Ein Resümee? Das würde ich lieber mit Tobias zusammen erstellen. Ich kann nicht richtig reflektieren, wie ich damals dachte. Zu unserem 2. Beginn. Ich weiss nur, dass es auch immer mal den berühmten Kloß zwischen Herz und Bauch gab, bei dem ich fürchtete, es könnte nichts werden. Warum? Ansichtssache. Ansichten über unterschiedliche Lebensauffassungen vielleicht. Für ihn ist es, wie es ist und das reicht. Für mich ist es immer irgendwas anderes, ohne aber klarzukriegen, WAS genau. Das pegelt uns so gut ein. Er holt mich auf realere Böden zurück während ich versuche, ihn aus seinen Bodenstationen zu locken. Aber ich lasse dabei nach, merke ich. Wie geschrieben, sehe ich immer ganz gern, was "andere" scheinbar tun, aktiv sind, Dinge unternehmen, Unbekanntes entdecken. Da in bspw. FaceBook jeder oft nur seine guten Erlebnisse fürs Angeben schildert, bildet sich eine allgemeine Häufigkeit guter Erlebnisse bei den anderen insgesamt. Nunja, das geht mir im Moment auch auf 3sat so, da gibts eine Fotojournalistin, die auf Madagaskar unterwegs ist und sich in das Land einarbeitet und Fotos macht. Allein das finde ich bereits toll. Weil es alles andere als Stillstand ist.
Also kein lonely Solo-Resume. Wir stehen auf soliden Füßen und ich liebe ihn immer noch. Jawohl. Er ist eine vertraute Heimat geworden. Und vor allem muss ich mich weder verstellen noch muss ich angeben oder was Besonderes schaffen. Wie er selbst immer sagt:"Hier bei mir kannst du sein, wie du willst." Und das stimmt. Und wenn es mir gelingt, ihn nochn bisschen aufzurappeln, damit ich meine losen unkonkreten Vorstellungen in die Tat umsetzen kann (und sei es zum Park-watching oder Flusswandern oder Milchkuranstalten oder sonstwas), fänd' ich's schon schön. Tobi ist einfach, aber nicht dumm. Ich bin auch nicht dumm, aber dafür kompliziert ;-) Der war gut.
wer nicht geniesst ...
... ist ungenießbar. Sang schon Konstantin Wecker. Recht hat er. Und ich bemerke dabei, vieles nicht zu geniessen. Sei es ein abendliches oder gar romantisches Essen in der Nähe, sei es ein Ausflug an irgendeinen schönen Ort oder das Herumliegen im Park, dabei zu lesen oder Musik zu hören oder sich, besser noch, zu unterhalten. Fahrrad zu fahren. Spazieren gehen. Vielleicht ja auch Fotos machen. Alles, was Spaß macht. Zu genießen eben. Wir beide sind recht pragmatisch und offensichtlich weniger romantisch. Arbeit - fertig - zuhause - Schluss & Wein. Ich stell es mir immer so schön vor, aber allein kann ich's nicht.
Hab einen schönen Artikel von Sybille Berg im Spiegel gelesen. Die schreibt immer sehr schön. Das ging es um Einsamkeit. Hab's hier mal drangehängt. Es geht um Blicke, hin zu denen, die da draussen offensichtlich was Schönes machen. Ich nicht. Die ihr Leben zu geniessen scheinen. Das hat auch viel mit FaceBook zu tun und den sporadischen oder wiederkehrenden Meldungen, aus deren Summe sich ein ungefähres Bild von anderen formt, die irgendwie immer das machen, was ich schon immer tun wollte. Sieh Gérard beim all den kulinarischen Ausflügen, Leute, die Konzerte besuchen oder dahin gehen, wo was los ist, wo Gemeinsamkeit und damit auch neue Ideen entstehen.
Naja. Ich hänge wie so oft und lange einfach rum und komme nicht aus'm Knick, weil mir wie immer der Antrieb fehlt. Und das ganze gute (und teure) Equipment liegt hier irgendwo ungenutzt rum. Nichts Neues. Keine Meldungen aus dem Konsequenzlager.
spiegel-online-einsamkeit- SibylleBerg
schlechte Reflektion und Fail
Schallplatten rausgeräumt. Weil: neuer Plattenspieler. Seit 8 Wochen. (Wegen der Schallplatte "Traumreise" für meine Eltern. Bisher ausschliesslich dafür) Jetzt abends hinsetzen und die alten Platten bei einem Glas Rotwein geniessen. Fail. Dann wenigstens schwimmen gehen. Och naja. 50 Meter Käfigschwimmen mit Mecker. Fail. Könnte doch mal meine Fotos sichten. Und draus lernen. Oder besser noch: DAS HIER alles und meine Tagebücher in Schriftform mal durchforsten. Warum? Naja, um draus zu lernen? Zu sehen, was mich umtrieb? Wie es mich entwickelt hat? Wir bleiben Fail. Ich gehe ins Bluenote, weil ich weiss, dass dort Leute sind. Auch so Schlaue wie Stef, die nicht aufhören, mir irgendwas sehr ausgiebig zu erklären. Aber was will ich dann da? Leute, Abwechslung, Abstand von irgendwas. Klappt auch. Aber nur bis Bier 3.
Das mit dem fehlenden Antrieb ist nun gänzlich unneu. Gitarre gespielt. Kanns noch. Sogar die Texte. jeskom. (ich schreib's bereits klein) Gemerkt, dass die Schwarzen Fahnen sehr sehr tief ICH sind. Projektion von mir auf damals Kawa. Aus mir heraus. Ich kann schwer reflektieren und nichts so richtig begreifen. Oder klar kriegen. Nur merken, dass alles wie immer ein bisschen doof ist. Aber ich bin viel zu müde, um Erklärungen zu suchen. Das nervt wie seit Jahren. Oh: Jahrzehnten. So viele Möglichkeiten, so viel Zeit.
Ich habs tatsächlich satt. Was denn nun? Alles umkrempeln? Null Alkohol, klar werden, Sport wie verrückt, auswandern oder wenigstens was ganz Neues anfangen ... Das meine ich mit der Überschrift: Schlechte Reflektion. Das hier ist ungestüm zusammengetippt. In meiner ganzen Dumpfheit, die mich ohne besseres Wissen über FaceBook-Einträge oder G7-Gipfel ärgern lässt.
Aber mir ist vielleicht was aufgefallen: Wenn ich mich tatsächlich aufrappeln sollte, um was zu tun (Foto, Musik, Film, Konzert, Menschen, anything): Was, glaube ich, will ich damit erreichen - wäre mein Ziel dabei, ausser dass ich überhaupt irgendwas mache und aus meiner Dröge entkomme? Ich vermute, es läuft noch immer auf Anerkennung hinaus. Was immer ich tue, verlangt intern nach Anerkennung des Ergebnisses. Vielleicht. Kann ich denn auch etwas machen, was einfach nur ICH und für MICH mache? Sogar ohne, dass es irgendjemand weiss? Weil ich es will? Für mich?
Interessant. Juut. Soweit aus einem Montag, der eine Mittsommernacht nahen ahnt und zeitgleich hadert, dass es wieder einfach so vorbei und damit das Jahr irgendwie zu Ende geht. Ui ui ui. (Das hier ist manchmal wie ein Teeny-Tagebuch, nur mittlerweile besser ausgedrückt)
Guck mal hier mdkompakt-jesko20150603. Ich hab über mich selbst geschrieben.
ghostwriting
Naja, nicht gerade "echtes Ghostwriting", aber eine Anfrage von Birgit Ahlert von (Ex-Volksstimme, jetzt bei MD-Kompakt), ob ich in der Listung Magdeburger Musiker einer Magdeburg-Kompakt-Ausgabe vom 03. Juni 2015 nicht vielleicht selbst etwas schreiben wollte. Hab ich getan und beschreibt dabei hübsch meine Oberfläche.
20150603md-kompakt-jeskom
Karriere
(späterer Nachtrag: Stormy Monday Blues; dunstig im Fühlen & Sein, unklar)
Ganz früher saß ich in der Klasse gern allein und am Fenster, die Mappe zum Gang. Meine abgeschlossene Universums-Kanzel. Später in der Lehre dachte ich an ein aufgeräumtes werkstattgeordnetes Leben. Meine erste Tätigkeit in der Welt der Erwachsenen. Später, an den Lasthebemagneten mit Kaliumpermanganat und Asbest auf einem Bein dachte ich das erste Mal darüber nach, ob das genau SO jetzt immer weiter gehen soll. Immerhin waren "Oje", Kraft und Enthusiasmus stark genug für den Blick drüber weg. Die Armee, bestehend aus Befehlen und Willkür und war mir angesichts drohender drei Jahre (es wurden nur 11 Monate) eine unschöne Vorstellung. Dort wollte ich ins Kulturhaus, die Kultur verwalten und welche machen, anstatt mich in Schützengräben imaginären Klassenfeinden auszuliefern, auf die wir ideologisch bereits eingenordet wurden.
Nach der Wende in einer werkstattgeordneten Motorenwickelei des MAWs hinkte ich den anderen Vieren hinterher und musste aus deren Minuten für den Leistungs-Klassenerhalt der Abteilung genährt werden. Und wäre viele lieber wie meine Mutter 200m in einer Poststelle eines Messma in einem Hexenhaus-Büro. Hier dachte ich schon nicht mehr zu sehr, sondern fühlte bereits, was ich nicht wollte. Aber ich war verliebt. In Nico Röhl. Und 20. Und fuhr diese Liebe auf den Bahnhof zum Armeedienst, den ich gerade hinter mir hatte. Was heulend im Ausreißraum die Liebe noch verstärkte wie verschmerzte. Und aus der letzten Endes nichts wurde. Deutschland wurde Weltmeister. Ich trank vom Reporter befohlenen Sekt in ganzer Flasche und erschien erstmals verkatert und nur deshalb bei der Arbeit, um mich sofort abzumelden.
Abi war easy und Studium wunderlich: Ich glaubte an gemeinsames Studentendasein und Wissensrevolution, an Musik und Vision, an Fortschritt und Aufbau und Projektion einer Welt, in die ich mich einzufinden gedachte. Stattdessen wurde es Murks. Scheinbar beliebiges Curriculum mit Diplomprüfungsanforderungen, die mich mehr an meine im Trabi auf mich wartende neue Soundkarte, als an die Verteidigung der guten Note denken ließ. Irgendwas mit 2. Und sowas von egal. Des Diplom-Stempels wegen ausgehalten und offenbar erster Selbstverrat? Oder erster selbst bemerkter?
Nicht unbedingt gut ausgerüstet, aber gut in der Vorstellung darüber, wie man es richtig macht und mit ausreichend Improvisationstalent schlage ich mich durch und mache nebenher öfter solche Gündel-Antennenjobs. Und schon weiß ich sehr genau und wieder: Nein, DAS ist nicht meine Zukunft: Morgens um 7 in schwerst verqualmter Werkstatt Baustellen empfangen, abends 16:30 nach Hause. Tag für Tag. Nein, das geht auch nicht.
Ab 1997 Gröninger Bad, Sozialprojekte. Ja, aber auch nichts Richtiges. Aber was ist richtig? Wie soll es aussehen, das gute Leben? Auf den Nenner, der es mir erklären und recht machen kann, komme ich womöglich nie.
Kulturserver: Geld! Soviel Geld! Und alle Möglichkeiten der Welt. Aber es interessierte keinen, auch die in Hannover nicht. Hänge ich mich rein oder lasse ich es sein - beides hatte keine Konsequenzen. Nun hätte(!) ich ja tun können, was mir vorschwebt. Alle Hindernisse sind aus dem Weg geräumt und es liegt Geld vor meinen Füßen. Aber ich bin wohl nicht einer von denen, die sich selbst was erdenken und zielstrebig verfolgen. Oder ein bisschen zu dumm dafür. Und im Nachhinein traurig deswegen.
Währenddessen mit Bach 2und40 in 2001 gegründet. Lustig. Schach & Rotwein. Bis in den frühen Morgen. Ab und an bisschen was produziert. Aber nichts Richtiges zustande gebracht. Später wurde ich zum Schuldigen erklärt und 2009 war alles vorbei. Fast 40 Jahre alt. Kurz vorher schnell noch meine Musik aktiviert. Und dank Ronald auch realisiert. Bis dahin ist das wirtschaftliche Leben von LKJ und Hörbüchern abhängig. Aber es geht. Gut gespart aus den Zeiten davor.
Jetzt komme ich zum Punkt: Ich bin hier, Puppentheater. Seit 2009. Offensichtlich so sachte jetzt angekommen. Weil ich immer so sehr viel Zeit für alles benötige. Alles, was mir vorher missfiel, scheint hier nicht gegeben: Eigenes Büro, eigene Arbeitszeiten, schnell messbare Erfolge, Kommunikation, Bühne und sogar Geld in bisher vergleichbar, bester Menge ... wann kommt das Aber? Jetzt:
"Abhängig beschäftigt" lautet die Zauberformel. Wahrscheinlich stehen in diesem Blog hinreichend beschriebene Beispiele, nach denen ich eigentlich garnicht mehr hier sein sollte. Bin es aber dennoch. Heute morgen stelle ich mir vor, wie sich das alles entwickelt hat und dass ich offensichtlich nie zu einem Punkt komme, der mich zufrieden stellt. Immer ist irgendwas. Hier sind es der Goodwill anderer, denen ich mich ausgesetzt fühle, aus denen mir eine Form des Druckes und möglicherweise auch der Angst entsteht, Zustände, von denen ich massiv träume. Hab ich alles richtig gemacht? Bin ich daran schuld?
Worauf es hinausläuft: Mein Selbststärkungsmechanismus ist nicht ausreichend programmiert, ich bin nirgends zu 100%; für etwas Eigenes bin ich zu dumm / faul / müde / ängstlich ... für die vollständige Annahme gegebener Bedingungen zu aufmüpfig oder emotional veranlagt. Mich auf jeden Morgen mitsamt s/meinen Ideen und Aufgaben zu freuen und keine, oft implizierte Versagensangst zu spüren - das würde mir besser stehen.
Stattdessen erwische ich mich bei dem Vergleich, dass ich vor 5 Jahren mal nachdenklich befürchtete, meine Ambitionen würden verblassen, meine Kommunikation nachlassen, mein Antrieb und meine Neugier sich immer weiter zurückziehen und ich würde im Strom der Mitschwimmer "fade to grey" --- und dass es jetzt tatsächlich danach aussieht.
Wo soll ich hin. Was wird aus mir? Es ist heute ein bisschen neblig und daher auch nur schwer aufzuschreiben, WAS GENAU denn JETZT in diesem Moment das Beste für mich wäre und warum auch so ein Zustand womöglich auch nicht lange währen würde? Panic Depression.
kleines Ödnum
Ödnis around.
