Was ist passiert? Schnell erzählt: gestern nach den drei BN Biers gabs also noch zwei Gläser Rotwein zuhause, während ich noch einen Beitrag (siehe gestern) verfasste. Aber wie es kommen musste, bin ich heute nicht ganz fit. Mal wieder. Und ich bemerke, dass offensichtlich alle anderen um mich herum den Dingen ihres (Arbeits-)lebens mit sachlichem / normalen Verstand entgegensehen und entsprechend handeln. Kann es sein, dass ich mitsamt meiner ganzen Unzufriedenheit und insbesondere der aktuell notwendigen Beschäftigung mit diesem Thema einem gewissen Realitätsverlust unterliege? Sichtweisen oder Zusammenhänge und meine emotionale Färbung derselben erscheinen mir manchmal schwierig bzw. unverständlich. Und das Leben fühlt sich schwer an, während ich bei der Verrichtung wesentlicher Dinge einige Defizite aufweise. Aufgaben lösen, oder auch nicht, keine Frage von Cleverness, eher der Sicht (stoppok). Und diese Sicht scheint mir getrübt und eine gewisse Ohnmacht läuft im Parallelschritt neben mir her. Übrig bleibt ein riesiger Haufen Wüstensand im Getriebe meines Lebens.
kleine Zwischennote
Immerhin bringt und zwingt mich dieses Mitarbeitergespräch und das Gespräch bzw. jetzt die im Nachhinein gelesenen 12 Thesen mit Katrin und mir dazu, endlich wieder ein bisschen mehr nachzudenken über ein offensichtliches Dilemma, in welchem ich mich schon seit geraumer Zeit befinde. Sehr gut aufgestellt sind wahrscheinlich meine Listen, in denen vermerkt ist, was ich alles nicht will. Soll ich mal? Das wird bestimmt unendlich viel. Die Gegenprobe wird schwierig, weil schwammig. Ich werde nicht konkret genug dafür. Überhaupt wabert alles in mir ziellos umher und labert von Motivation, Selbstbewusstsein, Gemeinsamkeit, Liebe, Erlebnissen, neuen Entdeckungen, Inspiration, Ermutigung, Ansporn und das alles möchte gerne "losgehen" und jetzt endlich das Vernünftige tun, von dem mir scheint, dass es zumindest die richtige Richtung sein könnte. Nur wenn ich es nicht konkretisieren kann oder will, lässt es sich noch schwerer losgehen oder entsprechend argumentieren, um es in die Tat umzusetzen. Die Litanei des einzigen Ergebnis ist sehr bekannt und häuft sich so sehr, das ich es müde bin und beinahe auf den nächsten Absturz denke, der mir mein Ende ... ach Shit- genau das ist jener Scheiss, den ich wie mich nicht leiden kann, wenn ich so bin wie jetzt.
Da kommen Katja und Steffi ins Bluenote, in welchem ich mit Burkhard auf 2-3 Bier schwatze; sie wehen frische Luft ins die verrauchte Stube, begrüßen uns herzlich, sitzen an der Bar neben uns. Und Steffi, die ich bis dahin nicht kannte, baut aus Zigarettenfiltern ein kleiner Herz für Katja auf die Bar, sie küssen sich, trinken Rotwein und plaudern drauf los; ich registriere das und komme unweigerlich in die Vergleichszone. Woraufhin es mir natürlich schwer ums eigene Herz wird. Das da ist meine Vorstellung von Leben- obwohl ich deren Leben überhaupt nicht kenne; ich vermute es wohl nur, möchte aber behaupten, dass bei den beiden wesentlich mehr an Worten, Gedanken, Gefühlen und Taten im Leben pulsiert, als es bei Tobi und mir der Fall ist. Dieser Vergleich ist gefährlich.
Überhaupt sind nahezu all meine Vergleiche gefährlich, denn ich habe mehr und mehr das Gefühl, den meisten Situationen, Menschen, Begegnungen nicht gewachsen zu sein außer daß ich mit meinen gelegentlich galanten Schwüngen und Freundlichkeiten für Erheiterung sorge. Weil ich weiss, dass das nur von kurzer Dauer und nicht verbindlich sein wird. Oberflächlichkeit. Siehe meine Schul-Zeugnisse. Und die ganzen Leute, die ich so beobachte, schätze ich allesamt stabiler und selbstbewusster ein als mich. Da fühle ic mich wie ein Häufchen Elend, dass es nichtmal vermag, nach diesen Schwatzebieren ohne eine Russenflasche Rotwein nach Hause zu kommen.
In echt, ich könnte alles soweit vorbereiten und bräuchte nur 3-4 Wochen für mich, um mich nach endlosen Alkoholeskapaden meinem Ende anheim .... aaah, da ist es schon wieder. Ich fasse das alles mal zusammen in einem Adjektiv namens NEGATIV. In welchem ich mich offensichtlich wohlfühlen muss, sonst würde ich doch was daran ändern. Hinterher- wenn ich es dann doch mal zu ändern angefangen haben sollte, ist alles wieder ganz leicht.
So, nun ist gut, das ufert schon sehr aus hier und bringt mich auf keinen neuen Gedanken.
Puppenbrand #02
Natürlich war meine Nacht neben verstopfter Nase und trockenem Hustenhals besonders wegen den immer wieder aufkommenden Gedanken an diese extreme Ungewissheit mitsamt einer gewissen Wut über derlei Verfahrensweise sehr durchwachsen. Gleich zu Beginn ging ich sofort zu Katrin, damit ich endlich eine Richtung bekomme. Sie erzählte mir davon, wie unverbindlich ich im Privaten wie auch im beruflichen sei und dass ich alles was ich aufnehme, sage und behandle, letztlich immer wieder auf mich lenke und damit nur bei mir lande. (... weiter, dass man sich kaum noch traut, mir eine Anfrage, Arbeit übertragen zu wollen, dass ich schwer einzuschätzen bin und man mir meinen Unmut mittlerweile sehr schnell anmerkt)
Das erinnert mich an Mandy, die damals immer mal wieder feststellte, dass ich gelegentlich bis häufig einen sehr ich-bezogenen, also Egotrip schiebe. Was Katrin jetzt sagte, war genau das Selbe. Nun bin ich tatsächlich verwundert. Weil ich das garnicht bemerke. Weder damals noch jetzt. Allerdings kann das mit meiner permanenten Unzufriedenheit zusammenhängen, die offensichtlich einen Großteil meines Lebens einnahm und -nimmt. Je älter ich in gleichem Zustand werde, desto größer wird dieser Anteil unheilbar scheinender Schwere, bis ich es schließlich nicht mehr aushalte und meinen sporadischen Ablebevorstellungen entspreche. In diesem Zusammenhang kommt mir auch die Verbindung zu Bernhardt wieder auf, der mir immer wieder vorhielt, welchen Wust an zur Schau getragener Arbeitslast ich vor mir her schiebe, als wäre ich der einzig arbeitende Mensch im Puppenhaus. Was mich natürlich mürrisch ablehnend und wütend macht.
So. Wahrscheinlich also erstmal noch keine Vertragskündigung? Oder eine Abmahnung? Die Stasi wars offensichtlich nicht. Nunja, der 09.02. ist ja auch noch nicht ran und wer weiss, was noch oder überhaupt dadrin steckt. Aber das Thema beschäftigt mich schon, denn es hängt ja mit meiner tatsächlich vorhandenen Unzufriedenheit zusammen. Aber woher rührt die? Die scheint ja schon ewig zu bestehen. Wahrscheinlich hab ich die über die Jahre unter den Tisch gesoffen. Labil und unentschlossen, Vergangenes schnell verdrückend und vergessend, verschleiere ich mir den Gesamtüberblick über meine Entwicklung. Und nun sprechen unterschiedliche Leute die gleiche Beobachtung bei mir an. Die schließlich zu einem Mitarbeitergespräch führt.
Ich wurde beim morgendlichen Gespräch mit Katrin fast traurig, weil ich die geballte Wucht dieser Thematik spürte, ohne sie zu begreifen. Gab oder gibt es noch andere Leute mit derlei Sicht auf mich? Tobi sagt es scherzhaft, wenn er meint, dass ich die Arbeit nicht erfunden hätte. Aber ist es nicht dasselbe? Das bringt mich zurück auf eine Frage danach, was es sein mag? Unentschlossen und antriebslos und ohne wirkliche Idee und Aussicht auf die Zukunft dürfte sich sowas bei mir intern über die Jahre zusammengebraut haben. Immer alles "irgendwie" gemacht, um Hauptsache genauso irgendwie durchzukommen, mich durchzuschlängeln. Meine Discounterseele hascht nach den besten und flüchtigen Angeboten, deren Nutzen und Wirkungen allesamt sehr schnell verpuffen. Und dabei schön billig waren. Auf den Wegen zu den anderen, besseren Angeboten liegen Wälle voll Angst. Meiner Angst.
Ich habe zu denken. Schon wieder. Vielleicht ja konstruktiv genug, nachdem die bereits von weitem winkenden Tränen sich ihren Weg gebahnt und bisschen aufgeräumt haben.
Die Puppen brennen
Es ist was faul im Puppenland. Das wiederum ist mir nicht ganz neu, schleppe ich mich doch offensichtlich durch eine Melange aus Privatem und Beruflichem, die ich beiderseitig nicht besonders optimistisch sehe. Das jetzt hier komplett darzustellen, übersteigt meine Fähigkeiten, weil alles schon sehr dunstig und eingefahren scheint. Ich bringe es auf den Punkt: Es gibt ein Mitarbeitergespräch am 09.02.2017- aber kein kleines, wie ich dachte, mit Kempchen über meine Zeiterfassungsnöte zu sprechen, sondern eines mit der ganzen Bandbreite von Leitung über Protokoll bis Personalrat. Und DAS ist ein deutlicher Termin. Was macht das mit mir? Eine ganze Menge- weil ich überhaupt nicht weiss, worum es gehen soll. Legten wir meine allgemeine Grundstimmung als Thema auf, könnte ich nur vermuten, dass meine Dunstigkeit sich thematisieren liesse, bei allem nicht so recht dabei zu sein. Und Katrin lässt mich vorhin dummerweise eben doch "dumm sterben" für heute, morgen will sie mir ihre Vermutungen darlegen.
Was für ein unglaublich schlechtes Gefühl. Zwischen Trauer und Resignation, zwischen Angst und den wildesten Vorstellungen darüber, was mir zur Last gelegt werden soll. Gehts um eine Abmahnung? Um die Nahelegung der Vertragsauflösung? Um welche Vergehen, Fehler überhaupt?
Ich stelle jetzt mal Vermutungen auf, nur um vergleichen zu können, bis ich Katrins Vermutungen morgen und am 09.02. vollständige Gewissheit habe. Ist es etwas akutes? Ein Vergehen wie Unregelmäßigkeiten bei der Zeiterfassung? Zu späten Dienstbeginn am Sonntag? Pressekartenmissbrauch für private Zwecke? Grobe Versäumnisse in meiner Arbeit? Meine stärkste Vermutung liegt in der vagen Vorstellung, dass Frank Bernhardt mich über die Zeit hinweg loswerden möchte und entsprechend im Untergrund alles zusammenträgt, bis es vielleicht ausreicht. Was gibt es noch? Dass ich mich nicht richtig am Puppentheater und seiner Ziele einbringe und entsprechend teilhabe? Irgendwelche Dienstvorschriften vorsätzlich übergangen habe? Oder mit Bernhardts Worten der Einzige bin, der seine massiven Arbeitsvolumina stöhnend vor sich herschiebt wie eine schier unüberwindbare Welle und dabei die Zusammenarbeit mit den anderen negiere? Mir fällt nicht mehr viel ein. Zugehörigkeit zur Staatssicherheit von April 89 bis Februar 90? Das wäre ja noch was. Habe ich was geklaut? Oder meinen Arbeitsplatz für private Zwecke missbraucht?
Das größte Problem ist, dass wir nicht mit- und untereinander sprechen, so wie es bei der Technik oder im Atelier der Fall ist. Nein, da gibt es gleich ein Personalgespräch mit einem unwissenden Delinquenten, der sich sehr doof dabei fühlt.
Fakt ist jedoch eines: Es läuft nicht gut bei und mit mir, wenn ich immer wieder so negative Gedanken hege, die sich auch im Sommerurlaub nicht abschalten lassen, wohl, weil der Sommerurlaub selbst von negativen Gedanken durchsetzt ist. Also negativ im Sinne einer gewissen Aussichtslosigkeit, dass alles jetzt irgendwie immer so weiter geht, dass sich nicht viel entwickelt (Jörgeskom vielleicht ausgenommen) und mein Alkoholkonsum mich permanent weiter runterzieht. So kann sich nichts entwickeln, nichts entstehen und meine Gedanken bleiben irgendwo im Nichts ziel- und sinnfrei hängen.
Ganz am Ende kommt mir noch die Idee, dass es ja womöglich zu einem dicken Knall kommt und ich mein >Leben dadurch neu in die Hand nehmen muss. So gesehen sogar eine gute Aussicht, die zwar mit Unsicherheit und Angst verknüpft ist, mir aber durchaus auf die Sprünge zu einem besseren Leben verhelfen könnte. Und damit vielleicht auch meine ewiglichen Erkältungen (#Verschnupftheit) los werde. Nundenn, warte ich es ab. Dann lesen wir uns hier wieder.
knappe halbherzige Zusammenfassung
Ich weiß, ich sollte nicht hier reinschreiben, wenn ich schon wieder eine ganze Flasche Rotwein intus habe und aus unerfindlichen Gründen noch und bestimmt nur noch ein bisschen von der nächsten koste. Eigentlich wollte ich ja auch nur sagen, dass es ganz prima wäre, wenn ich mich vielleicht noch kürzer fassen könnte in meinen Äusserungen über meine permanent unschönen Zustände. Weil sich alles hier wiederholt. Ich fasse also mal spontan paar Sachen zusammen und nehme es als Anstoß fürs Sortieren:
Ich bin genügend reich an Geld, wofür ich mir nix zu kaufen weiß, weil ich schon alles habe.
das wiederum hängt mit nicht vorhandenem Tun zusammen. Hier liegen sowas wie New GoPro, Brandnew MacBook, Kameras, Big Audio Equipment ... rum. Schön, das alles zu haben. Für die Tonne.
Meine Ideen- und Antriebslosigkeit sind weiterhin enorm. Wie immer.
Ich kann Vieles- wie z.Bsp. die Trunkenheit nicht so sehr und immer aufs Puppentheater schieben- erst heute habe ich mich erinnert, wie ich ich früher schwerverkatert durch Supermärkte gelaufen bin und es sehr oll fand, weil es irgendwie immer so zu sein schien. Aber hey, ich war ja noch jung (mit 30+++). Im Nachhinein waren natürlich wieder andere wie Mandy oder der unerfüllende Kulturserver daran schuld. Dieterloo Bach und 2und40 sollten Alternativen sein, die im gleichen Rotwein endeten.
Daraus resultiert meine allgemeine Haltung gegenüber Lebensideen, die leider bei mir nicht so richtig ausgeprägt sind und so dahinwabern
Es hat sich alles in allem im Lauf der Jahre nicht viel geändert in meiner Haltung, meinem Denken. Same procedure.
Ich fühle mich permanent wie kleinmutiges Mittelmaß, dass ich zwar erkenne und überwinden will, aber es gelingt mir offensichtlich nicht.
Dennoch weiß ich, dass kleinste Motivierungen mich sehr anschieben können. Aber wie schiebe ich die notwenig Motivierenden an, mich zu motivieren?
ergo: ich bleibe wie ein Schuster bei meinen Leisten, die offensichtlich vorherbestimmt sind oder auf Dummheit beruhen
Ich hab keine Lust auf Leute, auf Happenings, auf Anlässe. Klingt wie Depression. Dabei hätte wäre würde ich so gerne: So viel wie möglich erleben! Tja, der Wille bleibt hängen beim vorgeahnten Ergebnis, mich dort und dann auch nur nicht wohl zu fühlen.
