Tja. Aber mit diesen Informationen sieht die Sache natürlich ein bisschen anders aus. Im Nachhinein und mit diesem meinem Wissen erklärt sich jedoch auch, warum dieses eigentliche Totschlag-Argument seitens Jana nach und nach etwas sachter behandelt wurde. (Obwohl: weiss sie, dass ich darüber Bescheid weiss oder ist es ihr Gewissen?) Im Bluenote und bei unsere beider Probe erklärte sie, dass diese Geldverweigerung 2013 "ein anderes Thema" sei. Hat sie dieses Thema also runtergebrochen aus Gewissensgründen? Nunja, jedenfalls scheint ihr dieses ganze Unterfangen gegen den Strich zu gehen. Ohne es mir deutlich erklären zu wollen. Generalprobe 2015: 'Die Band sollen wir am Ende der Show nicht nochmals namentlich aufzählen'. Die Antwort auf meine Warumfrage hatte seitens Dorschi sehr bestimmt einfach nur "seine Gründe". Für mich ist klar, dass die Band fürs nächste Jahr abgeschossen werden soll und die Verhaltensweisen Dorschs weisen deutlich darauf hin, dass auch ich bereits im Cancel-Boot sitze. Das musste ich jetzt brühwarm loswerden, weil es womöglich nie wieder Thema sein wird. Hässliche Moby-Dick-Rachegedanken machen sich breit in mir und wollen sofort die Markthalle fürs nächste Jahr buchen und mit Guido einen Finanzplan aushecken. Die Musiker und Interpreten haben wir problemlos parat, Technik und Orga sind einschätzbar. Nun ist das alles natürlich noch recht hitzig-heiss; also warten wir mal tatsächlich ein bisschen ab. Dafür, dass das Weihnachtssingen bereits Geschichte sein sollte, hat es nochmal ganz (un)schöne Wellen geschlagen. Wir sprechen derzeit übrigens von 150 EUR und schlechter Kommunikation. In diesem Fall tatsächlich nicht von meiner Seite aus. Zu guter Letzt: Das große ganze gemeinsame Kind aus dem Jahr 2000 ist längst im Brunnen. Es war eine feine Idee. Und es war großartig; alle, die mitgemacht haben, brachten "ihre" Leute mit. Es war klein, überschaubar und es waren gute Shows. Gemeinsam. Die Auswahl der Themen der Shows war hip. Glory. Das Ganze hat sich natürlich ausgeweitet. Würde jeder Veranstalter so machen: Was gut läuft, kann größer werden. Und noch größer. Wenn man gut aufpasst, ist es ein Erfolgsrezept. 1200 Leute pro Abend in der Fichte. Wao. Aber genau diese Leute au den Anfängen brechen sachte weg. Und wenn das Konzept nicht übergreifend weiterverfolgt, sondern als Selbstläufer angesehen wird, findet keine Entwicklung statt und ist irgendwann zu Ende. So wie eigentlich in 2014. Adieu im Alten Theater mit den BluesBrothers. Und nun das: Es geht hier um ein geschäftliches Interim 2015 mit Plänen für eine mögliche Zukunft dieses Projektes namens Weihnachtssingen. Und für mich zumindest für 2015 auch um das Geld, wofür ich zwei Shows zu Weihnachten 2015 mache. (ungeachtet dessen, dass Tobi und ich sonst sicher nichts bedeutsam anderes gemacht hätten und es ja auch Spaß macht - von daher wäre es beinahe etwas schwer zu argumentieren, ist aber hier weder wichtig noch offiziell.) Meine Idee aus 2013, es längst selbst zu machen, ist nicht zum Thema geworden. Nun wittert man aber neue Geschäftsfelder (wegen nur 3000 EUR? Das ist denkbar wenig.) Und alles ist Dorscheinander. Wir müssen darüber reden. Am besten noch bevor die Show 2015 beginnt. P.S.: Das ist alles soviel blödes Zeug. Und ich denke zuviel darüber nach. Und mache einen riesigen Müllberg daraus. Was mich wieder zurückbringt auf all das wirklich Wichtige: Schätze ich meine Welt, meine Umgebung vielleicht falsch ein? Wo bin ich? Was will ich? Ich habe mich heute Abend entgegen all meiner Viren und Vorsichtsmaßnahmen fürs ganze Gegenteil entschieden: Habe gerade die zweite Flasche Rotwein Rotwild Dornfelder ausm Kaufland geöffnet, nach 9 Tagen erstmals wieder geraucht  -  bin also auf üblicher Strecke. Ich hab's satt, immer noch krank zu sein und versuche, meinen Körper mittels Gewohnheits-Rituale auf eine gewisse Normalität einzunorden. Das ist bestimmt nicht wirklich gut; auf meinem Mac steht 24.Dez. 2015 - 01:58 Uhr. Aber im Moment vertrage ich es ganz prima. Dahin, dahin. Vorbei, vorbei. Die alte Welt Die stille Nacht Die goldne Zeit Der wilde Bach Das fremde Land Der Lindenbaum Ein müder Wanderer Ein Sommertraum