Ich muss mir endlich mehr Zeit nehmen
mir was gönnen und das kennen und dann auch können ...
Ein neuer Song, der keiner ist. Ich sitze hier rum. Pfingstsamstag. ESContest. Ödnis. Bisschen Gitarre gespielt. Naja. Morgen zu Tobi. Und dann? Ich bin ein wenig mutlos. Weil ich keine Idee hab. Wir werden im Garten sitzen. Ich werde lesen. Das ist endlich mal eine Idee. Wenigstens. Ich darf Tobi nicht für meine Ödnis verantwortlich machen. Für ihn ist alles gut. Für mich vergeht die Zeit sehr "irgendwie". Dabei waren wir doch gerade in NYC. Im Januar in Corvara. Im August bald wieder unterwegs. Aber das Leben findet doch permanent statt. "Nach meiner Kenntnis ist das sofort ... unverzüglich."
Aber ich sitze hier rum und denke an Dinge, die ich doch endlich mal tun könne, wenn ich doch so Zeit hab wie gestern Abend und heute den ganzen Tag. Nur fehlt die Lust. Ödnis. Depressive Stimmung nenne ich das. Laut FaceBook machen alle anderen immer irgendwas. Nun, das mag auch nicht helfen. Oder nicht stimmen. Ach, doch, ganz sicher tun die alle was. Aber wer weiss das. Das lässt sich leicht vergleichen; denn in FB was reinschreiben ist schon mehr, als ich tue. Stattdessen machen ich mir Gedanken um meine Gesundheit. Das ist definitiv zuviel Alkohol. Das merke ich sehr genau.
Womit sich der Kreis in den Schwanz beissend, schliesst: Kein Antrieb, abends Alkohol, nächsten Tags noch weniger Antrieb. Austrieb wärs. Meinen Teufel austreiben, der mir diese Lethargie verschafft.
Ich fühle mich oft so frei von Stil, von Anspruch, von eigener Meinung. Und Aussicht mangels Wille. Alles nur vage Vorstellungen, wie es sein könnte. Probier ich davon was, fühle ich mich auch oft nicht wohl. Da ist nichts Konkretes. Wenn's mir gut geht, ist alles plötzlich ureinfach.
Naja.
Wochenendleerung
Wochenende-Ende. Noch Freitag spätnachmittag in voller Sonne im Garten Öden die aufregenden Phasen der ersten Woche nach New York in Bezug auf das PG KiKuTa und die bei mir etwas vernichtend wirkende Intendantenfrage, warum wir das PG am 19.05. machen, (wo doch keine Plakate hängen und nichts in der Stadt auf die erst ab 06. Juli beginnenden Kikuta hinweisen ... was auch nicht geplant war) ... jedenfalls liegestuhldösend etwas sausen lassen könnend. Und die Idee, den Dorschs nach MacPom zu folgen. Aber das Wetter mag nicht so recht. Nundenn, machen wir den NewYork-Film. Cool. Samstag halb 11 aufstehen und bisschen einkaufen und weiter am Film. Abends dann Weinprobe der Pfalzregion (Eltern) und Freude über den Film. Die Weinmenge wurde mehr ... wie so oft. Sonntag dann erst halb 12 aufstehen und den ganzen Tag dröge auf der Couch.
Eigentlich ja gut, aber wie so oft drängelt etwas in mir. Auf Aktion, auf Esprit, auf Reisen, Neues entdecken ... WAS MACHEN. Da liegt der Hund begraben. WAS denn? Mir fällt auch nichts Sinnvolles ein. Tobi hat sein Aquarium und ist damit ausgefüllt. Und ich irgendwie nicht. Und hab immer so'n bisschen Ärger. Denke dann darüber nach, ob Puppentheater für immer meine Arbeit bleiben soll. Abhängig beschäftigt. Und damit abhängig von lots of goodwills anderer. Das rührt bestimmt alles noch von New York. Fragen nach dem Weiter.
Und wenn ich meine gefühlte Leere und Untätigkeit sicherlich unsachlich Tobi erzähle, kommt nur: "Du kannst doch machen, was du willst. Dann mach doch. Du kannst auch zuhause bleiben. Tja, wie es reinschallt ..." Oh, das war doof. Und es bringt auch nicht weiter. Ja sicher, ich sehe mir immer den Vergleich auf FaceBook von Gerard und Marco Kubny zu Rate - das macht ne Menge aus. Ich hatte so ein Gefühl ganz zu Beginn unserer Beziehung schonmal thematisiert. Aber hier nimmt mich tatsächlich keiner mit und inspiriert mich. Ich muss es wirklich selber tun. Und wie ich mich kenne, bin ich ganz schön lahm darin. Lieber lasse ich mich mitnehmen und mir Dinge zeigen. Na klar sind NYC, London, Winterurlaub, Sommerreisen tatsächlich da. Ich meine wohl die Lebensführung insgesamt.
Raus aus der Einzel- / Doppeläuferzelle. Woanders saufen ...
(Bernd Liebl ist vor 11 Tagen zur Arbeit gegangen und ganz konkret und spontan gestorben. R.I.P.)
Leaving New York never easy
N.C.Y. 2015. Ich bin richtig traurig, dass wir seit vorhin aus New York zurück sind. Es war schön dort, sehr schön. Natürlich auch wegen Michael Thomanek, der uns wie beim letzten Mal in 2013, die kleinen feinen Orte hier dort zeigte. Ich war nach drei sehr intensiv-hektischen Arbeitstagen im Puppentheater gerade noch so losgekommen und hatte schon etwas Angst, dass ich nicht loslassen könnte. Angesichts der enormen Entfernung ging es aber auch gar nicht anders: Es musste ja alles erstmal weg sein. Und es ging schnell weg. Sofort war ich in "drin" - in NYC. Wie immer alles voll und laut und viel ... aber ich wurde offensichtlich aufgesaugt dort und das jetzt nachdampfende Schöne liegt wohl in der Vorstellung, es hier vielleicht für eine Weile sein zu lassen und dort ein Jahr zu arbeiten oder so. Das ist gedanklich sehr vage und unkonkret verfasst, aber es fühlt sich so gut an. Liegt wohl auch an der näheren Möglichkeit- vielleicht durch Michael und seine bisherigen 7 Jahre dort; und dass er mir vielleicht ja was vermitteln könnte. Was Neues. Was "ganz weit wegges".
Ich weiss es nicht. Wir sind ja jetzt auch schon seit 28,5 Stunden wach und mein Glas Rotwein setzt mir sofort zu. Ich hab die Stadt von meiner kleinen Sicht aus begriffen, obgleich ich eigentlich nicht viel mehr als ein paar geschichtliche Dinge und das eben Erlebte weiss (auch dank Michael). Aber ich war drin. Dank ihm wurden wir ein wenig vom Touristen zum kleinen Insider. Klingt doof, allerdings ist es das, was ich an solchen Ausflügen so sehr mag.
Wir haben so viel erlebt, ich kann es nicht richtig zusammenfassen. Fazit ist, dass es mir erstaunlich gut dort ging. Mein kleines Highlight war das John Lennon Memorial "Strawberry Fields" im Central Park - auch eigentlich nur ein touristisches Merkmal. Nur konnte ich das voll begreifen und extrem fühlen: wenn so viele Touristen, vielleicht auch nur der Form halber, ihre Millionen Fotos auf dem kleinen Monument schiessen. Und doch traf es genau den Lennon'schen Kern: dass Leute aus allen möglichen Ländern dort stehen (egal welcher Gesinnung oder Absicht) und ein Typ mit einfacher Gitarre Beatles Songs spielt und Leute, die's kennen, singen mit. Was immer das bei den anderen bewirken mochte - für mich war das plötzlich so groß, ich hätte heulen können.
Ohja. Ich sollte erstmal schlafen gehen. Und dabei hoffen, dass meine kleinen Zwischendurch-Ideen aus NYC zünden, wonach ich mein Leben wieder etwas bewusster ankurbeln sollte. Egal in welcher Beziehung, Richtung oder mit welchen Ideen oder Absichten. Alles findet jetzt statt. Nanu, schon wieder John Lennon:
"Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen."
Archivierte Erkenntnisse
Sitze gerade hier und überspiele alte Videos auf den Sony HD Recorder zur Archivierung. Heute ist es Deckbar 1999 im Ex. Weiss nicht, warum ich das mache; vielleicht ist es "für später" mal schön zum Angucken, wie ich früher aussah und gemacht habe. Dabei ertappe ich mich, zu erkennen, wieviel ich damals bedient habe. Man merkt es meinem Gestus auf der Bühne an: Es ist alles gespielt. Deckbar lebt seine Musik, ich bediene sie, in dem ich sie singe. Und "überspiele". Das wirkt nicht echt. UNSICHER ist der treffende Begriff. Komischerweise hat sich das eingebürgert, so dass ich sogar bei meiner eigenen Musik 10 Jahre später so wirke.
Erkenntnis: Ich bin wohl in nichts von dem, was ich tue, wirklich "drin, dabei, in echt vorhanden". Dieser Hauch von "Bedienung" resultiert vielleicht auch von dem BlueNote-Talk mit Ronald, dem Erklärbär; wobei es wie immer mal wieder um die eigene Emanzipation ging, wessenthalben sich Ronald von so vielem gelöst hat, was nicht SEINS zu sein scheint und er damit nur bedient. Lässt sich gut übertragen auf beinahe alles, was mich betrifft. Ich werde sogar etwas müde, freundlich zu sein. Doch halt: Tobias liebe ich in echt. Ungespielt und wahrhaftig. Pah! Da haste!
Naja, okay, weshalb ich das hier schreibe: Mir macht weiterhin ein bisschen Sorgen, dass mein Antrieb so lasch am Boden liegt. Der Materialismus ist tot - ich habe bereits so gut wie alles. Und das mittlerweile sogar in guter Qualität. Und sogar noch viel geld für mögliches Weiteres übrig. Aber ich brenne für nichts. Foto, Film, Musik, Welträume ... alles liegt da so rum und ich guck, wie ich durch die Woche komme und was ich "endlich mal" NACH dem Wochenende anpacke, welches allerdings noch nichtmal angefangen hat (Dienstag!) Hier & Jetzt - wie Gitte sagte, existiert freilich wenig, wenn man keine Ideen und Ambitionen hat.
Plätschert so dahin.
Beerdigung Musik
Oh, das klingt schlimm. Aber ich fang' schonmal an. Am coolsten wäre, wenn ich meine eigene Beerdigung gestalten würde. Mit audiovisuellen Post-Postings. So dass kein Fremder über mich erzählen und bei allen Hinterbliebenen schlimmstenfalls schönfärben muss. Womöglich ist so eine Idee ja auch dafür gut, um meinen jeweiligen Stand der Dinge im denkbaren Falle eines akuten Ablebens aktuell abzulichten.
Nunja, hier erstmal die Musik:
Beth Gibbons & Rustin Man: MYSTERIES
Ane Bruns: LITTLE LIGHTS
Der Neider
Es muss Neid sein. Anders ist es schwer zu erklären, wenn ich mir Doppelseiten im DATEs über die Songtage oder Facebook-Einträge von Leuten ansehe, die etwas "tun". Sei es fotografisch durch die Umgebung ziehen oder Musik machen oder einfach nur spazieren oder zum Fußball gehen. Damit erklärt sich bereits, worauf es hinausläuft: Ich bin so schrecklich inaktiv. Ein bisschen weiter ausgeholt ist das ursächlich vergleichbar mit der Vielzahl von Dingen, die es zu tun gab, gerade im Puppentheater: Da kam mir im November / Dezember alles so wuchtig vor, so angefüllt mit groß empfundenen Aufwand, so dass sich jede Aufgabe wie ein schwerliches "Projekt" anfühlte, nach dessen Erledigung bereits das nächste anstand.
Was haben wir gelernt? Mit dem einfachsten anzufangen und gleich danach mit dem nächsten einfach weiterzumachen, hat sich als sehr erleichternd herausgestellt. Und die Liste der To-Do Dinge wurde damit schon sehr gelockert. Jetzt im Januar / Februar wurde es noch leichter und nun, im März, gibts so viele Leerzeiten, die ich allerdings nicht fülle. Zum Beispiel mit Sachen, die ich schon immer mal tun wollte und jetzt vor allem auch könnte. Stattdessen sitzen wir beide gern etwas rum und trinken Wein und insbesondere ich guck mir im Web die ganzen coolen Ideen und Möglichkeiten an, die ich machen "könnte". Und kaufe sogar ordentlich Equipment ein, dass kurze Zeit später herumliegt. Ich bin ziemlich müde. Und kann mich nicht erinnern, wann der letzte alkoholfreie Abend war.
Das liest sich alles furchtbar logisch, wenn dann der gelbe Neid um die Ecke schleicht und all jene Leute in Abrede stellen möchte, die aktiv sind und das veröffentlichen. Und Kubon war ja immer schon dubios für mich und Battke oder Dudeck machen sowieso nicht sooo schöne Fotos. Und überhaupt: Jean Huthmann hat wohl immer frei und reist mit seinem Kind durch die Welt oder was? ...
Was sollten wir daraus lernen? Hmmm ... ich muss herausfinden, was mich so träge macht. Fast schon lethargisch. Der abendbelanglose Alkohol ist nur der Anwalt meiner inneren Antriebslosigkeit. Die ganzen Projekte wie die Domsagen, endlich richtig gute Fotos machen und die Technik beherrschen, mit der Drohne coole Filme machen, meine Musik weiter vorantreiben, bewusstseinsbeflügelnde Theaterstücke geniessen ... alles die vielen kleinen Dinge, die immer halbherzige Begleiter sein werden, die es zu keiner wirklichen Profession bringen? Das wissen wir bereits: Ich bin überall dabei und kann von vielem jeweils mehr als manch anderer. Und das macht ja auch beliebt. Aber mittlerweile fehlts auch an den kleinen Antrieben; vielleicht, weil ich mir der steten Belanglosigkeit dessen bewusst werde. Get real.
Aber mir gehts gut. Immerhin. Besonders mit Tobias. Ich muss jetzt nur mal bisschen die Handbremse lösen und dem Leben da draussen etwas mehr abgewinnen. Und nicht so neidisch sein, sondern selbst was machen. Das muss ich dann auch nicht vergleichen. Aloa.