Ich hab keine Idee betreffs meines Lebens. Was ich verfickt nochmal will. Wie ich mich und die Welt will. Alles irgendwie. Ich spüre nur: Harmonisch muss es sein. Friedlich. Freundlich. Mit Freiraum für Sinn und noch mehr Unsinn. Für echtes Empfinden und Tun ohne Zweifel. Für Liebe. Tja, also doch 'ne Idee oder wie jetze?
Hänge also zwischen den Äonen von potentiellen Möglichkeiten rum. Von denen ich ganz bestimmt sehr viele wagen könnte. Das ist nix Neues. Emotionale und andere Dummheit oder Selbstwertminimum ...
Juut, jetzt belasse ich es lieber hiermit. Wie eingangs beschrieben: >Meine Litaneien sind endlos und wiederholen sich ständig in ihrem Wesen, wessenthalben ich meine Jahresbücher garnicht mehr drucken lassen mag, weil es so stupide ist. Katrin Gellrich meint, dass in solchem Falle doch alles dann viel leichter einfassbar wäre. Kann sein. Deshalb hab ich hier das mal während der nächsten Rotweinflasche aufgeschreibt hatten getat.
Dussel.
Interesse & Illusion
Mist ist, dass ich derzeit (und immer wieder) so desillusioniert, so desinteressiert bin. Die Neugier kommt mir weiterhin abhanden, ich entwickle kein Interesse an neuen, veränderten oder überhaupt irgendwelchen Dingen. Die Kurve wellt sich und dann gibt's den ein- oder anderen Lichtblick. Das rettet mich wahrscheinlich ingesamt, weil ich dadurch die Hoffnung habe, dass es ja ginge. Wie beim 2(?)gestrichenen F, dass unmöglich zu erreichen scheint, wenn wie Schüssler man mich aber stimmlich sachte dorthin führt, gehts dann plötzlich doch. Nanu.
Stattdessen hab ich gestern nach jörgeskom im übermäßig vollen Dienstags-Bluenote noch gedacht "Ach wie schön, so viele Leute", dann aber doch festgestellt, dass ich auch dafür derzeit nicht zu begeistern bin. Stattdessen sehe ich teilweise schweren Verfall mit ausreichend Alkohol an manchen Stellen und bin diesem sogar ein wenig ausgesetzt (in Person: Sebbs Freundin oder was das sein soll). Nüchtern betrachtet - und das war ich, als ich gegen 22:30 dort ankam - wären eilige Schritte rückwärts und nach Hause sehr angebracht gewesen. Stets nüchterne Menschen- so wie Thomas Lange seit fast fast einem Jahr einer ist - haben es laut seinen Aussagen sehr schwer: Denn es herrsche Stumpf- und Unsinn allenortens.
Das hieße ja, bestimmte Teile der Gesellschaft wissen sich nicht besser zu helfen. Was mich wieder zu mir bringt. Nur haben diese Leute wahrscheinlich weniger daran zu knabbern.
Das bringt mich alles nicht weiter und ich sollte nicht so sehr darüber nachdenken, weil ich ja garnicht weiß, wohin weiter ich denn überhaupt weiter will. Tadaaa ...
... und immer wieder der Tod.
Ich laufe zu oft Gefahr, mein Leben in Frage zu stellen und werde, was dieMotivation dafür betrifft, immer abhängiger von guten Momenten. Insbesondere in trunkenen Zuständen (wie jetzt) geht es verdammt schnell, dass ich ad hoc ein sehr negatives Gefühl bekomme, soviel verpasst, nicht endlich angefangen oder aus Angst liegen lassen zu haben, dass es mir manchmal scheint, jetzt, im Alter von fast 47 Jahren es nun auch nicht mehr richten zu können.
Was mich wieder auf den Satz eines (weiß ich nicht mehr) Menschen zu bringen: "Wozu warten?"
Thesen mit Katrin
Das sollte ich noch erwähnen. Katrin Gellrich und ich saßen kurz vor Weihnachtsbeginn bei Micha im Weinladen und schlossen quasi das Jahr ab. Ich war wie immer noch etwas nachverkatert und wünschte mir sehnlichst das "Nichts" von dem ich wusste, dass es nicht kommen würde. Aber gut, immerhin entlockte ich mir den Gedanken der Raunächte und gab ihn Katrin preis. Daraus entwickelten wir die Idee, die letzten 6 und die ersten 6 Tage für jeweils eine These zu nutzen. Eine These, die auf uns einzelne oder andere, die Welt oder jedwelches Element zutrifft; Thesen, die kein bestimmtes Ziel oder Vorhaben verfolgen. Und das haben wir dann am 26.12. begonnen. War nicht so leicht am Anfang. zudem dachte ich parallel darüber nach, wieviel ich preisgeben möchte oder sollte. Jedenfalls haben wir die Thesen jetzt hier vorliegen und ich wollte nicht versäumen, sie präsentiert zu haben. Eine Auswertung von Auszügen soll es auch noch geben. Etwas später.
# bin ich
~ ist Katrin
Gesendet 26.12.2016 - 13:04:52
#1. Die eigene Erinnerung / Bewertung sich bedingender Zustände wie Frieden nach Krieg, Freude nach Trauer, Stille nach Lärm, Erfolg nach Niederlage (...) wäre ein gutes
Rezept gegen mein Murren. Aber die Haltbarkeiten sind leider so unterschiedlich lang.
Empfangen 26.12.2016 - 13:48:20
~1 es sind immer menschen, die "das wichtigste im leben" ausmachen. Wenn es etwas gibt, für das ich alles andere stehen und liegen lasse, sind das bestimmte menschen. Ergo: neben diesen menschen ist alles andere nicht der rede wert und sollte nur dementsprechend ernst genommen werden.
Gesendet 27.12.2016 - 11:49:07
#2. Freunde kommen, Fremde gehen. Irgendeinen Zustand halten zu wollen, nur weil er schön ist oder war, ist illusorischer Unfug. Erkenntnis und Verstand sind wesentlich schneller als Hoffnung und Mut. Aber die will ja immer erst zuletzt sterben.
Empfangen 27.12.2016 - 15:09:46
~2 wenn es krieg gäbe, und zum ersten mal in meinem leben halte ich das nicht für ausgeschlossen, was würde ich tun? Wäre ich fähig, mich zu opfern um andere zu retten? Wie lange würde das Rückgrat reichen? Mein vorstellungsvermögen versagt bei zu grossen fragen.
Gesendet 28.12.2016 - 13:41:03
#3. Selbst manche meiner Denk- und Verhaltensweisen legen mir die Vermutung nahe, dass es keinen Weltfrieden geben kann. Eine versuchtfriedliche Koexistenz wäre der kleinste Nenner. Aber der zählt sehr schwach.
Empfangen 28.12.2016 - 14:48:07
~3 ich muss mich um eine berufliche alternative bemühen. Dies muss aktiv geschehen, nicht wie bislang passiv. Ich habe nur angst, dass ich im beruflichen alltagswahn die kraft dazu nicht finden werde.
Gesendet 29.12.2016 - 15:18:38
#4. Oft hege ich die Idee meines Komplettausstiegs zugunsten (irgend)eines anderen Lebensmodells. Es aus Unsicherheit und Angst nicht getan zu haben, wird mich später womöglich sehr frustrieren. Aber was genau möchte ich denn?
Empfangen 29.12.2016 - 15:58:30
~4 mein erinnerungsvermögen ist quasi nicht vorhanden. Den inhalt von büchern, filmen, stücken, die ich sehe, vergesse ich z.b. sofort wieder. Das ausmass des nichterinnerns erscheint mir mittlerweile krank. Ich muss darauf achten, was heisst, dinge intensiver und bewusster zu zun und zu erleben.
Gesendet 30.12.2016 - 11:44:46
#5. Ich fühle schneller als ich denken kann. So impulsiv schlendere ich schnell gegen Mauern, während ich nur selten in Worte fassen kann, was mir zu schaffen macht. Enormes Gefahrenpotential.
Empfangen 30.12.2016 - 17:56:43
~5 das klavierspiel aufzugeben, wäre bescheuert. Vernünftig wäre allerdings, die eigenen anforderungen herunterzuschrauben und sich mit stücken geringeren schwierigkeitsgrads zufrieden zu geben. Auch wenn es schwer fällt.
Gesendet 31.12.2016 - 12:16:03
#6. Frieden! Aussen wie innen! Das ist weder Vorsatz noch These, es ist meine erste und letzte Parole. Und ich fordere meine labile Ambivalenz und Antriebsschwäche auf, das Weite zu suchen und auch zu finden.
Empfangen 31.12.2016 - 15:33:50
~6 es ist der fluch der menschheit, in empfindung und artikulation das negative viel schneller und übertrieben oft zu artikulieren als das positive. Ich bin lange schon verfechter des versuchs, es andersherum zu halten und lebe seitdem viel glücklicher. Wenn jeder das so machte, wäre die welt ein besserer ort. Doch steht es leider nicht in meiner macht, alle zu missionieren.
Gesendet 01.01.2017 - 17:01:47 -
#7. Kurvige Verläufe sind normal. Eine stabile Basis des Vertrauens sollte die Kraft haben, es zu (er)tragen. Betrifft jeden Lebensbereich. Ausgleiche schaffen! Und immer eine Handbreit Toleranzwasser unterm Kiel auf der stürmischen Fahrt des Lebens.
Empfangen 01.01.2017 - 17:23:41
~7 irgendeine weisheit besagt sinngemäss: freundschaft gibt, ohne zu fragen, was sie zurück bekommt. Ich stimme dem nicht zu. Ist mir ein freund wichtig, bin ich bereit, sehr lange zu geben - aber es gibt grenzen. Wenn das geben zu einseitig wird, muss ich die freundschaft verloren geben. Ich will mich niemandem aufzwingen. (Wenn die freundschaft irgendwann wiedergeboren wird, umso schöner.)
Empfangen 02.01.2017 - 19:06:00
~8 ich zeige klares suchtverhalten in bezug auf... Arbeit (im weitesten sinne). Permanent stelle ich mir irgendwelche aufgaben, ständig muss ich etwas "produktives" tun. Wenn ich diese droge nicht habe, hänge ich genauso herum wie leute auf entzug. Das ist äusserst merkwürdig und erschreckend.
Gesendet 02.01.2017 - 19:34:29
#8. Ein Königreich für eine echte Leidenschaft! Meine zersplitterten Interessen behielten eine Weile Aufmerksamkeit, aber sie verkommen ungepflegt. Manchmal halten Talfahrten auch Neuaufstiege bereit.
Gesendet 03.01.2017 - 16:11:36
#x. Meine Semantik bzw. deren Synapsen in Bezug auf meine Erklärungen des Lebens sind zu komplex, ich verrenne mich stündlich. Seit Jahren versuche ich mich in meinem Bloc 'get real' zu sammeln, zu deuten. Geht nicht. Muss einen Aufräumer finden, der meine Wellen sachte ans Ufer legen kann. Oder eine entsprechende Umgebung, in der das geht.
Empfangen 03.01.2017 - 19:55:12
~9 wie viel kompromiss erträgt eine beziehung? Können es zwei völlig gegensätzliche menschen miteinander aushalten? Aber wie soll ich das tagewerk ohne ihn schaffen?
Gesendet 04.01.2017 - 16:28:10
#10. Meine angeborenen, über die Kindheit hinweg bewahrten Fähigkeiten, freundlich, höflich, friedensstiftend zu sein, zu teilen, zu respektieren++ waren/sind vielleicht auch meiner eingebauten Sucht nach Aufmerksamkeit resp. LIEBE geschuldet. Im Laufe der vielen Zeit und Enttäuschungen wurde ein Teil davon mit Ohnmacht, Trotz und Unwille infiziert, der sich auf mich und dann auf andere richtet. Ein sehr banges Gefühl.
Empfangen 04.01.2017 - 18:48:49
~10 es heisst, die zeit heilt alle wunden. Sehr praktisch! Nur müsste sie das für meinen geschmack nicht gar so schnell tun.
Gesendet 05.01.2017 - 14:56:47
#11. Daß gute Kommunikation auf Sympathie beruht, wissen wir. Vielleicht sollte ich prüfen, ob ich in Fällen größerer Abweichungen trotz positiven Gegenübers ein Sympathieproblem mit mir habe. Das glaube ich sehr und geleitet mich hübsch zur finalen These. Morgen.
Empfangen 05.01.2017 - 19:51:15
~11 noch ist polen nicht verloren. Nicht für mich, nicht für sich, nicht für europa. Mögen alle vernünftigen wähler dieser welt vernünftig genug sein, auch wählen zu gehen.
Gesendet 06.01.2017 - 21:21:51
#12. Die Maxime des Positiven wird mir nicht abhanden kommen, trotz mancher Gegenwehr. Es gibt kein Rezept, stellt aber die Sichtfrage nach eigenem Willen und folgendem Handeln. Es gibt hier auch kein Resümee, außer, dass es 12 Thesen lang gut war. Danke fürs Mitmachen!
Empfangen 06.01.2017 22:21:57
~12 ehrlich wehrt am längsten. (Warum das nicht jeder so sieht?) Danke gleichfalls.
und noch ein Jahr ...
.. ging ohne Zehnsucht's Abschiedsbrief zu Ende. Was wahrscheinlich daran liegt, dass sich nicht viel geändert hat. Das ausgehende Jahr habe ich weggesoffen, passiert ist weiterhin nichts außer dass ich hoffte, deswegen nicht eines Tages einfach umzufallen. Hab' wohl Glück gehabt. Ansonsten blieb alles andere auch beim alten, es gab zwei Weihnachtssingen im Moritzhof, die ganz gut verliefen; ich war diesmal insgesamt sehr friedlich, begnügte mich auch mit den billigen 300,- dafür und war lieber Freund als Meckerer den anderen gegenüber.
Silvester wars dann soweit und wir fuhren wieder in den Schnee. Tirol. St. Anton. "Stanton". Übelst teuer. Aber es tat mir in mehrfacher Hinsicht gut: Wir beide waren zusammen und hatten ein gemeinschaftliches Ziel, wir feierten Silvester mit dem Strauß-Walzer an einer Straße zusammen mit anderen, die sogar ein bisschen dazu tanzten. Fetzt. Am Anfang in Stanton war mir noch kalt und unbehaglich und ich vor allem dauernd sehr müde. Das führe ich auf mehrere Gründe zurück: Das permanente Saufen und das Irgendwie-Drama im Puppentheater mit Zeiterfassung und aussichtslosem Blick seit Ende des Sommerurlaubes ... dazu dann die sportliche Nichtbetätigung ... ein Raubbau an mir in mehrfacher Hinsicht. Der andere Grund könnte sich in der Höhenlage finden. Permanent so um die 1400 m bei Minusgraden im zweistelligen Bereich. Vielleicht.
Und nun also sollte das Jahr zu Ende gehen. Es ging. Und wir fuhren Ski. Anfangs hatte ich noch Bedenken und war voller Panik, weil mir so schwächlich war. Aber siehe da: Mit jedem Tag wurde es besser. Und wir (ich) soffen nicht zuviel, so dass wir nächsten Tags immer halbwegs frisch aufm Berg waren. Meine Träume wurden viel und groß. Einer davon befaste sich damit, dass ich ein Studium aufnahm, welches nur die Diplomleistung eines klassischen Klavierstückes von einem unbekannten Komponisten beinhaltete. Das sollte ich am Ende in einem Orchester spielen können. Im ersten Treffen der Seminargruppe sah ich eine Menge Leute, entlehnt aus Schule, Lehre, Armee, Abi und Studium. Die ganze Zeit fand ich diese Herausforderung enorm gut und dachte darüber nach, wie ich es Kempchen beibringe, damit ich so schnell wie möglich aus dem Puppentheater rauskomme. Der Professor klärte mich auf, dass es hier sehr gemächlich zugehe und man sich vorerst nur einmal die Woche treffe. Tja Deejay, nun erklär mir das mal.
Ich habe offensichtlich auch deshalb nicht weiter hier reingeschrieben, weil ich bei der Auswertung 2015 - aus der ich auch ein Buch machen wollte, festgestellt habe, dass es immer die gleiche Litanei zu sein scheint. Immer mit Färbungen und leichten Korrekturversuchen - aber eigentlich immer das Selbe. Was soll ich da weiter berichten, wenn es keinen Fortschritt gibt und ich mich mit Zynismus und Mühe über Wasser halte?