Die Kunst des negativen Denkens

Nach diesem Begriff lässt's sich leicht suchen in dieser Zehnsucht. Gerade erst hier >>>. Durch solche gedachten Vorab-Inszenierungen ist das Scheitern aufgrund der negativen Annahme doch so gut wie vorformuliert oder? Oder dient es als Vorbereitung auf einen möglichen worst case? Es ist wirklich sehr negativ. Dazu kommt eine Art Aggression, die so sinnlos ist und wohl nur einer Art Selbstschutz dienen soll. Aber sie schafft keine Voraussetzung für eine gute Kommunikation auf gleich hoher Ebene. Stattdessen fabuliere ich mir Sachen aus, wonach im Grunde die ganze Welt schwerst in Schieflage und vor allem gegen mich ist. Meine Unvoreingenommenheit ist dahin, ich nehme mich der negativen Seite für meine Episoden der Zukunft an. Die dunkle Seite der Macht. A propos: Auch so eine defizitäre Side-Show-Denke: Wenn ich nur eine bestimmte kleine Macht hätte, dann (...) das ist pure Hilflosigkeit. Lotto-Gewinn-Strategie. Ich traue mir selbst nicht über den Weg. Nun gut, im Moment bin ich dazu auch sehr missmutig wegen der zu lang andauernden Krankheit. Aber habe ich nicht eben gerade noch über Krebs und die finalen Treibsandfilme geschrieben? Was soll das im Ernstfall erst werden? Im Stillen weiß ich, dass alles wieder gut wird und wir in 10 Tagen auf Brettern die weisse Welt hinabdonnern und uns gut fühlen werden. Weiss ich das wirklich ja? Also gehe ich wohl doch vom Guten aus. Weil ich es will. Ich könnte Kilometer virtuellen Papieres mit diesen Litaneien füllen; allein es bringt mich wohl nicht weiter. Was mache ich denn jetzt? Gesund werden und mir vornehmen, das positive Denken zur Kunst zu erheben? Wo ich doch seit Kindheit an der Optimist war. Was war passiert? Zu viele unterdrückte Enttäuschungen? Zu wenig Selbstwertgefühl? Zu wenig Liebe? Vielleicht hilft es, mich nur noch mit den Menschen und Situationen zu umgeben bzw. diese zu forcieren, die mir gut tun? Damit begänne also eine Selektion nach ehrlichstem Gewissen. Bin ich dafür konsequent genug oder ambivalieren sich meine höflichen Konjunktive wieder ins Nichts?

"Heute ist nichts"