Falk Werner
Hab mich heute nach Zwiebel und der KiKuTa-Song Idee wieder mit Falk Werner getroffen. Im Blue Note. Der, mit dem ich damals bei Körner und TechniSat Hörbücher gemacht habe. Der, der mir Ende letzten Jahres den Sprecherjob für seinen Beitrag "Kaffeekultur in El Salvador" fürs Deutschlandradio gegeben hat. (01.02.2015 LINK) Der, der in der Welt herumreist, vornehmlich Costa Rica und all solchen lateinamerikanischen Gegenden. Dabei Individual-Reisen anbietet (LINK) und Radio- / Reiseberichte macht. Und offensichtlich lebt, was er mag, was er fühlt, was er will.
Ich hab im Gespräch mit ihm meine eigenen kleinen Unzulänglichkeiten gespürt, ohne dass er sie absichtlich heraufbeschworen hätte. Es gingt um "doing by heart" - also das Leben und was er zumindest mit seinem so anstellt. Es ist genau das, was ich im Inneren spüre, ohne es ausdrücken zu können, gerade wenn ich solchen aus meiner Sicht gescheiten Menschen zuhöre. Gescheit deswegen, weil ich merke, dass hier einer sein Leben einfach lebt, dabei blickig genug ist, um zu sehen, WIE er etwas angeht. Und was vielleicht danach kommen könnte. Das Besondere daran: Es geht nicht um Geld. Schön issses schon, aber nicht der Beweggrund, Dinge zu tun, die er im Grunde nicht mag. Jedenfalls nicht auf Dauer.
Olroid, ich kannwill mich nicht mit ihm vergleichen- er ist 'natural', er ist offensichtlich frei. Und auch er hat seine Überlegungen, wie es wohin weitergehen könnte. Währenddessen allerdings macht er es so, wie er es sich vorstellt. Womöglich: Wonach ihm ist. Und ich glaube, er stellt seine Überlegungen wirklich freiheitlich an. Wie sagte er ungefähr?: "Denen das Herz verkümmert, schrumpft das 'da oben' analog mit". Vielleicht gilt das (insbesondere für mich) aus andersrum.
Warum ich darüber so entzückt bin? Vielleicht, weil er sich tatsächlich selbst zu leben scheint. Auch wenn nicht immer alles glory ist. Aber er TUT ES. Und während ich das aus ihm so heraushöre, bemerke ich, dass ich ein echter Hobbyzweifler bin. Egal welche Situation meines Daseins - fast immer interpretiere ich meine Lage als etwas misslich und 'irgendwie' unbefriedigend.
So, hier gibts erstmal keine Deutung, Erklärung oder Pointe. Aber ich stelle fest, dass ich Menschen bewundere und mag, die so wie sympatische Falk Werners ihr Ding machen; die trotz aller Ungewissheiten über jedwelche Zukunft genau das tun, was ihnen im Augenblick ihres Daseins und Fühlens richtig erscheint. Und da hakts bei mir. Nunja: Amateur-Hobbyzweifler - das trifft es wohl gut für mich.
Befund
Es ist davon auszugehen, dass der Patient seine angeborene Missbildung am Selbstwertkomplex Zeit seines Leben zu kompensieren suchte und die Fähigkeiten, die ihm die meiste Anerkennung für seine Person einbrachten und damit seinem gefühlten Selbstwert zuarbeiteten, im ausreichenden Maße für diesen Zweck zu erkennen, erlernen und einzusetzen. Hier hat der Patient eine positive Hilfestellung , dass einige dieser Fähigkeiten auf einer gewissen anerworbenen oder angeborenen Gabe beruhen, die es ihm leichter machten diese Kompensation aufrecht zu erhalten. Klartextlich reden wir hier über die Gebiete Schauspiel, Charme, soziales Verständnis und musikalische, rhetorische Fähigkeiten.
Sein Verständnis und die Ausprägung für logische Zusammenhänge im sozialen Umfeld / gesellschaftlichen Leben entwickelten sich aus einer labilen Wechselwirkung zwischen Logik (Verstand, Objektivität) und Gefühl (seelisches Empfinden, Subjektivität). Dadurch kam es häufig zu Fehleinschätzungen / Interpretationen der ihn umgebenden Realitäten.
Hier setzt(e) nun aufgrund von Unverständnis eine Uminterpretation von jeweiligen Situationen ein, die ihn im bis dahn noch realen Gefüge von Zusammenhängen in eine Art neuen, für ihn erklärbaren und halbwegs harmonischen Zustand versetzte. Halbwegs nur deshalb, weil ein nicht unbedeutender Teil seines Verstandes ihn deutlich darauf hinzuweisen versucht(e), dass dieser Zustand, diese Situation offensichtlich nicht ganz real ist.
Diese Zustände und seine darin gefühlte Hilflosigkeit führen zur Manifestation derselben und hindern ihn oft an objektiven Einschätzungen seiner Lebenswelt. Die Aufrechterhaltung und Fortführung dieses Zustandes über Jahre führen nachweislich zu Verhaltensweisen, die diese o.g. Kompensationen zu kompensieren versuchen und damit in eine gewisse Resignation und Lethargie münden. Auswirkungen sind bspw. zuviel Alkohol (keine Drogen) und daraus resultierende Antriebslosigkeit, Unwillen - trotz des Wissens und Verlangens um die Verbesserung seines Zustandes.
Selbst zwischenzeitliche sebst auferlegte Besserungen dahingehend führen zu wenig Fortschritt, weil er sich offensichtlich nicht zu helfen weiss und seine Traumwelt, Wunschzustände und seine Vorstellung von "gutem Leben" in sich immer größere Entfernungen zu bewegen scheinen. Gerade hierbei ist eine deutliche Zunahme von depressiven Stimmungen zu verzeichnen, da insbesondere sein Blick auf die immer weiter wachsende, für ihn scheinbar vergeudete Lebenszeit als weitere negative Bilanz im Wege für eine positive Sicht auf die Zukunft steht.
Dr. Dr. can't you see I'm burning, burning Döring
das dumpfe Krachen
Ich denke, es ist fürs Erste am besten, wenn ich wieder arbeiten gehe. So dumpf und planlos kenne ich mich, was es nicht besser macht. Stattdessen die alte Dilemmatei: nachm Training im Allee-Center schlendern und Kids wie Jugendlichen oder Leuten, die zumindest so aussehen, beim Leben zusehen und um sie zu beneiden. Wegen all den Dingen und Möglichkeiten, die vor ihnen liegen. An dieser Stelle muss ich logisch sinnentleert abbrechen.
Sattdessen toben draussen Stürme, ich sitze drinnen auf der Couch, Tob aquariert wieder und ich weiss nichtmal, welche Webseite ich als nächstes aufrufen könnte. Ich bin dermaßen dumpf und ideenlos und voll von zuviel abendlichem Wein, dass es nur die Lösung des krachenden Zwanges- nämlich den der Arbeit geben kann. Was aufs große Ganze projiziert ziemlich untröstlich ist. Wenn es doch wenigstens eine Aussicht gäbe, die mir sagt: "Geh nach Nikaragua und lerne Busfahren" oder irgendsoetwas, ich würd's tun. Denn in der hochtragenden Bedeutung genau diesen labilen Zustandes jetzt und hier scheint's, als wäre alles soweit in Bodennähe gebracht, dass ein Ausflug in ein neues Leben gerade recht käme und niemandem schade.
Schade.
Ideen & Ergebnisse = 1:0
Aus meinen Ideen-Reisen und den daraus entstehenden Nichtsen hier mal ein paar unsortierte Stützpunkte der Dinge, die ich mir so so prima ausgemalt, aber nie weiter oder richtig verfolgt habe:
Leben geniessen mit Reisen, Menschen kennenlernen, Horizonte erweitern, Zeit haben und ausfüllen
Selbstsicher wissen, was und wohin ich will, wie bspw.:
Hörbücher produzieren und verkaufen
Fotos besser + richtig machen und aufwerten können
Musik machen und Konzerte geben
(Radio-) Moderator sein, meinen Charme und meine Stimme einsetzen
anhand dieser Punkte mein Leben entsprechend gestalten
Im Grunde also auch die Dinge, die auf 2und40.com beschrieben sind. Vorbereitet ist von Ausstattungseite alles prima. Geld habe ich auch genug. Vor allem im Vergleich zu früher ist von materieller Seite alles so much besser geworden. Teures Zeug, was jetzt rumliegt. Naja, der Eintrag hier ist etwas konfus verfasst und verschlechtert nur meine Laune, die im Moment eh' etwas melancholisch und getrübt ist.
Aber ich muss es doch mal wenigstens anreissen, um es ein bisschen heller zu machen im Chaos. Vielleicht ein Anfang, um ein bisschen was zu klären. Nochmal: naja!
zu müde, um höflich zu sein
So sachte verstehe ich, was Klaus Hoffmann damit gemeint haben könnte: Der Botschafter der guten Laune hält nicht auf Dauer durch und dann wird es selbst ihm zuviel. Corvara in Südtirol ist seit eben vorbei, der Junge hat sehr am Aquarium zu tun und ich nach den Nudeln Gelegenheit, kurz was aufzuschreiben.
Wie bereits festgestellt, ist es nicht möglich, ausser Sichtweite und momentaner Stimmung von mir zu berichten. Zudem tummeln sich Millionen gleichzeitige Gedanken in meinem Kopf, die allesamt kein oder kein gutes Ende nehmen. Oder wenigstens zu Ende gedacht werden. Too much Input bzw. Output. Angefüllt mit viertelherzigen Angelegenheiten, die in sich selbst versacken. Am Skilift hab ich mich häufig gefragt, warum mich die drängelnden Leute und manche Situationen so nerven. Enormer Kleinscheiss zuweilen. Und ich musste an Kubon denken, wie er seine vermutlich genau solche schlechte Laune offen zur Schau stellte, während ich die Wendung ins Positive beherrschte. Aber ich fühle mich müde genug, um nicht höflich sein zu müssen. Womöglich nervt es mein Gedankenmanagement, immer so viel verarbeiten zu müssen, ohne jemals die Früchte seiner Arbeit spüren zu können.
Burn out oder was? Depression? Ich stelle mir immer noch meine weisse viktorianische Villa zwischen Meer und Wald vor, in der ich mindestens drei Wochen von freundlichen Menschen aufgebaut werde. Kleines Zimmer, Balkon. Beruhigt, geordnet und eingenordet und mit sportlichen Anforderungen dazu im Meer, am Strand, durch den Wald, übers Land ausgepowert aufs Neue auf die Basis zurückgebracht zu werden. Um es aufs Neue zu beginnen. Klarer. Motivierter.
Corvara erschien mir sehr lang. Nunja, vom 30.12. bis eben ist nicht gerade kurz. Und wir haben sogar noch um einen Tag gekürzt. Und es lagen Silvester, Neujahr um 10 aufm schneeweissen Berg, ein abendliches Großfeuerwerk und mehrere Erkältungsschwierigkeiten von uns beiden darin. Die zweite Hälfte waren wir genesen und in mehrfacher Sicht auf dem Weg nach oben. Besonders war es schon, als auf der "Hütten mit Hund" am Neujahrstag die ganze Welt dort oben so friedlich und hell war und aus den Lautsprechern "Heast as net, wia die Zeit vergeht" ertönte. Das war ganz groß und so besonderer Moment, an dem ich mich trotzdem nicht zu heulen wagte. Das war ein bisschen so wie bei the Great Malarkey in Toender. Wo in einem kurzen Moment mein ganzes kleines Universum plötzlich auf einen Punkt kam, um zu sehen, wieviele von uns noch da sind. Und nachher ist alles sehr besonders.
Nun geht es also wieder zurück in die Welt der Arbeit, der Musik? den Domsagen? der viktorianischen Villa? dem schönen Leben? mit mir und meinem Chaos und zeitweisen Unglück, alles nicht zusammen und begreifen zu können. Wohin, wohin? Vorbei, vorbei ...
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
Rainer Maria Rilke, 8.1.1898, Berlin-Wilmersdorf
ad absurdum
"Warum nur stelle ich mir soviele Fragen?"
Corvara. Südtirol. Silvester.
Kurz: Meine Augen und Ohren werden schlechter, das Haar dünner und ich denke über zuviele und zu kleinscheissige Dinge nach, die allesamt von meiner jeweiligen Stimmung bewertet werden, insofern ich ob der üppig springenden Gedankenfluten überhaupt in der Lage bin. Von Objektivität keine Spur. Ansonsten gehts mir und uns gut. Erstmals ein Silvester ganz woanders und in Ruhe. Etwas sehr kränklich gewesen wir beide. Seit heute alles gut und ich wollte nur schnell sagen, dass ich so gut wie nichts bewerten oder aufschreiben kann, wenn das Leben in mir so mit mir herumspringt.
Silvester 14/15 Corvara
(Nachtrag am 29.12.2015 um 00:11, andere Stimmung, andere Zeit)
Wie ich so in meinen Annalen wühle, fällt mir auf, dass ich einen wesentlichen Beitrag vergessen habe: Silvester 2014/15. Da standen wir beide doof erkältet auf dem Balkon mit Blick in's Tal von Corvara, hörten von weitem der Silvester-Abfahrt bei Col Alto zu, sahen uns das Feuerwerk über dem Dorf an und hatten die BOSE-Box dabei, mittels der wir den Wiener Walzer "An der schönen blauen Donau" laut hörten. Das war einer dieser unplanbaren wunderbaren Momente, bei denen ich mich sehr glücklich fühlte. Und am nächsten Tag waren wir neujahrlich auf der Piste. Dazu gibts auch einen Beitrag. Allerdings in etwas anderer Verfassung. Ich wollte das hier nur nochmal nachtragen, weil es wirklich gut war. Das hier ist der Auszug daraus:
Besonders war es schon, als auf der „Hütten mit Hund“ am Neujahrstag die ganze Welt dort oben so friedlich und hell war und aus den Lautsprechern „Heast as net, wia die Zeit vergeht“ ertönte. Das war ganz groß und so besonderer Moment, an dem ich mich trotzdem nicht zu heulen wagte.
too much input
... dies nur mal als Anmerkung: Ausser, dass ich erkältet bin und das auch etwas dauert, aber nicht so schlimm ist und ausser dass ich gelegentlich nicht weiss, was nun gut und was schlecht für mich und andere ist; ausser dass ich einfach nicht erhohlend ausschlafe und was sonst noch alles in meinem Kopf und meiner Seele vor sich geht; ausser allem also: Ich krieg' es einfach nicht zu fassen. Ich kann es nicht ausdrücken, nicht sammeln, zusammenfassen; geschweige denn zu einer Art Fazit bringen. Meine Semantik sieht ALLES vor, der verkehrsregelnde Polizist steht entweder unter Drogen, Alkohol oder dem Verdacht, ein Versager zu sein. Dieser Zustand gilt immer dann, wenn ich mich nicht selbsgesichert zwischen den Welten fühle, die ich niemals begreifen kann.