Seit 2 Tagen bin ich nun clean und wieder im Puppentheater. Tolles Gefühl, mal jeweils abends nur ein Bier getrunken zu haben. Nächsten Tags fit zu sein. Wirklich doll! Heute war ich statt geplanten 10:00 bereits kurz nach 7 hier. Weil ich nicht schlafen konnte, weil ich soviel träume, weil ich an Sex denke. Und an die Zeiterfassung. Ich muss mich hier in diesem Theater aufräumen und erklären, sonst drifte ich ab. Derzeit habe ich das Gefühl, dass mir jegliche Zeigefinger oder Drohungen sehr egal wären (wenn es welche gäbe, aber ich krieg eh' nicht soviel mit oder vergesse schnell).
Inga hat mir auf Facebook geschrieben und mich gefragt, ob alles in Ordnung sei. Das hier war ihr Traum:
Das sollte ich dir eigentlich nicht erzählen...bin nach md gekommen u alle waren komisch...u dann wurde mir gesagt,du hast dich umgebracht....u ich hab immer gesagt das kann nicht sein,das kann nicht sein ...u irgendwie kam ich dann in einen Raum der mit ganz alten Maschinenteilen voll war u da standest du mit schweisserbrille u hast Schiffs teile geschweißt. u dann hab ich gesagt du bist ja gar nicht tot,aber du hast nicht reagiert....dann bin ich aufgewacht,weil ich geweint habe....schräg oder
ooor, das klingt nach Krusty, dem Clown, der sein altes Leben nicht mehr haben wollte und stattdessen Fischer wurde. Er wurde später von Bart und Lisa aufgespürt, aber er hat nicht reagiert. Am Ende aber hat er sich dann doch drauf eingelassen. Au warrte, meine liebe Inga, eine Parallele dazu hab ich dennoch: die hat zwar noch nix mit Tod zu tun, aber mit komplettem Umsturz, Aufhören, Neuanfang ... so träume ich seit einigen Tagen. Da sind wir uns auf irgendeiner übelsten Meta-Ebene begegnet. Wird Zeit, dass wir uns wiedersehen.
Ich dachte auch eine komische sehr intensive Verbindung. Bin noch nie weinend aufgewacht u mein erster Gedanke war es wird Zeit dass wir uns Wiedersehen.
Schon merkwürdig, was? Nunja, also erstmal hier ein Lebenszeichen aus 2017. Von mir an mich. Alles Gute und mach irgendwie weiter oder lass es sein oder mach was ganz anderes. Ändere was oder lass es ... ooooh, aber was soll ich hier heldenhaft mit aufmunternden Worten jonglieren? Das kann ich nachher bei "Jörgeskom" immer noch tun. Bis denne.
Schleichende Einbußen
Je öfter und mehr ich mich meinem unsinnigen Trinkverhalten hingebe, desto deutlicher werden mir zumindest jetzt und hier zweierlei Dinge: Zum Einen werden mir meine Wortfindungsstörungen bewusst. Während den Bluenote-Bier-Abenden und anschliessenden Weinmengen zuhause, funktioniert es noch halbwegs, weil ich "sicher" und unter meinesgleichen bzw. mir selbst bin ... ) allerdings wird es am nächsten Tag (und auch bspw. bei Führungen [Stef-Theater und MVB] in der Figurenspielsammlung ...) deutlicher: Bisher half mir mein schmeichelhafter Habitus (das Wort musste ich gerade nachgucken), anderen gegenüber mit gekonnt-witzigen Wort- und Redewendungen inklusive Charme den Situationen trotz manchmal fehlenden Wissens "gerecht" zu werden; aber selbst das wird sachte knapp. Wo Interesse und Übung fehlen, schrumpft der Bestand und ich mache mir Sorgen um einen gut gebauten Satz, weil ich ihn nicht hinbekomme. Schlimmer noch: aufgrund sich einschleichend fehlenden Interesses an den meisten Dingen meines Lebens bin ich einigermaßen schlecht informiert. Dieser Umstand zusammen mit eben benanntem mangelnden Satzbau macht es wahrscheinlich schwierig, sich mit mir auf Dauer zu unterhalten bzw. mir zuzuhören. Fällt mir selbst ja schon schwer.
Zum Anderen generiert sich in solchen Fällen meine Sichtweise betreffs und im Puppentheater noch komplizierter: Bin ich ausgeruht und nüchtern, bin ich durchaus besseren Gemütes und guten Willens ob der Dinge, die es dort zu tun oder auszuhalten gibt. Im negativen (und oben beschriebenen) Fall merke ich allerdings auch, dass ich vorsichtig sein muss, weil mir bewusst ist, dass ich nicht zurechnungsfähig, glaubwürdig und reell bin. Dann laufe ich Gefahr, unsachlich, trotzig und traurig zu werden und mich im Fall eines Erklärenmüssens garantiert verrenne und keine wirklichen Argumente mehr habe, die mir vorher noch in Gedanken so logisch und klar erschienen.
Dieser Beitrag verdient mehr Aufmerksamkeit, als ich ihn erneut betrunken, durchschauen kann. Ach fuck ...
böse Kurzmitteilung
Ich bin bisschen betrunken. "Bisschen" ist hier verniedlicht. Und war ich gestern ja auch. Und vorgestern. Und ganz viele Tage vorher ebenso. Beschreiben wir es besser in "Wochen". Ach Quatsch: In Jahren.
Meine Leber-, Zahn- und sonstigen Blutwerte sind in Ordnung. Sagen Carlo Weimann und meine Zahnärztin. Komisch. Weil die wichtigsten und ununtersuchten Werte stimmen offensichtlich nicht.
Nix Neues, oder? Und nu?
kleine unvollendete Logik
Zwischendurch- in kleinen ungeplanten Momenten - begreife ich ein bisschen was von dem, was mich umgibt; was im Leben als allgemeinverständlich gelten soll; was ich tun müsste, um konformer weniger konfrontiert und besorgt zu sein. Allein es will alles nicht in meinen Kopf und sich erklären
Wie manches Anderes auch.
Der Rest ist Hoffen und Warten auf Liebe und Empathie und im sich tatsächlich einstellenden Fall merkwürdig schnell einstellenden und resultierenden Inspiration, Motivation und unglaublicher Menge an Kreativität, Mut und ...
HeyHey. Ich weiss, was ich meine, kriegs aber nicht geschrieben. Weil ich betrunken bin. Mit der Ausrede, heute mit Marcel und Sabine beim Wenzel Konzert in der Feuerwache enorm biertrinkend jetzt aber sachte mal Schluss mit diesem Tag machen sollte,--- schon wieder nicht "Satz zu Ende".
Zu mühselig, zwar nicht egal, aber zu panne, zu lose...
allein nicht glücklich zu zweit - ein Zeitungsartikel
Das hier steht als Zitat drin:
"Denn die Wahrheit ist ja: wer alleine nicht glücklich sein kann, wird es auch als Paar auf Dauer nicht, weil man sein Gegenüber schlicht nicht für das eigene Lebensglück verantwortlich machen kann. Das muss man schon ganz alleine schaffen!
Nunja, das stammt aus irgendeinem Magazin wie Die Zeit oder sowas. Gebe ich normalerweise nicht viel drauf. Aber so einen Satz gabs schonmal. Sinngemäß. "Dein Partner ist doch nicht der Erfüllungsgehilfe deiner Wünsche und Vorstellungen".
Wolltich nur mal erinnert haben, weil ich ein klein wenig Wahrheit darin vermute.
zehnsucht-Single-Fehler-Partnersuche
Populist
Ich bin ein populistischer Weltmeckerer, denn mich interessieren die Umstände und Hintergründe garnicht mehr; bei FaceBook werden Chlor-vergiftete Kinder gezeigt und solche suspekten Kandidaten wie Melanie Dietrich schreiben "Warum verhindert das niemand?" und ich bin schwer geneigt, irgendetwas wirklich Böses darunter zu schreiben. Oder selbe Person lässt sich kurz zuvor mit EU Kommissionspräsident Juncker mit einem "Kreisch" ablichten und ich bin kotzrandvoll. Maria Steuer war auch so eine Kandidatin.
Wir merken es an dieser Stelle: Ich umgebe mich mit unreflektierten Worten und die Wahl wird nicht besser; es wird egaler und vielleicht komme ich noch auf Element of crime's "Erst wenn alles ganz egal ist, macht das Leben wieder Spaß." Mit Tobi gehts mir offensichtlich in so einem Zustand ganz gut; es passiert weiterhin nichts Besonderes oder Herausforderndes und das Leben schippert zwischen nächtlichen Weinflaschen und den kläglichen Folgetagen dahin, egal ob Mai oder November. Auch im Puppenhaus bin ich größtenteils damit beschäftigt, mein Zeitstundenkonto auf gesundes Plus zu sparen, was ebenfalls totaler Blödsinn ist. Nur krieg ich mich nicht dagegen gewehrt. Kontrolle löst Gegenkontrolle bzw. Assimilation bei mir aus. Das ist wie beim Geldkonto, wo mir eine gesunde Ansammlung von 45.000 EUR irgendwas Beruhigendes sagen will. "Kauf' dir was Schönes, womit du nichts machen wirst" (GoPro5), nimm mal ein paar Stunden frei ...
Egal, ich beobachte mich tatsächlich in mancherlei Hinsicht als aggressiv reagierend. Oder auf der mirdochegal-Schiene. und bin wahrscheinlich, wie Bernhardt es ausdrückte, oft wie ein trotziges Kind, (meine Anm.:) das sich nicht anders als mit Ablehnung oder Widerspruch zu helfen weiß. Ich weiß jedenfalls überhaupt nicht, ob ein Bruch mit dem Puppenhaus (m)einen Ansporn und Aufbruch ergeben würde. Katrin G. sagt, sowas käme erst aus der Notwendigkeit. Ich proklamiere populitisch Business as usual und ändere nichts, weil ich es nicht erdenken kann.
Aber wer ist hier eigentlich für mich verantwortlich?
konkreter, bitte.
Ob es mir wohl jenseits all meiner diffusen Analysen und universalen Einschätzungen möglich ist, mal ein paar wenige Punkte aufzuführen, die ich wirklich gerne für mich und mein Leben "verbuchen" möchte? Attribute. Stille Hoffnungen. Das ist schwer, ich weiß; schwer ohne Erläuterungen dazuschreiben zu müssen. Aber vielleicht kann ich es mal auf einen so genannten einfachen Nenner bringen, der das in sich vereint, was mir am Leben lieb ist und mich trotz der (zur langen Zeit mal wieder) Schwierigkeiten immer noch irgendwie am Leben halten will.
Ronald 2016
Hab mich mit Ronald getroffen. Am Donnerstag. Im Cafe Central, anschliessend Bluenote. Seine Ehe mit Christina ist vorerst im Eimer. Aus-/ bzw. Umzug. Hab ich mitgeholfen am Samstag als einer von seinen vier letzten Freunden, wie er schreibt. Du meine Güte: und ich dachte noch: Keine Trauzeugenkacke oder sowas in der Art mehr machen- nur bei den beiden war ich mir eigentlich sicher. Tadaaa.
Ronald ist dennoch so wie immer, so dass es mir am Ende des Abends doch recht kopfvoll ist. So viele Worte und Erklärungen, Versinnbildlichungen, allesamt logisch klingende Beispiele und dergleichen. Aber interessant war's trotzdem. Christinas Mutter hat da wohl sehr deutlich ihre Fittiche ausgebreitet und ihre Tochter in genau dasselbe Schutz-System zurückgeholt, von dem sich Christina offensichtlich mittlerweile emanzipiert hatte. Deshalb hatten sie auch in 2009 sehr geheim geheiratet mit mir als einzigem Mitwisser. Beispielhafteste Sätze von der Mutter gegenüber Ronald waren sinngemäß: "Und der eigentliche Verlierer bei allem ist Charlotte- weil du es einfach nicht drauf hast und ein sehr schlechter Vater ist." Und: "Ich bin sehr froh, dich hier nicht mehr sehen zu müssen." Nun ... das ist schon ... sagen wir: heftig.
Dann ist da Charlotte als ausschlaggebender Punkt; als schlimmer Teenager mit schlechten Schulleistungen und (meiner Meinung nach:) ordentlich verkorkstem Start ins Leben mit einer Psychologin-Mutter (Susann), von der sie wegwollte hin zu einer Patchwork-Family, die es auch nicht besser hinbekommen hat. Ich glaube derweil, dass wiederum Ronald das Dilemma seiner Kindheit und Jugend auf Charlotte nicht ebenso übertragen wollte, wie Kinder es anerzogen später als Erwachsene nunmal oft dummerweise genau so tun. Und bei Christina muss das ein bisschen oder anders ähnlich gewesen sein. Aber jetzt: Beide frei, beide selbstbestimmt und los! Hat aber nicht hingehauen. Ronald klang da sehr vernünftig, als wir uns bspw. über Bestrafungen unterhielten. Hatten wir als Kinder ja quasi gemeinsam. Und diese über uns verhängten Bestrafungen hatten natürlich ebenso wenig erreicht- im Gegenteil: es schürt zwar Angst vor Bestrafung und lässt das Kind Besserung geloben, aber lehrt nicht den Sinn anderen "besseren" Begreifens, Handelns, Lebens.
Nunja, ich hab ihm dann auch bisschen von mir und Tobi erzählt. Wegen meiner gefühlten Einöde Reforms, unserer Tatenlosigkeit im Sinne von Welt retten oder wenigstens Quatsch machen, Sterne an dänisch-nächtlichen Stränden angucken bzw. einfach mit Inspirationen zu Motivationen gelangen. Und dass wir da auch nicht drüber reden. Ronald meint nach meinen Darlegungen, wenn er Tobi nicht kennen würde, müsste er ihn als "Spiesser" bezeichnen, was meint, dass es also eigentlich nur um Haus, Sicherheit, Job und außer solchen Dingen wie Aquarium und Kraftsport und zweimal Urlaub im Jahr eigentlich um nichts weiter Besonderes im Leben geht. Freunde, gemeinsame Erlebnisse, Wagnisse, neue Ideen (nochmal: Inspirationen) ... finden nicht statt. In den erstgenannten Dingen ist er allerdings aktiv. Was aber mit mir nicht viel zu tun hat. Ich bin derweil postbesoffen "Couch", komme von selbst nicht hoch, um endlich wieder am Leben teilzunehmen und erkläre das alles mit Tobis Worten "Naja, so wars!" oder "So ist es". Das alles ist nicht unbedingt falsch eingeschätzt.
Nochmal nunja, wir kamen irgendwie auf Benjamin von Stuckrad-Barre und stellten fest, dass wir beide "Panikherz" bzw. Stuckrad-Barre's Outing über das Leben & Sein sehr interessant finden. Nun gehen wir am 24.11. zum Moritzhof zu einer Lesung mit ihm. Cool. Passiert endlich mal was, wozu ich allein weniger in der Lage gewesen wäre. Inspiration. Motivation. Sowas alles.
Lese gerade in der ZEIT ein Interview mit Stuckiman und Lindenberg. Und ein so'n Ding gefällt mir darin sehr.
Lindenberg: Wenn Exzess ein Verwaltungsakt wird, bei dem es nur noch ankommt auf Regelmäßigkeit, pünktliche Stofflieferungen und genaue Dosierungen, dann ist die Grundidee von Abenteuer und Freiheit ins Gegenteil verdreht. Und dann muss man was ändern. Du redest dann nur noch von den großen Weltexpeditionen und Monsterprojekten, hängst dabei aber festgetackert an der Bar und kriegst deinen Arsch nicht mehr hoch.
(Tobias würde das hier für mich wahrscheinlich unterschreiben und es stimmt natürlich - aber darum geht es ja: Allein bekomme ich das nicht hin: da brauche ich jemanden, der mich mitnimmt. Stattdessen habe ich während dieses gesamten Beitrages eine Flasche Regent vollständig geleert. Yeah!)
Denk' mal drüber nach ...