Diesen Spruch kennen wir aus vergangenen Tagen und in letzteren sehne ich solcherlei Beschreibung immer öfter herbei. Bedeutet es doch nichts weiter, als dass weiter nichts ist und ich mich nicht erheben oder mit irgendetwas befassen muss, das ich unmittelbar mit eigentlich ungewolltem Aufwand verknüpfe. Das hat ganz sicher was mit einer Art Erschöpfung zu tun. Dinge, die ich früher gern und gleich und voller Tatendrang anging, beginnen jetzt, zu nerven. Ich bin jetzt pünktlich den 9. Tag krank, was sprichwörtlich das Ende dieses Siechtumes bedeuten könnte. Es scheint ein wenig stärker und damit länger als sonst ausgeprägt. Dennoch habe ich fast das gute Gefühl, zum Xmas-Singen wieder ausreichend fit zu sein. "Heute ist nichts" - war gestern. Heute ist Generalprobe. Morgen Eltern und Heiligabend. Danach 2 Tage Weihnachtssingen. Dann eine Weile nichts, dann der Silvesterdienst, dann Urlaub. Burn-out, Erschöpfung, Depression, Vitaminmangel, Lethargie, Lebensmüdigkeit ... womit immer man das bei mir begründen möchte- ich wäre es gern los. Ich möchte begreifen, dass es nicht viel zu bedenken als zu erleben gibt; ohne Fragen nach Sinn und Notwendigkeit; aber aus einer Lust heraus, aus freudigen Erwartungen, aus mir selbst. Bin ich bereits so verkopft und abgewrackt, dass all diese Vorstellungen nur als winzig-revolutionäre Glimmglut tief verborgen und unlösbar angekettet in mir zu Missmut und Gnatztum führen? Vermutlich schaukelt sich das alles auf zu einem Ungetüm von unüberwindbarem Berg, der vollgestopft mit meinen Milliarden Gedanken über die Konjunktive meines Universums nicht bezwingbar scheint. Also brauche ich erstmal einen Berg, nach dessen Bezwingen mir diese Symbolik auf psychologisch wundersame Weise klar macht, dass das Laben also ... > das ist alles echt dummes Zeug. Auch schreibe ich zuviel in den letzten Tagen. Bestimmt auch viel doofes Zeug, was zur Vergrößerung dieses Ungetüms beiträgt. Aus der Erinnerung bekannt ist ja bei mir, dass manch kleine, schöne Situation plötzlich alles wieder so wunderbar und einfach erscheinen lässt. Das nennt man bestimmt außerordentliche Labilität.

In der Tage kranker Länge

Tag 8. der diesjährigen, mir wie immer heftiger als jede andere Erkältung erscheinenden Krankheit. In solchen Tagen, die denen schweren Katers in gewisser Weise ähneln, erscheint gern jenes spirituelle Gefühl der Einsicht, der Demut mitsamt einem beinahe dahergebeteten Versprechen, es auf jeden Fall besser zu machen, sobald es mir wieder besser geht. Eine sich wiederholende Litanei mit wahrscheinlich selbem Ausgang. Das habe ich, glaube ich, in einem der vorherigen Artikel gerade erst beschrieben. Ich möchte, dass wir uns aufrappeln und losgehen, dass wir laufen, schwimmen, besuchen, Kaffeetrinken, spielen, wandern, Bergeklettern, Wandern, Fliegen, Filme und Theater gucken, Pilze sammeln, anderen Geschenke machen (...), dass wir unseren Horizont erweitern, dass wir mehr geniessen. Wenn Tobias nicht mitwill, muss ich notfalls allein. Dann muss ich aber auch die Leute dazu finden. Ganz allein kann ich es nicht. Das birgt allerdings die Gefahr der Entfernung. Tag 8 ohne Rauchen, ohne Alkohol (außer am 20. zum Geburtstag), ohne Sport- oder andere Aktivitäten. Aber voll mit Ungeduld und Verdriesslichkeit. Dazu mein ständiges Nörgeln über nahezu alle(s) andere. Wunsch nach Reset; nach Unvoreingenommenheit und Offenheit wie beim Absprung von der Kindheit. Heit Heit. Hoheit lässt nicht mit sich reden. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange und alles ist wieder beim Alten. Obwohl das schon Zynismus ist: Nur die Erkältung ist dann weg- alles andere grummelt latent weiter und manifestiert sich auf dem Weg zum Steingreis, in dessen Herz der ewige Funke von der Gewissheit besseren Lebens vor sich hin kerkert.