Derweil freue ich mich nebenbei, seit 5 Tagen erkältungstechnisch freiwillig rauch- und alkoholfrei zu sein. Was es nicht besser macht, aber genau da gehts ja schon wieder los. Mein Tob wird morgen 40. Und JESKOM macht seine finale Mugge in dieser Formation. Übermorgen ist die längstdunkelste Nacht des Jahres, die Atombombe ist noch nicht gefallen und wir haben offensichtlich noch keinen Krieg. Also pflege ich derweil meinen.
20+25 Jahre
20 Jahre Osten. Für mich. 25 Jahre Westen. Für alle. Die Medien sind voll davon. Eben wieder: Jan Joseph Liefers: Soundtrack meiner Kindheit. Schön gemacht. Und währenddessen denke ich darüber nach, ob wir früher wacher waren, mehr Ideen hatten, andere Träume und Wünsche. Ziele. Oder gar Hoffnungen? Ich kann's für mich nicht richtig ausmachen. Der Westen stand wahrscheinlich nur im materiellen Sinne für mich zur Debatte. Ich kannte auch die Musik der Ost-Bands garnicht so gut. Oder Theaterstücke. Ich schrieb Lieder, die harmlose Texte hatten; bisschen Umwelt- und Liebesthematik und Stories vom Fahrschein- oder Gefängnisblues.
Worauf ich hinaus will, weiss ich garnicht so genau. Es fühlt sich nur so an, das meine Sinne vielleicht deswegen schärfer waren, weil es immer wieder neue Ideen und Situationen gab. Im heranwachsen. Im Werden. Dazu dann die Wende. Alles neu, alles anders. Ich muss nur drüber nachdenken, weil es komischerweise immer noch eine kleine lethargische Wehmut nach "damals" gibt. Ohne sagen zu können, was genau es ist.
Der Vergleich ist leicht, wenn ich hier alternd tatenlos auf Couchn rumsitze und die Zeit vergehen lasse. Was mich wurmt. Weil nichts passiert. Kann ja auch nicht, wenn ich es und mich nicht selbst aktiviere. Dann wirds schnell ungemütlich auf den weichen Kissen. Alles ist ungefährlich und möglich. Allein diese Gewissheit lähmt möglicherweise. Ich MUSS nichts tun. Und ich muss auch nichts tun, um nichts zu erreichen. Nichtmal denken und fühlen, um herauszufinden, was ich denn erreichen möchte. Liefers' Traum war, mit einer eigenen Band auf der Bühne zu stehen. Was er jetzt, nach 25 Jahren Ost und 25 West geschafft hat. Na endlich wieder was Trauriges. Für mich.
Lost in Paradise
Das ist sprichwörtlich tatsächlich richtig: Das Paradies mit seinen Verheissungen und Möglichkeiten offenarmt sich um mich herum, während ich so lange wie möglich schlafe, so viel wie möglich trinke und so wenig wie unternehme. Ein Langweilerkreis, aus dessen Mitte ich unformuliert begehrend hinausgiere. Mal wieder kein Antrieb; nur vage Gedanken an mögliche Unternehmungen. Die ganze teure Fototasche liegt trotz des buntwarmgoldenen Herbstes irgendwo ungenutzt herum, immens viel Fachbücher über professionelle Fotografie greifen nicht in meinen Verstand ein; stattdessen kaufe ich ein GoPro4 und einen Kopter mit allem Schnickschnack. Materialschlachten gegen Unfähigkeit. Gegen Untätigkeit. Woher kommt das denn? Jeder kleine Schritt strengt an, scheint so aufwändig, dass ich gern kapituliere, noch ehe der erste Schritt überhaupt getan oder wenigstens der ganze Gedanke zu Ende gedacht ist.
Ach herrjeh.
und dann ...
... und dann wird es vielleicht früher order irgendwann soweit sein. Der passende Zeitpunkt der Reue. Stelle ich mir vor, genau JETZT einen Herz- oder anderen Fehler mit Hinweis auf wenige Restwochen diagnostiziert zu bekommen, wäre ich tatsächlich ein bisschen sauer auf mich. Und dabei waren wir es doch, die genau über solche Leute gelästert haben, die mit ihrem Leben umgehen, als wäre eine Unsterblichkeit überhaupt kein Problem. Bis es plötzlich dann doch soweit ist und die große Panik macht sich breit.
Das fällt mir auch nur ein , weil Mama mit ihrem entfernten Krebs im Marienstift liegt. Und da- in diesem kleinen Moment, drängelt sich die Vorstellung durch die Zuschauer und präsentiert einen neuen Zustand. Vielleicht stirbt ja einer von beiden Eltern. Oh, ganz sicher tun sie das. Ich werde das sicher auch. Da ich aber nicht weiss, warum ich lebe, muss ich um den Tod auch nicht wissen?
Und genau DA setzt es an: "In meinem Kopf geh'n hin und her die Zeilen ... " und machen mich ob all dieser zusätzlichen Nebengedanken wahnsinnig. Konjunktive, nicht zu Ende gedachte Vorstellungen oder Wünsche oder Ideen; Hadern mit dem Zählen von geschwommen Bahnen oder Wiederholungen bei Krafttrainingsgeräten wegen Normitäten; Infragestellen überhaupt einer Möglichkeit, am Ende einer Lebenszeit von mir behaupten zu können "Ach, das war schön. So, nun gehe ich aber."
Mal wieder nichts Neues im Jesko
Depresse
Das ist wirklich eine Depression oder sowas. Ständig alte Bilder und Musiken vor Augohren, Assoziationen mit den Zeiten, jung, in denen noch alles möglich sein hätte sollen. Aber auch nur nicht können. Der Rest besteht aus Zählungen und vagen Schätzungn über Hälften von Leben, verbleibenden Restzeiten oder Vergleichen von anderen Altern. So wie Resttage von Urlaub, der mit heutigem Tag übrigens 1 beträgt. Das ist keine Angst vorm Einstieg in eine erneute spielzeitliche Puppenatmosphäre, das ist eher die Angst, mein Leben zu vergeuden. Ohne aber zu wissen, was denn besser für mich ist. Ich stelle mir vor, ich hätte jetzt noch 4 Wochen Urlaub und könnte alles machen, was ich will. Die Leier kennen wir: Es gibt nichts Willbares.
Dabei kann ich tatsächlich alles machen, was ich will. Auch verklärte Ideale von freundlichfreien Dänen hochhalten, die es allemal besser haben als ich, weil ihre Mentalität und Einstellung zum Leben so aufgeklärt scheinen.
Ich verblöde. Was irgendeinen schwerwiegenden Mangel zur Ursache hat. Einen, der mich phlegmatisch (?), apatisch ... Ideen- und tatenlos, unkonzentriert nach Worten ringen lässt, um wenigstens einen guten Satz hinzubekommen. Was früher mal automatisch ging. Und dann bewerte ich die Situationen im Nachgang ebenso schwer subjektiv verklärt und passend zurechtgelegt, dass sie dann zu meiner festen Überzeugung werden können. Der Antrieb. Ja. Wo ist er? Ich pflücke keine Blumen, ich singe auch nicht mit anderen Menschen Lieder, ich wage keinen nächtlichen Waldspaziergang, ich steige auf keine Berge. Ich habe weder Mut noch Treibstoff und werde zu einer herren- oder willenlosen Bake im taumelnden Meer der Ereignisse um mich herum. Auf die ich reagieren und damit sehr viel Zeit verbringen muss. So bleibt kein Rest für mich, während der gefräßige Lindwurm des Verdrusses sich müht, in meiner Seele die Lichter auszupusten.
Beste Zeit für gute Lieder. Bis dahin. Und gerne wieder.
Sommerschlussverkauf 2014
War das letztes Jahr auch so? Ich fühle mich an, als wäre es eine unglaubliche Hürde, übermorgen wieder ins PT zu müssen. Es gibt sicher nicht viele Anhaltspunkte dafür; ausser die blöde Webgeschichte, mit der ich auch schon missmutig in den Urlaub gestartet bin und die mich jetzt wieder einholt. Und dann gibt's FB dazu, der mir wahrscheinlich nichts getan hat, vor dem es mir aber graut. Dazu die tausenden verwirrten Träume der letzten unruhigen Nacht und heutige leere Traurigsein, das große Vorhaben des Alkoholabbaus, weil ich mich schon seit vor dem Sommer keines alkoholfreien Abends erinnern kann. Und do viele Gedanken, die bereits während der ersten Ganges absaufen, noch ehe sie in Fahrt kommen. Die prallen gegen Wände und komen nicht weiter. Was aber genau ich jetzt gerne haben / sein / machen möchte, kann ich nicht erklären.
Da ist es wohl besser, trunksuchtfrei wieder ins Arbeitsgeschehen einzutauchen. Wegen den Perspektiven. Robin Williams hat sich am 11.08. mit 63 Jahren umgebracht. Oh Captain, mein Captain. Depression. Ich bin beängstigt ob so einer langen Quälerei, bis das Quäntchen gewissheit ausreicht, um den letzten Schritt zu wagen oder sich brüllend-spontan einfach von den Klippen zu stürzen, weil es sich offensichtlich nicht zum unbekannten Guten wendet. Um noch während des letzten Fluges ungewisse Skrupel zu pflegen.
So gehts mir heute. Ich warte erneut ab.
das puppentheatralische Gewissen ...
... plagt mich mal wieder ein klein wenig. Weil es komisch ist. Wie so oft: Am Samstag war Spielzeit-Ende-"Party", aber ich blieb lieber mit Tob im Garten sitzen, statt bis halb 11 das Ende von OSCAR abzuwarten, um dann dorthingehen zu können. Sonntag Abend hätte ich es beinahe nachgeholt, aber auch hier erlag ich mir selbst lieber zuhause. Natürlich kommt die FB Mail am Montag, wo ich denn an beiden "Terminen" gewesen wäre und ich hätte doch so schöne Bilder für die Chronik machen können. Was er mir nur schreibt, um zu beweisen, dass er auch ohne "Dienste" so gut wie immer da ist und ich meine Wahrnehmung differenzierter halten solle. Er bleibt einfach ein mittelgroßes Miststück. Ob er was dafür kann- es also absichtlich tut oder ob er einfach nur so ist und man ihn halt entsprechend nehmen muss, geht mir sachte am Arsch vorbei. "Es" nervt, egal aus welchem Grund.
Dann war wohl Kempchen auch noch da an dem Abend und Mahatma meint, es wäre ganz gut gewesen. Und da sitze ich nun und weiss nicht, was ich von solchen Situationen und mir darin oder ausserhalb davon halten soll. Matze war auf Hochzeitsreise, Pohl auch nicht da und die Technik hätte das lieber am Sonntag gemacht.
Sowas entfernt mich vom Theater. Letztes Jahr stand ich auch blöd gelangweilt rum und bin dann einfach gegangen. Wie ich's machen ... Tobi meint: "Es ist Wochenende und du bist nicht eingesetzt. Es ist keine Pflichtveranstaltung." Da hat er Recht. Aber ich kriegs oft nicht erklärt, warum ich mich wie jetzt so lasch fühle. Weil ich lieber hochprozentigen Torero Rotwein aus Spanien trinke, der mir nichtmal schmeckt und sehr benommen macht? Genau, deswegen zum Beispiel. Das generiert so autmatische Schreckens-Szenarien, wonach ich mein Leben lieber anders, besser, [...] gestalten sollte. Ohne genau zu wissen, was ich damit meine.
---------- Nachtrag ----------
aus einer Mail vom 04.08. um 18:00 Uhr von Kempchen (wegen der neuen WebSite, die unter den gegebenen Bedingungen nicht realisierbar war - siehe Mail)
Schade, dass Du am Wochende nicht die Chance genutzt hast, auch im Interesse einer guten Team - Bildung, die ja immer wieder gefordert wird, am Abschlussabend der Spielzeit anwesend zu sein. wir hätten einiges persönlich besprechen und auch klären können - ich hatte mich extra auf die Socken - "Krücken" - gemacht.
Ich weiss nicht weiter ... und entschwinde in eine Spielzeitpause, die mehr Fragen als Ideen macht. Wollen die mich nicht mehr? Ist das Mobbing? Bin ich zu doof? Begreife ich das nicht?
mein sexuschwules Ich
(verlegt vom 19.07.) Mein bereits im Kindheitsalter merkwürdig entwickeltes Sexualverhalten hat sich heute (19.07.) damit geäussert, dass ich während des Dienstes (Hofspektakel OSCAR) in meinem Büro saß und mich ob der Hitze (schon klar) immer weiter entkleidete, bis ich nackt über den Flur im alten Dachboden landete und mir in beinahe exorbitanten Vorstellungen einen runterholte. Und sowas passiert nicht nur dort. Jetzt trägt der alte Dachfussboden mein in diesem Fall weitvielreichendes Sperma. Wahrscheinlich für immer. Ging ganz gut.