Hier das ganze Interview als PDF >>>
Vorgesehener Sturz
Es kann nicht lange dauern- und ich fliege auf. Ja! Als Mitarbeiter im Puppentheater, der in den letzten Wochen oder Monaten und vorher immer mal wieder nahezu ständig verkatert, besoffen, unfähig und dennoch bemüht versucht, sich durchzuschlagen und es sich nicht anmerken zu lassen. Das weiß ich: das kriegen die Leute dort ganz sicher mit. Ich verstecke diesen Zustand gern hinter Erkältung und so, aber dennoch glaube ich, dass die Leute gerne und ziemlich genau wissen, was da wirklich und in echt mit mir läuft.
Das schreibe ich deswegen, weil ich schon wieder und ohne Erinnerung an Abhandensein solchen Zustandes zuviel getrunken habe und hoffe, dass ich mal wieder morgen halbwegs glimpflich durch den Tag komme. Irgendwann falle ich um. Bestimmt. So wie Bernd Riedl in einem Krampf 2009 oder wie Margit Hallmann, welcher von Nis die Marleni-Probe abgesagt wurde, weil sie zu besoffen war und mit ihr ob ihrer Zukunft im PT geredet werden musste.
Es ist, wie so oft, ein Dilemma, für das nicht "die Leute", sondern ich und meine abstrus-quere Vorstellung von wirklichem Leben verantwortlich sind. Du meine Güte: ich weiß darüber und merke es und mache dennoch eine weitere Flasche auf.
Kann mir das jemand mal erklären? Oder helfen?
Kra-Krank
Entweder bin ich vom Alkohol krank oder bin vom Kranksein krank. Schnupfen zum Beispiel. Der Hals schickt sich an, zu folgen. Morgen = Freitag hab ich einen Freien Tag. Um rumzuliegen und auszukurieren. Aber eigentlich macht das alles doch nichts, oder? Vor Jörgeskom am Dienstag schon mehr gedrückt, als dass Jörg wegen Gabis Gesundheitszustand nicht konnte. Und morgen dann doch lieber kein gemeinsames Frühstück mit 2 Gitarren, Jörg ist auch schon angeschlagen. Das hier fand ich gerade irgendwo:
Wer das Gefühl hat, dass gerade alles zu viel wird, sollte sich folgende Fragen stellen:
Wo stehe ich momentan?
Ist es das, was ich immer wollte?
Wo will ich hin?
Wie geht es mir im Moment?
Fühlt sich das, was ich jetzt mache, richtig für mich an?
Wenn nicht, welche Perspektiven habe ich dann?
„Die Fragen lassen sich oft leichter beantworten, wenn wir die Perspektive wechseln“, sagt Müller. „Wir müssen sozusagen als Außenstehender unser Leben betrachten.“ (gabs hier >>>)
löschen?- And One und so.
Einen wunderbar bierbetrunkenen Tobi mitsamt Steffen Kunze vom Alten Theater (And One) abends vom Alten Theater abgeholt, Pulle Wein aufgemacht und die Neuigkeiten ausgetauscht. Pulle(n) Wein tun jetzt ihre Wirkung bei mir, damit ich diese Woche konsequent zu Ende saufe. Aber ich versuche noch fix, was anzumerken:
Die Nachricht von der Trennung Ronald / Christina Hensel hat ihm doch sehr zu schaffen gemacht. Trotz all der üblichen Einschläge um uns herum (Tobi: irgendein Arzt mit seiner Ärztinfrau und neuem Haus; Maik Dräger oder André mit Andrea Mrs. Hippie; meine Verwandtschaft, Freunde usw.) hat ihn das offensichtlich mehr bewegt, als gedacht.
Dann haben wir über uns- neee, mehr über mich geredet.
Aber mehr kann ich hier nicht reinschreiben. Ich bin betrunken und müde und finde keine richtigen Worte mehr, um es richtig zu beschreiben. Muss ich aber (wenn's geht, unverfärbt) sehr schnell nachholen. Ui, das is' bisschen doof, dass ich das jetzt nicht hinbekomme.
eine Woche Hammerschlag
Tatsächlich: Jeden Abend im Bluenote. Jeden Abend anschließend Wein zu Hause. Jeden darauf folgenden Tag sehr dumpf in Kopf und allem. Bereit für größtmöglichen Unsinn. Zum Bereuen und wenigstens ausprobieren. Bock auf Carsten. Unbock auf Zeiterfassung. Es fehlen beim Songschreiben nicht nur die Worte- es fehlen die Story, der Titel, die Idee dahinter. Worüber will ich denn singen? Was will ich denn zum Ausdruck bringen? Schwafelhaft.
So. Und wie nun weiter? So wie dieses Woche geht es jedenfalls nicht. Es riecht nach Tod.
Noch'n Gedicht?
Hallo, da bin ich schon wieder. Und wieder so erbarmungslos panne, betrunken, aussichtslos, dumpf ... mit anderen Worten: schlimm. An den Tagen, die auf sowas folgen, stelle ich mir vor, dass ich wie Bernd Riedl 2009 einfach mal im Puppentheater-Flur umkippe und irgendeinen extremen An- oder Ausfall habe. In echt- eigentlich hab ich enorm Glück bisher, damit immer wieder ungeschoren davonzukommen. Sollte ich vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt werden (im Theater, Unfall der Eltern, Tobias entführt, meine Wohnung brennt ...) würde ich komplett versagen.
Warum schreibe ich das hier? Um zu verdeutlichen, wie abgebrannt und ziel-/ orientierungslos ich bin? Ich benötige einen Punkt, einen Startpunkt, eine Motivation? Eine Initialzündung? Eine Idee, warum ich JETZT aufstehen und es angehen sollte um nicht unterzugehen?
Das schreibt sich alles so schön belanglos, weil es mir schon zu oft passiert ist- weil genau das soviel Wiederholung in sich trägt. Es wird sich im Prinzip nichts ändern, ich werde immer wieder an mir selbst in meiner Umegbung zweifeln, glauben, dass ich mit meiner Melange aus Ahnung, Idee und Unfähigkeit zu keiner Entscheidung komme und es immer wieder nur versuchen und irgendwann wegen permanenter Ergebnislosigkeit sein lassen muss. Aber für ein persönliches Ende bin ich aus ebensolchen Gründen nicht bereit.
Da haste. Die Zeit vergeht immerhin automatisch.
Gebeugter Mann
Ich bin besorgt meines Rückens / meiner Spondylitis Ankylosans / meines Bechterews wegen. Es hatte Ende 2011, kurz nachdem ich mit Tobi (im Juli 2011) zusammenkam, plötzlich aufgehört und bis heute keine Probleme gemacht. Ich war frei. Zumindest im Rücken. Minimale Zwischenstörungen verflüchtigten sich schnell. Wegen der Liebe. Bestimmt. Oder? Nun allerdings ist es wieder da. So wie früher. Es fühlt sich sehr oll an und ich vermute einen direkten Zusammenhang mit meinem derzeitigen Zustand. BWS Mitte und vor allem die rechte Schulter machen mich mürbe, schlafarm, genervt und traurig ob dieses möglichen Zusammenhanges. Rückfall?
Meine Idee, den Alkohol zu Beginn der neuen Spielzeit am besten bis Weihnachten abzuschalten, hat sich bereits vollends verflüchtigt. Habe heute eine Songskizze für / mit Jörg hinbekommen und bin stolz drauf. Freude. Und fühlt sich an wie: "Du kannst es noch oder wieder". Auch wenn sich der Text irgendwieimmer diffus anhört. Trotzdem: Immerhin.
Ich weiss, dass es morgen wieder oll wird. Ich trinke nach Kalender. "Morgen ist nichts Wichtiges zu tun und ich kann es verbergen." Glory, was? Und so geht das weiter.
von Reflexionen und Spiralen
Das war im letzten Beitrag wohl tatsächlich sowas wie eine Selbstreflexion. Angelehnt an das bösartige Ereignis mit Bach irgendwann 2009, habe ich mir sowas immerhin merken und in diesem Fall vergegenwärtigen können. Steht ja auch in Auszügen betreffs Tobi und mir hier in der Zehnsucht auch schon oft beschrieben. Ich wünsche mir mehr Aktion in meinem Leben, mehr noch als die bloße Abwesenheit von Langeweile, die allein schon selbst zu enorm ist, wenn wir in Reform sitzen. Dafür mache ich Tobi gern verantwortlich, sollte es aber nicht. Allerdings kann ich es doch nicht allein - ich bin zu ängstlich, zu antriebslos, zu ideenarm, überhaupt etwas Schönes zu denken, um es dann zu tun. Alles andere ist kurzer Anlauf mit Hauruck und wenig oder keinem Ergebnis.
Wenn also Tobi nicht für meine Motivation verantwortlich ist und ich es allein nicht kann, drängt sich mir ein zwickmühlenartiges Gefühl auf. Eine Spirale, die sich sachte, aber beständig weiter nach unten schraubt und die eigentlich mit wunderschönem Leben zu erfüllender Zeit in Alkohol ertränkt. Dann muss ich doch wohl etwas ändern an diesem jämmerlichen Zustand.
Aus Selbsterhaltungsgründen werde ich wohl nicht von Brücken stürzen oder gegen Bäume fahren, mich vielmehr erneut aufrappeln (müssen); nur sind die vielfach erlebten Erfahrungen dieser Aufrappler (seit PT gerne immer Anfang September, ansonsten zu Jahresbeginn) von späteren Rückfallen oder neuer Müdigkeit geprägt. Und irgendwann erscheint es dann sinnlos, mich ins Leben zurückzuschwingen. Ich bin erstaunlich schnell motivierbar, das habe ich gelernt. Nur weiss ich nicht, wovon das abhängt: Von freundlichen Menschen? Schönen Umgebungen mitsamt dieser freundlichen Menschen? Gemeinsamen Ideen und deren Umsetzungen? Oder sind das ein biochemische Vorgänge bei mir, welche gewissen Gesetzmäßigkeiten der Depression unterliegen?
Es ist nicht einfach. Was auch niemand behauptet hat. Vielleicht brauche ich ja auch solche Tiefgänge, bis ich die Nase voll habe und dann ganz groß aufstehe. Der Rückblick auf die vergangenen vielen Jahre lässt mich daran zweifeln. Oder mein Rückblicksempfinden ist nicht so gut ausgeprägt und womöglich war alles schön bisher. (Nu stopp mal, das wird zyno-sarkastisch)
Jedenfalls ist die Familie Ronald und Christina Hensel frisch in die Brüche gegangen. Hab's gerade per Mail von Ronald gelesen. DAS hätte ich allerdings nicht gedacht. Aber möglich ist alles. Auch alles Schlechte.
September when it comes...
... und bereits vorbei ist. Jetzt haben wir Oktober. Schade, dass meine zwischenzeitlich recht vernünftig und logisch erscheinenden Gedanken über mich und mein Universum so flüchtig sind. Ich muss sowas wohl sofort aufschreiben, statt mir immer und alles immer irgendwie für später aufheben zu wollen wie ein Paar neue Schuhe aus NYC.
Mir ist nicht besser geworden. Nach dem Kieser Anfang September strengt sich mein Rücken sehr an, gegen mich zu sein. Ich finde das bezeichnend, denn es passt so gut zu allem. "Du bist meine Schokolade" oder "Der Sommer ist lila" sind gefühlt vorüber, meine Zwischenhochs sind selten und ich trinke auch wieder genügend Alkohol. Nach nur knappen 10 Tagen versuchter Pause. Alles bisschen zweckfrei. Depressiv. Unklar und unschön. Lila Sommer-Schokolade besteht seit Start September nur noch aus echter Milka statt aus Lebensfreude zusammen mit Tobi. Ich verpasse gefühlt und wie immer mein Leben und alle Rückblicke auf unrealisierte Gedanken oder Möglichkeiten machen es trauriger.
Bevor ich es vergesse: Solche Situationen wie bei Mandy am 24.09., wo alles stimmte, es (für mich) schön war, mir liebe und nicht oft gesehene Menschen da waren, quatschten, musizierten, Bier tranken (...) Tobi das aber für sich nicht verbuchen mochte und wir dann halt fadenschein-begründet (Aquarium und viel zu tun!) nach Hause fuhren ... machen mich traurig. Dass Tobi die Leute dort nicht oder nur teilweise kennt oder die Musik nicht unbedingt als die seine empfindet, müsste doch aber nicht heissen, nicht zu versuchen, sich daraus und dieser Nacht was rauszupicken, sich zu unterhalten, dabei vielleicht neue Leute oder Bekannte besser kennenzulernen, Gedanken, Ideen, Inspirationen, Sichtweisen ... Oder meinetwegen tanzend im Taumel ums Feuer mit feurigem Rotwein. Geht alles nicht. Na gut. Vielleicht ist das eben so. Ich versuch' mir vorzustellen, wie es andersrum wäre, aber es ist schwierig, denn es gibt kein Andersrum. Ich vermute, außer den Mädchenabenden, daraus gelegentlich entstehenden Mallorca-Urlauben und den Konzerten in EBM Ausrichtung gab's wohl nichts, was ihn dazu ermutigen könnte, neue Konstellationen an- und einzugehen. Tobi flog im Urlaub immer allein und sehr weit weg. Ich muss das aus Erfahrung und hier aufschreiben, denn Oberkossa ein Jahr zuvor war nicht anders. Muss ich sowas also immer allein machen?
Ich glaube, richtungsweisend hat es noch immer damit zu tun, dass ich jemanden zum Pferdestehlen brauche, zum Überlegen einer 'neuen Weltordnung' mit himmelblauen Tautropfenechos bei Vollmond und Rotwein und im Falle ernsterer Überlegungen jemanden, mit dem ich mich entwickeln und gemeinsam oder auch jeder für sich weiterkommen kann. Alle Türen auf, neue Ideen, frischer Wind, Veränderung, neue Leute, alte Leute neu. (hab ich hier gerade eine Selbstreflexion?) Freunde kommen, Fremde gehen - ok, aber die Welt ist groß genug für so viele Dinge, für die ich allein ich mich nicht auf den Weg wage.
Es schlafft insgesamt sehr ab. Ich entwickle sachte eine Müdigkeit vor den jeweils anstehenden gemeinsamen Wochenenden. Der Beginn einer seichten Lüge oder noch die Depression eines zu Ende gegangenen Sommers ohne besondere Aussichten auf die Zukunft? Warten auf sich automatisch einstellende, bessere Zukunft? Per Zufall oder plötzlich eintretendem Ereignis? Oder Gewöhnung an solche Sprüche wie "so ist es nunmal"?
Ich ufere aus und drifte ab. Auch habe ich bereits genügend Weisswein für sowas hinter mir.
Susi, Rossmann, Rückentheater
Susi getroffen. Im Rossmann. In welchem ich war, um endlich mal all das einzukaufen, was ich schon lange besorgen wollte. Außerdem auch, weil ich eine vorgetäuschte Physiotherapie außerhalb des Theaters verbringen musste. Ich beginne nämlich damit, mir Freiräume zu schaffen: Nämlich, um an der Kulturnacht wegen schwerer Blockade nicht teilnehmen zu müssen, bei der ich sowieso nichts zu tun hätte und stattdessen lieber zu Mandy und J.C & Angelina rauszufahren. Mal gucken, ob Tobi sich überreden lässt, bereits nachmittags hinzufahren, um etwas vom warmen Spätsommer mitzunehmen. Wäre mir lieber, als zuhause rumzusitzen und schlimmstenfalls aufzuräumen.
Ach ja, Susi: Wir hatten uns das letzte Mal gesehen, als sich die Spottniks im AMO trafen. Auch schon wieder über 5 Jahre her. Da gab's Tobi mit mir noch nicht. Und Susi fragte mich nach meinem Sein und ob ich verheiratet wäre? Erst hab ich ein bisschen was gefaselt von "nein, ich bin frei und irre im Universum" und all solch Quatsch, dann rückte ich aber sehr schnell mit der Sprache raus. Und erzählte ihr von Tobi, wobei ich mich selbst überraschte, wie gut es sein kann, wenn mich jemand auf Sachliches runterbringt, (Hauptsache aber mich nicht reduziert!) wenn ich darüber denke, im Urlaub was Besonderes machen zu wollen: durch den Wald pirschen, Nachtwanderungen, nachts im See baden ... naja, alles sowas jedenfalls, wovon Tobi nie begeistert ist. Ich pries das aber mit meiner in diesem Moment gewonnen Selbsterkenntnis an, nicht all das Besondere immer nur in Urlauben, sondern besser im gesamten Leben machen sollte. Diese Erkenntnis schrieb ich Tobi gegenüber Susi zu. Nicht übel. Und ich freute mich dabei über Tobi wie mich selbst auch.