Symptomus morbus

(Schreibwütig). Wie geschrieben, ist die Klarheit im Denken bei einer fetten Erkältung zwar etwas ähnlich der einer post-alkoholischen Session, und sehr viel leichter ist sie auch nicht zu ertragen, aber sie besser einzuschätzen. Ich wollte hier mal den Verlauf aus meiner gefühlten Sicht darstellen, auch wenn danach alles wieder zum Alten zu werden scheint. Montag Abend, Weihnachtsfeier draussen und drinnen. Es gibt Wildschwein. Lecker. Draussen kalt. An den Füßen. "Na, wer sich jetzt noch eine Erkältung zuzieht, hat Weihnachten ein Problem", sage ich zu Matze. Dienstag, Aufwachen: Alles klar. Puppenhaus, die wesentlichen Dinge machen und Bernhardt Bescheid sagen, dass ich bis Mittag noch alles wichtige versuche und dann zum Arzt muss. "Alles klar, kein Problem, gute Besserung". Dienstag zu Mittwoch: Schwerste Schwitzung. Selten so erlebt. Klatschnass. Alles. Mehrfacher Wechsel allens. Mittwoch vormittag: Heide. Endlich mal wiedersehen. Und darüber schwatzen. Meine Erkältung scheint also wie immer wie bei allen anderen auch was ganz normales zu sein. Auf Krank-bis-Freitag verabredet Puppenhaus, Krankenschein abgeben. Home. Couch. Erschöpft. So richtig runter komme ich aber nicht. Bis Freitag geht das so. Dann die Mail von Bernhardt. Unschönes Empfinden. Wie ein anderer kranker Geist schwebt das immer mit. Donnerstag: Die Nacht schon wieder geschwitzt. Nicht mehr so doll. Ich bin aber noch ziemlich oll. Schnell erschöpft. Tee ohne Ende und ein gewisses Mitleid gegenüber mir selbst. Gehe aber wegen schönem Wetters über den Friedhof. Meine Oma Traudel gefunden. Bisschen mit ihr erzählt. Auf dem Rückweg immer wieder dieses Bernhardt-Symptom. Auch wenn er vielleicht nicht mitbekommt und garnicht beabsichtig- ich krieg das und ihn nicht aus meinem Kopf. Und immer bleibt ein unstetes Gefühl, dort auf Dauer nicht bleiben so sollen. Das gleiche Dilemma wie damals beim Studium: Was soll ich hier? Was bringt es mir? Aber mangels besserer Ideen ... you know. Zuhause immer noch nicht konsequent entspannt auf Couch. Ich finde, wenn sich die beiden miesen Zustände: also erkältungs- und alkoholtechnisch abstellen und zum Besseren wandeln ließen- was wäre da für ein schönes Leben möglich?! Wunderwunder. Und offensichtlich möglich. Es sei denn, der Husten ist vielleicht Lungenkrebs. Aaaah! Wunderbar. Freitag: Das Schwitzen verschwindet so sachte, jetzt melden sich Hals und Nase deutlicher. Jana abgesagt und liege da, ningele so durch den Tag bei Lernen-interkulturell-Web und Mandy-Grafik und Fernsehen und die Zeit vergeht ziemlich schnell. Trotz frühen Aufstehens. Der kleine Lord abends weint mich ein wenig. Der Abspann wird hart unterbrochen von irgendeiner Weihnachts-Scheiss-Show-Werbung. Ich raste aus. "Fuck you, am besten gleich Helene Fische drüber, ihr TV-Faschisten". Zappe kurz weiter und sehe: MDR hat Helen... werfe einen Wasserflaschenverschluss gegen die Mattscheibe. Interessanter Effekt. Freitag abend erstmals lesen im Bett. 5 Seiten oder so und zackmüde. Nanu, bin ich so geschwächt? Aber es schläft sich weit besser. Jetzt gehts dem Hals an den Kragen. Muss doch noch eine Paracetamol nehmen, fühlt sich alles bisschen lau an. Aber genau jetzt kommt es so sachte: Das erleichternde Gefühl der baldigen Besserung. Der Dienst Muck im PT gleich wird wahrscheinlich sehr kurz, heute Abend Schauspiel und morgen Tobi. Und bis Montag jeden Vierteltag etwas besser. Dankbarkeit versucht sich einen Weg durch die Menge der unglücklichen Umstände zu bahnen und ich überlege im selben Moment, warum ich das hier aufschreibe. Egal, wird ja nicht schlecht. Vielleicht genügt es zum ewig erkannten Fazit, dass mein Wohlbefinden die unbestrittene Grundlage für alles weiter ist. Hier kann die Ottawa-Charta der WHO von 1986 mit der Definition über Gesundheit ganz gut klarmachen, was ich meine: "Gesundheit ist mehr als die bloße Abwesenheit von Krankheit. Sie ist vielmehr einen Zustand umfassenden körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens." So. Nu mach ma.  

🔒 Nur für Claude | Zehnsucht seit 1995 | 2010