Ich denke immer noch an: mein merkwürdiges Verhalten in Krippe oder Kindergarten, wonach ein Jesko nur mit Badehose zum Massenduschen geht (weil Mama sagte, dass ein Schwimmer immer Badehosen trägt), an den Kindergarten Helmstedter Straße, wo ich, statt Mittagsschlaf zu halten, andern Kindern in deren Betten die Hose runterzog, um anschliessend von der Erzieherin vor allen Kindern die Hose heruntergezogen zu bekommen, um ein Exempel zu stauieren, dass man sowas nicht macht; Kienwerder- wo ich als junges Kind meine Badehose im Busch versteckte und ein Stück des Weges durch den Wald hoffentlich (?) unentdeckt und unerhört nackig lief, (was für ein Kind diesen Alters absolut normal gewesen wäre), an den Hort-Nachmittag in der Helene-Weigel-Obrschule, bei dem ich erst kindspielend unter der Schulbank über Ulrike Ballhausens nackten Hintern strich und mich dann in der Toilette nackt auszog um anschliessend nackt durch die leeren Flure zu laufen.
weiter: an mein letztes Ferienlager (mit 12 Jahren in Potsdam Eiche-Golm) mit den ersten aufbegehrenden Sehnsüchten mit kleinen, sich vergleichenden Pimmeln, an den FKK Ostsse-Urlaub Ückeritz im Bastei Wohnwagen mit heimlichen Inka-Zigaretten und nackten Sessions im Wald.
weiter an Otschi beim Dannigkow-Zelten(ca. 15-16 Jahre alt) mit Corinna Ließ und Anja Olschewski, bei dem wir beide nachts nach einer kleinen open-air-session vor viel Publikum (und Verwarnungen seitens der Zeltplatzleitung wegen zuvieler leerer Flaschen nächstentags) nackt baden gingen und ich mich in seinen Körper und wahrscheinlich auch in ihn verliebt hatte- vor allem, als wir halbnackt Ich mit Halbsteifem) zum Zelt zurückkehrten (dazu kommt die Klassenfahrt nach Stolberg, als wir Kopf an Kopf unten in Doppelstockbetten lagen und ich zu ihm rüberkam und wir uns umarmten und streichelten, bis ich es zu weit trieb und mich nackt über ihn legte: das war für ihn zuviel); an Thomas Wahnschap nachm PA-Unterricht und weiteren Situationen in meinem "Kinderzimmer" mit Nuttenspielen; und dazu weitere Leute aus meiner Klasse (Age of 15-16),
Und dann war da Nico Röhl beim Kabarett (age 13) und später mein Club der toten Dichter Kabarett (age 20). >>> Buckau Kutzstraße, in die ich einziehen wollte und ihn eines Morgens zur Armee fuhr und so heulen musste, weil er doch nun weg war. Anschliessend räumte ich seine Wohnung auf und fand ein selbstgemachtes Kunstledersuspensorium, was mir freudigst Mut und Hoffnung machte und ich es auffordernd an die Schranktür hängte.
in der Lehre im Marco Bock, Thomas Sohr (über den ich sogar ein voller Liebe ein Lied schrieb und den ich danach mehrmals in Leipzig besuchte und der auch mich auch einmal in der Picasso-Straße besuchte), danach den Typen von der Uni, den Typen im Bus Neustädter See, der mich beinahe gefickt hätte; den beiden Typen am Gebüsch desselben Sees, Matze Karbe, Carsten Groneberg als immerhin offener schwul gelebt asl bisher; und denke über irgendwelche Situationen auf imaginären Puppentheater-Seminaren in Kölner Hotels oder Hamam-Massagen in Wolfsburg oder im Forsthaus zu Zapel [...] nach und baue mit die schönsten Phantasien, die mein Verstand aber immer wieder verwirft, weil er weiss, dass nach dem Sex das eigentlich Wesentliche fehlt. Frank Bernhardt kann das wahrscheinlich sehr gut abgrenzen.
Habe Fotos aus 2010 auf meiner Nordtour im schicken T3 gefunden, wobei ich im verlassenen Abenteuerzug Malchow anzügliche Fotos von mir machte. Direkt beim Besehen fällt mir auf, dass ich mich selbstgeil auf mich fixiert fühle, wahrscheinlich, weil mein Ebenbild ja genau so denkt und fühlt und solche genussvollen Eskapaden machen würde wie ich. Ich sollte mich klonen und es mit mir selbst treiben.
Ich seh's gerade im TV: "Somewehre over the Rainbow" auf arte. Freddy Mercury hatte sein ComingOut erst 2 Tage vor seinen Tod (das war jetzt live!) Ja, und nun? Naja, aber ich habs mal aufgeschrieben. Vielleicht als Einblick in mein recht frühes sexuelles Erwachen. Mal sehen, was aus mir noch so wird. Aber ich bin auch schon 44, ja? Meine Träumereien und amourösen Vorstellungen könnten wie "zu spät" wirken- sowas machen Leute im Alter von 25.
Universum in Schwierigkeiten
Palästina und Israel bomben, die Russen wollen wieder Macht, den Afrianern ist alles egal und rauben, was sie können, nunja, und die Sperrstunde in Sachsen-Anhalt soll von 5 auf 1 Uhr verlegt werden, hilflose FaceBooker faseln Petitionen. Nanu. Das ist alles soviel von dem, was ich nicht begreife. Wahrscheinlich ist mein Intellekt für einige ode viele Sachen nicht ausgelegt und meine Vorstellung von Leben und Welt, von freundlichem Miteinander und Liebe hat sich schon immer als mein Problem dargestellt. Angst vor der Gesellschaft
Und ich passe mich an. Wie ich eben bemerke. Deshalb schreibe ich das hier. Ich passe mich immer mehr an und bediene dazu sogar die üblichen Klischees aufgrund meines Unwohlseins. Weil ich nicht anders weiss. Na klar, und ohne eigene Meinung und Idee und Leidenschaft kann ja auch nichts entstehen, was mich vielleicht autarker oder zumindest selbstbestimmter / selbstsicherer machen könnte. Was meinen Kreis schliesst, dass ich in so einer Welt nur einen Mikrokosmos aufbauen kann, in welchem für den Moment alles gut ist.
Mozart war wohl auch ziemlich abhängig von Lob bzw. Zuspruch, "wurde der ihm- wenn auch nur im Spaß- verweht, brach das aufgeschlossene, freudige Kind in Tränen aus" (Mozart4Friends). Wo ich doch auch so talentiert bin. In echt jetzt: Mein Publikum und einige andere Leute haben mir das bisher immer bestätigt
Ich hab einfach zuviele (versucht zu erklärend bewertende) Gedanken und meistens alle auf einmal, die allerdings über eine Halbwertzeit (das Wort hab ich lange nicht begriffen) von nur Sekunden verfügen. Zu knapp, um das in Worte zu fassen, aufzuschreiben oder gar zu begreifen.
and now for something completely different : (verlegt in Beitrag 23.07.2014) >>>
Was man tut und wo man steht
... wie man's wendet, wie man's dreht: Man muss schon ganz tief drinstecken. In der Materie. Oder eben im Schlamassel. Beispiel Puppentheater: Das ist eine Einstellungsfrage. Bernhardt arbeitet ausschliesslich fürs PT. Ich denke auch nicht, dass er wirklich viele und wirkliche Freunde ausserhalb (wie innerhalb) des Theaters hat. Er lebt sich und "sein" Theater. Bei Mahatma ist das anders, aber auch er ist so gut wie immer im PT.
Wie ich darauf komme? Ganz einfach: Wenn ich mich nach Hause wünsche und garnicht schnell genug hinkommen kann, nur um eigentlich ins NICHTS zu kommen und ich mich frage, worauf ich Lust hätte oder was ich jetzt tun möge ... und mir fällt rein garnichts ein ... dann ist das enorm bedenkenswert. Gibt es also nichts ausserhalb der Arbeit? Wegen Erschöpfung? Sinnentleerung? Früher war ich probierfreudiger. Hier & da. Jetzt Couch & Simpsons. Zum tausendsten Mal. Der Rest besteht zu gegebener Stunde aus Wein, um nächsten Tags mit lauem Gefühl und einer Überzeugung, es jetzt aber doch endlich mal anzupacken, erneut zu scheitern. Um es genau so wieder zu tun. Der Jahresurlaub wird es dann erholsamst richten.
Wird er nicht!
Erleuchtung Teil ∞
Zu flüchtig, die Ideen über das, was mir immer spontan Erleuchtung bringt, zu flüchtig, um es wie jetzt, aufzuschreiben. Diesmal hats geklappt. Aber mit einer wahrscheinlich garnichtmal so großen Einsicht: Es ist die nach der realistischen Einschätzung, der Wahrnehmung der Situation und meiner (Aus-)Wertung. Da wird schnell mal was weggeblendet oder nicht zu Ende gedacht. Und vor allem ist das absolut nicht neu, sondern war schon immer so. Als Kind, Jugendlicher ... und bis heute hat sich das manifestiert, obwohl immer ein kleines nagendes Gefühl hinter dem Wust von Deutungen sagt: "Es stimmt zwar, aber eben nicht ganz!".
Meine Sprunghaftigkeit ist enorm. Wobei wir wieder beim Insel-Hopping sind: Alle möglichen Stationen zur Entwicklung einer eventuellen Leidenschaft (soviele Konjunktive) verlasse ich oft sehr schnell wieder und verlasse mich dabei auf den Goodwill und die Freundlichkeit der Leute, mittels derer das aktuelle Konstrukt bestimmt ganz gut durchgebracht wird. Negative Beurteilungen danach bemühen sich meiner grandiosen Fähigkeit der Ausblendung. Wer weiss, was ich schon für Demütigungen und Angriffe völlig unbemerkt und unbesorgt überstanden habe, wohingegen meine persönlichen Vor- und damit gern Unterstellungen in diversen Situationen von anderen als eher weniger "wichtig" deklariert und verarbeitet werden. Was mich manchmal glauben lässt, dass dies hier nicht meine Welt ist.
Nunja. ich bin ein zuviel Alkohol trinkender Schlumich, der sich einfach nicht der Realität hingeben will und Zeit seines Lebens dazu bestimmt ist, immer ein bisschen unzufrieden zu sein.
Wars das jetzt? Kann ich doch auf den Punkt gebracht, dieses Biuch hier schliessen? Freundschaft!
Tobias
Es werden jetzt drei Jahre mit uns. Am 14. Juli. In meiner aktuellen Stimmung, die ich denke, mit meinem Tibia-Riss am 06.01. und der langen Auszeit danach beginnen lassen zu möchten, gesellen sich auch solche Gedanken, die ich hier nicht aufzählen möchte / kann, aber von Jochen Diestelmeyers Song "Lass uns Liebe sein" entstellend zweckentfremde:
In der Luft da lag ein Bersten
Hoffnungen ins Nichts gespannt
Dunkle Schatten auf den Herzen
Und die Nacht war lang
...
Auf dem Sprung im Großen Ganzen
Freude ist für jeden schön
Ich will (wieder) mit dir tanzen und dich lachen sehn
Ich hör den Himmel singen und hab genug vom Traurigsein
...
und dann speziell an mich:
Und manchmal wird das Herz so schwer
Zwischen weiten Nächten
Und die Tage wüst und leer
Ziehen an Dir vorüber
Und Du siehst das Ende nahen
Fehler, die sich rächten
Und Deine Lebenslügen 'waren'Dann musst Du wissen was Du willst Für Dein Leben Deine Liebe Für Dich selbst
Festival
Die Festivalzeit ist immer ein bisschen besonders. Ich bin gefühlt diesmal auch etwas mehr dabei, bleibe aber dennoch derjenige, der seine Vorarbeit tut und dann eigentlich garnicht mehr da sein müsste. Fotos und Rezensionen bei den Vorstellungen gibt es nicht und ich guck mir halt die Inszenierungen an. Wahrscheinlich ist das auch ganz gut so, aber heute bin ich irgendwie so'n bisschen raus aus der Materie Puppentheater. Als Ort, als Arbeitsort, als Zukunftsvorstellung. Auch wenn meine Arbeit gut zu sein scheint, wie mir bestätigt wird, hänge ich mir jeden Abend kurz vor 12 noch eine Flasche Wein um.
Das hat jedoch bestimmt mit meiner allgemeinen Stimmung zu tun, dass ich nichts so richtig auf meinem Plan des Lebens habe. Solange ich so labil dahinschlendere, bin ich für alle (wenn auch nur gedachten) Angriffspunkte zu haben, scheine nicht so sehr viel Sinn zu verspüren und freue mich auf nichts weiter ausser vielleicht einen Urlaub, über den ich mich womöglich auch nicht freue. Und die Annahme, dass ich mich im PT nicht so involviert fühle, bringt mich zur uralten neuerlichen Erkenntnis, dass man wahrscheinlich so wie ein Frank Bernhardt sein Leben voll und ganz auf eine Sache ausgerichten muss, um es ganz und gar zu leben.
Meine Inselsteinchen halten mich immer noch und wieder, was wohl mit meinen instinktiven Vor- und Voraussichten zu tun hat, die größere Risiken gekonnt vermeiden; aber so hüpfe ich alles geradeso ab und umher, ohne richtiges Festland zu betreten, vor dem ich sicherlich auch wieder nur Angst hätte. Neville Tranter inszeniert sein "Mathilde"- eine grauenvolle Vorstellung eines 102. Geburtstages in einem ebenso grauenvollen Altersheim und mir schwant Schlimmes in Bezug auf die Zukunft. Immer wieder unwohl und unzufrieden fühlen, bis es endlich so endet.
Was passiert denn eigentlich, wenn ich kein Inselsteinchen mehr finde für den nächsten Hüpfer? Im Moment sieht es nämlich sehr danach aus und meine Visionen für ein schönes Leben bestehen aus langsamen dunkeldick-belanglosen Kurven, die sich so dahinschlängeln. Wie dieses mein Leben. Im Hier & Jetzt leben scheint ebenso schwierig wie in meiner durchaus endlichen Zukunft. Müde.
der gelbe Typ
Erstmals einen weisen Entschluss gefasst, um dem inaktiven Dilemma zu entfliehen: Nach gnadenloser Hitze und Hof-CLP Fotosession im PT bis 18:30 verschwitzt nach Hause, Fotozeugs verstaut, Badesachen gegriffen und den Versuch zum Barleber unternommen. Alles noch da, alles so wie immer. Gefiel mir gut. Und auf dem Jasminweg hab ich mir noch eingebleut, es langsam anzugehen, ersmal nur die Hälfte zu schwimmen und so. Ergebnis war, ich hab die volle Distanz geschafft. Weil der MemoryFlashback recht fix war und mir nach 500 Metern zeigte, wie und dass es noch noch geht.
Auf dem Nachhauseweg am BlueNote vobei, Stef sitzen sehen; ja! Schnitte geschmiert und auf dem Weg dahin gegessen. Irgendwann Jabo, Käse, Stefan bei ihrem Dienstagstreffen begleitet, den Matze Karbe von damals wiedergesehen; vorher den Lars Frohmüller kaum erkannt.
Warum schreibe ich das hier? Um Anlauf zu nehmen: Thorben hat heute in der Uni im Fach Psychoanalytik (?) per Vortrag eine 1,3 geschafft. Nunja. Es geht um Persönlichkeitsprofile. Und was jetzt kommt, erinnert leicht und schnell an Horoskope oder Glückskekse. Als ich ihn danach fragte, erklärte er es mir und sagte spontan: "Du bist ein gelber Typ. Jemand, der schnell, freundlich und aufgeschlossen auf Leute zugeht und fixe Ideen im Kopf hat um Projekte draus zu machen. Nur mit der Umsetzung im Detail hapert es dann sehr."