Dann meinte Susi "mal gut, dass ich damals nicht meine Fühler nach dir ausgestreckt habe". Aha. Immer noch bisschen auf der Aufreisserspur. Und sie erzählte von einem Burn-Out vor über 2 Jahren. Was mich aufhorchen ließ. Wie sieht sowas aus? Indem sie nicht nur bei der stupide wirkenden Arbeit, sondern auch zuhause kein Privatleben mehr lebte, nicht mit Freunden ausging, also nichts erlebte. Nur noch dasaß. Und wahrscheinlich auch Wein trank. Weil sie "erleben" nicht mehr wollte und weil es nicht ging. Was zusammenhing. Das kann ich, wenn vielleicht noch nicht so hart, nachvollziehen: Zu den Simpsons auf der Couch und danach passiert auch nicht mehr viel. Außer vielleicht in solchen Momenten wie diesen, in denen ich mich aufrappele, um das hier aufzuschreiben. Interessant: Das Verlangen nach Er/Leben ist durchaus vorhanden und es entstehen dabei wüste und oft überzogene Ideen, aber echte realistische Vorhaben sind rar und der Ansporn ist es ebenso. Weil es Kraft benötigt und Arbeit bedeutet. Wobei im theoretischen Teil meiner Gedanken durchaus Potentiale von Interessen schlummern. Immerhin: mit Jörg hab ich schonmal angefangen. Pflichtaufrappeln darf ich das vorerst nennen und hoffen, dass sich daraus Freude und Ansporn entwickelt. Ideen am Wegesrand.
Das war also Susi. Heute gehts ihr wieder prima und ihre Weinempfehlung aus dem Rewe "Riesling trocken von Maybach" teste ich gerade. Obwohl ich ja so gut wie nichts in der Woche trinken wollte. Aber er schmeckt gut.
Nun hab ich wieder mehr über mich als über Susi geredet, aber es war auch nur eine kurze Begegnung. Und eine ein bisschen erkenntnisreiche. Und vor allem eine schöne!
"Rücken" hab ich dennoch. Lässt mich nicht richtig durchschlafen. Trotz Gras-Versuch gestern. (Übrigens immer noch sehr sexy und Kurzzeitgedächtnis schließend, wenn es normal dosiert wird. Und beim Lesen im Bett ist jede Zeile eine eigene Geschichte ... so fetzt es.) Vielleicht klingt das ja alles zusammen ab: Nase, Rücken, Psyche. Psyche? Gegenfrage? : Anpassung und Fügung, weil's nicht anders geht und die Psyche zur Ruhe kommen muss? Oh!
Und wie ich den enormen Schmerz (Rücken) im PT auslebe ... damit alle sehen, wie schwer ich daran trage. Mal wieder ein übertriebenes Schauspiel, das zur Lüge gereicht. Für den Selbstschutz, für die Durchsetzung meiner eigenen Interessen. Sowas sollte nicht sein, es ist lächerlich, blödsinnig und ermüdend, aber aus Erfahrung in diesem Theater nicht anders möglich. Dazu kenne ich den Bernhardt mittlerweile zu genau, wenn er seine großgemeinschaftliche Bruderschaft samt seinen SchwesternSchäfchen hübsch beisammen haben will. Ja. Schon klar. Wir lieben uns alle sehr.
Was soll's. Der Herbst ist jetzt da und am Wochenende wird's prima hell und warm. Komm mit, Tobi!
Psychosieche?
Erstaunlich, wie lange sich die Algen vom 07. September aus dem Barleber in mir zu halten scheinen. Und auch alles andere: Ich schnupfe ohne richtige Erkältung, mit trockenen Lippen, leichtem Durchfall, habe noch immer Rückenanomalien, träume mehr als ich schlafe, bin aber dennoch irgendwie halbwegs fit. (Tue im PT aber nicht so, sondern spiele schönstes Theater). Ob das auch für Kopf & Seele zutrifft, vermag ich nicht zu sagen, es fühlt sich alles ein bisschen "egal" an. Käme eine Arbeitsvertragsauflösung, wäre mir sogar das egal. Vielleicht sogar recht, weil ich es nicht selbst entscheiden müsste. Ich fürchte mich zur Zeit so wenig. Nichtmal vor vielleicht einer möglichen Überdosis Anomalie in mir, mit der alles zusammenhängt und die mich aufs Sterbebett brächte. Naja, spätestens bei einer Gewissheit wäre es dann bestimmt anders.
Ich schwebe also ein bisschen im merkwürdig leeren Raum und freue mich immerhin, mit Jörg gestern ein kleines Jeskom-Projekt begonnen zu haben, an dem ich nach 1,5 Stunden bereits ein bisschen Gefallen gefunden habe. Motivation und so? Heute hab ich Tobi abgesagt (er hatte gestern Dienst) - und sowas ist bisher nicht oder nur sehr wenig passiert. Aber ich hab's mir so gewünscht. Schlimm? Komisch? Abwarten? Dauert ganz schön lange, dieses viele Abwarten. Und ich bin schon 46 Jahre alt. Nanu.
Zwischenbrand
Hab mich wie immer eines Schlechteren besonnen und das mir auferlegte Martyrium des Alkoholentzuges zwischenzeitlich gekippt. Alles nichts Neues und mehr denn je wie immer: Ich bäume mich mit halber Willensstärke auf, um "irgendetwas" zu ändern, nehme die zwei bis drei selbst festgestellten Basien wir Alkoholabbau, Hörgeräteeinbau und Bewegung als Hilfsmittel, um währenddessen zu meutern, weil das ja alles zwanghafter Quatsch sei und nicht der Realität entspräche.
Das war jetzt eine Schnell/aus/wertung und bedeutet: Am zweiten Dienstag nach Wiedereintritt= Bluenote, Sommer, draußen. Ging aber, weil nichts mehr zuhause. 2 Alster, 5 Bier. Naja. Donnerstag wurden es direkt 2 große 3 oder mehr kleine. Wieder halb draußen, mit Stef und Wuselers und Zottel-Dirk und frühere Zeiten (diesmal 2005 Wien, anschließend mit Zwiebel über Michme, dann mit einer ehemaligen Opernhausmitarbeiterin Yvonne Wolters?, die sehr nervig war, und ganz am Ende Suse mit ihrem Bericht über Jakob, der nach Schweden gehen will). Ich muss das hier mal so konkret aufschreiben, um mir deutlich zu machen, dass es nicht die reine Alkohol-Absicht, sondern das Gefühl einer guten Umgebung ist, in welcher ich leider zu schnell konsumierend zu schnell betrunken werde.
Freitag Steffen Kunzes Geburtstag. Boing. Samstag Marcel Kabel 40 im Bluenote. Boing. Sonntag die glückliche Notbremse. Jetzt ist Dienstag und ich komme in diese Puppenzeit einfach nicht rein: Müde, abgeschlafft, konzentrations- und/oder willensschwach, schlechtes Schlafen, schmerzender Rücken und eine gefühlte Allergie oder allgemeine Verschnupfung. Am Montag geht's auch noch um eine Zeiterfassung für uns. Das hat mich den ganzen Urlaub schon gewurmt und latent beschäftigt. Weil's kein vollständig ehrliches Arbeiten hier ist. Ich vermute, dass sich bei mir eine abgenutzte Verklärung hinsichtlich großfamiliärer Gemeinsamkeit zugunsten einer vorteilssuchenden Konstruktion umbaut. Meint: Ich BIN nicht Puppentheater. Das sind andere. Ich bin dabei und werde bezahlt, aber im Zweifelsfall lieber raus, als dafür zu kämpfen.
Was sind meine Ziele? Heute habe ich wieder von einer Art Familie geträumt. Von Begriffen wie "Zusammen, Gemeinsam, Krisen durchstehen, Änderungen annehmen ..." Ich kann es leider noch nicht sagen, was ich mir vorstelle, was ich möchte und warum das auf ewig nichts zu werden scheint. Am Ende bleibt nur eine dauerhafte Traurigkeit, die nicht in Worte fassen kann, woher sie kommt und die sich gefällig auflöst, wenn gemeinsam beim Bier die ganze böse Welt dafür verantwortlich gemacht werden kann.
P.S. Sterben mit Stil in feinster Wortwahl: "Ein sterbender Mann von Martin Walser"
die anderen
Es hilft, die "anderen" Leute, Menschen, Dinge, Zustände, Einflüsse nicht so sehr als die "Schuldigen" meines eigenen Systems anzusehen bzw. dafür verantwortlich zu machen. Vielmehr dürfte es hilfreich sein, dass ich für mich entscheide, welche davon mir gut tun und mit denen ich mich also gern umgeben möchte. Das wiederum setzt Erlebnis, Erkenntnis und resultierende Willen voraus. Irgendwann muss ich wohl sehr feige geworden sein, anstatt forsch auf einen ungeklärten Um-/Zustand zuzugehen, um ihn begreifen zu können. Jetzt fühlt es sich erschöpft an und die vielen Worte, die um verständliche Erklärungen ringen, sind nur blasse und wechselnde Nuancen in der Scheinwelt jeglicher Möglichkeiten. Das zermürbt und tröstet nicht.
Kommt ein Aufwind daher, ist plötzlich ... bis zum nächsten kreisrunden Quadrat der Unbegreiflichkeit. Dennoch hilft es, die "Anderen" nicht als die Stolpersteine anzusehen, derenthalben ich oft so schwer an meinem Leben trage. "Einer trage des anderen Last" hört sich dabei gut an. Das wäre dann jetzt ein Psychologe, oder?
Rekonvaleszenz
Wahrscheinlich spielt sich alles gerade sachte wieder ein, was mir gleichzeitig Bange macht, in das alte Raster zu verfallen. Nicht zuletzt, weil ich gestern nach 10 alkoholfreien Tagen mal das Bluenote versucht habe. Auch deswegen, weil ich die Leute sehen will. Fünf Biere später und mit einer ordentlichen Allergie des blühend umgekippten Barleber Seewassers wegen, spürte ich weiterhin:
Rückenschmerzen seit Urlaubsende bzw. erstem Kiesertraining
dumpfes Bewusstsein, als würde ein Schatten sich auf meine Wahrnehmung legen
sachte abklingende Traurigkeit betreffs Zukunft und mir darin
ebenfalls abklingende Erkältungs- und Durchfallerscheinungen (die Tobi meiner Psyche zuschreibt)
Ich denke wie so oft zuviel und alle, aber nahezu alles wird immer ein bisschen mit einbezogen. Beabsichtigt oder nicht. Es lässt kein klares gut, böse, ja oder nein zu. Die letzten sehr heissen Tage, in denen ich also wieder arbeite, mutmaßen bei mir den Verlust einer möglich schönen Zeit am vielleicht Dreetzsee oder Meer. Aber da beisst sich die Katze. Wahrscheinlich wäre ich auch bei totaler Freiheit garnicht hingefahren. Es geht also nur um den ideellen Verlust der Möglichkeiten. Sehr hinderlich. Es gibt auch keine Alternativen zu dem, was ich nichtmal umschreiben kann.
Der dumpfe Schatten ist ganz sicher einer Depression geschuldet, die immer wieder aufkommt und mich immer wieder tausendfragend zweifelnd am Leben hindert. Dann kommen irgendwann Aufbruch und wilde Aktionen mit späterer Resignation und meinem üblichen Verhalten, dass letztlich nur noch an den Freitod als Möglichkeit =Ausweg aus einem so schwer erscheinenden Leben glaubt. Ein 5-Wochen-Sommer kann daran überhaupt nichts ändern, denn Erholung findet im Geiste statt, in der Einigkeit mit mir selbst, dem Frieden und dem Eingedenken, dass ich ein ganz guter Freund von mir sein könnte.
depressive Litanei und neue Erkenntnis
Same procedure. Die Einträge aus 2015 machen mir zu schaffen. Denn sie sind deutlich sehr ähnlich dem, was ich hier zu formulieren versuche. Zusammensammlung aus ein Jahr alten Worten: ... immer abends im Bus vorm Zelt und viel getrunken, aber nicht viel geredet ... ich kann wohl nicht richtig urlauben, weder allein noch zu mehrt ... der Bruch ist oll ... den ganzen Urlaub durchgesoffen, davor auch nicht gerade gut mit mir umgegangen ... wünschte mir mehr Enthusiasmus ... finde weiterhin keinen antreibenden Zündstoff ... mir gehen die Haare aus ... fetter geworden ... kein Kribbeln auf die Zukunft.
So geht das immer weiter, ist immer das Selbe, Jahr um Jahr, festigt und verstärkt sich. Es ist grausig und ich muss mich beeilen, ob meiner bekannten reflexartigen Stimmungsoptimierung nachher alles mal wieder als nicht so schlimm zu bewerten. Denn WENN es schlimm ist, IST es wirklich schlimm. Es ist zum Ausrasten, an die Wand fahren, aufhören. Dieses Mal saß ich in den 5 Wochen zwischen Bornholm und Barcelona und Dreetzsee sogar zwischendrin auf der heimischen Couch und gedachte, meine Sachen jeweils einzupacken: allein das wollte mir aus merkwürdig fehlendem Antrieb nicht gelingen: Ich saß wirklich da wie angewurzelt und unfähig, mich aufzurappeln, um das bisschen Zeug zusammenzusuchen. Ich befinde mich in einem Gedöns aus purer Macht- und Willenlosigkeit. Irgendwann bleib ich dann mal sitzen. Aus Lustlosigkeit. Dann wird es still. Ganz still.
Von aussen betrachtet es sich wundervoll, 5 Wochen durch die Welt reisen und machen zu können, was man will. Wirklich? Wahrscheinlich. Aber nicht mit mir. Nicht so. Nicht so wie jetzt. Ich schlingere hier um die Worte, die beschreiben sollen, was ich empfinde, wie es mir geht und dass es nicht mehr so geht. Bornholm war ok mitsamt Fahrrad im Regen und Wind von vorn bis Aakirkeby für ne Gurke, der Rest war Strand und ne Wohnzimmrlampe für Tobi. Aus der Idee, nachts wenigstens Sterne, wenn auch alleine, am Strand zu gucken mit Pulle Wein, wurde nichts, weil Leuchtturm. Barcelona ist wahrscheinlich besser, wenn's nicht so heiss ist, ansonsten für mich ganz okay, für Tobi langweiliger. Dann Dreetzsee: kurzzeitig Heimat, weil Kiefernwald, Duft und See und Sonne. Bisschen Kienwerder. Sehr ruhig. Dann ein um einen Tag verschobenes Toender. Weil die Waldstimmung mich nicht gehen lassen wollte. Wären Gitte und Jens nicht in Toender zu erwarten gewesen, wäre ich bei den Seen geblieben. Manchmal hab ich es bereut. Hätte, wäre, könnte: alles war möglich, aber nicht für so einen beschissen unglücklichen und damit unbestimmten Typen wie mich.
Und nun also wie jedes Jahr: Alkohol weg (wow, schone eine ganze Woche), aber es wird nicht viel besser. Es dauert länger in diesem Jahr, mein Körper schmerzt, ich war ein bisschen infected mit Schwitznächten und dabei bin ich genau so unfähig, etwas konkret, konzentriert und entschlossen anzupacken, wie ich es vor dem Urlaub auch war. Also die Weiterführung resp. der Abbau restlich vorhandener Motivation. Ob der Urlaub nun (schade?) vorbei ist oder ich wieder (blöd?) arbeiten muss, und zwischen beidem ja doch nicht viel Unterschied ist, weil beides immer belangloser wird, schafft eine Farce, die nach allem giert, sobald erreicht, aber nichts hervorbringt ausser weiterem Stumpfsinn inklusive Tatenlosigkeit und Depression. Oh, und Alkohol, um das Ganze wissentlich nicht besser machen oder gar ändern zu können.