Verblüfft. Aber 'naja, das sind Standards', denke ich mir. Werden es wohl auch sein, denn ein Bier später fügt er hinzu: "Du warst früher nicht so; als Kind warst du eher darauf bedacht, Anerkennung und Lob von anderen zu erhalten und wolltest es dir sogar erlämpfen." Kawumm, natürlich; wenn solche persönlichkeitsmessenden Standards entwickelt werden, passt das natürlich inklusive Vorgeschichte und Nachfolgen. Vielleicht verlaufen solche Lebensgeschichten wie die meine immer recht gleichartig. (siehe Marge Simpsons bei ihrem durch die Schwestern provozierten Versuch, im SpeedDating Männer kennenzulernen. Dort wurden auch duetliche Typen dargestellt. [der Typ, bei dem sie sagt: 'ich glaube, der ist schwul', passt da recht gut])
Dennoch fand ich es bemerkenswert, wie Charaktere so kategorisiert und wahrscheinlich recht einheitlich beschrieben werden können. Der gelbe Typ also. Zum Schluss meinte Thorben noch: "Wenn man Kritik an dir üben will, so muss man das bei dir eher freundlich, locker und witzig gestalten, dann springst du auch drauf an." Wenn ich das kurz überfliegend mit meinen Erinnerungen (insbesondere PT) vergleiche, passt es perfekt. Tiefer kann ich da jetzt nicht reindenken, deshalb schreibe ich es schnell auf. Vielleicht für später oder für irgendwas. Zur Bestätigung oder zum Staunen oder Vergessen.
Ich bin ein gelber Typ. Und: ich war schwimmen mit dem Ziel, das weiterzuführen und mich wieder fit zu machen. Das alte Lied: Einen kleinen Schritt selbst getan und schon leuchtet es ein bisschen in mir. Mal sehen, wie es weitergeht (und in pessimistisch-weiser Voraussicht: und wann, wenn es klappen sollte, der Weg wieder abwärts führt)
Grausepeter Miesegrant
So ein schönes Wort. Ausgedacht in großer Wärme auf einem Liegestuhl am Pfingstmontag, während die ganze Welt gerade sehr schlecht ist. Ja, es gab viel Wein gestern. Und dazu Annett Schramm. Die wiederum will jetzt schon wieder vorbeikommen. Zum Baden. Ich weiss, hier kann keiner was dafür, warum in mir ein langer dunkler Flur sich baut. Ich muss es wie immer allein lösen. Aber Was? Und anschliessend Wie? Ich glaube, ich hatte mal festgestellt, dass die ersten beiden Dinge, die eine wesentliche Grundlage jedwelchen Anfanges bilden, der Alkoholentzug und Einsatz meiner Hörgeräte sind. Ja. Und dann? Was passiert dann? Es wird sich besser anfühlen, lebensbejahender, aussichtsreicher. Und dieser Zustand wird vielleicht 2-3 Tage anhalten. Dann vergewissert sich meine Seele nach dem eigentlichen Stand der Dinge und wirft ihre metaphorischen Fragen auf den Tisch. Das führt zu Beantwortungslosigkeit und Rückfall ins Delirium. Wofür aufstehen? Wofür kämpfen? Wogegen? Und wo?
Ich bin Grausepeter Miesegrant und werde es ab heute dennoch erneut versuchen. Damit ich wenigstens schwimmen gehen, Kiesertraining und all solch Zeug machen kan. DAS ist ein Ziel, denn mein Bauch ist zu dick. Du meine Güte.
und draußen lachen die Leute ...
Ich bin durch. Gehe in die Küche und räume alles weg. Und höre durch die Balkontür Menschen auf anderen Balkonen lachen. Ich bin so besoffen wie traurig, hole mir den Restwein zurück und werde ihn austrinken. Und morgen wieder im Dumpf. Ohne Aussicht.
Tanze, Gerda, tanze - tanz' die ganze Nacht.
Schwere Starre
Ich kann es nichtmal zusammenfassend be- und aufschreiben. Schieb es seit Tagen vor mir her. Seit den Tagen, an denen der Alkohol wieder an vorderster abendlicher Position steht. Eine anfangs vernünftige Position, aber es gelingt der rechtzeitige Absprung nicht und der nächste Tag birgt HangOver mit bekannten Denk- und Fühlfolgen. Aber nur bis zu jener Abendstunde, in der alles wieder von vorn losgeht. Was ist passiert?
Einige Versuche der Verbegrifflichung: Starre, Lethargie, Tatenlosigkeit, Ideenlosigkeit, Aussichtslosigkeit, Traurigkeit, Gefühl von Gefahr wegen Unfähigkeit der Klärung / Lösung.
Und deswegen muss ich, wenn auch lose, hier drauflosschreiben, was ich schon seit mind. 3 Wochen vorhab. Was wiederum von der schleichenden Lähmung zeugt.
Vielleicht hat es angefangen oder sich manifestiert, als ich seit 07. Januar mit linkem Tibia Beinkaputt bei Tobi wohnte und mir dabei dachte, jetzt so viele Dinge angehen zu können, für die ich nie Zeit hatte. Grafik, Foto, Retusche, Gitarre, Songs machen, Domsagen, die anderen Sagen gewinnbringend verticken ... also alles Dinge, die immer vor sich hinschlummerten. Passiert ist so gut wie garnichts; später holte ich mir von anderen die genugtuende Bestätigung, dass es normal sei, dass wenn der Körper ausgeschaltet ist, der Geist sich dem anschliesst. Das wollte ich aber nicht gelten lassen. Fakt ist also, es wurde alles immer weniger und nichts geschah. In diesen Zusammenhang interpretiere ich meine Verbindung zu Tobi, von dem ich mir damals auf Dänemarks teuerstem Campingplatz per Brief an meinen bis dahin unbekannten Freund vorstellte, dass ich ihn nicht "mitnehmen" muss, dass er ebenso wie ich ein wenig durchgedreht fürs Pferdestehlen zu haben sei und dass wir beide uns gegenseitig inspirieren und motivieren, neue Welten entdecken - eben LEBEN. Diese meine Interpretation zielt auf die bisherigen 3 Jahre mit Tobi, die frisch verliebt besonders für mich und meine Ankunft in diesem Teil meiner Realität sehr schön waren, jetzt allerdings resümierend und mit Blick auf die Zukunft ein wenig den Schluss zulassen wollen, dass nach der neuen Zeit der frischgroßen Liebe und des damit verbundenen Glücks die Basis, die eigentlichen Lebensmotive nicht so leicht greifen, wie ich es mir dachte. Das ist kompliziert ausgedrückt und meint: Tobi ist so sehr Vieles egal. Im Falle von viel Geld und damit nicht mehr arbeiten würde er den ganen Tag im Garten sitzen und NICHTS tun. Sagt er. Ui. Aquarium saubermachen, Beete machen und Rumsitzen ist okay, alles andere würde er allerdings auch mitmachen. Aber da kommt dann nicht mehr so viel von ihm. Ich galube, Hamburg war seine letzte und sehr coole Aktion. Nun wird eher abgewogen, ob sich bspw. eine Fahrt für die Kürze der Zeit an die Ostsee lohnt. Er sagt auch, dass ich mich beschäftigen müsse, dass er nicht mein Leben und meine Ideen gestalten kann. Wahrscheinlich bin ich jetzt sehr ungerecht, weil von mir ja genausowenig kommt. Wir haben uns eingesch(l)ossen in den kleinen Garten Öden. Für Tobi ist das okay, brennt in mir immer eine vage Vorstellung von Erfüllung, von Aktion, von Kennen- und Dazulernen, anderen Menschen, Leben, Freunden, Emotionen ... und komme nicht weiter. Und die Mädchenabende sind tatsächlich nur ein manchmal sehr langweiliges Treffen von Leuten, die das alles früher mal schön und cool fanden. Weil sie gemeinsam unterwegs waren - ob im Urlaub auf Mallorca oder auf Konzerten (...) Aber es passiert dahingehend nichts mehr und dann gibts auch nicht mehr so viele wirkliche Erlebnisse zu bewundern. Dazu kommt Annett, die ich mag, aber auch furchtbar anstrengend finde.
Und dann kommen die Rückschlüsse auf unsere Sommertour 2012 (Wien, Kroatien), von der ich hoffentlich fehlinterpretiere, dass wir bis auf den jeweils neuen Campingplatz und dem genügend "Wein für den Abend kaufen" auch nichts weiter wollten als den Strand.
Ich weiss es nicht und es ist schwer, das hier aufzuschreiben. Ich denke auch oft an Sex mit anderen- jetzt wo doch meine Homosexualität vollständig geklärt und im Übrigen überhaupt nichts Besonderes mehr ist. Aber an den Neustädter See mit Fremdem ... das ist ziemlich räudig. Der Rest sind Gayvideos bis sich Lust und Imagination im Handtuch beenden. Die Vorstellung von einer kleinen wilden Romanze am Seminarwochenende in Köln oder so ... Naja. Das lebt sich alles so weg und meine Motivation ist momentan in fast jederlei Hinsicht dahin. Der Rest ist Verausgabung am Puppentheater und dann kommt nichts mehr.
Und ich habe bereits alles, was ich mir immer schonmal kaufen wollte. Remember: Das "Schaffen von Voraussetzungen für die großen Taten". Fürs Professionalisieren und möglicherweise sogar Entwickeln einer Leidenschaft. Meine Nikon-Fregatte liest sich hochprofessionell. Aber die Fotos sind es noch immer nicht.
Was mache ich denn nun? Weiterschreiben bis sich mir irgendwas erklärt? Das dürfte nichts werden. Manchmal erscheint so ein gutes Gefühl, dass für den Moment alles gut, bzw. eher 'sicher' ist und wir genau ab hier loslegen können mit dem schönen Leben. Es ist alles da. Aber wir legen nicht los und es geht vorbei. Bin ich denn so grundnegativ aufgestellt, dass ich mir nichts zutraue, glaube, dass ich ein bisschen zu doof bin? Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens. Und an diesem wiege ich bereits 84 Kg. Diese Entwicklung insgesamt ist doof. Genau.
Sollte ich so aufgestellt sein, dass ich aus meinen Fähigkeiten immer nur EINMAL was (ein Projekt) versuche: (hörbücher, reisen, jeskom, liebe, 2und40, foto, gitarre, grafik, illustrierte hörbücher, der 'richtige' job, sprecher, leute kennenlernen, sport ...) dann denke ich trotz der hier wirklich wenig aufgezählten (na?) Ideen, dass ich immer nur mal versuche und es dann sein lasse. Und irgendwann sind die Ideen erschöpft. Was bleibt dann?
"Wer nicht geniesst, ist ungeniessbar" - (Konstantin Wecker) das möchte ich Tobias zuschreiben. (t.b.c.) >>>
Sammelunterkunft
Was mir merkwürdig vor kommt. Weil das soviel ist, was ich einzeln verpackt, in viele gute Worte bekomme, es aber kein sinnhaftes Konstrukt ergibt.
Materialistische Ausrichtung: Beim Tod der Oma hab ich das Radio. Bei dem der Eltern das Haus. Das wird schön!
"Berechnen" von Halbwertzeiten, hier: Wann die Hälfte des Lebens rum ist, 20 Jahre Ost, 20 West, was nun? Oder vergleichen mit dem Alter anderer, auch Prominenter, in der Hoffnung, ein Argument entstünde, dass ich wofür auch immer ja noch Zeit hab
beim Hang zum Materialismus vor allem der Diebstahl. In der 1. KLasse bereits; noch bis vor Kurzem war das Stehlen eines Blockes Kopierpapier sehr erfüllend. Hier kann es aber nicht ums Glänzen vor anderen gehen. So ein Block kostet aber auch nur 3 Euro. Hä? Oder die 6-Euro-Batterien für die Nikon-Fernbedienung. Ist es Sparsamkeit? Immerhin nimmt das aber langsam ab.
Pluralismus? Grenzfühler? Gehts mir schlecht, ist es richtig schlecht; ein fetter HangOver nächsten Tags birgt schwere Verzweiflung bis hin zur Todeslust. Allerdings kann die Umkehrung auch ganz plötzlich inklusive Motivation entstehen.
These
Wenn wenige bis keine Leidenschaften existieren, muss die dennoch vorhandene Energie schliesslich irgendwohin. Zum Beispiel sich aufregen über schlechte Autofahrer, dumme Falschparker, unsymphatische Moderatoren oder egal welche andere Situationen. Die Energie entspringt ausserdem einer seichten Mitte des Flusses der eigenen begrenzten geistigen Möglichkeiten.
kurz
Ich bin besoffen. Lösch' das. Is' aber enorm wahr. So siehts aus. Hab mir was vorgenommen für morgen. Hätte, wäre, könnte. Habs vergeigt.
Das Ende des Materialismus
Sehr wahrscheinlich liegt es daran, dass ich zur Zeit (oder wie vielleicht schon immer) so wenige plausible Ideen habe, aus denen etwas Richtiges entsteht, dass ich für mich als etwas sehe, worin / womit ich mich profiliere ... jedenfalls spüre ich das Ende eines Materialismus. Das meint: ich benötige nichts mehr. Ich sehe mir bei Thomann oder Amazon oder Ebay Sachen an, die ich allesamt irgendwie nicht will. Weil die Frage nach dem "wozu" dicht im Raum steht. Ja klar, noch ein Super Objektiv für die Kamera mit 1.500 EUR, oder eine Martin Gitarre oder Recording Technik, ich kann mir auch ein Rennrad kaufen, das dann im Keller steht ... nichts von all dem würde mich tatsächlich weiter bringen mit guten Ideen. Das sind bisher immer nur die beinahe nutzlosen Vorbereitungen für etwas gewesen, was ich "dann mal machen" kann, wenn ich erst alle materiellen Voraussetzungen dafür habe. Und damals hatte ich auch weniger Geld, also war das umso schwieriger. #ironie
Ich habe wohl gelernt, dass aus all dem nie richtig etwas entstanden ist. Okay, ich hab ja auch mehr Geld jetzt und, sagen wir mal: die um Längen bessere Kameratechnik als bisher freut mich schon sehr. Aber auch erst dann, wenn ich damit was Schönes zuwege bringe, das mir und anderen gefällt. Was mich wieder auf den Punkt meiner Leidenschaften bringt. Es wird vermutlich keine genaue Richtung geben; ich kann Musik machen und mir was Kompositorisches ausdenken, aber es nie richtig spielen oder bspw. produzieren. Ich kann wunderschöne Fotos für einige Momente machen, aber die volle Einsicht in Technik und Ästhethik bleibt aussen vor. Mein Bus steht vollständig funktionstüchtig für die weiten Reisen durch die Welt und die ganzen Abenteuer bereit ... um damit vielleicht mal eine Couch transportieren zu können und immer mein Fahhrad ... darin parken zu können.
Nun, ich merke schon, mehr will mir dazu im Moment nicht einfallen, ausser eben dieser ganz guten Tatsache, dass es nichts mehr zu kaufen gibt, bis es einen wirklichen Grund dafür gibt. Also gehen wir eben gut essen und ich kaufe Blumen für zuhause. Da steckt momentan viel mehr Wert drin. Bis ich mich vielleicht ja doch noch mit mir arrangiere und mich auf meinen Kompromiss einlasse, mit dem ich mich einverstanden erkläre und der mir dennoch die Aussicht auf Erweiterung meiner begriffenen Möglichkeiten bietet.
Im Jesko nichts Neues. Siehe meine zu aktualisierende Zusammenfassung >>>Momomomeeent: Ich liebe! Ich liebe Tobias! Also Vorsicht mit allzu negativen Äusserungen über mein Leben, in dem sich nichts verändert / verbessert haben soll! (Ausrufezeichen)
panic depression
Von Anfang an? Nee, das ist zu schwer. Doch, los: Jahreswechsel. Feuerwache. geil. Tanzen bis um Fümf. Mit Jana, Dorschi, Netti und so. Anschliessend Tobias und ich nach Österreich (Mayrhofen) am 02.01. nachts um zwei. Wegen erstmals Skifahren für Tobi. Große Freude in mir drin, wie sich das alles entwickelte. Als er dann so erstmals aufm Babylift und einen Tag später aufm Berg stand und mit dem Trainer los fuhr, die Sonne schien, wie ihm das Spaß machte und ich dabei stand und sowas wie Glück empfand. Gerührt bis ganz tief unten. Zum Merken: ICH wars, der so zutiefst enorm für einen Menschen empfand und nicht weiter über Glück nachdachte, sondern es spürte. Nichts weiter.
Naja, Muskeln und Konzentration lassen bei permanentem Einsatz nach und am 06. auf der vorletzten Abfahrt des letzten Tages über rot gabs den unglaublich kleinen Stur. Den mit der großen Wirkung, wessenthalben ich jetzt hier in Reform sitze und noch bis 17.02. krankgeschrieben bin. Nochmal eine Glücksetappe (warum hier immer Glück genannt wird, weiss ich nicht, aber es ist etwas Besonderes:) Mit dickem Knie noch am Dienstag Abend zu Heide - schon da habe ich mich gefreut, dass es unkompliziert un schnell ging. Bruch Schienbein oben = Tibia. 60 ml Blut rausgesaugt, etwas besser. Nächsten Tag bei MRT angerufen und Termine Ende Februar gesagt bekommen. Alles Mist. Und Tobi hat inzwischen in der Uni was bewirkt. 20 Minuten später war ich da und ran und sofort unterm MRT und beim Facharzt "Massel" der Unfallchirurgie. Da war sie wieder: die Freude, die irgendwieanders als die über Schokolade oder so ist. Sondern Freude darüber, das sich um mich gekümmert wird, dass ich nicht allein bin. Gerade, wenns ein bisschen an den Kragen geht. Das macht mich immer ganz schön anrührig und ich will der ganzen Welt Gutes tun und Danke sagen.
Nun ist es bereits der 05. Februar, ich wohne seit 1,5 Monaten quasi durchgängig hier, fühle mich auch wohl beim und mipm Tobi. Genau, jetzt kommt das ABER: ich bin enorm LEER. Ja. Leer. Und ich kanns nicht beschreiben. Einen ähnlichen Zustand hatte ich im Sommerurlaub: 4 ganze Wochen Freiheit vor mir und nicht einen Schritt gegangen. Ja gut, Dreetzsee und Toender hab ich mir rausgequält. Aber ansonsten mit all den Optionen der Möglichkeiten im Nichts versunken. und genau so ist es jetzt auch wieder. Als man mir in der Uniklinik sagte, dass die TibiaShow (links) auf jeden Fall 6 Wochen andauern würde, fiel mir rein rechnerisch auf, dass das sogar 1/2 mal mehr als ein Sommerurlaub lang ist. Und nun? Das Ergebnis ist das Selbe. Klar, ich kann nicht groß in der Welt rumreisen, ich kann nicht im Mittelmeer schwimmen und all so'n Zeugs. Aber selbst wenn ich könnte, ich WÜRDE es nicht tun. Sogar Gitte hat mich eingeladen, mit ihr und Jens in Thisted zu Ende zu heilen. Nichts! Es passiert nichts bei und mit mir. Runtergebrochen auf das Hier und Jetzt ist es aber auch nicht besser darstellbar: Domsagen. Und? Mom sagt dauernd, ich solle die Zeit jetzt endlich nutzen. Was mache ich? Einen entschuldigenden Schritt nach vorn und ordere domsagen.de. Super! Gewissen beruhigt und alles bleibt wie es ist. Ich habe ernsthafte Absichten, meine Krankheitsdauer per Heide um unbezahlte Tage zu verlängern. Mir egal, ich habe keinen Bezug zu irgendeiner Arbeit, allerdings auch keine Vorstellung zur entspannenden Nutzung dieser meiner Zeit.
Seit gestern wirds noch ein bisschen oller. Ich stehe auf, sogar die Sonne scheint, die neuen Fischlein im neuen Aquarium sind wohlauf ... alles eigentlich prima. Aber ich bin dumpf im Kopf. Kann nichtmal entscheiden, was zu Champignos und Putenschnitzel passt und stehe wie bekloppt im Laden. Wenn ich meine Haare nicht jeden Tag wasche, sehe ich aus wie der letzte Penner. Natürliche Schönheit kommt von innen. Ich werde richtig traurig. Klare Depression. Sehe eine dicke Omi im Aldi, über die ich ansonsten vielleicht heimlich gelästert hätte. Heute nicht, heute hat sie mich enorm gerührt, weil ich an meine Omi dachte. Damals. Und dass man einen Menschen lieb hat, unabhängig von äusseren Eigenschaften. Dann ein Typ im Netto, der nölt, dass irgendwas der selbe Scheiss ist, während er seine Bierflaschen in den Beutel packt. Und ich? Ich hab "ein zärtliches Gefühl", auch wenn dieser Typ wahrscheinlich am Arsch ist und dumpfbackennull durch ein nutzloses Leben kriecht. Analogien sind das wohl, wenn man sich Projektionen baut, also sich abbildend vergleicht. Das ist alles Humbug ohne Aussicht, ich habe manchmal so ein Gefühl, dass ein riesen Teil der Menschen damit zu tun hat, nicht dauernd kotzen zu müssen über ein Leben, das sich in deren Köpfen zwar nur vage, aber dennoch ganz anders abbildet. Und ohne jede Spur von Ideen, handfesten Plänen und damit Möglichkeiten. Heute ist, was morgen war!
Ich kann es weiterhin nicht beschreiben, ich habe keinen Plan, keinen Willen, keine Idee ... aber tausend Inspirationen, die alle zu schnell für mich sind und nur meine Unfähigkeit kumulieren. Später wird daraus ein Kassenbon, der mir deutlich macht, in welchem Billigsegment ich gelebt hab. Und jetzt, wo ich das alles aufschreibe, gehts gerade wieder ein bisschen besser, weil ich das alles so gut in Worte fassen konnt, was mir angesichts meines Zustandes gestern und heute ausserodentlich gefällt. Es musste mal raus. Dieser Beitrag handelte von Glück, Liebe und Dankbarkeit. Und zersetzt sich selbst mit Zweifeln und trüben Aussichten. Ich warte noch ein bisschen und mach meinen Song weiter. Immerhin. Wenns nur Warten wäre, wärs weniger witzig. (jetzt wird er wieder lustig)
Ende 2013
Am Ende eines Jahres angekommen, überlege ich, was zu tun sei. Dass 44. neue Jahr. Vierundvierzig! Immerhin bin ich so weit gekommen. Eine Summe gibts weiterhin nicht. Eine Summe, die Auskunft geben könnte über mein Leben mitsamt allen Um- und Zuständen und deren Aus- und Bewertungen. Bauerfeind hatte mal einen Rapper namens Maxim interviewt, der da meinte, es gäbe kein permanent glückliches Leben. "Zufrieden" könne man sein bzw. es versuchen zu sein und immer mal wieder auf glückliche Momente kommen; aber dauerhaft glücklich sein zu wollen, hält er für beinahe gefährlichen Unsinn.
Da machts leichter, wenn es um solche Definitionen geht, hinter denen ich herjage, um es zu erklären. Wegwerfen möchte ich mein Leben immer wieder mal nur dann, wenn der zweckfreie Massenalkohol sein Werk an und wegen mir verrichtet hat. Und die Hangover werden in der Tat schlimmer. Wenn Glücksdefinitionen nicht gelten, wenn ich o.g. Summe nicht addiert bekomme, weil ich mir gute wie schlechte Situationen offensichtlich nicht merke, um sie einschätzen zu können und wenn eben jender Alkohol immer wieder zum Begriff eines enormen Unwohlseins führt und ganz klar ist, dass jener Wein nur Mittel zum Nicht-Zweck ist, dann stellt sich mir weiterhin die Frage, woran es insgesamt liegt. An einem Lebensmodell, das ich mir nicht erklären oder herstellen kann?
Entscheidungen, eigene Einschätzungen, Selbstbewusstsein ... so viele abertausende Situationen die so flüchtig sind, machen die Jahre kürzer. Erst recht die kommenden. Also: was bleibt? Was soll werden? Kawa ist tot. Bedenkenswert. Ich glaube, er hatte Spaß an dem was er tat und wir waren uns in Vielem gleich.
Viel von Jim Rakete gelesen und gesehen. Und wieder festgestellt, dass es cool ist, einen eigenen Weg zu gestalten, der mich auf stabile Füße stellt und Herausforderungen zur Tagesordnung macht. Allerdings solche, die ich im Einvernehmen mit mir selbst angehe. Mit der ganzen Motivation von aussen wie von innen. Was offensichtlich bei mir einander bedingt. Und es ist nicht das WAS, sondern das WIE. In jeder Hinsicht. Wenn Tobias bspw. mich wegen einer Unordentlichkeit oder eines Versäumnisses schimpft und dabei grinst, ist das perfekt. Und wirkt. Und so schön!
Nunja, eine Summe gibts weiterhin nicht, ich schreib immer mal irgendwas hier auf und merke dabei, das ganze große Ding namens Leben wahrscheinlich doch nicht in einer Walnuss unterzukriegen und bin jetzt mal gespannt, wie gespannt ich aufs kommende Leben bin. Adios 2013.
Die ganze Zeit der Zehnsucht ...
... war offensichtlich falsch eingestellt. Alle Einträge sind wohl eine Stunde zu früh datiert gewesen. Habs bemerkt. Korrigiert. Weil die Zeit des Tom Kawa auch zu früh abgelaufen ist.
Thomas "Tom" Alexander Kawa
... starb heute früh in irgendeinem Krankenhaus nach einem offensichtlich schweren Unfall, nachdem 2 Tage lang um sein Leben gerungen wurde. Dorschi rief mich heute vormittag an; er hatte es gerade von Maria Steuer erfahren, die es wiederum von der (Ex-?Kawa-) Frau, die nicht lachen kann, als erste erfahren hatte.
Schwer. Pictures Within. Mehr geht hier nicht. Bedrückt.
Nachtrag:
Man rang wohl nicht um sein Leben, es war sein Bein, das amputiert werden sollte. Man wollte warten, bis er sich für die OP stabilisiert hat. Und da kam ihm die Trombose mit der Lungenembolie in die Quere. Ex hatte ihn noch besucht im Krankenhaus. Und hat seitdem noch eine Flache Sekt im Kühlschrank, die er mit Kawa und Dieterloo bei ihren sporadischen Treffen kurz vorher nicht geschafft hat.
von to do und too late
Tage wie dieser, wo viel zu tun ist, gibts viele.
Tage, wo ich lang plane und zu kurz denke, gibts viele.
Abende, an denen ich wider besseren Wissens zuviel Wein trinke, gibts viele.
Nächte, in denen ich wenig schlafe und viel wilddenke, auch.
Und dann, dann muss alles besser werden. Aber was genau? Das Wetter? Die Ansichten? Die Menschen? Die Bedingungen? Es gibt schon soviel Erlebtes und darin Wiederholtes bei mir. Aber ich kann mir nichts merken und mache alles in Kürze genau so wieder. Das ist mein Deal mit dem schwankenden Schiff, dessen Ruder immer wieder die Fassung verliert, dessen Planken unendlich ächzen in einer Last, unter der sie sich ständig ergebend biegen müssen; mit einem Mastkorb, der dauernd Besserung verspricht und einem Captain, der nichts von alldem kapiert.
Manchmal begreife ich kurz den Wind und dann gehen die Segel auf. Ich mache Fahrt und stelle mir vor, wohin es geht, was dort sein wird und wie ich dort sein werde. Wenn ich kurz darauf ankomme, sind die Ufer bereits zurechtgelegt und von der Fahrt hab ich kaum was mitbekommen. Ein Strandkellner serviert Getränke.
So siehts aus, Babe.
vom Wesen meiner Arbeit
Wie festgestellt, kam ich schwer in den Sommer und noch schwerer wieder heraus. Da steh' ich nun in der zweiten Puppenwoche und bin mir meiner Motivation hinsichtlich ALLENs nicht sicher. Tobias ist ein Teil meines Lebens, den ich als sicher bezeichnen darf; aber wie weiter in Herz & Seele und meinem Leben? Das Wesen dieser / meiner Arbeit hier im Puppentheater macht eines klar: Ich bin und bleibe der Subjektivivist, der Emo-Abhängige, der leicht zu (auto-) beeinflussende Wackelkandidat. Wenn ich davon höre oder lese, wie anderenorts die Arbeitzeiten strengstens eingehalten plus unbezahlte Überstunden geleistet werden müssen, wie privates Surfen im Netz und so Kleinzeug abmahnbar ist [+++] dann denke ich darüber nach, welch leichtes Unterfangen / Spiel ich hier habe. Aber es fühlt sich nicht so an, weilwenn das Kader nicht stimmt.
Was war das damals für ein schweres Schuften. Nach Arbeitszeit, nach Minuten, nach Menge und vor allem messbarer Qualität. Schmutzige Toiletten dazu. Heute ist es schwer zu messen, was gute Arbeit ist. Ich bin Semi-Profi in einigermaßen vielen Bereichen. Das wird mich nie zu einer Koryphäe, sondern immer zum Bediener derjenigen machen, die sich eines dieser Gewerke als Thema vollständig auf die eigenen Fahnen geschrieben haben.
Lieber würde ich mein eigener Antrieb sein, weil ich dann MUSS, um zu überleben. Es bleibt eine Kniffligkeit, die sich in mich selbst verjährt. Aber die Toiletten sind sauber.