Das macht noch ein bisschen trauriger und ich überlege derzeit an einer Idee, die glücklicherweise NICHT die Anderen an meiner Misere schuldig macht. Also vielleicht nicht das Puppentheater, vielleicht nicht Tobias, vielleicht nicht das restliche Universum? Bei Quarks & Co gab's einen Beitrag über Depressionen bei Männern wegen Nicht- oder Späterkennung. Hab ich zum Ansehen unter www.zehnsucht.de/QuarksCo-Manndepression.mp4. Da spielt natürlich wieder jene vergleichende Eitelkeit rein (Könnte ich das wohl haben? Das passt doch, oder? Hurra- ich hab was! Ich bin damit nicht allein!) Da gab's einen Typen, der sich von seiner Chefin schwer angegangen fühlte und letztlich zusammenbrach, weil er sich und seine Fähigkeiten samt Zukunft in Frage stellte. Ob seine Chefin nun schuld war oder sein Persönlichkeitsbild es nicht anders zuließ? Heute betreibt er eine Laufschule. Seine Argumentationen waren sehr schlüssig und (be)trafen mich sehr: "Antriebslosigkeit, Stimmung oft am Boden, Versagensangst und keine kreativen Gelüste..." so oder ähnlich beschrieb er im Grunde mich, der ich bisher immer davon überzeugt war, dass eigentlich alles nur schonmal da war und damit abgenutzt, langweilig und zur Wiederholung wird. Dass Tobi keine Inspirationen für mich parat hat und wir dahinvegetieren, dass Bernhardt ein blöder, linker Hund ist, dass mein Mut nicht ausreicht, mich denen anzuschliessen, von denen ich mir bessere Aussichten verspreche (und welche wären das?).
Damit lässt sich auch erklären, warum ich keinen Ausweg, keine Alternative betreffs Puppentheater, betreffs Lebensmodell insgesamt in Aussicht habe. Denn wenn mir etwas missfällt (und das schon lange), dann sollte ich es doch zugunsten einer viel besseren Idee (auch mit weniger oder keinem Geld) aufgeben und mich der besseren Zukunft zuwenden. Au warte, das ist sehr kompliziert. So wie ich. Und ich habe keine bessere Idee. Alles beruht nur auf einem Gefühl von Harmonie, dem Frieden, der Vernunft, deren Quatsch machendem Gegenteil und nicht zuletzt meiner lockeren, gelösten Sichtweise auf das, was mich umgibt. Ich bin mir sicher, dann würden die Motivationsregler meiner ganzen positiven Einstellungen wieder aufgedreht: Freundlich, hilfsbereit, kreativ, positiv, bereit zum Teilen, neugierig aufs Dazulernen, offen für Neues und für Altes, kurz: Leben. Ein sinnvolles Preset, das nur sehr eingestaubt ist.
Und wie weiter?
#01: Und dass ich oft das Gefühl habe, nicht intelligent / schlau genug für viele Dinge des Lebens zu sein, könnte damit zusammenhängen, dass im Moment jegliche meiner Entscheidungen offensichtlich einer gründlichen Überlegung bedarf, bei der ich bereits in den Startschuhen aus denselben kippe und nicht weiterkomme. Geht es mit gut, steigt mein Selbstwertgefühl und ich stelle derlei Entscheidungen weniger in Frage.
#02: Vielleicht hab ich einen genetisch bedingten Defekt. Oder einen jahrelangen und unentdeckten Hirntumor. Irgendwas muss es doch sein, was mich diese Welt nicht verstehen lassen will.
#03: und/oder ich hab mir in dieser Rolle womöglich gefallen, weil es ein bisschen hip ist, nicht ganz klar und bisschen extra zu sein. Um dann recht spät zu merken, dass es großer Mist ist. Das fängt beim kindlichen Trainingsschwänzen oder dem Erkennen meiner Homosexualität an und endet in all den ungelösten Fällen, deren Klärung ich mir oft nicht oder gar nie zugetraut habe.
fünf wochen rum
"... wünschte mir ... vor allem eine deutlich sicht- und erklärbare Stimmungslage nach dem Sommer". So lautete der 14.07.. Jetzt stehe ich wenige Stunden vor der neuen Spielzeit und ich wage nicht, es aufzuschreiben, weil es sehr subjektiv verallgemeinert (na wie denn sonst?) und möglicherweise fehleingeschätzt wirken könnte. Dennoch versuche ich es mit Herantasten: Es gab keinen Tag ohne Alkohol. Reicht das? An jedem Ort zu vieler Zeit fühlte ich mich unaufgehoben. Am besten ging's noch am Dreetzsee, weil Kiefernwald, dessen Duft, Wärme und klare Seen einem meiner Heimatgefühle schmeichelten. Bornholm im weissen Sand war gut. Viel gelesen. Lippenherpes-Sonnenbrand. Barcelona war warm und vier Tage Erfahrung. Dreetzsee so gut, dass ich das Toenderfestival auf Samstag verschob. Toender war wegen Gitte und Jens gut, ansonsten wüsste ich nicht, ob ich müsste. Die letzte Woche zuhause bestand aus fast nichts. Ausser Alkohol, schlechter Frisur, einer Massage und Ende des größtmöglichen Bartwuchstests. Am Freitag schnell noch einen Song versucht, damit ich wenigstens ein fadenscheiniges Ergebnis verzeichnen könnte.
Schwierig zu schreiben deshalb, weil meine Grundhaltung nicht besonders förderlich ist, was einen Rückblick ebenso färbt. Das Unweigerliche ist also eingetreten: Der Urlaub ist rum und morgen gehts weiter. Womit und wie auch immer.
Erkenntnisse? Bernhardt ist ein Arschloch. Gut, haben wir das schonmal. Ansonsten ist der Inhalt der Arbeit eigentlich doch genau das, was mir wirklich gut liegt. Ist alles dabei. Fehlt der Blick auf die Art & Weise. Ich zornzweifle seit Jahren und habe keinerlei Idee, was ich anders / anderes tun könnte. Es könnte überall genau so werden. Ich hätte als Selbstständiger vermutlich so meine Probleme, Projekte dauerhaft am Leben zu erhalten und neue zu akquirieren. Angst vor "immer auf der Suche" nach Geld und Faulheit. Der Rest ist Alkohol. Also Depression. Schönes Schmuckstück.
Satzbau
"Um etwas Gemeinsames zu erreichen, bedarf es der Kommunikation. Und die entsteht nur bei Sympathie." - so oder ähnlich sagte es ganz nebenbei neulich irgendjemand im Fernsehen und ich war baff ob der simplen Wahrheit und des großen Gehaltes. Ich glaube, da ging's um die EU, Brexit, Länder, Menschen ... und dieser Mensch brachte es mit diesem Satz auf den Punkt.
Nun rate mal ... meine Fragen nach Harmonie, Verständnis, Gleichbehandlung, Respekt, Freundschaftlichkeit ... und damit ist der neuerliche Reigen meiner endlosen Denke über das Puppentheater und mich erneut angestoßen. Ich wünschte mir etwas Konkretisierung und vor allem eine deutlich sicht- und erklärbare Stimmungslage nach dem Sommer, die mich entweder gefestigt weitermachen- oder den Gang zum Intendanten antreten lässt.
Puppenpremiere Hof16
Wir waren in Berlin. Beirut. Zitadelle. Naja, bisschen anders als wir uns das vorgestellt hatten. Aber okay, wir haben die Band mal erlebt. Dann nach Hause. Schon während des Konzertes dachte ich öfter darüber nach, ob denn nun wirklich alles okay bzw. mir nahezu egal wäre, wenn ich die Premiere trotz einer hieb- und stichfesten Erklärung schwänzen würde. Komisch. Aber okay, nach Hause im Affentempo mit der Idee, doch noch dort zu erscheinen und sogar pünktlich den Schussapplaus und die üblichen Dankesreden erlebt.
Und genau dabei wurde es wieder merkwürdig still in meiner Verbundenheit mit dem Haus. Ganz komische Stimmung. Weil ich nicht zur Premiere da war? Also von Anfang an? Weil Stephanie laut dem Intendanten so eine schöne Programmkarte erstellt hatte? Weil Oleg heute so prima in der Zeitung war? Weil Moritz Sostmann seine Schluss- Dankesrede als Haus-Regisseur gehalten hat und ich so darüber nachdachte, was und DASS er alles getan hatte, um jetzt mit Schlussapplaus von der Bühne zu gehen?
Das ist jetzt hier ganz schnell aufgeschrieben und ich war froh, dass ich dann endlich nach dem Prozedere zum geduldig wartenden Tobi zum Bus und nach Hause konnte. Da bin ich nun- in meinem zweiten Zuhause. Und mache erstmal Wein auf.
P.S. "Das notwendige, aber 5. Rad am Wagen ohne große Bedeutung" - und damit unter dem, was ich lieber hätte. Wenn ich denn wüsste ... so ungefähr fühlt es sich an.
P.S.2 "Seit ich nicht mehr an mich denke, gehts mir gut" Gelesen in der "Zeit" als Leserkommentar. Viele in diesem Haus nehmen sich nicht so wichtig und machen einfach ihren Job. Gemessen an den vielen Stationen und Situationen mitsamt den Unzufriedenheiten meines Lebens stellt sich vielleicht hier eine ganz andere Frage.
Pro & Contra Puppentheater
Weil es immer wieder aufkommt und weil ich immer wieder damit im Denken und Fühlen zu tun habe, wird es sachte wirklich Zeit, ein bisschen zu ... ha! da gehts schon los: nicht ein bisschen, sondern richtig drüber nachzudenken, ob meine Zukunft im Puppentheater liegt. Dieser Ansporn liegt nicht unbedingt an einer akuten Situation (naja, ein bisschen schon nach Festival und den letzten Tagen), er liegt darin begründet, dass ich offensichtlich anderen gegenüber oft von solchen Überlegungen rede und dass bspw. Katrin Gellrich mich sehr sachlich fragt, wie lange ich denn noch so hadern und nichts ändern möchte. Das ist gut und ich sollte noch viel mehr mit Katrin gemeinsame Stunden verbringen. Auch weil wir uns gut verstehen. Ja- und weil sie sich in mich verliebt hat? Naja, das hat nicht soviel damit zu tun, glaube ich. Jedoch denkt sie sehr schnell und sehr logisch, was mir selbst oft "abgeht". Sie ist sehr empfindsam und mit ihrem derzeitigen Lebensmuster nicht unbedingt zufrieden. Tobias Körner halt. Nunja.
Aber es wird Zeit, genauer unter die Lupe zu nehmen, was mit mir und dem Puppentheater zu tun hat. Da sind eine Menge Dinge wahrscheinlich von Anfang an schief gelaufen, die weniger mit sachlichen Umständen, als mit meinem Gefühl dafür zu tun haben. Ich hab anfangs viel reingebuttert, um zu überzeugen und mich jetzt erst seit ungefähr ein, zwei Jahren in eine Liga dort gespielt, in der ich nicht mehr der Gescholtene - aber dennoch oft unzufrieden bin. Merke schon, da spielen viele Fäden an einer Puppe, als die ich mich marionettengleich oft fühle. Wunderbar ausgedrückt.
So, wie machen wirs? Ich muss vorerst mal eine Präambel wie diese hier verfassen, um mein "Problem" zu schildern und anschliessend (wie bei den Simpsons) die Pro und Contras aufschreiben. Und das Ganze dann auch (nicht nur) mit Katrin besprechen. Weil ich immer nur bei meinem Gefühl und vagen Vorstellungen von Veränderung natürlich steckenbleibe.
Jut, hammer das erstmal. Jetzt weiter. Vielleicht oben im Menü? Dann kann ich das dort nach und nach zusammentragen und Erkenntnis-entsprechend mit geänderten Ansichten / Korrekturen versehen. Gabs schonmal, oder? Ja klar, Summary tbc. > Du meine Güte, ich mach's mir ganz schön schwer- aber anders weiss ich's nicht, weil auch gute Gespräche mit ebensolchen Erkenntnissen recht schnell in meiner Wahrnehmung verloren gehen. Wie ein Kind, dem gesagt wurde, dass es besser ist, immer nur das "Gute daran" zu sehen. Pah! Na denn. Bis gleich.
Sex aufsparen
Es ist Festival 2016 im Puppentheater. Bisschen Ausnahmezustand. Alles irgendwie ohne Zeit. Zweimal LaNotte. Von der letzten kam ich nachts zurück mit der Absicht, zuhause Wein zu trinken und bisschen was fürs PuppenWeb zu tun. Hab ich gemacht. Beides. Ziemlich viel sogar. Nächsten Tags morgens (ääh: vormittags) ein altes postalkoholisches Spiel: SEX! Jetzt! Enthemmt. Unter der Dusche rasiert und sehr "in Fahrt" gekommen. Habs aber nicht durchgestanden und abgebrochen zugunsten einer ... ja was eigentlich? Für später? Ja! Aber warum? Später kurze Pause zuhause abends um 6. Wieder mit amourösen Gedanken. Wieder nicht Plastic-Cock anyway und drauf los. Noch später, also jetzt, nachts, ist es erfahrungsgemäß natürlich damit wieder komplett vorbei. Mist.
Das Ganze erinnert mich so'n bisschen an mein gesamtes "Denken & Tun", das immer mit Aufsparen, Aufheben, später und besser machen (...) zu tun hat. Ist mit dem Geld genauso: Haste was, kannste was. Wäre mal interessant, wenn das ganze Geld aufgrund irgendeiner Deflation oder Krieg oder sowas plötzlich richtig und beispielsweise griechisch in die Knie geht und belanglos wird. (was es ja im Grunde auch ist) "Jahre gespart auf die Rente. Und nun das ..."
Egal. Es ging ja um den Sex. Das wäre nochmal ein Kapitel für sich und mich: Ich als Kind, als Jugendlicher, "Erwachsener" und meine immer noch merkwürdigen sexuellen Verhaltensweisen auf dem Weg zu dem, was ich heute immer noch nicht bin. Aber hey, olroid, ich drifte ab. Es gibt hier und jetzt schon wieder viel Weisswein und ich ärgere mich erneut und wie immer über meine Maßlosigkeit beim Saufen und die Enthaltsamkeit beim Ausleben dessen, was ich hier zwischen irgendwelchen Zeilen beschrieben habe.
Midsommer 16
Es ist wieder soweit: Der Frühling mit seinem zartblassen Grün ist zu Ende, der Sommer beginnt just in diesem Moment und es ist die Nacht, in der kleine Mädchen mit Gänseblümchenkränzen in den Haaren über die Weisen toben, eine Meute kleiner Jungen ein letztes Mal durch das abendlich nach warmen Kühen duftende Dorf streift. Allesamt romantische Vorstellungen und jene dazu, die je nach Stimmungslage beste Ausgangslage für tiefes Bedauern oder freundlichen Blick nach vorn bedeuten können. Je nach Sichtweise.
Von meiner wollte ich hier nur kundtun, dass es in Ordnung ist. Ich weine dem Frühling nicht so sehr nach und sehe es eher pragmatisch, dass all die Dinge, die lose und undefiniert in meinem Harmonieherz unerfüllt herumgeistern, im Grunde mir entsprechen. Ich hab jederzeit die Wahl und auch die Freiheit, zu tun, was immer mir beliebt. Natürlich bedarf es einer praktischen Vorstellung von dem, was mein Wille dabei sei. Ein uraltes, 46jähriges Lied. Na gut, ein bisschen müssen wir vielleicht abziehen wegen des Begreifens dessen, was um mich herum und mit mir passiert.