Summary Summer Jesko
[dieser Artikel wird auf der PAGE Summary fortgesetzt (29.08.2013, upd. 30.09.2017 )
Gitte beim Tønder Festival 2013. Auf meine mir von Nis Søgaards genannte Antwort auf meine Frage nach meinem schwierigen Leben, Universum und dem ganzen Rest (was bestens an Douglas Adams angelehnt ja nichtmal eine richtig formulierte Frage ist) "Du musst einfach nur leben", sagte sie: "Du lebst nicht hier, du bist immer schon woanders". Und meint damit: Vorausdenkend, nicht das Hier & Jetzt erlebend / geniessend, sondern immer eine Spur voraus von Vorstellungen, wie es sein könnte, was ich alles dazu bräuchte, meiner Meinung nach stimmige Voraussetzungen (wie wird das Wetter? Kostet das nicht zuviel? Kann ich das überhaupt alleine? Will ich das? Wird mir das überhaupt gefallen? ... )
Das Tønder 2013 war insofern w/richtig gut, weil mir diese drei Momente (mit Gitte in der Küche von Mary, der internationale Abend bei Mary (IRL) mit Gitte und Jens (DK), Anthony (E), den zwei "Jungfern" (DK) und mir (D), und die Wanderung mit Gitte von Visemøllen über den Eisladen bis zum Abschied) Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben haben. Dinge, die mich wie immer und immer wieder beschäftigen. Wo fange ich an?
Damit, dass ich heute verkatert mein Arbeitszimmer ein bisschen aufgeräumt und im Regal zwei wahllose Tagebuchzettel aus ca. 2002 / 2004 gefunden habe, auf denen ich mein damaliges und damit erwiesenermaßen immer gleichbleibendes Dilemma haargenau bereits beschrieben habe?
Mein Spielzeitpausenproblem ist ja nicht neu. Diesmal hatte Tobi keine Urlaubsmöglichkeit. Also musste ich 4 1/2 Wochen irgendwie selbst gestalten. "Irgendwie" trifft es am besten und mir fällt darin auch kein Tag ein, an dem ich nicht mit den Folgen des Alkohols vom Vortag zu tun hatte. Auch hier beim Schreiben bereite ich den nächsten Tag entsprechend vor und denke darüber nach, wie ich in den nächsten Tagen langsam runterfahre, damit ich im PT bzw. überhaupt mit mir und meinem Leben klarkomme. Zwei Tage M'era Luna mit Tobi und neuen Fotoerfahrungen, vier Tage Feldberg Camping, vier Tage Tønderfestival. Das war mein Urlaub.
Oben im Titel steht Summary Jesko. Und genau darum gehts jetzt. Ich will diesen Eintrag hier längerfristig nutzen, um Stichworte zu sammeln. Stichworte, die ich nicht mehr groß umschreiben muss und sollte, weil sie hinlänglich bekannt sind. Vielleicht gut, um ein paar Dinge einzukreisen. In einem Film auf arte eben (David wants to fly, über Maharishi Mahesh Yogi und die sektengleiche TM) gab es eine Passage von einem New Yorker Neurologen, der da sagte: "Was Kindern angelernt / permanent vermittelt wurde, wird zu ihrem Glauben. Davon kommen sie, auch mit Ausflügen, nicht mehr los bzw. immer wieder dahin zurück." Okay, das bringt mich an den Anfang: Kindheit, Eltern, Erlebnisse. Vielleicht haben sie nie gesagt: "Du musst an dich galuben. Du bist gut, stark, mutig, schön.". Warum auch? Das kam in ihrem Leben wahrscheinlich auch nicht vor oder wurde nie als notwendig erachtet. So. Jetzt aber:
IST Zustand
zuviel Alkohol => Unfähigkeiten und Unwohlsein. Suizidgedanken.
keine Meinung => alles ist "irgendwie" und oft egal oder negierend
kein Ziel, keine Aussicht, keine Leidenschaft => keine Ideen
Selbstbewusstsein irgendwo nahe plus Null mit großer Vertuschungsattitüde per Witz und Heuchelei
keine realistische Einschätzungsmöglichkeiten der Dinge um mich und meines Lebens
Gedanken an verschenkte Jugend / Zeit (beim Ansehen/Sortieren all der Fotos heute)
Einschätzung über mein Leben: Anstrengend, sehr kurvig, negativ bewertet
Hintergründe
keinen Antrieb für neue Dinge
keinen Antrieb, die erworbenen Dinge zu professionalisieren (Foto? Musik? Job?)
das Gefühl, keinen Stil zu haben.
das Gefühl, Mitläufer, Bediener zu sein. Weil ich nicht selbst bin.
Angst vor sozialen, kommunikativen Kontakten, wegen:
Hörschwäche (anstrengend)
Gefühl, intellektuellen Themen anderer nicht gewachsen zu sein
Ermüdung, weil ohne Standpunkt, Interesse = kein Antrieb
Gefühl, dass fast ALLES anstrengend ist
immer das Gefühl, eine gewisses Bild von mir vor anderen darstellen oder aufrechterhalten zu müssen
Gefallsucht: Bitte habt mich lieb. Was das o.g. erklärt.
Ideen, Dinge zur Verbesserung meiner Gefühlswelt anzupacken, setze ich selten um. Mach ich es doch einmal, freut es mich sehr.
kann offensichtlich keine Konsequenzen aus solchen positiven Erfahrungen ziehen
SOLL Zustand
"nimm endlich deinen Mut und dein Herz und versteck dich nicht hinter deiner Genialität." (Ronald, 27.08.2010!)
Da es keine Definition und Handlungsanweisung für Glück gibt, muss ich individueller und werden => get real, heisst mein Blog nicht so?
fest mit beiden Beinen, Herz, Verstand und Seele im Leben; mit Ideen, deren Umsetzungen und das Teilen mit anderen
und damit stark genug für Herausforderungen und schwach genug zum Fallenlassen auf mein eigenes Ich
Ich werde ein wenig müde. Nicht nur wegen des Alkohols, mehr wegen dieser ewigen Infragestellungen allens und subjektiven Selbsteinschätzungen meines Lebens wegen,; dass ich soviel Zeit verlebt habe, worin ich immer der Springinsfeld mit der guten Laune (real aber schwerschlechten Selbstbewussteins und enormen Aufwandes ob der Aufrechterhaltung meines Status' (siehe Kubon- Bluesjackets, Deckbar oder sovieles anderes)) war, Everybody's Darling, der immer für alles zu haben ist, Freude und Witz versprüht und sich über jedes Neue freut. Nun isses aber so, dass die ganzen erfahrenen Erlebnisse meines Lebens "durch sind" und soviel Neues nicht kommt, weil ich mich in den selben, alten Gefilden bewege. Da wird jede Party, jeder Mädchenabend (...) langweilig, anstrengend. Die aufregende Welt meiner ersten Computer, Web, die besser werdenden Fotos, meine geniale Musik, Bus, Weltreisen, Sexphantasien ... alles pegelt sich auf ein langweiliges, wenig fruchtbares Maß ein und altert. Und ich mit. Und auch das ist übrigens alles nichts Neues. Kann ich ein Buch von schreiben ("Im Jesko nichts Neues"), weil ich diese Litanei bereits auswendig kann.
Ich benötige ein alkoholfreies Update. Und: ich sollte vielleicht Nietzsche lesen.
mögliche Handlungsanweisungen
PT kündigen bringt nichts, wenn ich damit "denen eins auswischen will". Mich und meine Fähigkeiten hat man innerhalb kurzer Zeit ersetzt. Davon werde ich nicht viel haben ausser einer möglichen kurzen Genugtuung, die mich allerdings selbst keinen Schritt weiter bringt. Es sei denn, ich habe einen wirklichen Plan für mich und mein Leben.
Hörgerät benutzen. Missverständnisse und große Anstrengungen, dem kommunikativen Geschehen zu folgen, haben inklusive meines schwachen Selbstwertgefühls Missinterpretationen meinerseits zur Folge und ermüden /schwächen / entmutigen zudem.
mein wahres ICH zulassen. Und keine Angst: Die für mich wichtigen Leute kennen mich bereits sehr gut. Meine friedliche und harmonische Einstellung, meine Meinungen, meine Persönlichkeit, mein Tun und Handeln bedürfen keiner weiteren Kosmetik. Das geht eher zu Ungunsten der Qualität meiner Fähigkeiten. Und die sind offensichtlich gut. All das bisher Erreichte basieren auf den Ergebnissen und meiner Persönlichkeit. Da gibts nichts zu verstellen oder zu beschönigen. Witze helfen nicht über Krisen hinweg. Meine Meinung abwägen und dann zur Sprache bringen, ehrlich und höflich bleiben.
Ich setze hier ein STOPP und führe diese meiner Meinung nach konkretere Auflistung auf dieser Seite weiter.
Parallelgrütze des Sommers
Weil ich schon wieder so orientierungslos betreffs "meines Sommers" dasitze und denke: jetzt lese ich mal die Beiträge der anderen Anguste der letzten drei Jahre. Und da finde ich den vom August 2010. Der allein will und nicht kann ... das ist mein immerwährendes Credo was? Tobias hat hier in 2013 keinen Urlaub und ich will und muss aber "irgendwie" weg. Oder etwas finden, das mich erholt. Abstand und Ruhe bekomen lässt. Und jetzt ist es der 14. August. Hälfte vom Urlaub futschrum. Ausser "m'era luna"- (das Tobi kurzerhand einforderte, weil er merkte, dass ich es nicht von selbst auf irgendeinen hellgrünen Zweig bringe) - ist nix passiert. Morgen. Jaaa, morgen will ich los. Hab schon bisschen was zusammengeräumt. Und was ich nicht alles in der Feldberger Seenlandschaft vorhabe. Jaahaa ... Alles Grütze. Ich hab weiterhin keinen Plan von meinen Interessen. Und daraus resultiert sich logischerweise ja auch nichts. Stumpf & Dumpf.
ummmpf.
Du musst einfach nur leben
Nis Søgaard im Juni 2013 @ Puppentheater zu mir auf meine übliche Darstellung meiner Ungewissheit über Puppentheater, Leben und Aussichten.
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Der Traum ist aus. Der Kampf geht weiter.
Diese Zeile, gelesen mal in der Maxim Gorki Straße, passt so schön auf mein Dilemma mit der ganzen freiheitlichen Idee, per Bus die Welt zu erobern. Ich glaube, das ist ein bisschen vorbei. Der Traum ist aus. Letztes Jahr mit Tobi durch Österreich, Kroatien und Italien ... selbst da dachte ich wie damals mit Mandy: Es wäre cooler, wenn jetzt auch Jana und Dorschi dabei wären. Was ja auch stimmt, doch sind hier zweierlei Maß zu besehen: Mit Mandy wollte ich nicht immer nur allein zu zweit sein. Und naja, mit Tobi? Ich glaube, es liegt daran, dass ich dabei immer "irgendwas" und "mehr" will, was ich nicht definieren kann. Sowas wie: Mehr erleben, mehr sehen, Leute kennenlernen, was MACHEN- nicht nur dasitzen und den Rest des Tages mit Wein bekämpfen. Auch ohne Welttour mit Bus. Zu Hause das Gleiche. Das klingt ein wenig dumpf und wahrscheinlich hat meine Wahrnehmung der Dinge damit zu tun. Weil ich es ja nichtmal ausdrücken kann. Möchte ich Galerien durchwandeln? Shoppen? Leute besuchen? Mit anderen Musik machen? Oder Blödsinn, den dann filmen und herzlich darüber lachen? In Gefahr geraten und Abenteuer haben? Da schwingt viel Erklärungsnot mit. Aber ich halte dran fest: Der Kampf um den Bus und die Welt mit mir geht weiter. Weil die vagen, also unkonkreten Vorstellungen Bestand haben wollen.
Ich verspüre immer wieder und immer mehr bei mir, dass ich all die vergangenen Erlebnisse zwar erlebt, aber nicht für "vollwertig" gehalten habe. Jetzt, wo sich mehr und mehr Wiederholungen des alles schonmal Erlebten ankündigen, steigt die Angst, dass es seltener und dazu aber auch nicht besser dadurch wird. Allein im Bus durch irgendwelche Gegenden ... habe ich 2010 ja erlebt, sind zwiegespaltener Natur.
"Der allein will und nicht kann" ... allein schaffe ich die von mir so schön idealisierten vagen Wunschvorstellungen von gemeinsamen, neuen Erlebnissen ja auch bloß nicht. Ziemlich mürbe sitze ich nun hier nach den ersten 4 Tagen Jahresurlaub, um den man mich beneiden könnte, und habe weiterhin ziemlich genau keinen Plan. Nur ein bisschen Idee von kleiner Blockhütte am stillen morgendlich dampfenden Waldsee in den Masuren (kennen wir bereits: Harzhütte mit versuchtem Anfang Diplomarbeit; Dänemark Sommerhaus mit dem Schreiben meiner Kreise ... ) beides lief auf dumpfes und unkonstruktiv-betrunkenes Ausleben meiner Sexualität hinaus. Na gut, das waren andere Zeiten, aber davon hab ich weiterhin noch sehr viel im Koffer. Ich bin und bleibe mein eigenes Problem
Ich komme nicht weiter. Mandy hat mir vorhin nochmal den Spruch über der Scheune gesagt: The Sky's the Limit when your heart's in it. Das trifft exakt den Punkt. Nichts kann mich aufhalten, wenn ich nur weiss was ich will und meine ganze Liebe und Kraft da reinstecke. Okay, dann hat sich das hier ja wieder geklärt. Im Jesko nichts Neues; Teil Tausend.
"... sich mit Zynismus über Wasser hält." Am Wochenende hatten Tobi und ich ein Problem: Weil wir nicht wie gedacht losfuhren Richtung McPom. Warum nicht? Ich war wie immer noch zu dumpf im Kopf wegen Wein und Unmut und Unklarheit. Warum Unklarheit? Weil ich nicht weiß, was Tobias wirklich möchte. Er hat darüber wenig Pläne, sagt nur zu meinen kleinen Ideen "Können wir machen. Können aber auch was anderes machen." Genau wie bei mir. Nur fühlt er sich mit dem Nichts-Machen auch ganz gut. Und ich attere hin und her und weiss auch nicht weiter. Ich mit meiner Kompliziertheit brauche immer jemanden, der mir neue Wege zeigt und deutlich macht, dass wir das genau jetzt einfach tun. Können. Wollen. Wollen wir? Ja? Ja! Dann los. Gegenseitige Aufmunterung und Ermutigung einer Idee und des dazugehörigen Willens wegen. Aber wir beissen die Katze in den Schwanz. Oder uns selbst. Tobias reichen "geringe Zustände" (sehr blöd geschrieben) und ich will und will und weiss nicht was. Und meine eigenen kleinen unsicheren Ideen ersticke ich selbst.
Naja, so komm ich erstmal nicht weiter, wollte es aber mal aufgeschrieben haben. Für spätere gemütliche Stunden im Rollatorsessel bei einem verdünnten Pernod.