Bevor ich ausschweife: Wir waren 4 Tage im Spreewald inkl. 2 freier Tage vom Puppenhaus und der Notlüge des 70. Geburtstag meines Vaters. Ansonsten hätte ich diese Tage nicht bekommen. Oh ja, das wurmt natürlich. Nun, so ist es aber immer: Ich bin noch immer nicht wirklich verwandt mit dem Theater, aber ein simpler Job ist es auch nicht mehr. Zwischenwelt. Vermutlich muss ich wandern und hab immer nach einer Weile das Gefühl, etwas anderes tun zu müssen. Schwaches Beständigkeitsgefühl. War schon beim Kulturserver, bei den Hörbüchern, bei der LKJ so. Immer nur beiwerktätig und nie richtig in einer Situation, die ich als meine Profession bezeichnen mochte. Zuviel Grütze in meinem Kopf und ein nicht ausreichende Vorstellung von Leben. Vielleicht sollte ich mich mit der Grütze endlich anfreunden und sie für mich anerkennen.
Mit Tobias bin ich auf einem guten Pfad. Bevor ich nach dem Grund dafür frage, nehme ich es einfach mal freundlich und zufriedenglücklich auf. Wir haben unsere Möglichkeiten und Ziele wahrscheinlich klargemacht, angenähert und abgesteckt. Okay, ich bleibe natürlich weiterhin unrein in Kopf, Herz & Seele und offensichtlich gerne unzufrieden; aber zumindest kann Tobias jetzt nichts mehr dafür - es bleibt meine eigene Aufgabe, zu ändern, was mir nicht gefällt.
Mittsommernacht. Die kürzeste Nacht 2016. Der Sprung vom Spring into the Summer. Wir fahren 2 Wochen nach Bornholm. Und dann vielleicht auf's M'era Luna. Spreewald hat mir gezeigt, nach nur 4 Tagen tatsächlich ruhig, entspannt und vor allem friedlich sein zu können. Eine schöne Aussicht auf den Sommer. Ein guter Schlusssatz. Na bitte.
Das Ende der Harmonie
Der gestrige Abend nach Katrins Liebeserklärung verlief noch einigermaßen bunt. Erst beim Tischtennis-Grillen in Buckau mit Zackes und Jörg und anschließend auf einen fatalen kleinen kurzen Weißwein im Bluenote. Ich überlegte derweil immer wieder, ob diese Katrin'sche Offenbarung jetzt irgendetwas mit mir macht. Offensichtlich irgendwie nicht so sehr. Außer, dass ich mir Situationen unseres gemeinsamen Zusammenlebens vorstelle, und wie ich mich darin so verhalten würde. Wenn ich morgens in die Küche schlurfe, mich vor Spiegeln inspiziere, Gedanken verlautbare ... Das ist echt merkwürdig. Ich teste sozusagen mögliche Szenarien durch. Sowas.
Aber nochwas: Beim fatalen Wein, derer es dann doch Vier in angenehmer Runde wurden, damit zuhause noch die Flasche Bier den Durst löschen kann- gab es im Gespräch zwischen mir und dem Typen noch ohne Namen ein paar sehr interessantsympatische Nuancen. Vor allem, als ich darauf kam, ihm erklären zu müssen, dass die Basis meiner Kooperationen und Zusammenarbeit mit Kunden, Kollegen oder Arbeitgebern irgendwie immer auf Harmonie bestünde. Dass mir sowas wichtig wäre.Woraufhin er entgegnete, dass sowas ja die beste Grundlage für Ausnutzung ist. Das war erst lustig und wurde dann aber zum enormen Licht, das mir dabei aufging. Verdammt! Nicht alle ticken so wie ich, nicht jeder will den Weltfrieden. Und ein so'n bisschen labiler Dr. Möchte-Feel-Good auf Harmoniesucht wie ich, wird von solchen geradlinigeren Leuten wahrscheinlich direkt zur Seelenkasse gebeten und ausgelutscht. Weil sein - also mein Handeln auf Harmonie beruht und praktisch keine Gegenwehr außer dem daraus resultierenden inneren Unfrieden besteht. Wao! Was für eine Erkenntnis! Hab zwar jetzt noch keine andere Idee dafür, aber diese Erkenntnis wog schwerer als manche meiner vielen lausigen Ideen.
Und meine Zahnärztin wird um 14:00 von meiner Fahne wahrscheinlich narkotisiert. Ad hoc habe ich nichtmal Mitleid. Ha! Ein Anfang.
Katrin hat nur 15 Minuten
Keine 10 Minuten sind vergangen, nachdem Katrin Gellrich mir ihre Liebe zu mir gestand. Eben weil sie nur eine Viertelstunde Zeit hatte. Und morgen nach Hamburg fährt und mir das vorher sagen musste. Und der Idee folgend "Spar' deinen Wein nicht auf für morgen." Das war bestimmt nicht leicht für sie, sowas zu gestehen. Und in mir muss das erst ankommen. Ich dachte an Christin, damals in Brandenburg. Beetzsee. Die erste und bis eben noch einzige, die mir ihre Liebe gestand. 25 Jahre später passiert das nochmal. Damals fasste ich Christin im Zelt gleich an den Po. Jung, unerfahren und betrunken. Heute mittelalt, mal nicht betrunken, aber endlich schwul. Nanu.
Jetzt ist mir komisch.
Wenn du es ernst meinst ...
Ein kommunikativer und guter Tag heute. Dazu ein Erleichterung, die wiedermal damit zu tun hat, das dann doch endlich zu tun, was mir widerstrebt, aber offensichtlich notwenig ist. Fangen wir mal mit der GEZ an: Sie rücken näher und die mittlerweile vom Staat eingeräumte Macht ermöglicht es den Öffentlich Rechtlichen, mir nahe zu kommen. Bevor es (wie bei Jana Schneider) zu angedrohten Pfändungen und solcherlei Dingen mit über 600 EUR kommt, gebe ich also auf und versuche wenigstens, nicht den gesamten Zeitraum seit dem gesetzlich akkreditierten 01. Januar 2013 nachzahlen zu müssen. Mein Nachbar Renè traut sich nicht, mich seiner WG zugehörig zu erklären, also muss ich umdenken. Und gerade das fällt mir schwer. Wie so vieles anders. Nachdenken. Eine gute Lösung finden. Die Lösung bestand in meiner Denke darin, meinen "Untermieter" zu meiner bisherigen WG zu erklären, bis ich im Dezember 2015 in die drüber frei gewordene Wohnung zog, wessenthalben ich jetzt mich freiwillig bereit erkläre, diese Wohnung samt 2und40 anzumelden. Und siehe da: Es war leichter als gedacht. Keine Rückfragen, wo und wann bei wem ich zuvor gewohnt hatte- offensichtlich ist der GEZ Erfolg genug, wenn sich ein neuer Kunde anmeldet. Nun gut. Ich zahle also ab Dezember 2015 erstmals TV Gebühren. Im Nachhinein gesehen immer noch eine enorme Einsparung bei ca. 18 EUR pro Monat seit 1992. (Anmerkung: Solche Bluenote Besuche sind dann doch ziemlich sinnvoll - WeinMicha hatte mich auf die Idee dieser Auslegung gebracht und mir damit sehr geholfen. Denn ich fühlte mich einigermaßen hilflos im Gewirr meiner nicht entstehen wollenden Gedanken über die Lösung dieses blöden GEZ-Problems.)
Aber darum gehts garnicht in diesem Beitrag. Ich musste es nur mal loswerden. Und dokumentieren. Was anderes: Mit Katrin Gellrich stehe ich seit geraumer Zeit in einer sanften, dennoch sehr für mich deutlichen und dennoch angenehmen Kommunikation. Heute schrieben wir uns wiedermal eine Menge SMS, während sie stundenlang in der Spielplan-Planung beim Intendanten saß. Ich wollte sie spaßenshalber ermuntern mit der Idee, dass ich doch mal ein Konzert in einer spielarmen Zeit im Puppentheater machen könnte. Wieder so ein lascher Aufbruch meinerselbst, ohne es wirklich ernst zu meinen. Ihre Antwort war genial: "Verkauf dich nicht fürs Puppentheater. Säle kriegst du auch woanders voll. Ich organisier dir einen, wenn du es ernst meinst. Auf meine Entgegnung (Also muss ich wohl mal was ernst meinen. Das fällt mir schwer, obgleich ich im Geheimen oft meist schlimmer als ernst bin. Sagen wir: labil? Antriebs- und meinungslos? Dröge und doof? Sowas.) schrieb sie folgerichtig:"Kein Selbstmitleid! Das brauchst du nicht. Du machst schon durchaus ziemlich viel richtig. Also: Stift auf den Kalender fallen lassen, Termin markieren, nicht mehr zurück können. Schaffste. Ich helf' dir."
Das sind so Tage mit Menschen, die zueinander passen. Und jetzt du! Wenn du es ernst meinst ... Also ich!
Montagsdepresse
Vielleicht so ein postalkoholischer Anfall von Depression, vielleicht irgendeiner der anderen tausend Gründe, von denen ich den richtigen nicht finde. Morgens noch alles okay, türmte sich im Laufe des Vormittags ein Klumpen von Ohnmacht gegenüber all den vielen kleinen oder größeren zu erledigenden Puppen-Dinge, die mir irgendwie die klare Denke rauben und mich nicht zu einem fein gedachten Ergebnis bringen liessen. Stattdessen Ablehnung anderer Bitten und bitte keine weiteren Aufgaben mehr. Fühlte mich wie eine Maschine für ein Gewerk, das letzten Endes nicht meins ist. Vielleicht läuft's darauf hinaus. Mittelmaß. Faust? Selbst wenn Mephi sich anböte, hätte ich nichtmal eine Idee, was er mir für besondere Kraft vermachen könnte.
Bin dann irgendwann Richtung Nord gefahren. Und das sehr langsam; ich hatte plötzlich sehr viel Zeit und am liebsten kein Ziel. Bis Schweden durch oder so. Und dann? Auch nicht weiter. Früher Abend Eis mit Katrin und Alfred und ich krieg's nicht auf die Reihe, diese innere Talfahrt zu beschreiben. Halb taub und unwohl und vor allem müde.
Letzteres trifft es schon sehr: Müde. Von den Dingen um mich herum. Die entweder mit den Ketten rasseln oder still stehen. Das ist eine Allegorie auf Puppentheater und die nicht enden wollenden to-do-Listen und auf der anderen Seite mein eigener Stillstand. "Früher", so sagte ich Katrin, "früher hab ich gemacht, was und wann ich wie wollte." Genau. Aber besser war das auch nicht unbedingt. Jetzt hab ich wenigstens etwas, worauf ich meine Unzufriedenheit schieben, das ich dafür verantwortlich machen kann.
Das Blödeste ist, dass ich es nicht beschreiben kann; ich bleibe regelrecht stecken im Wust meiner Gedanken, WAS ich denn WIE haben möchte - aussichtsloses Unterfangen. Vielleicht übergeordnete Begriffe wie Frieden, Harmonie, Miteinander, Füreinander, Ehrlichkeit, Ideen, Aufbruch, Unterstützung, Erfolg bzw. Applaus; geschafft vom schönen Tun auf einen Stuhl in der Abendsonne sinken und sagen: "Das war ein sehr feiner Tag!"
Wahrnehmung, Einschätzung, Erinnerung ... meine Denke ist oft zu klein bzw. von überschattetem Gemüt soweit abgedunkelt, dass Sonne und Licht nicht viel ausrichten. Da helfen weder anderer Ort noch andere Leute. Oder doch?
Selbstübereinschätzung
Seit Sonntag, resp. Montag bin ich komplett alkoholfrei. Heute ist Donnerstag Abend. Wie vorher überlegt, ist es natürlich ein schnelles Wunder. Allerdings sind es Unmengen Träume, die beim Hellwerden am Durchschlafen hindern. Das geht schonmal um 4 los. Okay, halb 11 im Bett und lesen, dabei leider oft zu schnell müde werdend (immer noch Panikherz von Stuckrad-Barre). Dennoch fühlt sich alles leichter an. Nur ist es eben so, dass zwischen Simpsons und Stuckrad-Barre nicht viel passiert. Ansonsten wäre ich allerdings auch nur ins Bluenote gegangen. Für den kleinen Zeitraum bis zum dritten Bier, wenn ich eigentlich so sachte wieder weg will, weil's mir entweder manchmal langweilig oder unangenehm wird. Schwer zu beschreiben. Damit hätte Tobi eigentlich Recht, wenn er meint, dass in Stadtfeld auch nichts weiter passiert. Allerdings mit der Ausnahme, dass hier Leute verfügbar sind, die ich aufsuchen und wenigsten so lange um mich haben und mit denen erzählen oder weggehen kann, wie ich mag. Das ist dann doch schon mehr als in Reform.
Und wie ich so hier sitze nach einem sehr langen aber okayen Puppentag inkl. Training und Sonderausstellung am Abend, denke ich mir, als ich im TV irgendeine Naturwundershow sehe: Wenn ich nicht Zeit meines Lebens so dermaßen und permanent unsicher wäre, nicht soviel Angst vor - tja, wovor eigentlich - hätte, könnte ich Moderator sein. Wie Anfang der 90er schonmal visioniert. Oder jemand, der sich auf bestimmten Gebieten sehr gut auskennt. Und darin Profi oder wenigstens mit sich im Reinen und soweit mit dem Leben zufrieden ist. Das macht, wovon er weiss, was will.
Hättewärekönnte, schon klar. Diese Gedanken sind nicht neu, nur aktuell eben mal wieder positiv gefühlt da, weil mein selbst herbeigeführter Zustand es zulässt. Auf jeden Fall ist so ein alkoholfreier Zustand erneuterklärterweise eine der Voraussetzungen, um überhaupt etwas zu vollbringen. Die dauernden Zweifel helfen allerdings bei keinem der möglichen Zustände 'nüchtern', 'leicht beschwingt einen sitzen' oder 'scheissmistverkatert' - wobei letzterer Zustand sehr Überhand genommen hat. Der goldene Mittelweg scheint der beste, aber auch schwerste, weil der richtige Moment gerne über den Haufen geworfen wird. Klar, wenn ich keine Idee für was Besseres habe, ist das eine leichte Entscheidung.
Naja, jedenfalls wollte ich das hier mal aufschreiben, weil im Großen Ganzen und im Moment alles ziemlich okay ist. Auch wenn es weiterhin keine nennenswerten Pläne ausser der gewissen planmäßig-langweiligen Lebensweise ohne besondere Vorkommnisse gibt. Das wiederum ist weiterhin blöde.
Nullmeldung und Panikherz bei 29%.
Sehr vieles von dem, was ich sehe, erlebe und mir daraufhin dabei denke, hat damit zu tun, es nicht besser hinbekommen zu haben oder es wenigsten so ähnlich machen zu können. Das ist eine einigermaßen vage Angabe und es fällt mir immer recht schwer, das auszudrücken. Beziehungsweise richtig und zu Ende zu denken. Wahrscheinlich, weil es immer wieder auch nur Momentaufnahmen sind, in und mit denen ich mich vergleiche und somit auf keinen blassgrünen Schimmer der Idee komme, dass ich weder dumm noch "tja- was eigentlich?", aber sehr wohl desorientiert und antriebslos bin, was offensichtlich irgendeiner lang dahin schleichenden Depression geschuldet ist.
Ein schöner Satz. Ansonsten aber eine Nullmeldung. Was ich aber festgestellt habe, ist die Aussicht auf enorme Erfolgsmeldungen: Nämlich dadurch, dass ich einfach keinen Alkohol trinke. (hab ich seit Ewig schon nicht mehr probiert!). Das ist immerhin ein halbwegiger Garant dafür, mich nächsten Tags so viel besser zu fühlen. Schneller Erfolg wird damit in Aussicht gestellt. Was das Grundproblem offensichtlich nicht löst, aber nur so eine Basis für besseres Denken ermöglichen könnte.
Bin gerade auf dem Trip des Buches PANIKHERZ von Benjamin Stuckrad-Barre oder so, bei dessen gefühlt ehrlicher autobiografischer Schreibe ich mich anfangs sehr oft wiedergefunden habe. Ab dem zweiten Drittel des Buches beginnt allerdings der "berühmtere" Teil seines Seins (Management, Harald Schmidt, Los Angeles, Udo und der prominent besetzte Panik-Wende-Zug durch symbolische Mauern ...) und seinem einhergehenden enormen Zerfall mit Unmengen Koks und großartiger Bulimie. Okay, anderes Level, anderes Leben; dennoch vergleichbar. Würde mir wahrscheinlich auch so gehen. Will ich mich also wieder vergleichen- naja, beim Lesen ist es schon schön, sich irgendwo darin zu finden. Insbesondere, wenn man so Panne und unzufrieden ist, wie ich zum Beispiel.
Also was jetzt? Café Monaco mit unserem frischen Ensemble voller Leben, Quatsch und jeder Menge Können ist nach drei Bieren vorbei und ich trinke den Wein zuhause leer. Mac-Akku bei 29%. Das trifft es ziemlich gut.
P.S: meine Idee, Pfingstsonntag nach Mannhausen zu Mandy und Ines zu fahren platzte wegen zu vielen Weines und der glücklich schlechten Wetterlage. Der Tag danach war trotz besserem Wetters nicht anders. Meint: "tja- was eigentlich?". Sollte ich nochmal einen Song hinbekommen, nenne ich ihn "Panne". Wenn man dann nicht losgeht, um reparierend helfenden Ersatz zu besorgen, bleibt man eben liegen. Jetzt 27%.
Start in den Mai
Ich bin so platt, so emotional ergreifbar, so (jeden Tag abend) betrunken, so leer und immer so weiter. Gerne würde ich Welten retten, Menschen helfen, kennenlernen oder wenigstens mit ihnen reden. Oder singen. Es vibriert in mir ob möglicher Aussichten auf Verheissungsvolles, aber es wird nicht daraus. Mir fehlen darüber sogar die Worte. Endlose Litanei versuchter Erklärungen. Null Ergebnisse.
Heute war's warm draussen. Morgen und die nächsten Tage wird's wettermäßig noch besser ... alles großartiger Frühling mit Sommer-Attitüde. Alles blüht auf. Außer ich. Es gibt keine Idee für diese Tage. Sie werden vergehen mit mir am langweiligen Laptop, auf einer Couch, mit vielem Wein, überhaupt nicht bemerkenswerten Konjunktiven trotz der Überlegung, was wir morgen essen.
Bukowski-like betrachtet, ist es die beste Zeit, sich endlich hin- bzw. umzulegen.
@Nachtrag: Ich bin dabei, mich keines Tages zu erinnern, an dem ich keinen Alkohol getrunken habe. Wäre ich nicht so angefüllt mit diesen tosenden, hilflosen Gedanken über ein "machbares" Leben, würde ich mich gehen und damit fallen lassen und wäre damit innerhalb kürzester Zeit dem absoluten Verfall anheim gegeben. Allerdings bin und fühle ich mich schon nah dran.
get well soon
Rest now, weary head! You will get well soon. Das Konzert am 28.4.2016 bei den Songtagen Gera brachte mich beinahe aus der Fassung und ich werde nie wieder Musik machen. Was ich von der Band wohlausgefeilt und perfekt aus der Konserve kenne, glaubte ich unübertreffbar. Glaubte ich. Das Feuerwerk aus LOVE ging sofort ganz tief rein und war so sehr präzise, dynamisch und tiefgehend ... und der Band merkte ich eine deutliche Zugehörigkeit für das, was sie dort tun, an. Natürlich ergriff es mich mehrere Male sehr, was womöglich auch mit meiner allgemeinen Stumpfheit zu tun haben kann.
Tobias und ich haben kurz vorher noch über solche Begebenheiten wie Oberkossa bzw. Mandyhausen geredet und dass es für ihn keinen Sinn habe, unter Leuten zu sein, die er nicht kennt und deshalb ungern hinfährt. Ok, aber hat er auch keinen Sinn dafür, diese paar Leute kennenzulernen? Mir passiert einfach zu wenig! Ich selbst fühle mich oft so argumentations- und hilflos, dass offensichtlich alles irgendwie wenig Sinn mit uns zusammen außerhalb unseres kleinen eingemotteten Universums macht. Das deprimiert noch weiter und es fällt mir schwer, ihm zu erklären, was ich damit meine, wenn ich von Erlebnissen rede, die erst entstehen, wenn man sich drauf einlässt. Alles andere ist "hin - hallo - Bier auf - Bett zu - Tschüs!" ohne irgendwas sich einfach entwickelt gelassen zu haben. Ist mir auch zu umständlich, das in erklärende Worte zu fassen.
Während Get well soon spielt, dachte ich (mal wieder) für eine Sekunde an die komplette Umkrempelung all dessen, was ich gerade um mich herum habe und mit dem ich nicht ganz synchron laufe. Puppentheater, Tobi, Leben. Das alles macht mich sehr selbsterpressbar, denn ich habe keine Meinung, keine Argumentation, kein Ziel und werde dessenthalben auch nie selbstsicher genug auftreten, um meinen Willen durchzusetzen. Das macht mich bestimmt auch schnell zum Spielball. Wo keine Meinung, keine Gegenwehr, da wird ausgenutzt bzw. vorausgesetzt, dass alles, was passiert, okay ist. So fühldenke ich das zumindest. Blödsinnig schwer zu erklären. Ich stehe selbst vor dem Konzert mit einer Zigarette nochmal vorm Comma und fühle mich ob des schnellen Bieres und seiner leicht vernebelnden Wirkung sofort etwas unsicher und denke mir dabei, dass ich tatsächlich "allein nicht kann" und glaube mich für solche Momente nicht von dieser Welt. Wenn ich es allein nicht kann, mit Tobi nicht kann (nein, auch kein kleiner Spaziergang an der Elbe) - wie dann?
Nunja, das Konzert hallt noch immer nach, ob der Schönheit seiner Songs, der Professionalität der Band, meiner Vergleichsversuche, meines Seins. Eine taube Stille kommt zu oft zu stark in mir hoch und nichts, wirklich nichts kommt voran.
Kieser & Monaco
Habe mich heute entschieden, nach all den teilweise unbezahlten und langen Zeiten das Kieser Training zu verlängern. Weil es ab 27.04. tatsächlich vorbei ist. Für ein Jahr also. Jetzt mit Abo-Funktion: Ohne Kündigung 2 oder 3 Monate vorher läuft es automatisch weiter. Hui- hat Geld gekostet: 39 EUR im Monat sind 468 EUR für ein Jahr. Immerhin wahrscheinlich mit Rabatt für Langzeitkunden. Sei's drum, ich nehme es als Ansporn, weil es jetzt definierte Kosten sind. Ok.
Café Monaco heute. Habe ja schonmal drüber geschrieben wegen meines öfteren Unwohlseins in so einer Menschenmenge und dass ich dann irgendwann einfach abhaue. Heute war's ein bisschen anders. Warum? Nunja, es waren Leute dabei, die ich kenne und mag (Wieland, Matze, Frank [und nicht Frank Bernhardt] Anna & Ensemble ...) ich machte Fotos und ich war diesmal irgendwie mehr "drin". Das ist schwer zu erklären wegen meiner Unsicherheit und so - kann ich hier auch nicht weiter ausführen, es gab viel Bier, Gin und Nasenbluter.
Auf jeden Fall war's schöner als bisher. Und als Anna zu Jimmy Somerville bei der AfterShow tanzte, fühlte ich mich sehr ertappt, als ich trotz ihres auffordernd freundlich-ermutigenden Blickes nicht einfach zu ihr hingegangen bin und getanzt ... hätte / wäre / könnte? Ich bin so verkopft und langsam, langweilig, unmutig, desillusioniert ... wobei doch alles im Grunde so einfach scheint.
Bester Kommentar dazu: "Menno!"
Loser
Ich bin dermaßen angreifbar, verletzbar, manipulierbar - weil ich so labil, unvollständig und ängstlich bin und ich deshalb nicht so auftreten und argumentieren kann, wie ich es bei manch anderen Leuten immer wieder beobachte, die längst nicht so Recht haben, wie sie tun, aber durch ihr Darstellung so wirken. Und dann auch entsprechend respektiert und behandelt werden. Aber will ich das so? Damals hatte ich gedacht- wenn Frank Bernhardt mich aus dem Puppentheater raushaben will, werde ich es ihm schwermachen. Aber warum? Weil ich nicht behandelt werden möchte als jemand, mit dem man umspringen oder über den man verfügen kann wie man will. Mittlerweile ist es nicht mehr so (glaube ich zumindest), aber ich hege immer noch meine kleine Waffe des Feueralarmsauslösers wegen seines Rauchens im Büro - damit ich ihm eins auswischen kann.
Mannomann, was ist das für ein Schwachsinn. Und ich habe das Thema hier verfehlt: Mir fällt sowas nach 4 Bier im BN, einem Glas Rotwein und zwei weiteren Weisswein zuhause ein, kann es aber deswegen auch schwer zusammenfassen und ausdrücken. Das trifft im Grunde genau den Kern dessen, als was ich mich fühle:
Als bisschen Loser. Sorry, aber die Trunkenheit tut ihr Übriges. Und ich weiss ganz genau Bescheid, wie ich es nicht hinbekomme. Nochmal: Loser! (Selbstbeleidigung)
Inspiration
Schwieriger Begriff, leichtes Unterfangen: Sobald ich durch eine Person oder Situation "enabled", inspiriert, ermutigt und vor allem bestätigt werde, wenden sich nahezu alle Blätter und alles scheint so sehr viel mehr möglich als noch eben zuvor. Witzig hierbei ist, dass es momentan zwar überhaupt nicht so ist, ich mir das aber dennoch recht genau vorstellen und wohl auch aus Erfahrung bestätigen kann. Man kann mich daher recht einfach als labil einstufen, als jemanden, der sich mit irgendeiner leichten oder wie auch immer gearteten Depression durchs Leben vergeudet, während dessen mittendrin immer wieder diese Lichtpunkte auftauchen, die alles plötzlich möglich erscheinen lassen.
Dieses Thema der Inspiration, des Erkennen und Mutes dazu muss mich hoffentlich noch eine Weile beschäftigen, damit ich das begreifen, üben und erleben kann. Eben weil es so schnell möglich zu sein scheint, mich auf auf die Sonnenseitenwelle zu stellen, um ein nahes Festland zu erreichen.
Sehr poetisch, aber es musste mal geschrieben werden.
zu schnelle Wechsel
Ich wechsele meine Gemütszustände so dermaßen schnell, dass ich es fast nicht ertrage. Die Basis bleibt offensichtlich traurig mit einer Spur Aussichtslosigkeit. "Manisch depressiv" wäre wenigstens ein echtes (Krankheits-)Bild, aber so ist es nicht mit mir. Heute Abend wieder mit Schwimmen und Sauna und einer montagsüblichen Ruhe und diesmal keinem Allards trinke ich jetzt hier mein Durstbier und bin seit geraumer Zeit irgendwie unglücklich. Wahrscheinlich klappt in den nächsten Tagen irgendwas gut oder es gibt ein schönes Erlebnis im Bluenote am Dienstag oder im café monaco am Mittwoch oder bei Luke Wesley am Donnerstag oder am Freitag, wenn Tobi Dienst hat und ich um so mehr machen könnte, was- wenn ich es wüsste - ich wöllte. Wie dem auch sei- manchmal ist es ein kleiner Anstoß und dann fühlt sich "das alles" wieder gut an. Aber diese schnellen Wechsler gefallen mir überhaupt nicht.
Ich hege Gefühle und ein Gespür für Veränderung, die einem Midlife-Cisis-Veranlagten zugesprochen werden könnten. Nur dass meine Crisis seit unmessbarer Zeit besteht und ich so oft so unglücklich über mich und mein Umfeld bin, ohne aber beschreiben zu können WAS denn anders sein müsste. Das ist schwer, jemandem wie mir einen Rat zu geben, wenn dann die mit Anstrengung und kurz aufblühender Freude erreichte neuerliche Situation dann wieder kippt. Ob ich das Puppentheater sein lassen und was ganz Neues aufbauen sollte, ob ich mit meiner Beziehung zu Tobi glücklich bin, ob ich in den Urwald ziehen sollte ... ich komme mit keinem dieser Dinge weiter.
Ich merke, wie schwer das zu beschreiben ist und sträube mich dessenthalben oft, hier zur Tastatur zu greifen. Weil ich feststelle, dass ja nur Dunst ist, den ich hier aufbaue. Vielleicht ist dieses Leben nichts für mich, kann es aber nicht einfach aufgeben. Konsequenzen waren schon oft eine meiner grössten Hürden. Es strengt sehr an und äußert sich in solchen Zuständen wie diesem in großer Untätigkeit. Da sind Kieser und Schwimmen/Sauna schon ein echtes Highlight. In den Nachdenker mit Kubon und Wolfgang Krebs wollte ich gehen. Die Beweggründe ob der Gespräche über Zeugs von früher waren aussichtsreich- aber ich liess es. Kleine Parallele zum Café Monaco- wie ich hier schonmal aufschrieb- wie ich guten Mutes dorthin ging und mich aber nach geraumer Zeit unwohl dort fühlte und wegfuhr.
Ich bin so Panne und summe vor allem immer wieder dieses Lied von Panne (und Bierhorst) vom Briefeschreiben und dem tagelangen Warten auf den Postmann, der nun keine Briefe mehr von ihr bringt. Und ich übe und singe Hubert von Goisern "Fia di" und werde dabei sehr traurig, weil ich an Mandy denken muss. Warum? Mein Vater hat heute eine Frau beim Abbiegen angefahren. Wahrscheinlich nichts Schlimmes.
Jetzt weiss ich was: Ich stelle mir vage so eine Arbeitssituation vor, in welcher die Türen offen sind, in welcher miteinander, ehrlich miteinander geredet und umgegangen wird, in welcher gemeinsam an einem Strang gezogen wird. Ich vertraue dieser Konstellation Kempchen / Bernhardt immer noch nicht, auch wenn ich mehr und mehr gelobt und offensichtlich anerkannt werde. Jetzt weiss ich erstmal nichts weiter ausser nochmal ein Zitat aus Coldplay zu bemühen:
When you try your best but you don't succeed
When you get what you want but not what you need
When you feel so tired but you can't sleep
Stuck in reverse
When the tears come streaming down your face
When you lose something you can't replace
When you love someone but it goes to waste
Could it be worse?
Lights will guide you home
And ignite your bones
I will try to fix you
das Geisterhaus (Film)
Meryl Streep als Erscheinung bei ihrer fast zu Tode geschundenen Tochter in der Zelle: "Du darfst dir den Tod nicht wünschen, mein Kind. - Das ist nicht das Wesentliche. Der Tod kommt so oder so. - Du musst für das Leben kämpfen. Ein Leben ist ein Wunder." (Und Alba wartet auf dich. Sie braucht dich.)
Bin heute Mittag nach dem Training erschöpft aber frei mit dem Fahrrad zurück nach Reform mit Kopfhörern im Ohr und Sonne im kühlen Frühlingssonntag. Es lief Coldplay "Fix you". Mit der Erinnerung die Dokumentation mit den alten englischen Leuten im Chor, bei denen nach und nach viele wegstarben (Young at Heart). Und für den Moment war es so schön wie auch sehr traurig mit diesem Lied in mir.
Und dann heute Abend zuhause "Das Geisterhaus" nebenbei gesehen und über Puppentheater und meine Arbeit dort, mein Sein sinniert und geredet. Und dann kam oben genannter Spruch. Nahezu ein kleines Gleichnis.
Hör- und Kontrollverlust
Das hier gabs bestimmt schonmal. Egal: Irgendwann vor vielen Jahren dachte ich mir eines hellen Tages im BlueNote: "Wenn ich weiterhin schlecht höre und die Hörgeräte ob der Scham nicht trage und dazu dem Alkohol auf unsachliche Art fröne, wird sich meine Korrespondenz und Kommunikation immer weiter reduzieren, inhaltlich vereinsamen, die Worte werden weniger und undeutlicher, das Verlangen nach Kommunikation wird versickern, meine instabile Unsicherheit (widerspricht sich das?) wird mir mehr und mehr das Gefühl geben, diese Welt noch weniger begreifen zu können.
So oder ähnlich also nicht schlecht gedacht. Was noch besser ist: Genau so entwickelt es sich bzw. hat bereits einen stabilen Punkt in meinem Leben gesetzt. Und das sporadische positive Aufbäumen mittendrin, wenn plötzlich so einfach und schnell wieder alles gut scheint, macht es noch unbegreiflicher.